Path:
Volume No. 50., vom 22sten Juni

Full text: Der preußische Vaterlandsfreund (Public Domain) Issue1811 (Public Domain)

— 3 c6 — 
nett alt Wärterin ihre« eignen Kinde« bei der Herzo- 
gin Dienste fand. Sie halte dar Geheimniß, daß es 
da« ihre fei, zuerst geahndet, bald wahrscheinlich ge 
funden und endlich mit Hülfe der weiblichen Schwaz- 
hafrigkeit alr Wahrheit entdeckt. Dennoch hatte fie bi»- 
her geschwiegen, um sich und ihren Sohn keinerGcfahr 
«»«zusetzen, besonder« da c« «hm so wohl ging. Jetzt 
aber, da die Herzogin ihr den Verdacht de« Kaisers 
mittheilte, entdeckte sie sich ihr als Friedrichs Mut 
ter, und bat sie flehentlich die Wahrheit nicht lan 
ger zu verbergen. Die Herzogin, durch ihre Beweise 
überführt, von ihren Bitten bedrängt, und selbst der 
Wahrheit holder als der Lüge, gestand ihr endlich den 
Zusammenhang der Sache. Jetzt konnte auch der 
Herzog nicht laugnen, Friedrich und se,»e Gemahlin 
wuiden von allem unterrichtet und sie beschlossen ein« 
müihig, dem Kaiser alle« zu enroecken und ihn umGna 
An die resp. Abonnenten unb Leser de« Vater- 
landsfreundes. 
Ä^ach dem Wunsche de« Verleger« dieser Zeitschrift, 
wird der Unterzeichnete von jetzt an die Herausgabe 
derselben übernehmen, aufgemuntert durch di« gütigen 
Verheißungen mehrerer seiner einheimischen und au«- 
wäriigen literarischen Freunde, ihn dabei thätig zu um 
rcrstützen. 
Der Zweck dieser Zeitschrift war seit ihrer Entste 
hung: Liebe und Anhänglichkeit an König und Vater 
land, und den Sinn für da« Gute, Wahre und Sch!»« 
zu wecken, den Geist ächter Humanität zu verbreiten, 
und die Leser mit den neuesten Ereignissen de« Dater- 
lande«, insofern sie außer dem Gebiete der Politik la 
gen, mit den Fortschritten der Kultur, mit allem, wa« 
für Wissenschaft und Kunst gewirkt worden, bekannt 
zu machen, und dieser Zweck ist auch von Unparteiischen 
nicht unbeachtet geblieben. 
Der neue Herausgeber wird sich bemühen, diesen 
Gesichtspunkt nicht au» den Augen zu verlieren, also 
vorzüglich da« Nützliche mit dem Angenehmen zu ver 
einigen suchen, und da dem Menschen, im edlen Sinne 
de« Wort«, nach Terenz Ausspruch'), alle« wa» den 
Menschen betrift, nicht fremd seyn darf, so kann e« 
ihm nie an interessantem Stoff fehlen, seine Leser zu 
unterhalten, wenn auch die Geschichte de« Tage« zu 
weilen nur wenig darbiete» sollte, was de« Aufzeich 
nen« werth wäre. 
*) Ilonas «um, nihil humani alienum esse puto« 
de und Verzeihung anzuflehen. Sie thaten diese« so 
gleich; alle fielen ihm zu Füßen und auch seine Tochter 
Kunigunde beschwor ihn, ihre« unschuldigen Gemahl«, 
den sie gar herzttch liebe, zu schonen uud Allen zu ver 
zeihen. Kaiser Konrad erkannte wohl, wie sehr er selbst 
sich bei dem ganze» Handel vergangen hatte, und da 
er überdie« erfuhr, daß Friedrich von dem alten be 
rühmten Haus« der Grafen von Äalw abstamme, so 
ließ er sich durch seiner Tochter und der übrige» ver 
einte« Bitten bewegen, ihnen sämmtlich zu verzeihen, 
und sich Friedrich als Schwiegersohn gefallen zulassen. 
Auch der Dechant von Speier ward verschont und Frie 
drich« Vater, der Graf von Kalw, gleichfalls zu Gna 
de» wieder angenommen. Er selbst aber lebte lange 
glücklich und vergnügt mit seiner Kunigunde. 
Wilhelm Neumann. 
Mit dem neuen Vierteljahr wird jedem Blatte eine 
Sentenz au» den besten Schriftstellern aller Nationen 
vorgesetzt werden, so daß der Leser schon in diesen Zei 
len hinlänglichen Stoff zum Nachdenken finden wird, 
wenn auch sonst der Inhalt seinem Geschmack nicht 
immer entsprechen sollte; dem Tadler hingegen kann 
der Herausgeber, gegen ungerechte Verunglimpfungen, 
mit Wahrheit entgegensetzen, daß doch jede Nummep 
dieser Zeitschrift einen Kernspruch enthält, welche« 
man vielleicht nur von wenigen neuern Schriften mit 
Wahrheit behaupten darf. 
Berlin, im Juni 1811. Karl Müchler 
König». Preuß. Krleggrath «n» 
Mitglied der gelehrte» Geüll,ebast 
»u Frank,'urlh an der Oder. 
Obiger Nachricht zufolge bemerkt der Verleger nur 
noch, daß bereit« die beiden nächsten Stücke (als die 
letzten in dem jetzigen Vierteljahre) schon von dem 
Herrn Kriegsrath Müchier heran,gegeben, und daß 
von nun an die etwa beliebigst einzufeiidenden Auf, 
säye, Nachrichten, Notizen u. s. w. sowohl von 
hier al» außerhalb, nicht ferner unbenutzt zurückgelegt, 
sondern mit Dank aufgenommen werden sollen, j„ 
sofern sie der beabfichligken Tendenz dieser Schrift ent, 
sprechen. Man erbittet fie unter der Aufschrift: 
An die Redaktion de« Pr. Vaterlfr. 
Da« neue Vierteljahr sängt mit Nr. 5z an, und er 
schein« Dienstag« den -ten Juli. Die ersteren Stücke 
werden auch einzeln für 2 Gr. kl. C. zu haben seyn. 
Die Dorausbezahlunz auf ein Vierteljahr beträgt 1 Thl. 
kl. Tour. Dienstag« und Sonnabends erscheint ei» 
Stück von einem halben Bogen. &i«(«rici.
	        
Top of page
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.