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Volume Nr. 18., 4. März 1809

Full text: Berlin oder der preußische Hausfreund (Public Domain) Issue3.1809 (Public Domain)

Nr» iß 
1809. 
Sonnabend, den 4. März. 
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3» den wesentlichsten, in so viele Theile der Staat«- 
wirthschaft eingreifenden Bedürfnissen, die gerade jetzr 
»ur Sprache kommen müssen, gehört unleugbar die 
Herstellung, Verbesserung und Unterhaltung der Land» 
straßen. Die Nachtheile, welche aus der Vernach- 
lckßigung dieses Gegenstandes entspringen, sind zahl 
los, und verbreite» sich auf alle klaffen der Bewoh, 
ner de«'Landes. Durch die, wegen unfahrbarer Wege 
oft gehemmte Zufuhr der Lebensmittel steigen diese 
im Preise; der Landmann bringt den Ruin seine» 
Gespanns inAi^chlag, und verstärkt seineFoderungen, 
(immer ist dieses nur ein negativer Gewinn) welche 
der Städter gewähren muß. Der Handel wird ge, 
lähmt und stockt, und der Fremde, der die Reisekosten 
nicht achtet, wenn er seinen Weg auf geebneter Straße 
zurücklegen kann, meidet, wenn nicht die dringend, 
ste Nothwendigkeit e« erheischt, den Besuch eine« 
Landes, auf dessen Gebiete er Gefahr läuft, Hals 
oder Beine zu brechen, oder im heißen Sande auf 
der Schneckenfuhre von der Sonne geröstet zu 
werden. 
Die sonderbare Behauptung, welche hin und 
wieder geäußert wird, daß Schmiede, Stellmacher 
und Bauern, welche mir ihren Pferden vorspannen, 
bei dem schlechten Wege bessere Nahrung finden, ge« 
i. 
hört zu den Ansichten, welche nur eine abderitische 
Staatsverwaltung in Schutz nehmen kann, und ver« 
dient daher keine Widerlegung. 
Was ist also der Grund, daß die Verbesserung 
der Landstraßen in so vielen deutschen Provinzen 
von der Landespolizey unbeachtet bleibt? Wenn es 
nicht an Materialien gebricht, um Chausseen zu er 
bauen; so ist die Unterlassung um so unerklärbarer, 
weil selbst die Kultur de» Boden» durch Hinwegräu 
mung der Steine gewinnt. Aber auch in steinlee 
ren Gegenden können die gefahrvollen Stellen 
durch Faschinen ausgefüllt werden. Zugestanden, 
daß der Staat ein bedeutende« Kapital zu jenem Be 
huf anweisen und hergeben muß, so wird solche« of 
fenbar auf da« zweckmäßigste angelegt, und dürfte 
leicht durch Aktien herbeizuschaffen seyn. 
E» trägt solche« durch die Eingehung der Wege, 
und Brückenzölle, welche da« reisende Publikum und 
selbst der dürftigste Bauer durch die Schonung sei 
nes Angespann« gern entrichtet, wenn dadurch ein 
schnelle« Fortkommen bewirket, und ein Unglücksfall 
verhütet wird, die reichhaltigsten Zinsen; und ist 
e« auch nicht wohl denkbar, daß dadurch der gemachte 
Vorschuß in die Staatskasse zurückfließt: -so können 
doch immer die diesfalls über da« ganze Land. sich 
ergießenden Vortheile als ein reiner Gewinn be 
trachtet werden. Die Landespolizey hat es übri« 
Ueber die Verbesserung der Landstraßen.
	        
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