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Volume No. 105., 30. December 1809

Full text : Berlin oder der preußische Hausfreund (Public Domain) Ausgabe 3.1809 (Public Domain)

tigfciicn  enthalt,  die  den  Ruhm  dieser  Mst  so.  bl>"
hcndcn  Anstalt,  und  das  Verdienst  ^  ."»"gen  Sektors ­
  und  Professors  Sieferl  »--»dunkeln,  und  daher
r>ne  Berichtigung  verdien."»-  .  ,  ,  ,  .
'Keine  Liebe  zur  W»yrhelt,  und  wahre  Hochach,
«unq  für  diesen  cb">  s°  gründlichen  Gelehrten,  als
„,Äi<4en  s^>,,,..-ann,  mit  dem  ich  fünf  und  ein  hal,
i>l-q  ^abr  «.---durch  im  schönsten  Verein  und  mit  dem
alüekl'^t^"  Erfolge  an  dieser  Lehranstalt  gearbeitet
machen  ce  mir  zur  Psiichl,  jene  falschen  Be<
Hauptungen  öffentlich  zu  widerlegen.
Wenn  in  jenem  Aufsätze  gesagt  wird,  daß  die
Einladungsschrist  des  Herin  I).  Leps  das  erste
Programm  sei,  welches  unsere  Schule  geliefert  hatte,
und  daß  wir  uns  bisher  nur  mit  einer  Uebersicht  der
Rcvcübungen  auf  einem  Quartblatte,  worin  weder
von  wen  Lehrern,  noch  von  den  Schülern  und  der
Einrichtung  der  Anstalt  die  Rede  gewesen  wäre,
hauen  begnügen  muffen:  so  ist  dieses  offenbar  falsch,
und  beweiset  deutlich  die  völlige  Unbekanntschaft  des
Verfassers  mit  unserer  Schule.  Als  nach  dem  Tode
des  Rectors  und  Professors  Berruch,  der  Herr
Professor  Sieferl  an  die  Spitze  des  Lyceums  trat,
wurde  von  diesem  in  jedem  Jahre  ein  Programm
geschrieben,  welches  unter  der  Menge  der  Einlavungssihrificn,
  die  jährlich  von  den  Direktoren  gelehrter
Anstalten  geschrieben  werden,  einen  nicht  unbedeutenden ­
  Rang  einnehme»  möchte.  Um  Michaelis  1804
schrieb  er  sein  erstes,  welches,  so  wie  das  im  folgendem ­
  Jahre,  eine  kurze  Geschichte  des  Lyceums  ent,
hielt.  Im  Jahre  1806  wählte  er  zum  Gegenstände
feiner  Einladungsfchrift  die  »4tc  Satyrc  des  Juvenale,
  über  die  Erziehung,  welche  er  deutsch
in  den  Versen  des  Orainals,  mit  kurzen  Anmerkungen ­
  begleitet,  dem  Public»  mittheilte.  Für  das
Programm  des  Jahres  rLe>7  hatte  er  die  8te  Saiyre
Juvcuals  bestimmt,  welche  aber  durch  die  Schuld
des  Buchdruckers  liegen  blieb,  und  cr.st  in  der  Einladungesckrifl
  vom  Jahre  i8°6  erscheinen  konnte.
Außerdem  enthält  ein  jede«  dieser  Programme
weitlauftige  Nachrichten  über  den  jedesmaligen  Zustand ­
  des  Lyceums,  über  vorgefallene  Veranderunaen
bei  demselben,  nebst  einem  LectionSplane,  welcher
stets  dem  Bcdürfniffe  unserer  Anstalt  und  der  geringen ­
  Zahl  der  Lehrer  an  derselben  vollkommen  angemcsien
  war.
Ferner  sagt  der  Verfasser  im  obigen  Aufsätze:
daß  die  Munersp  rache  auf  unserer  An  statt
sehr  vernachlässiget  worden  sey.,  Dies  ist
eine  Behauptung,  welche  eben  so  ungegründer,  als
vorwerfend  für  die  Anstalt  und  deren  Lehrer  ist.
Die  deutsche  Sprache  wurde  von  jeher  auf  unserer
Schule  in  vier  besondere»  Klaffen,  in  den  drei  obern
wöchentlich  in  zwei,  in  der  untersten  in  drei  bis
vier  Stunden  gelehrt,  und  die  Schüler  einer  jeden
Klaffe  angehalten,  alle  acht  Tage  eine  eigne  schriftliche ­
  Ausarbeitung  zu  liefern,  wie  dieß  aus  dem,  jedem
Programme  beigefügten  LectionSplane,  deutlich  zu  ersehen ­
  ist.  Außerdem  trug  der  Herr  Professor  Siefert
  in  der  ersten  und  zweiten  Klaffe  deutsche  Literatur ­
  vor,  und  machte  die  Scküler  derselben  mit  den
Meisterwerken  unserer  Nation  bekannt.  Auch  beweisen ­
  die  noch  jetzt  bei  den  Schulacren  liegenden
schriftlichen  Arbeiten  unserer  seit  sechs  Jahren  zur
Universität  abgegangenen  Zöglinge  hinlänglich»-daß
sic  sicv  außer  den  erforderlichen  anderen  Kenntniffen,
gute,  zum  Theil  vorzügliche  Kenntnisse  in  der  Multersprache
  erworben  habe»,  wie  dieß  auch  selbst  von
den  höchsten  Behörden  anerkannt.worden  »st.

Eine  Schreib  ibliothek  ist  schon  unter  dem  Rectorale
  des  Professors  Deriuch  begründet,  und  durch
den  Herrn  Profeffor  Siefcrt  beträchtlich  vermehrt
worden.  Jedoch  ist  der  dazu  bestimmte  äußerst  geringe ­
  Fonds  kaum  zureichend,  die  Kosten  für  den
Druck  des  jährlichen  Schulprogramms  daraus  zu
bestreiten.  Ent  wäre  es  daher  allerdings,  wenn  die
wohlgemeinten  Wünsche  des  Herrn  b).  Leps  in  Erfüllung ­
  gingen,  und  dankbare  Zöglinge  der  Anstalt
durch  ein  oder  das  andere  Werk  unsere  bis  jetzt  noch
unbedeutende  Schulbibliothck  vermehrten,
F.  W.  G.  Sachse,
Professor  am  Sr.  Wtlh.  Lyceum.
Seit  dem  raten  November  eingekommen:
1)  Von  Hrn.  P.  V.  aus  B.  5  Thl.;  2)  aus  Züllichau
  durch  Hrn.  Prediger  Nicolai,  gesammelt  von
den  Zöglingen  der  Waisenhaus-Anstalten  ig  Thl.i-Gr.
2  Pf.,  von  den  Lehrern  und  Lehrerfamilien  19  Thl.
2  Gr.  8  Pf.  und  von  der  Waifenhausgerneindc  7  Thl.
2»  Gr.  aPf.,  zusammen  46Thl.  12Gr.;  3)  von  einem
Ung.  i2  Thl  Cour.;  4)  v.  Hrn.  Canzlei-Dir.  Elitsch
5  Thl.;  Z)  v.  Hrn.  Lehrer  Bartsch  für  eine  Predigt
1  Thl;  6)  v.  C.  F.  L.  1  Thl;  7)  aus  e.  Kirchencollecte
  zu  Teltow  durch  die  Hrn.  Stadtverordneten
Reibe  und  Krause  6  Thl.  8)  v.  M.  und  M.  aus  Ahlbeck
  in  Pommer»  durch  E.  B.  4  Thl.  9)  durch  Hrn.
Prediger  Pelkmann  von  dem  Kaufm.Hrn.  Krause  aus
Neust.  Sbcrsw.  6  Thl.  »6  Gr.;  uo)  v.  d.  Magistrais-Eollegiv
  ».mehreren  Einwohnern  ausZüllichauszThl.;
11)  v.  der  Witwe  St  —  n  durch  Hrn.  Pred.  Fleischer
2  Thlr.  16  Gr.;  12)  v.  Hrn.  Pr.  W.  in  Fl.  für  1
Predigt  durch  Hrn.  Buchdr.  Starke  1  Thlr.  Cour.;
13")  v.  der  Gemeinde  zu  Schönhausen  an  der  Elbe
durch  Hrn.  Pred.  Petri  17  Thl.;  14)  au»  Königsberg ­
  von  einer  edle»  „Theilnehmenden'»,  deren
Name  dem  Vaterlande  heilig  ist,  durch  Hrn.  Reimmann ­
  too  Thlr.  Cour.;  15)  noch  von  dort  her  durch
Hrn.  Gen.  Ehir.  D.  Wiebel  7  Thl.  Cour.;  16)  Aus
Freienwalde  mi«  dem  Motto:  „Krieg  und  Brand  segnet
Gor«  mit  milder  Hand"  1  Tresorschein  -  5  Thl.,
17)  durch  Hrn.  Medicinalrath  Id.  Sybel  in  Brandenburg ­
  für  verkauf,«  Predigten  5  Thl.  Gold  und
5  Thl.  8  Gr.  Cour,  worunter  1  Frd'or  von  Hrn.  Pre,
diger  Schaub,  2  Thl.  von  Frau  v.  Schlabrendorf  u.
1  Thl.  vom  Hrn.  Prof.  Lange;  18)  v.  Hrn.  Superintendent ­
  Brohm  aus  Seehausen  für  Predigten  1  Thl.
8  Gr.  Cour.;  19)  von  I.  C.  B-  5  Thl.  Gold;  und
20)  au»  Schwedt,  eine  bei  einem  freundschaftlichen
Mahle  gesammelte  Kollerte,  eingesendet  durch  Hrn.
Superintendenten  Kästner  10  Thl.  Zusammen:  10
Thl.  Gold  und289  Thl.8  Gr.  Cour,  und  Münzcouranl.
Unterzeichneter  hat  bis  heut,  den  17  December,
überhaupt  eingenommen:  38»  Thlr.  FriedrichSd'or,
24  Thl.  Ducaien,  40  Thl.  in  Trcforscheinen  2  Thl.
12  Gr.  Zinscoupon  und  »806  Thlr.  17  Gr-  5  Pf.
Courant  und  Münzcouranl,  zusammen  2253  Thlr.
5  <&r.  5  Pf.  und  bemerkt  dieses  mit  der  innigsten,
dankvollsten  Rührung  und  unter  herzlichen  Wünschen
für  die  Beglückung  und  Wicdrrerfreuung  der  menschenfreundlichen ­
  Wohlthäter.  Han  stein.
;' *  2  *  *  5  *  *  8  *  *  *  12 '  Berichtigung.
Die  Nachricht  in  der  vorigen  Nr.  des  Pr.  Haus,
freundes:  daß  der  azstc  December  uns  unsern  Herrscher ­
  und  seine  Gemahlinn  vor  15  Jahren  als  Braut,
paar-zugeführt  habe,  ist-irrig.  Am  zwei  und  zwanzig ­
  stscn  December  ,793  hielt  die  edle  Braut  ihren
feierliche»  Einzug  i»  Berlin.
            
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