den nicht wohlgefällig, da sic, wie durch die Sache auch
durch die Bezeichnung derselben gehoben zu seyn verlangen.
Wir haben also offenbar ein deutsches Wort
nöthig; denn verdingen ist nicht viel edler, und
verheuern, welches mancher Niedersachse durch nachlästiges
Verschieden der Endbuchstaben zu einem Worte
macht, das man nicht gern drucken läßt, ist platt, provinziell
und unverständlich. Sollten wir in unserm
Sprachschatz keinen paffenden Ausdruck finden? Wenn
wir nicht cigenfinnig seyn wollen — ja. Ich kenne
kein schicklicheres Wort als verpflichten. Man stelle
rS mit allen unter uns üblichen Redensarten zusammen,
und cS wird dieSache, wie ste ist, mit Genauigkeit
bezeichnen: sie hat fich bciHn. N— als Hausmädchen
verpflichtet; er geht nach B—, um fich dort
zu verpflichten; eine Gesinde - Verpflichterinn:
ein Verpflichtungs-Schein; ein VerpslichtungS-Komptoir
ic. So behält jeder Stand
das Seine, und der Deutsche hört auf, sich fernerhin
einer Sünde gegen die Menscheit verdächtig zu machen,
die er doch nicht begeht.
Th. Heinsius.
Jeder an seinem Ort!
Gebt doch die rechte Stelle nur
dem Dichter Wassermann!
setzt ihn auf Haideland als Kolonisten an,
so zaubert seine reiche Quelle,
zum Trotz der kargenden Natur,
die sand'ge, dürre, todte Schelle
stracks um in üpp'ge Wiesenflur;
die rechte Stelle gebt ihm nur!
W. a.
Düst Leben, eine Schifffahrt.
Evigramm
Älippenvoll ist die Fahrt durchs Leben; Talente sind
Ruder,
Glück ist das Segel am Schiff. Achte des Steuer»,
Pilot I
MühloS gleitet dahin auf flüssigen Pfaden der Segler;
Schwer arbeitend, voll Schweiß strebt ihm der Ruderer
nach.
Weit dringt keiner voraus. Einst fällt uns allen der
Anker;
Wo er den Grund erreicht, überall sind wir im Port.
Neuigkeiten und
Berlin.
Berlinische Armenkasse. Die Einnahme
der, unter Dirckrion des Berlinischen Armen-Direktorii
stehenden, Armenkasse betrug für LAr. Er. Pf.
das Jahr 1805 .... 58079 20 1
Darunter befanden sich an freiwilligen
Beiträgen der Einwohner Berlins
...... 43-152 16 1
Das übrige floß theils aus verschiedenen lcgirtcn Kapitalien,
theile aus Königl. Fonds, bewilligten Revenuen
und andern außerordentlichen Wohlthaten: —
die Ausgaben der Kaffe haben betra- rbir. Gr. Pf.
gen 66950 11 —
so daß also mehr ausgegeben als eingenommen
find .... 8870 i4 11
Zur Deckung dieser grißern Ausgabe
ist ein neue« Durlehn gemacht von 15000 Cour,
wovon nach Abzug der 8870 Thlr.
l4 Gr. it Pf. jetzt noch Bestand ist 6129 9 1
Die Armenkasse ist daher im Rückstände,
und zwar von vorigen Jahren
mit einer alten Schuld von . . 8000 Gold.
und 21100 Cour.
Don diesem Jahre mit einer neuen
Schuld von ..... 15000 Cour,
also überhaupt mit . . . 44ioo
erelusive des Agios von 8000 Thlr. Gold.
Korrespondenzen.
Bei einem so ausgebreiteten und wichtigen Institute,
an welchem fast jeder einzelne Berliner mehr
oder weniger Antheil bat, muß jede bescheidne Bemerkung
als ein Beitrag zum Besten des Ganzen betrachtet
werden. Eine solche erlauben wir uns in Ansehung
des für dieOfficianten und Bediente verausgabten GehaltS,
welches die Summe von 7121 Thlr. igEr. 6Pf.
beträgt. Für ein Armen-Jnstitut ist biete Ausgabe
offenbar zu groß. Ein Ort wie Berlin, der unier der
Menge seiner wohlthuenden und menschenfreundlichen
Einwohner so viele geschäfcslose Menschen zählt, sollte
nicht die meisten Stellen der Officiantcn un entgcldlich
besetzen können? Diese Arbeit erfordert jakeine
viel umfassende Kenntniß, ist ehrenvoll und ohne zu
große Anstrengung! Warum sollte da«, was dem Bür«
gerrettungS-Institut gelungen ist, nicht auch dem Armendirektorium
gelingen I Ja hatte es nicht schon noch
unlängst einen der thätigsten Gehülfen an dem Kaufmanne
Herrn Weinhold, der seit vielen Jahren einem
Posten daselbst nicht nur nncntgcldlich, sondern
auch mit manchem baren Beitrage so ruhmvoll vorstand,
daß er vielen Edlen, die ihn zu würdigen wußten, unvergeßlich
bleiben wird? Brave Bürger Berlins!
hier seht ihr ein neucS Feld der Thätigkeit, auf welchem
ihr Wohlthäter eurer ärincrn Mitbrüdcr werden
und euer Andenken ehrenvoll erhalten könnt!
• * ♦