nun9/ Ruhe, Sicherheit, Nationalehre: dem
werden doch diese Güter —, sämmtlich Güter des
Fried ens, — auch an und für sich wichtig und werth,
«S werden ihm die geselligen Verhältnisse theuer
und heilig seyn müssen, worin die nicht zum Kriegesdicnstc
gehirigen Stände leben unter der Obhut der
Gesetze und der Waffen. Und andrer Seits werden die
Fricdcnsständc nicht ohne Dankbarkeit, Werthachtung
und Verehrung an die Armee denken und sich anschließen
: denn wenn ihnen ihr Vaterland und die Gewerbe
des Friedens lhcuer sind, wie sollten sie sich nicht rühmen
und erfreuen der Armee, die ihr Schutzgeist war,
ist und bleibt; wie sollten sie nicht insonderheit in
kriegerischen Zeitumstanden gern und auf eine biedere
Art, selbst mit Aufopferung, diese ihre Gesinnung thätig
beweisen
Der Kriegesgeist und der Friedensgeist sind ächte
Zwillingsbrüdcr wahrer Vaterlandsliebe, die wie Kastor
und Pollux einmüthig einer um'S andere sich theilen
in die Tage und Nächte unsterblichen Ruhmes. In
einer glücklichen Monarchie, welche der Himmel
langsam vorbereitet, allmählich gehoben, herrlich ausgezeichnet
und sichtbar gesegnet hat durch eine Reihe
von Regenten, deren entferntester Ahnherr vor beinahe
vier Jahrhunderten kräftig hervortrat, wird die gegenseitige
Achtung aller Stände und Gewerbe, welche
verbunden und verschlungen sind unter einander durch
wechselseitige unbestrittene Verdienste, um so leichter
gedeihen, zumal wenn diese gegenseitige Achtung sich
vereiniget in demHauptmittclpunktc, in dcmGehorsam
gegen das Gesetz. Dieser Gehorsam wird vorzüglich
erkannt in Zeiten, wo die allgemeinen Wclthändel Einfluß
bekommen auf die Lage und die Verhältnisse jedes
einzelnen Staates, jeder einzelnen Macht-- Oer Lauf
der Dinge im Großen und der Wechsel der Welkhändel
sichet selten in der einzelnen Regenten, niemals in
des einzelnen Unterthanen Macht; aber in jedes
einzelnen Unterthanen Macht steht es, das Gesetz zu
ehren und zu halten, mit Bescheidenheit schweigend zu
gehorchen, in treuer Liebe und unverbrüchlicher Anhänglichkeit
an den Regenten sein Vertrauen zu setzen auf
•) Wie erfreulich waren in dieser Hingchr, dei GNegen»
heit der «eolicken Trupvcnbew gunge», die offen,lichrn Zngche,
runscn gegenseitiger Genugthuung, welche beim Wechsel der Ka,<
roniiung§qu«rtie>c «wische» den Chcss vieler rnivoen und den
Cirildehörden, in de» Zeitungen gewichicli wurden. An Ausnahmen
wild <t freilich nicht gefehlt chaden. Ader, wo wäre»
iicifttr! die glicht Z
Ihn, und dakGemüth zu begeistern zu dem felsenfeste»
Glauben, daß eine Nation edel, groß und unüberwindlich
bleibt, so lange jeder Einzelne sich selbst achtet,
strenge Rechtschaffenheit übt, und voll Willigkeit
ist, aufzuopfern, was aufgeopfert werden muß:
aufzuopfern die Wünsche des Eigendünkels, der Eitelkeit,
des Starrsinns und Stolzes, der Sinnenlusi und
der Gewinnsucht, ja aufzuopfern Gut, Blut und Leben.
So oft also das Unerwartete eintritt, und Bangigkeit
über die Zukunft das Herz beunruhiget, richte
Jeder, weß Standes er sey, seinen Blick nicht sowohl,
oder doch nicht allein, nach Außen hin, sondern allermeist
in sein Inneres, und stärke sich in Stunde»
einsamer Betrachtung an dem kräftigen Worte:
„Sey nur getrost und sehr freudig, daß du hal-„test
und thust aller Dinge nach dem Gesetz! Wei-„che
nicht davon, weder zur rechten noch zur linken;
„auf daß du weißlich handeln mögest in Allem, daS
„du thun sollt l"
„Alsdann wird dir's gelingen in allem, das d»
„thust, und wirst weislich handeln können."
„Laß dir nicht grauen, und entsetze dich nicht;
„denn der Herr, dein Gott, ist dann mit dir in allem,
„das du thun wirst." *)
In Augenblicken, wo auß heiligem Quell neuer
LebcnSbalsam eindringt in daS Gemüth, fühlt cS sich
würdig und geschickt, am Altare deS Vaterlandes,
welcher ruhet in dem Herzen des König« und der Königinn,
still zu erneuern das Gelübde altdeutscher
Sitte und ächt - Preußischer Tugend.
*; Siu$ dem ersten Kapitel de« Jostia, SB./ — 9.
Acchter Kriegergeist.
Bei dem Rückmarsch kr • • * Armee erhielt unter
andern der Generalmajor von O. mit seiner unter ihm
stehenden Diviston ein Nachtquartier.in der Stadt K.,
in welcher eine Provinzial-Invaliden-Kompagnie in
Garnison steht. Einer von den Einquartierten gerteth
mit einem dortigen Bürger über angeblich schlechte Wohnung
und Brwirthut.g in Streit, und'wurde von «Hw
und seinen Leuten darüber nngastfrcmidlich behandelt.
Auf die von dem Einquartierten deshalb bei seinem
Chef gcsührlc Beschwerde, wurde der Bürger gefänglich
eingezogen, und ungeachtet der dortige Magistrat zwei,
mal durch eine Deputation auf /cineLorlassang mir ixt