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Volume Nr. 14., 17. Mai 1806

Full text : Berlin oder der preußische Hausfreund (Public Domain) Ausgabe 1.1806 (Public Domain)

nun9/  Ruhe,  Sicherheit,  Nationalehre:  dem
werden  doch  diese  Güter  —,  sämmtlich  Güter  des
Fried  ens,  —  auch  an  und  für  sich  wichtig  und  werth,
«S  werden  ihm  die  geselligen  Verhältnisse  theuer
und  heilig  seyn  müssen,  worin  die  nicht  zum  Kriegesdicnstc
  gehirigen  Stände  leben  unter  der  Obhut  der
Gesetze  und  der  Waffen.  Und  andrer  Seits  werden  die
Fricdcnsständc  nicht  ohne  Dankbarkeit,  Werthachtung
und  Verehrung  an  die  Armee  denken  und  sich  anschließen ­
  :  denn  wenn  ihnen  ihr  Vaterland  und  die  Gewerbe
des  Friedens  lhcuer  sind,  wie  sollten  sie  sich  nicht  rühmen ­
  und  erfreuen  der  Armee,  die  ihr  Schutzgeist  war,
ist  und  bleibt;  wie  sollten  sie  nicht  insonderheit  in
kriegerischen  Zeitumstanden  gern  und  auf  eine  biedere
Art,  selbst  mit  Aufopferung,  diese  ihre  Gesinnung  thätig ­
  beweisen
Der  Kriegesgeist  und  der  Friedensgeist  sind  ächte
Zwillingsbrüdcr  wahrer  Vaterlandsliebe,  die  wie  Kastor
und  Pollux  einmüthig  einer  um'S  andere  sich  theilen
in  die  Tage  und  Nächte  unsterblichen  Ruhmes.  In
einer  glücklichen  Monarchie,  welche  der  Himmel
langsam  vorbereitet,  allmählich  gehoben,  herrlich  ausgezeichnet ­
  und  sichtbar  gesegnet  hat  durch  eine  Reihe
von  Regenten,  deren  entferntester  Ahnherr  vor  beinahe ­
  vier  Jahrhunderten  kräftig  hervortrat,  wird  die  gegenseitige ­
  Achtung  aller  Stände  und  Gewerbe,  welche
verbunden  und  verschlungen  sind  unter  einander  durch
wechselseitige  unbestrittene  Verdienste,  um  so  leichter
gedeihen,  zumal  wenn  diese  gegenseitige  Achtung  sich
vereiniget  in  demHauptmittclpunktc,  in  dcmGehorsam
gegen  das  Gesetz.  Dieser  Gehorsam  wird  vorzüglich
erkannt  in  Zeiten,  wo  die  allgemeinen  Wclthändel  Einfluß ­
  bekommen  auf  die  Lage  und  die  Verhältnisse  jedes
einzelnen  Staates,  jeder  einzelnen  Macht--  Oer  Lauf
der  Dinge  im  Großen  und  der  Wechsel  der  Welkhändel
sichet  selten  in  der  einzelnen  Regenten,  niemals  in
des  einzelnen  Unterthanen  Macht;  aber  in  jedes
einzelnen  Unterthanen  Macht  steht  es,  das  Gesetz  zu
ehren  und  zu  halten,  mit  Bescheidenheit  schweigend  zu
gehorchen,  in  treuer  Liebe  und  unverbrüchlicher  Anhänglichkeit ­
  an  den  Regenten  sein  Vertrauen  zu  setzen  auf
•)  Wie  erfreulich  waren  in  dieser  Hingchr,  dei  GNegen»
heit  der  «eolicken  Trupvcnbew  gunge»,  die  offen,lichrn  Zngche,
runscn  gegenseitiger  Genugthuung,  welche  beim  Wechsel  der  Ka,<
roniiung§qu«rtie>c  «wische»  den  Chcss  vieler  rnivoen  und  den
Cirildehörden,  in  de»  Zeitungen  gewichicli  wurden.  An  Ausnahmen ­
  wild  <t  freilich  nicht  gefehlt  chaden.  Ader,  wo  wäre»
iicifttr!  die  glicht  Z

Ihn,  und  dakGemüth  zu  begeistern  zu  dem  felsenfeste»
Glauben,  daß  eine  Nation  edel,  groß  und  unüberwindlich ­
  bleibt,  so  lange  jeder  Einzelne  sich  selbst  achtet, ­
  strenge  Rechtschaffenheit  übt,  und  voll  Willigkeit ­
  ist,  aufzuopfern,  was  aufgeopfert  werden  muß:
aufzuopfern  die  Wünsche  des  Eigendünkels,  der  Eitelkeit, ­
  des  Starrsinns  und  Stolzes,  der  Sinnenlusi  und
der  Gewinnsucht,  ja  aufzuopfern  Gut,  Blut  und  Leben.
So  oft  also  das  Unerwartete  eintritt,  und  Bangigkeit ­
  über  die  Zukunft  das  Herz  beunruhiget,  richte
Jeder,  weß  Standes  er  sey,  seinen  Blick  nicht  sowohl,
oder  doch  nicht  allein,  nach  Außen  hin,  sondern  allermeist ­
  in  sein  Inneres,  und  stärke  sich  in  Stunde»
einsamer  Betrachtung  an  dem  kräftigen  Worte:
„Sey  nur  getrost  und  sehr  freudig,  daß  du  hal-„test
  und  thust  aller  Dinge  nach  dem  Gesetz!  Wei-„che
  nicht  davon,  weder  zur  rechten  noch  zur  linken;
„auf  daß  du  weißlich  handeln  mögest  in  Allem,  daS
„du  thun  sollt  l"
„Alsdann  wird  dir's  gelingen  in  allem,  das  d»
„thust,  und  wirst  weislich  handeln  können."
„Laß  dir  nicht  grauen,  und  entsetze  dich  nicht;
„denn  der  Herr,  dein  Gott,  ist  dann  mit  dir  in  allem,
„das  du  thun  wirst."  *)
In  Augenblicken,  wo  auß  heiligem  Quell  neuer
LebcnSbalsam  eindringt  in  daS  Gemüth,  fühlt  cS  sich
würdig  und  geschickt,  am  Altare  deS  Vaterlandes,
welcher  ruhet  in  dem  Herzen  des  König«  und  der  Königinn, ­
  still  zu  erneuern  das  Gelübde  altdeutscher
Sitte  und  ächt  -  Preußischer  Tugend.
*;  Siu$  dem  ersten  Kapitel  de«  Jostia,  SB./  —  9.

Acchter  Kriegergeist.
Bei  dem  Rückmarsch  kr  •  •  *  Armee  erhielt  unter
andern  der  Generalmajor  von  O.  mit  seiner  unter  ihm
stehenden  Diviston  ein  Nachtquartier.in  der  Stadt  K.,
in  welcher  eine  Provinzial-Invaliden-Kompagnie  in
Garnison  steht.  Einer  von  den  Einquartierten  gerteth
mit  einem  dortigen  Bürger  über  angeblich  schlechte  Wohnung ­
  und  Brwirthut.g  in  Streit,  und'wurde  von  «Hw
und  seinen  Leuten  darüber  nngastfrcmidlich  behandelt.
Auf  die  von  dem  Einquartierten  deshalb  bei  seinem
Chef  gcsührlc  Beschwerde,  wurde  der  Bürger  gefänglich
eingezogen,  und  ungeachtet  der  dortige  Magistrat  zwei,
mal  durch  eine  Deputation  auf  /cineLorlassang  mir  ixt
            
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