jti besorgen. Fuhrleute gehören in der Regel, »egen
ihrer Wohlhabenheit, zu den guten Bezahkern, sie werden
daher nicht leicht von den Wirthen auSgcwresrn;
ater ft« selbst sind auch Leine Freunde vom häuflgen
Ziehen, trcil sie nicht in jedem Hause den für Pferde,
Wagen, Fütterung und Dünger erforderlichen Gelaß
finden. Einigen Zuschuß an Oehl würden die Kutscher
jedoch auf jeden Fall liefern müssen, um daS Leben
der Flamme auf ein Paar Stunden zu verlängern,
oder um fie ganz zu unterhalten, wenn etwa die öko<
nomische Spekulation auf den Mondschein, dem
Kalender und derPolizeiordstAng zum Trotz, fehlschlagen
sollte. Denn daß die himmlische und die irdische Illuminationsbchörde
für die Erleuchtung unserer Srait
nicht immer in traulicher Gemeinschaft Sorge tragen,
hat man jetzt in de» rcgnigten Tagen nur zu oft
bemerkt. —
Oeffentliche Pemiscn mögten so leicht nicht zu erwarten
seyn. In den volkreichsten Vierteln, wo man
sie am nöthigsten braucht, fehlt es an Raum; und freie
Plätze, von denen man kaum die eleganten Bude» vcrdaiiuet
hat, dürfen nicht verunstaltet werden. —r.
Parallele.
Die Hüttenkunde.
Unter diesem Ausdrucke versteht man einen gewissen
Theil der praktischen Scheidekunst, der den Weg zeigt,
wie man dir vrrcrztcn — verlarvtrn — verkalkren Metalle
von den fremdartigen Theilen, mit welchen sie
die Natur vermischt hat, scheiden, und daraus reine
Metalle gewinnen kann. Diese Kenntniß ist dem Metallurgen
unentbehrlich — aber auch dem vornehmen
«ud reichen Menschenfreunde. Diesem wünsche
Neuigkeiten und
Lerlin.
Soll bei Durchmärschen seindlicher Truvpcn der
Haus-Eigenthümer stärker mit Einquartierung belegt
werden, als der Miether?
Diese Frage ist in den jetzigen Verhältnissen oft
genug angestellt worden, aber gewöhnlich hat sich in
die Beantwortung derselbe» Partheiligkeit gemischt,
je nachdem der Antwortende, Haus'besihcr oder Miether
war. - Die Klaff« der Miether will aus folgenden Gründen
minder belastet seyn: Erstens: weil nach der, in
Friedens,eiten eingeführten Einquarrierungs. Verfassung,
der Eigenthümer gegen den erhöhten MietbszinS,
hie Last der Einquartierung allein übernommen hat.
Zweitens: weit der Haus-Eigenthümer, als Besitzer eiich
die wahre Hüttenkunde. ES giebt so manche«
stille Leiden edler, guter, ah«r — armer Mznschen, die
der Vermögend« mit Rath und That mildern könnte,
wenn er Hüttenkunde besäße. In Der niedern Hütte
dcS Dürftigen, deS verschämten Armen liegt so manches
edle Metall, durch die äzeudcn Säuren einer zufällig
niedern Geburt verkalkt — und dem Auge
Verborgen. Der Schwefel der Convention bedeckt ihren
innern Werth, da« Gold ihres vorzüglichen G.tsteS.
Da müßte und sollte der Fürst — od.r der Reiche
sich die Freude einer reichen Ausbeute — durch
eine praktische Hüttenkunde erwerben-DaS
ist der Schacht, aus welchem er die vererzken
und verlarvtcn Metall« der ediern Menschheit zu Tage
förd ern sollte! Hier ziehe er das Talent, den großen
Charakter hervor, und reinige ihn von de» fceind-airisscn
Theile», welche das bürgerliche Leben versteckt hat,
und er wird seinen Mitmensche» einen Beweis von
der erhabensten Hüttenkunde geben. Doch dazu bedarf
cs auch nicht immer dcS hohen Stande» und des Crösus
Schatze. Jedes wohlgeordnet« Her; bringt die natürlichste
Anlagen zu dieser Hüttenkunde mit auf die
Wclt, und jeder freie Mann kann sie praktisch anwcn-Len
— wenn er nur will. Unter so vielen H'ittenkuü/
dlgcn dieser Art, stehen die Namen eines LintcmS,
Salzmanir und Becker in Gotha — gewiß nicht in der
letzten Reihe! _____ D. —
Am Iatzr es schloß.
Da« Jahr ist hi» —
Wie viel Gewinn
Hat c« die eingebracht? —
„O ja nicht an Gewinn gedacht!
„Gott schütze künftig nur in Gnaden
„Uns vor noch größer,» «schadend" .....
NeS Objektes von reellem Werth reicher seyn soll, at«
der Ddickher, und in die,cm Verhältnisse auch mehr Last
trage» tonne. Uustreirig haben diese beiden Gründe,
oberflächlich genommen, den Schein der Wahrheit, jedoch
mogle ihre Unzulänglichkeit, bei näherer Prüfung
zu erweisen seyn:
Der erste Grund widerlegt sich von selbst, weil
der Eigenthümer sich nur verpflichtet hat, solche Eia--quarlierung
zu übernehmen, welche in Fricdrnszeiten,
und bei landesherrlichen Trupven - Durchmärschen stakt
findet. Von der Last fremder Truppen-Einquartierung
könnte also der Miether nur so viel Erlaß verlangen,
als der Eigenthümer durch gewöhntieye Bczuakuerung
in der Zeck hätte dclasiet werde» könn «.