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Full text: Investition in die Zukunft - 875 Jahre Abtei Hamborn / Bockelbrink, Philipp (Rights reserved)

BAUDENKMAL ORTSTEIL BODENDENKMAL OFFENE THEMEN DUISBURGER DENKMALTHEMEN 9 Investition in die Zukunft 875 Jahre Abtei Hamborn l Investition in die Zukunft 875 Jahre Abtei Hamborn Impressionen aus der Geschichte der Abtei Hamborn. Abb. Titelbild Von den Anfängen von Philipp Bockelbrink und Brigitta Kunz Die Abtei Hamborn erscheint heute eingebettet wie ein Kleinod zwischen Fabrikschloten und wuchernder Großstadt. Ein sehr lebendiges Kleinod, das in diesem Jahr Geburtstag feiert. 875 Jahre Abtei Hamborn - 875 Jahre wechselvolle Geschichte einer religiösen Seelsorge in zunächst ländlicher Abgeschiedenheit. Mit Chorherren, die nach der Regel des Augustinus lebten, holte Gerhard von Hochstaden 1136 einen Reformorden nach Hamborn. Er schenkte ihnen Besitzungen mit einer Kirche zur Neugründung eines Klosters der Prämonstratenser. In der Schenkung wurde bereits die Pfarrkirche Hamborn erwähnt. Bis zur Säkularisierung des Klosters 1806 veränderte sich wenig. Diese Situation hatte sich bei der Rückkehr der Patres im Jahre 1959 grundsätzlich verändert. In Hamborn lebten im Jahre 1806 ca. 1000 Einwohner, 1959 lebten bereits über 100.000 Menschen dort. Mit der Industrialisierung zu Beginn des 20. Jahrhunderts brach ein mächtiger Wandel über Hamborn herein. Seit der Rückkehr der Prämonstatenser ist nicht nur die seelsorgerische Arbeit gewachsen, sondern auch die klösterliche Gemeinschaft. Mit dem nun bezugsfertigen Erweiterungsbau im Norden des Klostergeländes entstand ein Zeichen für eine aktive klösterliche Gemeinschaft, die mit Stolz auf ihre 875 Jahre währende Geschichte zurückblickt. Der Bauplatz des Neubaues liegt nördlich der bestehenden Klostergebäude und gehört zu dem Ensemble des Bau- und Bodendenkmals Abtei Hamborn. Auf dem Baugrund standen bis zuletzt Garagen. Nach alten Karten lagen dort bis ins 19. Jahrhundert die Obstwiesen der Abtei, vom Klostergelände durch eine Mauer abgegrenzt (Abb. 1). Da der Neubau außerhalb des durch die damalige Klostermauer eingefassten Geländes lag, erwartete die Stadtarchäologie Duisburg bei den im Vorfeld durchgeführten archäologischen Untersuchungen eher Hinweise auf eine durch Keramikscherben belegte eisenzeitliche Siedlung. Kartographische Aufnahme aus dem Jahre 1734. Nordabschluss des Klostergeländes durch Mauer mit Außenstreben. Das Kloster ist umgeben von Wiesen und Fischteichen. Abb. 1 Um eine erste Übersicht über die Bodenbeschaffenheit und archäologische Befundsituation zu erhalten, wurden zwei Suchschnitte über die Gesamtbreite des Baufeldes in Nord-Süd Richtung angelegt. Die ersten Befunde waren ohne Frage neuzeitlich: Dampfheizungsrohre und Bombentrichter. Hierbei sollte es nicht bleiben. Im Folgenden konnten die mittelalterliche Klostermau- 2 Baudenkmal er mit vorgelagertem Graben sowie diverse Pflaster nachgewiesen werden; jedoch keine Funde aus der Eisenzeit. Suchschnitt 1 hinter dem ehemaligen Gesindehaus An der Abtei 8 erbrachte zwei Pflaster, von denen zumindest eins in direktem Zusammenhang mit der mittelalterlichen Klostermauer steht (Abb. 2). Pflaster I besteht aus einem lockeren Verbund unregelmäßig großer Ziegel mit einer Ausdehnung von 3,80 m auf 0,74 m. Pflaster I und II waren nicht miteinander verbunden, lagen aber in unmittelbarer Nähe zueinander und hatten die gleichen Höhen. Pflaster II schneidet die Klostermauer. Die in diesem Bereich freigelegte Klostermauer hat eine Breite von 0,67 m und eine erfasste Länge von ca. 3,0 m. Das Pflaster II erreicht die Klostermauer mit einer Rinne (Abb. 3). Die Rinne ist mit annähernd quadratischen Ziegeln und Steinen gepflastert und zeigt eine 2,5 m lange, regelmäßige, ebene Fläche. Ob eine Durchlasssituation bestanden hat, ist aufgrund des bereits stark gestörten Befundes nicht eindeutig zu rekonstruieren. Die wenigen Spuren deuten jedoch auf einen Mauerdurchlass für die Pflasterrinne hin. Keramikscherben aus der Rinne belegen eine Nutzung bis mindestens ins 18. Jahrhundert. Der Archäologe Herr Bockelbrink mit Schülerpraktikant bei der Arbeit. Abb. 2 Freigelegte Rinne, die die Klostermauer quert. Abb. 3 Suchschnitt 2 (in gedachter Verlängerung zum östlichen Kreuzgangflügel) erfasste einerseits die jüngste Klostermauer, die in den 60er Jahren die Zugang zum Kindergarten abgrenzte, andererseits die etwas weiter nach Süden zurückspringende mittelalterliche Klostermauer (Abb. 4). Die SE-NW orientierte, ca. 26 m lange, im unregelmäßigen Binder-Verband aufgemauerte mittelalterliche Klostermauer ist 0,62 cm breit und hat eine erhaltene Höhe von 0,45 m. Die Ziegel sind 26-28 cm lang, 12-13 cm breit und 6 cm hoch. Die Oberkante der Mauer liegt bei ca. 27,00 m ü. NN (Abb. 5, 6). Im westlichen Abschnitt lagert nördlich vor der Klostermauer eine Strebe, die mit einer Stoßfuge mit der Klostermauer verbunden ist. Auf dem Grundrissplan des Klosters von 1734 ist die Klostermauer mit diesen Streben noch sehr gut zu erkennen (Abb.1). Der mittelalterlichen Klostermauer folgte ein außen vorgelagerter Graben (Abb. 7). Der Graben wurde in drei Plana erfasst und dokumentiert. Die Mündungsweite des Grabens misst 2 m, die Sohle nur noch 0,5 m. Die Grabensohle ist flach, die Seitenwände schräg aufsteigend. Pfostenspuren unterhalb der Grabensohle lassen auf mit Rutengeflecht befestigte Seitenwände, so ge- Links ist die Klostermauer der 1960er Jahre, Bildmitte mittelalterliche Klostermauer. Abb. 4 Klostermauer nach Freilegung mit Strebepfeiler. Abb. 5, 6 3 nannte Faschinen, schließen (Abb. 8, 9). Eisen- und Manganauswaschungen im Boden belegen zumindest zeitweilig stehendes Wasser im Graben. Mit einer Tiefe und Weite von 2 m war der Graben mehr als nur ein kleiner Entwässerungsgraben. Auf den kartographischen Darstellungen der Abtei seit dem 18. Jahrhundert finden sich keine Hinweise auf einen die Abtei umfassenden Wassergraben. Einzig auf der Darstellung von 1734 liegen im Westen der Abtei Fischweiher mit einem Geflecht von Wassergräben. Das Gelände der Fischweiher liegt bereits im Bruch bis zu 5 m tiefer als die Abtei und dürfte mit dem Wassergraben nicht in direktem Zusammenhang stehen (Abb. 1). Klostergraben, im oberen Bereich ist die neuzeitliche Klostermauer zu sehen. Abb. 7 Sohle des Klostergrabens, deutlich sind die Spuren der Holzpföstchen für die Befestigung zu erkennen. Abb. 8, 9 Fragmente von Schieferplatten mit deutlich sichtbarer Nagellochung. Abb. 10 4 Ein Gemälde, das wohl im 17./18. Jahrhundert von einem unbekannten Künstler erstellt wurde, zeigt im Vordergrund Norbert von Xanten als Ordensgründer und im Hintergrund das Kloster Hamborn mit der Kirche, wie sie nach der Zerstörung von 1587 wiederhergestellt wurde (Abb. 21). Der Blick des Betrachters richtet sich von Südosten auf das Gebäudeensemble, der Standort des Betrachters entspricht der heutigen Einmündung der Buschstraße in die Jägerstraße. Interessant ist ein Detail des Malers im Zusammenhang mit dem Gebäudeensemble: im Vordergrund vermerkt er einen Wassergraben, der mit Rutengeflecht befestigt ist. Ausgerechnet auf dieser Seite fehlt der archäologische Beleg. Der Graben im Norden der Abtei vor der Klostermauer hatte noch eine zusätzliche und nicht ganz unerwartete Funktion: die der Abfallentsorgung. Im oberen Bereich bestand die Grabenverfüllung aus reichlich Bauschutt: Mörtelund Ziegelresten sowie Schieferplatten der ehemaligen Dacheindeckung des Klosters (Abb. 10). Unterhalb der ca. 1 m hohen Bauschutteinfüllung zeigte Baudenkmal sich eine homogene braun sandige Verfüllung, die in der Nutzungszeit des Grabens entstanden sein muss. Insgesamt hatte sich eine Schicht mit einer Mächtigkeit von ca. 1 m gebildet, die sich vollkommen gleich bleibend und ungegliedert darstellt. In der Verfüllung lag neben zerbrochenen Haushaltsgegenständen vor allem eine beachtliche Anzahl von Tierknochen: Ein sicheres archäologisches Indiz für Küchenabfälle. Nach einer ersten Durchsicht dürfte die Mehrzahl der Knochen vom Schwein stammen, was eine durchschnittliche, nicht extravagante Ernährung anzeigt. Bei den keramischen Bruchstücken handelt es sich fast ausschließlich um Fragmente von Krügen und Kannen, also von Trinkgeschirr (Abb. 11, 12). Das Geschirr ist überwiegend in Steinzeug ausgeführt, wie es insbesondere seit dem 14. Jahrhundert in Mode kam. Hergestellt wurden die Krüge in der Art des Siegburger Steinzeugs (Abb. 13, 14). Ähnlich verhält es sich mit den Glasfunden (Abb. 15). Bei den Nuppen- und Riefenbechern aus grünlich schimmerndem Glas handelt es sich wieder ausschließlich um Trinkgefäße. Aufgrund der Formen und des Materials können die Fundstücke allgemein um 1400 datiert werden (Abb. 16). Wird noch eine gewisse Nutzungszeit mit eingerechnet und werden die jüngeren Fragmente stärker gewichtet, so ist die Grabenverfüllung im Verlauf des 15. Jahrhunderts in den Graben gelangt. In der oberen Verfüllung mit dem Bauschutt kommt zusätzlich frühneuzeitlich glasierte Keramik vor, sodass der Schluss nahe liegt, dass mit dem Wiederaufbau des Klosters im 17. Jahrhundert, Fertigstellung der Kirche 1666, der Bauschutt der Aufräumarbeiten den Graben endgültig verfüllte. Im 18. Jahrhundert ist er in den Plänen nicht mehr zu erkennen. In dem Geschirrensemble fällt ein Dreibeintopf, ein Grapen, aus hellem Ton mit einer innen aufgebrachten weiß-grünen Glasur auf (Abb. 17, 18). Entspricht der Grapen dem Kochtopf des Mittelalters, ist somit ein allgemein genutztes Gut, ist die weißliche Glasur für den Zeithorizont ungewöhnlich. Bisher sind keine vergleichbaren Fundstücke, auch nicht aus den Niederlanden, bekannt. Ragt der weißglasierte Grapen etwas aus dem Fundinventar heraus, so ist zwar auf eine gehobene, aber nicht überdurchschnittliche Ausstattung des Klosters im 15. Jahrhundert zu schließen. Bruchstücke von der Mündung verschiedener Schankgefäße. Abb.11, 12 Wellenfüße: Typische Form des Bodens für Schankgefäße. Abb.13, 14 Zerscherbt: Nuppen- und Riefenglas aus der Grabenverfüllung. Abb. 15 Fundstück eines zerbrochenen Schleifsteines aus dem Klostergraben. Abb. 16 Kochtopf des Mittelalters in ungewöhnlich glasierter Ausführung. Abb. 17, 18 5 Siedlungs- und Baugeschichte der Abtei Hamborn im Überblick von Ludger Horstkötter Die Abtei Hamborn, nach einem Gemälde von Alexander Michelis 1847. Abb. 19 5.-3. Jh. v.Chr. Siedlungsspuren auf der hochwasserfreien Terrassenkante vor der heutigen Abtei (eisenzeitliche Scherben von handgemachten Gefäßen). Große Reliefbandamphore der sog. Badorfer Art. Entdeckt bei Ausgrabungen in der Abteikirche, 8.-10. Jh. Abb. 20 Abtei Hamborn, Detail eines Ölgemäldes des 17./18. Jahrhunderts in der Abteikirche. Abb. 21 6 um 900 Zahlreiche Siedlungsscherben aus karolingischer und ottonischer Zeit vom Gutshof Hamborn (vor der heutigen Abtei). Erster Kirchbau. 1136 Gründung des Prämonstratenser-Klosters an der Pfarrkirche. Kauf des Gutshofes, Erweiterung der Kirche und Errichtung der Klostergebäude mit dem romanischen Kreuzgang. 1. Mai 1170 Weihe des Klosters und der Kirche durch Erzbischof Philipp von Köln. Baudenkmal vor 1192 Der bisherige Propst als Leiter des Klosters nimmt den Abtstitel an. Die Klostergemeinschaft dürfte die übliche Zahl von 12 Mitgliedern nicht überschritten haben. Aufgaben: Das Gotteslob im Chorraum der Kirche (Chorherren) und Seelsorge. 1587 Zerstörung und Brand von Kirche und Kloster im Truchsessischen Krieg. 1664-1666 Ausbau der Kirche auf den erhaltenen Außenmauern als dreischiffige spätgotische Hallenkirche. Neue Innenausstattung. Nur teilweiser Wiederaufbau der zerstörten Klosteranlage. 1769 Bau des Gesindehauses (heute: An der Abtei 8). 1788 Bau einer neuen Scheune auf dem Klostergutshof durch Abt Alexander von der Horst, 1944 kriegszerstört (heute: An der Abtei 1). Der Stein mit dem Wappen des Abtes (seit 1900 am Haus Jägerstraße 14) diente als Vorlage zum Hamborner Stadtwappen. 1806 Aufhebung der Abtei durch den Staat. Die Kirchengemeinde erwarb später die Klosteranlage. Die Pfarrkirche besteht ununterbrochen vom Mittelalter weiter bis heute. 1944 Klostergebäude und Pfarrkirche bis auf Teile der Außenmauern ausgebombt. 1948-1950 Wiederaufbau der Kirche, nun mit flacher Holzdecke statt der Gewölbe. ab 1951 Neukonzeption der Klosteranlage unter Einbeziehung des einzig erhaltenen Flügels des romanischen Kreuzgangs. 24.08.1959 Rückkehr der Prämonstratenser (7 Mitglieder). 1973-1975 Erster Erweiterungsbau der Klostergebäude An der Abtei 6. 2010-2011 Zweiter Erweiterungsbau hinter dem Haus An der Abtei 8, nachdem die Zahl der Mitglieder auf 25 angewachsen ist. Abt Albert Dölken. Abb. 22 Die Klostergemeinschaft im Jahre 2011. Abb. 23 7 Die Restaurierung des romanischen Kreuzganges in den Jahren 2006 bis 2008 von Claudia Euskirchen Die Abtei Hamborn blickt in diesem Jahr auf 875 Jahre Klostergeschichte zurück. Entsprechend vielschichtig ist die bauliche Entwicklung des Klostergevierts, dessen Anlage durch den Ausbau nach den Verwüstungen des Jahres 1587, einer umfassenden Restaurierungsmaßnahme im Jahr 1913 und dem Wiederaufbau nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges geprägt ist. Im Bombenhagel des Jahres 1944 hatte der Luftdruck das im 17. Jahrhundert in Ziegelmauerwerk ausgeführte Obergeschoss des Nordflügels abgerissen. Alle sieben Kreuzgewölbe wurden zerstört, die Außenmauer war aus dem Lot geraten. Beim Aufrichten der Kreuzgang-Arkadenwand 1952 wurden die Pfeiler mit Beton unterfangen, die Gewölbe rekonstruiert und die Eckjoche im Osten und Westen flach eingedeckt (Abb. 24-31). Ansicht der Abtei Hamborn von Westen, um 1905. Abb. 24 Ansicht des nördlichen Kreuzgangflügels von Süden, vor 1913. Abb. 25 Nördlicher Kreuzgangflügel, Blick nach Westen, vor 1913. Abb. 26 Ansicht des nördlichen Kreuzgangflügels von Süden, nach Restaurierung 1913. Abb. 27 Nördlicher Kreuzgangflügel, Blick nach Westen, nach der Restaurierung 1913 (mit den romanischen Gewölben und dem später zugesetzten Durchgang, rechts im Bild). Abb. 28 Zerstörung am 17.06.1944, Blick auf das Klostergeviert nach Nordosten. Abb. 29 Wiederaufbauarbeiten am nördlichen Kreuzgang ab 1952. Abb. 30 Nördlicher Kreuzgangflügel, Blick nach Osten, nach dem Wiederaufbau. Abb. 31 8 Baudenkmal Heute weist nur noch der nördliche Flügel des Kreuzganges architektonische Bestandteile aus der Bauzeit „bald nach der Mitte des 12. Jahrhunderts“ (Günther Binding) auf. Insbesondere die phantasievollen Pflanzen- und Tierdarstellungen der Eckkapitelle im Westen (Original) und Osten spiegeln die romanische Baukunst wider (Abb. 32). Die herausragende baukulturelle Bedeutung des nördlichen Kreuzarmes konstatierten bereits die Verfasser des 1914 erschienenen Tätigkeitsberichts der Provinzialkommission für die Denkmalpflege in der Rheinprovinz: „Der Kreuzgang in Hamborn zählt mit denjenigen in Bonn und in Oberpleis zu den frühesten und baugeschichtlich wichtigsten Kreuzganganlagen in der Rheinprovinz; äußerlich macht er mit den schweren Pfeilerstellungen zwischen den vierteiligen Öffnungen den ältesten Eindruck; die seltsame Zusammenfassung der vierteiligen Säulenstellung durch je zwei Blendbögen steht ohne Parallele in der romanischen Baukunst der Rheinlande da.“ Wesentliche Erkenntnisse zur Baugeschichte und eine bauhistorische Würdigung der Anlage lieferten Günther Binding und Ludger Horstkötter (siehe Literatur-Anhang). Walsum-Overbruch, Rittersitz Gut Waterheck: a) Darstellung auf der Flurkarte von 1734; b) Darstellung auf einer Karte um 1680. Abb. 14a, 14b Kreuzgang, Kapitell an nordwestlichem Eckpfeiler. Abb. 32 Dem nördlichen Flügel des Kreuzganges mit seiner romanischen Bausubstanz galt die jüngste Sanierungsmaßnahme, deren Ziel es war, Schadensbilder zu analysieren, Ursachen für Mauerwerkszerfall und Durchfeuchtung zu erkennen sowie geeignete nachhaltige Sicherungsmaßnahmen zu ergreifen. Basierend auf den durch archäologische und bauhistorische Forschung gewonnenen Erkenntnissen wurden Konzepte entwickelt, die einen Erhalt der überlieferten historischen Substanz auf Dauer gewährleisten sollen. In den Jahren 2006 bis 2008 wurden in drei Bauabschnitten Restaurierungsmaßnahmen am historischen Baubestand des Abteikreuzgangs sowie eines angrenzenden gewölbten Kellerraums durchgeführt. Diese Arbeiten konnten mit Fördermitteln aus dem Denkmalpflegeprogramm des Landes NordrheinWestfalen, der Deutschen Stiftung Denkmalschutz sowie zahlreicher privater Spender und Sponsoren großzügig unterstützt werden. Bis Anfang 2008 leitete Diplom Restaurator Thomas Lehmkuhl/Steinfurt die Arbeiten; im dritten Bauabschnitt wurden sie im Kreuzgang und Getränkekeller vom Duisburger Architekturbüro Hebgen im Sommer 2008 vollendet. Dr. Hans-Peter Schletter/ Duisburg führte 2006 die archäologischen Untersuchungen sowie die Bauaufnahme der Außenwand des Nordflügels durch. Die Sanierungen nahmen ihren Anfang im Bereich der Außenwand des nördlichen Klosterflügels und des anschließenden Kreuzganges. Hier wurden fünf Grabplatten des 18. Jahrhunderts aufgenommen, die man im Zuge des Wiederaufbaus 1953 aus dem Kirchenbereich dorthin verlagert hatte. Sie waren als Wassersperre mitverantwortlich für die Durchfeuchtung des Mauerwerks. Aufgrund der horizontalen Lagerung im Boden waren sie bis zur Unleserlichkeit verwittert. Zwei der Sandsteinplatten werden (nach Reinigung und Festigung) im Eingangsbereich des Westflügels wieder aufrecht stehend präsentiert, die übrigen drei versenkte man, konservatorisch gesichert, unter dem ergänzten Boden aus polygonal gebrochenen Wesersandsteinplatten. Nördlicher Kreuzgang nach Aufnahme der Grabplatten. Abb. 33 Die Aufrichtung der Grabplatten im Westflügel des Kreuzganggevierts im Jahr 2008. Abb. 34 9 Neuaufstellung der Grabplatten zweier Chorherren (18. Jahrhundert) im Westflügel. Abb. 35 Eine ältere Öffnung auf der Innenseite des Nordflügels wurde durch einen V-förmigen Risskanal wieder sichtbar gemacht, der als „Sollbruchstelle“ im Falle von Mauerwerksbewegungen dient (siehe Abb. 28). Abb. 36 Von der Innenwand des nördlichen Klosterflügels wurde der bauphysikalisch problematische Zementputz abgeschlagen. Hier zeigten sich zahlreiche Bauspuren in einem ursprünglich verputzten, inhomogenen mittelalterlichen Mauerwerk mit Materialwechseln und Ausbesserungen, die auf die Wiederherstellungsmaßnahmen des 17. Jahrhunderts und der Nachkriegszeit zurückzuführen sind. Östlich des 1974 gebrochenen Klosterzugangs entdeckte man eine (1964) vermauerte Öffnung, die durch eine Dehnfuge im Kalkputz wieder sichtbar gemacht wurde. Einen schützenden neuen Putz erhielt auch die Innenseite der romanischen Arkadenwand (Abb. 33 - 36). Kellerraum unterhalb des nördlichen Klosterflügels nach Abschluss der Arbeiten. Abb. 37a, b Ein unterhalb des nördlichen Klosterflügels gelegener Kellerraum, dessen ursprüngliche Funktion bislang nicht geklärt werden konnte, dient heute als Getränkelager. Hier haben sich im teilweise verputzten Ziegelmauerwerk Hinweise auf Öffnungen sowie Gewölbeansätze und Bogenreste früherer Bauphasen erhalten. Putz- und Mauerwerk wurden verfestigt und gesichert, neu aufgemauerte Bereiche durch einen Kalkputz kenntlich gemacht. Der auskragende Gewölberest im Westen konnte durch einen Stahlrahmen unterfangen und gesichert werden. Der historische Ziegelfußboden blieb gut gesichert unter dem neuen belastbaren Belag aus Basaltplatten erhalten (Abb. 37). Arbeiten am Drainagegraben. Abb. 38 Die fehlende Luftzirkulation im feuchten Kellerraum hatte zu starker Schimmelbildung geführt, sodass Teile des Mauerwerkes zu ersetzen waren. Nur in diesen Bereichen wurde abschließend ein „Opferputz“ aufgetragen. Er soll die Feuchtigkeit vom Mauerwerk aufnehmen und später durch einen Innenputz ersetzt werden. Eine zusätzliche Verbesserung des Raumklimas konnte durch drei neue Öffnungen zum Nebenraum erzielt werden. Die Kiesschüttung nach Fertigstellung. Abb. 39 10 Das Hauptaugenmerk der Sanierung galt der romanischen Arkadenwand des nördlichen Kreuzgangs. Das Mauerwerk besteht aus Tuffstein, Architekturglieder und Baudekor aus Trachyt, Basalt und Sandstein. Die aufwändigen Sanierungsmaßnahmen beinhalteten die Sicherung und Festigung des Mauerwerks sowie partielle Ergänzungen an den bauplastischen Teilen aus Naturstein. Zum Abschluss wurde hofseitig ein Drainagegraben mit Kiesschüttung vor dem Sockelmauerwerk eingelassen. Spritzwasser soll dadurch vom Mauerwerk abgehalten werden und Feuchtigkeit zum Kreuzganginnenhof abtrocknen, wovon auch der nördlich angrenzende Getränkekeller profitieren wird (Abb. 38, 39). Baudenkmal Nördlicher Kreuzgangflügel von Süden, Gesamtansicht. Abb. 40 Nördlicher Kreuzgangflügel von Süden, Detail mit Bauspuren des ehemaligen Brunnenhauses. Abb. 41 Die komplexe Baugeschichte des romanischen Flügels mit allen „Überraschungen“, die u.a. die unzulänglich dokumentierten Eingriffe der Wiederaufbaumaßnahmen im 17. und 20. Jahrhundert vorhielten, stellte das Planerteam gerade in der Abschlussphase immer wieder vor große Herausforderungen, denen mit einem großen Erfahrungsschatz und innovativen Ideen begegnet werden konnte. Die Klostererweiterung – Neues im Dialog mit dem Altbestand von Claudia Euskirchen Im Jahr 2007 wurde ein beachtenswertes Bauprojekt der Hamborner Prämonstratenser in Gang gebracht, das ein weiteres positives Zeichen für den Standort Hamborn setzt: Die Klostererweiterung zur Aufnahme von zehn Wohneinheiten für Patres und Gäste, Begegnungsräumen für den Konvent, Büros, Gesprächsräumen sowie dem Archiv und einer Kapelle. Die Grundsteinlegung erfolgte im Jahr 2010. Im Juni 2011 ist der Neubau bezugsfertig. Lageplan mit dem hakenförmigen Neubauprojekt nördlich der bestehenden Abteigebäude (rot gekennzeichnet). Abb. 42 Modell des Erweiterungsgebäudes, Ansicht von Südosten (Planungsstand 2008). Abb. 43 Angesichts der prekären Haushaltslage der kirchlichen Träger in einer großenteils schrumpfenden Region, in der Kirchenschließungen und Abbrüche längst sichtbare Zeichen eines tief greifenden Strukturwandels geworden sind, ließ schon der Anlass für den Hamborner Neubau die Maßnahme in einem hoffnungsfrohen Licht erstrahlen: Durch den konstanten Zuwachs, den das Kloster durch die Aufnahme neuer Mitglieder erlebt, ist der Wohnraum immer knapper geworden - so die Begründung für das Erweiterungsprojekt bei Antragstellung durch das Kölner Büro ASTOC des aus Hamborn stammenden Architekten Prof. Dr. Markus Neppl (Entwurfs- und Ausführungsplanung Dipl. Ing. Zafer Bildir). Ziel und Wunsch des amtierenden Abtes Albert Dölken ist es, alle Konventsmitglieder bis zu ihrem Lebensende in der Abtei zu beheimaten. Insbesondere aber soll der Neubau – auch in Verzahnung mit dem Baubestand - zu einer Intensivierung des klösterlichen Lebens beitragen sowie durch eine transparente Architektur das pastorale „Nach-Außen-Wirken“ des Klosters zum Ausdruck bringen. Grundstein im Neubau mit den wieder verwendeten Backsteinen der spätmittelalterlichen Klostermauer, deren Fundamente bei den jüngsten Ausgrabungen zu Tage kamen. Abb. 44 11 Simulation des Neubaus, Ansicht von Nordwesten (Planungsstand 2008). Abb. 45 Modell des Neubaus, Ansicht von Nordwesten (Planungsstand 2008). Abb. 46 Während sich (nicht nur) im Duisburger Stadtgebiet immer häufiger die Frage stellt, wie bestehende Kirchen und Gemeindehäuser, die in ihrer Nutzung aufgegeben wurden, durch neue wirtschaftlich tragfähige Aufgaben zumindest in ihrer architektonischen Hülle für eine neue Epoche ertüchtigt werden können, ergab sich hier für die beteiligten Denkmalpfleger die Aufgabe, die Nähe zu den bestehenden Abteigebäuden zu bewerten: Wie fügt der Neubau sich in seine historische Umgebung ein? Dabei bedeutet „einfügen“ im denkmalkundlichen Kontext keineswegs, dass sich Formen, Umrisse, Materialien und Farben ausschließlich am historischen Bestand orientieren. Vielmehr ist ein einfühlsamer Umgang mit dem Denkmal dahingehend gefordert, dass historische Bestandteile innerhalb des neu entstehenden Ganzen nicht überstrahlt werden, sondern deren einzigartige Prägung bewahrt bleibt; das Neue tritt in Kommunikation mit dem Alten und ist als Neuzutat deutlich erkennbar. Und gerade in dieser Hinsicht überzeugte der Entwurf der Planer von Anbeginn. Das denkmalgeschützte Ensemble der Abtei wird geprägt durch die für ein Kloster typische Grundrissdisposition und charakteristischen Größenverhältnisse - dominante Kirche und dieser untergeordnete Konventsgebäude - sowie durch Gliederung, Farbigkeit und Material der Fassaden: Naturstein, Backstein, gelbe Putzfassaden mit Rotsandstein imitierenden Fenstergewänden. Durch den - in der Farbe des Ordens - weiß verputzten Neubau erhält die historische Gebäudegruppe auf ihrer Nordseite einen sich in Umriss und Gestaltung deutlich vom historischen Bestand absetzenden L-förmigen Erweiterungskörper. Mit seiner Ausrichtung orientiert er sich an den vorhandenen Strukturen, wodurch die Anlage gewissermaßen um einen zweiten Hof fortgeschrieben wird. Der Grundriss zeigt dabei keine regelmäßig rechtwinklige Figur, sondern wird nordöstlich um eine polygonal gebrochene Kapelle erweitert. In seiner Höhenausbildung leitet der dreigeschossige Neubau zum weiter nördlich gelegenen Abteigymnasium über, ohne die bestehende Klosteranlage zu dominieren. Während die Bestandsgebäude Satteldächer tragen, weist der Neubau ein nur leicht geneigtes Flachdach auf, das nach Norden als Pultdach über die niedrigere Kapelle hinuntergeführt ist. 12 Der Erste Entwurf sah vor, dieses Pultdach als gefaltete und gelochte Aluminiumhaut mit stark räumlicher Wirkung schräg über die beiden Obergeschosse hinwegzuspannen. Im Planungsfortgang wurde der prismenartig vorspringende Obergaden als vollständig verglaster und lichtdurchfluteter Raum dem Erschließungsbereich der Wohnräume zugeschlagen und damit eine nicht minder mutige Nordansicht geschaffen. Eine dahingehende Empfehlung hatte auch der Duisburger Beirat für Stadtgestaltung unter Beteiligung der Denkmalpflege im Dezember 2008 gegeben, der den Entwurf darüber hinaus wie folgt würdigt: „Die schwierige Aufgabe einer Erweiterung der Bausubstanz der aus unterschiedlicher Provenienz stammenden Klostergebäude wird in ausgezeichneter Qualität gelöst. Das Bilden eines Klosterhofes durch Arkadengang, Gebäuderiegel und Mauer zum rückseitigen Garten ist schlüssig und gibt eine überzeugende Antwort auf die sensible historische Situation.“ Baudenkmal Nach Süden, zu den durch den Wiederaufbau geprägten Klostergebäuden gewandt, zeigt sich der Neubau als sachlicher Quader, dessen lagernde Fensterbänder in den beiden Obergeschossen durch divergierende Öffnungsbreiten rhythmisch belebt, aber abweichend vom ursprünglichen Plan axial aufeinander bezogen sind. Als Bindeglied zu den Bestandsgebäuden wurde die Stützenstruktur des Erschließungsgangs vor den Erdgeschossräumen des backsteinsichtigen Neubaus der 1970er Jahre (weiß gefasste Betonelemente) nach Norden weitergeführt, so dass sich für das funktionale Raumgefüge eine Verbindungsachse vom Kreuzgang bis in den Neubau ergibt (Abb. 50, 51). Mit dem Neubau der Klostererweiterung entsteht ein anspruchsvolles Bauwerk, das dem bedeutenden und über Jahrhunderte gewachsenen Ensemble mit mutiger Eigenständigkeit und dennoch gebührendem Respekt begegnet. Blick vom Neubau in die bestehenden Klostergebäude, Ansicht von Norden. Abb. 52 Nordflügel bei Fertigstellung, Ansicht von Nordwesten. Abb. 47 Nordflügel bei Fertigstellung, verglaster Erschließungsbereich nach Westen. Abb. 48 Nordflügel bei Fertigstellung, verglaster Erschließungsbereich nach Osten. Abb. 49 Simulation des Neubaus in der Ansicht von Süden (Planungsstand 2008). Abb. 50 Neubau bei Fertigstellung, Ansicht Süden. Abb. 51 Blick nach Süden in den Erschließungsflur vor dem Speisesaal im Klosterneubau von 1973-75, Architekt Hans Schilling (Köln). Abb. 53 Blick aus dem Erschließungsflur des Bestandsgebäudes nach Norden in den neuen Gang. Abb. 54 13 Literatur und Quellen (Auswahl): Restaurierungsberichte der durchführenden Büros sowie Akten zu den denkmalrechtlichen Erlaubnisverfahren „Sanierung Kreuzgang“ und „Erweiterungsbau“ im Archiv der Unteren Denkmalbehörde, Stadt Duisburg. Binding, Günther: St. Johann in Hamborn (= Rheinische Ausgrabungen 9). Düsseldorf 1971, S. 88-110 und Tafel 5 - 9. Hauch, [o.A.] und Renard, Edmund: Hamborn (Kreis Dinslaken). Wiederherstellung des romanischen Kreuzganges der ehem. Abteikirche. Berichte der Prov.-Komm. f. Denkmalpflege 1912/13. Beilage zu Bonner Jahrb. 123, 1914, S. 22-28. Heinze, Jutta; Nellehsen, Christof: Empfehlung des Beirats für Stadtgestaltung zur Sitzung vom 31.10.2008, in: Sitzungsniederschrift der Geschäftstelle im Amt für Stadtentwicklung und Projektmanagement der Stadt Duisburg vom 03.12.2008, hier: TOP 1 Abtei Hamborn, S. 8. Horstkötter, Ludger: Die Abteikirche in Hamborn. Theologische und geschichtliche Anregungen. Duisburg 1975 (darin S. 44-53 ausführlich zur Bau- und Instandsetzungsgeschichte des Kreuzgangs). Lehmkuhl, Thomas: Regelmäßige Sachstandberichte zu den laufenden Restaurierungsmaßnahmen am Kreuzgang der Abtei Hamborn erschienen zwischen 2006 und 2008 in: prOpraem, Hauszeitschrift der Abtei Hamborn. Naaf, Silke: Restaurierungsarbeiten am Kreuzgang abgeschlossen. In: prOpraem, Hauszeitschrift der Abtei Hamborn. Heft 1 2009, S. 11-14. Patronatsbauten. Dokumentation der Baudenkmäler in Nordrhein-Westfalen; hrsg. v. Ministerium für Stadtentwicklung und Verkehr des Landes NRW. 1991, hier S. 121-124. 14 Baudenkmal Abbildungsnachweis: Abtei Hamborn Abb. 19, 21-23, 28-30 Abtei Hamborn, Aufnahme R. Epha August Thyssen-Hütte Abb. 21 ASTOC GmbH&Co. KG, Architects & Planners Köln Abb. 42-43, 45-46, 50 Büro Hebgen, Aufnahme S. Naaf Abb. 34, 37, 38-39 Kultur- und Stadthistorisches Museum Duisburg, Aufnahme P. Heberer Abb. 20 Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland, Bestand Kleve Kataster 68 Abb.1 Stadtarchiv Duisburg Abb. 24-27, 31 Untere Denkmalbehörde, Aufnahme C. Euskirchen Abb. 32-33, 35-36, 40-41, 44, 47-49, 51-54 Untere Denkmalbehörde/Stadtarchäologie Abb. 2-9 Untere Denkmalbehörde/Stadtarchäologie, Aufnahme J. Müller Abb. 10-18 IMPRESSUM Herausgeber: Stadt Duisburg Der Oberbürgermeister Stadtentwicklungsdezernat Untere Denkmalbehörde Texte: Philipp Bockelbrink, Dr. Claudia Euskirchen, Dr. Brigitta Kunz, Untere Denkmalbehörde Duisburg Pater Dr. Ludger Horstkötter, Abtei Hamborn Redaktion: Dr. Brigitta Kunz Satz und Layout: ESD-Einkauf- und Service Duisburg / Amt für Stadtentwicklung und Projektmanagement Gedruckt mit finanzieller Unterstützung der Abtei Hamborn c Stadt Duisburg 2011 ISBN-Nr. 978-3-89279-672-5 15 c
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