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Volume Nro. 3., Donnerstag, den 5. Januar 1809

Full text: Der Freimüthige oder Berlinisches Unterhaltungsblatt für gebildete, unbefangene Leser / Kuhn, Friedrich August (Public Domain) Issue6.1809 (Public Domain)

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für die man sich erst ein eignes Parterre erschaffen 
müßte, um sie auch dramatisch darstellbar bearbei 
ten — jch will nicht einmal sagen zu können, 
sondern nur zu dürfen. ^ . , 
Gerstenberg. 
m 
Historische Notizen über Paris. 
(Fortsetzung.) 
(9(uS Legrand et Laudon description de Paris iZoJ. 
2 Yol. 8- Paris, cliez Laudon etc. avec est.) 
sStn Jahr 1619 stellte man auf Pont Neu! Hein 
rich IV. Statüe zu Pferde auf. Dieser Fürst hat 
te den Plan, einen großen öffentlichen Platz an 
zulegen; eine unermeßliche, öde liegende Strecke 
von Ländereien auf der Seite des remple sollte 
ihn bilden; er sollte den Namen plsee cks Franc«, 
und jede der dorthin führenden Straßen jenen 
einer Provinz des Königreichs kragen. Im Sin 
ne eines Theils dieses, mit Größe gedachten Pla 
nes, wurden im Maiais die mos Bourgogne, Or- 
leans, Berci, Poitou, Touraine, Limoges, Ja 
Marche, Saint enge, Angoamoi. 
Fi?o H; ?fr errstr. wurde durch die Veranstaltung des 
Präsidenten Lejai bei dem Pallaste die rue Sr. 
Anne erbaut. Im nämlichen Jahre ließen die 
Canonici der 8t. Ghapelie die Häuser der me 
8t. Louis auf der Seite des Pallastes hin erbauen. 
Die Vergrößerung der foubourg’s Sr. JKonore,. 
Montmartre und anderer machten ihre Einschlie 
ßung durch eine Mauer von der porte St. Denis 
bis cura äußerste Ende. des faubourg Sr. Honore 
iiötptq sie war in drei Jahren vollendet. Jetzt 
mutzten nicht allein die Thore der alten Ringmauer 
bis auf die Stellen des Boulevard, wo sie noch 
heute jind, zurück verlegt, cs mußten auch neun 
Straßen auf dem im Innern dieser neuen Ring- 
mauer eingeschlossenen Raume erbaut werden 
Kaum war jene Umlchließung vollendet, als reiche 
Partikuliers außerhalb der pone St. Honore eine 
so große Zahl von Häusern anlegten, daß dieser 
faubourg mit den Dörfern du iioule und de l a 
Yille i'Evcque vereinigt ward. 
Um diese Zeit wurden die grande rue du faxt-' 
bourg St. Antoine, und die anliegenden, sich an 
die Dörfer Pincourt und lleuilly anschließenden, 
Straßen erbaut: sie bildetelt zusammen diesen weit- 
schichtigen faubourg, der schon für sich allein als 
eine sehr große, bevölkerte Stadt voll Handels 
.Betriebsamkeit gelten könnte. — Um diesem 
' Mäßigen Anwachse von Paris vorzubeugen, be- 
an-et du Conseil, die Gränze durch 
u. 07™ zu bestimmen, die, rings seines ganzen 
aufgestellt werden sollten; sie sollten am 
u| ‘ l vee Flusse;, de» Tuilerien gegenüber, anfan 
ge», o.e taubotü-g's 8t. Oermuin, Lt. Mi- 
clrel, 8t. Jacques,, St. Marcel und St. Vic- 1 
tor bis aisis jenseitige Seineufer, der Bastey de 
1'Arsenal gegenüber, einschließen: ans der andern 
Seite sollten die faubotrrg’s St. Antoine, du 
Tfcmple, de la Cbunilfe, St. -Martin, St. 
Denis und St. Honore bis an die porre de la 
Csnlsannce'darin begriffen.seyn. 
Die mehnuais unterbrochenen 'Arbeiten an Pc 
IgLrre'D.ime-begannen wieder, und wurden beinahe 
bis auf 2 Drittheiie fortgesetzt. 
1642 wurde faubourg St. Germain vom quar 
tier St._ Andre getrennt; es bildete -sich zu den 
sechzehn schon bestehenden Viertel» das siebzehnte- 
Vielleicht ist die Bezeichnung ihrer Namen, nach 
der Reihenfolge, wie sie entstanden, hier au ihrer 
Stelle, auch die drei letzten sollen hinzugefügt wer 
den, welche 1702 die Zahl der zwanzig voll mach 
ten, um eine der Polizei der großen Stadt beque, 
mere Eintheilung zu bewirken. 
Die vier ersten und ältesten quartiere sind 
de la Cite, de St. Jacques la Boucherie, de la 
.Yerrerie oder de St. Avoye, und de Ja Greve. 
Die viere, welche Philipp August 1211 hinzu 
fügte, sind de St. Opportune, de St. Gennain 
PAuxerrois oder du Louvre, de St. Andre dos 
Ares, und de Ja pjace Maubert. 
Die acht neuen unter Carl dem sechsten 1583: 
de St. Antoine, de la- Mortellerie oder de Sr. 
Paul du Temple oder du Marais, de St. Mar 
tin, de St. Denis, des Halles, de St. Eustaclu 1 , 
UNd de St. Honore oder du Palais Royal. 
1642 kam der Jaubourg de St. Genuain des 
Pres hinzu, der noch aus faubourg de St. Andre 
gebildet wurde. 
Die drei quartiere nach der neuen Eintheilung 
von 1702 sind: de 8t. Benoit, du Luxembourg 
UNd de Montinarlre. 
Mail könnte noch füglich zu dieser Eintheilung 
die bedeutenden Vergrößerungen hinzufügen, die 
seit einem Jahrhundert die faubonrg's du Boule 
oder St. Honore, der faubonrg St. Gennain in 
seinem ganzen Umfange bis an die neuen Doule- 
vard's, und das neue quartier de la Chaussee 
d’Antin die fauöburg’s Saint-Lazare, Poisson- 
niere und St. Denis erfuhren, endlich die neuen 
Ringmauern, die äußern Boulevard's und Barrie 
ren, di: gegen das Ende der Regierung Ludwig 
XVI. unter Ealonne s Ministerium nach den Zeich 
nungen von Ledoux ausgeführt wurden. 
Wenn man den Flächenraum aller dieser nach 
und nach entstandenen, mit Ringmauern umgebe 
nen Bezirke berechnet, so findet sich, daß der erste 
unter Zulittv Casar, 36 Jahre vor der christlichen 
Zeitrechnung, der sich ciurirj auf die ite de la Cnö 
beschränkte, begriff: 
isier Bezirk, ungefähr — 44 Morgen,einigeRuthen. 
Lter — unter Julian 113 — — ~ —. — 
Zter — unter Philipp 
August — 7Zo — — — — 
4ter — unter Carl V. 
und Carl YI. 1204 — — — —
	        
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