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Volume Nro. 36, Donnerstag den 20. Februar 1806

Full text: Der Freimüthige oder Ernst und Scherz (Public Domain) Issue4.1806 (Public Domain)

i8o6. 
Nro. 56. 
D e r 
Donnerstag, 
r n st 
i g e 
den 20. Februar. 
ch e r 
Literatur. 
Gemälde und Scenen aus Paris; von 
Dr. I. F. Miller. Leipzig, 1807. 
müßte mich sehr irren, wenn dies Werkchen 
nicht Kotzrbue's Erinnerungen sein Daseyn ver 
dankte, wiewohl Herr Miller im Zahr 1801 in 
Paris gewesen seyn will. Doch — blos ausgeschrie 
ben hat er, im Fall meine obige Vermuthung ge 
gründet seyn sollte, jenes berühmte Buch nicht; er 
hat auch vieles aus seiner eigenen Fabrik dazu ge 
than, wa» aber in der That meisten« traurig ist. 
Dahin gehören wohl z. B. so bescheidene Parallelen, 
wie wir Seite 6 finden, wo er bei Beschreibung 
de» Eindrucks, den Paris auf ihn gemacht habe, 
sagt: „Zch kämpfe hier so vergebens mit Worten, 
wie Rafael bei dem letzten Gemälde seiner 
Hand, mit den Farben;" was überdies noch keinen 
Sinn hat. Dahin gehören ferner auch seine Be 
merkungen über die Pariser Freudenmädchen, ein 
Gegenstand, auf den Herr Miller immer wieder 
zurückkommt, und dem er so viel Aufmerksamkeit 
widmet, daß er selbst die alten H in wunder 
schönen Versen besingt, von denen ich den Anfang 
meinen Lesern Preis geben will. Seite ZZ. 
Die «I»« zedltht, die f.tfefl Du »l< Serim 
Von morste» Knoten k«um no» »nterftnst 
Gieb «de i« ifcre dürre Hand die Hippe — 
& iS der Io» — »»« glanjt ihr von »er?!»»«, 
Die nun nicht mehr de» morsche» Zahn »eteckt, 
Ei« -et fern» Lächeln »nt Mtittrtti S rin 
de«, u. s. w. 
Diese Verse sind malerisch, das ist wahr, aber — 
was malen sie? Man muß einen großen Heißhunger 
nach Neuigkeiten haben, um rin Werk der Art ge 
nießbar zu finden. Filaleth. 
Blicke auf Deutsche Universitäten. 
Erste Perlustratisn- 
2?ier große Universitäten zieh» jetzt unsere Aufmerk 
samkeit am meisten auf sich, und zwei kleinere stehn 
an den Schranken, um den Lebens- oder Todrs- 
buchstaben für sich in dir Urn« werfen zu sehn. 
Und wer wollte nicht di« hierauf allgemein gerichtet« 
Aufmerksamkeit sehr gerecht finden, da die Deutschen 
Grsammtschulen (so und nicht Hochschulen hätte 
Campe da« Wort verdeutschen müssen, wenn e» 
überhaupt übersetzbar wäre,) da« wahre Palladium 
unserer wissenschaftlichen Aufklärung und jedes Fort 
schritt« zur echten Humanität unter uns aus 
machen. — Man frägt mit Recht, wann werden 
wir von allem, war mit königlicher Milde und 
Kraft für die Universität Halle schon geschah und 
wohl eben jetzt vollendet seyn muß, durch öffent 
liche Bekanntmachungen unterrichtet werden? Wir 
haben bi« jetzt nur vereinzelte Anzeigen davon in 
Tagesblättern gelesen. Wir wünschten die preißwür- 
»igen Verbesserungen, Erweiterungen, Stiftungen s»
	        
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