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Volume No. 22, 15. Juli 1818

Full text: Amtsblatt der Königlichen Regierung zu Berlin (Public Domain) Issue3.1818 (Public Domain)

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2) Es steht jedem Dreh,Eigenthümer km vorbemerkten Scharftkchtereke-Bezirk 
frei, sein gefallenes Lieh selbst abzuledern, oder durch solche Personen, welche 
sich in seinem Dienste besinden, adledern zu-kaffen. Fremde Personen aber, 
welche nicht zum Hausstande oder Dienst.Pe/sonal des Vieheigenihümers ge 
hören , dürfe» nur dann dazu benutzt werden, wenn ihnen der erforderliche Ge 
werbeschein dazu ertheilt worden ist. 
3) Wenn der Eigenthümer des todten Viehes beschließt, von der Befugnis, sein 
Dreh selbst abzuledern, oder durch die Seinigen oder seine Leute, wozu auf dem 
Lande die auf den resp. Grundstücken wohnenden Tagelöhner gehören, abledern 
zu lassen, keinen Gebrauch zu machen, so ist für diesen Fall dem Hiesigen Schars 
richter zur Pflichr gemacht worden, das todte Vieh, wie eS bisher gewöhnlich 
war, auf geschehene Ansage, sogleich abholen zu lassen, und erhält derselbe dafür 
die Haut und an solchen Orten, wo eö bisher gewöhnlich war, Aussuhrgeld. 
4) Wenn der Eigenthümer des rodten Viehes zwar von der Befugnis, dasselbe selbst 
abzuledern oder durch seine Leute abledern zu lassen, Gebrauch machen, sich aber 
mit dem Verscharren des Kadavers nicht besassen will, so muß derselbe das 
todte Vieh mit Haur und Haar nach den gewöhnlichen AaSstäccen schaffen 
und auf denselben abledern, wegen der Verscharrung und der Bezahlung dafür 
aber sich mir dem Scharfrichter einigen. 
5) Wenn der Eigenthümer des todten Viehes die Ablederung und auch das Ver 
graben des Kadavers /selbst oder durch die Seinigen oder seine Leute bewirken 
will, so bleibt ihm zwar unbenommen, das Abledern so wie das Verscharren 
des todten Viehes auf seinem eigenen Grunde und Boden zu bewirken; er ist 
jedoch verpflichtet, in jedem einzelnen Falle zuvor der Orts-Polizeibehörde da 
von Anzeige zu machen und denn Genehmigung dazu einzuholen. Kann er 
diese Genehmigung nicht erhalten, oder will er die Verscharrung auf eigenen 
Grund und Boden nicht bewirken, selbst wenn er die Genehmigung erhalten 
könnte, so muß das Adledern ebenfalls auf der gewöhnlichen Luderstelle gefche, 
he« und ist dem Scharfrichter für die hiesige Residenz und dem diesseitigen en 
gern Regierungs - Bezirk zur Pflicht gemacht worden, dem Eigenthümer des 
todten Viehes eine Stelle zum Vergraben desselben anzuweisen und darauf Acht 
zu haben, daß letzteres vorschriftsmäßig befolgt werde. Für die Anweisung 
der Srelle und für die auf das Vergraben des Kadavers zu führende Aufsicht 
erhält der Scharfrichter von dem Eigenthümer des Viehes Acht Groschen für 
jeden zu vergrabenden Kadaver. Für die Stelle zum Einscharren muß der Ei 
genthümer des Viehes an den Besitzer des Grundes und Bodens, aus dem sich 
die Aaöstälten bennden, für den Ü zuß des nöthigen Raums zur Grube Acht 
Pfennige zahlen. 
6) In dem Scharftichterei.Bezirke, welcher außer dem diesseitigen engern Regie 
rungs. Bezirke belegen ist, haben dieOits.Poltzei Obnqkeiren den Einwoh 
nern die Aasstätlen, wo die Kadaver abzuledern und zu v.rgraben sind, gehörig 
bekannt zu machen tinb in Ansehung der zu füy-enden A sssicht auf das Ver, 
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