Path:
Volume No. 6, 5. Februar 1816

Full text: Amtsblatt der Königlichen Regierung zu Berlin (Public Domain) Issue2.1817 (Public Domain)

— 47 — 
Verordnungen des JUmgl. Konsistoriums der Provinz Brandenburg. 
Da feit einiger Zeit mehrere Anfragen verschiedener Herrn Prediger, wegen 
der Wiederverheirathnttg der Frauen nicht zurückgekehrter Militairpersonen, einge 
gangen sind, so werden den Herrn Geistlichen folgende dieserhalb vorhandene gesetz 
liche Bestimmungen) zur Benutzung in vorkommenden Fallen, und Belehrung der 
sich an-sie wegen ihrer Wirderverheirakhnng, wendenden- Frauen^. bekannt gemacht:: 
1) eine schon vrrheirathete Frau darf, ohne Vorzeigung eines Ärmlichen Tod» 
renscheins ihres angeblich verstorbenen. Ehemannes," oder eines mit dem« 
Arreste der Rechtskraft versehenen Ehescheidungs-Erkenntnisses,- oder eines 
Erkenntnisses über etwa erfolgte. Todeserklärung,, nicht: proclamirt werden; 
2) wenn ein Soldat, im Kriege- eine schwere Wunde- erhalten hat/ und inner 
halb eines Jahres nach geschlossenem Frieden von seinem Leben und Aufent 
halte keine Nachrrcht eingegangen, ist, so sollen: die Kriegsgerichte einen 
solchen Menschen für keinen Deserteur annehmen, und ohne Ercheilung ei 
nes besondern Todrenscheines, die weitere Verfügung in Ansehung seines 
Vermögens d,n Clvilgerichren überlassen. (Anhang zum Allg. Landr. §. 40; 
-Z) werden MiUtärperfönen, Kriegsbeamte, Knechte und überhaupt'Peisonen, 
welche dem Lager und der Armee-folgen-müssen, nach einer Schlacht,- einem 
Gefech ,, Scharmützel oder Rückzüge,, ingleichem nach einem ausgeführten- 
oder ftdlgeschlagenen Sturme auf eine Festung,- Schanze,. Batterie , Lager 
oder sonstigen Platz vermißt,, und haben sie nicht- innerhalb einem Jahre 
nach geschlossenem Frieden, und nach Zurückgabe der Gefangenen von ih 
rem Leben und Aufenthalte Nachricht gegeben ,, so rrirr. nach fruchtlos er 
folgter öffentlicher Vorladung, die-Vermuthung ihres erfvlaren Todes ein;. 
Schanz, und andere Arbeiter,, ungleichen das Gesinde des Militärs 
und überhaupt alle andere Personen,- die zur Zeit: des Sturmes oder der 
Aclion gegenwärtig gewesen, werden nach demselben Grundsätze beurtheilt. 
Der zurückgebliebenen Ehefrau und dem Verwandten des Vermißten 
wird in den vorgedachten Fällen, nachgelassen/auf die Todeserklärung an 
zutragen, ohne den-gesetzlich dazu bestimmten zehnsährkgen Zeitraum abzu 
warten. (Cabinets«Ordre vom sZstenSeptemben i8io.)s 
4) Durch ein Rcscript des Justiz-Ministern vom 3cen September' 18,0 an> 
das Oberlandesgericht zu Königsberg in Preuße» ist festgesetzt, welchen 
Zeitraum eine Ehefrau, deren Mann:mir in den Krieg gezogen, überaus 
demselben nicht zurückgekommen ist, abwarten müsse, bevor sie mit ihrem 
Anträge auf Trennung der Ehe wegen böslicher Verlassung: 
des Ehemannes gehört, und. der: Ehcscheidungsprozeß. eingeleitet: werden, 
könne.. 
Dis-Herren Geistlichen haben daher kn jedem vorkommenden Falle, die sich an: 
sie wendenben.Frauen nicht zurückgekehrter Militärs, wenn sie die sst r. erforderliche 
Besch'inigungtN: oder-Erkenntnisse nicht beizubringen vermögen,, unter: Belehrung'. 
nach) 
bis», -j. 
Dir Wieder- 
vrrheira- 
thung der 
Frauen) nicbt 
jurikraefcbr- 
ter Militär- 
personen.
	        
Top of page
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.