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Volume No. 37, 17. September 1817

Full text: Amtsblatt der Königlichen Regierung zu Berlin (Public Domain) Issue2.1817 (Public Domain)

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Vor dem zurückgelegten l4ten Jahre darf kein Kind konfirmirt werbe«. Wen« 
jedoch hiervon Ausnahmen nörhig erachtet werden sollten, so können diese nicht ohne 
Dorwissen und Zustimmung des Superintendenten der Inspektion stacc finden, wel 
cher/ im Fall er dabei erhebliche Bedenken haben sollte, an das Konsistorium des» 
halb berichreir mufi. 
Aufgeschoben aber kann die Konfirmation werden, wenn die Aeltern es verkam 
gen, oder der Prediger mir Genehmigung des Superintendenten es für nöthig findet. 
$. 5. 
Söhne oder Töchter ans fremden Parochken zu konfirmiren ist einem Pr-ediger 
nur dann gestattet: , ' : 
r) wenn das Kind sich wesentlich, d. l. als Lehrling, oder als Gesinde, oder als 
Glied einer Familie, oder in einer Schul-oder Pensionsanstalt feiner Paro» 
chie aufhält. 
2) wenn es die Sch..ie der Parochke gehörig besucht, 
S) wenn es zwei Winterhalbjahre, wie gesetzlich, an dem Konfirinanden» Unter 
richte Theil genommen und ein Zeugniß beigebracht, daß es das zur Konfir 
mation gesetzliche Alter erlangt har. 
Sollte aber ein zu konfirmirtzndes Kind vor der Konfirmation seinen Wohn; 
vrt verändern, und den Unterricht, wie nöthig ist, an seinem neuen Aufenthalts» 
orte bis zur Konfirmation fortsetzen, so muß es in die neue Parochke nicht allem 
sein TaUfzeugniß, sondern auch ein Attest seines bisherigen Pfarrers, in welchem 
derselbe bemerkt, wie lange und mit welchem Erfolg das Kind bei ihm den Kon 
firmanden »Unterricht genossen, mitbringen und vorzeigen, und muß dasselbe hier» 
nächst an seinem neuen Wohnorte den fraglichen Unterricht so lange genießen, dass 
genau die Zeit der zwei Winterhalbjahre erfüllt wird, worauf der neue Pfarrer 
genau zu sehen hat. 
§.6. 
In jeder Parochke, in welcher konfirmationsfahlge Kinder vorhanden sind, 
muß, wenn deren Zahl auch noch ffo klein ist, alljährlich eine öffentliche Konfirma- 
klon in der Kirche vorgenommen, der Tag derselben aber nicht mehr, wie bisher, 
auf jede beliebige Zeit verschoben werden, sondern es wird dazu, da die Zeit des 
Konfirmanden »Unterrichts unmittelbar vorher gehen muß, der Palm sonn',-g oder 
der Sonntag Quafimodogeyiti ausdrücklich festgesetzt. Jedoch bleibt es den Pre 
digern nachgelassen, einzelne Kinder auch privatim zu konfirmiren, wenn sie beson 
dere Gründe dazu haben söllren. 
1 : §- 7- • 
Der Konfirmanden? Unterricht ist den Kindern lutherischer Konfession nach 
dem lutherischen-Katechismus, und den Kindern reformirter Konfession nach dem 
He ring scheu-Lehrbuch, unter dem Ttkul: „Kurzer Unterrü^ in der christliche« 
Lehre k. ;c. " zi» ertheilen. Will jedoch ein Prediger sich, aHWr diesen vorgeschrie 
benen, noch eines andern Lehrbuchs bedienen, so hat er dasselbe seinem Superin 
tendenten anzuzeigen,4t,iö dieser hat alsdann die Befugniß und Verpstichrung, die 
etwanigcn Bedenklichkeiten dem Prediger zu eröffnen, und im Fall derselbe sich 
«n»' ^ X 3 dar»
	        
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