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Full text: Görlitzer Park

Integratives
Parkmanagement 2011-2013

Görlitzer Park

Görlitzer Park| Vorwort

Vorwort
Liebe Bürgerinnen und Bürger,
der Görlitzer Park ist die wichtigste und zugleich interessanteste Grünfläche für den Kreuzberger Osten. Und daran haben Sie als Anwohnerinnen und Anwohner einen großen Anteil. Ohne
Ihre Unterstützung bei zahlreichen Bürger_innengesprächen, ohne Ihre Ideen und ohne Ihre
oft ganz praktische Hilfe in den vergangenen Jahrzehnten gäbe es den Görlitzer Park in dieser
Form nicht. Er ist das Ergebnis vielfältiger partizipativer Prozesse, ohne die Kommunalpolitik
und Stadtplanung in Friedrichshain-Kreuzberg gar nicht mehr denkbar sind.
Ihre Mithilfe war wichtig bei der Neugestaltung des Piratenschiff-Spielplatzes. Und wir freuen
uns in Zukunft auf die Gespräche mit Ihnen rund um das Vorhaben „Barfußort“. Ihre Anregungen wurden aufgenommen, als es etwa um die Beleuchtung und Erneuerung der wichtigsten
Wege im Park ging. Und natürlich nehmen wir auch Ihre Sorgen und Nöte sehr ernst, wenn es
um das Problem Drogenhandel im Park geht. Das ist für uns alle ein äußerst sensibler Bereich,
bei dem wir nur im gemeinsamen Dialog zu Lösungen kommen werden, die zu einer Verbesserung der aktuellen Situation beitragen können.

Bezirksstadtrat Hans Panhoff
(Bündnis 90/GRÜNE)
Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg
Abt. Planen, Bauen, Umwelt und
Immobilien

Seit Ende 2011 haben wir mit finanzieller Unterstützung des Senats von Berlin durch die Initiative „Aktionsraum Plus“ die Entwicklung eines integrativen und partizipativen Parkmanagements begonnen. Die nun vorliegende Dokumentation des zweijährigen Prozesses stellt die
wichtigsten Arbeitsergebnisse vor und soll andere Initiativen ermutigen, vergleichbare Bürgerbeteiligungsprozesse einzufordern und zu realisieren.
Denn wer den Park aufsucht stellt - trotz aller Probleme - fest, dass der Görlitzer Park ein bedeutender öffentlicher Ort zur Erholung und Begegnung unterschiedlichster Menschen ist.
Das Angebot an Sie, liebe Bürgerinnen und Bürger, mit Ihnen gemeinsam über den Görlitzer
Park im direkten Austausch zu verbleiben, soll auf jeden Fall aufrecht erhalten werden. Nur so
können wir Ihren verständlichen Ansprüchen gerecht werden und gemeinsam einen ansprechenden, erholsamen und sicheren Görlitzer Park entwickeln.
Viele schöne Stunden im Görli wünscht Ihnen

Ihr Hans Panhoff

1

Inhalt

Vorwort									 1
Einleitung									 5

1. Görlitzer Park –Ausgangssituation 2011					
Geschichte des Parks								
Beteiligungsverfahren							

6
7
8

							

Impressum

2. Ziele, Verfahren und Finanzierung						
12
Bezirkliche Ziele								 12
Initiative "Aktionsräume Plus"	
					 13
Ausschreibung								 15
Koordinierungsrunde								 16

Herausgeber
Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg von Berlin
10965 Berlin
www.berlin.de/ba-friedrichshain-kreuzberg.de
Tel. : 030-902988024
mail: tiefgruen@ba-fk.berlin.de
Konzept, Inhalte und inhaltliche Koordination
Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg von Berlin
Abteilung Planen, Bauen, Umwelt und Immobilien
Tiefbau- und Landschaftsplanungsamt/ Fachbereich Grünflächen
Silja Jeschke
STATTBAU Stadtentwicklungsgesellschaft
Initiative "Aktionsräume Plus"
Marion Schuchardt
Pufendorf Str. 11
10249 Berlin
www.stattbau.de

3. Umsetzung 2011-2013							18
Größere Bau- und Beteiligungsmaßnahmen 					18
"UNSER GÖRLI – einer für alle..." - partizipatives Parkmanagement		
22
Ökologie und Pflege (Parkpflegewerk)						
36
Begleitende Projekte (Viadrina, Joliba, südost Europa e.V.)			
38

4. Görlitzer Park – Aktuelle Situation Ende 2013 					
Veranstaltung "GÖRLI – WAS TUN?" im November 2013 			

44	
44

5. Resümee und Ausblick 							46

Inhalte, Bearbeitung und Redaktion
"UNSER GÖRLI- einer für alle..."
Rahel Schweikert
Andreas Teuchert
www.unsergoerli.de
gruppe F
Landschaftsarchitekten
Thomas Michael Bauermeister
Helge Moini
www.gruppef.com

6. Anhang 									48
Plakate der Institutionen							
48
Pressespiegel	
								51
Abbildungsverzeichnis (Bildquellen)						
52

Berlin, Dezember 2013

2

3

Görlitzer Park| Einleitung

Einleitung
„Oh Mann, ick wohn’ ja nu Görli, Görli,
Alta dit macht da fix und ferti...“
Es muss schon vieles passieren, damit sich eine öffentliche Grünfläche eine Hymne verdient
wie die von Musiker P.R. Kantate. Der Görlitzer Park trägt diese Ehre nicht völlig zu unrecht.
Der besondere Charme des Görli bestand und besteht in der Kreuzberger Gelassenheit, was die
Gestaltung und Nutzung der Anlage betrifft, das heißt einem relativ friedlichen Nebeneinander
unterschiedlichster Nutzerinnen und Nutzer des Parks.
Um dieses Neben- zu einem Miteinander zu gestalten, haben wir in den vergangenen Jahren
vieles unternommen. Mit Andreas Teuchert und Rahel Schweikert konnten zwei als „Kiezwandler“ und in der Obstbaumgruppe engagierte und bereits gut vernetzte Akteure aus der Nachbarschaft zur Realisierung dieses zweijährigen partizipativen Experiments gewonnen werden.
Sie wurden fachlich und organisatorisch unterstützt vom Landschaftsarchitekturbüro gruppe F.
Seit Oktober 2013 erarbeitet das Landschaftsplanungsbüro „Ökologie und Planung“ ein Parkpflegewerk, untersucht noch bis Juni 2014 die Tier- und Pflanzenwelt im Park und offeriert
verschiedenen Nutzergruppen Angebote, wie sie sich in Entscheidungsprozesse einbringen
können.
Mehr als 500 Erwachsene und 200 Kinder beteiligten sich an Park-Projekten wie der Gestaltung des Piratenschiff-Spielplatzes. Dieses Beispiel zeigt sehr anschaulich, wie gelungene
partizipative Projekte aussehen können und dann auch schnell und zur Zufriedenheit der
(jungen) Nutzer_innen umgesetzt werden.
Das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg und hier insbesondere das Grünflächenamt legen
sehr großen Wert auf die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger.
Es ist eine Hauptaufgabe der Verwaltung, für Ideen, Projekte und Verbesserungen die notwendige Infrastruktur zu schaffen sowie auch die dafür benötigten finanziellen Mittel bereitzustellen. Es gelingt nicht immer, die Vorstellungen in die Realität umzusetzen. Doch alle Beteiligten arbeiten intensiv daran, dass möglichst viele Wünsche erfüllt werden.
Der Görlitzer Park ist eine noch recht junge Grünfläche, die erst seit Mitte der 1980er Jahre
entstanden ist. Fertig ist er noch längst nicht. Attraktiv ist er für Anwohnerinnen und Anwohner
wie auch für Besucher_innen aus anderen Bezirken oder Touristengruppen. So sehr übrigens,
dass viele Flächen im Görli als übernutzt anzusehen sind. Der Görlitzer Park ist wichtig für die
Menschen in Kreuzberg.
Der Bezirk wird weiter daran arbeiten, dass viele kleine und große Menschen hier schöne
Stunden erleben können.

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5

Görlitzer Park| Ausgangssituation2011

Görlitzer Park | Ausgangssituation 2011

„„1. Ausgangssituation 2011

Görlitzer Park
„Ich fand es immer toll, soviel
offenen Raum zu haben. In
Berlin gibt es so wenig offenen
Raum. Am Piratenschiff-Spielplatz zum Beispiel war früher
ein Hydrant, der im Sommer
Wasser spritzte ... du denkst,
du bist in der Freiheit, in der
Natur...“
Katharina Oguntoye, Projektleiterin Joliba – Interkulturelles
Netzwerk in Berlin e. V.
„Der Park ist ein öffentlicher
Ort. Wir stoßen auf verschiedene Menschen, Kulturen, Sprachen. Die Umgebung ist von
sich aus freundlich. Dies sind
die Eigenschaften des Parks,
die uns anlocken.“
Kora Cherno, Gambianer mit legalem Aufenthalt in Europa

Der Görlitzer Park ist eine „gewidmete öffentliche Grünfläche“ mit integrierten Sportflächen und Angeboten für Kinder und Jugendliche.
Er ist die wichtigste Freifläche für die Anwohnerinnen und Anwohner in den benachbarten,
dicht bebauten Quartieren.
Aus verschiedensten Blickwinkeln ist er auch berlinweit als Modell-und Untersuchungsobjekt
der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt bedeutsam:
yy Referenzprojekt der Strategie Stadtlandschaft Berlin
yy Stadtbild Berlin, Lichtkonzept, 2011
yy Aktionsplanprojekt im Stadtentwicklungsplan Klima
Der Görlitzer Park ist seit seiner Entstehung ein Ort, an dem sich gesellschaftliche Spannungen
und Entwicklungen fokussieren. Früher spielte der Ost-West-Konflikt eine Rolle (eingeschränkte Verfügungsrechte über diese Fläche für Westberlin) und die Integration der türkischstämmigen Bevölkerung (Bau einer Moschee auf der Fläche). Heute manifestieren sich hier nun Fragen und Haltungen zur Flüchtlings- und Drogenpolitik.

Abb.1: Lageplan Görlitzer Park in SO 36 Quelle: ALK/ Land Berlin

Abb. 2: Görlitzer Bahnhof - Gleise im Mai 1935/ Quelle:. Galli, E.: Görlitzer Bahnhof.Görlitzer Park (Hrsg: Verein Görlitzer Park e.V), S.143

Das Gelände des Görlitzer Parks wurde seit 1866 als Bahnhofsgelände genutzt, bereits 1867
reichte die Strecke bis zum namensgebenden Endbahnhof Görlitz. Über viele Jahre war der
Bahnhof ein wichtiger Güterbahnhof für Kohlelieferungen aus der Lausitz und auch ein wichtiger Personenbahnhof des Vorortverkehrs von Berlin.
Nach Kriegsende 1946 wurden die Fernzüge auf die Stadtbahn geleitet und Vorortstrecken
wurden ab 1952 von der elektrischen S-Bahn bedient, so dass der Personenverkehr am Görlitzer Bahnhof vollständig zum Erliegen kam und das Gelände nur noch für Gütertransporte genutzt wurde.
Nach dem Bau der Berliner Mauer 1961 wurde die Belieferung des Görlitzer Bahnhofes vom
Treptower Güterbahnhof stark eingeschränkt, Teile des Bahnhofsgeländes wurden im Laufe
der Zeit an Gewerbetreibende vermietet: Kohlenhändler, Schrottplätze, Autowerkstätten und
anderes Gewerbe besiedelten Stück für Stück das Gelände. In den 60er Jahren wurde das Bahnhofsgebäude abgerissen.
Im Gebiet um den Görlitzer Bahnhof, genannt SO 36, entstand Ende der 70ziger Jahre eine
Bewegung gegen geplante und zum Teil stattfindende “Kahlschlagsanierungen“, d.h. gegen
den flächigen Abriss der sanierungsbedürftigen Altbausubstanz und anschließenden Neubau.
Neben baulichen Mängeln im Bezirk gibt es auch einen Mangel an Grünversorgung, so entsteht die Idee für einen neuen Stadtteilpark in SO36. Dafür steht im Gebiet als einzige größere
unbebaute Fläche nur die Brache des Görlitzer Bahnhofes zur Verfügung.

Abb. 4: Gleise Görlitzer Bahnhof

6

Geschichte

Geschichte und Ausgangslage 2011

Abb. 3: Schrottplatz und Schrottpresse auf
dem Gelände des heutigen Görlitzer Parks,
Anfang 1980er Jahre

Abb. 5: Brachfläche, Gewerbenutzung

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Görlitzer Park | Ausgangssituation 2011

Görlitzer Park | Ausgangssituation 2011

Abb. 6: Parkentwurf 1984/ Sieger-Plan Wettbewerb der FPB - Grundlagenplan für die heutige Parkanlage/ Quelle: Faltblatt SenStadtUm/ BA Kreuzberg von Berlin, !985

Geschichte der
Beteiligung

Motto der
AG GörlitzerPark:
Für Jeden etwas,
alles für Jeden!
Mit-reden, Mit-planen,
Mit-entscheiden,
Mit-verantworten

Abb. 7: Wünsche der Anwohner

8

Die Geschichte des Görlitzer Parks ist auch eine Geschichte des bürgerschaftlichen Engagements in Kreuzberg.
1978/79 In den "Strategien für Kreuzberg", einem städtebaulichen Ideenwettbewerb, an dem
bundesweit erstmalig auch Beiträge von Bewohnergruppen zugelassen waren, wurde der Bau
eines Parks auf dem Gelände des ehemaligen Görlitzer Bahnhofs neben einem Hallenbad als
eines der wichtigsten Projekte zur Sicherung der Wohnqualität im Südosten Kreuzbergs benannt.
1981 BA-Beschluss für eine Planungskommission unter Einbeziehung von Bürgerinitiativen
für den Görlitzer Park.
1982 Einberufung und Gründung der Arbeitsgruppe Görlitzer Park durch den damaligen Baustadtrat Werner Orlowsky – später Verein Görlitzer Park, der Planung und Bau des Parks bis
1999 begleitete (Zusammenschluss von Bürgerinnen und Bürgern, gesellschaftlichen Einrichtungen wie Kitas und Kirchengemeinden, Kinderbauerhof, Verein SO 36, Vertreter_innen
von Parteien, Mitarbeiter_innen des Bezirksamtes und der IBA und nicht zuletzt des
Planungsbüros).
1984 Gestaltungswettbewerb, erstmalig mit breiter Bürgerbeteiligung: Bürgervertretung in
der Jury, öffentliche Ausstellung und Präsentation der Entscheidung durch die Jury.
Der Entwurf der Freien Planungsgruppe Berlin (FPB) wurde einstimmig für die Gestaltung der
etwa 14 ha großen Fläche ausgewählt.

Abb. 8: Schienen weg für den Kinderbauernhof ...

Abb. 9: Kinderbauernhof

Erholung, Muße, Spiel und Sport sollte für die Bevölkerung auf dieser Fläche ermöglicht werden, kein Rummel, sondern Möglichkeit für Gespräch, Begegnung, Spiel und Ruhe.
Gestalterisch sollte eine Antwort auf die Vielschichtigkeit der konkurrierenden Flächenansprüche
gefunden werden, die diese harmonisiert und dennoch einen Park mit Gesicht zeigt.
Neben den zu berücksichtigenden Nutzungen, die es zu integrieren galt, wurden u. a. als qualitative Ziele die Einbindung der historischen Spuren, Schaffung eines Gleichgewichts von Beanspruchung und Schonung der Natur formuliert.
Dem ausgewählten Konzept liegt eine deutliche räumliche Gliederung zu Grunde: der östliche
und der westliche Bereich sind durch Hügel geprägt, die Mitte durch eine Senke. Die drei Bereiche sind in Anlehnung an die ehemalige Bahnhofsnutzung durch eine Ost-West-Achse verbunden. Der westliche Teil mit dem Pamukkale und den Gebäuden ist geformt, gestaltet, gebunden gedacht, die Mitte mit der Senke unbestimmt, offen, belebt, ungebunden; der Osten mit
dem Teich und dem Hügel natürlich, grün, beschaulich. In diese Struktur sind einzelne Nutzungen integriert, ohne die Gesamtstruktur zu brechen.

Parkentwurf

vgl. Faltblatt
zur Bürgerinformation
von Februar 1985

1986 Baubeginn
1998 Abschluss der Bauarbeiten mit Fertigstellung Pamukkale
Die Baumaßnahme wurde dabei in verschiedenen Abschnitten durchgeführt, durch den Einsatz der Bürger_innen und des Bezirkes konnten die Mittel für den Park auch nach Öffnung
der Mauer mit den dann geänderten stadtpolitischen Rahmen- und Zielsetzungen, wenn auch
in reduzierter Höhe, gesichert werden.
(Die traurige Geschichte des Pamukkale, gedacht als eine zentrale Attraktivität mit Wasserspiel im Park auch zur Entlastung anderer Bereiche, ist eine andere Geschichte…).
Es war schon zu Beginn des Prozesses klar, dass der Görlitzer Park, der von 35.000 Menschen
von zu Hause innerhalb von 10 Minuten zu Fuß erreicht werden kann, stark genutzt werden
wird und daher keine Einzelbedürfnisse zu befriedigen, sondern möglichst vielfältig nutzbare
Flächen zu schaffen sind.
Die Geschichte des Görlitzer Parks ist daher auch eine Geschichte von Überfrachtungen und
ausgehandelten Kompromissen. Zu lange war die Fläche des ehemaligen Bahnhofs Projekonsfläche für alle Wünsche, die in den dicht bebauten Wohnquartieren nicht erfüllt werden konnten: Sportflächen, Moschee, Kleingärten, … Der Park war schon immer für dies alles zu klein
und konnte nur durch ein Miteinander funktionieren.
9

Görlitzer Park | Ausgangssituation 2011

„Was wir brauchen, sind mehr
drogen- und alkoholfreie Bereiche im Park für Kinder, Jugendliche und Familien. Auch der
Kinderbauernhof braucht mehr
Platz, um mehr Entfaltungsmöglichkeiten zu gewährleisten. Görli-Honig statt GörliDrogen!“
Claudia Hiesl, Mitbegründerin
des Kinderbauernhof auf dem
Görlitzer Park e. V

www.kinderbauernhofberlin.de

Görlitzer Park | Ausgangssituation 2011

An diese Geschichte knüpfte der Bezirk kontinuierlich mit seinen Beteiligungsverfahren und
verstärkt 2011 mit seiner Einladung an die Anwohnerinnen und Anwohner zu mehr Beteiligung und gemeinsamen Aktivitäten zur Steigerung der Attraktivität des Parks an.

Ab Frühjahr 2011 wurden die Wege saniert und beleuchtet (mehr dazu auf Seite 18 f).

Bürgerbeteiligung zum Görlitzer Park bis September 2011
Seit 1999, dem Jahr nach seiner Fertigstellung, gab es etliche Beteiligungsverfahren zum Görlitzer Park.
Acht Verfahren wurden durch Fachämter des Bezirks (Gleichstellungsbeauftragte, Jugendamt,
Amt für Umwelt und Natur) und mit ihnen eng kooperierenden Einrichtungen (QM Wrangelkiez, Stadtteilausschuss, Kinder- und Jugend-Beteiligungsbüro, Sozialraum AG IV) veranlasst
bzw. koordiniert. Die Durchführung erfolgte teils durch professionelle Institute, teils durch die
veranlassenden Ämter und Einrichtungen.
Einige Verfahren wurden durch Anwohnerinitiativen veranlasst und durchgeführt (Bürgerinitiativen). Insgesamt wurden etwa 500 Erwachsene und 200 Kinder beteiligt.

1999	
Bürgergutachten Planungszelle, Gutachten im Rahmen der Arbeitsaufnahme
	
des QM Wrangelkiez.
1999 	 Studie zu Angsträumen von Frauen im Bezirk Kreuzberg
2002 	Dreimonatiges Beteiligungsverfahren zum Görlitzer Park. Den Park vor allem
	
Kindern und Jugendlichen erschließen
	
(Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg, Abt. Jugend)
2008 	Kiezgespräch und 2 Anwohnertreffen “Görli ohne Dreck und Drogen?”
	
(QM Wrangelkiez)
2008 	 Umweltgruppe Cleaner Greener Berliner (Bürgerinitiative)
2008/09 Pamukkale-Initiative (Bürgerinitiative)
2009 	 Elternbrief “Spielplätze im Görlitzer Park” (Elterninitiative)
2009 	3 “Ideenwerkstätten Görlitzer Park”. Gestaltungsbedarfe im Görlitzer Park,
	
insbesondere des Pamukkale Platzes.
	
(Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg, Abt. Grünflächen)
2010 	Projekt Umwelt- und Naturschutzzentrum Görli. Der Görlitzer Park als Ort für
	
Natur- und Umweltbildung
	
(Bürgerinitiative Kiezwandler, Türkisch-Deutsches Umweltzentrum)
2010 	 Obstbäume im Görli (Bürgerinitiative)
2011 	“Entdecke den Görli” zum Weltspieltag. Wünsche und Ideen von Kindern und
	
Familien für den Görlitzer Park. (KJBb Friedrichshain-Kreuzberg)
2011	 Kinderbeteiligung zur Neugestaltung des Piratenschiff-Spielplatzes
	
(Stadtteilausschuss Kreuzberg)

Abb. 10: "Görli ohne Dreck und
Drogen", Kiezgespräch vom QM
Wrangelkiez, 2008

Die Beteiligungsverfahren im Einzelnen

„Der Görlitzer Park ist eigentlich schon immer ein Park für
die Nachbarschaft gewesen.
Nichtsdestotrotz müssen wir
wahrnehmen, dass die ursprüngliche Situation als Nachbarschaftspark nicht mehr gegeben ist.“
Monika Herrmann, Bezirksbürgermeisterin Berlin Friedrichshain-Kreuzberg

Im Oktober 2011 startete das Innovative Parkmanagement „UNSER GÖRLI- einer für alle ...“,
mehr zu den Inhalten und Maßnahmen dieses Projektes ab Seite 22.
In den Beteiligungsverfahren waren die Themen Sicherheit, Kinder und Jugend im Park, Drogenhandel und -konsum, Müllvermeidung und -beseitigung, Gestaltung der Wege und des
Pamukkale-Platzes samt der Brunnenruine, die Sanierung der Spielplätze sowie natur- und
umweltschutzgerechte Gestaltung und Grünpflege vorherrschend. Bürgerschaftliches Engagement war hinsichtlich kultureller Angebote im Park sowie Urban Gardening zu verzeichnen,
es bildeten sich aber auch Initiativen, die Gestaltungsvorschläge an den Bezirk herantrugen.

Abb. 11: Image-Plakatkampagne
"Görli- unser Park", 2009

Folgende Maßnahmen wurden in den Jahren 2009 bis 2011 infolge der Beteiligung umgesetzt:
Das QM Wrangelkiez und andere Kiezeinrichtungen rund um den Görli starteten eine Imagekampagne für mehr Eigenverantwortlichkeit bezüglich der Vermüllung und der Nutzungsschäden im Park. Der Bezirk konnte über den Bürgerhaushalt 2008 die Reinigung des Parks
intensivieren.
Seit 2009 findet jährlich ein Familienfest statt, das Familien im Park Raum bieten und eine
größere Identifizierung mit dem Park fördern soll. Es wird ausgerichtet von den umliegenden
Nachbarschaftszentren und sozialen Netzwerken.
2010 wurde der Teich im östlichen Bereich des Parks saniert, halb naturgeschützt und abgegrenzt, halb zugänglich und u. a. genutzt durch Hundehalter_innen und ihre Hunde.
Im selben Jahr wurde der Pamukkale-Bereich vorläufig instandgesetzt, so dass der Bauzaun
(nach Jahren des Rechtsstreits) abgebaut werden konnte.
Dem Kinderbauernhof wurde über den Bürgerhaushalt 2010 ein Stallneubau finanziert.
Das Bürger_innenprojekt „Obstbäume im Görli“ erhielt ab 2011 ideelle und infrastrukturelle
Unterstützung.

Abb. 12: Ideenwerkstatt Görlitzer Park, 2009/ 2010

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Abb. 13: Bürger_innenprojekt "Obstbäume im Görli", 2011

Abb. 14: "Entdecke den Görli" zum Weltspieltag, 2011

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Görlitzer Park | Ziele und Verfahren

Görlitzer Park Ziele und Verfahren

2. Ziele und Verfahren

Görlitzer Park | Bezirkliche Ziele

Bezirkliche Ziele
Zielsetzung

Grundlegende Aufgabe des Bezirks ist der Erhalt und die Stärkung dieser für den Kreuzberger
Südosten wichtigen öffentlichen Parkanlage.
Dem hohen Nutzungsdruck, der auf der Grünfläche lastet, begegnet der Bezirk mit einem aufwendigen Müllbeseitigungskonzept und mit baulichen Maßnahmen (Investitionsmittelanmeldung für die Jahre 2011-2015) zur Verbesserung und zur Beleuchtung der Hauptwege.
Insbesondere auch die Spielplätze waren nach über 20 Jahren Nutzung dringend erneuerungsbedürftig. Neue Ziele sind die Koordinierung von Beteiligten zur Etablierung eines innovativen
Parkmanagements und die Entwicklung von verbindlichen Leitlinien für den Görlitzer Park.
Der Betrieb und die Pflege des Görlitzer Parks sollen sich stärker an den Bedürfnissen der
Nachbarschaft, aber auch an den finanziellen Rahmenbedingungen orientieren.
Die Möglichkeit zur Umsetzung dieser Ziele bot die Initiative „Aktionsräume plus“
der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt.

Ausgangssituation
„Das Grillen soll ja gar nicht
verboten werden hier – aber wir
sollten doch gucken, dass es
dort stattfindet, wo es auch
verträglich ist und eben nicht
direkt auf oder neben dem
Spielplatz!“
Hans Panhoff, Stadtrat für Planen, Bauen, Umwelt und Immobilien in Berlin FriedrichshainKreuzberg

Abb. 15: "Wildnis" Görli, 2012

12

Initiative "Aktionsräume Plus", Kreuzberg-Nordost

Stärken im Görlitzer Park:
„„große öffentlich Grünanlage mit über 130.000 m²
„„Knotenpunkt für viele Nutzungen und Einrichtungen
„„Angebote für Kinder und Jugendliche sowie Sportflächen
„„viele aktive Anwohner in der Vergangenheit und Gegenwart
„„beliebter Transitraum zwischen den Kiezen
Schwächen im Görlitzer Park:
„„starke Übernutzung
„„viele verschiedene konkurrierende Nutzungsansprüche
„„negatives Image
„„Drogenumschlagplatz
„„unattraktives Erscheinungsbild
„„Vermüllung

Abb. 16: Sport im Görli, März 2014

Der Görlitzer Park wurde im Rahmen der Initiative „Aktionsräume plus“ als das Kreuzberger
Pilotprojekt für den Themenschwerpunkt 'Quartiere und öffentlicher Raum' ausgewählt.
Mit der Initiative „Aktionsräume plus“ unterstützen der Senat und der Bezirk FriedrichshainKreuzberg gemeinsam seit dem Jahr 2010 eine integrierte Stadtteilentwicklung in
Kreuzberg-Nordost. Unter dem Leitbild „Brücken bauen - Tore öffnen - Netze stärken“
wurde und wird auf den verschiedensten Ebenen an der Verbesserung der Lebensbedingungen
und Zukunftschancen der Menschen vor Ort gearbeitet.

Leitbild :
„Brücken bauen Tore öffnen Netze stärken“

Als übergeordnete Strategie wird eine fachübergreifende und sozialraumorientierte
Koordinierung des bezirklichen Planens und Handelns verfolgt. Mit der Finanzierung von
Pilotprojekten sollen zudem auf sozialräumlicher Ebene positive Entwicklungen und die
Ausbildung integrierter Strukturen befördert werden.
Die Initiative baut dabei auf den Erfahrungen des Programms ‚Soziale Stadt‘ auf, die auf der
Ebene der Quartiersmanagements mit Bewohnerinnen und Bewohnern umgesetzt wird.

Abb. 17: Sport und Spiel im Görli, 2013

Abb. 18: Park für viele- der Görli

Abb. 19: Problem temporäre Vemüllung, 2. Mai 2012

Abb. 20: Grillnebel, August 2013

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Görlitzer Park | Initiative Aktionsräume Plus"

Görlitzer Park | Ziele und Verfahren

Generelle
Entwicklungsziele für die
'Aktionsräume'

In Auswertung des sozialen Monitorings wurden für fünf Gebiete in der Stadt, in denen
verschiedene Problemlagen die Teilhabemöglichkeiten der Bewohner_innen beeinträchtigen,
übergreifende Aktivitäten zur Herstellung der Chancengleichheit vereinbart.
Es wurden folgende generelle Entwicklungsziele für diese ‚Aktionsräume‘ 2010 durch den
Berliner Senat festgelegt:

Die Initiative Aktionsräume plus wurde Ende 2013 abgeschlossen, die positiven Elemente werden in die ab 2014 gültigen Verfahrensgrundsätze der Sozialen Stadt überführt.
Um eine geeignete Projektleitung für die Entwicklung eines Parkmanagements zu finden, wurde 2011 durch den Bezirk ein öffentliches Ausschreibungsverfahren durchgeführt.

„„Verbesserung der Wohn- und Lebensbedingungen
„„Bewältigung der städtebaulichen Folgen von demografischen und ökonomischen
Strukturveränderungen
„„Verbesserung der Bildungschancen insbesondere von Kindern und Jugendlichen
„„Vermittlung zusätzlicher Fähigkeiten und Fertigkeiten an die Bewohnerinnen und
Bewohner (Empowerment)
„„Stärkung von quartierbezogenen Images
„„Verbesserung der Zugangschancen zum Arbeitsmarkt
„„Verbesserung der Gesundheitschancen insbesondere von Kindern und Jugendlichen

Ausschreibung

Abb. 21: Faltblatt Initiative "Aktioräume Plus"

Die strategische Umsetzung der Ziele wurde in vier Handlungsschwerpunkten in fachübergreifenden Arbeitsgruppen, den FAG bearbeitet.

Inhaltliche
Schwerpunkte
der FAG 4

In der FAG 4 „Quartiere und öffentlicher Raum“ sind die inhaltlichen Schwerpunkte:
„„Stärkung der Attraktivität
„„Stärkung des Sicherheitsempfindens
„„stärkeres Engagement der Nutzerinnen und Nutzer
„„Reduzierung des Vandalismus.
Diese inhaltlichen Schwerpunkte sollten im Görlitzer Park und vier weiteren Berliner Pilotprojekten beispielhaft bearbeitet werden.
Für den Görlitzer Park wurden im Rahmen der Initiative „Aktionsräume Plus“ 2011 Mittel für
einen Teil des Wegebaus sowie für die Beleuchtung bereitgestellt und die Übertragung der
Beleuchtung im gesamten Park an den Dienstleister für die öffentliche Beleuchtung in die
Wege geleitet.
In 2012 und 2013 wurden Mittel für die Vorbereitung des partizipativen Parkmanagements als
Aktivierungs- und Beteiligungsverfahren sowie Mittel zur Aufwertung des Piratenschiff-Spielplatzes bereitgestellt. Der neue Ansatz zur Beteiligung wurde somit mit der Erfüllung der dringendsten Anliegen der Bürger verknüpft (Beleuchtung und Spielplatz).
In 2014/15 stehen Mittel für die partizipativen Elemente des Parkpflegewerks zur Verfügung.

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Konzeption und Durchführung eines Beteiligungsprozesses zur Entwicklung
eines Parkmanagements
Übergeordnetes Ziel des Beteiligungs- und Arbeitsprozesses ist die Erarbeitung eines Konzeptes
und die Ansprache von interessierten Akteuren für ein partizipatives Parkmanagement (Arbeitstitel) im Görlitzer Park von der vorbereitenden Phase im Herbst 2011 bis hin zur Ergebnispräsentation im Dezember 2013.
„„Das Konzept soll als dialogischer, konsensorientierter Prozess eine Diskussion über die
künftige Entwicklung ermöglichen.
„„Die Entwicklung des Parkmanagements soll kurz- (2012/13), mittel- (ab 2014) und langfristige Verbesserungen im Park und in den angrenzenden Quartieren zur Folge haben.
„„Sichtbare Veränderungen im Park sind angestrebt, die einen Imagewandel sowie eine positive Außenwahrnehmung einleiten.
„„Im besten Fall werden interessierte Anwohner und Institutionen gefunden, die die
Veränderungen im Park aktiv begleiten bzw. unterstützen wollen.

Ausschreibung

Das Parkmanagement soll
„„die Qualität des Parks und die Identifizierung der Bevölkerung mit dem sowie die Verantwortungsübernahme für den Park steigern. Dazu sollen Bürgerengagement und Initiative
für den Görlitzer Park gefördert werden. Es könnten Spielplatz- und Pflegepatenschaften
etabliert werden, die Motivation zur Müllvermeidung soll erhöht werden. Die Durchführung von Bildungs- und Kulturprojekten im Park für die Anwohner_innen könnte zu
höherer Identifizierung beitragen.
„„die dauerhafte und regelmäßige Mitbestimmung von Anwohner_innen und Nutzer_innen
bei Bezirksplanungen ermöglichen und fördern. Gewünscht ist der Aufbau eines Bürgergremiums unter Einbeziehung von Anwohnern_innen, Initiativen etc. Im Ergebnis sollen
mit den Entscheidungsträger_innen konkrete Zusagen zwischen den jeweiligen Beteiligten
getroffen und Vorbereitungen zur Umsetzung benannt werden (inkl. Zeitpläne).
„„den sozialen Frieden erhalten und zur Einigung unterschiedlichster Nutzergruppen auf
eine Art des Miteinanders im Park und zum Umgang mit dem Park selbst beitragen. Dazu
werden Leitlinien für den Park und das Umfeld erarbeitet sowie eine gemeinsame Parkordnung mit allen Interessengruppen, Akteuren und Anwohner_innen entwickelt. Zur
Gewährleistung dieses Umgangs werden partizipativ Regeln und akzeptierte Kontrollmechanismen zur Gewährleistung dieses Umgangs entwickelt. Zum Beispiel könnten
Parkranger oder Streetworker oder Spielplatzkümmerer­­­­_innen als Ansprechpartner­­_innen vor Ort fungieren.
„„regelmäßig eine fachübergreifende verwaltungsinterne Koordinierungsrunde informieren
und zu Rate ziehen.
Zielgruppen für die Beteiligung sind:
Anwohner_innen, insbesondere Kinder und Jugendliche aus der Nachbarschaft, lokale Initiativen, Kitagruppen, Glaubensgemeinschaften, verschiedenste Nutzergruppen, Besucher_innen, Pächter im Görlitzer Park, Kinderbauernhof, Jugendprojekt Kreuzer, Sportvereine;
der Stadtteilausschuss Kreuzberg, das QM-Wrangelkiez, das Kinder- und Jugend-Beteiligungsbüro, Vertreter_innen von Bezirk und Senat aus den entsprechend relevanten Ressorts,
Eigentümer (Wohnungsbaugesellschaften) der angrenzenden Gebäude und Gewerbetreibende aus dem Umfeld

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Görlitzer Park | Ziele und Verfahren

Koordinierungsrunde Görlitzer Park

Görlitzer Park | Initiative Aktionsräume Plus"

Durch dieses breite Spektrum, welches punktuell durch die Träger von Projekten ergänzt wurde,
und die sich entwickelnde vertrauensvolle Zusammenarbeit konnten die Probleme im Görlitzer
Park zwar nicht gelöst werden, aber es konnten, wie im Folgenden gezeigt wird, beispielhafte
Ansätze und Kooperationen entwickelt werden, die zur Entschärfung von Konflikten im Park
beitragen.
Aus Sicht der Teilnehmer wurde die Koordinierungsrunde zu einem wichtigen und erfolgreichen Gremium, so dass die Zusammenarbeit trotz knapper personeller Ressourcen der Beteiligten weiter fortgeführt werden soll, jedoch in größeren zeitlichen Abständen.

Abb. 22: Teilnehmende der Koordinierungsrunde, 2013

Koordinierungsrunde

Zur Begleitung der vielfältigen Aktivitäten und zur gemeinsamen Entwicklung von Lösungsansätzen für den Görlitzer Park wurde durch das Bezirksamt eine fachübergreifende Koordinierungsrunde eingerichtet, um die verschiedenen Kompetenzen und Kenntnisse für diesen Ort zu
bündeln.

"Mich freut es sehr, dass ich
nun auch beruflich mit dem
Park zu tun habe. Es gibt vielfältige Probleme im Park, aber
die große Identifizierung der
Anwohner_innen mit dem Park
ist eine große Chance für gemeinsame Lösungen. Ich hoffe
sehr, dass der Görlitzer Park ein
Park für alle bleibt."
Marion Schuchardt,
STATTBAU GmbH,
Ehemaliges Vorstandsmitglied
des Bürgervereins Görlitzer
Park

Die Zielsetzung für den Görlitzer Park mit seiner Nutzerorientierung geht weit über die Regelaufgabe der Pflege und der Instandhaltung einer öffentlichen Grünfläche hinaus.
Die Ziele können nur durch fachübergreifendes Handeln erreicht werden, zumal Einrichtungen
des Jugend- und des Sportamtes im Park integriert sind. Die einzelnen fachlichen Haltungen
und Verantwortlichkeiten werden auf den Park und die sich dort abzeichnenden Möglichkeiten
und zu lösenden Probleme fokussiert.
In berlinweit beispielhafter Weise tagte regelmäßig alle zwei Monate die ‚Koordinierungsrunde
Görlitzer Park‘ unter Beteiligung des für Grünflächen zuständigen Stadtrates.
Neben Vertreter_innen der bezirklichen Fachämter und anderer Institutionen nahm auch die
Parkkoordination an den Beratungen teil, sie konnte durch die Arbeit im Park die Sichtweisen
der Anwohner_innen in die Beratungen einbringen.
Probleme im Park wie beispielsweise die Vielzahl an Veranstaltungen, die Übernachtungen im
Park und der Drogenhandel wurden erörtert und gemeinsame Strategien beraten und entwickelt (siehe Kapitel "Begleitende Projekte" Seite 38ff).
Themen wie das Müllaufkommen, Konflikte mit Hundehaltern, die Abstimmung und Durchführung von Baumaßnahmen mit der dazugehörigen Beteiligung und die Zielsetzung für das
Parkpflegewerk wurden in der Koordinierungsrunde abgestimmt.

Teilnehmende

16

Regelmäßig nahmen Vertreter_innen folgender Institutionen und Einrichtungen teil:
yy Stadtrat für Planen, Bauen, Umwelt und Immobilien
yy bezirkliche Fachämter: Landschaftsplanungsamt, Jugendamt, Ordnungsamt, Sportamt,
Integrationsbeauftragte
yy wichtige lokale und überregionale Akteure: Quartiersmanagement Wrangelkiez,
Städtebauliche Kriminalprävention des LKA, Präventionsbeauftragter der Polizei Direktion 5, beauftragte Parkkoordination „UNSER GÖRLI“ und das begleitende Forschungsprojekt der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder)
yy Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt
yy Moderation durch STATTBAU, Gebietsbeauftragte für den Aktionsraum plus
Kreuzberg-Nordost

Download Arbeitsplan:
bit.ly/1gTqKIp
Download Themenliste:
bit.ly/1ro8CeK

Abb. 23:
Panoramaplan-Arbeitsplan
der Koordinierungsrunde, 2012

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Görlitzer Park | Umsetzung 2011 – 2013

Görlitzer Park | Umsetzung 2011 – 2013

3. Umsetzung 2011-2013
Bauprojekte/
Planungsbeteiligung
"Ein wichtiges Ankerprojekt für
die Verbesserung der Situation
im Görlitzer Park ist die Umgestaltung und Erweiterung des
Piratenschiff-Spielplatzes. Die
Planung wurde unter Einbeziehung der Eltern und Kinder sowie der umliegenden Kitas erstellt. Ich freue mich, dass der
Spielplatz gut angenommen
wird und ein hundefreier Rückzugsort für die Kinder geschaffen werden konnte."
Silja Jeschke, Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg von Berlin,
Fachbereich Grünflächen

Planungswerkstätten Pamukkale-Platz mit „Tausch- und Ideenmarkt“

Größere Bau- und Beteiligungsmaßnahmen
In Kenntnis der Situation im Görlitzer Park und der Ergebnisse der vorangegangenen Beteiligungsverfahren hat der Bezirk 2010 Investitionsmittel für die Jahre 2011-2015 für notwendige
Instandsetzungsmaßnahmen und zur Verbesserung der Parkgestaltung bereitgestellt.
Mit diesen Mitteln und ergänzenden Mitteln der Initiative "Aktionsräume plus" wurden
2011 bis 2013
„„die wichtigsten querenden Wege und die Hauptachse asphaltiert und mit einer neuen Beleuchtung ausgestattet
„„der Piratenschiff-Spielplatz neu gestaltet
„„der Rundweg um die Kuhle asphaltiert
„„der „Pamukkale-Platz“, entsprechend der Abstimmung in den Planungswerkstätten mit
einer neuen wassergebundenen Wegedecke ausgestattet
„„drei Eingänge zur Erhöhung des Sicherheitsgefühls offener gestaltet, d.h. Mauersegmente
wurden durch Zaunelemente ersetzt und nicht notwendige Pfeiler wurden zurückgebaut.
Die Erneuerung des Spielplatzes am Rodelhügel wird als letzte große Neugestaltungsmaßnahme
2015 realisiert.

Umgestaltung und Erweiterung des Piratenschiff-Spielplatzes

Abb. 24: Eröffnung Spielplatz,
Mai 2013

Details und Auswertung:
bit.ly/1fHVaPe

Der langjährigen Forderung der Anwohnerinnen und Anwohner zur Aufwertung des Piratenschiff-Spielplatzes konnte u. a. mit Hilfe der Initiative Aktionsraum Plus Rechnung getragen
werden.
Um den ‚Wert’ bürgerschaftlichen Engagements zu zeigen, war die Qualifizierung des Spielplatzes Voraussetzung und ‚Ankerprojekt’, um die Motivation engagierter Bürger_innen für
den Aufbau eines bürgerschaftlich getragenen Parkmanagements zu erhalten und zu gewinnen.
Für den Bereich des Piratenschiff-Spielplatzes fand bereits im Herbst 2011 eine erste
Beteiligung der Nutzer_innen (insbesondere Kitagruppen ohne eigene Freiflächen) statt.
Im Juni 2012 führte Ümit Bayam vom Stadtteilbüro Kreuzberg im Auftrag des Fachbereichs
Grünflächen eine weitere Kinderbeteiligung zur Umgestaltung des Piratenschiff-Spielplatzes
durch. Der Entwurf wurde vorgestellt und Verbesserungsvorschläge aufgenommen. „UNSER
GÖRLI“ war mit einem Infostand vor Ort, um die Anwesenden und Passant_innen zur geplanten
Erweiterung des Piratenschiff-Spielplatzes um eine eingezäunte hundefreie Rasenfläche, den
„Barfußort“, zu befragen. Zusätzlich wurde eine Online-Befragung durchgeführt, um ein Stimmungsbild von weiteren Nutzer_innen einzuholen. Diese und eine weitere Befragung vor Ort
ergaben, dass eine Mehrheit die Erweiterung für “sinnvoll” hält, weshalb diese im Rahmen der
Baumaßnahme umgesetzt wurde

Abb. 25: Neues Schiff am Piratenschiff-Spielplatz, 2013

18

Abb. 26: Wegesitualion vor dem Umbau, 2010

Abb. 27: Neu asphaltierte Wege mit Beleuchtung, 2013

Engagierte und ökologisch orientierte Parknutzer_innen haben wiederholt die Asphaltierung
der Hauptwege kritisiert und für den Platzbereich am Pamukkale eine offene Diskussion und
weitreichende Abstimmung über die Neugestaltung eingefordert, um eine in ihren Augen
drohende Asphaltierung des Platzes zu verhindern.
Das Bezirksamt hat zur Realisierung eines offenen Abstimmungsprozesses die Visualisierung
(Grafiken) möglicher Gestaltungsvarianten und die Durchführung von zwei öffentlichen Planungswerkstätten beauftragt.
Als niederschwelliges Beteiligungsangebot wurden an zwei Samstagen tagsüber Marktstände
zur Information über das Gesamtprojekt und aktuelle Einzelmaßnahmen sowie zur Befragung
über die Platzgestaltung auf dem Pamukkale-Platz eingerichtet.
Es gab Marktstände zu folgenden Themen :
yy Lob/Wünsche/Kritik zum Park
yy Aktiv werden im Görli
yy Tauschbörse (Nachbarschaftshaus Centrum)
Im Anschluß daran folgte je ein abendlicher Werkstattermin.
Erste offene Werkstatt
Im Laufe des Nachmittags des 27.10.2012 wurden etwa 100 Menschen erreicht, ca. 20 haben
einen Fragebogen zur Parknutzung ausgefüllt. Zur Abendveranstaltung in den Räumen der Jugendeinrichtung Kreuzer kamen etwa 20 Teilnehmer_innen. Nach Vorstellung der Pläne des
Fachbereichs Grünflächen und des Beschlusses des siebenten Görli-Forums, jegliche Asphaltierung abzulehnen, kam es zu einer längeren Diskussion über das Beteiligungsverfahren selbst.
An Thementischen wurde dann zur Gliederung und Nutzung sowie zur Fragen der Materialität
des Platzes gearbeitet.
Das mehrheitliche Votum der abschließenden Bewertung, das aufgrund der geringen Stimmenzahl nur als Stimmungsbild gesehen wurde, lässt sich als ein Kompromiss zwischen dem
Wunsch nach dem Erhalt eines einheitlichen Platzes und dem vom Bezirk festgestellten Bedarf
einer befestigten Durchwegung des Platzes lesen: ein schmaler (3m) asphaltierter “Winterweg” in der gleichen Farbe wie die vorhandene Tenne, der eine sichere Durchquerung bei
gleichzeitiger Schonung der Tenne in der feuchten Jahreszeit gewährleistet. Zu dieser sowie zu
zwei alternativen Planungsvarianten (Winterweg im Zentrum bzw. am Rand und Variante nur
mit Tenne) wurde vereinbart, dass anschauliche Visualisierungen realisiert werden sollen, um
den weiteren Abstimmungsprozess zu unterstützen.

„Der Park ist jetzt durchgängig
beleuchtet: vom Hühnerhaus bis
zur Treptower Brücke am Kanal
haben wir einen beleuchteten
Weg. Wir haben zwei Querwege,
die beleuchtet sind. Das ist eine
Maßnahme, die seit Jahren von
der Bevölkerung eingefordert
wurde.“
Hans Panhoff, Stadtrat für Planen, Bauen, Umwelt und Immobilien in Berlin

Details zum Beschluss
des Görli-Forums siehe:
bit.ly/ 1mOgwjR

„Wir sollten den Park nicht verteufeln, er wird trotz allem rege
genutzt. Wir sollten versuchen,
ihn für uns zurück zu erobern
und ihn attraktiver zu machen
– ganz einfach! ...ne, haut ma
rin, Alter!“
Chenoll, Jugendlicher aus der
Jugendsozialarbeit „Kreuzer“
des Paul Gerhardt Werkes

Zweite offene Werkstatt, Kiezbefragung und Onlineabstimmung
Am Samstag, den 2. März 2013 wurde die zweite Planungswerkstatt realisiert. Die drei erarbeiteten Gestaltungsvarianten wurden nachmittags an den Marktständen und abends in der
Werkstatt vorgestellt, diskutiert und abgestimmt.
Direkt vor der Werkstatt fand auf dem Platz der 2. Tausch- und Ideenmarkt statt. Hier waren
bereits die Planungsvarianten einzusehen und konnten bewertet werden, die Bürger­_innen
konnten Ideen, Kritik und Wünsche äußern.

Abb. 28: Beleuchtung der Hauptwege, 2014

Abb. 29: Transparentere Eingänge, 2014

Abb. 30: Neue Bänke am Pamukkale-Platz, 2014

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Görlitzer Park | Umsetzung 2011 – 2013

Abb. 31: Entwurf Pamukkale-Platz/Variante 1–Zweiteilung

Informationen und
Onlinebewertung
auf der Website
unsergoerli.de/?p=1844.

Görlitzer Park | Umsetzung 2011 – 2013

Abb. 32: Entwurf Pamukkale-Platz/Variante 2–Tenneplatz

Abb. 33: Entwurf Pamukkale-Platz/Variante 3 –Winterweg

In den Tagen vor der Werkstatt gab es an zwei Tagen die Möglichkeit zur Information und
Abstimmung in den umliegenden Kiezen.
Im Rahmen der Vorab-Befragungen haben sich 64 von 130 Befragten für die Variante 2: Erhalt
der Tenne und somit gegen eine teilweise Befestigung des Platzes mit Hilfe von durchgefärbtem Asphalt entschieden, was nur knapp die Hälfte der Befragten ausmacht.
Am Abend in der Werkstatt mit 21 stimmberechtigten Bürger_innen hatten die Asphaltgegner
eine deutliche Mehrheit. Der Fachbereich Grünflächen ist dem Abstimmungsergebnis gefolgt
und hat den Pamukkale-Platz im Herbst 2013 komplett mit einer neuen Tennendecke herstellen lassen. Der deutlich größere Unterhaltungsaufwand für Tennenflächen stellt jedoch die
Nachhaltigkeit dieser Entscheidung in Frage. Um bei einer erneuten Entscheidung bessere Entscheidungsgrundlagen zu haben, wird als Referenzfläche für die Alterung und den Unterhalt
eine seitliche Lieferzufahrt in beige durchgefärbtem Asphalt hergestellt.

Kinderbeteiligung zum geplanten naturnahen Spielplatz
Planungswerkstätten und Planungsparty zum “Großen Barfußort”
„Also bitte: Respekt für die Kinder und die Barfußwiese auf
dem Piratenschiff-Spielplatz!
Dass wir für unsere Kinder
wenigstens noch einen kleinen
Ort haben, wo sie auch mal
ohne Schuhe rumlaufen können, ohne sich gleich die Füße
zu zerschneiden.“
Hans Panhoff, Stadtrat für Planen, Bauen, Umwelt und Immobilien in Berlin FriedrichshainKreuzberg

Link:
unsergoerli.de/
planungsbeteiligungnaturnaher-spielort

Auch der Spielplatz am Rodelberg im Ostteil des Parks bedarf nach 20 Jahren intensiver Nutzung der Erneuerung. Im August 2013 führte eine Arbeitsgemeinschaft (ARGE) aus "UNSER
GÖRLI", Kinder- und Jugendbeteiligungsbüro Friedrichshain-Kreuzberg, dem PROjekt Erlebnisräume (beide GSJ gGmbH), Studierenden der Europa-Universität Viadrina Frankfurt/ Oder und
dem Satdtteilausschuss Kreuzberg ein intensives Beteiligungsverfahren durch. Gemeinsam mit
Kindern von zwei Grundschulen und mehreren Kitas wurde die heutige Situation bei Erkundungsrundgängen untersucht und anschließend in Projekttagen vielfältige Ideen für die Neugestaltung an Modellen entwickelt. Mit einer öffentlichen Planungsparty wurden die Modelle vor
Ort präsentiert und gemeinsam die Lieblingsideen und Vorzugsvarianten ermittelt. An dem
Abstimmungsprozess waren auch die Lehrkräfte, Eltern und weitere interessierte Parkbesucher_innen beteiligt. Neben den gewünschten Angeboten für einen neuen naturnahen Spielplatz mit Picknick- und Barfußwiese für Kinder von 0-12 Jahren und Familien ging es auch um
den Schutz dieses Bereiches durch eine deutlich wahrnehmbare Abgrenzung.
An der gesamten Aktion nahmen etwa 140 Kinder im Alter von 3 bis 9 Jahren teil. Die auf Basis
der Ergebnisse entwickelten Planungsempfehlungen stellen konkrete Ideen der Kinder dar und
sind auf der Website von "UNSER GÖRLI" veröffentlicht. Die ursprünglich für 2014 geplante
Umsetzung musste jedoch wegen bezirklicher Prioritätensetzungen auf 2015 verschoben
werden. Im Winter 2014 wird der Spielplatzentwurf des Bezirks den Beteiligten und der Öffentlichkeit vorgestellt.

Abb. 37-40: Kinderbeteiligung, Planungswerkstätten im Sommer 2013

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Abb. 34: Pamukkale-Werkstatt, 2012

Abb. 35: Tauschmarkt Nachbarschaftshauszentrum, 2012

Abb. 36: Wiese am Pamukkale-Platz, 2013

Test Hundeauslaufplatz
Hunde sind gemäß Grünanlagengesetz in Parks grundsätzlich an der Leine zu führen. Ausnahmen können zugelassen werden. Da es im Ortsteil Kreuzberg keine ausgewiesene Hundeauslauffläche gibt, sollte die Möglichkeit der Schaffung einer solchen Fläche im Görlitzer
Park in einer Testphase geprüft werden. Ab September 2013 wurde für acht Wochen auf einem
Drittel der eingezäunten Ballspielwiese im Görlitzer Park ein Hundeauslaufplatz eingerichtet
und getestet. Ziel war es, den Hundehalter_innen Raum für leinenlosen Hundeauslauf zu geben, um Konflikte zwischen Hundehalter_innen und anderen Parknutzer_innen zu verringern.
Beim Eröffnungsevent und während der Testphase wurden Hundetrainings mit lokalen Hundetrainer_innen angeboten.
Bei Gesprächen sowie über die Webseite www.unsergoerli.de und per E-Mail gab es ein gemischtes Feedback.
Positive Reaktionen überwogen im Gespräch mit den Menschen, die die Fläche tatsächlich
nutzen: Einige zunächst kritische Nutzende haben ihre Meinung ins Positive gewandelt, denn
hier könnten die Hunde tatsächlich mal ungestört und auch wild spielen.
Per Mail gab es viele kritische Stimmen: die Fläche sei zu klein, der Ort sei falsch gewählt, eine
Entlastung im restlichen Park nicht wahrnehmbar. Einige bemängelten, dass ein eingezäunter
Hundeauslauf ein weiterer Schritt wäre, den Görli in kleine Nutzungseinheiten zu zerteilen.
Ob an dieser Stelle ein dauerhafter Hundeauslauf eingerichtet werden sollte, wurde auch mithilfe eines Online-Votings auf www.unsergoerli.de und mit einer Befragung während des Hearings “GÖRLI-WAS TUN?” am 9. November 2013 erforscht.
Diese Befragungen ergaben folgendes Ergebnis:
Ja, ich bin für einen dauerhaften Hundeauslauf an der getesteten Stelle:
78 Stimmen (45,35%)
Nein, ich bin gegen einen dauerhaften Hundeauslauf an der getesteten Stelle:
94 Stimmen (54,65%) 
Auf Grund der Erfahrungen und der Stellungnahmen zum „Testlauf“ wurde die Einrichtung
eines gesonderten Hundeauslaufplatzes an dieser Stelle verworfen.
Der Fachbereich Grünflächen sucht nun nach weiteren Lösungsmöglichkeiten im Umfeld.

„Ich bin sowohl Hundehalter als
auch Frisbee-Spieler und lehne
deshalb den Hundeauslauf auf
der einzigen Sportwiese weit
und breit ab! Wo sollen wir
sonst spielen? in der Kuhle, mitten zwischen hunderten von
Leuten?! Ich plädiere für einen
Hundeplatz auf der Fläche
oberhalb des Teichs, links des
Hauptwegs Richtung Treptow.“
Anwohnerkommentar
auf unsergoerli.de

Online-Voting auf
unsergoerli.de /?p=2540
bit.ly/1fdBC8K
"Hunde gelten gemeinhin als
der beste Freund des Menschen. Dennoch gestaltet sich
das Miteinander von Mensch
und Hund oft schwierig. Die Erfüllung aller Nutzungsansprüche im Görli gleicht der Quadratur des Kreises."
Hilmar Schädel, Bezirksamt
Friedrichshain-Kreuzberg von
Berlin, Fachbereich Grünflächen

Abb. 41, 42: Temporärer Test Hundeauslauffläche, September 2013

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Görlitzer Park | Umsetzung 2011 – 2013

Görlitzer Park | Umsetzung 2011 – 2013

"UNSER GÖRLI- einer für alle ..." 2011 –2013

www.unsergoerli.de

Projektziele

Projektdesign

Zur Wiederaufnahme und sinnvollen Fortführung der Beteiligungsverfahren der vergangenen
Jahre zum Görlitzer Park widmete sich das Projekt „UNSER GÖRLI – einer für alle …“ (kurz:
„UNSER GÖRLI“) ab Herbst 2011 zunächst bis Ende 2013 der „Initiierung und Koordinierung
von Beteiligungsprozessen im Görlitzer Park“. Es wurde im Auftrag und in enger Kooperation
mit dem Fachbereich Grünflächen im Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg von Andreas
Teuchert und Rahel Schweikert durchgeführt, beide langjährige Anwohner_innen und
Kiezaktive. Unterstützt wurde das Projekt von Thomas Michael Bauermeister und Gerd
Kleyhauer vom Büro “gruppe F – Landschaftsarchitekten”.
Ziel war es, eine breite Beteiligung im Görlitzer Park zu ermöglichen, Bezirk und Anwohner_innen
kontinuierlich ins Gespräch zu bringen, um bestehende Konflikte bezüglich Nutzung und
Unterhaltung auszuhandeln und gemeinsam Perspektiven für den Park zu entwickeln. Daher
der Name des Projektes: „UNSER GÖRLI – einer für alle ...” - mitgedacht war dabei natürlich die
bekannte Fortsetzung des Zitates „…alle für einen“.
Eine größere Angebotsvielfalt für Anwohnende wurde angestrebt. Anwohner_innen sollten zu
mehr Eigenengagement motiviert und die nötigen Ressourcen dazu bereitgestellt werden – die
Wahrnehmung des öffentlichen Parks als Gemeingut gestärkt werden: Grün- und Freifläche
für alle, aber auch in der gemeinsamen Verantwortung aller Beteiligten und Nutzer_innen.
Ein weiteres Ziel war auch die Förderung des „Görli“ als ein Ort mit wichtiger Bedeutung für
das Stadtklima und den Naturschutz, an dem vor der eigenen Haustür frische Luft getankt und
„Natur“ erlebt werden kann.
Für die Hauptprojektphase 2012/2013 wurde eine Kombination mehrerer Maßnahmen erarbeitet:
Mit einem Ideenaufruf wurden kleinteilige Mittel für bürgerschaftliches Engagement und
praktische Projektideen für den Park bereitgestellt.
Kontinuierliche Formate wie ein monatliches offenes Bürgerforum – das Görli- Forum – oder
die verwaltungsinterne fachübergreifende Koordinierungsrunde sollten mit einigen größeren
Veranstaltungen und aufwendigeren Beteiligungsformaten kombiniert werden, um damit im
Laufe der zwei Jahre den Bogen von der Aktivierung der Beteiligten zu einer Verstetigung des
Prozesses zu schlagen.
Zweimal wurde das Projektdesign korrigiert: im Sommer 2012 wurde die Ebene der offenen
Werkstätten hinzugefügt in Reaktion auf den im Görli-Forum vehement geäußerten Wunsch,
noch eine Form zu schaffen, in der sich Bürger_innen und Verwaltung direkt auseinandersetzen und zusammenarbeiten könnten.

Abb. 43: Flyer von "Unser Görli", 2012

22

Zeitschiene als pdfDownload bit.ly/1fa5JOF

Die zweite grundlegende Korrektur wurde während der Winterklausur 2012/2013 infolge der
stetig abnehmenden Beteiligung am Görli-Forum beschlossen: für das Jahr 2013 wurde es ersetzt durch die Einladung der Bürger_innen zu thematisch eingegrenzten Treffen und zur konkreten praktischen Beteiligung an Projekten, die sich aus der Arbeit in 2012 ergeben hatten.
Die Gelder für Bürger_­­innenprojekte wurden in 2013 diesen und den erfolgversprechenden
Projekten aus dem Ideenaufruf 2012 zur Verfügung gestellt. Dazu gehörten u. a. das Familienfest 2013, der „Schmuckgarten“, die „Barfußpiraten“ und die „TrashMobs/ Kronkorkenmosaike“ (siehe Seite 30 ff).
Interessiert am Görlitzer Park sind viele Menschen mit verschiedensten kulturellen und sozialen Hintergründen und mit unterschiedlichen Nutzungsansprüchen. Daher wurden unterschiedliche Beteiligungs- und Informationsstrategien verfolgt. Zum einen geht es um Informationsvermittlung, zum anderen um die Sammlung von Informationen aus der Nutzerschaft.
Dann geht es um Mitbestimmung und Ideenentwicklung, Aktivierung von Eigenverantwortung
und Förderung bürgerschaftlichen Engagements.
Im Folgenden werden die wichtigsten Instrumente der Beteiligung dargestellt. Eine ausführliche Darstellung der Bauplanungsbeteiligung der letzten zwei Jahre findet sich im Abschnitt
Baumaßnahmen, Seite 18 ff.

Abb. 44: Görli-Forum, 2012

Abb. 45: Pamukkale-Werkstatt, Oktober 2012

Beteiligungsformen

Abb. 46: Görli-Forum, 2012

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Görlitzer Park | Umsetzung 2011 – 2013

1. Vernetzung im Kiez, Kontakt zu Einrichtungen

Abb. 47: Familienfest, 2013

Die Tatsache, dass die Projektleiter_innen seit mehr als zehn Jahren Anwohner_innen des
Parks und durch ihr Engagement in der Transition-Town-Initiative „Kiezwandler in SO 36“
bereits gut in den Kiezen am Park vernetzt waren, kam dem Projekt „UNSER GÖRLI“ sehr zugute.
Es gab eine fruchtbare Zusammenarbeit mit zahlreichen Kiezinitiativen und Einrichtungen,
mit Nachbarschaftshäusern, Grundschulen und Kitas. Unkomplizierte Kooperationen mit Initiativen und Einrichtungen und reichlich ehrenamtliches Engagement von vielen Beteiligten haben trotz kleinem Budget auch große Beteiligungsformate ermöglicht.
„UNSER GÖRLI“ hat regelmäßig in der Kooperationsrunde der Kinder- und Jugendhilfeprojekte
der umliegenden Quartiere – der Sozialraum AG IV – berichtet und Parkthemen diskutiert. Das
u. a. von dieser Runde organisierte jährliche Familienfest im Görlitzer Park, das Familien ermutigen soll, den Park wieder mehr für sich in Anspruch zu nehmen, wurde vom Projekt finanziell
und organisatorisch unterstützt und durch Infostand, Beteiligungswände und Mitmachaktionen
bereichert.
Durch zeitintensive aufsuchende Befragungen sowie die persönliche Kontaktaufnahme
anlässlich der Vorbereitung größerer Beteiligungsformate ergab sich ein enger Kontakt mit
weiteren Einrichtungen und Initiativen.
In der Vernetzung schlummert noch immer erhebliches Potential. Dies macht auch die Stakeholderanalyse im Rahmen des begleitenden Forschungsprojekts von Studierenden der
Europa-Universität Frankfurt/Oder deutlich (siehe Seite 38 f).
Die verwaltungsinterne Koordinierungsrunde sollte für Akteure vor Ort geöffnet und themenbezogen in wechselnder Konstellation fortgeführt werden. Diese sowie anlassbezogene Vernetzungstreffen von Interessierten in Stammtischen oder AGs sollten das ganze Jahr
über stattfinden.

2. Mediale Öffentlichkeitsarbeit
Um die Öffentlichkeitsarbeit so breit wie möglich aufzustellen, wurden die Informationen über
eigene Kanäle gestreut, beispielsweise über
„„die Webseite www.unsergörli.de
„„einen Facebookauftritt mit der Seite „UNSER GÖRLI“: facebook.com/unsergoerli.de
„„Presseerklärungen und Artikel für Zeitschriften
„„den projekteigenen Newsletter und thematische Mailinglisten
„„Druckerzeugnisse wie Flyer, Plakate und Aushänge im Park zu Projektinhalten, Veranstaltungsankündigungen

Abb. 48: Wrangelkiezblatt, 2013

24

Darüber hinaus wurde ein breites Informationsnetzwerk geknüpft mit Unterstützung durch
„„das Presseportal des Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg und seines Fachbereichs Grünflächen
„„das benachbarte Quartiersmanagement im Wrangelkiez, das regelmäßig im monatlichen
Newsletter und mehrfach durch Leitartikel im „Wrangelkiezblatt“ berichtete
„„den Infoverteiler der Sozialraum AG IV (Arbeitsgemeinschaft der öffentlichen Jugendhilfe
zur Vernetzung der im Stadtteil tätigen Projekte)
„„kontinuierlichen Besuch und Einträge in die von Anwohner_innen gegründete FacebookGruppe „Ich Wrangelkiez“
„„Artikel und Abdrucke von Informationen in den Monatsblättern der umliegenden Kirchengemeinden

Görlitzer Park | Umsetzung 2011 – 2013

Wichtigster Teil der Online-Öffentlichkeitsarbeit war die Erstellung, Betreuung und
Weiterentwicklung der im Herbst 2011 eingerichteten Webseite unsergoerli.de, die im Herbst
2013 zwischen 50 und 150 Aufrufe am Tag verzeichnete (Spitzen bei 300-500).
Veröffentlichungen der Webseite erschienen auch auf facebook.Der monatliche Newsletter
erreichte zuletzt über 300 Abonnent_innen, an die Tausend wurden durch kontinuierliche
Präsenz in der Facebookgruppe „Ich Wrangelkiez“ und über den Verteiler der „Sozialraum AG IV“
erreicht. Für die bessere Kommunikation und Abstimmung von Park-Aktiven wurden mehrere
thematische Mailinglisten eingerichtet. Zahlreiche Flyer, Plakate und Infotafeln wurden im
und um den Park zur Ankündigung von Veranstaltungen aufgehängt und verteilt, um auch die
zu erreichen, die nicht vorrangig das Internet nutzen.
Seit Mitte Juli 2013 bekam der Park eine massive regionale und überregionale Presseaufmerksamkeit unter anderem ausgelöst durch verfälschende Darstellungen der Drogenproblematik
in der B. Z. . Während ein beträchtlicher Arbeitsaufwand für Richtigstellungen und Interviews
entstand, kamen auch differenziertere und realistischere Presseberichte hinzu.
Eine große Auswahl von Presseberichten ist im Pressespiegel im Anhang dieser Broschüre
(Seite 51) zusammengestellt.

www.unsergoerli.de
facebook.com/unsergoerli

ausführlicher
Presse-Überblick:
unsergoerli.de/goerlipresse

Die Online- und Offline-Öffentlichkeitsarbeit bräuchte professionellen Support, um weitreichender, leichter zugänglich, mehrsprachig, interaktiver sowie der Presse gegenüber profilierter agieren zu können. Potential würde auch die stärkere Arbeit mit digitalen sozialen
Netzwerken bieten (vgl. Viadrina Seite 38f).

3. Info- und Leitsystem für den Görlitzer Park
Der Görlitzer Park braucht dringend ein international verständliches, kiezgemäßes und robustes
bzw. kostengünstig zu erneuerndes Leitsystem, das leicht die vorhandene Infrastruktur, allgemeine Regeln, Angebote und Ankündigungen zur Kenntnis bringt. Der Entwurf und die Umsetzung eines solchen Leitsystems konnten im Rahmen des Projekts nicht systematisch verfolgt
werden, einige Elemente und Entwürfe sind dennoch entstanden:
Anlässlich eines vom Quartiersmanagement Wrangelkiez organisierten Treffens mit KreativFirmen aus dem Kiez wurde eine Bedarfsskizze für die Neugestaltung der Eingangsschilder
erstellt. Bei dem Treffen ist die Projektleitung mit einem möglichen Sponsor und den Betreibern der bekanntesten sozialen Crowdfunding-Plattform “betterplace.org” in Kontakt gekommen- beides mögliche Quellen für finanzielle Unterstützung im niedrigen vierstelligen Bereich.
Gestalterische Unterstützung bleibt noch zu wünschen. Als Vorstufe für ein Leitsystem wurde
ein Orientierungsplan entwickelt und an zehn Orten im Park ausgehängt. Ende 2012 wurde
ein Übersichtsplan entworfen und in der Koordinierungsrunde weiterentwickelt; dort wurden
die zur Zeit ca. 30 wichtigsten Themen im Görlitzer Park verortet und priorisiert (Seite 17).
Leider wurden alle Exemplare des im Park ausgehängten Orientierungsplans innerhalb kurzer Zeit wieder abgerissen. Das macht erneut deutlich, wie wichtig es ist, dauerhafte Lösungen zu finden, beispielsweise großflächige Markierungen am Boden evtl. mit über Internet
abrufbaren Informationen zum Park (Görli-App), die nicht ohne weiteres entfernt oder zerstört werden können. Perspektivisch könnte auch der Themenübersichtsplan Görlitzer Park
online veröffentlicht werden, um Interessierten einen Überblick über das “System Görli” zu
bieten – möglicherweise mit Kommentar- und Erweiterungsmöglichkeit. Die zusammen mit
der Grafikerin Céline van de Velde celname.tumblr.com entworfenen Symbole für den Infocontainer (siehe auch Titelseite ) könnten evtl. auch für ein künftiges Leitsystem Verwendung finden.

Download
Orientierungsplan 2013:
bit.ly/1gTDoae
Download Bedarfsskizze
Eingangsschilder:
bit.ly/1hrjjrd
Download
Themenplan :
bit.ly/1gTqKIp
Entwurf
Grafiksymbole:
celname.tumblr.com

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Görlitzer Park | Umsetzung 2011 – 2013

4. Präsenz im Park / Infobox

6. Das Görli-Forum

Ein wichtiges Kriterium für das Erreichen einer breiten Beteiligung ist der unmittelbare Kontakt
zu den Stakeholdern und die leichte Erreichbarkeit der Koordinator_innen der Beteiligung.

2012 wurden acht Görli-Foren veranstaltet. Dies waren moderierte, für alle Bürger_innen offene Treffpunkte, die der Information, dem Austausch und der Netzwerkbildung rund um
Parkthemen dienten. Sie fanden monatlich in den Räumen des Kinderbauernhofs direkt im
Park statt.
Die ersten Görli-Foren waren sehr spannungsgeladen. Einerseits gab es die Erwartung von
Teilnehmenden, sich konkreter Arbeit an einzelnen Themen zuwenden zu können. Andererseits wurde von einigen ein grundsätzlicher Argwohn dem Verfahren gegenüber geäußert:
dieses werde von der Verwaltung missbraucht, um bestimmte Veränderungen im Park durchzusetzen, die den freiheitlichen Charakter des Parks einschränken sollten. Das Verfahren wurde von einigen als intransparent und pseudopartizipativ bezeichnet, auch weil die Anwesenheit von Politik und Verwaltung zu diesen Treffen nicht regelmäßig vorgesehen war. Die
Diskussionen waren politisch entsprechend aufgeladen.
Der Projektleitung gelang eine enge Kommunikation und erfolgreiche Konfliktbearbeitung mit
allen Seiten, sie war um unvoreingenommene Offenheit und Transparenz bemüht. Als Stadtrat Hans Panhoff einwilligte, zu Schwerpunktthemen gemeinsame Görli-Werkstätten unter
Beteiligung von Bürgerschaft, Politik und Verwaltung einzurichten, kam das dem Wunsch der
Anwesenden nach „direkter Demokratie“ entgegen. So wurde ab dem dritten Görli-Forum eine
konkret inhaltliche und auf Parkthemen bezogene Arbeit möglich. Es entstand ein respektvoller Umgang miteinander, auch bei abweichenden Meinungen.

Als Stakeholder (engl. ‚Teilhaber‘) wird eine Person oder Gruppe bezeichnet, die ein
berechtigtes Interesse am Verlauf oder Ergebnis eines Prozesses oder Projektes hat.

Abb. 49: Container als Info- und Gerätebox,
Dezember2013

„Seit über zwei Jahren müssen
wir beobachten, dass der Drogenhandel die Gesamtsituation
im Park verändert hat und die
Auswirkungen für uns immer
spürbarer werden. Eine Polizeirazzia jagt die andere und zugleich konnten wir feststellen,
dass der Kinderbauernhof an
die Grenzen seiner Kapazitäten
kommt. Auch unsere Befragung
hat ergeben, dass Eltern mit
kleinen Kindern den Park meiden und nur noch geschützte
Räume dort aufsuchen. Der
größte Wunsch der Kinder ist
es, dass es keine Drogendealer
mehr im Park gibt.“
Claudia Hiesl, Mitbegründerin
des Kinderbauernhof auf dem
Görlitzer Park e. V.

Fragebogen als PDFDownload:
bit.ly/1i4b8Gw
Link zur vorläufigen
Auswertung:
bit.ly/QRdX2G

Görlitzer Park | Umsetzung 2011 – 2013

Daher galt ein Augenmerk auch immer wieder der Gewährleistung einfacher Kontaktmöglichkeiten: Das Team war täglich telefonisch und persönlich erreichbar im nahe am Park gelegenen Büro in der Ratiborstraße.
„UNSER GÖRLI“ war bei vielen Gelegenheiten im Park präsent: bei den großen Beteiligungsformaten “Pamukkale-Werkstatt”, “OASIS-Spiel”, “Kinderbeteiligung zum naturnahen Spielplatz”, bei Begehungen, mit Marktständen und Infoständen, bei Familienfesten, Trashmobs
und schließlich tagtäglich als Anwohner_innen beim Durchqueren des Parks.
Im Sommer 2013 hat Andreas Teuchert zusammen mit der Grafikerin Céline van de Velde
celname.tumblr.com einen 2x2x3m großen Container des Fachbereichs Grün umgestaltet zu
einer Info- und Gerätebox und einem Kunstobjekt, das die vielfältigen Nutzungen und Themen
des Parks in kleinen Symbolen aufnimmt. Der Container befindet sich am Rande der Obstbaumwiese am Durchgang Falckenstein-/Glogauerstraße – für viele Nutzer­_innen und Anwohner_innen ein schwieriger Ort aufgrund der starken Präsenz von Cannabisverkäufern.
Der Container enthält Garten- und Gießgeräte für die benachbarten Obstbaum- und Schmuckgartenprojekte und wurde erstmals im Herbst 2013 als Ort für einzelne Sprechstunden genutzt. Die Vorderseite dient auch als Infotafel für Aushänge von Bezirk und Initiativen im
Görli. Bisher wurde das Objekt bis auf kleine Graffitis und Tags respektiert – ein Achtungserfolg,
da mit Vandalismus gerechnet werden musste.
Auch wenn die Präsenz des Teams und des Projektes vor allem im zweiten Jahr im Park
insgesamt recht intensiv und die häufige Erreichbarkeit des Teams gegeben war, wäre eine
noch regelmäßigere Präsenz vor Ort sinnvoll, beispielsweise mit festen wöchentlichen
Sprechstunden an der Infobox.

5. Befragungen
Interessen der Kinder- und Jugendhilfe am Park
Ein zu Beginn des Projektzeitraumes in der AG Sozialraum der umliegenden Jugendhilfeeinrichtungen angekündigter und anschließend per Mail versendeter Fragebogen zu den Interessen dieser Einrichtungen am Park hatte leider kaum Rücklauf.
Ideen/Wünsche/Kritik für den Görli
Bei Infoständen im Park wurde mehrfach eine 3qm große Karte des Görlitzer Parks eingesetzt,
auf der die Standbesucher_innen verschiedenfarbige nummerierte Punkte für Lob, Kritik und
Wünsche bezüglich des Parks verorten und dazu ein entsprechendes Formular ausfüllen konnten. Die Kommentare wurden dem Fachbereich Grünflächen übergeben, die Ideen wurden sukzessive zugänglich gemacht auf unsergoerli.de/euere-ideen.
Allgemeiner Fragebogen
In der Winterklausur 2012/2013 wurde ein Fragebogen entwickelt mit zehn Fragen zur Bewertung und Nutzung des Parks, zu einzelnen Bauplanungen und zu möglichem Eigenengagement. Dieser wurde 2013 bei Infoständen und Veranstaltungen eingesetzt. Zur Zeit werden die
Ergebnisse im Fachbereich Grün ausgewertet.

„Der Park bot sich für Familien
aus der Türkei an, Freiheit zu
genießen, sich unbefangen aufzuhalten – das ist jetzt nicht
mehr möglich. Das Problem ist
nicht die Herkunft der Dealer
oder die Farbe, die sie haben. Es
geht darum, dass es einfach zu
viel wird! Ich kann ohne meinen
Bruder oder meinen Mann nicht
mehr durch den Park laufen.“
Müjgan, Mutter im Kiez und
Leiterin eines türkischen Frauentreffs im Nachbarschaftshaus Centrum

Nach der anfänglichen Beschäftigung mit Themen wie
„„Müllvermeidung und –entsorgung
„„Grünpflege
„„Drogen und Sicherheit im Park
„„Kinder und Jugend
befassten sich das fünfte bis achte Görli-Forum vorwiegend mit der bevorstehenden Umsetzung der Wegeneugestaltung am sogenannten “Pamukkale-Platz”, die 2010/11 vom Fachbereich Grünflächen beschlossen worden war. Die endgültige Entscheidung über diese Baumaßnahme wurde in zwei dafür einberufenen Görli-Werkstätten entwickelt (Siehe Seite 19f).
Herausforderungen des Görli-Forums lagen in der Tatsache, dass mit einem wochentags in
den Abendstunden stattfindenden eher theoretischen und planerischen Format nur eine
bestimmte Klientel erreicht wurde, dabei zu wenige Menschen mit migrantischem Hintergrund. Ehrenamtliches Engagement weist nicht unbedingt den Umfang und die Kontinuität
auf, die eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe mit Verwaltungsstellen bräuchte. So war bei
den Teilnehmer_innen kaum Kapazität oder Bereitschaft vorhanden, zwischen den GörliForen an Themen weiterzuarbeiten. Die Dynamik wurde weiterhin gebremst durch die Fluktuation der Teilnehmenden bei der Behandlung der Themen. Der Fokus einiger Teilnehmer_innen lag auf Bedingungen, an denen die Organisator_innen nichts ändern konnten:
beispielsweise wurde immer wieder die Asphaltierung der Wege thematisiert, die vom Bezirk bereits vor Projektbeginn unumstößlich beschlossen und teilweise auch schon umgesetzt worden war, aber auch der Drogenhandel und das Problem der Gentrifizierung der
Kieze wurde immer wieder thematisiert und auf den Park übertragen. Insgesamt ergab sich
aus den Görli-Foren eine Sammlung von Themen und Ideen zu deren Bearbeitung, kaum
aber eine zunehmend eigenständig aktiv werdende Bürgerschaft.

Download Protokolle
Görli-Foren 2012:
bit.ly/1eWaJlS

Sowohl der Fragebogen als auch die vorläufige Auswertung können im Internet
angesehen werden (Siehe nebenstehende Links).
Abb. 50: Befragung Familienfest, 2013

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Abb. 51-53: Görli-Foren 2012

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Görlitzer Park | Umsetzung 2011 – 2013

Görlitzer Park | Umsetzung 2011 – 2013

Sinnvoll scheint, künftig eine Kombination von offenen Beteiligungsformaten anzubieten:
beispielsweise jährlich eine aktivierende Werkstatt mit Bürger_innen und Verwaltung – als
praktisch orientiertes, aktionsreiches Format wie das OASIS-Spiel – zu einem konkret anstehenden Mitgestaltungsvorhaben oder Bürgerprojekt. Damit halbjährlich im Wechsel könnte
eine großformatige themenoffene Veranstaltung – ähnlich dem Hearing „GÖRLI – WAS TUN? “
am 9. November 2013 – stattfinden. In Ergänzung dazu wären kontinuierliche kleinere Formate sinnvoll: beispielsweise AG-Treffen zu konkreten Themen oder ein offener Stammtisch, ein Görli-Forum, das jedesmal zu Gast bei einer der umliegenden Einrichtungen und
Initiativen sein und deren besonderen Bezug zum Park aufnehmen könnte.
Zur Verstetigung der Mitbestimmung wäre die Gründung eines Görli-Rates oder Vereins
durch interessierte Bürger_innen und umliegende Einrichtungen nach wie vor sinnvoll.
Zumindest anfänglich sollte dieser durch den Bezirk mitfinanziert werden.

7. Praktische Beteiligungsangebote und Förderung bürgerschaftlichen
Engagements
Ziele des Projektes „UNSER GÖRLI“ waren auch, bürgerschaftliche Verantwortungsübernahme für den Park zu fördern und das Nutzungsangebot für Anwohnende zu bereichern, um
deren Identifkation mit dem Park zu stärken. Dazu sollten Mitmach-Aktionen im Park angeboten, Treffpunkte und Freizeitangebote geschaffen werden, die als „Oasen“ fungieren und auf
den Rest des Parks ausstrahlen. Hierzu gab es unterschiedliche Herangehensweisen und Instrumente.

Abb. 54-57: "Lebenszeichen" für den Görli,
November 2011

trial-error.org
unsergoerli.de/lebenszeichen
Zwei Videos zur
Veranstaltung gibt es hier:
unsergörli.de/397/

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Aktion Lebenszeichen
Im Herbst 2011 waren Einrichtungen, Initiativen und Anwohnerschaft im und um den Görlitzer
Park aufgerufen, ein LEBENSZEICHEN für 2012 im Park zu hinterlassen. Die Fragen, die es zu
beantworten galt, waren: Wie willst du im Görli unterwegs sein? Was soll dafür passieren? Was
willst du dafür tun?
Ziel der Aktion war die Anregung einer öffentlichen Debatte über den Görlitzer Park und seine
Zukunft unter seinen Nutzer_innen und die Motivierung von Anwohner_innen und umliegenden Einrichtungen zu eigenen Projekten im Park. Sechzehn LEBENSZEICHEN-Tafeln wurden
inhaltlich von Anwohner_innen und Einrichtungen konzipiert und von Kindern der Fichtelgebirge-Grundschule und Erwachsenen unter Anleitung zweier Künstlerinnen von Trial&Error
aus Recycling-Materialien hergestellt.
Am Nachmittag des Freitag, 25. November 2011 wurden – unterstützt vom Grünflächenamt
und von Beteiligten sowie in Anwesenheit von Stadtrat Hans Pannhoff, und Vertreter_innen
von Politik und Presse – die LEBENSZEICHEN im Görlitzer Park installiert und der “Pfad der
LEBENSZEICHEN” gemeinsam beschritten. Die Reaktionen auf die Schilder waren teils zustimmend, teils kontrovers: vor allem die Schilder zu den Themen Wegesanierung (4) und Dealen
(9) gaben Anlass für leidenschaftliche Auseinandersetzungen – und erfüllten damit ihre Bestimmung.
Die Aktion war ein gelungener Auftakt zu zwei Jahren reger Auseinandersetzung darüber, wie
der Park in Zukunft gestaltet und genutzt werden sollte. Zum Frühjahr 2012 waren allerdings
der überwiegende Teil der Tafeln zerstört und die Holzbestandteile teilweise verfeuert worden.
Unter www.unsergoerli.de/lebenszeichen kann man die Standorte der Tafeln und deren Statement und Verfasser_innen einsehen.

Abb. 58-60 : Erstellung von Schildern mit "Lebenszeichen" für den Görli und Aufstellen im Park, November 2011

Wildnis Görli – ein Kinderbeteiligungsprojekt im Görlitzer Park
Den Görlitzer Park erkunden, auf Spurensuche gehen, schleichen, unbekanntere Orte entdecken. Ängste, Freuden und Wünsche bezüglich des Parks und seiner Nutzung artikulieren. Die
eigene Neugierde steht im Vordergrund und Lernen wird zum Abenteuer.
Ziel war es, durch das Erleben und direkte Erfahren der Umwelt mit all ihren Aspekten bedeutungsvolle Beziehungen zum Lebensraum und seinen Bewohner_innen aufzubauen. Da wir
schützen, was wir lieben, war das Ziel, diese Verbundenheit mit allen Sinnen für die Teilnehmer_innen wieder erfahrbar zu machen.
Zweites Ziel des Projektes war es, die Kinder den Park intensiv und aus einem nicht alltäglichen Blickwinkel erleben zu lassen, um Interesse an seiner Gestaltung und Nutzung zu wecken, ihnen verschiedene Situationen und Nutzungsmöglichkeiten des Görlitzer Parks nahezubringen und sie dabei zu unterstützen, eigene Vorstellungen und Wünsche, aber auch
Beteiligungsmöglichkeiten bezüglich der Zukunft des Parks zu formulieren.
Durchgeführt wurde das Projekt von Jürgen Klühr, Wildnispädagoge und Rahel Schweikert,
Moderatorin für Kinder- und Jugendbeteiligungsprozesse, mit Kindern der FichtelgebirgeGrundschule im November 2011.
Ergebnisse
Knapp die Hälfte der Kinder gab an, den Görli mehrmals wöchentlich zu besuchen, etwa drei
Viertel der Kinder sagten, sie kennen sich im Park recht gut aus.
Die Kinder haben etwa gleich viele positive wie negative Punkte für den Görli vergeben, dabei
beurteilten die Jungen den Park negativer als die Mädchen. Besonders positiv bewertet wurden der Kinderbauernhof (Tiere, Lagerfeuer, Verstecke) und die Platte (Rollschuh- und Skaterbahn, Spielmobil) sowie der „Zauberwald“ östlich zwischen Schmuckgarten und Zugang zum
Teich (Klettern, Verstecken, schöne Bäume), besonders negativ das Dealen im Durchgang Falckensteinstraße (Angst), der Tunnelrest in der Kuhle (Dreck, unangenehmer Geruch) und der
Teich (Gefahr zu ertrinken).
Die Kinder träumten davon, sich im nächsten Jahr für Blumen im Görlitzer Park zu engagieren
und wünschten allen Obdachlosen ein schönes Haus. Ein dritter starker Wunsch: ein „Rummel“ im Görli!
Der Traumpfad des Schlangen-Clan
(geträumt von der Klasse JÜL E Jahrgang 2011/12 der Fichtelgebirge-Grundschule bei der
Schatzsuche im Görli)
„Der Riese ist sauer! Geht dorthin, wo der große Riese aus Zorn ein Loch gestampft hat, weil
sein Bruder getötet wurde. Der zornige Riese begrub seinen Bruder in der Mitte des Lochs
und schrieb: „Habt euch lieb!“  Geht über die Steinwüste, die übriggeblieben ist und manchmal von Wölfen bewacht wird.  Bevor ihr das große Tor durchschreitet, wendet euch nach
rechts und geht dorthin, wo die kleinen Riesen einst auf Fahrzeugen gespielt haben. Der
Riese hat, weil er immer noch traurig war, einen Stein, den er von der Steinwüste mitgenommen hatte, auf die Wiese geworfen. Geht zu diesem Stein. Geht von hier in den Zauberwald. Geht zu dem Baum, an den der Riese ein weißes Viereck gemalt hat. Dabei hat er sich
seinen kleinen Finger bekleckert und hat einen Abdruck auf dem Astloch hinterlassen. Stellt
euch in das Baumhaus. Klettere auf den Baum und betrachte das Kreuz, das die Äste bilden.
Schau hindurch! Das Kreuz zeigt euch die Brücke über den Bach, an der der Schatz versteckt
ist.“

Abb. 62-64 : Projekt "Wildnis Görli", November 2011

Abb. 61 : "Lebenszeichen" im Görli,

Ein ausführlicher Bericht
findet sich unter
unsergörli.de/projekt-wildnis-goerli/

„Aborigines glauben an die
Macht der Träume – sie träumen
Drachenträume.
Das sind Träume, die so groß
und mächtig sind, dass sie in Erfüllung gehen.“
Jürgen Klühr, Wildnispädagoge

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Görlitzer Park | Umsetzung 2011 – 2013

Mehr Infos:
unsergoerli.de
ideenaufruf
bit.ly/1gTyoCL (= unsergoerli.de/?s=ideenaufruf
&submit=Suchen)

Ideenaufruf
2012 wurde ein Ideenaufruf zur Entwicklung und Umsetzung besonderer Aktionen bzw. Angebote im Park gestartet. Ideen für den Park und seine Nutzer_innen wurden mit einer Zuwendung für Sachmittel und Honorarkosten von max. 500 € und durch organisatorische Unterstützung gefördert. Möglich waren Themen, die Spiel und Sport, Bildung, Kunst und Kultur
sowie Sauberkeit und Pflege und die Sicherheit im Görlitzer Park fördern, aber auch experimentelle oder gesellschaftspolitische Aktionen.
Teilnehmen konnten alle Interessierten. Die eingereichten Projekte sollten einen ehrenamtlichen Anteil haben. Über die Auswahl der Projekte wurde im Rahmen des Görli-Forums entschieden – wer anwesend war, durfte mit entscheiden. Bei den meisten Projekten wurde vorher ein Stimmungsbild per Online-Bewertung eingeholt. Der Fachbereich Grün des
Bezirksamtes gab seine fachliche Stellungnahme zu den eingereichten Projekten ab.
Gefördert wurden u. a.:
yy Open-Air-Theater “Shakespeare im Park” www.shakespeareimparkberlin.org
yy “Bewegung mit Musik“: kostenlose rhythmische Sportgymnastik unter
fachlicher Anleitung im Park
yy „Nachhaltigkeit vom Görli bis Timbuktu“: Einführung in die Permakultur
yy „UNSER GÖRLI“- Chor: Chorproben im Park mit verschiedensten Görlinutzer_innen
yy Fahrradkino für den Görli: 100% pedalerzeugte Energie

Herbst 2012

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Der Ideenaufruf wurde durchaus angenommen, die Fördersumme reichte aber nicht aus, um
dauerhafte Angebote im Park zu etablieren. Am erfolgreichsten waren die Projekte, die weitere Finanzierungsquellen hatten, so dass die Fördersumme des Ideenaufrufs lediglich eine Zugabe war. Die Bereitschaft, rein ehrenamtlich eine regelmäßige Verpflichtung einzugehen,
erwies sich als gering.
Zugleich war der organisatorische Aufwand zur Bearbeitung der Anträge sowie zur Begleitung
der Projekte zu groß und im Rahmen des Projektauftrages von „UNSER GÖRLI“ kaum zu leisten.
Aus diesem Grund wurde im zweiten Projektjahr auf die ursprüngliche Form des Aufrufes
verzichtet. Mit den dafür bereitgestellten Geldern wurden im zweiten Jahr Bürgerprojekte
finanziert, die sich im ersten Jahr aus den unterschiedlichen Beteiligungsangeboten ergeben
hatten: der Schmuckgarten, die Barfußpiraten und die Kronkorkenmosaike mit den Trash Mobs.

Abb. 65:-68 OASIS-Spiel im Görlizer Park, September 2012

Görlitzer Park | Umsetzung 2011 – 2013

OASIS-Spiel im Görlitzer Park
Ein Highlight war das OASIS-Spiel, ein ursprünglich brasilianisches Beteiligungsspiel über zwei
Wochenenden im Spätsommer 2012: es sollten Begegnungen über Grenzen hinweg ermöglicht, gemeinsame Visionen entwickelt und Oasen im Görlitzer Park geschaffen werden.
Das Ergebnis war ein interkulturelles Fest am Durchgang Falckensteinstraße für zwei Tage, bei
dem alle gemeinsam gegessen, den Durchgang und den Brunnen gesäubert und getanzt haben.
Einige haben angefangen, dort im Schmuckgarten gemeinsam mit Männern aus Gambia und
Senegal zu gärtnern. Währenddessen hat der “FC Görli”, eine interkulturelle Sportlergruppe, Fußballtore auf der Rasensportfläche gebaut. Das alles hatte in der Tat etwas Überraschendes
und Visionäres, der Ort bekam ein völlig neues Gesicht und eine ganz andere Stimmung.

Kurzes Video
vom OASIS-Spiel:
bit.ly/J7RaM3
Link zur FacebookGruppe:
http://on.fb.me/
RXHKrC

Das OASIS-Spiel wurde erstmals in Deutschland durchgeführt. Organisiert wurde es in Kooperation mit Eva Ressel, Facilitator für Großgruppen-Veranstaltungen, und OASIS-Berlin, einer
Gruppe junger Frauen, die das Spiel in internationalen Zusammenhängen bereits erlebt hatten.
Reichlich ehrenamtliches Engagement von vielen Beteiligten haben trotz kleinem Budget dieses große Beteiligungsspiel ermöglicht.
Garten der Kulturen – Schmuckgarten
Im Sommer 2012 im Rahmen des OASIS-Beteiligungsspiels hatten Anwohner_innen unterstützt von „UNSER GÖRLI“ angefangen, zusammen mit Nachbar_innen und einigen Männern
aus Gambia vor Ort einen kleinen Teil des vernachlässigten „Schmuckgartens“ am Eingang
Falckensteinstraße zu gestalten und zu bepflanzen - mit vielversprechender Resonanz.
Daraus wurde 2013 ein kleiner Nachbarschaftsgarten mit Blumenbeeten und Gemüse in Hochbeeten. Der Schmuckgarten oder auch „Garten der Kulturen“ ist für viele Parknutzer_innen ein
schwieriger Ort, weil er eingeschlossen ist von Hecken und geprägt von einer starken Präsenz
von Cannabisverkäufern. Idee ist es, hier eine vielfältigere Präsenz und positive Energie zu
schaffen und Menschen unterschiedlicher Kulturen die Möglichkeit zu bieten, sich kennenzulernen, jenseits des Drogenhandels ins Gespräch zu kommen, möglicherweise unbegründete
Ängste und Vorurteile abzubauen und Respekt und Verständnis füreinander zu erhöhen, indem sie diesen vernachlässigten Ort zusammen neu gestalten und beleben.

Abb. 69: Entstehung des Schmuckgartens währende des OASIS-Spiels,
September 2012

„Die Leute kommen hierher um
ihr Leben zu verbessern und
auch um einen Beitrag zu leisten. Wenn man dann nicht teilhaben kann, macht das krank.
Deshalb ist es auch im Park
ganz wichtig, dass über Kreativität, über Aktivitäten Gemeinschaft entsteht – dass man einfach viel zusammen macht!“
Katharina Oguntoye, Projektleiterin Joliba – Interkulturelles
Netzwerk in Berlin e. V.

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Görlitzer Park | Umsetzung 2011 – 2013

Görlitzer Park | Umsetzung 2011 – 2013

Abb. 70-73 : Urban Gardening im Schmuckgarten im Görli 2013

„Wir sollten den Park nicht abschließen und verbarrikadieren! Vielmehr müssen wir die
Leute, die da sind, unterstützen! Wir müssen in gemeinsamen Austausch kommen, wie
zum Beispiel beim Schmuckgarten. Dadurch wird sich materiell
nichts ändern – es können sich
aber Vorurteile abbauen und
Verständnis entwickeln.“
Sascha, Anwohner

Bisher sind es neben einigen aus der afrikanischen Community vor allem jüngere Menschen
mit mitteleuropäischem Hintergrund, die diesen Ort nutzen.
Für den Schmuckgarten sollte für 2014 die Gartenfläche außerhalb des heckenumschlossenen
Bereiches in Richtung Obstbaumwiese erweitert werden, um eine größere Sichtbarkeit und
Zugänglichkeit zu erreichen und damit eine leichtere und breitere Beteiligung zu ermöglichen.
Es gibt eine Gruppe, die sich ehrenamtlich weiter engagieren will, trotz der Herausforderungen
des Ortes und auch wenn Verunreinigungen und gelegentlicher Vandalismus in Kauf genommen werden müssen.
Barfußort – Barfußpiraten
Im Rahmen der Erneuerung des Piratenschiff-Spielplatzes (siehe "Baumaßnahmen" Seite 18ff)
durch den Fachbereich Grünflächen wurde die Spielplatzfläche mit einer großen Wiese um ca.
50% erweitert. Zur Eröffnung am 29. Mai 2013 wurde diese Wiese zu einem „Barfußort“: frei
von Müll, Kippen, Kronkorken, Scherben und Hundekot. Alle sollen hier mit gutem Gefühl barfuß laufen können. Dazu bildete sich in Zusammenarbeit mit globalgestalten e.V. (globalgestalten.net) ein kleines Netzwerk von Kitas und Anwohner_innen, das sich um den Platz kümmert. Seitdem fertigten Kinder Hinweisschilder an und säuberten mehrfach den Platz.
Außerdem wurden gemeinsame Picknicks veranstaltet und mehrere Aktionen zur Zaungestaltung organisiert, wie beispielsweise Blumenpflanzungen entlang des Zaunes.
Die Mitglieder der Barfußpiraten werden bisher meist aufgrund organisierter Angebote oder
Anregungen aktiv. Die Selbstorganisation dieser Interessierten in einer unabhängigen Gruppe
anzuleiten und als eigenes Projekt zu etablieren und finanziell auszustatten, wäre sinnvoll.

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Abb. 74, 75 : Aktion Barfußpiraten am Barfußort / Piratenschiff-Spielplatz im Görli, 2013

Kronkorkenmosaike – TrashMobs
„UNSER GÖRLI“ hat mehrere “TrashMobs” finanziell und organisatorisch unterstützt, bei denen Katja Frenz und Doro Carl von globalgestalten e.V. zusammen mit dem Künstler Mathias
Waller (bit.ly/1cOvEFm) und Parknutzer_innen jeden Alters Kronkorken im Park gesammelt
und dauerhafte Kronkorkenmosaike daraus gestaltet haben. Eine besonders beispielhafte Aktion, die schwierigen Kleinmüll, den die Parkreinigung nicht entfernen kann, in ein Kunstwerk
mit großem Zuspruch verwandelt, das die übrig gebliebenen Betonrohlinge des ehemaligen
Pamukkale-Brunnens milieugerecht verschönert.
Das Projekt kann mit geringen finanziellen Mitteln weiterlaufen. Nachdem Fragen der Haltbarmachung der Farben der Kronkorken und des Untergrundes geklärt wurden, kann das Fundament des ehemaligen Brunnens so in einer dem Ort ausgezeichnet entsprechenden Weise
künstlerisch und gemeinschaftlich gestaltet werden und als lebendiges „Denk-Mal“ für die
Vermeidung und Umnutzung von Kleinmüll fungieren.
Mit der Entstehung und Weiterentwicklung dieser Projekte einschließlich der Entwicklung
eines Partzipativen Parkpflegewerkes (siehe Seite 37) ist eine strukturelle Grundlage geschaffen
für unterschiedliche Ansätze bürgerschaftlichen Engagements für den Görlitzer Park. Darüber
hinaus wurde immer wieder ein offizielles kulturelles Veranstaltungsprogramm am „Pamukkale-Platz“ gewünscht, das von interessierten Bürger_innen mitgestaltet werden kann.
Die zukünftige Aufgabe wird es sein, diese Strukturen zu nutzen und auszubauen – dazu
gehört vor allem eine finanzielle Mindestausstattung der Projekte sowie weitere organisatorische Unterstützung und die Vermittlung von Know How zur effektiven Selbstorganisation der Gruppen. Die Gründung weiterer AGs oder Bürgerprojekte müsste strukturell und
organisatorisch sowie bei Bedarf auch finanziell begleitet werden (z. B. durch einen Verein).

Abb. 76-79 : Sammlung von Kronkorken und Erstellen von Kronkorken-Mosaiken (TrashMobs) im Görli, 2012/ 2013

„Für die Kronkorkenmosaike
am Pamukkale haben Bewohner und interessierte die Kronkorken aus den Wiesen gesammelt und sie dann zu schönen
Mosaiken gemacht, um zu zeigen, dass man damit bessere
Dinge tun kann, als sie hier einfach liegen zu lassen , wo sich
andere Leute blutige Füße treten.“ Hans Panhoff, Stadtrat

globalgestalten.net
bit.ly/1cOvEFm

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Görlitzer Park | Umsetzung 2011 – 2013

Herausforderungen 2012 – 2013
Von den schwierigen Standortbedingungen und Voraussetzungen, mit denen "UNSER GÖRLI"
konfrontiert war, sind insbesondere die gesamtgesellschaftlichen Problemfelder Flüchtlingsund Drogenpolitik zu nennen, desweiteren stadtpolitische Entwicklungen wie Gentrifizierung
in den umliegenden Kiezen, zunehmender Partytourismus, zunehmende Grillverbote in anderen Parks.
Zu Beginn des Projekts herrschte eine unklare Beteiligungsstruktur: wo sollten Politik, Verwaltung und Anwohner_innen in den direkten Austausch kommen? Wie sollte Vertrauen da sein
nach mehreren vorhergegangenen Beteiligungsverfahren, die teilweise im Sande verlaufen
waren?
Pauschalisierende Gentrifizierungsvorwürfe gegenüber jeglicher Absicht, im Park etwas zu
verändern sowie generelles Misstrauen bei vielen Anwohner_innen gegenüber dem Bezirk
machten die Sache nicht leichter.
Sehr destruktiv wirkten sich die wiederkehrenden verfälschenden Presseberichte der B. Z. aus.
Der diesen folgende negative “Hype” durch die Presse im Mai 2012 und im Juli 2013 hat Bedrohungen und Sachbeschädigungen
 – 
gegen Anwohner_innen und UNSER GÖRLI provoziert, die
Urheber_innen rechneten sich selbst der linken Szene zu. Teile der radikalen Linken distanzierten sich zugleich von den Übergriffen.
Nach wie vor existieren bei den Besucher_innen und Anwohner_innen quer durch alle Bevölkerungsschichten und Kulturen sehr kontroverse Nutzungsansprüche an den Park und Uneinigkeit darüber, was dieser Ort sein soll: anarchischer Freiraum, Festivalfläche, normal regulierter,
gepflegter Park (evtl. mit Nachtschließung).
Die vielfältigen Aufgaben des Projektes „UNSER GÖRLI“- Konzeption und Planung, Koordination, aufwändige Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit – standen im Missverhältnis zum
Budget, so dass wesentliche Teile der Arbeit unentgeltlich verrichtet werden mussten, um den
Auftrag sinnvoll ausführen zu können.
Positiv kann die zunehmend vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen „UNSER GÖRLI“ und
dem Fachbereich Grünflächen des Bezirksamtes bewertet werden, sowie die fruchtbare Zusammenarbeit mit zahlreichen Kiezinitiativen und Einrichtungen, Nachbarschaftshäusern,
Grundschulen, Kitas. Unkomplizierte Kooperationen und reichlich ehrenamtliches Engagement von vielen Beteiligten haben trotz kleinen Budgets auch große Beteiligungsformate ermöglicht.

Görlitzer Park | Umsetzung 2011 – 2013

Themen, die kurz- bis mittelfristig konkret bearbeitet werden müssen, sind:
„„die Entwicklung eines Parkleitsystems (siehe Seite 25)
„„die Einrichtung betreuter Toiletten während der Sommermonate, die Verbesserung
der Müllbehälter und ihrer Standorte sowie Bewusstseinsbildung bzgl. Müllvermeidung und -entsorgung
„„Mit den unterschiedlichen Nutzer_innen und der Anwohnerschaft des Parks sollten 
– auch unter Zuhilfenahme von Umfragen – Verhaltensregeln ausgehandelt und die
Frage ihrer Durchsetzung geklärt werden. Der Park muss als Gemeingut verstanden
werden – Öffnung für alle, aber auch Mitverantwortlichkeit aller für seinen Zustand.
Auf Bezirksebene müssen die besonderen Herausforderungen dieser Fläche fachübergreifend
unter Einbeziehung der umliegenden Kieze und der vom Tourismus profitierenden Gewerbe
weiter diskutiert werden. Der erhöhte Betreuungsbedarf des Görlitzer Parks muss anerkannt
und finanziell langfristig ausgestattet werden.
Auch die Senatsverwaltung muss in die Verantwortung genommen werden, da der Görlitzer
Park als Tourismusmagnet von überregionaler Bedeutung und die Drogenproblematik ein gesamtgesellschaftliches Problem ist. In Zusammenarbeit mit Tourismuspartnern des Landes
Berlin sollte der Versuch unternommen werden, das anscheinend bereits international herrschende “Anything goes”-Image des Görlitzer Parks zu korrigieren.
Schließlich können einige Probleme bei entsprechendem politischen Bewusstsein und Willen
nur auf Bundes- bzw. Europaebene angegangen werden. Dazu gehören Lösungen für die
Flüchtlingsfrage wie Arbeitserlaubnis, Abschaffung der Residenzpflicht, Unterstützungsangebote und Eingliederungshilfen. Auch gehört dazu die überfällige Legalisierung des Handels mit
weichen Drogen und damit einhergehend die konsequente Unterdrückung des illegalen
Rauschmittelhandels, so dass konsequenter Schutz von Kindern und Jugendlichen vor Rauschmitteln möglich wird.

„Im Görli treten Widersprüche und Konflikte unserer Gesellschaft offen zutage. Um
die Probleme im Park zu lösen, bräuchte es eine multikulturelle,
mehrsprachige
Gruppe, die regelmäßig an
Sommerabenden und Feiertagen im Görli unterwegs ist.
Sie sollte den Menschen dort
auf entspannte und spielerische Art vermitteln, dass
jede_r Einzelne in jedem Augenblick die „soziale Plastik
Görli“ mitgestalten kann. So
könnte auf lange Sicht mehr
Bewusstsein, Verantwortlichkeit und Beteiligung entstehen ..."
Andreas Teuchert,
Projektleiter "UNSER GÖRLI"

Der Görlitzer Park ist und bleibt also ein bedürftiges, spannungsreiches, aber auch interessantes soziales und ökologisches Betätigungsfeld.
Um echte Veränderung zu bewirken, muss der Finanzrahmen eines Folgeprojektes deutlich
ausgeweitet werden. Zudem sollten Anwohnerschaft, soziale Einrichtungen, Gewerbe und
Bezirk, trotz Differenzen, in den Kernfragen ihre Kräfte bündeln, um ihren Forderungen
gegenüber höheren Instanzen Gewicht zu verleihen.

Empfehlungen
Die Projektleitung von "UNSER GÖRLI" ist zu der Auffassung gekommen, dass – um die
Folgen der auf den Park drückenden gesamtgesellschaftlichen Probleme vor Ort zumindest
abzumildern – das Zusammenwirken dreier Maßnahmen im Park nötig wäre:

Abb. 80: Andreas Teuchert ,
Rahel Schweikert /"UNSER GÖRLI",
Veranstaltung "GÖRLI – WAS TUN?",
November 2013

„„
Sozialarbeit: Ansprache, Kommunizieren von Verhaltensregeln und Beratungsangebote
für Menschen im Park (siehe Seite 40f)
„„
Grünpflege: für den Park zuständige_r Gärtner_in mit ökologischem und kommunikativem Know How als mögliche Konsequenz aus dem Parkpflegewerk (siehe Seite 36f)
„„
Parkkoordination und -kommunikation: Öffentlichkeitsarbeit und Bürgerbeteiligung,
Vernetzung der verschiedenen Akteure und Akteurinnen und der Koordinierungsrunde
der Verwaltung, Konfliktbearbeitung, Veranstaltungsorganisation und Förderung von
Bürgerprojekten und -engagement, dazu Vor-Ort-Präsenz, gegebenenfalls Aufbau eines
Bürgervereins.
Abb. 81 : OASIS-Spiel, September 2012

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Görlitzer Park | Umsetzung 2011 – 2013

Görlitzer Park | Umsetzung 2011 – 2013

Ökologie und Pflege
In den letzten Jahren gab es vielfach Klagen von Anwohner_innen bezüglich des Pflegezustandes und der Pflegemaßnahmen im Görlitzer Park. Dies betraf sowohl die Abfallentsorgung im
Park als auch die Grünpflege. Um das begrenzte Pflegebudget optimal zu nutzen, suchte der
Fachbereich Grünflächen nach modernen und effizienteren Konzepten für die Abfallentsorgung.
Zeitgleich entstand eine Gruppe von Anwohner_innen mit dem Wunsch nach einem verbindlichen Rahmen für die Grün- und Gehölzpflege, der auch naturschutzfachliche Anforderungen
berücksichtigt. Dieser sollte auch für interessierte Bürger_innen transparent und nachvollziehbar sein. Dies war der Anlass für die Beauftragung eines partizipativen und ökologischen
Parkpflegewerkes durch den Bezirk.

Abb. 82-84: Pflanzenvielfalt im Park

Innovative Abfallentsorgung, geht das?

Ein partizipatives und ökologisches Parkpflegewerk für den Görlitzer Park

Für den Görlitzer Park findet seit 2013 versuchsweise folgende Überlegung Anwendung:
„„Die Reinigungsintervalle müssen entsprechend den Gegebenheiten (Witterung, Besucheraufkommen, Events etc.) flexibler gestaltet werden und dennoch eine solide Kalkulationsbasis für die bietenden Unternehmen bilden.
„„Die Leistungsinhalte sollen stärker differenziert werden zwischen Gesamtreinigung
(Flächenreinigung) und Teilreinigung (hot spots).
„„Die Reinigung des Parks wird mit Pflegeleistungen ergänzt, damit der Dienstleister noch
häufiger vor Ort tätig ist, und damit auch schnell auf besondere Verschmutzungen reagieren
kann.

Für den Görlitzer Park erarbeitet nun das Landschaftsplanungsbüro „Ökologie und Planung“
im Auftrag des Bezirksamtes Friedrichshain-Kreuzberg ein Parkpflegewerk. Dabei werden seit
Oktober 2013 bis Juni 2014 die Tier- und Pflanzenwelt und der Boden untersucht sowie Schutzmaßnahmen entwickelt. Im Vordergrund des Pflegewerks steht, wie man die Parkpflege mit
den verschiedenen Nutzungsanforderungen und dem Naturschutz vereinbaren kann. Ziel ist
u. a. auch, im Görlitzer Park Biodiversität und Artenschutz zu fördern und weiter zu entwickeln. Dabei werden die Vorstellungen der verschiedenen Nutzergruppen in die Entscheidungsprozesse einbezogen. Hierzu wird unter anderem eine Bürger_innen-AG einbezogen,
und es werden Informationsrundgänge angeboten. Außerdem soll geprüft werden, inwieweit
die intensive ökologische Pflege von Teilflächen durch punktuelle fachlich begleitete Mitarbeitsangebote für naturinteressierte Bürger_innen unterstützt werden kann.

Im Ergebnis bedeutet dies, dass für den Görlitzer Park neben jahreszeitabhängigen Reinigungsintervallen zusätzliche Reinigungsoptionen an Wochenenden und besonderen Feiertagen (Ostern, Pfingsten, 1. Mai ...) vertraglich vereinbart worden sind. Ferner wurden zusätzliche Hot-Spot-Reinigungen vergeben, insbesondere zusätzliche Papierkorbleerungen
einschl. eines Radius von 5 m um die Abfallbehälter. Zur Finanzierung dieser Schwerpunktreinigungen mussten allerdings die regelmäßigen Flächenreinigungen etwas zurückgefahren werden.
Erste Erfahrungen aus 2013 zeigen, dass das Sauberkeitsempfinden zugenommen hat. Insbesondere lässt sich feststellen, dass es rund um die Papierkörbe sauberer ist, als auf manchen
Rasenflächen. Fazit: Es lohnt sich, nach dem Picknick Abfälle zu den Abfallbehältern zu bringen, da dann auch die Rasenflächen deutlich sauberer bleiben.

Arbeitsgruppe Ökologie und Pflege
Eine Gruppe von Anwohner_innen hatte sich Anfang 2013 anlässlich der bevorstehenden Ausschreibung des Parkpflegewerkes für den Görlitzer Park erneut zusammen gefunden. Unterstützt wurde sie vom Arbeitskreis Stadtnaturschutz des BUND sowie organisatorisch von
„UNSER GÖRLI“. Nach zwei öffentlichen Begehungen im Frühjahr 2013 teilte die Gruppe dem
Bezirk mit, was aus ihrer Sicht bei der bevorstehenden Ausschreibung eines Parkpflegewerkes
für den Görlitzer Park Berücksichtigung finden müsste, um dabei einerseits auf die Situation
im Park – höherer Nutzungsdruck auch durch Nichtanwohner_innen bzw. Tourismus – zu reagieren und andererseits idealerweise Aspekte einer noch zu entwerfenden kommunalen Strategie zum Schutz der biologischen Vielfalt vorwegzunehmen. Zentrale Themen neben naturschützerischen Anliegen und fachgerechter Pflege sind der Wunsch nach der Entstehung eines
an den personellen und finanziellen Gegebenheiten praktisch orientierten Parkpflegewerkes,
nach transparenter Kommunikation und einem festen Ansprechpartner für die Pflegearbeiten.
Außerdem soll ausgelotet werden, ob und wie sich Interessierte sinnvoll unter fachlicher
Anleitung aktiv in die naturschutzfachliche Grünpflege einbringen können. Ziel ist es, im
Görlitzer Park auch Orte der Ruhe und Entspannung im Einklang mit Flora & Fauna zu erhalten und zu stärken.
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Abb. 85: Arbeitsgruppe Ökologie bei der Vor-Ort-Begehung, 2013

unsergoerli.de/
ag-oekologie-und-pflege

Untersuchungsgebiete
Pflanzen – Barbara Markstein und Bernhardt Palluch vom Büro „Ökologie & Planung“ untersuchen die Pflanzenwelt im Park. Rasenflächen, Säume und Gebüsche werden in Karten dargestellt und anhand ihrer Bedeutung für die Artenvielfalt bewertet.
Bäume – Der Baumgutachter Nicolas A. Klöhn betrachtet den Baumbestand im Görli. Alter, Gesundheit, Entwicklungszustand und -potenziale von Einzelbäumen und Beständen werden
bewertet, um die Bäume in Zukunft besser pflegen zu können.
Tiere – Andrea Wolter hatte im Juni 2013 im Auftrag des Bezirks eine Brutvogelkartierung im
Park vorgenommen. Christoph Saure ist Experte für Wildbienen und wird die Tiere an ihren
Nist- und Nahrungsplätzen erfassen und bestimmen. Karl-Hinrich Kielhorn und Jens Esser bestimmen die Käfer, die im Park leben. In alten Bäumen und im ehemaligen Bahnhofsgebäude
wird Tobias Teige nach Fledermäusen suchen. Mit den bei den Untersuchungen ermittelten
Daten können im Görlitzer Park geeignete Maßnahmen zum Schutz dieser Tiere umgesetzt
werden.
Boden – Rainer Gryschko untersucht die Böden im Görlitzer Park und wird die Schlammdicke
im Teich ermitteln. Die Proben werden unter anderem auf Schwermetalle untersucht, um zu
prüfen, ob im Görli Nutzpflanzen angebaut werden können.

„Meines Erachtens ist es schon
viel sauberer geworden.
Wir haben unser Reinigungssystem umgestellt hier im Park:
wir lassen jetzt fünfmal die Woche die Mülleimer leeren und im
Radius von fünf Metern drumherum reinigen. Den Dreck auf
der Wiese lassen wir liegen und
räumen ihn nur einmal wöchentlich weg. Ich hoffe, dass
so irgendwie in die Köpfe reingeht, dass wir die Mülleimer
dafür haben, dass man den
Müll da rein tut.“
Hans Panhoff, Stadtrat für Planen, Bauen, Umwelt und Immobilien in Berlin FriedrichshainKreuzberg

unsergoerli.de/xksjvdf

Ansprechpartner zur Beteiligung der Parknutzer_innen
und Interessengruppen am Pflegewerk:
Barbara Markstein und Bernhardt Palluch
vom Büro „Ökologie und Planung“
mail: Oekologie-Planung@t-online.de
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Görlitzer Park | Umsetzung 2011 – 2013

Görlitzer Park | Umsetzung 2011 – 2013

Abb. 86:
Verteilung Akteure/Stakeholder

Begleitende Projekte
Praxisseminar Stadtplanung
der Viadrina Universität Frankfurt Oder
Viadrina

Im Wintersemester 2012/13 nahm ein Forschungsseminar mit 15 Masterstudierende seine
Arbeit zum Projekt „UNSER GÖRLI“ auf. Ziel war es, die Studierenden aus dem Seminarraum
heraus zu bringen, um wertvolle Einblicke in die Arbeitswelt zu bekommen und Wissen praktisch anzuwenden. Zugleich ging es um praktische Unterstützung für das Projekt, denn die
Europa Universität Viadrina versteht sich auch als zivilgesellschaftliche Organisation, die sich
mittels Forschung und Lehre für eine soziale und demokratische Gesellschaft einsetzt.
Nach einer Einführung in die Theorie zur partizipativen Stadtplanung arbeiteten die Studierenden gemeinsam mit der Projektleitung von "UNSER GÖRLI" an konkreten Projekten und
begleiteten diese wissenschaftlich. So führte eine Gruppe eine Umfrage unter Senior_innen im
Umfeld zum Görlitzer Park durch. Eine andere Gruppe war bei der Konzeption und Durchführung von Kinderbeteiligung für die Planung eines Spielplatzes aktiv.
Im Sommersemester 2013 haben Studierende sich außerdem auf die Evaluation der Arbeit des
Projektes "UNSER GÖRLI" konzentriert. Dazu wurde unter den Beteiligten und Parkanwohner_innen eine qualitative Umfrage zu den Themen Inklusion und Partizipation, Kommunikation und Nachhaltigkeit durchgeführt.
Die Evaluation mündete in Empfehlungen, wie Barrieren zur Beteiligung abgeschafft und
Online-Kommunikation optimiert werden können, und wie es gelingen kann, langfristige
Ermöglichungsstrukturen zu schaffen.

Aus den Studienergebnissen

Die Forschenden haben in einer Vergleichsanalyse mit anderen Beteiligungsverfahren in Parks
zu den verschiedenen Untersuchungsfeldern weitere Handlungsansätze zusammengetragen:
Zur Inklusion
„„Langfristige Ermöglichungsstrukturen schaffen, die zum aktiv-Werden ermutigen und
persönliches Engagement begünstigen.
„„Bewusste Einplanung von Möglichkeiten zur gemeinschaftlichen Verantwortungsübernahme bei der Parkgestaltung, das Vorleben positiven Handelns und die Schaffung einer
zum richtigen Handeln motivierenden Infrastruktur, ggf. Parkwächter.
„„Ermöglichung des individuellen Eingreifens von ehrenamtlichen Fachkräften. Bürgerschaftliches Engagement kann allerdings nicht den Bezirk in seiner Verantwortung ablösen,
es kann höchstens zur Parkverschönerung beitragen, beispielhaft ehrenamtliches Engagement von Gärtner_innen zur Gehölzpflege oder Pflege von Spielplätzen im Rahmen von
Spielplatzpatenschaften am Park ansässiger Eltern und Einrichtungen.
„„Urban Gardening als eine gute Option, Menschen zu integrieren, die sich sonst wenig an
partizipatorischen Initiativen beteiligen würden, so kann auch unter Menschen, die nicht
die gleiche Sprache sprechen, ein positives Gemeinschaftserlebnis geschaffen werden.
Zur Kommunikation
„„Kultursensible mehrsprachige Kommunikation, besonders vor Ort.
„„Professionalisierung des Internetauftrittes und der social-media-Strategie und eine
Suchmaschinenoptimierung (SEO).
„„Hohe physische Präsenz im Park, gerade auch am Wochenende und auch von zuständigen
Personen aus Politik und Verwaltung. So können sich Tourist_innen über den Park informieren und interessierte Bürger_innen für Beteiligungsprojekte gewonnen werden.

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Zur Nachhaltigkeit
„„Klare Absprachen als Notwendigkeit für eine positive Bürgerbeteiligung. Der Rahmen einer Bürgerbeteiligung muss von vornherein abgesteckt werden – nur „ein bisschen“ geht
nicht, wenn Partizipation zugelassen wird, dann auch in allen Projektphasen.
„„Konsens- statt Kampfentscheidungen.
„„Verzahnung von nachhaltigen Strukturen wie einem Görli-Verein mit einer langfristigen
Finanzierung, alternativ oder zusätzlich eine gut vernetzte Person für die Parkkoordination als dauerhafte Lösung.
„„Transparenz, Kommunikation auf Augenhöhe und regelmäßige Rückkopplung und Reflexion aller Beteiligten über die Ziele, den Prozess und die erreichten Ergebnisse zur Neuausrichtung der Handlungsstrategien.
Die Studierenden sehen zudem ein großes Potential weiterer bisher wenig oder gar nicht beteiligter Stakeholder: es gibt insgesamt viele Netzwerker_innen, Vereine und Parknutzer_innen, die
tendenziell ein Interesse am Schicksal des Parks haben. Ein Bruchteil ist tatsächlich am Ausführungsprozess beteiligt. Ein überaus großer Anteil könnte jedoch netzwerken und somit sehr
nützlich für den weiteren Verlauf partizipativer Projekte sein. Darüber hinaus wird deutlich, dass
sich nur wenige Vereine und gar keine Gewerbe kontinuierlich im Park engagieren. Obwohl nur
vereinzelt, gibt es einige Planer, die in Projekte eingebunden sind. Hier bestünde definitiv
Potential für eine engere Zusammenarbeit.

Partizipation im Görli
Evaluation von
Bürgerbeteiligungsverfahren
im Görlitzer Park
Lehrforschungsseminar
„Partizipative Demokratie
in Theorie und Praxis“ an der
Europa-Universität Viadrina,
2013

Link zur Studie:
unsergoerli.de/
forschung

Zur Problematik des Cannabishandels äußern sich die Studierenden wie folgt:
„Es gibt eine Schwarzafrikanische Community in und um den Park, der sich Neuankömmlinge
anschließen, weil sie sich an dem ihnen bekannten Netzwerk orientieren. Dabei geht es auch
um die Suche nach Anschluss, um Kontaktpersonen in einer neuen, ungewohnten Umgebung.
Dass die Möglichkeit, innerhalb dieses Netzwerkes besteht, sich durch den Verkauf von Marijuana einen Unterhalt zu finanzieren, ist offensichtlich. Sie wird auch durch strukturelle Voraussetzungen geschaffen, da die deutsche Asylpolitik wenig Alternativen bietet, solange sich
der Status des Asylbewerbers noch in Bearbeitung befindet. So entwickelt sich kausal die Situation, dass sich illegale Berufsfelder in bestimmten Netzwerken ausbreiten und leicht zugänglich werden. Wenn die Knotenpunkte des Netzwerkes also in andere Arbeitsbereiche dirigiert
werden, könnte dies einen ausschlaggebenden Effekt auf alle nachkommenden Zugänge in
das Netzwerk haben. Diese Arbeit ist eine Alternative zu der reinen Strafverfolgung durch die
Polizei im Park und fällt in den Aufgabenbereich von Streetworking und Sozialarbeit. Sie kann
in der Praxis nur mit Hilfe von Türöffnern geschehen, die bereits einen vertrauensvollen Umgang mit den Beteiligten pflegen.“
Studierendengruppe:
Gesche Loft, Florian Tienes, Anna Lena Wollny,
Janina Matzke, Laura Strömpel und Lara Schillings
Ansprechpartner/ Dozenten: Sebastian Mehling, Anna Schwarz
Kontakt: mehling@europa-uni.de

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Görlitzer Park | Umsetzung 2011 – 2013

Görlitzer Park | Umsetzung 2011 – 2013

Streetworking im Görlitzer Park
Seit Langem hält sich im Görlitzer Park eine wachsende Gruppe von Cannabishändlern auf. In
den letzten drei Jahren wurde der illegale Markt dort zunehmend von Männern afrikanischer
Herkunft übernommen. Mit der Anzahl der Dealer wuchsen auch die Spannungen zwischen
dieser Gruppe und der anwohnenden Bevölkerung: es gab und gibt Klagen über die „Besetzung“ der Parkeingänge, belästigende Ansprache - besonders von Frauen – sowie Beobachtungen, dass Cannabis auch an Minderjährige verkauft wird.
Die polizeilichen Maßnahmen der letzten Jahre haben den Handel nicht verdrängen und auch
nicht zur Deeskalation der sozialen Spannungen beitragen können. Daher fand im Herbst
2013 im Auftrag des Bezirks eine Infokampagne mit Sozialberatung für Dealer und Menschen
afrikanischer Herkunft im Görlitzer Park statt, um vor allem die soziale Konfliktlage zu entspannen.
Die Ziele
Die Ziele einer direkten Ansprache und der Verteilung von Infoblättern waren:
„„diese Personengruppe über die Illegalität des Handels mit Cannabis, insbesondere den
Kinder- und Jugendschutz betreffend, aufzuklären,
„„ein respektvolles Sozialverhalten der Zielgruppe zu erreichen und zumindest Ansprache
und Verkaufsangebote an Kinder und Jugendliche zu unterbinden,
„„Hilfestellung anzubieten in Form von Sozialberatung sowie Bildungsangeboten.
Abb. 87 : Anonyme Plakat-Aktion
im Görlitzer Park zum Thema
schwarze Flüchtlinge, 2012

„Viele vertreten die Ansicht:
'Leute, die dealen, mit denen
kann man ja gar nicht reden...
ich will damit gar nichts zu tun
haben...' Aber: Ich weiß doch,
das sind Menschen – also gehe
ich auf sie zu und frage sie:
'Was würdet ihr gern machen,
wenn ihr hier nicht stehen würdet?'“
Katharina Oguntoye, Projektleiterin Joliba – Interkulturelles
Netzwerk in Berlin e. V.

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Außerdem sollte durch eine informelle Befragung etwas über die persönliche Situation und die
Hintergründe der betreffenden Personengruppe in Erfahrung gebracht werden, um gegebenenfalls Maßnahmen zu entwickeln, die den Ausstieg aus dem Drogenhandel erleichtern bzw.
den Einstieg weiterer Personen mit ähnlichen Hintergründen verhindern können.
Das Konzept
Der Träger Joliba e. V. – seit 1997 mit der Thematik in Berlin lebender Afrikaner_innen und
schwarzer Menschen unterschiedlicher Herkunft befasst – stellte ein multikulturelles Projektteam zusammen, darunter mehrere Menschen mit afrikanischen Wurzeln. Im Projekt war außerdem die Möglichkeit vorgesehen, mit dem Kooperationspartner Fixpunkt e. V. auf Bedarfe
für eine Drogenberatung eingehen zu können.
Die direkte Ansprache wurde mit einem ghanaischen Teamkollegen intensiv vorbereitet und
erfolgte in sechs europäischen und drei afrikanischen Sprachen sowie auf arabisch. Wichtige
Grundsätze waren eine ausführliche persönliche Vorstellung, in der der Zweck des Gespräches
genannt wurde, ein zurückhaltendes und höfliches Auftreten und eine nicht vorverurteilende
Haltung gegenüber der Zielgruppe (bezogen auf eine eventuelle Beteiligung am Cannabishandel). Unterstützend wurden Infoblätter in vier Sprachen gestaltet zur Vermittlung der genannten Informationen und erwünschten Verhaltensweisen sowie der Angebote von Joliba und
Fixpunkt e.V.
Der Projektverlauf
Im Projektzeitraum wurden ca. 500 Personen angesprochen, davon waren etwa 98% männlich. Bei der Befragung wurden als Herkunftsländer überwiegend Senegal, Gambia, Guinea,
Guinea-Bissau, Mali, Sambia, Nigeria und Ghana angegeben.
Zur Sozialberatung im Joliba-Center kamen ca. 50 Personen. Davon nahmen etwa 17 Personen
unregelmäßig am Deutschkurs teil, hier war der Bedarf größer als die vorhandenen Kapazitäten. 6 Personen wurden bei Behördengängen begleitet, und 6 – 10 Personen nutzten die PCEinführung und PC-Nutzungszeiten. 4 Personen kamen fast täglich und nahmen am wöchentlichen gemeinsamen Essen teil.

Die Inhalte der Sozialberatung waren
„„Beratung zur Gesundheit und begleitender Arztbesuch, Traumatisierung und psychische
Probleme
„„Wohnungssituation, -suche und Obdachlosigkeit, Arbeitssuche
„„Aufenthaltsproblematik
„„Partnerschaftsprobleme, Umgangsrecht mit Kind (eine Mediation zwischen Eltern mit zwei
Kindern), Vermittlung von Einzelfallhilfe an Jugendliche, Familienzusammenführung
Zur persönlichen Aufenthaltssituation gab es folgende Angaben:
„„legaler Aufenthalt in Deutschland und legales Arbeitsverhältnis
„„Aufenthalt als Touristen mit legalen Aufenthaltspapieren eines anderen europäischen
Landes
Offensichtlich waren viele Angesprochene aber auch sehr gestresst und in illegale Aktivitäten
um den Drogenhandel verstrickt (hierarchische Strukturen, Angst).
Als persönlicher Beschäftigungswunsch wurden vor allem praktische Berufe genannt: Bauarbeiter, Elektriker, Koch, Schreiner. Viele bekräftigten, dass sie jede Arbeit annehmen würden.
Bei den Bildungswünschen wurden vor allem Spracherwerb deutsch, englisch, PC-Kurse, aber
auch Alphabetisierung genannt. Weitere Interessen waren Fußball spielen, Musik machen und
Nähen.

Man muss den Menschen, die
hier im Park verkaufen, auch
etwas anbieten. Einfach nur zu
sagen 'Hier nicht!', löst das Problem nicht.“
Monika Herrmann, Bezirksbürgermeisterin Berlin Friedrichshain-Kreuzberg

„Beteiligt uns an den Aktivitäten und Möglichkeiten im Park!
Wir möchten Mitglieder der Gesellschaft sein! Es müssen Arbeitsmöglichkeiten geschaffen
werden, damit Immigranten
verantwortungsbewusste Menschen werden können. Wir alle
wären glücklicher, wenn alle
Immigranten nach Glück und
Freiheit streben dürften.“
Kora Cherno, Gambianer mit
legalem Aufenthalt in Europa

Resümee
Katharina Oguntoye von Joliba e. V. zieht für den Testlauf dieses Projektes ein positives
Resümee. Die Zusammenarbeit mit Fixpunkt e. V. und mit der Parkorganisation „UNSER
GÖRLI“ sowie die Vielsprachigkeit und ein kultursensibler und respektvoller Ansatz des Projektes haben dazu beigetragen, dass das Vertrauen der Zielgruppe gewonnen werden konnte. Der deutlich überwiegende Teil der Angesprochenen begegnete den Streetworker_innen
höflich und freundlich. Durch die informelle Befragung und die Erfahrungen in der Sozialberatung konnten erste Einblicke in die Bedürfnisse der Zielgruppe gewonnen werden.
Es versteht sich von selbst, dass die Angebote von Joliba e. V. kein Mittel zur Veränderung
der Drogenproblematik im Park und in Berlin generell sein können. Fortführung und Ausbau
dieser Maßnahme mit ihren spezifischen Konzepten für Afrikaner_innen würden jedoch auf
eine Entspannung der Situation im Park hinwirken. Die Themenbreite und Intensität der
Problematiken zeigt, dass ein professionelles Beratungsangebot für den Umgang mit der
Zielgruppe im Görlitzer Park unerlässlich ist.

Abb. 88 : Katharina Oguntoye
Veranstaltung GÖRLI-WAS TUN?/
Hearing, 9.11. 2013

Nähere Informationen zum Projekt:
Kontakt Joliba e. V. :
E-Mail: joliba@snafu.de
Ansprechpartnerin: Katharina Oguntoye - Projektleiterin
Beratungscenter:
Görlitzer Straße 70, 10997 Berlin
Tel.: 030-610 76 802
Büro:
Manteuffelstr. 97, 10997 Berlin
Tel.: 030-695 69 144

www.joliba.de
www.joliba-online.de

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Görlitzer Park | Umsetzung 2011 – 2013

Görlitzer Park | Umsetzung 2011 – 2013

Zur Situation der Roma-Familien im Görlitzer Park
und den anliegenden Straßen
„Wir haben zwei Monate lang
im Park gelebt und im Auto geschlafen. Dann haben wir Hilfe
von Nachbarn erhalten. Sie haben uns einen Schlafplatz und
Arbeit besorgt. Ich wünsche allen, dass sie nicht im Park
schlafen müssen und dass sie
eine gute Situation und eine
Schule für ihre Kinder finden.“
Florentina Babu, Roma in Berlin, Mutter von zwei Kindern.

Seit 2010 gibt es in Friedrichshain-Kreuzberg – wie auch in anderen Bezirken der Stadt - die
Problematik, dass wohnungslose Sinti und Roma in PKWs und Parkanlagen übernachten.
Zur Lage im und am Park
Im Juli 2013 lebten ca. 30 – 40 Angehörige von Roma-Familien aus Rumänien ohne Wohnsitz
und feste Unterkunft am Rande des Görlitzer Parks, überwiegend in Autos in der Görlitzer
Straße und Wiener Straße; darunter waren ca. 10 – 15 Kinder. Sie hielten sich tagsüber im Park
auf und nutzten – soweit vorhanden – Wasserquellen unter anderem zum Waschen. Der Ort unter dem Schleppdach des Gebäudes Haus 3 des Jugendhilfeprojektes Kreuzer wurde nicht
mehr  – wie in den Vorjahren – zum Nächtigen genutzt, doch wurden vereinzelt im Park verteilt
übernachtende Angehörige der Roma festgestellt. Es lagen teilweise erhebliche Beschwerden
wegen Campieren im Park und auf der Straße vor sowie wegen Müll und Lärm.
Maßnahmen im und am Park
Der Fachbereich Grünflächen kann das Übernachten im Park nicht dulden. Zurückgelassene
Matratzen und sonstige Gegenstände wurden regelmäßig entfernt. Ein weiteres Problem war
die Verrichtung der Notdurft im Park, was eine Verschmutzung und Geruchsbelästigung zur
Folge hatte. Hilfestellungen zur Verbesserung der Situation waren schwierig, da kein Aufenthaltsort oder sanitäre Anlagen zur Verfügung gestellt werden konnten.
Die Situation im Park wurde in der Woche jeden Tag vom Ordnungsamt kontrolliert. Der Fokus
des Ordnungsamtes in dieser Angelegenheit lag auf Verstößen gegen das Grünanlagengesetz und das Berliner Straßengesetz sowie in dem Bemühen, das Überhandnehmen der Übernachtungen in Fahrzeugen und in Grünflächen zu verhindern. Zur Durchsetzung dieser Anliegen
fehlte dem Amt ein geeignetes Instrumentarium. Eine ständige Präsenz des Ordnungsamtes
wurde als unverhältnismäßig und kapazitätsmäßig leistbar eingestuft.

Abb. 89: Roma als Teilnehmende
der Veranstaltung GÖRLIWAS TUN?/ Offenes Forum,
9.11. 2013

Zur Situation der Roma-Familien
Im Wesentlichen resultieren die Probleme der obdachlosen Roma-Familien am und im Görlitzer
Park aus ihrer Armut. Die Lebensumstände der Familien sind indiskutabel schlecht und elend,
insbesondere die hygienischen Verhältnisse (keine Toiletten und kein fließendes Wasser) und
die gesundheitliche Situation. Es ist davon auszugehen, dass die genannten Menschen nicht
krankenversichert sind. Die Kinder haben ein Recht auf Beschulung, dies wird aber in der Regel
nicht in Anspruch genommen. Die Frauen und Kinder sind in besonders nachteiliger Weise betroffen, da ihr Bedarf an Schutz und Geborgenheit nicht erfüllt werden kann.
Die Versorgung mit Wohnraum ist der dringendste Bedarf der Familien und die Grundvoraussetzung für das Greifen aller anderen sozialen Systeme. Die Familien selbst formulieren dringend den Wunsch nach Arbeit und Wohnung, um sich und die Kinder angemessen versorgen zu
können. Sie wissen, dass sich die weitere Verbesserung ihrer Situation daraus ergibt: die Veränderung der Einkommenssituation und damit verbunden die Abkehr von illegaler Beschäftigung und Kleinkriminalität zum Lebenserhalt, Bildung insbesondere für die Kinder, Zugang zu
gesundheitlichen Leistungen und Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch II.
Hilfemaßnahmen der Ämter
Jährlich finden auf Anregung von Herrn Gunther Hagen, Regionalleiter im Jugendamt, zwei bis
drei „Runde Tische“ zur Thematik statt. Beteiligt sind neben dem Jugendamt das Gesundheitsamt, das Sozialamt, das Ordnungsamt und weitere Akteure aus Verwaltung und NGOs. Die auf
der operativen Ebene zuständigen Dienste und Einrichtungen sehen sich nicht in der Lage, die
Aufgaben und Problemstellungen, die sich aus der Anwesenheit obdachloser Roma-Familien
im und am Görlitzer Park ergeben, angemessen wahrzunehmen, zu beschreiben und entsprechende konstruktive Lösungen und Handlungsstrategien vorzuschlagen. Die wesentlichen Hindernisse sind unklare Zuständigkeiten und Arbeitsaufträge und eine fehlende Ausstattung mit

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Abb. 90 : Roma-Frauen mit Frau Hermann in einer Arbeitsgruppe/ Veranstaltung GÖRLI–WAS TUN?, 09.11.2013

personellen und finanziellen Ressourcen. Legt man die Normen der allgemeinen Menschenrechte an, das Grundgesetz, die Kinderrechte oder auch nur die Anwendung der Kinderschutzvorschriften dem zugrunde liegenden Sinne nach, sieht man sich in anderer Weise zum Handeln aufgefordert, kann aber nicht mehr verwaltungskonform handeln.
Die Konsequenz ist derzeit ein zyklisches Aushalten der Situation und Abwarten, dass die
Familien mit Einsetzen der kälteren Jahreszeit von selber wieder gehen.
Ausblick
Laut Prognosen wird die Zahl der Roma-Familien, die aus Südosteuropa hier zuziehen, von
Jahr zu Jahr steigen. Um so notwendiger ist es, konstruktive und nachhaltige Lösungen zu
erarbeiten.
Jede kurzfristige Maßnahme, die Erfolg haben soll, muss „unorthodox“ vorgehen, und muss
der Situation der Menschen im Park angepasst werden.
Ein bezirkliches Konzept soll unter Einbindung der betroffenen Bereiche entwickelt werden.
Das gravierende, vorrangig anzugehende Problem ist die fehlende Möglichkeit der Unterbringung. Eine weitere Zielstellung ist die Bildung der Kinder, die bereits in der Kita beginnen soll.
Der vom Senat beschlossene „Aktionsplan Roma“ hat leider für das Problem der wohnungslosen Roma keine zielführenden Lösungsvorschläge.

Ansprechpartner:
Gunther Hagen - Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg,
Jugendamt (Jug RL3),
Tel.: 90298 4718, Fax: 90298 165,
E-Mail: Gunther.Hagen@ba-fk.berlin.de

„Die Fachkräfte der Dienste
und Einrichtungen […] sind
durch ihre beschriebene Ohnmacht und die Ausweglosigkeit
der Familien gleichermaßen
betroffen, da sie die Not der
Menschen sehr wohl wahrnehmen, ihnen aber durch
die administrativen und gesetzlichen Voraussetzungen
die Hände gebunden sind,
über konstruktive Lösungen
auch nur nachzudenken.“
Aus einer Stellungnahme vom
Juli 2013 an die Bürgermeisterin
und die politisch verantwortlichen Stadträte und Stadträtinnens

südost

Europa Kultur e.V.
www.suedost-ev.de

Michael Kraft - Südost Europa Kultur e.V. ,
Tel. (030) 2537799–15,
E-Mail: michael.kraft@suedost-ev.de

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Görlitzer Park | Umsetzung 2011 – 2013

Görlitzer Park | Umsetzung 2011 – 2013

4. Aktuelle Situation
im Görlitzer Park – Ende 2013
„Im Sommer gab es heftige
Auseinandersetzungen
rund
um den Park. Vier Fahrzeuge
sind abgebrannt worden als Reaktion auf Anwohner, die das
Thema des Drogenhandels thematisiert hatten. Wir haben gesagt, dass das natürlich nicht
die Form der Auseinandersetzung sein kann, das ist überhaupt nicht akzeptabel. Stattdessen müssen wir miteinander
ins Gespräch kommen – deshalb
diese Veranstaltung.“
Hans Panhoff, Stadtrat für Planen, Bauen, Umwelt und Immobilien in Berlin FriedrichshainKreuzberg

„Es sind 226 Meter, die wir
nicht durchqueren können mit
einer Sicherheit, die sich jeder
wünscht. Es geht hier um Handel und ökonomische Interessen, nicht um die Leute. Das
Problem kann nur angegangen
werden durch permanente Präsenz von Sicherheitskräften vor
Ort. Das könnte nur geschehen,
wenn man die Anzahl der Eingänge reduziert. Wir brauchen
im Grunde genommen nur drei
Eingänge, und an denen sitzt
dann das Security-Personal.“
Martin Heuss, Anwohner

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Auf den Park drücken nach wie vor gesamtgesellschaftliche Problemfelder wie Flüchtlingsund Drogenpolitik, zum anderen stadtpolitische Entwicklungen wie Gentrifizierung in den umliegenden Kiezen, zunehmender Partytourismus, immer mehr Grillverbote in anderen Parks.
Ein nicht unerheblicher Teil der Anwohnerschaft, die auf den Park als Naherholungsfläche und
Durchgangsort angewiesen ist, fühlt sich inzwischen unwohl im Park oder meidet ihn ganz.
Die allgemeine Stimmung ist nicht so, dass man sich im und für den Park gern engagiert –
einige haben ihn verloren gegeben, andere sehen die Verantwortung allein beim Bezirk und
werfen ihm eine Laissez-faire-Haltung vor, und wieder andere sehen keinen Anlass überhaupt
irgendetwas im Park zu verändern. Wer sich engagiert, steht leicht im Kreuzfeuer der verschiedenen Positionen.
Das derzeitige Hauptproblem des Parks, der massive Handel vor allem mit Cannabis und die
daraus folgende Begleitkriminalität, kann mit sozialarbeiterischen, koordinierenden Maßnahmen vor Ort nur punktuell und in Bezug auf Einzelschicksale gelindert werden. Es sind die
Folgen der europäischen Flüchtlingspolitik und der Drogenpolitik des Bundes, die im Görlitzer
Park sichtbar werden. Eine sinnvolle Lösung dieses Problems kann nicht von einem so begrenzten Ansatz wie einem Parkmanagement ausgehen, auch wenn dessen Weiterführung für
alle anderen Themen im Park notwendig erscheint.
Ein wegbereitender Ansatz könnte ein konstruktiver und respektvoller Austausch aller Interessen- und Nutzergruppen des Parks untereinander und mit Vertreter_innen der Behörden
sein, wie er bei der Veranstaltung „GÖRLI-WAS TUN?“ am 09.11.2013 auf besondere Weise
gelungen ist. Die bei dieser Veranstaltung zusammengetragenen Perspektiven und Meinungen unterschiedlichster Gruppen und Einrichtungen mit Expertenwissen über den Görlitzer
Park geben einen guten und vielseitigen Überblick, wie sich die Situation im Görlitzer Park
Ende 2013 darstellt.
Siehe hierzu auch die anlässlich der Veranstaltung entstandenen Plakate im Anhang (Seite
48 – 50), die die jeweiligen Sichtweisen unterschiedlicher Einrichtungen auf den Görlitzer
Park darstellen sowie Lösungsansätze und Unterstützungsangebote der jeweiligen Träger.

GÖRLI – WAS TUN?  – Veranstaltung am 9. November 2013
Als Reaktion auf die aufgeheizte Berichterstattung der letzten Monate sowie die Bedrohungen
und Sachbeschädigungen, die auch das Projekt “UNSER GÖRLI – einer für alle …” im Visier hatten, haben der Stadtrat und der Fachbereich Grünflächen des Bezirksamtes FriedrichshainKreuzberg beschlossen, eine große öffentliche Veranstaltung in Form eines Hearings und eines
offenen Diskussionsforums am 9. November 2013 durchzuführen. Mit der Vorbereitung wurde
das Büro gruppe F Landschaftsarchitekten beauftragt, unterstützt durch die Projektleiter Rahel Schweikert und Andreas Teuchert von „UNSER GÖRLI".
Diese Veranstaltung erhielt den Titel „GÖRL – WAS TUN? – Unterschiedliche Interessen sehen
und Zukunftsperspektiven finden“.

Abb. 91-93: Hearing GÖRLI–WAS TUN?, 09.11.2013

Abb. 94: Hearing GÖRLI - WAS TUN?, 09.11.2013

Der erste Teil der Veranstaltung war ein öffentliches Hearing im Park, das eine möglichst große
Bandbreite von Meinungen und Interessen zu Gehör bringen sollte: Anwohner_ innen und
Nutzer_innen, Bezirkspolitik und -verwaltung, soziale Einrichtungen, Initiativen und Gewerbetreibende im Umfeld des Parks, Flüchtlingsinitiativen und politische Gruppen waren vertreten.
Weiterhin informierten Infotische sowie Plakate über in unmittelbarer Umgebung des Parks
ansässige oder sich mit dem Park beschäftigende Einrichtungen, Träger, Vereine und Initiativen. Es wurden deren Sichtweisen auf den Park, Sorgen, Probleme und Lösungsvorschläge
präsentiert (Siehe Seite 48ff).
In einem anschließenden offenen Forum konnte man sich über alle wichtigen Parkthemen informieren, debattieren, Ideen entwickeln und zusammen planen.
Dazu gab es am Nachmittag offene Arbeitsgruppen zu folgenden Themen:
„„Konflikte im Park- Wie ist ein friedliches Nebeneinander möglich?
„„Was bietet der Park für Kinder, Jugend und Familien?
„„Ökologie und Unterhalt – ein Parkpflegewerk / Ideen zur Müllbeseitigung?
„„Wie wollen wir uns einmischen, wie vernetzen?
„„Drogen- und Flüchtlingspolitik- was können wir tun?
Die Veranstalter_innen versprachen sich von diesem Event neue Impulse und Allianzen für
2014, in vollem Bewusstsein über die zum Teil gegensätzlichen Vorstellungen zur Nutzung
und Gestaltung des Parks. Die Veranstaltung war aus Sicht vieler Beteiligter ein Erfolg.
Zum Hearing waren zeitweise über 150 Menschen anwesend. Die unterschiedlichen und teilweise gegensätzlichen Statements wurden angehört und nicht gestört. Die selbstbewusste
und unverkrampfte Moderation von Radioeins-Programmchef Robert Skuppin trug das ihre
dazu bei.
An den verschiedenen Thementischen zwischen 15 und 17 Uhr nahmen über 100 Menschen
teil. Die Diskussionen waren wie zu erwarten teilweise kontrovers, blieben aber respektvoll
und konstruktiv. Die Tatsache, dass ein Austausch unterschiedlicher Meinungen mit akzeptierten Spielregeln funktionierte, dass vorhandene Ängste, Wut und Unsicherheiten geäußert
werden konnten und ernst genommen wurden, war in der aufgeheizten Atmosphäre im und
um den Park für viele Teilnehmer_innen eine neue Erfahrung, die zum Weitermachen motivieren könnte. Selbst nach fünf Stunden waren zum Abschlussplenum noch über 50 Teilnehmer_innen anwesend. Hier wurde aus den Themengruppen berichtet und erste Verabredungen bekannt gegeben.

Abb. 95-97: GÖRLI–WAS TUN?/ Arbeitsgruppen und Offenes Forum, 09.11.2013

„Wir haben Leute, die angegriffen werden von der Polizei, weil
sie schwarz sind – nicht, weil sie
dealen oder irgendetwas tun,
sondern einfach nur, weil sie
schwarz sind! Zum Beispiel
werden bei einer Razzia unbeteiligte Zuschauer rausgezogen, geschlagen und abgeführt.“
Helga Seyb, Sprecherin von
Reach Out – Opferhilfe bei rechter rassistischer Gewalt und
KOP - Kampagne für Opfer von
Polizeigewalt

„Wir haben uns überlegt, dass
wir den Verkauf von Cannabis
legalisieren, damit wir den illegalen Verkauf sozusagen austrocknen. Das ist aber nichts,
was morgen fertig ist  – das ist
nicht die Lösung für heute.“
Monika Herrmann, Bezirksbürgermeisterin Berlin Friedrichshain-Kreuzberg

„Viele haben in ihrer Heimat
Familien, die sie weiter versorgen müssen, dürfen aber hier
nicht arbeiten. Was sollen die
machen?“
Kora Cherno, Gambianer mit legalem Aufenthalt in Europa

Ausführliche
Dokumentation
in Film, Text, Bild:
www.unsergoerli.de/
goerli-was-tun-doku

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Görlitzer Park | Resümee und Ausblick

Görlitzer Park | Resümee und Ausblick

„Wir werden uns noch die
nächsten Jahre intensiv mit dem
Park beschäftigen und solche
Veranstaltungen wie diese
sicherlich wiederholen.“
Hans Panhoff, Stadtrat für Planen, Bauen, Umwelt und Immobilien in BerlinFriedrichshainKreuzberg
„Ich finde, wir sollten darauf
aufpassen, dass wir als
Privilegierte, die Einfluss auf die
Polititk und auch wirtschaftliche Möglichkeiten haben,
nicht den Park nur nach
unseren Interessen gestalten."
Sascha, Anwohner

5. RESÜMEE UND AUSBLICK

„„Zur Verstetigung der Mitbestimmung: Gründung eines Görli-Rates (oder Vereines) durch
interessierte Bürger_innen und Institutionen überlegen. Dieser Prozess bedürfte in der
Gründungsphase der Unterstützung durch den Bezirk.

Nach über zwei Jahren intensiver Auseinandersetzung mit den vielfältigen Problemen und
Themen rund um den Park ziehen die Verantwortlichen im Bezirk und die Projektleitung von
„UNSER GÖRLI“ folgendes Resümee:

Drei Aufgabenfelder sind zu bewältigen, um die Folgen der auf den Park drückenden gesamtgesellschaftlichen Probleme zu bewältigen bzw. abzumildern.

Konkrete Maßnahmen zur Aufwertung des Parks und zur Einbeziehung interessierter
Nutzer_innen wie z. B. bei der Neugestaltung des Piratenschiff-Spielplatzes und Erweiterung
zum Barfußort sind wichtige Bausteine zur erfolgreichen Etablierung eines partizipativen
Parkmanagements.
Beispielhafte konkrete Projekte, die in 2012 und 2013 realisiert bzw. angeschoben wurden,
sollen deswegen mit Unterstützung der Verwaltung weitergeführt werden:
„„Nutzung, Pflege und ggf. Erweiterung des Schmuckgartens am Eingang Falckensteinstraße
durch interessierte Anwohner_ und Parknutzer_innen.
„„Barfußpiraten–aktive „Kindergruppen“, die als Nutzer_ und Aufräumer_innen für den
erweiterten Piratenschiff-Spielplatz als erstem Barfußort Verantwortung übernommen
haben.
„„Die bereits zwei Mal durchgeführte Beteiligungsaktion TrashMob–Kronkorkenmosaik an
den Pamukkale-Terrassen waren schöne erfolgreiche Mitmachaktionen, für eine Fortsetzung stehen noch weitere Wandflächen zur Verfügung.
„„Die neue Infobox, die als Gerätelager für die Obstbaum- und die Schmuckgartengruppen
genutzt wird, könnte verstärkt noch als Informationsort und für regelmäßige Bürgersprechstunden im Park genutzt werden.
„„Die erfolgreichen Beteiligungsformate in Form von Marktsituationen/„Ideenmärkten“
bzw. spielerischen Formaten wie dem Oasis-Spiel zur Abstimmung wichtiger baulicher
bzw. konkreter Maßnahmen und die Durchführung von „Hearings“ bei wichtigen strategischen Entscheidungen wie z. B. Abstimmung des Parkpflegewerks – zur Kultivierung einer
offenen Kommunikation zwischen Bürger_innen und Verwaltung.
„„Fachübergreifende, verwaltungsinterne Koordinierungsrunden werden zwar in größeren
Abständen, aber themenbezogen und nach Bedarf mit Öffnung für Akteure vor Ort fortgeführt.
„„Bürger_innenprojekte bzw.–arbeitsgruppen wie z. B. für das Parkpflegewerk werden von
der Verwaltung, so weit möglich, logistisch unterstützt.

Es müssen dafür Vor-Ort-Strukturen geschaffen werden:
„„Ökologie / Grünpflege: Etablierung eines ökologischen und kommunikativen Parkpflegewerks und dessen Integrierung in die reguläre Parkpflege.
„„Parkkoordination und -kommunikation: Öffentlichkeitsarbeit, Veranstaltungsorganisation, Vor-Ort-Präsenz, Vernetzung der verschiedenen Akteure, Bürgerbeteiligung, Konfliktbearbeitung, Förderung von Bürger_innenprojekten und –engagement, gegebenenfalls
Aufbau eines Bürger_innenvereins für den Görli.
„„Sozialarbeit: Anspra.che, Beratungsangebote und Kommunikation von Verhaltensregeln
für Menschen, die im Park Drogen verkaufen u. a.

„Ich hoffe, dass nun, nachdem
die Aufmerksamkeit vieler auf
den Park gelenkt und die kontinuierliche Kommunikation
zwischen Senat, Bezirk, Einrichtungen und Bürgerschaft eröffnet wurde, in naher Zukunft
von allen Seiten sinnvoll daran
angeschlossen wird, um die
entstandenen Kräfte und Ideen
nicht verpuffen zu lassen! "
Rahel Schweikert,
Projektleiterin „UNSER GÖRLI"

Der Görlitzer Park bleibt eine sozial wichtige, komplexe, aber auch spannungsreiche städtische Aufgabe. Um tiefgreifende Veränderungen zu bewirken, müsste der Finanzrahmen eines
Folgeprojektes jedoch deutlich ausgeweitet werden. Inwieweit dies, wie z. B. beim Platzmanagement für den Leopoldplatz im Wedding, mit Unterstützung der Senatsverwaltung möglich ist wird aktuell geprüft.
Das im Entstehen begriffene Netzwerk von Anwohnerschaft, sozialen Einrichtungen und
der Bezirksverwaltung ist eine wertvolle Arbeitsgrundlage und soll durch eine entsprechende
offene und konstruktive Fortsetzung der Abstimmungsprozesse ausgebaut werden.

Konkrete Themen, die bearbeitet und noch nicht gelöst sind und deswegen auf der Tagesordnung
bleiben:
„„Die Entwicklung eines neuen Parkplanes bzw. Parkinformationssystems, mit Hinweisen zu
nutzbaren öffentlichen Toiletten in der Parkgastronomie und zu einer Erweiterung bzw.
Neuausweisung von Grillbereichen.
„„Mit interessierten Bürger_innen könnte ein „offizielles“ kulturelles Veranstaltungsprogramm für den Pamukkale-Platz entwickelt und getestet werden.
„„Die Verbesserung der Müllbehälter und ihrer Standorte, am besten verbunden mit einer
Kampagne zur Müllvermeidung und –entsorgung.
„„Die saisonale Einrichtung von - ggf. mit einem Kiosk kombinierten - beaufsichtigten Toiletten im Ostteil des Parks.
„„Durch die dominierende Drogenproblematik und das sehr heterogene Spektrum der Nutzer_innen des Parks ist es bisher nicht gelungen, gemeinsame Verhaltensregeln auszuhandeln, geschweige denn die Frage ihrer Durchsetzung konstruktiv zu thematisieren.
Der Park muss stärker als Gemeingut verstanden werden, d. h. Offenheit für alle, aber
auch Mitverantwortlichkeit aller für seinen Zustand.

46

Abb. 98: Der Görli, einer für viele...

47

Görlitzer Park | Plakate von Institutionen und Initiativen um den Görlitzer Park

Parkanlagen und
Spielplätze als
öffentliche Aufgabe
» 12 ha für viele unterschiedliche Nutzungsgruppen und zigtausende Menschen
» hohe Attraktivität weit über Naherholung hinaus
» eine im Bezirk einzigartige Herausforderung bei immer knapper werdenden
Mitteln

Unsere Sicht auf den Park:

Träger und Kontakt
Bezirksamt
Friedrichshain-Kreuzberg
von Berlin
Abteilung Planen, Bauen,
Umwelt und Immobilien
(PBUI), Tiefbau- und
Landschaftsplanungsamt,
Fachbereich Grünflächen

„Der“ Familien-FreizeitGrill-Park – Natur und ein
Stück Freiheit in friedlicher Co-Existenz

Stadtgrün nachhaltig erhalten
und gestalten – weniger
Konsum und Kommerz!

Unsere Sicht auf den Görli

Schön ... die zentrale Lage, die Weite, die Vielfalt der Leute, Natur und
Kultur(en), für Alle ein Ort für Begegnung, Bewegung, Unterhaltung und Entspannung – ohne Geld; die Beteiligungsverfahren (unser görli); die vielfältigen Initiativen und Einrichtungen in und um den Park; die Unterstützung des Bezirks für
Bürgerbeteiligung, Initiativen und Aktionen...
Schade … die Verhältnisse: Dreck, Müll, Staub durch Übernutzung; zu wenige,
suboptimal konstruierte und ungünstig platzierte Abfallbehälter; eine falsche
Flüchtlings-/Migrations- und Drogenpolitik; antiquierte Vorstellungen von „gepflegten Grünanlagen“. Verhalten: fehlendes Verantwortungsbewusstsein bei den
Besucher_innen / Nutzer_innen des Parks

Seit Jahrzenten dient der Görli als zentraler Bezugsort der im Sozialraum lebenden Familien. Weit über die Bezirks-und Stadtgrenzen hinaus prägt der Görli
in seiner für Familien wichtigen Funktion als Garten- und Balkonersatz das
Stadtbild Kreuzbergs als „DER“ Familien-Freizeit-Grill-Park. Für viele der im
Wrangelkiez geborenen Kinder stellt er die einzige kostenfreie Möglichkeit dar,
im unmittelbaren Lebensumfeld „Natur und ein Stück Freiheit“ zu erleben, zu
erfahren, wie sich Gras anfühlt und wie ein Gänseblümchen aussieht, zu toben
und sich die „Kuhle“ runter zu kugeln. Problematisch ist dabei die Ausweitung
krimineller Strukturen und der offenen Drogenszene.

Maßnahmen und Lösungsvorschläge

Maßnahmen und Lösungsvorschläge
Erprobung neuer Reinigungs- und Pflegekonzepte
Erarbeitung eines Parkpflegewerks unter Beteiligung von Interessierten
Initiierung des Beteiligungsprojektes „ Unser Görli - einer für alle...“
Unterstützung von Projekten von Bürger*innen für den Park
Reparatur- und Baumaßnahmen, wie Umgestaltung der Wege und Spielplätze und Erweiterung der
Beleuchtung

Nachbarschaftshaus
Centrum – Mehrgenerationenhaus
Unser Nachbarschaftshaus als Familienzentrum
und Mehrgenerationenhaus ist eine offene Begegnungsstätte für alle
Menschen im Stadtteil.

» Einvernehmliche Nutzbarmachung des Görli für alle Interessengruppen
» Wahrung der für den Görli charakteristischen Vielfalt
» besondere Berücksichtigung der Bedürfnisse und Wahrung der Sicherheit von
im Sozialraum lebenden Familien
» Keine sexistische verbale Belästigung von irgendjemandem
Ausrichtung von Infoveranstaltungen, Workshops, Beratungsangeboten
mit Methoden wie:
» aufklärende Stadtteil-/Sozialraumbegehungen mit Familien
» Anfertigung und Veröffentlichung von Sozialraum-Tagebüchern der Anwohner
» Anfertigung und Veröffentlichung subjektiver Kartographien der Anwohner,
um die Bedingungen des „Zur-Heimat-Machens“ des Lebensumfeldes
sichtbar zu machen

Kontakt
Nachbarschaftshaus
Centrum e. V.
Cuvrystraße 13 / 14
10997 Berlin
Tel.: (030) 2250 2402 - 03
leitung@nachbarschaftshaus-centrum.de
nachbarschaftshauscentrum.de

Den Austausch
von Menschen
unterschiedlicher Herkünfte fördern

Viele Kinder und
Jugendliche meiden
den Park
Die meisten Kinder und Jugendliche wohnen in unmittelbarer Nähe des Parks.
Viele Kinder und Jugendliche meiden den Park, weil sie sich dort unsicher fühlen (Überfälle, Gewalt, Drogen).

Die Einrichtung

Wir arbeiten inklusiv,
interkulturell, intergenerativ und politisch neutral.
Hier haben AnwohnerInnen und BesucherInnen
des Wrangelkiezes unabhängig von Alter, Geschlecht
und Herkunft die Möglichkeit, sich in ungezwungener Atmosphäre zu treffen
und auszutauschen.

Tel.: (030) 90298-8024
Fax: (030) 90298-8033
E-Mail: tiefgruen@ba-fk.
berlin.de

»
»
»
»
»

Görlitzer Park | Plakate von Institutionen und Initiativen um den Görlitzer Park

Die Einrichtung
Die Einrichtung
Jugendhaus CHIP
Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtung
Projekte: Sport, Musik,
Hausaufgabenhilfe,
Kochen ...

Träger und Kontakt

Der Joliba – Interkulturelles Netzwerk in Berlin e.V. ist seit 1997 am Görlitzer
Park ansässig und versucht mit vielfältigen Projekten das Zusammenleben, die
Begegnung und den Austausch von Menschen unterschiedlicher Herkünfte zu
fördern.
Mit thematischen Kinderfesten, Sozialberatung und Kursen zur Unterstützung
der beruflichen Integration (PC-Einführungen, Deutsch-Konversationskurse
u.a.m.) sowie Kulturfesten und Jugendworkshops (Black Basar Berlin und
Jugendfilmprojekt).
Der Schwerpunkt der Arbeit ist, Angebote zur Unterstützung für Menschen
afrikanischer Herkunft anzubieten und interkulturelle Sensibilisierung durch
Informationen zu Themenbereichen Afrika, Geschichte und Kultur zu erreichen.

Die Einrichtung
globalgestalten –
Beratung und Bildung für
nachhaltige Entwicklung
GbR
Unsere Kooperationen

Maßnahmen und Lösungsvorschläge

Die Zuspitzung des Drogenhandels in und um den Görlitzer Park wirkt sich auf
das „Parkgefühl“ und unsere Arbeit im Kinderbauernhof aus: Kinder fühlen sich
nicht sicher im Park, meiden ihn oder dürfen sich nicht mehr allein im Park
aufhalten und werden von ihren Eltern zu uns gebracht und abgeholt. Kinder
fühlen sich bedrängt von Dealern und bekommen ein falsches Verhältnis zum
Drogenkonsum. Gewaltszenarien mit Razzien und Festnahmen gehören zum
Parkalltag. Eltern/Familien suchen nur noch wenige ausgewählte Plätze im Park
auf. Der Kinderbauernhof als drogenfreie Nische für alle Anwohner wird immer
stärker genutzt.

Der Kinderbauernhof
befindet sich mitten im
Görlitzer Park. Seine
Geschichte ist seit über
30 Jahren eng verbunden
mit der Entwicklung des
Parks. Er ist eine Einrichtung der offenen Kinderund Jugendarbeit und
steht auch den Anwohnern zur Verfügung.
Träger

Tel.: (030) 22 50 30 90
Fax: (030) 22 50 30 91
E-Mail: jugendhaus-chip
@pagewe.de

Träger ist der gemeinnützige Verein Kinderbauernhof auf dem
Görlitzer und wird vom
Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg und
M.U.T. e.V. finanziert.

Leitung: Béatrice Toulier

Kontakt

Maßnahmen und Lösungsvorschläge

» Jede_r Parkbesucher_in sollte sich im Görli sicher fühlen.
» Auch Kinder und Jugendliche sollten den Park überqueren können, ohne Angst haben zu müssen.

Der Görlitzer Park soll ein Erholungspark für alle sein und wir hoffen, dass aus der gegenwärtigen Situation
eine Dynamik entsteht, die zu einem lebendigen, kreativen Austausch zwischen den Parkbesuchern / Parkbesucherinnen führt. Denkbar wären Theater, Trommeln, Singen, Malen im Park : ))

10713 Berlin
Tel: (030) 86420810
http://kaspermucke.
npage.de
kaspermucke@gmx.net

» Wegen kompletter Auslastung: Vergrößerung des Kinderbauernhofgeländes
» Mehr drogen- und dealerfreie Bereiche im Park und unmittelbar um die
Kinder- und Jugendeinrichtungen
» Mehr finanzielle Mittel zur familienfreundlichen Ausgestaltung des Parks
» Initiierung eines Parkmanagements für regelmäßige Kulturveranstaltungen,
Gastronomie und Feste
» Parkproblematik muss Teil der Berliner Gesamtpolitik werden
» Änderung der Asylpolitik
» Legalisierung von Drogen

KasperMucke e.V. hätte im Falle eines Einzugs in
die Kellerräume des Haus 3 einen steten Zugang zu
Unsere
Sicht auf den
Park:
potentiellen
Projektteilnehmern,
Akteuren
und anderen Kulturschaffenden durch die über 130.000 m²
öffentliche Grünfläche des Görlitzer Parks mit seinen
unzähligen Nutzern direkt vor der Einrichtung.

Durch gezielte Aktivierung und Beteiligung der
Jugendeinrichtungen, Schulen, Bands und Anwohner
möchten wir auch unseren Beitrag dazu leisten, dass
der Park mit seinem schlechten Image als Drogenumschlagplatz, seinem zum Teil unattraktiven
Erscheinungsbild durch starke Übernutzung und
dadurch entstehendem hohen Müllaufkommen wieder von den Kindern und Jugendlichen und ihren
Familien „zurückerobert“ wird und wir zu einem
Zustand kommen, der für alle sozial, ökologisch und
politisch verträglich ist.

Stadtgrün nachhaltig erhalten
gestalten
– weniger
Dies und
wiederum würde
eine Stärkung des Jugendund Kulturangebotes im Quartier bedeuten und
Konsum
und
Kommerz!
gleichzeitig
der fortschreitenden
Kriminalität
im Park
eine sinnvolle Alternative entgegenstellen.

Der Park als
Naherholungsgebiet
ist gefährdet

Kinderbauernhof
auf dem
Görlitzer e.V.
Die Einrichtung

Maßnahmen und Lösungsvorschläge

Görlitzer Park |Brandenburgische
Anhang Str. 75

Schön ... die zentrale Lage, die Weite, die Vielfalt der Leute, Natur und
Kultur(en), für Alle ein Ort für Begegnung, Bewegung, Unterhaltung und Entspannung – ohne Geld; die Beteiligungsverfahren (unser görli); die vielfältigen Initiativen und Einrichtungen in und um den Park; die Unterstützung des Bezirks für
Bürgerbeteiligung, Initiativen und Aktionen...
Schade … die Verhältnisse: Dreck, Müll, Staub durch Übernutzung; zu wenige,
suboptimal konstruierte und ungünstig platzierte Abfallbehälter; eine falsche
Flüchtlings-/Migrations- und Drogenpolitik; antiquierte Vorstellungen von „gepflegten Grünanlagen“. Verhalten: fehlendes Verantwortungsbewusstsein bei den
Besucher_innen / Nutzer_innen des Parks

Eltern und Kinder werden in geschützte Nischen verdrängt

Maßnahmen und Lösungsvorschläge

KasperMucke e.V.
c/o Lars Herrmann

Maßnahmen und Lösungsvorschläge

» Stadtgrün nachhaltig erhalten und gestalten - natürliche Ressourcen schonen!
» Abfall vermeiden – Müll trennen – verantwortungsbewusst feiern!
» MitMachaktionen für und mit Kindern, Jugendlichen und Familien
» friedliches und buntes Miteinander aller Nutzer_innen stärken
» seit 2012 Mitgestaltung der Barfußbereiche ... setzen wir gerne fort
» „TrashMobs“ und Gestaltung von Kronkorkenmosaiken am Pamukkale seit 2012 (MitMachaktionen)
» mit Kunst, Kultur und Spaß der „Vermüllung“ entgegenwirken und Verantwortungsbewusstsein wecken
» „Bespielung“ des Parks durch verschiedene Theater-, Musik- , Performance-, Streetart-Gruppen,
Offene Bühne Pamukkale
» zwischenzeitliche oder dauerhafte Nutzung von leer stehenden Räumen in den Stationsgebäuden 1-3,
z.B. als „Volxküche“, Indoor-Spielplatz, nicht-kommerzielle Begegnungsstätte, Spielgeräte-Leihstation etc.

Unsere Sicht auf den Park

E-Mail: joliba@snafu.de
www.joliba.de

Kontakt

Katja Frenz – Doro Carl,
info@globalgestalten.net,
www.globalgestalten.net

JOLIBA - Interkulturelles
Netzwerk in Berlin e.V.

Telefon:
+49 (0)30 - 695 69 144

KasperMucke e.V. ist als gemeinnütziger Verein zur Förderung der Jugend und
Kultur seit fast 6 Jahren im Görlitzer Park aktiv. Wir bieten Kindern und Jugendlichen aus sozial und finanziell benachteiligten Verhältnissen kostenlos intensives Bandcoaching, Proberäume und Equipment inklusive Recording, Covergestaltung, Promotion etc. Seit Gründung des Vereins nahmen von uns gecoachte
Bands an nahezu allen Veranstaltungen im und um den Görlitzer Park teil.

Wir sind mit mit vielen
Kitas, zahlreichen Unternehmen unterschiedlichster Branchen,
Organisationen und
Initiativen im Kiez vernetzt,
z.B. Agens gGmbH, verschiedene Kindergärten
und Schulen, Circus
Schatzinsel, Bildungsinitiative Wrangelkiez
macht Schule, Populare e.V.

Kontakt

Büro:
Manteuffelstr. 97
10997 Berlin

Die Einrichtung

Kontakt

Paul Gerhardt Werk
Jugendhaus CHIP
Reichenbergerstr. 44/45
10999 Berlin

48

Jugendkultur im
Park gegen Gewalt
und Drogen

Wiener Str. 59 b
10999 Berlin
Tel.: (030) 611 74 24
Kontakt: Claudia Hiesl

Die Zunahme des Drogenhandels und Konsums beeinflusst unsere Arbeit. Der
Park als kostenlose Übernachtung für sozial Schwache und ausgegrenzte
Minderheiten der EU. Der Park als Naherholungsgebiet ist gefährdet, z.B. durch
» Zulauf von Asylbewerbern ins Drogengeschäft
» Angst der Eltern
» Zunahme an Gewalttaten in der unmittelbaren Umgebung (siehe Polizeiticker)
» leichter Zugang zu Drogen für Minderjährige
» Verdrängung der Familien
» Gefahren für Kleinkinder durch Glas, Kippen und Dreck
» unhygienische Verhältnisse für Kinder aus Teilen der osteuropäischen Ländern

Maßnahmen und Lösungsvorschläge

Die Einrichtung
globalgestalten –
Beratung und Bildung für
nachhaltige Entwicklung
GbR
Unsere Kooperationen

Wir sind mit mit vielen
Kitas, zahlreichen Unternehmen unterschiedlichster Branchen,
Organisationen und
Initiativen im Kiez vernetzt,
z.B. Agens gGmbH, verschiedene Kindergärten
und Schulen, Circus
Die Einrichtung
Schatzinsel, Bildungsinitiative Wrangelkiez
Die Einrichtung
Kreuzer
macht
Schule,
Populare e.V.
befindet
sich
seit 11
Jahren in Haus 3 im Park
Kontakt
mit den
Schwerpunkten
Katja Frenz – Doro
Jugendsozialarbeit
undCarl,
info@globalgestalten.net,
aufsuchende
Arbeit für
www.globalgestalten.net
Jungen aus dem Sozialraum IV.

Träger und Kontakt
» Stadtgrün nachhaltig erhalten und gestalten - natürliche Ressourcen schonen!
Paul Gerhardt Werk –
» Abfall vermeiden – Müll trennen – verantwortungsbewusst feiern!
Diakonische Dienste
» MitMachaktionen für und mit Kindern, Jugendlichen und Familien
gGmbH
» friedliches und buntes Miteinander aller Nutzer_innen stärken
Kreuzer
» seit 2012 Mitgestaltung der Barfußbereiche ... setzen wir gerne fort
Jugendsozialarbeit
» „TrashMobs“ und Gestaltung von Kronkorkenmosaiken am Pamukkale seit 2012 (MitMachaktionen)
Haus 3 im Park
» mit Kunst, Kultur und Spaß der „Vermüllung“ entgegenwirken und Verantwortungsbewusstsein wecken
Görlitzer Str. 1
» „Bespielung“ des Parks durch verschiedene Theater-, Musik- , Performance-, Streetart-Gruppen,
10997 Berlin
Offene Bühne Pamukkale
Tel.: (030) 61074765
» zwischenzeitliche oder dauerhafte Nutzung von leer stehenden Räumen in den Stationsgebäuden 1-3,
z.B. als „Volxküche“, Indoor-Spielplatz, nicht-kommerzielle Begegnungsstätte, Spielgeräte-Leihstation etc.
Ansprechpartnerin:
Frau Frings

Maßnahmen und Lösungsvorschläge
» Dealer von den Kindern und Jugendeinrichtungen fernhalten durch Einsatz von Polizei und Sozialarbeitern
für friedliche Lösungen
» Legale und umsetzbare Angebote für die Asylbewerber entwickeln
» Drogenfreie Plätze durchsetzen und markieren
» Runder Tisch mit den politisch Verantwortlichen einberufen für Lösungsmöglichkeiten und Strategien des
Drogenhandels und des Kinderschutzes
» Einbeziehung der Ausländerbeauftragten
» Flugblätter gegen den Drogenkonsum im Park und Kiez in die Hostels und umliegenden Hotels auslegen

49

Görlitzer Park | Plakate von Institutionen und Initiativen im und um den Görlitzer Park

Sensibilisierung der Öffentlichkeit für das
Ausmaß und die Folgen von Diskriminierung,
Rassismus und Rechtsextremismus

Niemand soll im
Park übernachten
müssen
Bereits 2010 entstand der Kontakt mit Menschen aus Rumänien, die in und um
den Görlitzer Park übernachten. Sie haben zahlreiche Probleme, angefangen
von der Wohnsituation, über fehlende Krankenversicherung bis hin zu finanziellen Sorgen. Mehrere Familien konnten von uns erfolgreich aus der Obdachlosigkeit begleitet werden. An diese Erfolge wollen wir anknüpfen. Langfristig sollen
keine Menschen mehr im Park übernachten müssen.

Die Einrichtung
Amaro Foro e.V. ist ein
Jugendverband von Roma
und Nicht-Roma. Wir bieten in Berlin eine Beratungsstelle für Menschen
aus Rumänien und Bulgarien an, ein Kindernachmittagsprogramm, eine
Roma-Jugendgruppe und
veranstalten Seminare,
Nachbarschaftsgespräche
und das alljährliche
Herdelezi-Straßenfest.
Kontakt
Amaro Foro e.V.
Jugendorganisation von
Roma und Nicht-Roma
Weichselplatz 8
12045 Berlin
info@amaroforo.de
www.amaroforo.de

Maßnahmen und Lösungsvorschläge
Zuständigkeiten im Bezirk klären

Konfliktvermeidung
Sprachmittler und Sozialarbeiter vermitteln zwischen
Ordnungsamt, Anwohnern und obdachlosen Menschen und sind hierfür auch kurzfristig erreichbar.
Regelmäßige Treffen aller Beteiligten ermöglichen,

bestehende Vorurteile abzubauen, aktuelle Probleme
zu besprechen und gemeinsame Lösungen zu finden.
Begleitung aus der Obdachlosigkeit
Sozialpädagogen mit Fachkenntnissen auf Rumänisch oder Romanes sollen die wohnungslosen
Menschen über die rechtlichen Möglichkeiten und
Unterstützungsangebote informieren und sich für
eine gesetzlich geregelte Unterbringung in Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe einsetzen.

Menschen, die durch bestimmte Merkmale wie Hautfarbe, Sprache oder eine andere (unterstellte) Herkunft
im Brennpunkt polizeilichen Interesses stehen, erleben die immer gleichen Szenarien: unbegründete Passkontrollen, Aggressionen der Beamten, diskriminierende Beschimpfungen und Beleidigungen, gewaltsame
Festnahmen, Misshandlungen und Übergriffe.
Racial profiling bezeichnet Ermittlungen mittels phänotypischer oder herkunftsbasierter Personenprofile, d.h.
polizeiliche Ermittlungen erfolgen nicht nach konkreten Verdachtsmomenten auf Grund von Tatsachen oder
des Verhaltens Einzelner, sondern die Vollzugs- oder Ermittlungsbehörden entscheiden anhand von Kategorien wie „ethnische Herkunft“, „Rasse“, „Religionszugehörigkeit“ oder „Staatsangehörigkeit“, wer sich strafbar gemacht hat oder strafbar machen könnte.

ReachOut Berlin - Opferberatung und Bildung gegen
Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus

KOP
Kampagne für Opfer rassistischer Polizeigewalt

Wir unterstützen und beraten auch Angehörige,
Freunde und Freundinnen der Opfer und ZeugInnen
eines Angriffs. Die Situation und die Perspektive der
Opfer rassistischer, rechter und antisemitischer Gewalt stehen im Zentrum der Arbeit. ReachOut bietet
auch antirassistische, interkulturelle Bildungsprogramme an.

Die Kampagne für Opfer rassistisch motivierter
Polizeigewalt wurde 2002 durch die Opferberatungsstelle ReachOut mitbegründet. Die KOP ist eine bundesweit einzigartige Initiative. Unsere Forderungen
aber teilen wir mit anderen!
info@kop-berlin.de
www.kop-berlin.de

ReachOut Berlin
Oranienstraße 159, 10969 Berlin
Tel.: (030) 695 68 339, info@reachoutberlin.de

Maßnahmen und Lösungsvorschläge
» Wir fordern die Abschaffung aller bürgerrechtsund rechtsstaatfreien Räume. Das Instrument der
verdachts- und anlassunabhängigen Kontrolle
muss aus der Hand der Polizei genommen werden.
» Die rückhaltlose Aufklärung rassistischer Polizeiübergriffe und Transparenz der Ermittlungen. Die
Polizei als eine Organisation, deren Mitglieder
staatlicherseits ermächtigt sind, Waffen zu tragen
und einzusetzen muss gezielt kontrolliert werden!

» Die transparente und lückenlose Dokumentation
der Verdachtsgründe polizeilichen Handelns.
» Die individuelle Kennzeichnungspflicht von Polizeibeamten, um sie der Anonymität zu entziehen.
» KOP hat einen Rechtshilfefond organisiert, der es
den Betroffenen ermöglicht, sich gegen das
ihnen zugefügte Unrecht auf juristischem Weg zu
wehren.
Solidarisierung mit den Opfern!

Links zu sämtlichen aufgeführten Presseartikeln auf unsergoerli.de/goerli-presse

Wrangelkiezblatt/RBB	
März 2012: Görli zum Mitmachen
	
4. September 2012: Weg mit dem Dreck (Die RBB-Reporter)
Kieznetz	26. März 2012: Für mich sind diese Apfelbäume eine Provokation
	
27. April 2012: Görli: viele unterschiedliche Nutzer – 
viele unterschiedliche Meinungen
B. Z.	23. Mai 2012: Anti-Drogen-Pavillon für Görlitzer Park
(inkl. Berliner Fenster, BVG/ Richtigstellung "UNSER GÖRLI")
	
14. Oktober 2012: Die Drogenhändler vom Görlitzer Park
Tagesspiegel	
31. Mai 2012: Görlitzer Park soll für alle da sein
	13.  September 2012: Saubere Sache im Görlitzer Park: Alle mal sammeln
	
15. September 2012: Kronkorken-Mandalas im Görlitzer Park
Berliner Zeitung	9. September 2012: Sogar die Dealer sollen im Görli bleiben
OYA anders denken.anders leben	

12. Juli 2012: OASIS SPIEL: Spielend die Welt verwandeln

tip Berlin	

5. Oktober 2012: Mein Kreuzberg: Unser Görli

2013 (Auswahl)

Der Park als
Gemeingut – breites
Netzwerk aller Beteiligten knüpfen

Spiegel Online	

30. März 2013, Endstation Goerli

B.Z.	16. Juli 2013, Schuelerlotsen (inkl. Richtigstellung "UNSER GÖRLI")
Tagesspiegel	23. Juli 2013, Görlitzer Park: Drogenumschlagplatz in Berlin:
Kiez-Aktivisten fühlen sich bedroht

Unsere Sicht auf den Görli
Schöner kleiner Park, aufgrund von nachbarschaftlichem Engagement entstanden und für viele nach wie vor ein wichtiges Naherholungsziel. Im Sommer sehr
stark genutzt, mit vielfältigen, teilweise sich widersprechenden Ansprüchen.
Auf den Park drücken einerseits gesamtgesellschaftliche Problemfelder wie
Flüchtlings- und Drogenpolitik, zum anderen stadtpolitische Entwicklungen wie
Gentrifizierung in den umliegenden Kiezen, zunehmender Partytourismus, zunehmende Grillverbote in anderen Parks. Ein nicht unerheblicher Teil der Anwohnerschaft, die auf den Park als Naherholungsfläche und Durchgangsort angewiesen ist, fühlt sich inzwischen unwohl im Park oder meidet ihn ganz.

PRESSESPIEGEL 2012-2013
2012

Unsere Sicht auf den Park

Unsere Sicht auf den Park

Die bezirkliche Zuständigkeit sollte bei der Integrationsbeauftragten liegen, denn sie kann eine neutrale Position zwischen Ordnungsamt, Jugendamt,
Sozialamt und Bürgern einnehmen.

Görlitzer Park | Pressespiegel

Die Einrichtung
Unser Görli – einer für alle
Koordinierung von
Beteiligten zur partizipativen Gestaltung des
Görlitzer Parks im Auftrag
und in Kooperation mit
dem Grünflächenamt
Friedrichshain-Kreuzberg
2012/2013.

TAZ	
	

24./25. August 2013, Sonntaz Streit
31. August 2013, Fluchtpunkt Görli

Süddeutsche Zeitung	13. September 2013, Drogenhandel im Görlitzer Park – Die Grashüter
Neue Züricher Zeitung	22. Oktober 2013, Drogenhandel in Berlin: Der Park des Anstosses

Kontakt

Berliner Zeitung	

A. Teuchert, R. Schweikert
Ratiborstr. 4
10999 Berlin
Tel. (030) 6165 2466
info@unsergoerli.de
www.unsergoerli.de

9. November 2013, Diskussion über Drogen und Müll

Globalpost	30. November 2013, Cannabis for Kreuzberg: A new Berlin Wall made of pot

Maßnahmen und Lösungsvorschläge
» Einstufung des Parkes als von überregionaler Bedeutung und entsprechende Austtattung mit finanziellen
Mitteln von Seiten des Bezirks und Senats
» Dauerhafte Einrichtung von 3 Stellen: ReviergärtnerIn, SozialarbeiterIn und ParkkoordinatorIn/PR
» Etablierung eines international leicht verständlichen Leitsystems im Park
» Ansehen des Parks als Gemeingut, Übernahme von Mitverantwortung für den Pflegezustand des Parks
» Professionelle Kampagne für den Imagewechsel in der Tourismusbranche
» Gremium/Trägerschaft zur dauerhaften Mitbestimmung durch interessierte BürgerInnen und Einrichtungen
» Konsequenter Schutz von Kindern und Jugendlichen vor Rauschmitteln, Legalisierung von weichen Drogen,
konsequente Unterdrückung des illegalen Rauschmittelhandels
» Funktionierende und akzeptierende politische Lösungen für die Flüchtlingsfrage, Unterstützungsangebote,
Eingliederungshilfen, Arbeitserlaubnis, Lockerung/Abschaffung der Residenzpflicht
Fazit: Grundlegende Veränderungen brauchen deutlich mehr Geld und Fachkompetenz.
Es muss ein breites Netzwerk geknüpft werden, um die bestehenden Probleme abzufedern.

50

Plakate der Institutionen und Initiativen im und um
den Görlitzer Park auch im Internet unter
www. unsergoerli.de a
51

Görlitzer Park | Abbildungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis
Fotos und Abbildungen
Umschlagfoto: Sammlung ArGe „UNSER GÖRLI“ (Schweikert/ Teuchert, gruppe F) – Info-Container, gestaltet von Céline van de Velde
ALK Land Berlin: Abb. 1
Senat für Stadtentwicklung und Umwelt/ Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg, Berlin: Abb. 2, Luftbildfoto Umschlag
Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg, Berlin:
Silja Jeschke: Abb. 17, 80, 88, 91 – 97; Hildegard Bloching: Abb. 26, 27; Jens Hubald: Abb. 12; außerdem: Abb. 0, 25
Quartiersmanagment Wrangelkiez, Berlin Friedrichshain-Kreuzberg: Abb. 10, 48
Stadtteilausschuss Kreuzberg, Berlin: Ümit Bayam: Abb. 24
Kinder- und Jugendbeteiligungsbüro Friedrichshain-Kreuzberg, Berlin: Angelika Staudinger: Abb. 14
ARGE Naturnaher Spielplatz im Görli: Abb. 37 – 40
ArGe "UNSER GÖRLI" (Andreas Teuchert/ Rahel Schweikert/ gruppe F Landschaftsarchitekten):
Abb. 11, 15, 16, 19, 20, 23, 28 – 30, 34 – 36, 42 – 47, 49 – 64, 78, 83 – 85, 87, 89, 90, 98
gruppe F Landschaftsarchitekten: Abb. 31 – 33
Ökologie & Planung: Barbara Markstein: Abb. 82
globalgestalten.net: Dorothea Carl: Abb. 76, 77, 79; Katja Frenz: 74, 75
Gruppe Oasis Berlin: Abb. 65 – 69, 81
Lehrerforschungsseminar „Partizipative Demokratie in Theorie und Praxis“ an der Europa-Universität Viadrina (2012/ 13): Abb. 86
Bürgerinitiative Obstbäume im Görli, Berlin: Abb. 13
STATTBAU GmbH: Marion Schuchardt: Abb. 21, 22
CC BY-SA 2.0 von Zeitfixierer auf flickr.com: Abb. 18
Deniz Agaoglu: Abb. 70 – 73
Hundefreilauf Geniushof e. V., Schwanburg, 24402 Esgrus, geniushof.de: Abb. 41
Michael Rädler: Abb. 3 – 6, 8, 9
Fotograf_in unbekannt: Abb. 7

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