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Full text: Kurzbericht zur Inspektion der Allegro-Grundschule (01G44)

Kurzbericht
zur Inspektion der Allegro-Grundschule (01G44)

1. Voraussetzungen und Bedingungen
Die Allegro-Grundschule liegt im Ortsteil Tiergarten-Süd des Bezirks Mitte an der Lützowstraße
auf dem Gelände der vormaligen Fritzlar-Homberg-Grundschule, die 2010 auf bezirklichen
Wunsch mit der ehemaligen Grips-Grundschule fusionierte. Die jeweils ausgeprägten Profile,
„Leseförderung“ an der Grips-Grundschule und „Musikbetonung“ an der Fritzlar-HombergSchule, wurden bei der Zusammenlegung bewusst beibehalten. Die zusätzlichen Stunden für
die Sprachförderung werden für Zusatzangebote in der Leseförderung eingesetzt. Für die Musikbetonung stehen der Schule ebenfalls Zusatzstunden zur Verfügung, die sie ab Klasse 3 dafür nutzt, jedem Kind kostenfreien Instrumentalunterricht anzubieten.
Auch die jeweiligen Organisationsformen der ergänzenden Förderung und Betreuung im offenen bzw. gebundenen Ganztag blieben als parallele Angebote an der gemeinsamen Schule
erhalten. Dabei nehmen über 90% der Kinder die Angebote im gebundenen Ganztag wahr.
Neben dem Land Berlin stellt hier der freie Träger „Technische Jugendfreizeit-und Bildungsgesellschaft (tjfbg)“ den überwiegenden Teil des pädagogischen Personals.
Das Einzugsgebiet der Schule umfasst Wohngebäude und Gewerbebetriebe und ist durch eine
heterogene Sozialstruktur gekennzeichnet. Mehr als die Hälfte der Eltern ist von den Zuzahlungen zu den Lernmitteln befreit. 40 verschiedene Länder bilden die kulturellen Hintergründe der
gegenwärtig 349 Kinder, die in den ersten drei Jahren jahrgangsübergreifend und ab Jahrgangsstufe 4 jahrgangsbezogen unterrichtet werden. 92% der Kinder sprechen zuhause vorwiegend eine andere Sprache als Deutsch. Seit 2010 ist die Zahl der Neuzugänge von Kindern
mit geringen Deutschkenntnissen bis auf vier Klassenstärken angewachsen. Diese Schülerinnen
und Schüler werden in die Regelklassen aufgenommen und erhalten stundenweise zusätzlichen
Deutschunterricht.
Als Brennpunktschule hat die Allegro-Schule Mittel aus dem Bonusprogramm erhalten. Im
Rahmen des „Bewegten Lernens“ hat sie damit z.B. zwei Klassenräume mit höhenverstellbaren
Möbeln auf Rädern sowie den Entspannungsraum „Auszeitoase“ ausgestattet und finanziert die
Betreuung der Schülerbibliothek durch eine Studentin.

2. Stärken und Entwicklungsbedarf
Stärken der Schule
•
•
•
•
•

Gelungene Zusammenführung zweier Schulen zu einem Profil, das vom gesamten
Kollegium getragen wird
Breites Angebot musikalischer Bildung für alle Schülerinnen und Schüler
Förderung des Selbstvertrauens und der Leistungsbereitschaft verbunden mit
Maßnahmen der inneren Differenzierung im Unterricht
Engagierte Schulleiterin, die die Weiterentwicklung der Schule strukturiert und
durchsetzungsstark vorantreibt
Vielfältig gestaltetes Schulleben

Entwicklungsbedarf der Schule
•
•
•

Entwicklung konkreter Maßnahmen als Konsequenz aus den Evaluationsergebnissen
Verstärkung des Einsatzes moderner Medien im Unterricht
Auf die Bedürfnisse der Kinder ausgerichtete Rhythmisierung des Schultages
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3. Erläuterungen
“Beschwingt, heiter und fröhlich” übersetzt die Allegro-Grundschule das italienische Wort in
ihrem Schulnamen. In ihrem Leitbild macht sie diese Bedeutung zum Programm. Laut Schulprogramm will sie „ein Ort von Bildung und Kultur sein, der den Kindern in vielfältigen Lernsituationen das freudige Gefühl vermittelt, etwas Neues zu verstehen und zu können.“ Dies
gelingt der Schule durch die Umsetzung der beiden Profile im Unterricht und in vielfältigen
Angeboten und Projekten, die beide Schwerpunkte einerseits schärfen und sie gleichzeitig miteinander verbinden.
Dabei nutzt die Schule für ihre Aktivitäten und Aufführungen die umliegenden Stätten von
Kultur und Bildung, wie die Stadtteilbibliothek Tiergarten-Süd, verschiedene Museen, das JugendKulturZentrum PUMPE oder die Philharmonie.
Als „lesende Schule“ stützt sich das Leseprofil auf die drei Säulen „Lesen im Unterricht“, „Lesen in der Schule“ und „Kooperationen mit (Lese-)Partnern“. Die Förderung von Lesestrategien
durch die Verwendung des Mathekompasses zum Lösen von Sachaufgaben oder den Einsatz
des Leselotsen in allen Fächern ist Gegenstand des Schulinternen Curriculums und konnte auch
in einzelnen Unterrichtssequenzen beobachtet werden. Freie Lesezeiten in Leseecken, unterschiedliche Buchvorstellungen oder die Möglichkeit, zu Pausenzeiten die gemütlich eingerichtete
Bibliothek zu nutzen, unterstützen die Entwicklung von Leseinteresse. Rituale und Aktionen wie
das Präsentieren von gelesenen „Ferienbüchern“, regelmäßige Teilnahme von Klassen an den
„Berliner Märchentagen“, Familien-Leserollis1 zum Ausleihen oder die Aktion „Eltern lesen vor“
sind Ausdruck der bestehenden Lesekultur. Zeitgleich mit dem „internationalen literaturfestival
berlin“ im September findet als Höhepunkt jedes Jahr die Lese-Projektwoche statt. Die gesamte
Schule beschäftigt sich darin mit einem bekannten Kinderbuch, dessen Autorin bzw. Autor am
Ende der Woche auf dem „roten Lesesofa“2 persönlich daraus liest. In Verbindung von Literatur, Musik, Bildender Kunst und Darstellendem Spiel erarbeiten alle Klassen Präsentationen zu
diesem Buch und das gesamte Schulhaus wird zum Ausstellungsort. In Zusammenarbeit mit
dem nahegelegenen JugendKulturZentrum PUMPE erarbeitet eine Klasse ein Theaterstück, das
auf der dortigen Bühne zur Aufführung kommt.
Als erste der 15 musikbetonten Grundschulen in Berlin nahm die Allegro-Grundschule zusätzlich am Projekt „Musikalische Grundschule“3 teil und ist seit Juni 2014 als solche zertifiziert.
Hierbei kann sie auf eine 35-jährige Erfahrung mit diesem Schwerpunkt zurückgreifen. Das
Konzept des heutigen Musikprofils ist von den Lehrkräften des Fachbereichs erarbeitet und
wird von ihnen inhaltlich und organisatorisch umgesetzt. Sie sind teilweise selbst Mitglieder in
Sinfonie- und Kammerorchestern oder Instrumentallehrkräfte an Musikschulen und vermitteln
nicht nur die fachlichen Fähigkeiten. Die Schülerinnen und Schüler zeigen in den verschiedenen
Musikgruppen auch ein hohes Maß an Schlüsselqualifikationen wie Konzentrationsfähigkeit und
Disziplin. Schrittweise werden sie an das individuelle Instrumentalspiel und gleichzeitig das
Spiel im Ensemble herangeführt. Beginnend mit Gesang, Tanz oder dem Spiel auf OrffInstrumenten in der SAPH4 lernen alle Kinder im 2. Schuljahr Blockflöte. Ab der 3. Klasse kann
jede Schülerin bzw. jeder Schüler nachmittags kostenfrei ein Instrument seiner Wahl lernen,
1

Der „Leserolli“ ist wie die „Lesetasche“ mit Büchern, CDs und DVDs gefüllt und kann von den Kindern ausgeliehen
und mit nachhause genommen werden. Beides soll auch das Lesen in der Familie anregen.
2
“Das rote Lesesofa“ wird auf dem Schulgelände immer wieder umgestellt. Alle Kinder, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, sowie wichtige Gäste stellen darauf Bücher vor, in denen sie selbst gerne mitspielen würden und werden
dabei fotografiert. Die Einzelfotos hängen, nach Personengruppen zusammengefasst, an verschiedenen Wänden im
Schulhaus.
3
Seit 2009 umgesetztes Projekt der Berliner Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft in Kooperation
mit der Bertelsmann-Stiftung , an dem inzwischen 27 Schulen teilnehmen.
4
Die Schulanfangsphase (Saph) umfasst die Jahrgangsstufen 1 und 2. Die Schule entscheidet, ob jahrgangsbezogen
oder jahrgangsübergreifend unterrichtet wird.

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das ihm aus dem Instrumentenpool der Schule zur Verfügung gestellt wird. Zusätzlich zum
Instrumentalunterricht muss jedes Kind an einer Musik-AG teilnehmen, um das Spielen im Ensemble zu erlernen. Darüber hinaus kann es beim Klassen- bzw. bei entsprechenden Leistungen
auch beim Schulorchester mitwirken.
Die Möglichkeit dieser umfassenden musikalischen Bildung im Einzel-, Klein- und Großgruppenunterricht basiert stark auf den personellen, zeitlichen und räumlichen Ressourcen, über die die
Schule derzeit verfügt. Insbesondere bei einer Schülerschaft aus so vielen verschiedenen Ländern und Kulturen ermöglicht das gemeinsame Musizieren sich zu verständigen und zusammen
etwas Neues zu gestalten. Dabei werden Selbstvertrauen und Gemeinschaftssinn gefördert und
viele Gelegenheiten geschaffen, sich emotional auszudrücken. Bei zahlreichen Auftritten in der
Schule, im Kiez, im Bezirk oder während der jährlich in Berlin stattfindenden „Musischen Wochen“ in der Philharmonie erhalten die Kinder Gelegenheit, Erfolge ihrer Anstrengungen zu
erleben.
Obwohl 2010 zwangsweise zusammengeführt, hat es die Schule geschafft, die Stärken beider
Schulen zu erhalten und in das Gesamtgefüge der neu benannten Allegro-Grundschule einzubauen. An Studientagen, aber auch durch die gute Dokumentation der geleisteten Arbeit haben die Kollegien der beiden Schulen schnell die hohe Qualität des jeweils anderen Profils und
die ausgeprägte Kompetenz der dazu gehörenden Lehrerschaft erkannt. Gegenseitige Wertschätzung eröffnete nach Angaben der Lehrkräfte die Bereitschaft, aufeinander zuzugehen.
Schnell einigte man sich auf Jahreshöhepunkte und entwickelte Ideen, wie man beides zusammenführen und voneinander lernen könnte. Dabei hatten beide Kollegien frühzeitig die Möglichkeit zu Mitsprache und Mitbestimmung. Von der Unterrichtsgestaltung bis zum Erscheinungsbild der Klassenzimmer und des gesamten Geländes sind beide Schwerpunkte überall
präsent und durchdringen das Schulleben.
Die Haltung, mit unabänderlichen Gegebenheiten im Sinne der eigenen Zielsetzung konstruktiv
umzugehen, ist auch der Ansatz der Schulleiterin. Mit der Fusion neu eingesetzt, repräsentiert
sie die Schule auch in schwierigen Phasen jederzeit souverän nach außen. Mit Weitblick, Geduld und Durchsetzungskraft begegnet sie Hürden, nimmt Ideen auf, denkt zielorientiert in
großen Zeiträumen, handelt in nachvollziehbaren Schritten und berücksichtigt dabei die vorhandenen personellen und materiellen Ressourcen.
Von Beginn an hat die Schulleiterin zur Erhaltung und Stärkung des Schulprofils eine Vielzahl
an Kooperationen mit überregionalen Partnern sowie ein dichtes Netz der Zusammenarbeit im
Kiez aufgebaut. Über den Allegro-Förderverein, die Arbeitsgruppe Schule im Quartier, regionale
Arbeitsgruppen in Tiergarten-Süd, die Stadtteilbibliothek, den Einsatz von Lesepaten sowie Studentinnen und Studenten gelingt es ihr zunehmend, die Schule im Umfeld zu etablieren und
sie als verlässliche und innovative Institution darzustellen. Die hauptsächlich von der Schulleiterin gestaltete Homepage informiert alle Beteiligten und Interessierten und dokumentiert in
Fotos und Filmen die zahlreichen schulischen Aktivitäten.
Die ästhetische Gestaltung des Schulgebäudes mit Fotos musizierender und lesender Kinder
sowie mit Kunstwerken von Schülerinnen und Schülern fördert die Identifikation mit der Schule
und vermittelt die Freude und Wertschätzung der Menschen, die darin leben und arbeiten.
Ursprünglich als Vision der Schulleiterin begonnen, sind die Lehrkräfte heute von der motivierenden Wirkung dieser Gestaltung, auch auf die Kinder, überzeugt.
In klarer Arbeitsteilung und vertrauensvoller Zusammenarbeit führt das Leitungsteam die Schule
durch den Schulentwicklungsprozess. Die erweiterte Schulleitung trifft sich wöchentlich. In der
Schulsozialarbeitsrunde kommen der Leiter der ergänzenden Förderung und Betreuung, der
Schulsozialarbeiter, die Schulleitung und gegebenenfalls externe Kooperationspartner zu Fallbesprechungen zusammen. Dies trägt ebenso zum guten Arbeitsklima bei, wie die im Stundenplan verankerten Klassenteamzeiten, die den Austausch und die Zusammenarbeit der Lehrkräfte mit dem pädagogischen Personal ermöglichen. Die regelmäßig tagende Steuergruppe koorSeite 3/10

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diniert die Projekte und Veranstaltungen im Jahreslauf und fasst das Schulprogramm zusammen. Neben dem Leitbild und einer ausführlichen Bestandsaufnahme sind dort Entwicklungsschwerpunkte mit Zielen, Indikatoren und einer Zeit-Maßnahmenplanung in Form von Projektkarten ausgewiesen.
Einige dieser Entwicklungsschwerpunkte, nämlich die „Musikalische Grundschule“, die Elternarbeit und die Leseförderung sind laut Evaluationsbericht 2014 einer Überprüfung unterzogen
worden. Dabei ist die Evaluation der Leseförderung ausführlich dokumentiert. Allerdings wird
nicht deutlich, wie die angedachten Maßnahmen, wie z. B. verstärkte Fortbildungen, zur Verbesserung konkret umgesetzt werden sollen. Die Schulleiterin hat eine Liste der bisher absolvierten Fortbildungen mit den dazugehörenden Lehrkräften erstellt. Die zahlreichen individuellen Fortbildungen führen zu einem regen informellen Austausch zwischen den Lehrkräften,
folgen jedoch bisher nicht einem abgestimmten Konzept, das sich an den Schwerpunkten des
Schulprogramms orientiert.
Der Unterricht in der Allegro-Grundschule weist in fast allen Merkmalen eine im Vergleich mit
dem Unterricht an Berliner Grundschulen überdurchschnittliche Qualität auf. Die meisten Lehrkräfte haben ihre Räume mit vielfältigen Materialien und Schülerarbeiten anregend ausgestaltet. Sie empfangen die Kinder in einem von Zuwendung und Wertschätzung geprägten Klima.
Die Schülerinnen und Schüler verhalten sich untereinander freundlich, helfen sich häufig gegenseitig und halten die in vielen Räumen aushängenden Klassenregeln fast immer ein. Die
Stunden sind klar strukturiert, auch wenn die Lernziele nicht immer transparent gemacht werden. Besonders deutlich zeigt sich das Bestreben der Lehrkräfte, jedes einzelne Kind durch Lob
und Anerkennung anzuspornen und zur Leistung zu motivieren. Bei der Bewältigung der Anforderungen erhalten die Schülerinnen und Schüler bei Bedarf Hilfestellung. Viele Kinder werden nach Angaben der Lehrkräfte im Elternhaus wenig beim Lernen unterstützt, sodass schon
kleine Erfolgserlebnisse im Unterricht besonders wichtig sind.
Die Aufgaben sind vergleichsweise häufig differenziert, indem die Kinder beispielsweise aus
mehreren Arbeitsblättern auswählen oder eigene Lösungswege finden können. In den jahrgangsübergreifenden Klassen stellen die Lehrkräfte oft nach Schwierigkeitsgrad abgestufte Aufgaben. In manchen Stunden wird projektartig gearbeitet oder es werden Inhalte aus verschiedenen Fächern verknüpft wie z. B. aus Kunst, Musik und Deutsch beim Erarbeiten einer Märchenvorführung. Bei Rollenspielen, beim Tanzen und beim Präsentieren erleben die Schülerinnen und Schüler, dass sie den Unterricht wirksam mitgestalten können und entwickeln dabei
Selbstvertrauen. Relativ oft dürfen die Kinder selbst über Arbeitsabläufe entscheiden und Hilfsmittel wie Wörterbücher oder Atlanten eigenständig heranziehen.
Auch die Sprachbildung ist den meisten Lehrerinnen und Lehrern ein wichtiges Anliegen.
Gleichzeitig stellt sie wegen des hohen Anteils von Kindern mit geringen Deutschkenntnissen
eine besondere Herausforderung dar. Die Lehrkräfte sprechen im Allgemeinen vorbildlich, regen
die Kinder zum Lesen, Schreiben und Sprechen an und achten dabei auf die korrekte Verwendung des Deutschen. Seltener wird das Formulieren in ganzen Sätzen gezielt geübt. In vielen
Stunden fördern die Lehrenden die Kommunikation der Kinder untereinander, indem z. B. die
Aufgaben eine Zusammenarbeit vorsehen oder die Schülerinnen und Schüler sich bei der Lösung gegenseitig helfen sollen. Eine strukturierte, arbeitsteilige Teamarbeit wird aber nur in
wenigen Stunden angeregt.
Der Einsatz moderner Medien im Unterricht, wie z. B. von Computern oder Laptops, ist bisher
nicht Schwerpunkt der Schule. Trotz eines vorliegenden Konzepts erfolgt er eher selten und
beschränkt sich auf die beiden mit interaktiven Whiteboards versehenen Klassen. Ein großer
Teil der vorhandenen Computer ist wegen einer fehlenden Aktualisierung der Software für den
Unterricht nur bedingt einsatzbereit. Die vorhandenen Computerräume werden selten genutzt.
Allerdings vermittelt die Schule durch spezielle Angebote für Schülerinnen und Schüler und
deren Eltern Kompetenzen im Umgang mit sozialen Medien.
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Im Unterricht wirken die staatlichen und privaten pädagogischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter5 regelmäßig mit. Gemeinsam haben sie im Zuge der Fusion ein Konzept erarbeitet, das
sich auf die Besonderheiten der beiden Schwerpunkte bezieht. Im außerunterrichtlichen Bereich
ergänzen Sie das schulische Angebot mit eher sportlich und spielerisch geprägten Aktivitäten.
Aufgrund der Einbindung in den nachmittäglichen Instrumentalunterricht steht den einzelnen
Kindern mitunter wenig Zeit für die Wahrnehmung dieser Angebote zur Verfügung.
Insgesamt gelingt es der Allegro-Schule in besonderer Weise, ihre im Leitbild verankerten Ziele
im Unterricht umzusetzen und ihr ausgewiesenes Profil mit den beiden Schwerpunkten „Lesen“
und „Musik“ im Schulalltag lebendig werden zu lassen.

5

Die Schulanfangsphase (Saph) umfasst die Jahrgangsstufen 1 und 2. Die Schule entscheidet, ob jahrgangsbezogen
oder jahrgangsübergreifend unterrichtet wird.

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4. Qualitätsprofil

6

Qualitätsbereich 1: Ergebnisse der Schule
1.1

B

C

D

Schulleistungsdaten und Schullaufbahn

Qualitätsbereich 2: Unterricht/Lehr- und Lernprozesse
2.1

Schulinternes Curriculum und Abstimmung des Lehr- und Lernangebots

2.2

Unterrichtsgestaltung/Lehrerhandeln im Unterricht

2.3

Systematische Unterstützung, Förderung und Beratung

Beteiligung der Schülerinnen und Schüler und der Eltern

3.3

Gestaltung der Schule als Lebensraum

Schulleitungshandeln und Schulgemeinschaft

4.2

Schulleitungshandeln und Qualitätsmanagement

Qualitätsbereich 5: Professionalisierung und Personalmanagement
5.1

Personalentwicklung und Personaleinsatz

5.2

Arbeits- und Kommunikationskultur im Kollegium

Qualitätsbereich 6: Ziele und Strategien der Qualitätsentwicklung
6.1

Evaluation schulischer Entwicklungsvorhaben

6.2

Fortschreibung des Schulprogramms

E.5

Schulprofil

D

B

C

D

B

C

D

Bewertung
A

B

C

D

Bewertung
A

B

C

D

Bewertung

Ergänzende Qualitätsmerkmale

Ganztagsangebot

C

Unterrichtsprofil

A

4.1

E.2

B

Bewertung

Qualitätsbereich 4: Schulmanagement

Förderung der Sprachkompetenz

A

A

3.1

E.1

Bewertung

Bewertung

Qualitätsbereich 3: Schulkultur

6

Bewertung
A

A

B

C

Das Qualitätsprofil beinhaltet verpflichtende Qualitätsmerkmale (blau unterlegt) und Wahlmodule. Hinter diesem
Qualitätsprofil verbergen sich ca. 200 Indikatoren. Die Schule erhält im ausführlichen Bericht eine detaillierte
Rückmeldung dieser Ergebnisse im Bewertungsbogen. Nähere Informationen zu den Instrumenten und den Verfahren der Berliner Schulinspektion finden Sie in unserem Handbuch im Internet unter
www.berlin.de/sen/bildung/schulqualitaet/schulinspektion

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D

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5. Unterrichtsprofil
Bewertung

Unterrichtsbedingungen
A

B

C

D

vergleichend

2.2.1

Lehr- und Lernzeit

b

2.2.2

Lern- und Arbeitsbedingungen

b

2.2.3

Strukturierung und transparente Zielausrichtung

b

2.2.4

Kooperation des pädagogischen Personals

b

2.2.5

Verhalten im Unterricht

b

2.2.6

Pädagogisches Klima im Unterricht

b

2.2.7

Leistungs- und Anstrengungsbereitschaft

a

Unterrichtsprozess

A

B

C

D

vergleichend

2.2.8

Förderung von Selbstvertrauen und Selbsteinschätzung

a

2.2.9

Fachimmanentes, fachübergreifendes und
fächerverbindendes Lernen

b

2.2.10 Methoden- und Medienwahl

a

2.2.11 Sprach- und Kommunikationsförderung

b

Individualisierung von Lernprozessen
2.2.12 Innere Differenzierung

a

2.2.13 Selbstständiges Lernen

b

2.2.14 Kooperatives Lernen

b

2.2.15 Problemorientiertes Lernen

c

7

Normative Bewertung

Vergleichende Bewertung

A (stark ausgeprägt)
Norm: 80 % und mehr der Bewertungen des
Qualitätskriteriums sind positiv
(bei mind. 40 % „++“).

a (vergleichsweise stark)
Der Mittelwert der Schule liegt oberhalb der durch
die Standardabweichung vorgegebenen Obergrenze

B (eher stark ausgeprägt)
Norm: Zwischen 60 % und 80 % der Bewertungen
des Qualitätskriteriums sind positiv.
C (eher schwach ausgeprägt)
Norm: Zwischen 40 % und 60 % der Bewertungen
des Qualitätskriteriums sind positiv.
D (schwach ausgeprägt)
Norm: Weniger als 40 % der Bewertungen des
Qualitätskriteriums sind positiv.

7

b (vergleichsweise eher stark)
Der Mittelwert der Schule liegt zwischen dem Berliner
Mittelwert und der Obergrenze.
c (vergleichsweise eher schwach)
Der Mittelwert der Schule liegt zwischen dem Berliner
Mittelwert und der durch die Standardabweichung
vorgegebenen Untergrenze.
d (vergleichsweise schwach)
Der Mittelwert liegt unterhalb der Untergrenze.

Die aktuellen Unterrichtsbeobachtungen werden mit dem Mittelwert von ca. 30.000 Unterrichtsbeobachtungen der
ersten Inspektionsrunde verglichen und auf der folgenden Seite grafisch dargestellt.

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6. Auswertung der Unterrichtsbesuche
(grafische Darstellung der normativen Bewertung)

100%

A/
B80%
B
60%

C
40%

D
20%

D
0%
2.2.1

2.2.2

2.2.3

2.2.4

2.2.5

2.2.6

2.2.7

++

2.2.8

+

-

2.2.9

2.2.10

2.2.11

2.2.12

2.2.13

2.2.14

2.2.15

2.2.14

2.2.15

--

7. Auswertung der Unterrichtsbesuche
(grafische Darstellung der vergleichenden Bewertung Schule - Berlin)

4,00

3,50

3,00

2,50

2,00

1,50

1,00
2.2.1

2.2.2

2.2.3

2.2.4

Berlin MW

2.2.5

2.2.6

2.2.7

2.2.8

Berlin untere Grenze

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2.2.9

2.2.10

Berlin obere Grenze

2.2.11

2.2.12

2.2.13

01G44 MW

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8. Standortbeschreibung
Die Allegro-Schule befindet sich zwischen der Pohlstraße und der Lützowstraße im Bezirk Berlin-Mitte. Sie ist mit den öffentlichen Verkehrsmitteln unter Berücksichtigung eines kurzen
Fußweges zum Haupteingang in der Lützowstraße gut zu erreichen. Die Schule fusionierte im
Jahr 2010 aus der Grips- und der Fritzlar-Homberg-Schule. Das jetzige Schulgebäude wurde in
seinen Grundmauern in den Jahren 1877-1880 errichtet. Es setzt sich aus einem vierstöckigen
behindertengerecht ausgestatteten Hauptgebäude für die Klassenräume, dem Verwaltungsgebäude mit der Mensa, der schuleigenen Turnhalle und dem Schulhof zusammen. Das Hauptgebäude und das Verwaltungsgebäude sind im jeweiligen 1. Stock durch einen mit Fenstern
versehenen tunnelähnlichen Übergang, gebaut in den achtziger Jahren, miteinander verbunden.
Die Volkshochschule Tiergarten nutzt im Hauptgebäude Räume der Schule für die Durchführung ihrer Kurse.
Obwohl während der Inspektion umfangreiche Bau- und Sanierungsarbeiten im Schulgebäude
und in der Sporthalle stattfanden, macht die gesamte Allegro-Schule einschließlich der sanitären Anlagen, einen sehr gepflegten, sauberen und aufenthaltsfreundlichen Eindruck. Im Eingangsbereich des Hauptgebäudes sind die Wände mit Namen von Instrumenten beschriftet und
ein Zitat von Goethe weist auf die Bedeutung der Musik und des Lesens hin. Großen Wert legt
die Schule auf die ästhetische Ausgestaltung der Flure. In der gesamten Schule finden sich
aussagekräftige Fotos, Malereien, Galerien oder Ausstellungen, die sowohl auf das Profil der
Musikbetonung und als auch der Leseförderung hinweisen. Die einzelnen Stockwerke sind mit
jeweils einer durchgängigen Flurfarbe (rot, gelb, grün, blau) zur schnellen Orientierung für die
Schülerinnen und Schüler versehen. An den Flurwänden hängen sehr ansprechende, teilweise
lebensgroße Fotos von Schülerinnen und Schülern, die diese mit Musikinstrumenten und Büchern zeigen. Des Weiteren sind Fotocollagen über durchgeführte Leseprojekte aufgestellt. Im
Eingangsbereich des ersten Stockwerks existiert eine umfangreiche Fotosammlung des Kollegiums, in der alle ein Buch vorstellen, in dem sie gerne einmal mitspielen wollten. Eine sehr gut
ausgestattete Schülerbibliothek mit hohem Aufenthaltscharakter wird regelmäßig für den Unterricht, aber auch für den Bereich der ergänzenden Förderung und Betreuung genutzt.
In Zusammenarbeit mit einer Künstlerin haben Schülerinnen und Schüler klassenweise Mosaikfriese erstellt, die sich kunstvoll an den Treppenwänden entlangziehen. Nirgendwo sind Vandalismus oder Schmierereien zu sehen.
Im Erdgeschoss und im gelben Bereich (erstes Stockwerk) sind neben einer Vielzahl von Klassen- und Fachräumen der sozialpädagogische Bereich mit den Räumen der ergänzenden Förderung und Betreuung untergebracht. Ein speziell als „ Auszeitoase“ benannter und gestalteter
Raum komplettiert diese Etagen. Auf Grund von Raumknappheit werden die Räume teilweise
doppelt genutzt. Hinsichtlich der Raumknappheit gehen die Auffassungen der Schule und des
Schulträgers auseinander. Der Schulträger sieht vor, dass bisherige Klassenräume des Erdgeschosses für eine außerschulische Kindertagesstätte genutzt werden sollen. Die Schule ist der
Ansicht, dass die Abgabe von Räumen zu einer weiteren Raumknappheit führt und insbesondere das umfangreiche Angebot zur Musikförderung und damit die Ausgestaltung des der Schulöffentlichkeit bedeutenden Schulprofils dadurch in Frage gestellt werden würde.
In der grünen Etage (zweites Stockwerk) liegt die Aula. Sie wird für musikalische Aufführungen, Theaterinszenierungen, Orchesterproben, Schulfeiern, Konferenzen, Informationsveranstaltungen Lesungen und die Einschulung der Schulanfänger genutzt. Die Aula bietet rund 200
Personen Platz, sie zeigt an der Decke schon erste Erscheinungen von sich lösender Deckenfarbe. Ferner gehört der naturwissenschaftliche Bereich zu dieser Etage, ebenfalls zwei Unterrichtsräume, die mit interaktiven Whiteboards ausgestattet sind. Die Klassenräume sind mehrheitlich mit adressatenbezogenen Lehrmaterialien und vielfältigen Schülerarbeiten versehen. Sie
bieten gute Voraussetzungen für ein lernförderliches Unterrichtsklima. Nur sehr wenige Computer stehen den Schülerinnen und Schülern in den Klassenräumen zur Verfügung. Die beiden
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vorhandenen Computerräume mit rund 30 Arbeitsplätzen sind nur gering frequentiert, da es
immer wieder Probleme mit dem Internetzugang gibt und auch die Computer selber des Öfteren nicht einwandfrei funktionieren.
Das dritte Stockwerk, die farblich blau gestaltete Etage, beherbergt neben diversen Klassenräumen die Musikfachräume, die ebenfalls für kleinere Aufführungen herangezogen werden.
Hier sind die für die Musikbetonung benötigten Instrumente, die in großer Anzahl für die
Schülerinnen und Schüler vorhandenen sind, sach- und fachgerecht gelagert.
Das Verwaltungsgebäude beinhaltet im Erdgeschoss die große Essenshalle, die in den Vorjahren
als Turnhalle genutzt wurde und in der Höhe zwei Stockwerke umfasst, Sie ist aufwändig
saniert worden und mit einer hohen Fensterfront versehen. Hell und geräumig bietet sie rund
100 Schülerinnen und Schülern Platz. Die vielen kleinen und großen abgetrennten Bereiche
sind den Klassen zugeordnet. Von einem kleinen balkonartigen Austritt im ersten Stockwerk
lässt sich der gesamte Essbereich überblicken. In diesem Gebäude befinden sich außerdem das
Schulsekretariat, die Büros der Schulleiterin und der Konrektorin sowie das Lehrkräftezimmer.
Eine Lehrerbücherei mit Arbeitsmaterialien für den Unterricht und einer Vielzahl von Lehrbüchern ergänzt diesen Bereich.
Die direkt neben dem Verwaltungsgebäude gelegene große Sporthalle ist behindertengerecht
gebaut. Sie verfügt über die Möglichkeit der Teilung in drei Sportfelder. Die sanitären Anlagen
sollen hier in nächster Zeit renoviert werden.
Der Schulhof erstreckt sich von der Lützowstraße bis zur Pohlstraße. Er bietet den Kindern eine
Kletterlandschaft, einen Spielplatz mit vielen Spielgeräten wie Schaukeln und Balancierbalken.
Ein kleiner Fußballplatz, eine Laufbahn sowie ein Soccerfeld ermöglichen eine abwechslungsreiche Pausengestaltung. Des Weiteren können die Schülerinnen und Schüler Picknickecken und
Sitzgelegenheiten als Rückzugsmöglichkeit nutzen. Der Schulgarten ist reaktiviert worden und
mit Beeten, Teich und einer Kräuterspirale bestückt. Einzelne Klassen pflegen die Beete, während der Sommerzeit findet hier teilweise auch der Unterricht statt.

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