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Full text: Abschlussbericht des Projekts Weiterentwicklung und Stärkung der beruflichen Schulen und OSZ

Anlage 3

Projektauftrag
Weiterentwicklung und Stärkung der
beruflichen Schulen und OSZ
(Pro WebeSO)

Inhaltsverzeichnis
1

VORBEMERKUNG ........................................................................................................................... 2
1.1
1.2

2

ÜBERGEORDNETE ZIELE .............................................................................................................. 3
2.1
2.2
2.4

3

EINORDNUNG DES PROJEKTS, AUSGANGSLAGE ........................................................................... 2
KRITISCHE ERFOLGSFAKTOREN .................................................................................................. 2

EINORDNUNG IN DAS ZIELSYSTEM ............................................................................................... 3
PROJEKTSTRUKTUR .................................................................................................................... 3
PROJEKTREALISIERUNG .............................................................................................................. 4

PROJEKTORGANISATION ............................................................................................................. 5
4.1
4.2
4.3

ÜBERSICHT ................................................................................................................................ 5
STEUERUNGSPRINZIPIEN............................................................................................................. 5
PROJEKTLEITUNG ....................................................................................................................... 5

4

ZEITPLANUNG ................................................................................................................................ 6

5

RESSOURCEN ................................................................................................................................. 6

6

KOMMUNIKATION, KOMMUNIKATIVE BEGLEITSTRUKTUR, BERICHTSWESEN ................... 6
6.1
6.2

KOMMUNIKATIVE BEGLEITSTRUKTUR ........................................................................................... 6
BERICHTSWESEN ........................................................................................................................ 6

SenBildJugWiss Abt. I

Projektleitung: Adalbert Helfberend –SenBildJugWiss – I He

Projektauftrag: Weiterentwicklung und Stärkung der beruflichen Schulen und OSZ

Seite 2

1 Vorbemerkung
1.1

Einordnung des Projekts, Ausgangslage

Die beruflichen Schulen und OSZ sind ein wesentlicher Standortfaktor für den Wirtschaftsstandort Berlin. Sie übernehmen Verantwortung für die Qualifizierung junger
Menschen auf die sich wandelnden Anforderungen durch Wirtschaft und Gesellschaft.
Kern der schulischen beruflichen Bildung ist die Berufsschule als Partner in der dualen
Berufsbildung. Eine Stärkung der Berufsschule durch die Vermittlung einer größeren
Zahl von Jugendlichen auf betriebliche Ausbildungsplätze stärkt den Wirtschaftsstandort, beugt dem Fachkräftemangel vor und hilft nachhaltig, die Jugendarbeitslosigkeit zu
reduzieren.
Die Berufsschule muss sich zunehmend dem Wettbewerb mit Bachelorstudiengängen
stellen. Dabei droht sich das Verhältnis aus beruflicher und akademischer Bildung zu
Lasten der beruflichen Bildung zu verschieben. Eine Stärkung der beruflichen Schulen
und OSZ sorgt für eine bessere Gewichtung von beruflicher und akademischer Bildung.
Der Senat hat entschieden, eine Jugendberufsagentur für Berlin einzurichten, die sicherstellen soll, dass alle Jugendlichen bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres eine
berufsbildende Perspektive erhalten, sofern sie nicht in die gymnasiale Oberstufe übergehen.
Die Arbeitsfähigkeit und der Erfolg der Jugendberufsagentur hängen maßgeblich davon
ab, dass alle Schülerinnen und Schüler am Ende der zehnten Klasse an der allgemeinbildenden Schule erfasst und hinsichtlich ihrer weiterführenden Perspektive orientiert
sind. Dazu ist in den achten bis zehnten Klassen eine systematische Berufs- und Studienorientierung (vgl. Landeskonzept BSO) zu realisieren. Jugendliche, die am Ende der
zehnten Klasse keine Entscheidung für eine schulische oder für eine betriebliche Ausbildung getroffen oder auch anderweitig keinen Ausbildungsplatz gefunden haben, erhalten ein Angebot zur Ausbildungsvorbereitung, das sie befähigt, schnellstmöglich auf
einen betrieblichen Ausbildungsplatz zu wechseln.
Die Funktionstüchtigkeit des Übergangssystems Schule – Beruf (ÜSB) ist eine unverzichtbare Voraussetzung für die Funktionstüchtigkeit der Jugendberufsagentur.

1.2

Kritische Erfolgsfaktoren



Eine grundlegende Voraussetzung für die Umsetzung der im Projekt erarbeiteten
Ziele ist die erfolgreiche Einführung und strukturierte Umsetzung des Landeskonzepts „Berufs- und Studienorientierung“ in Berlin. Hierzu muss das Landeskonzept
von den Schulen inhaltlich erschlossen werden. Aufgrund der engen Terminlage
muss noch im Frühjahr 2015 damit begonnen werden, das Landeskonzept großflächig vorzustellen, damit eine inhaltliche Auseinandersetzung und Aneignung stattfindet. Ein wesentlicher Bestandteil sind passgenaue Fortbildungsangebote für die
Lehrkräfte.



Davon ausgehend ist in einem weiteren Schritt sicher zu stellen, dass sowohl die
Berufswegeplanung als auch die Berufswegekonstruktion stärker auf den Arbeitsmarkt ausgerichtet wird. Im Rahmen der individuellen Beratung der Jugendlichen ist
zielgerichtet darauf abzustellen, dass betriebliche Ausbildungswege Vorrang haben.

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Seite 3

Die Beratung in schulische Angebote im Erstausbildungsbereich, wie z.B. Berufsfachschulen mit Kammerprüfung oder Assistentenausbildungen, die vom Arbeitsmarkt nicht oder nur marginal akzeptiert werden, sind grundsätzlich nur subsidiär
anzubieten.


Um schulische Angebote besser ausrichten und Jugendlichen eine bessere betriebliche Orientierung bieten zu können, ist es unerlässlich, dass betriebliche Praktikumsstellen und vor allem betriebliche Ausbildungsplätze in größerem Umfang als
bisher durch die Berliner Wirtschaft bereitgestellt werden und das vor allem auch für
Jugendliche, die für den Übergang in die Ausbildung noch eine Begleitung benötigen.



Ausbildungsplätze dürfen nicht durch Praktikumsplätze ersetzt oder verdrängt werden. Darüber hinaus ist sicher zu stellen, dass Jugendliche schneller als bisher zeitnah nach Verlassen der allgemein bildenden Schule der Einstieg in eine betriebliche
Ausbildung gelingt, damit das in Berlin zu hohe Eintrittsalter von 21 Jahren signifikant gesenkt werden kann und unnötige Warteschleifen als Verursacher abgebaut
werden.



Um zu erreichen, dass alle Jugendlichen ein optimiertes Angebot erhalten und dieses auch wahrnehmen, ist ein Unterstützungs- und Begleitsystem unabdingbar. Im
Fokus stehen dabei die Jugendlichen, die im ersten Schritt noch keine betriebliche
Ausbildung aufnehmen können. Durch die verlässliche Begleitung und Unterstützung
der Ausbildungsbetriebe bzw. der sonstigen ausbildenden Einrichtungen kann die
Abbruchquote gesenkt werden, mit der Folge einer höheren Zufriedenheit auf allen
Seiten - sowohl bei den Jugendlichen als auch bei den Ausbildungsbetrieben.



Die Maßnahmen zur Verbesserung der Durchlässigkeit zwischen beruflicher und allgemeiner incl. akademischer Bildung werden erfolgreich umgesetzt (unter Einbeziehung der Universitäten zur Entwicklung eines Konzepts, Studienabbrecher in duale
Ausbildung zu bringen).

2 Übergeordnete Ziele
2.1

Einordnung in das Zielsystem

Zukunftsorientierende und handlungsleitende Fragestellungen
 Finden Schülerinnen und Schüler ein Bildungsangebot in der Stadt vor, das ihnen einen Lebensentwurf für eine angemessene Teilhabe in Wirtschaft und Gesellschaft
ermöglicht? Haben die Bildungsangebote bzw. hat die Struktur der Bildungsgänge
noch die richtige Passung für die gesellschaftlichen Anforderungen, den Wirtschaftsstandort und den Arbeitsmarkt Berlin? Welche Anpassungsmaßnahmen sind bezogen
auf Bildungsgänge und Bildungsgangstruktur notwendig?
 Welche Maßnahmen sind zur Stärkung der beruflichen Schulen und OSZ im Rahmen
der eigenverantwortlichen Schule notwendig? Eigenverantwortung braucht systematisches Qualitätsmanagement (QM) und Qualitätssicherung (Freiheit und Verantwortung). Welcher Entwicklungsbedarf besteht hinsichtlich QM?

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 Welche Schlussfolgerungen ergeben sich für die Standorte und für die Entwicklung
der beruflichen Schulen und OSZ und welche Auswirkungen ergeben sich daraus für
das Steuerungssystem?

2.2

Projektstruktur

Es wird eine Projektarbeitsgruppe mit dem Auftrag eingesetzt, auf Basis einer kritischen
Bestandsanalyse der Angebote und Bildungsgänge der Beruflichen Schulen und OSZ
mit besonderem Focus auf das Übergangssystem Schule – Beruf Möglichkeiten der
Stärkung und der Weiterentwicklung zu erarbeiten, die Auswirkungen auf die Schulentwicklungsplanung für die beruflichen Schulen und OSZ zu prüfen und dementsprechend
Vorschläge für einen Schulentwicklungsplan (SEP) zu entwickeln. Dabei sollen auch die
Entwicklung sowie die Kapazitäten der beruflichen Schulen in freier Trägerschaft berücksichtigt werden.
Im Rahmen einer knapp zu haltenden Bestandsaufnahme ist zu prüfen, an welchen
Stellen im derzeitigen schulischen Bildungs- bzw. Übergangssystem sowie am Arbeitsund Ausbildungsmarkt Optimierungsmöglichkeiten gestaltet werden können. Einer kritischen Betrachtung sind Bildungsangebote zu unterziehen, die als „Warteschleifen“ keinen oder nur einen geringen Beitrag für einen zielgerichteten Übergang in Ausbildung
und Beruf leisten.
„Schule stark stellen“ heißt auch, deren Eigenverantwortung und die Maßnahmen zur
schulinternen Qualitätssicherung im Sinne der §§ 7 bis 9 des Berliner Schulgesetzes
weiterzuentwickeln.
Wesentlicher Bestandteil des Arbeitsauftrages ist eine enge Verzahnung und Abstimmung mit dem bereits laufenden Projekt zur Einrichtung einer Jugendberufsagentur. Die
Sicherstellung der systematischen Erfassung und Begleitung aller Jugendlichen an der
Schnittstelle des Übergangs am Ende der zehnten Klasse unter dem Leitgedanken
„Keine/keiner darf verloren gehen!“ ist die zentrale Anforderung an das Übergangssystem Schule – Beruf.
Ein in diesem Sinne verbessertes Übergangssystem wird eine Veränderung der Schülerströme mit entsprechenden Auswirkungen auf die Strukturen der beruflichen Schulen
und OSZ zur Folge haben. Dementsprechend werden konkrete Empfehlungen für die
Schulentwicklungsplanung (SEP) formuliert.

2.3

Projektrealisierung

Meilensteine
 Januar 2015: Präsentation des Projektauftrages bzw. der Projekteinsetzungsverfügung gegenüber den Vertretern der Wirtschaftsverbände, Kammern und Gewerkschaften sowie der Vertretung der Schulleitungen an beruflichen Schulen
und OSZ (BBB)
 Mai 2015: Fachtagung bzw. Workshop mit allen Schulleitungen der beruflichen
Schulen und OSZ zur Diskussion von Kriterien, anhand derer die oben formulierten Fragen geprüft und bewertet werden einschließlich der Erarbeitung von Aspekten eines Eckpunktepapiers für einen Schulentwicklungsplan (SEP).

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 01.08.2015: Pilotierung der Berufs- und Studienorientierung nach dem Landeskonzept BSO an vier Integrierten Sekundarschulen (ISS) in Kooperation mit vier
Oberstufenzentren (BS/OSZ) als Partnerschulen - einschließlich einer Kooperation in der gymnasialen Oberstufen.
 Oktober/November 2015: Fachtagung bzw. Workshop mit allen Schulleitungen
der beruflichen Schulen und OSZ zur Diskussion und Verständigung über die Arbeitsergebnisse (auch Handlungsalternativen), die die Projektgruppe unter Anwendung der gesetzten Kriterien erarbeitet hat - einschließlich der Eckpunkte für
einen Schulentwicklungsplan (SEP).
 Ende 2015: Präsentation der aktuellen Zwischenergebnisse gegenüber den Vertretern der Wirtschaftsverbände, Kammern und Gewerkschaften sowie der Vertretung der Schulleitungen an beruflichen Schulen und OSZ (BBB)
 Anfang 2016: Vorlage des Projektberichts als Senatsvorlage mit Handlungsempfehlungen.

3 Projektorganisation
3.1

Übersicht

Für das Projekt wird folgende Projektorganisation eingerichtet:

Der Projektleitung wird eine abgeordnete Lehrkraft für das Projektbüro zugeordnet.
Nach Bedarf und Stand des Arbeitsfortschritts werden thematisch spezifische Unterarbeitsgruppen eingerichtet.

3.2

Steuerungsprinzipien

Das Projekt übergibt die (Teil-)Ergebnisse der Projektarbeit zur weiteren Bearbeitung
dem Auftraggeber. In seiner Linienverantwortung entscheidet der Auftraggeber nach
Abnahme frei über die Verwendung der Ergebnisse. Unabhängig davon ist mit der Abnahme der Projektergebnisse durch den Auftraggeber die Projektleitung entlastet.

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Falls im Projektverlauf Entscheidungen der Linienorganisation erforderlich werden, informiert die Projektleitung die Linienorganisation über den Entscheidungsbedarf. Dort
wird die Entscheidungsvorlage gefertigt und auf den Zeichnungsweg einschließlich der
erforderlichen Mitzeichnungen gegeben. Gegebenenfalls ruht die Projektarbeit zu diesen
Punkten bis die Entscheidung getroffen ist.

3.3

Projektleitung

Aufgabe

Leitung
Projektbüro

Projektleitung: Operative Führung des Gesamtprojektes, Verantwortung
des Projektmanagement-Prozesses einschließlich Ergebnisqualität / Qualitätssicherung, Schnittstellenmanagement, Berichterstattung an den Auftraggeber.
Projektbüro: Übernahme von administrativen Aufgaben der Projektleitung,
Vor- und Nachbereitung von Sitzungen der Entscheidungs- und Abstimminstanz, konzeptionelle Zusammenfassung und Bewertungen
Adalbert Helfberend
Nicole Frenzel

4 Zeitplanung
Für den Projektverlauf gilt folgende Zeitplanung, die im Rahmen der weiteren Projektvorbereitung konkretisiert wird: Siehe Meilensteine unter 2.3!

5

Ressourcen





Ausstattung des Projektes mit Projektleitung incl. Projektassistenz/Projektbüro;
Zeitressource für die 6 weiteren Projektgruppenmitglieder;
Ressourcen zur Durchführung von zwei Fachtagungen mit allen Schulleitungen
und Schulaufsichten der BS/OSZ sowie zwei Workshops der Projektarbeitsgruppe
zur Vorbereitung der Fachtagungen;

Bewirtungsfond 1.000 € für Erfrischungen bei Arbeitssitzungen und Präsentationen
mit Gästen.
Die Personalressourcen unter 1. und 2. verursachen insgesamt Kosten im Umfang von
ca. 2,5 Stellenäquivalenten. Für die Fachtagungen und Workshops ist incl. Vorbereitung
und Durchführung mit Kosten von ca. 25.000,00 € zu rechnen.
Die haushaltsmäßige Absicherung erfolgt aus den für die beruflichen und zentralverwalteten Schulen zur Verfügung stehenden zutreffenden Haushaltsansätzen der Kapitel
1021 und 1024.

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6 Kommunikation,
richtswesen
6.1

kommunikative

Seite 7

Begleitstruktur,

Be-

Kommunikative Begleitstruktur

Stakeholder des Projekts sind die Schulleiterinnen und Schulleiter der beruflichen Schulen und OSZ sowie deren Verband, die Vertreter der Kammern, der Verbände der Wirtschaft und der Gewerkschaften. Als Stakeholder haben sie ein berechtigtes Interesse,
regelmäßig über den Projektfortschritt informiert zu werden. Dazu wird eine geregelte
Kommunikationsstruktur verabredet.

6.2

Berichtswesen

Die Projektgruppe erstattet regelmäßig dem Auftraggeber Bericht, informiert auf Dienstbesprechungen der Schulleitungen sowie bei Bedarf gegenüber den oben genannten
Verbänden.

Freigaben/Auftragserteilung:
        
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