Publication:
2019
URN:
https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:kobv:109-1-15364844
Path:
ZEITSCH R I F T DES L AN DESSPORTB U N DS B ER LI N

M a i - J u n i 2 019

SPORT
IN BERLIN

Wohin steuert
der Berliner Sport?
Diskussion um das LSB-Leitbild hat begonnen

Der Berliner
Vereinssport
wächst weiter

LSB beschließt
Position
zu eSports

Seite 6,7:
672.788 Mitglieder

Seite 12,13: Werte des
Sports müssen gelten

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3

SPORT IN BERLIN
Titelfoto
Wohin steuert der Berliner Sport? Die Diskussion über das Leitbild des Landessportbunds Berlin hat begonnen.
(siehe Editorial auf Seite 4.)

9 Studie belegt Erfolg der LSB-Kitas
KiB-Kinder sind motorisch und sprachlich
fitter
12 Werte des Sports müssen gelten
LSB Berlin positioniert sich zu eSports
Reportage über Gamen bei Pfeffersport

Foto: CANOA BERLIN
16 Kein großer Wurf ...
Glücksspielstaatsvertrag: Ministerpräsidenten beschließen kleine Korrekturen
18 Eindrücke, die bleiben
50 Jahre Sportaustausch zwischen Berlin
und Jerusalem: Schülerinnen berichten

SPORT IN BERLIN Offizielles Verbandsorgan
des LANDESSPORTBUNDS BERLIN
Friedhard Teuffel (verantwortlich)
www.lsb-berlin.de
www.facebook.com/LandessportbundBerlin
Twitter: @LSBBerlin
Redaktion: Angela Baufeld (verantwortlich)
Jürgen Stein (verantwortlich: Sportjugend)
Franziska Staupendahl
Redaktionsadresse:
Sport in Berlin, Jesse-Owens-Allee 2
14053 Berlin
(Postanschrift: Brieffach 1680, 14006 Berlin)
Fon (030) 30 002 109
Fax (030) 30 002 119
E-Mail: sib@lsb-berlin.de
Druck: LASERLINE Druckzentrum Berlin KG
Scheringstr. 1, 13355 Berlin, www.laser-line.de

4 Wer sind wir eigentlich?
Über das neue Leitbild des
Landessportbunds Berlin
6 Der Berliner Sport wächst weiter
673.000 Mitglieder in Berliner Sportvereinen
8 „Fit für die Vielfalt”
30 Jahre „Integration durch Sport” –
Qualifizierungsmöglichkeiten für Vereine

Seite 24 Bezirkssportbünde vorgestellt –
Teil 1: Charlottenburg-Wilmersdorf
Seite 30 Sportabzeichen DOSB-Tourstopp am 5. Juni im Berliner Poststadion
Seite 35 LSB gratuliert 100 Jahre Berliner
Box-Verband

21 Sport Jugend Berlin
Rollstuhlbasketball – ein Sport für alle;
Schwimm-Intensivkurse in den Herbstferien – Vereine können mitmachen;
Kinderschutz; Sportjugendreisen

Stuttmann.

Anzeigen: Top Sportmarketing Berlin GmbH,
Hanns-Braun-Str./Friesenhaus, 14053 Berlin,
Fon. (030) 30 11 186 -0, Fax 30 11 186 - 20
SPORT IN BERLIN erscheint sechs Mal pro Jahr.
Der Bezugspreis ist im LSB-Mitgliederbeitrag enthalten. Mit Namen gekennzeichnete Beiträge
drücken nicht unbedingt auch die Meinung des
Herausgebers aus. Die Redaktion lädt zur Einsendung von Fremdbeiträgen ein. Es wird jedoch
keine Gewähr für eine Veröffentlichung übernommen.
Nächster Redaktionsschluss: 11. 6. 2019

Mit einem Klick
zum LSB Berlin:
mit Smartphone
QR-Code einscannen und verbinden lassen.

Karikatur: Klaus Stuttmann

(siehe Seite 12/13)

SPORT IN BERLIN Mai/Juni 2019

4

editorial

Wer sind wir eigentlich?
Von Thomas Härtel und Friedhard Teuffel
Präsident und Direktor des Landessportbunds Berlin

E

s gibt ein ganz einfaches Mittel, das bei einer Neuorientierung
helfen kann: ein weißes Blatt Papier. Das weiße Blatt erlaubt,
Bisheriges zu vergessen und so zu tun, als ob man noch einmal
von vorn anfangen könnte. Vor ein solches leeres Blatt Papier haben
auch wir uns gesetzt, um uns zu vergewissern. Wer ist der Landessportbund eigentlich? Was kann er und was soll er leisten? Und mit
welchen Mitteln könnte er das tun?
Was am Ende auf dem Blatt stehen soll, ist unter anderem ein neues
Leitbild. Im Idealfall ist es nicht nur ein Leitbild für den LSB, sondern
für den Berliner Sport. Dazu gleich mehr.
Über unser Selbstverständnis und unsere Ziele haben wir gerade bei
der Klausurtagung des LSB-Präsidiums gesprochen. Es war der erste
Schritt auf dem Weg zum neuen Leitbild. Nicht, dass das alte Leitbild
von 2012 grundlegend falsch wäre. Aber es hat sich einfach viel verändert, in Berlin, in der Gesellschaft, im Sport. Um nur einige Punkte
zu nennen: Die Stadt wächst, wird dichter, und wir brauchen für den
Sport mehr Spiel- und Bewegungsräume. In der Gesellschaft an sich
steigt die Neigung, sich eher für Projekte zu engagieren und sich weniger an Institutionen und Organisationen zu binden. Das macht es
auch für den Sport schwieriger, Ehrenamtliche zu finden.
Überhaupt das Personal: Um unsere Aufgaben stemmen zu können,
zuerst in den Vereinen, aber auch in Kooperationen mit Kitas und
Schulen, im Gesundheitssport, in neuen Netzwerken in der Nachbarschaft, brauchen wir Übungsleiterinnen und Übungsleiter. Um das
Personal wird jedoch immer mehr konkurriert, der Fachkräftemangel
lässt sich schon im Stadtbild erkennen an den vielen Plakaten, auf denen Unternehmen um Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werben.
Was sich zuletzt im Sport verändert hat? Auch eSports möchte gerne
Sport sein, voll anerkannt und aufgenommen in den Kreis der Sportorganisationen. Wir sehen Kooperationsmöglichkeiten und Entwicklungschancen für Vereine, aber auch klare Grenzen, so steht es auch
in unserer Position, die in diesem Magazin abgedruckt ist. Dazu äußern bestimmte Vereine ihre spezifischen Interessen immer lauter.
Das ist legitim. Gleichzeitig fordert es vom Landessportbund, diese Interessen zu moderieren, denn um einen starken, präsenten Berliner
Sport zu haben, braucht es eine starke Stimme.
Damit wären wir beim LSB selbst angekommen. Auch der LSB verändert sich, personell, inhaltlich. Das Attribut war bisher „Dachverband
des Berliner Sports“. Passt das noch? Das Dach bietet Schutz, so weit
so gut, doch es ist weit weg von der Straße, vom Eingang, vom Leben
in den einzelnen Etagen. Wenn wir bei der Vorstellung bleiben, dass
der Berliner Sport ein Haus ist, das allen gehört, Vereinen, Verbänden,
Sportlerinnen und Sportlern, dann treffen zwei Bezeichnungen vielleicht eher zu. Nach außen ist der Landessportbund Sprecher der Eigentümergemeinschaft. Und nach innen der Hausmeister.
Als Dienstleister für den Sport wollen wir nicht nur reagieren auf all
die Veränderungen um uns herum, sondern aus der Mitte der Ge-

SPORT IN BERLIN Mai/Juni 2019

sellschaft heraus selbst handeln. Zum Beispiel bei der Vereinsberatung, die wir auf Dauer strategischer angehen wollen, mit einem hoffentlich größeren Beitrag zur Weiterentwicklung von Vereinen.
Viele Verbände wollen sich gerade im Leistungssport verbessern. In
den regionalen Zielvereinbarungsgesprächen, die gerade laufen, werden jede Menge gute Ideen präsentiert. Und auch Wünsche, von denen nicht alle erfüllt werden können und die uns dazu anhalten, genau zu überlegen, wo wir Schwerpunkte setzen.
Besonders widmen wollen wir uns den übergreifenden Themen wie
Ehrenamt, Inklusion oder Gesundheit. Weil sich etwa das Thema Gesundheit durchs gesamte Leben zieht, kommt es auch an allen Stellen im Sport vor. Das fordert noch mehr vernetztes Denken und Handeln, gerade vom LSB und seiner Sportjugend.
Dabei können wir auf vieles aufbauen, was schon funktioniert. Ein
Leitbild kann gleichzeitig neue Orientierung bieten. Und weil es wie
anfangs beschrieben im Idealfall Impulse für den gesamten Berliner
Sport gibt, wollen wir einladen, daran mitzuwirken. Diese Einladung
gilt sowohl für Vereine und Verbände wie für unsere hauptamtlichen
Kolleginnen und Kollegen, die das Leitbild mit Leben füllen sollen.
Es gibt viele Möglichkeiten, sich dabei einzubringen, sei es bei Veranstaltungen, in persönlichen
Gesprächen oder mit direkten Rückmeldungen
an uns. Wir wollen dabei
zügig vorgehen,
um im Herbst
bei der Mitgliederversammlung
schon etwas
vorstellen zu
können.
Auf den ersten
Blick geht es
nur um ein
weißes Blatt
Papier. Aber in
Wirklichkeit um
einen gemeinsamen Austausch, um
den Sport in
Berlin weiter
zu bringen.
Darauf
freuen
wir uns.

„Die Finals – Berlin 2019“
Neues Multisportevent in der Sportmetropole Berlin
„Die Finals – Berlin 2019“ vereinen Deutsche Meisterschaften im Bahnradsport, Bogensport,
Boxen und Kanu, in der Leichtathletik, beim Modernen Fünfkampf, Schwimmen sowie Turnen,
Triathlon und Trial. Zehn Deutsche Meisterschaften in einer Stadt und an einem Wochenende,
mehr als 3.000 Sportlerinnen und Sportler, die binnen 48 Stunden um insgesamt ca. 180 Titel in
140 Disziplinen kämpfen: Berlin lädt am 3. und 4. August 2019 zu einem Sportwochenende der
Superlative.
Die Idee

Live bei ARD und ZDF

Mit „Die Finals – Berlin 2019“ bündeln nationale Sportfachverbände, das öffentlich-rechtliche Fernsehen und
das Land Berlin Visionen, Kompetenzen sowie Ressourcen, und ermöglichen ein innovatives und hochwertiges
Veranstaltungsformat. Die Sportfachverbände richten
ihre nationalen Meisterschaften als eigenständige Veranstalter aus. Das Land Berlin und die Fernsehanstalten
ARD und ZDF schaffen in erstmaliger, enger und direkter
Kooperation eine übergreifende Multi-Sport-Eventmarke.
Nur die Sportmetropole Berlin hat die Veranstaltungsstätten, Ressourcen und Kompetenzen, dieses Multi-Sportevent zeitnah so aufzustellen und bietet mit ihrer Infrastruktur den optimalen Austragungsort.

ARD und ZDF begleiten das Wochenende der Deutschen
Meisterschaften mit fast 20 Stunden Live-Übertragung
im Fernsehen. Hinzu kommen Live-Streams: für echte
Fans sind alle Wettbewerbe in voller Länge im Internet
zu sehen. „Wir wollen mit der Veranstaltung an die
erfolgreiche Konzeption der Wintersport-Wochenenden
anknüpfen“, erläutert ZDF-Sportchef Thomas
Fuhrmann. „Damit zeigen wir auch, wie wichtig uns
die Unterstützung für viele olympische Sportarten in
Deutschland ist.“ Die ARD überträgt „Die Finals – Berlin
2019“ am Samstag, 3. August 2019, von 10:00 Uhr bis
19:50 Uhr im Ersten. Das ZDF zeigt Entscheidungen und
Rahmenprogramm am Sonntag, 4. August 2019, von
10:00 Uhr bis 19:00 Uhr.

Sportstättenvielfalt in Berlin
Das Familiensportfest
„Die Finals – Berlin 2019“ werden am 3. und 4. August
2019 ausgetragen – in 10 Austragungsorten mit bedeutender Ausstrahlungskraft: Olympiastadion Berlin, Olympiapark, Olympischer Platz, Schwimm- und Sprunghalle
im Europasportpark, Max-Schmeling-Halle, das Velodrom, Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark, Strandbad
Wannsee und City-Spree werden die Austragungsorte
sein.

Zu den Finals lädt das Familiensportfest des LSB
Berlin Besucherinnen und Besuchern von Jung bis Alt
über zwei Tage in den Olympiapark. Hier werden am
Finals-Wochenende ca. 70.000 Personen erwartet.
Beim Familiensportfest können Sportarten live erlebt
und ausgeübt werden. Im Anschluss ist ein Besuch
der Meisterschaften in der Leichtathletik, Bogensport,
Triathlon, Modernem Fünfkampf und Boxen möglich.

Wie kommt man an Tickets?
Es wird zeitnah eine Website gelauncht, die dann auf
alle Ticketplattformen der Sportarten Leichtathletik,
Schwimmen, Boxen, Turnen und Bahnrad verlinkt. Die
Wettkämpfe der anderen Sportarten können kostenfrei
besucht werden.

Finals2019 DIN A4.indd 1

Beim Jedermann-Triathlon am 3. August können bis zu
800 Aktive dabei sein.
„Die Finals – Berlin 2019“ bündeln vielfältig
Synergien, um Sport zu erleben und Sport zu treiben.

23.04.19 15:16

6

sport in berlin

Der Berlin
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Rekord:
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642.225
630.587
620.348
607.809
6

SPORT IN BERLIN Mai/Juni 2019

7

sport in berlin

Größte Verbände
e
Verband
e

Größte Vereine
e
Mitglied
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der 2019

Berliner Fußball-Verband
e
e. V..
Berliner Turnu und Freizeitsport-Bund e. V
V..
Hochschulsportverband Berlin e. V..
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Berlin-Brandenburg
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V..
Berliner Schwimm-Verband
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Behinderten- und Rehabilitations-Sportverband Berlin e. V..
Landesverband Berlin des Deutschen Alpenvereins e. V..
Betriebssportverband Berlin e. V..
Berliner Segler-Verband
e
e. V..
Golfverband Berlin-Brandenburg e. V..
Berliner Basketball Verband
e
e. V..
Berliner Leichtathletik-Verband
Ve
e. V.
Handball-Verband
e
Berlin e. V..
Deutsche Lebens
Lebens-RettungsRettungs Gesellschaft,
Gesellschaft LV
LV Berliin e.
e V.
V.
Volleyballo
Verband
e
Berlin e. V..

159.004
99.178
63.535
34 844
34.844
28.809
27.403
23.426
20.050
14.382
13.387
12.610
12.378
11.812
11 221
11.221
10.737

Verein
e

Mitg
glieder 2019

Hertha BSC e. V..
1. Fußball Club Union Berlin e. V..
Deutscher Alpenverein Sektion Berlin
Förderverein
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Golfverbandes
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Berlin-Brand
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Sport- Club Charlottenburg e. V..
Pro Sport Berlin 24 e. V.
Sport- Gesundheitspark Berlin e. V..
Sport Club Siemensstadt Berlin e. V..
Turngemeinde
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in Berlin 1848 e. V.
Turnu und Sportverein Spandau 1860 e. V..
Berliner Turnu und Sportclub e. V..
Turnu und Sportverein Rudow 1888 e. V..
Schwimm- Gemeinschaft Neukölln e. V.. Berlin
Pfeffersport e.
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V
Wasserfreunde Spandau 04 e. V..

35.410
21.569
19.233
8.626
7.292
6.791
6.768
6.429
6.184
5.232
4.611
4.582
4.337
4 130
4.130
4.120

Die größten absoluten Zuwachsraten
rat 2019
Verband
e

Mitglieder/ Zuwachs
Z

Berliner Turnu und Freizeitsport-Bund e. V.
99.178/ 2.437
Berliner Fußball-Verband
Ve
e. V.
159.004/ 1.737
Landesverband Berlin des Deutschen Alpenvereins e. V..
23.426/ 1.582
Berliner Basketball Verband
e
e. V.
12.610/ 1.060
Hochschulsportverband Berlin e. V..
63.5
535/ 910
Tennise
Ve
Verband
Berlin-Brandenburg e. V.
34.8
844/ 705
Berliner Verband
e
für Modernen Fünfkampf e. V..
1.1
131/ 667
Deutsche Lebens-Rettungsbens Re
Gesellschaft, LV Berlin e. V..
11.2
221/ 474

Verband
e

Mitglied
tgliede
er/ Zuwachs
e

Verband
e
Deutscher Sportfischer,
Landesverband Berlin-Brandenburg e. V..
Berliner Tisch-Tennis
e
Verband
e
e. V..
Berliner Leichtathletik-Verband
e
e. V..
Berliner Schwimm-Verband
e
e. V..
Berliner Radsport Verband
e
e. V.
Berliner Ringer-Verband
Ve
e. V.
Berliner Box-Verband
Ve
e. V.

2.119/ 367
2.
7.1
11
15/ 355
12.378/ 308
28.809/ 250
1.573/ 219
1.578/ 181
3.143/ 175

Verbände
e
mit dem höchsten Anteil weiibliche
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SPORT IN BERLIN Mai/Juni 2019

8

30 jahre integration durch sport

Der Traum von Olympia 2020
Nazir Jaser aus Syrien absolviert beim LSB Berlin eine Ausbildung
zum Sport- und Fitnesskaufmann. „Sport in Berlin” sprach mit ihm.
Wann und wie bist Du nach Berlin gekommen?
Ich bin 2015 aus Syrien über den Libanon,
die Türkei, von dort mit einem Boot nach
Griechenland, weiter über Mazedonien, Serbien, Ungarn, Österreich nach Deutschland
geflüchtet. Von München habe ich den letzten Teil meiner Reise mit dem Bus nach Berlin gemacht. Ich komme aus Aleppo. Dort
steht kein Stein mehr auf dem anderen. Ich
bin mit in einer kleinen Gruppe von Rad-

Nazir Jaser (30) verbindet in Berlin
Leistungssport und berufliche Ausbildung.
sportlern aus dem Sportinternat in Damaskus
aufgebrochen. Wir wollten nach Deutschland,
auch wegen des Sports und der Möglichkeiten, die es hier für uns Sportler gibt.
Welchen sportlichen Hintergrund hast Du?
Ich bin sieben Jahre in der syrischen Nationalmannschaft im Straßenradsport gefahren,
bin mehrfacher syrischer Meister und arabischer Meister. Ich war Sechster der Asian
Continental Games und bin viele internationale Rennen gefahren. In Syrien konnte ich
vom Radsport leben. Anfangs dachte ich, das
geht auch sicher hier in Deutschland. Ich bin
dann mit dem deutschen Team „KED-Stevens“ unter der Leitung von Dieter Stein und
für den Verein N.R.Vg. Luisenstadt 1910 unter
der Leitung von Frank Röglin gefahren. In

SPORT IN BERLIN Mai/Juni 2019

dem Verein bin ich jetzt auch Jugendleiter.
2019 fahre ich bei GCC für das PAINTRAIN
Team – mit Unterstützung von Teamleiter
Christoph Reckers.
War es schwer, mit den Radsportlern in
Berlin in Kontakt zu kommen?
Überhaupt nicht. Wir haben gegoogelt und
uns dann von Pankow auf den Weg zum Velodrom in Prenzlauer Berg gemacht. Dort haben wir Dieter Stein kennengelernt, unsere
Geschichte und unseren Wunsch vorgetragen, unbedingt weiter Radsport zu trainieren.
Er bat uns mit Übersetzer, in einer Woche
wieder zukommen. Zum vereinbarten Termin
kamen wir 15 Minuten zu spät, weil wir mit
dem Auto und nicht mit den Öffis anreisten.
Es stand eine große Gruppe von Journalisten
dort und auch Dieter Stein und Klaus Böger.
Ich dachte, da findet wohl eine wichtige Veranstaltung statt. Aber es ging um uns. Es war
unsere erste Presseveranstaltung. Wir bekamen Trikots und fortan fuhren wir im Team.
Es war großartig.
Wie viel trainierst Du heute?
Ich trainiere fünf Mal in der Woche. Mein
nächstes Ziel ist es, den German Cycling Cup
zu gewinnen. 2017 bin ich bei der WM das
letzte Mal für die syrische Nationalmannschaft
gestartet. Gerne würde ich 2020 bei den
Olympischen Spielen für Syrien antreten, aber
das scheint momentan unmöglich. Ich werde
trotzdem versuchen, bei den Asian Games
Anfang 2020 zu starten, um mich wenigstens
für die Spiele zu qualifizieren.
Was sind Deine beruflichen Ziele?
Ich möchte meine Ausbildung zum Sportund Fitness-Kaufmann beim Landessportbund abschließen. Mein größtes Ziel ist, danach auch beim LSB zu arbeiten.
Und privat?
Meine ganze Familie ist in der Welt verstreut.
Ich würde gerne meine Mutter nach Berlin
holen. Zuletzt habe ich sie 2015 gesehen. Sie
wohnt jetzt bei einem meiner Brüder in Saudi-Arabien.
Wie haltet Ihr Kontakt?
Wir telefonieren jeden Tag, sonst würde ich
Ärger von Ihr bekommen.
Das Interview führte Claudia Trost

„Integration durch Sport”:
Qualifizierungsangebot „Fit für die
Vielfalt”
Seit 30 Jahren unterstützt das Programm
„Integration durch Sport“ Berliner Sportvereine. Neben Beratung, Betreuung und
finanzieller Hilfe bieten wir Vereinen an,
mehr Sicherheit bei der Umsetzung von
integrativen Sportangeboten zu gewinnen.
Das Fortbildungsangebot „Fit für die Vielfalt“ (früher „Sport interkulturell“) verknüpft Theorie mit praktischen Übungen
und ermöglicht den Teilnehmer/-innen
eine - oft überraschende - Reflexion ihres
eigenen Verhaltens. In fünf „Spielfeldern“
wird Hintergrundwissen vermittelt. Darüber hinaus dienen gruppendynamische
Methoden einem Lernen durch eigene
Erfahrung. Dies fördert Empathie, Verständnis und Akzeptanz.
Interaktiv kommt zur Sprache:
• Fremdheit, Gefühle, Irritation,
• Herkunft und (kulturelle) Ressourcen,
• Wahrnehmung und Kommunikation,
• Regeln, Werte und Konflikte,
• Kulturelle Vielfalt im Sport.
Jede Übung und Methode endet mit einer Abschlussdiskussion. „Fit für die Vielfalt“ wird in unterschiedlichen Formaten
angeboten. Mit vier bis sechs Lehreinheiten ist das Kompaktseminar ein geeignetes Medium, um das Interesse der Teilnehmenden zu wecken. Das Tagesseminar umfasst acht bis zehn Lehreinheiten.
Im Intensivseminar (i.d.R. 15 LE) bieten
wir umfassende Möglichkeiten, sich dem
Thema zu widmen. Darüber hinaus lassen sich die Lehreinheiten ggf. auch für
die Verlängerung der eigenen Trainer/-innenlizenz anrechnen.
„Fit für die Vielfalt“ ist kostenfrei. Bei
Interesse für ein gesondertes Seminar
in Ihrem Verein sprechen Sie uns an:
Ulrike Kühn, ukuehn@lsb-berlin.de
Ulrike Kühn
oder ids@lsb-berlin.de.

9

sport in berlin
Landessportbund Berlin wächst auf
672.788 Vereinsmitglieder
Zehn-Jahres Trend Vereinssport:
Stündlich ein neues Mitglied
420.067 Männer und 252.721 Frauen
sind Mitglied in Berliner Sportvereinen
/ Positiver Trend gesundheitlichen Bewusstseins hält an.
Der Berliner Sport ist um 12.925 Mitgliedschaften (1,96 Prozent) im Vergleich
zum Vorjahr gewachsen. Das ist das Ergebnis der LSB-Statistik zum Stichtag
1.1.2019, die jetzt in Berlin veröffentlicht
wurde. Innerhalb von zehn Jahren kamen
116.302 Mitgliedschaften hinzu, was einem durchschnittlichen Zuwachs von
11.630 Mitgliedschaften pro Jahr (1,2
Prozent), 32 Mitgliedschaften pro Tag und
gut einem neuen Mitglied pro Stunde
entspricht.
Der Kinder- und Jugendsport zählt nunmehr 200.674 (Vorjahr 188.470) Mitgliedschaften. Der Zuwachs von absolut
12.204 Kindern bzw. Jugendlichen der
drei Altersgruppen 0 bis 6, 7 bis 14 und
15 bis einschließlich 18-jährigen entspricht einem prozentualen Plus von 6
Prozent. Bei den 7 bis 15-jährigen Jungen
ist fast jeder zweite Berliner Mitglied in einem Sportverein (72.753 von 129.796).
Sport zählt damit ganz klar zu den beliebtesten Freizeitbeschäftigungen von Kindern und Jugendlichen.
LSB-Präsident Thomas Härtel: „Heute
zeigt es sich, wie wichtig es ist, Menschen
frühzeitig für den Sport zu begeistern.
Programme, die in den 90er Jahren aufgelegt wurden, wie zum Beispiel „Kleine
kommen ganz groß raus“ oder „Schule
und Sportverein/-verband“, zahlen sich
aus. Knapp ein Drittel aller Vereinsmitglieder sind unter 18 Jahre und jünger.
673.000 Mitgliedschaften im organisierten Sport belegen aber auch, dass für die
Berliner Bevölkerung der Sport in der
Gruppe, sprich im Verein, nach wie vor
einen hohen Stellenwert genießt.“
Auch der Berliner Seniorensport bleibt ein
Garant für Mitgliederzuwächse: Die Zahl
der über 51-Jährigen im organisierten
Sport liegt jetzt bei 200.339 (2018:
193.227). Der Zuwachs macht das gesundheitliche Bewusstsein in der Bevölkerung deutlich. (siehe Seite 6 und 7)

Sportstunde in der KiB-Kita „Brauereihof” in Spandau.

Foto: Engler

Studie belegt Erfolg der LSB-Kitas
KiB-Kinder sind sprachlich und motorisch fitter
Von Franziska Staupendahl Kinder, die eine
Kita der Kinder in Bewegung gGmbH (KiB)
besuchen, sind nicht nur körperlich gut drauf,
sondern auch sprachlich. Das belegt nun eine
Studie des Niedersächsischen Instituts für
frühkindliche Bildung und Entwicklung, bei
der 215 Vier- bis Sechsjährige untersucht
wurden.
Die KiB-Kindergärten, deren Träger der Landessportbund ist, arbeiten mit dem Leitmotiv
„Bewegung als pädagogisches Prinzip“. Die
Untersuchung des Teams um Prof. Renate
Zimmer und Peter Keßel ergab: Dieser Ansatz
wirkt sich positiv auf die motorische und
sprachliche Entwicklung der Kinder aus, die
merklich über dem Durchschnitt liegen.
Renate Zimmer fügt hinzu: „Es hat sich bei
der Studie ein deutlicher Zusammenhang gezeigt: Wer motorisch sicherer ist, ist es auch
sprachlich. Das hängt u.a. damit zusammen,
dass Bewegung ein Anlass für Sprache ist.“
Kommunikation und Sprachbildung sind neben Bewegung ein weiteres Anliegen der KiBKitas.
Die getesteten Kinder überzeugen vor allem
in Wort- und Satzbildung. „In Morphologie
und Syntax schneiden sie signifikant besser
ab als andere Gleichaltrige“, erklärt Peter Keßel. Das gilt auch für diejenigen, die Deutsch

als Zweitsprache lernen und in Stadtteilen mit
überwiegend sozial benachteiligten Bewohnern leben (Quartiersmanagement). Die Studie ergab, dass sie besonders stark vom Besuch einer KiB-Kita profitieren.
Über den Messzeitraum von etwa einem Jahr
haben sich alle Kinder merklich verbessert.
Motorisch und sprachlich liegen sie über dem
Durchschnitt. Je länger der Besuch einer KiBKita dauert, desto größer sind also die Erfolge.
Was die Kindergärten der KiB auszeichnet, ist
die hohe Qualifikation ihrer Erzieher/-innen
im Bereich Bewegungserziehung. „Auf die
Aus- und Fortbildung der pädagogischen
Fachkräfte legt der LSB als Träger großen
Wert. Hinzu kommt, dass sich die Pädagogen
sehr stark mit dem Bewegungsgedanken
identifizieren“, berichtet Zimmer.
LSB-Präsident Thomas Härtel: „Bewegung als
pädagogisches Prinzip – das zeichnet unsere
Kindertagesstätten aus. Bewegung und Bildung gehören für uns zusammen. Und die
Studie zeigt, dass das auch von Erfolg begleitet ist. Die Qualifikation unserer Erzieher/-innen ist ein wichtiger Aspekt. Wir wollen in die
Erzieher- und Sozialarbeiter-Ausbildung noch
stärker das Thema Bewegung hineinbringen.
Deshalb starten wir in diesem Jahr den neuen Studiengang ‚Soziale Arbeit und Sport‘.“

SPORT IN BERLIN Mai/Juni 2019

10

sport in berlin / frauen im sport

3 x Ehrenamt für den Rudersport
Frauen im Sport: „Zurückgeben, was mir der Sport gegeben hat“ – das
möchte Angela Haupt, die sich in verschiedenen Funktionen engagiert.
Von Petra Lang Die Erfahrung, dass Sport
das Leben bereichern kann, hat Angela Haupt
schon früh gemacht. Dabei ziehen sich Havel
und Spree wie ein roter Faden durch ihre
sportliche Laufbahn. Zu DDR-Zeiten wurde sie
als 14-Jährige Vize-DDR-Meisterin im RuderVierer. Da hatte das junge Mädchen aus Fürstenwalde gerade erst mit dem Wassersport
begonnen. Auch später ließ sie der Rudersport nicht mehr los – nur eben mehr als Frei-

Angela Haupt ist ein Beispiel dafür, wie sich
ehemalige Leistungssportler nach der Karriere im Ehrenamt engagieren.
Foto: Lang
zeitsport. Sogar ihren Mann lernte sie quasi
auf dem Wasser kennen. „Das war bei einer
Sternfahrt der Rudergesellschaft Wiking e.V.
Und kurze Zeit später zog ich – der Liebe wegen – nach Berlin“, berichtet die 50-Jährige.
„Im Verein sind alle gleich“
Seit 1992 ist die Mutter dreier Töchter Mitglied des Märkischen Rudervereins, der 1901
gegründet wurde. Angela Haupt engagierte
sich kurze Zeit später bereits im Vorstand des
am Siemenswerderweg gelegenen Vereins in
direkter Havellage und idyllischem Ausblick.
„Ich war unter anderem Frauenwartin, organisierte gemeinsame Unternehmungen wie
Bowlen gehen, Ausflüge oder auch Kaffee
trinken. Doch diese Funktion ist nicht mehr
zeitgemäß. Alle im Verein sind gleich“, betont
sie. Dafür spricht, dass sie seit 2013 2.Vorsitzende des Wanderrudervereins ist. „Auch die
1. Vorsitzende ist weiblich“, ergänzt sie.
Soziale Komponente wichtig

SPORT IN BERLIN Mai/Juni 2019

Als die mittlerweile 20-, 22- und 24-jährigen
Töchter erwachsen wurden, widmete sich Angela Haupt – neben ihrer hauptberuflichen
Arbeit als Erzieherin in einem Kinderladen –
immer stärker dem Vereinsleben. Sowohl im
Beruf als auch bei der Vereinsarbeit sieht sich
die Berlinerin als „Begleiterin.“ Die soziale
Komponente des Vereinsalltags ist ihr sehr
wichtig: „Wir haben eine Altersspanne von 10
bis 90 Jahre! Rudern kann man bis ins hohe
Alter. Und wer es nicht mehr allein ins Boot
schafft, dem wird hineingeholfen. Wer nicht
mehr rudern kann, darf trotzdem mit und
steuern.“ So ist es ganz normal, dass beispielsweise beim Anrudern des Vereins viele
„Oldies“ dabei sind. Sie kümmern sich nicht
nur um das Eindecken der Kaffeetische, sondern steigen oftmals auch noch in die schlanken Boote, um die Saison zu eröffnen.
Ehrenamt als Passion
Doch ihr Engagement im Märkischen Ruderverein ist nicht das Einzige für den Wassersport. Angela Haupt betreibt „Ämterhäufung“
im besten Sinne – und wird den Anforderungen nur zu gern gerecht. Zum Bespiel als Vorständin im Landesruderverband (LRV). „Ich
kümmere mit dort um das Ressorts Ruderreviere und Umwelt“, berichtet Angela Haupt.
Dabei ginge es darum, sich in puncto Naturschutz immer auf dem neuesten Stand zu
halten, zu wissen, wo gerudert werden darf
und wo nicht, und die Ruderreviere nach
Möglichkeit zu erhalten. „Rudern ist schließlich ein Natursport. Wir schulen unsere Leute,
erinnern daran, dass jeder seinen Müll wieder
mitnimmt und schützen die Schilfgürtel“, betont die engagierte Sportlerin.
Des Weiteren ist sie - dies ist Angela Haupts
dritte ehrenamtliche Tätigkeit – seit zwei Jahren als „stützende Kraft“ in den Vorstand des
Deutschen Ruderverbandes berufen. Hier
kümmert sie sich um das Fachressort Ruderreviere und Umwelt. „Der Sport hat mir viel
gegeben. Das möchte ich zurückgeben“, erklärt sie ihr außerordentliches Engagement.
Und nicht zu vergessen: Seit 2011 kümmert
sie sich um die Produktion der Vereinszeitschrift „Der Märker“ und wird manchmal auch
selbst zur Autorin.

Was eigentlich verboten ist, ist am 18.
Mai erlaubt: Am „Tag des muskelbetriebenen Wassersports” dürfen Ruderer und Kanuten ausnahmsweise auch
die innerstädtischen Berliner Wasserstraßen zwischen Oberbaumbrücke
und Kanzleramt nutzen. Der Fahrgastund Ausflugsverkehr sowie die TransportSchifffahrt ruhen an diesem Tag von 9
bis 14 Uhr. Angela Haupt ist eine der Organisatorinnen im Vorstand des Landesruderverbandes.

Naturerlebnis Wanderrudern
„Im Rückblick hatte ich schon so viele tolle Erlebnisse auf dem Wasser. Nicht nur, dass ich
hier meinen Mann kennen gelernt habe“,
schmunzelt sie. „Es ist einfach schön, gemeinsam mit Freunden die Natur zu genießen und gemeinsam Erfolge zu feiern. Etwa,
wenn wir als Gruppe eine 30-Kilometer-Fahrt
gemeistert haben.“ Die Rudergemeinschaft,
die in Berlin aus 60 Vereinen besteht, sei eine
sehr offene Gesellschaft: „Als Ruderer kann
man überall hingehen, anlegen oder mitfahren. Die Berliner Ruderer bilden ein großes
Netzwerk.“
Auf ein Ereignis freut sie sich besonders. Am
18. Mai ist der „Tag des manuellen Wassersports“. Hinter dem sperrigen Namen verbirgt
sich „ein fettes Happening“, wie Angela Haupt
betont. Es ist eine Stadtdurchfahrt der Vereine
nur für Paddel- und Ruderboote. Die Binnenschifffahrt muss an diesem Tag zwischen 9
und 14 Uhr ruhen. Dann heißt es: „Freie Fahrt
für freie Ruderer.“

Dabei sein
ist einfach.
Wenn man als Sportler
auf das Engagement
der Berliner Sparkasse
vertrauen kann.

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12

sport in berlin

Werte des Sport müssen gelten
LSB positioniert sich zu eSports. 6-Punkte-Papier beschlossen
Nach intensiven und konstruktiven Diskussionen hat der Landessportbund Berlin seine Position zu eSports beschlossen. In einem
Sechs-Punkte-Papier erkennt der LSB Berlin
virtuellen Sport als Bestandteil einer globalen
Jugendkultur an und sieht darin eine Herausforderung für die Vereine und Verbände im
organisierten Sport. Auch zur Inklusion kann
eSports einen Beitrag leisten. Zugleich betont
der LSB die Werte des Sports, zu denen gerade in diesem Zusammenhang die demokratische Verfasstheit und die selbstbestimmten
Regeln des organisierten Sports gehören.
LSB-Präsident Thomas Härtel sagt: „Wir stellen
uns der Entwicklung von virtuellem Sport und
wollen den Prozess aktiv begleiten. Für die
Vereins- und Verbandskultur des Sports bietet
eSports auch eine Chance, sich durch digitale
Möglichkeiten weiterzuentwickeln. Wir sagen
aber auch, welche Formen wir ablehnen. Gewaltverherrlichung und Diskriminierung wollen wir weder im realen Sport noch im
eSport.“
Das Positionspapier im Wortlaut:
1. Video- und Computerspiele sind anerkannter Bestandteil einer globalen Jugendkultur
Zahlreiche Video- und Computerspiele gehören inzwischen fest zu einer globalen Jugendkultur. Es haben sich dabei internationale
Communities gebildet, in denen häufig Gemeinschaft, Wettbewerb und Weiterentwicklung im Vordergrund stehen. Das erkennt der
LSB Berlin an. Dass der Ruf laut geworden ist,
diese Bewegung zum Teil des organisierten
Sports werden zu lassen, sieht der LSB auch
als Bestätigung für die Vereins- und Verbandskultur des Sports. Die Entwicklung von
virtuellem Sport möchte der LSB Berlin daher
aktiv begleiten und ist offen für Austausch
und Dialog.
2. Wir brauchen die Unterscheidung zwischen virtuellen Sportarten und eGaming
Wie der DOSB sieht auch der LSB Berlin Video- und Computerspiele als stark ausdifferenziert insbesondere zwischen virtuellen
Sportarten und eGaming. Jedoch will der LSB
auch eGaming nicht aus dem Blick verlieren,
zumal sich dort die meisten Aktiven finden.

Bei einer Kategorisierung von Video- und
Computerspielen sind die Grenzen fließend.
Um Spiele einordnen und auf ihre Anschlussfähigkeit prüfen zu können, müssen Kriterien
entwickelt werden. Das gilt gerade auch deshalb, weil das Thema eSports den organisierten Sport mit eigenen Widersprüchlichkeiten
konfrontiert.
3. Die Werte des Sports müssen gewahrt
werden
Für die Bedeutung des organisierten Sports
wie für die Kooperation mit der eSports-Bewegung ist es elementar, dass die Werte des
Sports anerkannt werden. Der organisierte
Sport steht für demokratische Verfasstheit
und selbstbestimmte Regeln. Gerade weil
auch Werte wie Fairplay, Respekt für Regeln
und Teamgeist dazu gehören, sind Video- und
Computerspiele mit gewaltverherrlichenden
und diskriminierenden Inhalten unvereinbar
mit dem organisierten Sport.
4. eSports bietet eine Chance zur Weiterentwicklung von Vereinen und Verbänden
Eine Kernaufgabe des LSB Berlin ist die Stärkung und Förderung seiner Vereine und Verbände. Die eSports-Bewegung sieht der LSB
als Chance für Vereine und Verbände, neue
Zielgruppen zu erreichen, Angebote zu erweitern und das Vereinsleben zu bereichern. Gelingen kann das durch die Integration von
eSports-Angeboten in Vereinsabteilungen,
Vereinsheime und Sportjugendclubs. Sportsimulationen müssen mit aktiven Bewegungselementen der spielenden Teilnehmer/-innen
verknüpft wer-den. Das Thema eSports kann
auch als Motivation zur digitalen Weiterentwicklung des gesamten Vereins und Verbands
genutzt werden, indem bei der digitalen Infrastruktur und Strategie neue Voraussetzungen
geschaffen werden.
5. eSports kann einen Beitrag zur Inklusion
leisten
Der LSB Berlin teilt die Position des Deutschen Behindertensportverbandes (DBS),
dass eSports auch eine große Bedeutung für
Menschen mit Behinderung haben kann. Dadurch können mehr Möglichkeiten für eine
umfassende Teilhabe am gesellschaftlichen
Leben geschaffen werden. Spieler/-innen mit
und ohne Behinderung können sich im ge-

Der Berliner Fußball-Verband startete am
15. März seinen eFootball-Probespielbetrieb. Der erste Spieltag fand im EuropaCenter statt. Der letzte wird beim Familiensportfest im Olympiapark am 3. und 4.
August ausgetragen. 18 Vereine nehmen teil: FC Viktoria 1889 Berlin, Hertha
BSC, SC Berlin-Chemie Adlershof 1894,
BSV Oranke, SC SW Spandau, Berliner
SC, Berlin United, Lichtenrader BC, 1.FC
PV Nord, SC Minerva 1893, SSC Teutonia
1899, Pfeffersport (siehe Seite 13), SC
Westend 1901 und Hertha 03 Zehlendorf. Die Spieler müssen in einem BFVVerein selbst aktiv Fußball spielen, um
mitmachen zu können. Foto: Engler

meinsamen Spiel messen und agieren. Somit
kann ein wichtiger Beitrag zur Inklusion geleistet werden, da Barrieren abgebaut und gemeinsam positive Erlebnisse gefördert werden können.
6. Für eSports müssen verbindliche Rahmenbedingungen geschaffen werden
Der LSB Berlin legt bei allen Aktivitäten ein
besonderes Augenmerk auf die gesundheitlichen Auswirkungen, wie etwa die Suchtgefahr
und setzt sich für einen verantwortungsvollen
Umgang mit Video- und Computerspielen
ein. Die Aktivitäten sollen durch geeignete
Maßnahmen zur Gesundheits- und Suchtprävention begleitet werden. Darüber hinaus
müssen Aspekte wie Genderneutralität, Barrierefreiheit, Anti-Diskriminierung und Gewaltprävention mitgedacht und mitgestaltet werden. Die gegenwärtige Entwicklung in Berliner
Vereinen zeigt außerdem, dass einerseits
eSports-Abteilungen gegründet werden, in
denen sowohl virtuelle Sportarten als auch
eGaming betrieben werden, andererseits
auch abteilungsungebundene eSports-Angebote aufgenommen werden. Das wirft Fragen
zur Gemeinnützigkeit auf und macht eine Anpassung der Abgabenordnung erforderlich.
Vereine und Verbände brauchen eine verlässliche Grundlage, um Angebote im Rahmen
des steuerbegünstigten, ideellen Bereichs
durchführen zu können.
(Siehe Karikatur auf Seite 3)

SPORT IN BERLIN Mai/Juni 2019

13

sport in berlin

Hans Jagnow, Präsident eSportBund Deutschland e.V.:
„Warum die Unterscheidung zwischen virtuellen Sportarten und
eGaming? eSport als Gesamtes ist
eine Sportart. eSportler bestreiten
einen friedlichen Wettkampf. Dabei
kommte es auf drei Dinge an: motorische Bewegung, präzise Steuerung,
schnelles Reagieren. Das sind deutliche
Parallelen zum traditionellen Sport. Diese
Leistung und die ehrenamtliche Arbeit in
vielen eSport-Breitensportvereinen brauchen gesellschaftliche Anerkennung.”
Lukas Kaulbarsch, Mitglied der
AG eFootball beim BFV, trainiert
das FIFA-Team bei Pfeffersport:
„eSports spielt bei den jungen
Sportlern eine sehr große Rolle. 22
von 36 Vereinen in der 1. und 2.
Bundesliga haben inzwischen ein
eSports-Team. Deshalb hat der BFV entschieden, als erster Fußball-Verband in
Deutschland eSports aufzunehmen.”
André, Mitglied der inklusiven
Fußballgruppe bei Pfeffersport:
„Ich spiele in meiner Freizeit selbst
Fußball. Seit einem Jahr spiele ich
auch FIFA, jeden Tag. Da kann ich
in die Rollen der berühmten Fußballer schlüpfen. Am liebsten würde ich später eSportler werden.“
Anja Schillhaneck, Ehrenmitglied im 1.
Berliner eSport-Club e.V.:
„Natürlich ist nicht jedes Computerspiel
eSport, aber zwischen Titeln wie FIFA19
und LOL oder DOTA zu differenzieren, ist
nicht sinnvoll. eSport ist Sport: Regelgebunden, wettkampforientiert, mit
Werten wie Fairness und Teamgeist, mit Training, Breiten- und
Spitzensport. Die Vorstellung, dass
Sport zwingend eine physische
Komponente hat, ist eine sehr auf
den deutschsprachigen Raum begrenzte, aus Turnvater Jahns Zeiten
stammende, die längst durchbrochen ist.
Spitzensport im eSport ist, wie bei Fußball, Basketball u. a,. stark kommerzialisiert. Umso wichtiger wäre es, im eSport
den Breitensport anzuerkennen und seine Chancen zu nutzen: als inklusiver
oder als Sport, bei dem Herkunft und Geschlecht egal sind.“

Mal Sportler, mal eSportler
Bei Pfeffersport wird auf der Konsole gezockt und auf dem Platz gekickt
Von Franziska Staupendahl Fußballspielen
am Bildschirm, eFootball heißt es beim Berliner Fußball-Verband (BFV), ist im Breitensport
angekommen. Beim Pfeffersport e.V. gibt es
seit einigen Monaten ein eSports-Team. Einmal pro Woche treffen sich die Mitglieder
zum gemeinsamen FIFA19-Training.
Im SportJugendClub „Kolle 8“ hat die Gruppe
ihre Heimstätte. Aktuell besteht die Mannschaft aus sechs Jungs. Sie üben gemeinsam
auf der Spielkonsole, die Coach Lukas Kaulbarsch jedes Mal von zu Hause mitbringt. Der
23-Jährige ist auch beim BFV aktiv, engagiert
sich dort in der AG eFootball. Er erklärt: „Da
ich bei Pfeffersport Mitglied bin, habe ich natürlich gleich gesagt, dass wir hier auch ein
eFootball-Team brauchen. Ich wusste, dass
Bruno sich für FIFA interessiert, hatte mit ihm
schon einen Mitstreiter. Und so kam das ins
Rollen…“
Bruno ist der Kapitän des Teams. Der 23-Jährige studiert Wirtschaftsmathematik und spielt,
so wie alle anderen Mannschafts-Mitglieder,
auch Fußball bei Pfeffersport. Bruno ist schon
lange begeisterter eSportler: „FIFA spiele ich
schon seit neun Jahren – mittlerweile aber
nicht mehr jeden Tag, zwischen Studium und
Beruf fehlt dazu die Zeit. Und eigentlich mache ich das vorrangig zum Spaß. Aber nun, da
es eine kompetitive Liga in Berlin gibt, kommt
auch der Wettkampfgedanke dazu – da spiele ich auf jeden Fall mit, um zu gewinnen.“

Seit März hat der BFV einen Probespielbetrieb
gestartet – da ist auch Pfeffersport dabei. Dort
werden Einzel- und Team-Wettbewerbe ausgetragen. Im gemeinsamen Training wird bei
Pfeffersport meistens im Teammodus (2:2)
geübt – „weil man das zu Hause nicht so gut
kann“, erklärt Lukas. „Einerseits machen wir
das, um uns auf Turniere vorzubereiten und
das Zusammenspiel zu verbessern. Andererseits werden dabei mehr Leute einbezogen.“
Lukas gibt im Training Hinweise, taktisch und
technisch – denn, wie Bruno ergänzt, „FIFA ist
ein sehr strategisches Spiel. Man muss lesen,
was der Gegner macht und dann seine
Schwächen ausmachen und ausnutzen.“
Die beiden sind sich einig: FIFA zu spielen ist
Sport! Bruno: „Ich würde eSports als Sport bezeichnen – allein durch die extreme Konzentration, die man aufbringen muss, um über
Stunden ein Turnier zu spielen. Man muss
vorausdenken – ein Fehler kann das ganze
Spiel oder gar das Turnier kosten.“ Und so
sieht das auch Lukas: „FIFA würde ich als
Sport definieren. Man braucht hohe kognitive
Fähigkeiten und muss sich von Spiel zu Spiel
neu konzentrieren, über eine längere Zeit hinweg – das ist genau wie beim traditionellen
Sport. Professionelle eSportler haben sogar
richtige Fitness- und Trainingspläne, weil das
eine nicht ohne das andere funktioniert. Nur
wer fit ist, kann auch seine kognitiven Fähigkeiten voll ausschöpfen.“
Lukas Kaulbarsch
(re.): „Wer stundenlang vor dem Bildschirm sitzt, ohne körperlich fit zu sein, wird
es nicht an die Spitze
schaffen.“
Teamkapitän Bruno:
„Das Vorurteil, die Kinder würden sich nicht
mehr bewegen und
nur vor der Konsole
hocken, halte ich für
Blödsinn. In unserer
eSports-Gruppe spielt
jeder Fußball im Verein.“ Foto: Engler

SPORT IN BERLIN Mai/Juni 2019

14

sport in berlin / nachwuchsleistungssport

Attacken im richtigen Moment
Lilly Richter ist ein großes Judo-Talent
LSB Berlin, OSP, Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie sowie Berliner
Sportfans würdigen regelmäßig die/den
Nachwuchssportler/-in des Monats.
Unter den Kampfsportarten gilt Judo als eine
besonders edle. Von den Sportlern wird verlangt, dass sie sich einer strengen Etikette unterwerfen, zu der es gehört, eine Niederlage
mit Fassung zu tragen. Umso mehr fiel es auf,
wenn die Berlinerin Lilly Richter in der Vergangenheit nach einem schwachen Auftritt
ihre Flasche auf den Boden pfefferte oder mit
voller Wucht die Werbebande umtrat. „Ich
kann schlecht verlieren“, sagt die 16-Jährige.
Zuletzt gab es kaum noch Grund für solche
Ausfälle. Beim Europacup in Kroatien war Lilly die Beste, beim gleichen Event in Spanien
hatte sie kurz zuvor Platz zwei belegt. „Mit
dem Sieg im Europacup ist ein Traum in Erfüllung gegangen“, sagt sie. Selbstbewusst
peilt die Charlottenburgerin bei den Welt- und
Europameisterschaften eine vordere Platzierung an. In der Weltrangliste steht sie auf
Rang acht. Bei den deutschen Meisterschaften musste sich Lilly Richter Anfang des Jah-

res mit Platz drei begnügen. Es siegte eine
andere Berlinerin – Viktoria Folger. Mit Charlotte von Leupoldt gibt es in ihrer Gewichtsklasse bis 63 Kilogramm sogar noch eine
weitere starke Kämpferin in der Stadt. Lilly
Richter sieht das positiv: „Wir stacheln uns gegenseitig an“, sagt sie.
Über Schul-AG zum Judo gekommen
Judo macht Lilly schon seit der zweiten Klasse. Ihr jetziger Verein Kaizen Berlin organisierte damals in der Turnhalle eine Judo-AG, sie
schaute durch die breite Fensterfront hinein
und war sofort Feuer und Flamme. „Ich habe
einfach Spaß am Kämpfen. Ich brauche diesen Adrenalinkick“, sagt sie. Bis 2017 trat sie
noch in der Klasse bis 57 Kilogramm an,
doch dann setzte sie eine Knochenhautentzündung für ein Dreivierteljahr außer Gefecht.
Krafttraining war allerdings weiterhin möglich,
was die Schülerin auch ausgiebig nutzte und

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Deutsche Meisterschaften der Leichtathletik 2019: Kampf um
Meistertitel und WM-Qualifikation im Berliner Olympiastadion
Dieses Jahr finden die 119. Deutschen
Leichtathletik-Meisterschaften in einem ganz
besonderen Stadion statt: im historischen
Olympiastadion von Berlin. Die deutschen
Stars der Europameisterschaften von Berlin
2018 kehren am 3./4. August 2019 an die
Stätte ihres Erfolgs zurück und messen sich
auf nationaler Ebene. Es geht um die begehrten Meistertitel, Plätze auf dem Podium und
im DLV-Team für die Weltmeisterschaften in
Doha (Katar; 28. September bis 6. Oktober).
Bei den Sprintern um Shooting-Star Gina Lükkenkemper (SCC Berlin) wird es über 100
und 200 Meter explosive Rennen auf der
blauen Weltrekord-Bahn von Usain Bolt geben. Einen packenden Wettstreit auf absolutem Weltklasse-Niveau liefern sich die Speerwerfer mit Olympiasieger Thomas Röhler und

SPORT IN BERLIN Mai/Juni 2019

Weltmeister Johannes Vetter. Die Europameister Mateusz Przybylko (Hochsprung) und
Malaika Mihambo (Weitsprung) sorgen genauso wie Vize-Europameisterin Kristin Gierisch (Dreisprung)
für
atemberaubende Sprünge.
Alle deutschen Europameister und
EM-Medaillengewinner von Berlin
treffen sich zum
Titelkampf wieder.
Die LeichtathletikDM im Olympiastadion ist das
Herzstück der Finals 2019: Insge-

Lilly Richter schaut selbstbewusst in die Zukunft
Foto: camera4
in dieser Zeit deshalb deutlich an Muskelmasse zunahm.
Sie wartet auf den richtigen Moment
Sich einfach auszuruhen, ist ihre Sache nicht:
Sie plagt schon ein schlechtes Gewissen,
wenn sie wegen Krankheit Training verpasst.
„Ich denke dann immer gleich, dass die anderen in dieser Zeit ja auch besser werden“,
sagt sie. In ihrer neuen Gewichtsklasse fühlt
sie sich gut aufgehoben. „Bei den 57 Kilo waren alle recht schnell auf den Beinen, was ich
selbst eher nicht bin, von daher passt das jetzt
deutlich besser“, meint Lilly. Sie ist eine
Kämpferin, die eher wenige Angriffe setzt und
stattdessen lieber den richtigen Moment abwartet. Dann kommt die Attacke dafür umso
kraftvoller. Philip Häfner, Berliner Morgenpost

samt werden in der Hauptstadt an dem großen Sport-Wochenende der Superlative, das
von ARD und ZDF live übertragen wird, zehn
Deutsche Meisterschaften in zehn Sportarten
ausgetragen, u. a. Schwimmen, Triathlon und
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sportpolitik / sport in berlin

Kein großer Wurf
Glücksspielstaatsvertrag: Ministerpräsidenten der Länder
beschließen kleine Korrekturen
Von Norbert Skowronek Der gesamte Glücksspielbereich in Deutschland ist staatlich geregelt. Dies betrifft die klassischen Lotterien wie
Lotto 6aus49, Sport- und Pferdewetten, Spielautomaten oder die Spielbanken. Glücksspiel
ist kein normales Wirtschaftsgut wie z.B. Kühlschränke, sondern mit besonderen Gefahren
verbunden, wie der Sucht, Überschuldung,
Verarmung oder auch Begleitkriminalität, die
oft im Umfeld illegalen Glückspiels anzutreffen ist, wie z.B. Manipulation von Spielen, Bestechung von Schiedsrichtern oder Spielern
und Geldwäsche.
In Deutschland gibt es den Glücksspielstaatsvertrag, der von allen 16 Bundesländern geschlossen wurde. Dieser legt die Rahmenbedingungen für das Glücksspiel in Deutschland
fest. Dabei orientiert sich das Gesetz an Jugend-, Spieler- und Verbraucherschutz und
Schutz vor Kriminalität.Zusätzlich gibt es in
den jeweiligen Ländern Ausführungsgesetze,
mitunter Verordnungen oder Satzungen. Berlin war z.B. Vorreiter bei der Regelung für
Spielhallen und das Automatenspiel (insbesondere Abstandsregelungen).
Dass dieser Staatsvertrag nicht der Weisheit letzter Schluss war, zeigt sich schon allein daran, dass in diesem Jahr bereits der
dritte Glücksspieländerungsstaatsvertrag
vonnöten ist. Im ersten wurde eine sogenannte „Experimentierphase” für Anbieter von
Sportwetten verankert. Dabei sollten maximal
20 Konzessionen für staatliche und private
Anbieter von Sportwetten vergeben werden.
Auf Länderebene wurden Gesetze erlassen,
die den Bereich der Spielhallen und Spielautomaten regelten. Schleswig-Holstein aber
scherte aus und ging einen eigenen Weg bis
2013. Das Verwaltungsgericht Wiesbaden
stoppte 2015 das Konzessionsverfahren und
verlangte eine Anpassung an europäisches
Recht.
Am 16.März 2017 unterzeichneten die 16
Länder-Ministerpräsidenten den Entwurf des
2. Glücksspieländerungsstaatsvertrages. Eine
vorläufige Erlaubnis (Konzession) sollte den
bisherig geplanten 20 Lizenzinhabern sowie
15 weiteren Sportwettenanbietern erteilt werden, die sich Alle beworben hatten - Gültigkeit

SPORT IN BERLIN Mai/Juni 2019

bis 2019. Schleswig-Holstein war nicht bereit
nach den dortigen Neuwahlen den Vertrag zu
unterschreiben und plädierte für eine Liberalisierung des Glücksspielrechts. So scheiterte
die Novellierung letztlich am Widerstand der
Länder Schleswig-Holstein, Nordrhein-Westfalen und Hessen.
Am 21. März 2019 haben sich nun die Ministerpräsidenten der Länder in Berlin auf
einen 3. Glücksspieländerungsstaatsvertrag geeinigt. Wer zu viel erwartet hatte,
wurde enttäuscht. Das gefährliche OnlineCasino-Spiel ist eigentlich verboten, nach wie
vor nicht bundeseinheitlich angewandt. Es
geht hauptsächlich um ein neues Erlaubnisverfahren für Sportwettenanbieter, gültig zunächst bis Juni 2021. Über die Regeln für den
Glücksspielbereich herrscht nach wie vor
Streit, so dass man gespannt sein darf, ob
sich die Länder bis 2020 auf eine umfassende Reform des Glücksspielstaatsvertrages einigen können. Schließlich läuft das derzeitig
gültige Vertragswerk 2021 aus. Kommt es zu
keiner Einigung, ist zu befürchten, dass Länder wie Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz,
Hessen und Schleswig-Holstein einen individuellen Weg mit eigener Lizenzerteilung gehen werden.
Bei der anstehenden Reform geht es jedoch
nicht nur um Sportwetten und eine mögliche
Regulierung von Online-Casino-Spielen einschließlich Online-Poker, sondern insbesondere um die Zukunft des staatlichen Glückspielmonopols oder dessen, was davon übrig
bleibt. Hier ist besonders an Lotto- 6 aus 49
zu denken. Schließlich hängt in den meisten
Bundesländern die Sportförderung an deren
Erträgen. Auch in Berlin sind die Erträge der
Deutschen Klassenlotterie Berlin, die deren
Stiftung in einem wesentlichen Umfang zugeführt werden, ein wichtiger Baustein zur Unterstützung des Sports. So bleibt nur zu hoffen, dass es den 16 Ministerpräsidenten und
den jeweiligen Parlamenten der Länder gelingt, ein gemeinsames Vertragswerk zustande zu bringen und die Egoismen Einzelner
eingefangen werden.
Skepsis ist angebracht, wenn man auf die Entwicklung der letzten zehn Jahre zurückblickt.

LSB und Deutsche Hochschule für
Gesundheit und Sport starten neues
Bachelor-Studium
„Soziale Arbeit und Sport” mit
staatlicher Anerkennung
als Sozialpädagoge
Im Wintersemester 2019 starten der Landessportbund Berlin und die Deutsche
Hochschule für Gesundheit und Sport
(DHGS) ihren gemeinsam entwickelten
und bundesweit einmaligen BachelorStudiengang „Soziale Arbeit & Sport“ mit
Kernkompetenzen der Sportwissenschaften. Der neue Studiengang ist eine passgenaue Hochschulqualifikation für die
breitgefächerte soziale Arbeit (nicht nur)
im Sport, für die Fachkräfte benötigt werden. Denn für Bewegung und Sport in Kitas, Ganztagsschulen, Fördergruppen
oder Jugendprojekten gilt: Jedes Sportangebot soll ein Bildungsangebot sein.
Der Studiengang kann flexibel und praxisnah berufsbegleitend absolviert werden und umfasst sieben Semester im semivirtuellen Fern- und Präsenzstudium
und berechtigt zum Erwerb der staatlichen Anerkennung als Sozialpädagoge.
Die ersten 15 Studierenden, die sich
auf lsb-berlin.de/angebote/studiengang-soziale-arbeit-und-sport/earlybird für den Studiengang „Soziale Arbeit und Sport” anmelden, erhalten einen 500-Euro-Einkaufsgutschein.
Veranstaltungstipp
LSB-Gesundheitsforum
„Bewegung, Sport und Gelenke”
„Bewegung, Sport und Gelenke” ist das
Thema des 11. LSB-Gesundheitsforums,
das am 25. Mai 2019 in der GerhardSchlegel-Sportschule des LSB Berlin
von 9.30 -15:30 Uhr stattfindet. Prof. Dr.
Roland Becker, Facharzt für Orthopädie
und Sportmediziner, präsentiert die neuesten Erkenntnisse über Arthrose. Wieviel
Bewegung tut gut, worauf müssen Ärzte/innen und Trainer/-innen hinweisen? Die
Teilnehmer/-innen lernen „richtig laufen“,
um Verschleiß in den Gelenken zu minimieren, und machen sich bewusst, welche Bedeutung das Zusammenspiel der
Muskeln auf die Gelenke hat.
Informationen: lsb-berlin.de (Angebote/Gesundheitssport/Gesundheitsforum)

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18

50 jahre sportaustausch berlin - jerusalem

Eindrücke, die bleiben
50 Jahre Sport-Austauschprogramm zwischen Berlin und Jerusalem
Der Sportaustausch zwischen Berlin und Jerusalem wurde 1969 zur Förderung des
gegenseitigen Verständnisses bei der Jugend ins Leben gerufen. Seitdem haben insgesamt aus beiden Städten mehr als 2650 junge Sportler/-innen an diesem Austauschprogramm teilgenommen. Unlängst weilten Fußballerinnen vom SV Blau-Weiß
Berolina Mitte 49 in Jerusalem.
Anfang des Jahres waren zwölf Fußballerinnen vom SV Blau-Weiß Berolina Mitte 49 und
drei Betreuer zehn Tage in Israel. Die Mädchen im Alter zwischen 15 und 16 Jahren
hatten ein volles und abwechslungsreiches
Programm, gespickt mit dem Besuch von kulturellen und historischen Sehenswürdigkeiten
in Jerusalem. Sie folgten Stationen des Kreuzweges von Jesus in der Grabeskirche und erfuhren im Holocaust-Gedenkzentrum Yad
Vashem mehr über das Schicksal der Juden
während der Nazi-Schreckensherrschaft in
Europa. Der Besuch in der Gedenkstätte
schockierte sie und sie wünschten sich Zeit,

das Erlebte und Gesehene zu verarbeiten. Sie
verbrachten auch einige Tage in Gastfamilien.
Für viele von ihnen war dies einer der Höhepunkte der Reise. Sie waren beeindruckt von
der Gastfreundschaft und fühlten sich gut aufgehoben.
Ein besonderes Erlebnis war für sie die Tour
zum Heiligen Berg Masada in der Wüste Israels. Um sieben Uhr früh nahmen sie den steilen Aufstieg in Angriff. Sie wurden mit einer
beeindruckenden Aussicht auf die umliegenden Wüstenlandschaften und das Tote Meer
belohnt.
Natürlich durfte eines bei diesem Sportaus-

„Wer im Ausland war, ist offener
für andere.”
Interview mit Antje Rüster. Sie betreut
seit zehn Jahren die Austauschgruppen
aus Berlin und Jerusalem.
Warum ist der Austausch so wichtig?
Ich habe selbst zwei Jahre im Ausland gelebt
und erfahren, wie es ist, sich fremd zu fühlen.
Menschen, die längere Zeit im Ausland gelebt
haben sind häufig offener für andere Lebensweisen. Beim Jerusalem-Austausch kommt
hinzu: Die meisten jungen Sportler/-innen
waren noch nie in Israel und würden wohl
auch nicht sobald dorthin reisen. Nach ihrer
Rückkehr stellen sie fast immer fest, dass sie
nun ein vollkommen anderes Bild von Israel
haben, als es ihnen durch die mediale Berichterstattung vermittelt wurde, weil sie Gelegenheit hatten, mit Israelis zu sprechen. Sie
sind sich einig, dass sie diese Erfahrung als
Touristen nicht gemacht hätten.
Können Sie ein besonderes Erlebnis mit
den Austauschgruppen schildern?
Ein Programm-Punkt ist immer der gemeinsame Besuch der deutschen und israelischen
Jugendlichen in der KZ-Gedenkstätte Sach-

senhausen. Früher haben die israelischen
Gäste dort in einer Zeremonie der Opfer des
Holocausts gedacht und die deutschen Jugendlichen haben ihnen dabei zugesehen.
Seit einiger Zeit bereiten die Austauschpartner beider Länder auf eigenen Wunsch die
Zeremonie gemeinsam vor und führen sie
auch gemeinsam durch. Es ist wunderbar zu
sehen, wie vorsichtig die Jugendlichen dabei
miteinander umgehen, weil ihnen bewusst
ist: Es ist, wenn auch aus unterschiedlichen
Gründen, für beide nicht einfach, mit der Geschichte zu leben.
Wie erleben die Jugendlichen den Austausch?
Sie sind neugierig aufeinander, wollen das Leben der Jugendlichen im jeweils anderen
Land kennlernen und gemeinsam Spaß haben. Die Sorgen, die sie vor der Reise haben,
sind einerseits ganz normale Sorgen vor dem
Unbekannten. Daneben sorgen sich die deutschen Jugendlichen nicht selten wegen des
Nahostkonflikts, während für die israelischen
Jugendlichen beim Deutschlandbesuch der
Holocaust fast immer im Hintergrund präsent
ist.

SPORT IN BERLIN Mai/Juni 2019

Gruppenfoto auf dem Dach
der Stadtverwaltung Jerusalem
tausch nicht fehlen: der Sport und vor allem
das Fußball-Spielen. Sie hatten Spaß daran,
mit Teams aus verschiedenen Schulen und
der Hebrew University in Jerusalem ihre Kräfte zu messen.
Der Abschied fiel ihnen nicht leicht. Sie haben
viele neue Eindrücke und schöne Erinnerungen von diesem Sportaustausch mit nach
Hause genommen, über die sie auf diesen
beiden Seiten berichten.

Antje Rüster (re.) entwickelt immer eine herzliche Beziehung zu den jungen Sportler/-innen, zum Beispiel zu Jo Mayer (li.) und Lena
Thiele (Mi.). Am Ende der Reise fiel ihnen der
Abschied schwer.
Wie verändern sich die Jugendlichen bei
den gegenseitigen Besuchen?
Sie werden lockerer im Umgang miteinander.
Ich erinnere mich an ein Feedback-Gespräch
mit den Austauschpartnern beider Länder in
Israel, bei dem alle durcheinander saßen. Als
meine israelische Kollegin das bemerkte, sagte sie: „Guck mal, du kannst fast nicht mehr
erkennen, wer Israeli und wer Deutscher ist.”

50 jahre sportaustausch berlin - jerusalem
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n
erin
Hannah: Der Besuch in Yad Vashem wird
noch eine ganze Weile in Erinnerung bleiben.
Weil er sehr emotional war. Zum Beispiel die
Brille, die uns gezeigt wurde. Eine Frau hat
eine Brille, die in viele Einzelteile kaputt gegangen war, dorthin gebracht und wollte,
dass die Brille ausgestellt wird. Die Brille wurde nicht angenommen, weil sie in einem
schlechten Zustand war. Als die Frau verzweifelt dort saß, hat die Kuratorin sie gesehen und ist auf sie zugegangen. Letztendlich
wurde die Brille aus ihren Einzelteilen wieder
zusammengesetzt und ist jetzt dort ausgestellt. Wie sich herausstellte, weinte die Frau,
weil die Brille das letzte war, was von der
Mutter übrig war, und man in Yad Vashem
die Brille zunächst nicht haben wollte.

49
erolina Mitte

Jule: Mein Israel-Bild hat sich positiv verändert. Ich dachte, dass das Militär noch viel
präsenter ist und dass es einen noch viel
mehr einschüchtert. Deswegen verbinde ich
auch nicht mehr viel mit Israel, was mir Angst
macht. Ich werde mich am meisten an die
Atmosphäre auf der Straße und auf dem
Markt erinnern. Die ist so ganz anders als in
Deutschland. Ein Kulturschock im positiven
Sinne.
Elsa Mare: Mein Bild von Israel hat sich verändert. Die Israelis leben ein normales Leben
wie wir auch. Natürlich ist die Präsenz von
Militär stärker. Mein Besuch in Israel öffnete
auch mein Denken in Bezug auf Meinungen
über andere Länder, von denen man glaubt,
dort ist es so und so, aber so ist es gar nicht.

Luka: Meine Sicht auf Jerusalem und Israel
hat sich geändert. Ich wusste nicht viel über
Yad Vashem. Und nur aus deutscher Sicht.
Deshalb war es gut, dass wir dort waren und
andere Eindrücke bekommen haben. Ich hatte auch vorher noch nie an so einem Austausch teilgenommen – mit Gastfamilien. Ich
war vorher noch nie in Israel und habe es mir
anders vorgestellt. Ich fand es im Endeffekt
schöner, als ich gedacht habe. Auch von der
Landschaft und der Stimmung her. Ich dachte, Israel wäre anders. Deshalb hat mich der
Austausch positiv überrascht.
Mia: Ich erinnere mich besonders an das Zusammenleben mit der Familie. Wir haben
ungefähr eine Viertelstunde vom Gazastreifen entfernt gewohnt. Und wir haben darüber am Abendbrottisch geredet. Es war extrem spannend. Wir haben auch über die
Wehpflicht geredet und dass viele ihre Wehrpflicht als eine Freiwilligkeit ansehen.
Lena T.: Ich werde mich an Yad Vashem sehr
gut erinnern, weil man das Gefühl hatte, es
ist etwas Schreckliches passiert und schuld
daran ist das Land, aus dem ich gerade
komme. Man hat das Gefühl, man ist nicht
wirklich schuld daran, aber man wird in eine
Verantwortungsrolle gedrängt. Ich finde, jede
Person, die in Deutschland lebt, sollte sich
das einmal ansehen, damit sich so etwas
Schreckliches nicht noch einmal wiederholt.

Charlotte: Ich werde mich vor allem an die
Jugendlichen in Israel erinnern, an ihre Mentalität. Sie waren sehr, sehr offen, sehr herzlich. Sie haben einem ein ganz anderes Bild
von Israel gezeigt, als das, was man aus den
Medien bekommt. Es sind Menschen wie ich
und du.
Ich habe super viele Eindrücke gesammelt.
Darüber habe ich meiner Familie, meinen
Freunden und Lehrern berichtet. Ich fahre
nächstes Jahr noch mal mit meiner Familie
nach Israel. Ich fand die Vielfalt gut, die wir
erleben konnten: Tel Aviv als moderne Stadt
und Jerusalem mit viel Geschichte.
Lena K.: Ich fand es in der Wüste und im Kibbuz sehr schön. Das Haus dort sah aus wie
eine Hütte, die noch nicht fertig gebaut war.
Aber die Atmosphäre drin war einfach so angenehm, herzlich und familiär. Die Familie
hatte sieben Katzen, einen Hund und drei
Die Fußballerinnen
des SV Blau Weiss
Berolina Mitte 49 e. V.
trafen sich nach der
Rückkehr aus Israel
in ihrem Vereinsheim
mit ihrer Programmbetreuerin Antje Rüster, Trainer Andreas
Weiss und Trainerin
Iryna Sorokovskaya.
Sie tauschten Reiseeindrücke und Erinnerungen aus

Philine: Der Austausch hat meine Sichtweise
auf verschiedene Dinge verändert. Die Vorurteile, die man im Kopf hat, hab ich gemerkt, sollte man einfach mal überdenken.
Und nicht immer alles glauben, was zum
Beispiel in den Nachrichten gesagt wird oder
was andere Menschen einem erzählen. Dass
es wichtig ist, sich ein eigenes Urteil zu bilden. Das wird einem ja auch in der Schule
gesagt: Denkt lieber selber mal darüber
nach, glaubt nicht alles, was im Buch steht.
Man nimmt von so einer Reise Wissen mit
über ein Land und kann Vorurteile ablegen.
Man stellt fest, wie dumm man war bzw. wie
dumm man sich fühlt, dass man diese Vorurteile überhaupt hatte. Das Land ist anders
als alle Länder, die ich bislang bereist habe.

Kinder. Wir haben in einem „Bunker“ übernachtet. Das war der Raum, in den man
geht, wenn etwas passiert.
Anna-Chiara: Wir haben viele Sehenswürdigkeiten gesehen, die Wüste, die Landschaft, die ganz anders ist als in Deutschland. Wir haben viel von dem Leben dort mitbekommen – mehr als bei einer normalen
Städtereise. Mir hat die Zeit in der Gastfamilie total gefallen. Wir haben über Themen
gesprochen, über die sonst nicht so viel gesprochen wird. Zum Beispiel über den Militärdienst. Die Söhne der Familie waren zu
dieser Zeit beim Militär. Wir haben auch darüber gesprochen, wie es heute in Deutschland ist.

SPORT IN BERLIN Mai/Juni 2019

19

20

sportpolitik / sportgeschichte

Berlin, Olympiastadt
Von Richard Meng, Präsident der DOG Landesverband Berlin
Es war wie so oft in Berlin. Einer wirft einen
Stein ins Wasser und alle surfen ein wenig auf
den Wellen. Aber dann ruht der See bald wieder recht still. Bis zum nächsten Wurf.
Innensenator Andreas Geisel hat Ende Februar ein paar Sätze zu Olympia in Berlin fallen
gelassen. Die Auguren sind
sich nicht einmal sicher, ob
sehr strategisch bewusst
oder eher zufällig. Im
Nachhinein ist das meistens sowieso egal, gesagt
ist gesagt. Und was er
meinte, war ja auch so unvernünftig nicht. Vor allem:
Dr. Richard Meng
dass nur eine nationale Bewerbung (nicht isoliert die
einer Stadt) Sinn macht. Aber in Berlin werden eben immer alle ziemlich aufgeregt,
wenn sie das Stichwort Olympia hören.
Mit Abstand betrachtet fällt auf: Die Wellen
waren ziemlich schnell wieder weg. Es gibt ja
akut auch keinerlei Entscheidungsbedarf. Es
gibt hin und wieder nur Spekulationen. Angetrieben nicht zuletzt dadurch, dass es in Nordrhein-Westfalen eine Landesregierung gibt,
die sehr absichtsvoll versucht, eine Olympiabewerbung des Ruhrgebiets vorzubereiten
und schon allerlei PR-Aktionen dazu startet.
Na klar, Berlin könnte Olympia und Paralympia. Offen ist nur, ob Berlin das will. Oder genauer: welches Olympia (und Paralympia)
Berlin will, welches lieber nicht. Und eigentlich
ist diese Offenheit ein Qualitätsmerkmal.
Denn der Weg ist das Ziel, wie immer. Die al-

Die Deutsche Olympische Gesellschaft
(DOG) Berlin lädt ein zur Gesprächsreihe „Olympia hautnah“. Thema „Werte des Sports – Wofür wir stehen“:
20. Mai, 18.30 Uhr, Haus des Sports,
Jesse-Owens-Allee 2, 14053 Berlin
Der Philosoph und Sportwissenschaftler
Prof. Dr. Gunter Gebauer hält den Impulsvortrag. Danach diskutieren die ehemalige Eisschnellläuferin Jenny Wolf und
weitere Sportler/-innen.
Anmeldung: www.berliner-dog.de

SPORT IN BERLIN Mai/Juni 2019

lerersten Schritte auf diesem Weg müssten in
die richtige Richtung weisen.
Olympia macht nur Sinn, wenn die Wertebasis klar ist. Da haben wir gerade wieder erschreckende Erfahrungen gemacht. Vom Systemdoping im Skisport bis hin zu Reinhard
Grindels goldener Uhr: Es wurde klar, dass
Betrug und Vetternwirtschaft im Sport nicht
nur ein fernes Problem sind, beheimatet in
zwielichtigen, undemokratischen Systemen.
Es gibt da auch zu Hause viel zu tun, was bedeutet: Lasst uns diesen Wettbewerb annehmen. Kämpfen lohnt. Auch und gerade, wenn
es um Prinzipien und Werte geht.
Das nämlich wäre die Voraussetzung dafür,
dass Berlin sich bei Großveranstaltungen so
zeigen kann, wie Berlin ist: offen, bodenständig, vielfältig. Nicht größenwahnsinnig, nicht
verlogen und nicht durchkommerzialisiert.
In Berlin kommt noch ein anderer Faktor hinzu. Sport ist längst weit mehr als organisierter
Wettkampf. Sport basiert auf Bewegung im
Alltag, egal ob organisiert oder unorganisiert.
Wer täglich sieht, wie viele Leute Rad fahren,
joggen oder kleinere Strecken gerne und bewusst zu Fuß gehen, bekommt ein Gefühl dafür, dass sich in der Stadtgesellschaft etwas
ändert. Sport und Bewegung im Alltag: Das ist
die Basis, eine immer breitere.
Wer über Großereignisse wie Olympia nachdenkt, muss hier anfangen. Muss Sport als Alltagsthema denken. Muss – z. B. – schon
beim Bau von Schulen und Kitas für eine
neue Offenheit in die Kieze hinein sorgen,
wie es der Landessportbund fordert. Um Orte
und Räume zu schaffen, die alle nutzen können, morgens mittags abends. Auch der Sport
selbst könnte noch offener werden. Gegenüber allen, die nicht feste Vereinsbindungen
suchen, sondern spontane Gelegenheiten.
Es ist falsch, da Bedingungsketten aufzustellen, nach dem Prinzip: Erst wenn XY erreicht
ist, darf Berlin an Olympia denken. Nein: Eines bedingt das andere. Ein tolles großes Projekt (Sport als Alltagskultur) und die Idee einer tollen großen Veranstaltung (Olympia/Paralympia) sollten sich gegenseitig anschieben.
Dann wäre Berlin, von unten her gedacht,
eine moderne Olympiastadt, lange bevor
über eine Bewerbung entschieden ist.

1949 - 2019
70 Jahre
LSB Berlin
Sportgeschichte(n)
Vor 70 Jahren:
Vereinssport löst Kommunalsport ab
Der 30. März 1949 ist in die Chronik des
LSB Berlin „als Geburtsstunde des freien
Sports in der um ihre Freiheit kämpfenden Stadt“ eingegangen. Am Abend hatten sich Vertreter der kommunalen Sportgruppen und Fachsparten sowie der von
den Alliierten zugelassenen Sportvereine
in der „Taberna“, der unzerstörten TUMensa in der Hardenbergstraße, getroffen. 1000 Sportler/-innen folgten der Einladung des Magistrats der Westsektoren.
Der Magistrat hatte in einem 10-PunkteProgramm zum 31. März die Auflösung
aller Sportgruppen und Fachsparten des
bisherigen Kommunalsports verfügt. Die
Gruppen und Vereine sowie noch zu bildenden Fachverbände konnten sich nun
zur Lizenzierung beim Hauptamt für Leibesübungen anmelden. Der innerstädtische Sportverkehr zwischen Ost und
West war erlaubt, allerdings führte eine
eventuelle Registrierung beim Sportausschuss in Ost-Berlin zum Ausschluss jedweder Förderung im Westteil.
Die von den Sowjets im Juni 1948 verhängte „Blockade“ der Westsektoren und
die vollzogene Trennung des Magistrats in
Ost und West hatten den Berliner Sport in
politisches Fahrwasser gebracht. Unterschiedliche Systeme, so die Anbindung
des Sports an Betriebe und politische
Massenorganisationen im Osten und die
Zulassung von unpolitischen Sportvereinen und Verbänden im Westen, standen
zur Diskussion. Am 30. März entschieden
sich die Sportvertreter für die Bildung eines Stadt-Sportverbandes und beauftragten den Versammlungsleiter Gerhard
Schlegel, Vorsitzender des ASV Berlin, mit
der Gründung eines vom Staat unabhängigen Dachverbandes. Schlegels Mitstreiter Dr. Werner Ruhemann (BSC) und Arthur Schmitt (SCC) begegnen uns noch
in der bald 70-jährigen LSB-Geschichte.
Welche Organisationsform der Sportbund
haben sollte, war offen. Die satzungsgemäße Verankerung der Vereine, Verbände
und Bezirke sollte bis zum Herbst gelöst
werden. Ein Auftrag, der immer wieder zu
Kontroversen in dem neuen „Bund“ führen sollte.
Manfred Nippe

aktuelle nachrichten
aus dem kinder- und jugendsport
mai/juni 2019

Rollstuhlbasketball – ein Sport für alle
„Schule und Sportverein“ finanziert Sportrollstühle
Zehn Schülerinnen und Schüler sausen
durch die Sporthalle der Marianne-Buggenhagen-Schule mit dem Förderschwerpunkt „körperlich-motorische Entwicklung“. Sie spielen
unter der Anleitung von Trainer Karsten Lucas
Rollstuhlbasketball in ihrer wöchentlichen
Schul-AG im Programm „Schule und Sportverein“ der Sportjugend Berlin. Nicht alle Kinder sitzen außerhalb der AG im Rollstuhl,
denn Rollstuhlbasketball ist ein Sport für alle.
Ein Klassifizierungssystem sorgt dafür, dass
Spieler/-innen mit und ohne körperliche Einschränkungen in einem Team sind.
Trainer Karsten Lucas vom Behindertensportverband ist es wichtig, dass die Schüler/
-innen und Schüler den Rollstuhl als Sportgerät kennenlernen, Berührungsängste abbauen
und die Perspektive wechseln. Sie sollen zu-

sammen Spaß haben und sich bewegen –
auch im Rollstuhl. Gemeinsam trainieren sie
für Wettkämpfe, bei denen sie ihre Schule
vertreten, bei der ALBA Berlin Rollstuhlbasketball-Liga oder beim Wiedemann-Cup, dem
berlinweiten Vorausscheid für „Jugend trainiert für Paralympics“. Die Marianne-Buggenhagen-Schule ist immer dabei und meist „auf
dem Treppchen“. 2015 gewann sie sogar das
Bundesfinale von „Jugend trainiert für Paralympics“ und freute sich, inoffizieller Deutscher Meister im Rollstuhlbasketball zu sein.
Karsten Lucas spielt seit 1992 Rollstuhlbasketball und gibt seine Begeisterung fast genauso lange als Trainer weiter. Durch die
Schul-AGs an der Marianne-Buggenhagen-

Schule, die seit 10 Jahren stattfinden, lernen
Kinder Rollstuhlbasketball kennen. Viele spielen später in einem der vier Berliner Vereine
(ALBA Berlin, Sportgemeinschaft Handicap,
Pfeffersport und RSC Berlin), die Rollstuhlbasketball anbieten. 2018 finanzierte das Programm „Schule und Sportverein“ dem Behindertensportverband 25 Sportrollstühle, um
deren 17 Schul-AGs besser auszurüsten. Vorher mussten viele Kinder mit Straßenrollstühlen spielen. Sportrollstühle sind wendiger und
stabiler. Die Stühle werden auch genutzt, um
Workshops für Regelschulen oder Vereine anzubieten, die Inklusions-Projekttage machen
oder einfach mal was Neues ausprobieren
möchten. Interessierte Vereine können sich
über info@bsberlin.de an den Behindertensportverband wenden.
Text: Johanna Suwelack
Fotos: Binh Truong / BSB

Aufruf Schwimm-Intensivkurse Herbstferien 2019
Schwimmen, tauchen, vom Drei-MeterBrett springen – ein großer Spaß für Kinder
und manchmal überlebenswichtige Fähigkeiten! Damit alle Kinder schwimmen lernen,
führt die Sportjugend in Kooperation mit
Schwimmvereinen auch in den Herbstferien
2019 wieder Schwimm-Intensivkurse durch.
Die Kurse sind kostenlos für alle Kinder, die in
der 3. Klasse kein Seepferdchen oder Ju-

gendschwimmabzeichen in Bronze erschwommen haben.
Die Kinder werden eine Woche lang täglich
45 Minuten in kleinen Gruppen intensiv betreut, um besser schwimmen zu lernen und
ihr Schwimmabzeichen nachzuholen.
2018 machten über 660 Kinder begeistert
mit und legten insgesamt 431 Schwimm-Abzeichen ab. Ein toller Erfolg für die Kinder und

ein Zeichen für die gute Arbeit der Vereine!
Schwimmvereine, die sich an dem Projekt
beteiligen möchten, finden alle
Infos und Antragsunterlagen
auf www.sportjugend-berlin.de
Foto: Engler

SPORT IN BERLIN Mai/Juni 2019

22

sportjugend berlin
1. Fachforum Freiwilligendienste
Auf Einladung der Deutschen Sportjugend
(dsj) trafen sich Mitte März in Naumburg
rund siebzig junge Engagierte aus ganz
Deutschland, die im Sport einen Bundesfreiwilligendienst (BFD) oder ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) ableisten. Sie repräsentierten
die mehr als dreitausend jungen Freiwilligen,
die sich zwölf Monate in einem Verein oder
Verband, einer Schule oder einem Kindergar-

ten engagieren. Gleichzeitig entlasten die jungen Erwachsenen die Vorstände der Sportvereine, stärken das Ehrenamt und bringen
frischen Wind in die Strukturen des organisierten Sports. Was aber würden die Freiwilligen an ihrem Dienst verändern? Was wünschen sich die Einsatzstellen? Und wie kann
das von den Sportorganisationen umgesetzt
werden?
Bei dem PartiAn die Tasten – Bewerbung – Los!
zipationstreffens
entwickelten sie
Die Schule ist vorbei und du weißt nicht wie
konkrete Fordees weitergehen soll?
rungen an EinDann bewirb dich für einen Freiwilligendienst im Sport in Berlin!
satzstellen, TräDer Freiwilligendienst bietet dir die Möglichkeit, dich ein Jahr zu orientieger, die dsj sowie
ren. Nebenbei sammelst du die ersten Praxiserfahrungen und engagierst
Politik und Öfdich im Berliner Sport.
fentlichkeit. Sie
Start des neuen Jahrgangs ist im August 2019.
schlugen
vor,
Informationen zum Bewerbungsverfahren findest du auf unserer Interdas Taschengeld
netseite unter www.sportjugend-berlin.de
für junge ErDu hast weitere Fragen? Dann kontaktiere uns einfach – wir beraten dich
wachsene, die
gerne!
für ihr FSJ oder
Kontak: Alexa Arnold, 030 30 002 - 173
ihren BFD umClaudia Reichenbach, 030 30 002-162
ziehen, durch ei-

LSB-Netzwerktreffen der Kinderschutzbeauftragten
Über 100 Vereins- und Verbandsvertreter/innen haben am Netzwerk-Treffen der Kinderschutzbeauftragten in den Berliner Sportvereinen und -verbänden teilgenommen. Eingeladen hatte Kirsten Ulrich, LSB-Vizepräsidentin für Frauen und Gleichstellung und
Beauftragte für die Prävention sexualisierter
Gewalt und für den Kinderschutz.
Auf der Tagesordnung standen ein Erfahrungsaustausch und Informationen über den

Freie Plätze bei Sportjugendreisen

Runden Tisch „Prävention sexualisierter Gewalt”, die Kinderschutz-Workshops des LSB
vor Ort sowie am 23./24.8.2019 in der Gerhard-Schlegel-Sportschule, der Hinweis auf
die neue Internetseite www.lsb-berlin.de/angebote/praevention-sexualisierter-gewaltund-kinderschutz und auf die 4. Regionalkonferenz Kinderschutz im Sport am
26.10.2019 in der Bildungsstätte der Sportjugend Berlin.

Beim Top-Thema
Kinderschutz war
der Coubertinsaal
voll besetzt.
Foto: LSB Berlin

SPORT IN BERLIN Mai/Juni 2019

nen Unterkunftszuschuss zu erhöhen. Weiterhin forderten sie einen vergünstigten
ÖPNV sowie eine Erhöhung der Bildungstage
von 25 auf 30. Sie diskutierten die Frage, wie
die Öffentlichkeitsarbeit verbessert werden
kann und vieles mehr, z.B. die Anerkennungskultur sowie die Stellung der Freiwilligen in den Einsatzstellen.
Im Anschluss an die Tage in Naumburg lud
die dsj 150 Akteure (inkl. Sprecher/-innen)
aus allen Bundesländern und beteiligten Verbänden nach Leipzig zum ersten Forum der
Freiwilligendienste im Sport ein. Neben den
Forderungen der Freiwilligen standen die Bedeutung der Freiwilligendienste für Sportverbände, die Lobbyarbeit sowie Geschichte und
Zukunft der Freiwilligendienste auf dem Programm.
Die Sportjugend Berlin hat die Weiterentwicklung der Dienste, insbesondere die Öffnung für eventuelle Teilzeitdienste sowie die
bessere Anerkennung der Leistung der Freiwilligen, als Schwerpunkte ihrer zukünftigen
Arbeit identifiziert.
Text: Tim Fiedler

Der Frühling ist da und somit auch bald
unsere diesjährigen Sportjugendreisen!
Für folgende Feriencamps gibt es noch
freie Plätze:
• Camps in Ahlbeck (20.6.-4.7.2019, 4.7.18.7.2019, 18.7.-1.8.2019)
• Aktivreise ins Fichtelgebirge nach
Fleckl/Ochsenkopf (18.7.-1.8.2019)
Wenige Restplätze gibt es noch für:
• die einwöchigen Einsteigerreise für 68jährige Kinder nach
Beeskow
(29.6.6.7.2019,
20.7.27.7.2019)
• die Spanienreise für
14-17Jährige (22.6.2.7.2019)
Informationen erhalten
Sie unter www.sportjugendreisen.de oder
bei Dana Herrmann,
030 30 002 171

sportjugend berlin
Themenabend des Berliner Sports zur Kinder- und Jugendgesundheit
Die Sportjugend Berlin und GSJ haben ein
ein neues Format erprobt: Im Haus des
Sports veranstalteten sie den ersten Themenabend des Berliner Jugendsports „GESUND.BEWEGT.VERNETZT“.
Nach fachlichem Input durch die stellvertretende Vorsitzende der Sportjugend, Julie
Kunsmann, stellten in einem Podiumsgespräch Fachleute aus Vereinen, Schulen und
Jugendfreizeiteinrichtungen ihre Projekte zur
Gesundheitsförderung von Kindern und Jugendlichen vor: Nicole Greßner bietet beim 1.
VfL Fortuna Marzahn Yoga zur Entspannung
sowie Ernährungsberatung für Eltern an. Beides soll Kinder, die auf einem hohen Niveau
Rhythmische Sportgymnastik betreiben, gesund aufwachsen lassen.
Daniela Lutter ist Projektleiterin im MädchenSportZentrum Kreafithaus in Lichtenberg,
das seit Dezember 2017 GUT DRAUF zertifiziert ist. Das Programm GUT DRAUF der Bun-

deszentrale für gesundheitliche Aufklärung
fördert bei Kindern und Jugendlichen den
Dreiklang aus Bewegung, Ernährung und
Stressregulation.
Andreas Lewicki, Schulsozialarbeiter bei der
GSJ in der Leopold-Ullstein-Schule, führt mit
seinen Schüler/-innen ein Suchtpräventionsprogramm durch.
Kern der Veranstaltung war der anschließende Austausch von Ehren- und Hauptamtlichen aus Sportverein, Schule und Jugendsozialarbeit an vier Thementischen. Hier waren
vertreten
• die beiden GUT DRAUF zertifizierten GSJProjekte Kreafithaus und SJZ Lychener Straße,
• SchulWork mit dem OSZ Leopold-UllsteinSchule sowie der Peter-Pan-Grundschule,
• die Sportvereine Reinickendorfer Füchse
und 1. VfL Fortuna Marzahn,
• die Sportjugend-Ferienreisen, die die Kinder- und Jugenderholung in den Blick rückten

Seminare und Lehrgänge
der Bildungsstätte
der Sportjugend
Berlin 2019
Fortbildungen
finden Sie unter www.sportjugend-berlin.de
oder mit dem QR Code.

Teilnahmebeitrag: 50 Euro
Zielgruppe: Übungsleiter/-innen, Jugendleiter/innen aus Sportvereinen, Betreuer/-innen von
Ferienfreizeiten, pädagogische Mitarbeiter/-innen von Grund- und Oberschulen, Sozialpädagogische Fachkräfte der Jugendarbeit
Termin: 15./16.6.2019, je 10-17 Uhr
F-20 Bewegung von Anfang an – Bewegungsförderung mit Kindern bis 7 Jahre
Referentin: Ina Tetzner
Teilnahmebeitrag: 50 Euro
Zielgruppe: Mitarbeiter/-innen aus Sportvereinen, Kindergärten sowie der offenen Arbeit mit
Kindern
Termin: 4.6. + 18.6.2019, je 9-16 Uhr
F-22 Sprache fördern durch Spiel und Bewegung
Referent/-in: Katharina van Riel, Ronald Friedemann
Teilnahmebeitrag: 50 Euro
Zielgruppe: Mitarbeiter/-innen aus Sportvereinen, Kindergärten sowie der offenen Arbeit mit
Kindern
Termin: 13./14.6.2019, je 9-16 Uhr
A-06 Aufbaulehrgang DOSB Lizenz ÜL-C im
Breitensport (sportartübergreifend) für die
Zielgruppe Kinder und Jugendliche
www.sportjugend-berlin.de – Bildungsstätte –
Ausbildung – A 06 (70 LE)

F-11 Gesundheitsförderung für Kinder
durch Bewegung, Entspannung, Ernährung
Referentin: Simone Gloeckner
Teilnahmebeitrag: 50 Euro
Zielgruppe: Jugend- und Übungsleiter/-innen,
Mitarbeiter/-innen aus Sportvereinen, Kindertageseinrichtungen und Grundschulen, Lehrer/-innen bzw. Sozialpädagogen/-innen
Termin: 6./7.5.2019, je 9-16 Uhr
F-17 Lernen und Bewegen im Übergang
von Kita zur Schule
Referentin: Monique Eisenberg
Teilnahmebeitrag: 50 Euro
Zielgruppe: Pädagogische Mitarbeiter/-innen
aus Sportvereinen, Kindergärten, Grundschulen sowie der offenen Arbeit mit Kindern
Termin: 23./24.5.2019, je 9-16 Uhr
F-19 Abenteuerworkshop: Spiele in der
Stadt – Geocaching – Citybound
Referent/-in: Mirjam Bayer, Holger Grysczyk

Der Abend zeigte, dass die Gesundheitsförderung für die Entwicklung von Kindern
und Jugendlichen eine wichtige Querschnittsaufgabe ist, die nachhaltig in den Angeboten
von Vereinen, Schulen und Jugendsozialarbeit
platziert werden muss.
Wünschenswert wäre, wenn Einrichtungen
der sportbetonten Kinder- und Jugendsozialarbeit (Sportvereine, Schulen, Jugendeinrichtungen) stärker miteinander kooperieren und
gemeinsam Projekte durchführen würden.
Text: Frank Kiepert, GSJ
Foto: Jaro Suffner

A-11 Zertifikatslehrgang Abenteuersport
und Erlebnispädagogik Teil I + II
www.sportjugend-berlin.de – Bildungsstätte –
Ausbildung – A 11
Seminarinformationen/Anmeldungen:
www.sportjugend-berlin.de, siehe Bildungsstätte
Rückfragen:
Bildungsstätte der Sportjugend, Hanns-BraunStr., Haus 27, 14053 Berlin
Tel.: 030 30 00 71 43
Meldeschluss jeweils 4 Wochen vor dem
Starttermin!

SPORT IN BERLIN Mai/Juni 2019

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sport in berlin

SPORT IN BERLIN Mai/Juni 2019

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sport in berlin

SPORT IN BERLIN Mai/Juni 2019

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vereinsprojekt des monats

Treffen, ohne getroffen zu werden
Vereinsprojekt des Monats: Die Turngemeinde in Berlin 1848 weitet
ihr Angebot im Fechtsport aus und bietet neue Trainingsmöglichkeiten
für Kreuzberger Kinder an.
Von Petra Lang Beim Fechten ist Athletik,
Schnelligkeit, Technik, Taktik und mentale
Stärke gefragt. Das hört sich anspruchsvoll an?
Das ist es auch. Aber der Kampfsport macht
auch Spaß. Über die Jahre hat er sein EliteImage abgestreift und wurde mehr und mehr
zum Breitensport. Besonders für Kinder gibt
es immer mehr Trainingsangebote. Eines davon ist die im November 2018 gegründete
Degen-Fechtgruppe, die mittwochs in der
Turnhalle der Ferdinand-Feiligrath-Schule in
der Kreuzberger Bergmannstraße trainiert. Ein
neues Projekt der Turngemeinde in Berlin
1848 e.V. (TiB), das viel Anklang findet.
Starke Nachfrage im Kiez
Torben Lehberg, Abteilungsleiter für den

Training in der Halle der Feiligrath-Schule in
der Kreuzberger Bergmannstraße. Foto: Lang

SPORT IN BERLIN Mai/Juni 2019

Fechtsport bei der TiB, trainiert die neue
Fechtgruppe für 10 bis 14-jährige Kinder –
meist aus dem Kreuzberger Kiez. Der 43-Jährige war in der Vergangenheit immer öfter von
Eltern oder bei den Projekten von bwgt e.V.
etwa der Kiezolympiade angesprochen worden, ob es nicht auch eine Trainingsgruppe in
Kreuzberg geben könne, die die Kinder ohne
lange Fahrwege auch allein besuchen könnten. „Es gab zwar schon Trainingsangebote für
Erwachsene und Jugendliche ab 14 Jahren,
aber bei den Kindern mussten wir bisher immer auf andere Vereine verweisen“, erklärt
der hauptberufliche Kriminalbeamte Torben
Lehberg.
Seit Ende des vergangenen Jahres gibt es
nun das Programm für Kinder bei der TiB. Sie
ist übrigens der erste Verein, der Fechten als
Freizeitsport anbot. Bereits 1849, ein Jahr
nach Vereinsgründung, wurden hier die Klingen gekreuzt. Dabei liegt der Fokus bis heute
auf dem Degenfechten.
Ausrüstung mittels LSB-Hilfe
Ohne die Unterstützung des Landessportbunds (LSB), der bei der Beschaffung von
Masken, Fechtanzügen, großer und kleiner
Degen, Handschuhen, Brustschutz und Stoßkissen finanziell half, wäre die Gruppe heute
nicht so gut ausgestattet. „Zwei Ausrüstungen
für Kinder hatte bereits der Verein. 16 weitere
wurden neu angeschafft“, berichtet der Trainer.
Deshalb konnten die achtzehn Kinder vom
ersten Tag an im schicken Fecht-Dress mit
Turnierdegen trainieren. Das motiviert. Lediglich die Schuhe müssen die Kinder selbst mitbringen. „Wir möchten den Einstieg ins Fechten leicht machen und jedem jungen Sportler
ermöglichen – ohne große finanzielle Ausgaben. Wenn die Mädchen und Jungen dann
dauerhaft dabeibleiben oder zu den Erwachsenen wechseln, können sie sich ihre eigene
Ausrüstung zulegen. Dann bekommen nachrückende Kinder die Möglichkeit, sich vom
Verein eine Ausrüstung zu leihen“, berichte
Lehberg, der seit dem Jahr 2001 als Trainer
tätig ist.
Neue Aufgabe Kindertraining

Fecht-Trainingsangebot der TiB
Montag, 20 - 21.30 Uhr
Fechten für Erwachsene und Jugendliche ab 15 Jahre, Lemgo Grundschule,
Böckhstr. 5, Kreuzberg
Mittwoch, 17.30 - 19 Uhr
Fechten für Kinder und Jugendliche von
elf bis 14 Jahre, Ferdinand-FreiligrathSchule, Bergmannstr. 64, Kreuzberg
Mittwoch, 20 - 21.30 Uhr
Fechten für Erwachsene und Jugendliche ab 15 Jahre, Ferdinand-FreiligrathSchule, Bergmannstr. 64, Kreuzberg

Das Trainieren von Kindern ist für den Degenfechttrainer neu: „Das ist für mich eine besondere Herausforderung. Ich gehe kleinschrittig vor, denn Fechten ist ein technischer
Sport, da sind die Grundlagen wichtig. Es gilt
für die Kinder geduldig zu bleiben und trotzdem nicht das Interesse zu verlieren.“ Von
mangelnder Begeisterung ist bei den Schülern jedenfalls nichts zu spüren. Im Gegenteil
– sie finden den Sport „cool“, das Outfit
„schick“ und das Training „voll toll.“
Die Neulinge sind mittlerweile dabei, die ersten „freien Gefechte“ zu führen. „Aber die
größte Herausforderung wird es, sich nach
der Turnierreifeprüfung im Herbst dann auch
gegen fremde Fechter zu behaupten“, betont
Lehberg, der selbst seit 1993 ficht. Bis dahin
gilt es für die Kinder, sich weiterhin alle Regeln einzuprägen und zu üben „zu treffen,
ohne getroffen zu werden.“ Fechten ist ein explosiver Sport, bei dem in Sekundenbruchteilen über Sieg oder Niederlage entschieden
wird. Das macht auch den Reiz für die Zuschauer aus.
Unterstützung erwünscht
Um das anspruchsvolle 90-minütige Training
aufzulockern, macht Lehberg mit den Kindern
zwischendurch Spiele. Dabei werden ebenfalls Reaktionsschnelligkeit und Konzentration
geübt. Für die Zukunft wünscht sich der Trainer personelle Unterstützung aus dem Verein.
„Es wäre schön, wenn ein Trainer zugekauft
werden könnte. Bisher bin ich eine One-ManShow.“ Denn anders als in anderen Vereinen,
die schon längere Zeit Fechten als Freizeitsport für Kinder anbieten, hat das gerade erst
gegründete Kinder-Projekt noch keine älteren
Schüler, die das Training unterstützen könnten.

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sport in berlin

Wieder nach den Sternen greifen
Berliner Volksbank und LSB zeichnen wieder engagierte Vereine aus

Scheckübergabe mit Marcel Langner
und Stephanie Panzig: Trainerin Maxi
Woelke zeigte, wie mit den Schlingen
trainiert wird.
Foto: Engler
Spielbank unterstützt TSV Wittenau
1.800 Euro fürs Schlingen-Training
Marcel Langner, Geschäftsführer der
Spielbank Berlin, überreichte dem TSV
Wittenau einen Scheck über 1.800 Euro:
„Die Förderung des Hauptstadt-Sports ist
der Spielbank Berlin schon seit ihrer
Gründung ein wichtiges Anliegen.“
Klaus Böger, LSB-Ehrenpräsident und
Beiratsmitglied der Spielbank Berlin, hatte sich entschlossen, den Verein zu unterstützen, „weil viel für die Menschen
und das soziale Miteinander geleistet
wird“, sagte er. „Damit hat der Verein
auch eine große Anziehungskraft auf junge Menschen und viel Potenzial für die
Zukunft der gesamten Stadt.“
„Dank der Spielbankgelder können wir
Schlingentraining für unsere Mitglieder
ermöglichen – als Ergänzung für die
Judo- und Fechtsportler, aber auch als eigenes Programm im Gesundheitssport“,
so Stephanie Panzig vom TSV Wittenau.

Berliner Freiwilligentage 2019
Vereine können sich beteiligen
Ab 13. September 2019 finden die Berliner Freiwilligentage statt. Auch Sportvereine können sich an diesen Tagen mit einem Mitmachangebot präsentieren. Dabei sind ihnen keine Grenzen gesetzt: sei
es ein Vereinsfest oder ein Sportturnier,
bei dem sich die Vereinsmitglieder über
Hilfe bei der Organisation freuen.
Vereine können ihr Angebot online
stellen: gemeinsamesache.berlin.
Interessierte Berliner/-innen haben dann
die Möglichkeit, das Angebot in der Aktionsliste zu finden und den entsprechenden Vereinen ihre Unterstützung anzubieten.

SPORT IN BERLIN Mai/Juni 2019

Auch 2019 werden wieder die „Sterne des
Sports” gesucht. Die Berliner Volksbank und
der Landessportbund Berlin wollen die engagiertesten Sportvereine prämieren. Die Vereine können sich mit Projekten oder Maßnahmen bewerben, die sich durch ein besonderes gesellschaftliches
ausEngagement
zeichnen und einen
wichtigen Beitrag zum
Gemeinwohl leisten.
Das können zum Beispiel Initiativen mit dem
Ziel sein, ältere Menschen zum Sport zu
motivieren, die Natur
zu schützen oder Jugendliche mit einem Migrationshintergrund zu integrieren. Mitmachen können alle Sportvereine, die im Landessportbund organisiert sind. Den Teilneh-

mern winken attraktive Geldprämien in Höhe
von insgesamt 14.200 Euro sowie die Chance auf weitere Preisgelder.
Bewerbungen sind ausschließlich online
möglich:
www.berliner-volksbank.de/
sternedessports. Bewerbungsschluss ist
der 30. Juni 2019.
Eine hochkarätige Jury
bewertet die eingereichten Konzepte.
Der Berliner Gewinner
qualifiziert sich für das
bundesweite Finale der
„Sterne des Sports“ in
Gold. Die Termine der
Preisverleihungen werden rechtzeitig bekannt gegeben.
Die „Sterne des Sports“, die es seit 15 Jahren
gibt, haben sich zu Deutschlands wichtigstem
Breitensportwettbewerb entwickelt.

Erfahrene Ehrenamtliche gesucht
LSB-Programm „Frauen Plus” gibt Unterstützung im Ehrenamt
Wenn Sie bereits ein paar Jahre im Ehrenamt aktiv sind, haben Sie viele Erfahrungen gesammelt. Geben Sie die Erfahrungen an junge Ehrenamtliche weiter – mit dem LSB-Programm
„Frauen Plus”. Um insbesondere Frauen bei ihren ersten Schritten im Ehrenamt zu begleiten,
bietet der LSB ein Mentoring an. Das Besondere daran ist eine vertrauensvolle Beziehung zwischen Mentor/-in und Mentee. Die Aufgaben der Mentoren bestehen darin, Mentees zu begleiten und mit Rat zur Seite zu stehen. Als Mentor/-in von „Frauen Plus”, helfen Sie, Ehrenamtliche zu gewinnen und profitieren selbst dabei. Sie bekommen Einblicke in die Arbeit eines
anderen Vereins und erweitern ihr Netzwerk. LSB-Vizepräsidentin Kirsten Ulrich sagt: „Jeder Verein benötigt ehrenamtlichen Nachwuchs. Durch die Teilnahme am Mentoring konnte mein
Mentee mehr Selbstvertrauen entwickeln und leitet seitdem die Abteilung Leichtathletik.“
Anmeldung: bit.ly/FrauenPlus
Fragen: FrauenUndGleichstellung@lsb-berlin.de oder 030 300 02 303.

Vereinsrecht

u.a. • Gründung • Satzung
• Beiträge • Mitgliederrechte
• Wahlen • Vereinsausschluss
• Vorstandshaftung • Erbschaften

Internet- und IT-Recht

u.a. • Ärger im Internet
• Filesharing • Telefonanbieter
• Domains • Verbraucherrechte
• Abmahnung • Datenschutz
• Internetstrafrecht

Vertragsrecht

u.a. • Vertragskonflikte
• Privatverträge • gewerbliche
Verträge

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28

amateursportpreis 2019

Die Tänzerinnen und Tänzer von pinkballroom bringen Farbe in den Sport.

Fotos: Lang

Tänzerische Rollenspiele
Die Showtanz-Gruppe „revue en rose“ von der Turngemeinde in Berlin
1848 gewann den Berliner Amateursportpreis 2019
Von Petra Lang Frau tanzt mit Frau, Mann mit
Mann. Was Mitte der 80er-Jahren als Angebot
für schwule und lesbische Paare begann, hat
sich längst etabliert und steht allen Tanzbegeisterten offen. Egal ob schwul, lesbisch,
transsexuell oder heterosexuell – EqualityTanzsport lebt vom reizvollen Spiel mit den
Identitäten. Bei „pinkballroom“, dem Angebot
für Equality-Tanzsport in der Turngemeinde
Berlin 1848 sind alle gleichgestellt und frei in
der Wahl ihrer Rolle. In den jährlich ausgerichteten Berlin Open zeigen die Paare ihr Können und ihren Spaß am Tanzen. Besonders
in der Standard-Tanzgruppe „revue en rose“
gilt: Vieles kann, wenig muss. Da tanzt dann
auch Frau mit Mann oder Mann mit Frau.
Und doch ist für die „Pinkies“ das Tanzen
mehr als nur „Fun“, wie die Vertreterin von
pinkballroom in der der Turngemeinschaft
Berlin 1848 (TiB 1848), Kerstin Kallmann,
betont. Die Pinkie-Paare decken eine große
Bandbreite zwischen Breitensport und Leistungssport ab. „Für viele von uns zählt nicht
nur das Dabeisein, natürlich wollen wir bei

SPORT IN BERLIN Mai/Juni 2019

Wettbewerben auch gewinnen.“ Das ist dem
bunten Tanzteam „revue en rose“ schon einige Male gelungen. Die Showgruppe „revue
en rose“ hatte zwar schon vorher Showauftritte in Berlin, trainiert aber ab 2016 erstmals
„ernsthaft“, um an den Europameisterschaften 2017 in Berlin teilnehmen zu können.
„Die haben wir Neulinge dann auf Anhieb gewonnen“, erzählt Kerstin Kallmann stolz. Der
Erfolg machte das Team ehrgeizig. Die „revue
en rose“ nahm mit einem erweiterten Programm an den Weltmeisterschaften teil und
gewann auch diese. Da ist das nächste Ziel
klar: die Titelverteidigung.
Europameister, Weltmeister,
Publikumsliebling
Mitte März konnte sich das 19-köpfige Team
über den „Berliner Amateursportpreis 2019“
freuen. Die Fachjury sah die „Pinkies“ auf
dem fünften Rang, doch das Publikumsvoting
floss mit in die Wertung ein und war so groß,
dass es für den ersten Platz reichte. Im Rahmen der „Night of Sports“ des Berliner Turnund Freizeitsport-Bunds wurde das Tanzteam

Mitte März geehrt. Das Preisgeld wird
in die Reisekasse fließen, sagt Kerstin
Kallmann. „Denn im Sommer finden
die EUROGAMES in Rom statt.“
Gabriella A. Davis, Trainerin und Choreografin der „Pinkies“, erklärt, was
sie besonders herausfordert und
worin für sie Reiz von Equality-Dance
liegt: „Eine so große Gruppe verschiedenen Alters und verschiedener
Leistungsgruppen zusammenzubringen, ist nicht einfach. Dazu kommt,
dass sich alle von uns in die tänzerische Geschichte mit eigenen Ideen
einbringen. Aber das alles macht es
auch besonders abwechslungsreich.
Besonders reizt mich, aus allen Pinkies ihr schauspielerisches Talent
heraus zu kitzeln.“ Dabei sei auch
mal „Freestyle“ gefragt, um die Persönlichkeit der einzelnen Teammitglieder „reinzubringen.“
Aktuelle Themen vertanzen
Sowohl in ihrem Europa-Programm zur Europameisterschaft als auch in ihrem Welt-Programm zu Weltmeisterschaft würden so viele
Aspekte und tänzerische Highlights zu sehen
sein, dass man das Programm eigentlich
mehrfach sehen müsste, erklärt die Trainerin.
Soziale, umweltrelevante, wie auch politische
Themen, etwa der BREXIT oder der Klimawandel, würden auf der Bühne dargestellt.
Sämtliche Requisiten und Kostüme fertigt die
Gemeinschaft selbst. Davis, die seit der Gründung von pinkballroom im Jahr 1998 dabei
ist, sagt: „Wir haben ein gutes Zusammenspiel.“ Bei einer Alterspanne von 25 bis 75
Jahren fände sich für vieles ein Spezialist oder
eine Spezialistin – also eine helfende Hand.
Publikumshighlight: Führungswechsel
Bei den Wettbewerben ist der Führungswechsel während eines Tanzes besonders für
das Publikum überraschend und spannend.
„Das Publikum ist dann immer hin und weg“,
sagt Kerstin Kallmann. Der Wechsel drücke
die freie Wahl der Rolle aus, betont sie und
ergänzt: „Führungswechsel sind technisch anspruchsvoll, werden aber bei Turnieren nicht
immer entsprechend goutiert. Deshalb verzichten viele Paare auf den Wechsel. Viele aus
der Szene fordern deswegen: Rettet den Führungswechsel! Revue en rose tanzt ihn, und
das ist auch gut so! “

29

sport in berlin

150 Mal Bewegungsfreude
Erste Talentiade von BERLIN HAT TALENT in Reinickendorf:
150 Kinder tobten sich bei der ersten Talentiade in Reinickendorf aus. Die Jungen und
Mädchen der dritten Klasse konnten an zwölf
Stationen verschiedene Sportarten ausprobieren: Basketball, Golf, Kanu, Leichtathletik,
Tischtennis, Radsport, Hand- und Volleyball,
Ringen und Rudern. Auch Prominenz hatte an
diesem Tag viel Spaß an Sport und Bewegung: „Eine tolle Veranstaltung und wenn
man selbst mitmachen kann, ist die Freude
umso größer”, sagte LSB-Präsident Thomas
Härtel, der in Sportkleidung erschienen war,
nach seinem Sprint durch die Halle in der
Hatzfeldtallee. Auch LSB-Direktor Friedhard
Teuffel zeigte sein sportliches Talent und postete auf Facebook: „Mit 150 begeisterten

Kindern in einer Halle Sport zu machen, ist
wirklich eine wunderbare Motivation.“
Die Talentiade ist Teil von BERLIN HAT TALENT, einer Initiative des LSB sowie der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie. Ziel ist es ist, Kinder sportlich zu fördern.
Reinickendorf ist der siebte Bezirk, der sich an
BERLIN HAT TALENT beteiligt. Zur Premiere
der Talentiade kamen deshalb auch Stadtrat
Tobias Dollase und Tillman Wormuth von der
Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie– natürlich auch in Sportkleidung.
Nach dem offiziellen Teil und der Siegerehrung konnten die Kinder zusammen mit ihren
Eltern direkt Kontakt zu den Vereinen aufnehmen, in denen sie ein Probetraining machen

Nicht nur die guten Kicker gewinnen
Sparkassen Fairplay Soccer Tour
Seit 2010 fördert die Berliner Sparkasse eines
der größten sportpädagogischen Projekte
Deutschlands. Es nutzt die Potenziale des
Sports und verknüpft diese mit dem Ziel, Kindern und Jugendlichen Teilhabe zu ermöglichen und dabei ein faires, gewaltfreies und
vielfaltsbewusstes Miteinander zu fördern.
Fairplay ist nicht nur die Einhaltung von Regeln sondern in erster Linie eine innere Haltung, aus der heraus sich Menschen – auch
außerhalb des Spielfeldes – die Hände reichen.
Der Verzicht auf bestimmte Zugangsvoraussetzungen, wie z.B. die Mitgliedschaft in ei-

Die Zahl der Teilnehmer an der Fairplay Soccer Tour wächst: 3.000 sind es dieses Jahr.
Foto: Deutsche Soccer Liga

nem Sportverein, ist die Basis für die sportlichen Wettkämpfe. Kinder, Jugendliche und
junge Erwachsene können mitmachen – die
Sparkassen Fairplay Soccer Tour entscheidet
sich damit bewusst gegen jede Form der Ausgrenzung und Diskriminierung. Gewinnen
können nicht nur die Teams, die gut Fußball
spielen, sondern auch die Teams, die sich
durch besondere Fairness auszeichnen.
Seit Jahren verzeichnet die Tour stetig wachsende Teilnehmerzahlen. Mit insgesamt rund
3000 Teilnehmern finden in Berlin jedes Jahr
sieben Turniere in verschiedenen Bezirken
statt. Die Sieger-Teams aus Berlin können
zum großen Bundes-Finale fahren und treffen
dort auf die besten und fairsten Teams aus
ganz Deutschland. Das Bundes-Finale findet
auf Rügen statt.
Doch nicht nur auf dem Spielfeld steht das
Thema Fairplay im Vordergrund: An jedem
Austragungsort findet auch ein Workshop zu
verschiedenen sozialen Themen statt. So geht
es hier z.B. auch um das Thema „finanzielle
Bildung“.
Die Berliner Sparkasse möchte mit ihrem Engagement dazu beitragen, dieses zukunftsorientierte Grundwissen an Kinder und Jugendliche zu vermitteln.

möchten. Ein kurzes Video über die erste
Talentiade in Reinickendorf steht in der
Mediathek auf www.lsb-berlin.de.

Thomas Härtel und Friedhard Teuffel (v.r.)
zeigten ihr Talent fürs Rudern. Fotos: Engler

Austragungsorte und –termine 2019
27. Mai 2019 Köpenick
Sporthalle Gerhart-Hauptmann-Gymnasium,
Bruno-Wille-Straße 37/38
29. Mai 2019 Lichtenberg
Sporthalle Feldmark-Grundschule,
Wartiner Straße 23
5. Juni 2019 Tempelhof
Kunstrasenplatz Vorarlberger Damm,
Vorarlberger Damm 33
6. Juni 2019 Steglitz
Kunstrasenplatz Stadion Lichterfelde,
Ostpreußendamm 3-17
Reinickendorf
7. Juni 2019
Sporthalle Hatzfeldallee, Hatzfeldallee 27-32
13. Juni 2019 Pankow
Sporthalle Gymnasium am Europasportpark,
Conrad-Blenkle-Straße 34
14. Juni 2019 Kreuzberg
Schulhof Heinrich-Zille-Grundschule,
Waldemarstraße 118
16. Juni 2019 Finale Berlin in Marzahn
Sporthalle Sartre-Gymnasium,
Kyritzer Straße 103
Anmeldung der Teams:
www.soccer-tour.de
oder an den Spieltagen an der jeweiligen
Spielstätte vor Turnierbeginn

SPORT IN BERLIN Mai/Juni 2019

30

sportabzeichen

Fitness testen und Spaß haben
DOSB-Sportabzeichentour macht am 5. Juni im Berliner Poststadion
Halt. Alle können mitmachen - als Team oder Einzelkämpfer
Von Claudia Fietkau Die DOSB-Sportabzeichen-Tour kommt nach Berlin. Am 5. Juni zwischen 15 und 18 Uhr können die Disziplinen
für das Deutsche Sportabzeichen im Poststadion absolviert werden. Der Landessportbund
Berlin und Berliner Sportverbände haben zu
einer TEAM-CHALLENGE aufgerufen. Das
heißt, jede/-r kann mitmachen – allein oder
in Teams: Unternehmen, Vereine und andere
Organisationen, Familien, Freunde, Nachbarschaften
u.v.m.
können sich anmelden und mitmachen.
Team und Aufgaben:
Jedes Team besteht
aus mindestens zwei
bis maximal vier Personen. Gemeinsam legt
das Team zwei Sportabzeichen-Disziplinen ab
und wählt zusätzlich
noch zwei weitere Aktionen, die aus dem Rahmenprogramm oder weiteren Sportabzeichen-Disziplinen bestehen. Die Ergebnisse werden in einer
Laufkarte eingetragen.
Wertung:
Alle vollständig ausgefüllten
Laufkarten fließen in die
Wertung ein. Die Gewinnerteams werden bei einer Verlosung ermittelt.
Siegerehrung/Preise:
Unter allen Gewinnerteams
werden Tickets für „Die Finals
– Berlin 2019“ am 3. und 4. August 2019 im
Olympiastadion Berlin verlost. Ein Sonderpreis
wird für die Organisation ausgelobt, die die
meisten Teams stellt.
Anmeldung:
bit.ly/Sportabzeichen-Tour_2019 oder direkt
am Veranstaltungstag.
Spiel, Sport und Spaß für alle
Der Vormittag beim Sportabzeichen-Tourstopp am 5. Juni gehört den Berliner Schulen
und Werkstätten für Menschen mit Handicap.

SPORT IN BERLIN Mai/Juni 2019

Für sie sind die Stationen ab 9 Uhr geöffnet.
Am Nachmittag von 15 bis 18 Uhr sind neben den Teilnehmenden der Team-Challenge
auch alle anderen Sportfans aufgerufen, die
Prüfungen für das Deutsche Sportabzeichen
zu absolvieren und zu testen, wie fit sie sind.
Neben den Sportabzeichen-Disziplinen in der
Leichtathletik und im Schwimmen gibt es für
die großen und kleinen Besucher aber
auch noch jede
Menge
andere
Sport- und Spielmöglichkeiten, u.
a. Blindenfußball,
Rollstuhlbasketball, ein Kletterturm oder ein
Bungee-Trampolin. Am Tischtennismobil des
Deutschen
TischtennisBundes kann
man Punkte
im Bereich Koordination
sammeln.
Das Training
dafür ist auf
dem Activity
Board und
beim Zielw e r f e n
möglich –
organisiert
von der Sparkassen-Finanzgruppe. Der Ernsting’s family Parcours steht Familien und anderen Teams offen, die bei Übungen wie Sackhüpfen oder
Hula-Hoop zusammen antreten und Spaß haben.
Alle Besucher können die Disziplinen für das
Sportabzeichen kostenlos ausprobieren und
gemeinsam beim Sport Spaß haben.
Weitere Informationen:
sportabzeichen@lsb-berlin.de
oder Claudia Fietkau, Regina Dubois,
Tel. 030 30 002 148/147

Die besten Vereine im SportabzeichenWettbewerb 2018 wurden im Haus des
Sports von LSB-Vizepräsidentin Claudia
Zinke (re.) ausgezeichnet.
Sportabzeichen in Berlin
immer beliebter
2018 wurden 22.351 Sportabzeichen
abgelegt, 914 mehr als 2017
Auch die Zahl der Schulen steigt, die sich
am Sportabzeichen-Wettbewerb beteiligen: An 124 Schulen (ein Jahr zuvor
111) haben 18.043 Schüler/-innen die
Sportabzeichen-Prüfung bestanden. Das

Über 18.000 Berliner Schüler/-innen haben 2018 das Sportabzeichen erworben.
Foto: Engler
sind 890 mehr als 2017. Das Anne-FrankGymnasium ist die sportlichste Schule:
Dort wurden die meisten Sportabzeichen-Urkunden ausgestellt: 479. Gefolgt
von der Mary-Poppins-Grundschule mit
425.
Am Vereinswettbewerb haben sich 71
Vereine beteiligt. Sie meldeten 3.449
Sportabzeichen. Auch das ist eine Steigerung: 233 mehr als im Vorjahr. Ganz vorn
im Vereinswettbewerb landete der TSV
GutsMuths, wo 176 Sportabzeichen-Absolventen registriert wurden, dicht gefolgt
von LC Stolpertruppe (171) und dem
Schwimmverein Berolina (164). Die
Schulen und Vereine wurden im Haus
des Sports geehrt.

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32

sport in berlin

Gelebtes Miteinander
Jubiläumsfußballturnier im Rahmen der Städtepartnerschaften
Ein Fußballturnier zwischen den Partnerstädten Berlin, Jakarta, Tokio und Peking ist einer
der Höhepunkte im Rahmen der 25-jährigen
Jubiläumsfeierlichkeiten der Sportmetropole
Berlin:
Vom 26. bis 28. Juni 2019 treffen U15 Auswahlmannschaften der vier Städte im
Poststadion aufeinander. Die Berliner/-innen sind eingeladen, bei freiem Eintritt
die Spiele des Jubiläumsturniers mitzuerleben. Sie haben vor Ort auch die Gelegenheit, an einem Gewinnspiel teilzunehmen und Eintrittskarten für Bundesligaspiele zu gewinnen.
Das Land Berlin unterhält 17 Städtepartnerschaften, die einzelnen Berliner Bezirke jeweils noch weitere. Sie sind ein wichtiger Beitrag zum gegenseitigen Verständnis und zum
politischen und kulturellen Austausch. Der

Sport ist hier immer wieder ein verbindendes
Element der Völkerverständigung. Für das 25jährige Jubiläum waren Institutionen, Vereine
und Verbände mit ihren Projekten dem Aufruf
der Senatskanzlei gefolgt, diesen Jahrestag
mit Leben zu füllen. Weitere Projekte mit den
Partnerstädten sind in der Planung. So plant
Jakarta ein Jugend-Badminton-Turnier.
„Bei diesem Jubiläumsfußballturnier steht neben dem Sport natürlich vor allem das gelebte Miteinander im Vordergrund. Die Jugendlichen werden nicht nur gemeinsam auf dem
Platz stehen, sondern auch die Stadt besichtigen. Über das gemeinsame Sporterlebnis
entstehen Kontakte und Gespräche, gibt es
wertvolle Eindrücke über verschiedene Lebensarten und Sichtweisen“, sagte Sportstaatssekretär Aleksander Dzembritzki und
hofft auf zahlreiches Publikum. „Sport beein-

Eine Delegation des zweitgrößten dänischen Sportverbands, Danske Gymnastik-og Idraetsforeninger, besuchte den
Landessportbund Berlin. Die Gäste interessierten sich vor allem für das Thema
„Ehrenamtliches Engagement“.

flusst in hohem Maße die Atmosphäre einer
Stadt. Hier kann sich Berlin einmal mehr als
offene, friedliche und lebenswerte Stadt präsentieren.“
Spielplan:
26.Juni 2019, 12 Uhr: BFV – Jakarta
14 Uhr: Tokio - Peking
27. Juni 2019, 12 Uhr: Peking - Jakarta
14 Uhr: BFV - Tokio
28. Juni 2019,12 Uhr: Jakarta - Tokio
14 Uhr: BFV – Peking

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gerhard-schlegel-sportschule

Veranstaltungstipps
Für Übungsleiter/-innen
Seminar des Monats Mai
Primal Skills – zurück zu den Basics
der menschlichen Bewegung
Kriechen, Krabbeln, Springen, in der Hokke sitzen und auf allen Vieren gehen –
die menschliche Bewegung ist durch unsere Evolution geprägt. Durch vielfältige
Bewegungsformen nähern wir uns wieder dem Naturell des Menschen und erarbeiten Möglichkeiten fürs Training.
Termin: 19.5.2019, 9 – 13 Uhr
Kursleiterin: Annelie Voland
Informationen/Anmeldung:
fortbildung@lsb-berlin.de

Mach deine DOSB-Lizenz jetzt!
Übungsleiter/-innen-Offensive des Landessportbunds Berlin
mit Unterstützung der AOK Nordost
Die Nachfrage nach gesundheitssportlichen
Angeboten steigt – also braucht der Vereinssport mehr qualifizierte Übungsleiter/-innen.
Trainer/-innen sowie auch Quereinsteiger/-innen sollen daher ermuntert werden, sich mit

dem Erwerb einer DOSB-Lizenz Fachwissen
im Gesundheitssport anzueignen oder zu vertiefen.
Ziel der Übungsleiter/-innen-Offensive des
LSB Berlin ist es, die DOSB-Lizenzen

„Übungsleiter/-in C sportartübergreifender
Breitensport” und vor allem „Übungsleiter/-in
B Sport in der Prävention“ noch stärker ins
Rampenlicht zu rücken.
Dann können die Vereine ihr Angebotsspektrum für qualifiziert geleitete Gesundheitssportangebote ausweiten, da wesentliche
Voraussetzungen erfüllt werden, damit Vereinsangebote mit dem Qualitätssiegel SPORT
PRO GESUNDHEIT und „Deutscher Standard
Prävention” anerkannt werden. Auch ermöglicht der Besitz einer DOSB-Lizenz die Teilnahme an LSB-Programmen (z. B. Schule
und Verein, Berlin hat Talent etc.).
Um für Interessierte die Lizenzausbildungen
noch attraktiver zu gestalten, bietet der Landessportbund Berlin 2019 für jeden erfolgreichen Lizenzabschluss eine Bonuszahlung an.
Starten Sie jetzt Ihre Lizenzausbildung.
Dann erhalten Sie nach erfolgreichem Abschluss Ihren Abschlussbonus*:
• 50 Euro für eine C-Lizenz
• 200 Euro für eine B-Lizenz.
Info: www.uebungsleiter-offensive.de
* Gilt für alle 2019 begonnenen oder abgeschlossenen Ausbildungen. Die Ausbildungen
müssen innerhalb von zwei Jahren abgeschlossen sein.

Ausbildungstipps
Zweite Ausbildung
zum/zur Vereinsmanager/-in C 2019
Die DOSB-Vereinsmanagement-Ausbildungen zielen darauf, die Sportvereine fit
für die Zukunft zu machen und sie in die
Lage zu versetzen, sich erfolgreich allen
Herausforderungen zu stellen. Dafür werden in den einzelnen Modulen fachliche,
methodische und sozialkommunikative
Kompetenzen vermittelt.
Die Ausbildung „Vereinsmanager/-in C“
legt dabei wichtige Grundlagen, die in der
B-Ausbildung vertieft und spezialisiert
werden können.
Termine: voraussichtlich ab 18.8.2019
Informationen und Anmeldung:
swerner@lsb-berlin.de

DOSB-B-Lizenz „Gesundes Training in
Sportarten (Athletiktraining)“
Angesprochen werden Trainer/-innen aus
den klassischen Sportarten, die eine C-Lizenz
besitzen. Die Ausbildung trägt dem gesellschaftlichen Trend, gesund Sport treiben zu
wollen, Rechnung. Die Ausbildungsinhalte
sind in der jeweiligen Sportart für sehr unterschiedliche Zielgruppen umsetzbar. Die Ausbildung schließt nach einer praktischen Prüfung mit einer DOSB-B-Lizenz im Bereich Prävention Gesundheitstraining für Erwachsene/Ältere „Gesundes Training für Sportarten“
sowie dem LSB-Zertifikat „Athletiktraining“ ab.
Termine: 28.8. - 1.10.2019
Informationen und Anmeldung:
ausbildung@lsb-berlin.de

Seminar des Monats Juni
Diabetes
Besonders ältere, aber auch immer mehr
jüngere Teilnehmende in den Sportgruppen sind von der Diagnose betroffen.
Was sind die Risikofaktoren und wie kann
vorgebeugt werden?
Termin: 7.6.2019, 18 – 22 Uhr
Kursleiterin: Dr. Anja Maria Bauer
Informationen/Anmeldung:
fortbildung@lsb-berlin.de
Für Sportlehrende in Grundschulen
LSB-Fachtagung Schulsport „Leisten,
Leistung und Erfolg im kompetenzorientierten Sportunterricht”
Ein Schwerpunkt ist das Nachwuchsprojekt BERLIN HAT TALENT. Es werden
Theorie- und Praxis-Workshops angeboten. Dr. Winfried Heinicke vom Institut für
Leistungssport & Trainerbildung der Deutschen Hochschule für Gesundheit &
Sport (DHGS) stellt wissenschaftliche Ergebnisse des Projektes und Möglichkeiten zur Ausgestaltung von Talentsichtungs- und Bewegungsfördergruppen vor.
Termin: 17.5.2019, 8 – 16 Uhr
Information/Anmeldung:
swerner@lsb-berlin.de
Für Vereinsmanager/-innen
KURZ+GUT
Digitalisierung im organisierten Sport
Termin: 20.5.2019, 18 – 21 Uhr (4 LE)
Leitung: Andreas Mues, Dr. Tobias Weise
Information/Anmeldung:
swerner@lsb-berlin.de

SPORT IN BERLIN Mai/Juni 2019

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lsb gratuliert

Ein Jahrhundert wechselvoller
Geschichte – da kommt noch mehr
100 Jahre Verein für Kanusport Berlin e.V (VKB)
Von Klaus Weise VKB – Kanusport Berlin
e.V.. Am 4. Juni 1919 schlug die Geburtsstunde des damals noch als Berliner Paddler-Gesellschaft firmierenden Vereins, als 12 „Kameraden“ zur Tat schritten. Vier Monate später bekam der Verein seinen jetzigen Namen.
Inzwischen ist der VKB, sagt der 1. Vorsitzende Stefan Scheidmann, der seit 1988 Mitglied
ist, voller Stolz, „der älteste Kanuverein Ber-

Paddeln macht schon den Kleinsten Spaß.
Foto: VKB
lins, denn die vor uns gegründeten gibt es leider nicht mehr“. Noch wichtiger als die bloße
Existenz aber ist dem Bauingenieur, „dass wir
an der Entwicklung des Berliner Kanusports
immer aktiv beteiligt waren“. Auch vom
Standort her hat der VKB Berliner Geschichte
des 20. Jahrhunderts illustriert. Das erste
Bootshaus stand in Rummelsburg, danach
baute man sich ein Zuhause in Niederlehme,
dieses wurde 1943 im Krieg zerstört. 23 Kanusportler des Vereins kehrten nicht von den
Schlachtfeldern zurück..
Nach dem Krieg stand man ohne Bootshaus
und Material da, eine Reihe von Berliner Kanuenthusiasten gründete die „Kommunale
Kanugruppe Köpenick I“ und wurde mit dem
Bootshaus der späteren BSG Motor Köpenick
als Ausgangspunkt mehr und mehr aktiver,
die Reanimierung unter dem Namen VKB
vollzogen. 1949 wurde das Objekt vom
Sportausschuss im Osten allerdings einer Betriebssportgruppe zugesprochen. In einer
„Nacht- und Nebelaktion“, so Scheidmann,

SPORT IN BERLIN Mai/Juni 2019

siedelte man mit Booten in den Westen der
Stadt über, fand beim Wassersport-Club Havel vorübergehende Unterkunft. Am 12. September 1950 fand die erste offizielle Sitzung
des nun erneuerten VKB statt, im Mai 1951
konnte nach nur einjähriger Bauzeit das neue
Bootshaus in Saatwinkel eingeweiht werden.
Es ist seit nunmehr fast 70 Jahren Heimat des
100-jährigen Vereins.
Auch nach dem 2. Weltkrieg engagierte sich
der VKB stark im Rennsport, holte 1962 wieder bundesdeutsche Meistertitel und war
mehrere Jahre jugendbester Verein im Berliner LKV. „Der Rennsport ist praktisch bei uns
zwar immer noch mögliche Option, aber in
der Gegenwart mangels Interesse keine praktisch wahrgenommene. Dafür aber ist Kanupolo seit langem im Mittelpunkt“, berichtet
Scheidmann. Die 1. Herrenmannschaft spielt
in der 1. Bundesliga, die „Zweite“ in der 2.
Bundesliga. Ein Frauen-Team gibt es im Moment nicht, da sieben Aktive wegen besserer
Fördermöglichkeiten zum Nachbarverein Märkischer Wanderpaddler (VMW) wechselten
und inzwischen mit dem DKV-Nationalteam
Weltmeister wurden. Schon seit 1928 (!) wird
beim VKB Kanupolo gespielt.
Jahreshöhepunkt ist die Internationale HOKA
Spring Challenge, die Mitte April zum 15. Mal
unmittelbar vorm Bootshaus in Saatwinkel
stattfand. 37 Teams – darunter mehrere Nationalmannschaften – hatten zum drittgößten
nationalen Turnier gemeldet, eine Rekordbeteilung zum 100-jährigen des Vereins, die
123 Spiele bis zum Sieg bedeutete. Mit gemeinsamer Anstrengung haben es VBK und
LKV in Gesprächen mit Senat und Wasserund Schifffahrtsverwaltung des Bundes geschafft, durch eine Kanalvollsperrung den offiziellen Freiluftstart durchführen zu können.
Dass Kanupolo eine Zukunft hat, davon ist
Stefan Scheidmann überzeugt. Davon zeugt
der dritte Platz des Schüler-Teams bei der
letztjährigen DM. Rund 120 Mitglieder hat der
VKB aktuell, „halbe-halb in der Altersklasse 40
plus und darunter“. Die „100“ werden sie alle
feiern: Am 15. Juni findet ein großer Festakt
im Verein statt – mit viel Prominenz.

Foto: Engler
Senatsehrenplakette
Vereinsvertreter ausgezeichnet
Sportsenator Andreas Geisel hat Vertreter aus Sportvereinen mit der Senatsehrenplakette ausgezeichnet:
Lutz Adermann prägte in 40 Jahren Vorstandsarbeit den Ruder- und Kanu-Verein
1928. Sein Augenmerk galt vor allem der
Jugend und dem Leistungssport. Zu „seinen” Sportlern zählte z.B. Ronald Rauhe.
Dimitrij Bilic ist seit 2010 Trainer und Ansprechpartner für Tischtennis in der JVA
Tegel. Er leistet einen wirksamen Beitrag
zur Integration im Leben nach der Haft.
Klaus-Jürgen Gerhard ist Gründungsmitgliedern des Spielausschusses der Fachvereinigung Tischtennis im Betriebssportverband und für den Spielbetrieb von
100 Betriebssportgruppen verantwortlich.
Michael Grabitz hat sich viele Jahre im
Turnsport engagiert: in der TiB, im Turnund Freizeitsport-Bund, im Deutschen
Turnerbund und 2017 beim Internationalen Deutschen Turnfest.
Marianne Haager setzt sich seit 40 Jahren im SCC Berlin, Abteilung Schwimmen,
vor allem für die Jugendarbeit ein.
Udo Keil ist 17 Jahre Vizepräsident im
Behinderten-Sportverband Berlin.
Klaus Köpke hat sich beim SC Rapide
Wedding 1893 um die Förderung und Integration von Kindern, Jugendlichen und
Geflüchteten gekümmert.
Jan Kretzschmar hat als Bundesstützpunkttrainer Wasserspringen und Bundesstützpunktleiter Berlin großen Anteil
an Erfolgen bei WM, EM und Olympia.
Dieter Pachäl hat als Vorsitzender des
Köpenicker SC den Verein mit inzwischen
elf Abteilungen stetig weiterentwickelt.
Uwe Steinmetz ist seit über 20 Jahren
im Ju-Jutsu Verband und hat sich mit
sportlichen Erfolgen, als Trainer und Wettkampfreferent einen Namen gemacht.
Iris Zörner-Bothe ist seit 1986 ehrenamtlich für den Kanusport und später in
der Turngemeinde in Berlin 1848 tätig.
Rotraud Zylka gestaltet seit Jahrzehnten
in verschiedenen Funktionen die Leichtathletik im SCC Berlin mit.

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lsb gratuliert

Jahrhundert mit Siegen,
Niederlagen & toller Kampfbilanz
100 Jahre Berliner Box Verband: „Mit 100 ist noch lange nicht Schluss.”
Von Klaus Weise Am 1. Juni wird er 100 Jahre alt, der Berliner Box Verband e.V., der an
diesem Datum des Jahres 1919 auf Antrag
von Leonhard Mandlar im Lokal „Blechschmidts Diele“ am Schlesischen Tor gegründet wurde. Am ersten Junitag 2019 und denen danach wird des auch aus Boxperspektive geschichtsträchtigen Jahrhunderts gedacht.
Geplant ist in Anlehnung an ein Event in den
50er Jahren ein Städtevergleich zwischen
Berlin und Moskau, bei dem noch lebende

nes Berliner Sport-Landesverbands. Ein Amt,
das ehrenamtlich ausgeübt wird. Dass mit
dem Bundesstützpunkt Boxen, der nach zwischenzeitlicher Pause unter der Leitung des
einstigen Top-Boxers Marcus Abramowski
wieder in Berlin zuhause ist, im Top- und Kaderbereich eng zusammengearbeitet wird, ist
eine Selbstverständlichkeit.
Berlin zählt aktuell zu den kleinen der 17
Landesverbände des Deutschen Box-Verbandes, der Ende des Vorjahres offiziell rund

Murat Yildirim
(li.) ist Berliner
Olympia-Hoffnung für 2020.

Kämpfer der Erstauflage aus beiden Riegen
anwesend sein sollen, und parallel dazu die
BBV-Landesmeisterschaft.
Einer, der vieles vom Berliner Boxen miterlebt und mitgestaltet hat, ist Hans-Peter
Miesner (74), der den Landesverband seit
1986 als Präsident führt. Durch seinen Vater
Erwin, der den Spandauer BC 1926 am 1.
Juni des im Namen fixierten Jahres gründete,
kam der siebenjährige Hans-Peter 1952 zum
Verein und stand selbst ein Jahrzehnt im Ring,
bis er sich beim Fußball das Knie verdrehte.
„HaPe“ wurde Funktionär.
Fast folgerichtig kam dann 1986 die Anfrage,
ob er sich nicht auch vorstellen könne, der erste Mann im Landesverband zu werden. Mittlerweile ist er der dienstälteste Vorsitzende ei-

82 000 Mitglieder in 868 Vereinen auswies.
Berlin steuert dazu 3250 Mitglieder in 35 Vereinen (acht davon im Ostteil der Stadt) bei.
„Quantitativ ist das eher wenig, aber zum einen bedeutet es nach 2200 bis 2400 im
Schnitt in der jüngeren Vergangenheit einen
aktuellen Höchststand, sogar zwei, drei neue
Vereine gibt es, und zum anderen waren wir
qualitativ, was die Erfolge bei den Großen
und im Nachwuchs angeht, eigentlich jedes
Jahr in der Spitze dabei“, sagt Miesner stolz.
Die Up & Downs der Verbandsgeschichte –
nach 1919 gab es in Spitzenzeiten über 40
Vereine im Osten und Westen der Stadt,
1929 sogar 68, dann sorgte der 2. Weltkrieg
mit seinen Auswirkungen für den zwischenzeitlichen K.o. - können hier nur angerissen

Hans-Peter Miesner (74) ist seit 1986 Präsident des Berliner Box Verbands und tatkräftig
wie eh und je.
Foto: Weise
werden. Der Neubeginn wurde durch die sich
nach und nach vollziehende deutsche Teilung
eingetrübt. Die 19 Ostvereine sagten sich von
den 22 im Westen los, die am Bußtag 1949
den BBV mit alter Tradition wieder neu gründeten. Nach dem Mauerfall 1989 kamen die
Ostberliner Vereine in den Schoß des Landesverbandes zurück, die Vereinszahl stieg
von 19 auf 30. 1994 fanden die Deutschen
Meisterschaften in Berlin statt, 1995 sogar die
WM. Große Namen, die in den Nachwendejahren Boxgeschichte schrieben, sind u.a.
Sven Ottke, Bert Schenk, Oktay Urkal, Thomas
Ulrich, Markus Beyer, Rene Monse, Konstantin Buga, Stefan Härtel.
Als den Höhepunkt seines Box-Lebens beschreibt Miesner die AIBA Challenge Matches 1990 in der Deutschlandhalle, bei denen in zwölf Kämpfen fünf Noch-DDR-Boxer
und zwei BRD-Aktive im Ring standen. „So
kurz nach dem Mauerfall war das Gänsehaut
pur, viele Ostberliner waren erstmals bei einem Sportgroßereignis im Westen, 5000 Zuschauer sorgten für eine unglaubliche Stimmung und Atmosphäre.“ Wenn man nur eine
Spur davon in die 2019 erstmalig in Berlin
stattfindende nationale Championatsserie
„Die Finals Berlin 2019“ mitnehmen könne,
sagt Miesner, wäre es wunderbar. Vom 31.
Juli bis 4. August wird im Kuppelsaal im
Olympiapark die Meisterschaft ausgetragen.
Dass Boxen auch unter integrationspolitischem Aspekt Bedeutung hat, ist im BBV
seit langem umgesetzte Erkenntnis. Viele
Talente und später eingebürgerte Asse aus
Zuwanderungsländern oder mit Eltern aus
solchen Staaten haben sich sportlich in Berlin
enorm entwickelt und für ihre neue Heimat
Siege und Medaillen erkämpft.

SPORT IN BERLIN Mai/Juni 2019

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lsb gratuliert

Fußballer mit eigenem Stadion
Der BFC Preussen 1894 hat sich zum 125. Jubiläum viel vorgenommen
Von Sven Wierskalla Hertha BSC, Berlins
größter Fußballclub, träumt von einem eigenen Stadion. Das in die Praxis umzusetzen, ist
aber schwierig. Deshalb kicken die Profifußballer wohl noch lange im Olympiastadion,
das dem Land Berlin gehört. Die Fußballer
des BFC Preussen sind da schon weiter. Ihr
Stadion an der Lankwitzer Malteserstraße gehört dem Verein.
Doch sportlich ist die Aufwärtsentwicklung zuletzt ins Stocken geraten. Aktuell kämpft die

die Preussen vier Mal Berliner Meister. In den
späten 1970er und frühen 1980er Jahren
schien der Verein erneut auf dem Weg nach
oben zu sein. Doch trotz drei Erfolgen im Berliner Pokal und drei Meisterschaften in der
Oberliga glückte der Schritt in den Profifußball
nicht: In der Relegation zur 2. Bundesliga
scheiterte die erste Elf stets.
Eine große Rolle spielt die Jugendabteilung.
Der Club will die jungen Spieler im Verein erhalten, wie es zuletzt bei der A-Jugend gelungen ist, die komplett in den Seniorenbereich gewechselt ist und
nun als zweite Herrenmannschaft
spielt. Ein renommiertes Berliner
Energieunternehmen und sein
Geschäftsführer Tobias Viernickel
unterstützen diesen Prozess durch
Sponsoring. Aus dem Nachwuchs
sollen aber auch Aktive für die erste Mannschaft kommen. Besonders gut läuft es derzeit bei der
U17 als Tabellenführer in der Landesliga. Hier will der Verein verstärkt investieren. „Wir sind momentan auf der Suche nach weiteren Sponsoren“, sagt Karlheinz
Ulbrich. „Mit dem Geld sollen die
Trainer Johann Gajda (Mi.) hat die erste Mannschaft noch Spieler besser ausgestattet wernicht wieder auf Kurs bringen können.
Foto: Wierskalla den, wir planen eigene Turniere
und wollen zusätzliches Fitnesserste Mannschaft in der Berlin-Liga, der
training organisieren. Da gibt‘s noch Luft nach
sechsthöchsten Spielklasse, um den Klassenoben.“
erhalt. Dabei war es zuvor lange aufwärts geNeben Fußball gibt es mit Handball, Volleyball
gangen. Unter dem prominenten früheren
und Gymnastik weitere Abteilungen beim
Preussen- und Hertha-Spieler Andreas NeuBFC. Handballer und Volleyballer nehmen jeendorf als Trainer gelang 2015 der Wiederweils mit männlichen und weiblichen Teams
aufstieg in die Berlin-Liga, 2016 gewann die
am Wettbewerb teil. Die Handballer betreiben
Elf den Berliner Pokal und qualifizierte sich für
zudem Nachwuchsarbeit, bei den Volleybalden DFB-Pokal. In der Alten Försterei spielte
lern spielt auch ein Mixed Team. Dagegen
das Team in der ersten Runde gegen den 1.
steht bei der Gymnastik der Breitensport im
FC Köln (0:7). Nun aber fordert Präsident
Fokus.
Karlheinz Ulbrich: „Für uns gilt es jetzt, die Liga
Die einst wichtige Eishockeyabteilung gibt es
zu halten und dann einen neuen Anlauf nach
nicht mehr. 1983 wurde sie ausgegliedert
oben zu nehmen.“
und fusionierte mit dem Berliner SchlittIm Fußball gehört der BFC zu den Clubs der
schuhclub zum BSC Preussen. Dieser neue
ersten Stunde. 1897 war der Verein MitbeClub spielte unter wechselnden Namen lange
gründer des Verbands Deutscher Ballspielverin der Bundesliga bzw. der Deutschen Eiseine - Vorläufer des Berliner Fußball-Verbanhockey Liga (DEL), stieg dann aber ab und
des (BFV). Vor dem Ersten Weltkrieg wurden
ging insolvent.

SPORT IN BERLIN Mai/Juni 2019

LSB-Vizepräsidentin Kirsten Ulrich (re.)
begrüßte die Berlin-Brandenburger
Special-Olympics-Athleten auf dem
Flughafen Tegel. Je zweimal Gold gab
es bei den World Games für die Kanuten Julia Rößler und Leona Johns, je
zweimal Gold für die Kraftdreikämpfer
Kai Krüger und Sergej Ebert. Michaela
Geißler (Bowling) und Schwimmer Silvio Wünsche mit Partner Jörg Breske
gewannen je einmal Gold. Ein Schwerpunkt der Weltspiele war Special Olympics Unified Sports®, bei dem Sportler/-innen mit und ohne geistige Behinderung ein Team bilden: Die BerlinBrandenburger holten Silber im KanuZweier sowie Gold und Silber im Freiwasserschwimmen.
Foto: Engler
Der LSB gratuliert
• Lars Spannagel, Tagesspiegel-Redakteur,
zum Großen Preis des Verbandes Deutscher Sportjournalisten (VDS) für seine
Reportage „Das Schleudertrauma“ über
Christoph Harting
• der Tagesspiegel-Sportredaktion zu Platz
3 beim Deutschen Sportjournalisten-Preis
in der Kategorie „Bester Sportteil einer Tageszeitung”
• Anne Armbrecht zur VDS-Auszeichnung
als beste Nachwuchsautorin für ihre Recherche „Niemand nennt es Geschäft”.
• Thomas Ehlebracht (60) zur Wahl als
Präsident des Berliner Radsport Verbands
• zu Platz 1 bei der Deutschen Jugendhallenmeisterschaft U20 in Leichtathletik:
Caroline Joyeux (Dreisprung), Esther Ibizugbe (Hammerwurf), Julian Schröder
(60 m Hürden)
• zu Platz 1 bei der Deutschen Meisterschaft U18 im Judo: Viktoria Folger (-63
Kg), Moniek Reinicke (+78 Kg)
• zum DM-Titel im Ringen: Janny Sommermeyer, Lisa Ersel, Joshua Morodion
• zu Platz 1 bei der Deutschen C-JugendMeisterschaft im Wasserspringen: Josche
Junius, David Nguyen (3 m Kunstspringen), Lisa Lucks (Turmspringen)
• zu Platz 1 bei der Deutschen Vereinsmeisterschaft der Schüler im Gewichtheben (Mehrkampf): Maximilian Lange, Tiago Hein, Shawn Kluck, Gina Heidemann

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lsb gratuliert

Weißes L auf rotem Grund
Der VfL Lichtenrade wird 125 und fördert vor allem den Breitensport
Von Hans Ulrich Es gab einmal eine Berliner
Frauenmannschaft, die 1969 in Hamburg
Deutscher Basketballmeister wurde – mit einem 63:49-Sieg über den hohen Favoriten
Heidelberger SC. Vor 50 Jahren! Dieses tolle
Ensemble gehörte dem VfL (Verein für Leibesübungen) Lichtenrade an. Der Verein feiert seinen 125. Geburtstag.
Frauen-Basketball wird beim VfL nicht mehr
gespielt. Das heißt nicht, dass nichts mehr los
ist in einem Klub, der 1800 Mitglieder hat, davon die Hälfte Jugendliche, die viele Betätigungsfelder vorfinden: von Badminton über
Basketball (nur männlich), Faust- und Prellball, Gesundheitssport, Gymnastik/Turnen,
Handball, Leichtathletik, Tanzen, Trampolin bis
zu Volleyball und Angeboten wie Fitness, Taiji,
Qigong und Wandern.
„Unser Hauptaugenmerk liegt auf dem Breitensport, ohne dass wir den Leistungsgedanken unterbinden“, sagt Jens Grunert, der von
1986 bis 2009 den Verein leitete und dem
bezahlten Sport stets die Rote Karte zeigte.
Weshalb auch die Handballer nie über ein
kurzes Gastspiel in der 2. Bundesliga hinauskamen. Man verzichtete eben stets darauf, etwaige Stars einzukaufen. Dennoch konnten
einst unter der Regie von Fritz Gentzmer, der
sich auch als Landestrainer und Schiedsrichter einen Namen gemacht hatte, Erfolge erreicht werden, vor allem im Nachwuchsbe-

reich, u. a. 1982 die Deutsche Meisterschaft
der A-Jugend. Auch die Trampolinspringer
machten auf sich aufmerksam.
Nachdem im April 2018 das gesamte Präsidium zurücktrat, hat der neue 1. Vorsitzende
Hendrik Feuersänger die Aufgabe, den Verein
in ruhiges Fahrwasser zu führen und die Jubiläums-Feierlichkeiten vorzubereiten. Nicht am
6. Mai, dem Gründungsdatum, sondern später. Den Anfang macht die Lichtenrader Meile, ein Straßenlauf, der mit dem Schulsportverein Lichtenrade ausgerichtet wird und zum
36. Mal stattfindet. Der Festakt ist für den 15.
Juni in der Alten Mälzerei am S-Bahnhof Lichtenrade vorgesehen – mit einer Foto-Ausstellung über die Entwicklung und Geschichte
des Vereins. Außerdem ist am 24. August ein
Festumzug vom Domizil am Kirchhainer

Zwei, die sich für den VfL engagieren: Jens
Grunert und Hendrik Feuersänger. F: Ulrich

Damm zur Sporthalle in der Zescher Straße
geplant, die den Namen von Reinhold Meierhof trägt, der 34 Jahre Vereinsvorsitzender
war. Auf dem Freigelände wird ein Jugendund Sportfest stattfinden.
Der VfL will sich verstärkt um seine gemeinsam mit dem Schulsportverein im Juni 2003
erworbene Immobilie am Kirchhainer Damm
kümmern, in die viel Arbeit gesteckt werden
muss. Das Backsteingebäude aus den Gründerjahren befand sich in desolatem Zustand.
Es drohte Einsturzgefahr. Dank des Bezirksamts und vor allem der Eigeninitiative der Mitglieder, die eine Bürgschaft von je 400 Euro
gaben, wurde das Schlimmste vermieden. In
dem Haus befinden sich neben der VfL-Geschäftsstelle zwei Jugendräume, ein Kraftstudio, eine Sauna, eine Gaststätte und Übernachtungsmöglichkeiten mit 24 Betten.
Die Wurzeln des VfL Lichtenrade gehen auf
den 6. Mai 1894 zurück, als sich der Männerturnverein „Frisch Auf“ gründete, der 1919
mit dem TV Friesen fusionierte und fortan unter dem Namen Turngemeinde Lichtenrade
firmierte. Die Chronik zum 100. Geburtstag
zeichnet den langen, schwierigen Weg des
Vereins nach. In einem Ortsteil, der sich vom
Bauerndorf zu einem modernen GroßstadtViertel im südlichen Berlin gemausert hat, das
jahrelang von einer Mauer umgeben war. Erst
nach 1989 konnte der Sportverkehr mit den
benachbarten Vereinen im Umland wieder
aufgenommen werden.
„Unser Geburtstagswunsch? Eine eigene Halle“, so Hendrik Feuersänger.

fen - die Spor tstiftung Berlin macht’s möglich
in Heiligenha
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Noch keine Idee für den nächsten Urlaub?
In den Ferienwohnungen der Sportstiftung Berlin in Heiligenhafen an der Ostsee gibt es noch freie Plätze. Auf
der Dünenhalbinsel Steinwarder, direkt am Hauptbadestrand, liegt das Aquamarina. Hier - umgeben von Meer
und Grün – gibt es Ruhe und Erholung pur. Hier heißt
das Motto: „Kommen, das Fluidum des Hauses und den
Urlaub genießen.” Das Haus liegt ganz in der Nähe
der Kuranlagen und bietet eine familiäre Atmosphäre.

Kontakt: Waltraut Ochsen, Steinwarder 11, 23774 Heiligenhafen, Tel. (043) 62-900533; Fax: (043) 62-900534,
E-Mail: waltraut.ochsen@aquamarina-heiligenhafen.de
oder im Internet: aquamarina-heiligenhafen.de

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sport in berlin / sportstätten und umwelt

Droht ein Sportstättenkollaps?
LSB Diskussionsreihe „Sport, Vereine, Zukunft: Berlin” geht weiter
Fußballplätze auf Dächern von Supermärkten,
Skaterbahnen unter Autobahnbrücken oder
Doppelstockhallen – sind das Lösungen, um
den drohenden Kollaps der Berliner Sportin-

Der Sportplatz des SV Blau Weiss Berolina
Mitte zeigt die Enge in der wachsenden
Stadt. Über die Platzprobleme des Vereins als
Beispiel für das Thema der LSB-Tagung berichtet ein Video auf www.lsb-berlin.de in
der Mediathek.
Foto: Engler

Trauer um Dr. Walter Kaczmarczyk
Er prägte die Sportpolitik seines Bezirks
Dr. Walter Kaczmarczyk engagierte sich als
Mitglied im Nationalen Olympischen Komitee
der DDR sowie im NOK des wiedervereinigten Deutschlands und prägte seit 1999 die
Sportpolitik seines Bezirks in
besonderer Weise.
Als Vorsitzendem des Bezirkssportbundes TreptowKöpenick und begeisterten
Segler standen neben
Sportstätten und sportfreundlichen Bedingungen
immer auch die Belange der Wassersportler
am Müggelsee auf seiner Agenda.
Erst im vergangenen Jahr wählten ihn die Mitglieder einstimmig zum Ehrenvorsitzenden.
Der Berliner Sport wird Dr. Walter Kaczmarczyk ein bleibendes Andenken bewahren.
Thomas Härtel, LSB-Präsident
Friedhard Teuffel, LSB-Direktor

SPORT IN BERLIN Mai/Juni 2019

frastruktur zu vermeiden? Der LSB setzte seine Diskussionsreihe „Sport. Vereine. Zukunft:
Berlin“ mit dem Thema „Sportflächen in der
wachsenden Stadt” fort.
Karin Schwarz-Viechtbauer, Geschäftsführerin
des Österreichischen Instituts für Schul- und
Sportstättenbau, sprach über Strategien, in einer wachsenden Metropole Raum für Sport
und Bewegung zu schaffen. Mit einer Anlage
müssten viele Nutzer erreicht werden, indem
z. B. Teile von Sportanlagen stärker geöffnet
würden oder der öffentliche Raum mehr als
Sport- und Bewegungsraum begriffen werde.
Sportstaatssekretär Aleksander Dzembritzki
verfolgte den Vortrag, um Lösungen für Berlin
– Wachstum um 250.000 Menschen in den
nächsten Jahren und steigende sportliche Aktivität der Berliner – abzuleiten. Der Senat arbeite an einer Sportentwicklungsstudie. Man
wolle erkunden, wie sich die Bezirke entwikkeln müssten, damit der Sport hinterherkomme. O.W.

Veranstaltungstipp
5. Berliner Flussbad-Pokal am 16. Juni
Der Verein „Flussbad Berlin“ lädt am 16. Juni
zum 5. Berliner Flussbad-Pokal ein. Auf dem
Programm stehen ein Wettschwimmen über
die olympische Distanz von 1.500 Meter zwischen Monbijoubrücke, Schlossbrücke, Humboldt Forum und zurück sowie das „Flussschwimmen“ ohne Zeitnahme. Bei dem Breitensportereignis können Berliner und Gäste
die Stadt vor der Kulisse der Museumsinsel
auf besondere Weise erkunden.
Bei unzureichender Wasserqualität wird die
Veranstaltung auf den 25. August verschoben.
Falls der Flussbad-Pokal am 16. Juni witterungsbedingt ausfallen muss, laden die Staatlichen Museen zu Berlin alle angemeldeten
Schwimmer/ -innen an diesem Tag zum kostenlosen Besuch ins Bode-Museum ein.
Der Verein „Flussbad Berlin” setzt sich ein für
die Renaturierung des Spreekanals und den
Schutz und die Reinhaltung der natürlichen
Gewässer.
Anmeldung:
flussbad-berlin.de/der-flussbad-pokal-2019

Die Weltraumjogger-Triathleten finden
ihre Fair-Trade-Trikots schick. Foto: Engler
Umweltbewusste Weltraumjogger
LSB fördert Fair-Trade-Artikel
Der Sportverein Weltraumjogger ist einer
der ältesten Triathlon-Vereine Berlins –
mit einer großen Kinder- und Jugendabteilung. Für die begeisterten OutdoorSportler gehört der Schutz und Erhalt des
Naturraums zu einem der wichtigsten
Leitbilder ihres Vereins. Beim „grünen“
BerlinMan 2018-Triathlon haben sie deshalb komplett auf Plastik- und Einmalgeschirr verzichtet und bei der Verpflegung
der Athlet/-innen auf regionale Produkte
gesetzt. Damit geht der Verein mit einem
guten Umweltbewusstsein voran.
Ein weiteres Zeichen setzt der Verein seit
Ende 2018 mit der Umrüstung auf fair
gehandelte Sportbekleidung. Damit werden nicht nur umwelt- sondern insbesondere auch sozialverträgliche Standards
unterstützt, zum Beispiel die Sicherheit
am Arbeitsplatz, Mindestlohn, Verbot von
Kinderarbeit. „Das Förderprogramm des
Landessportbunds hat uns in unserer Entscheidung bestärkt“, sagt Vereinsvorsitzender Oliver Büttel.
Der Landessportbund Berlin (LSB) betont
immer wieder, dass die geförderten
Sportartikel nach Standards des fairen
Handels höchsten sportfachlichen Ansprüchen entsprechen. Der Verein bestätigt: „Wir sind begeistert von der Qualität
der neuen Trikots, die im Vergleich zu den
konventionell hergestellten Trikots signifikant besser ist,“ so Büttel. Langfristig will
der Verein komplett auf die neue, fair gehandelte Sportbekleidung umsteigen.
Der LSB setzt sich dafür ein, dass mehr
fair gehandelte Sportartikel verwendet
werden und unterstützt seine Mitglieder bei der Beschaffung fair gehandelter Sportartikel mit einer Zuwendung
von bis zu 50 Prozent.
Information: lsb-berlin.de/aktuelles/mitteilungen/details/jetzt-faire-sportartikelkaufen oder Janine Endres, JEndres@lsbberlin.de, 030 30002-108 J.E.

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