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Full text: Das Humboldt-Forum / Parzinger, Hermann

DAs Humboldt-forum
„Soviel Welt mit sich
verbinden als möglich“
Aufgabe und Bedeutung des wichtigsten Kulturprojekts
in Deutschland zu Beginn des 21. Jahrhunderts
Hermann Parzinger

DAs Humboldt-forum
„Soviel Welt mit sich
verbinden als möglich“
Aufgabe und Bedeutung des wichtigsten Kulturprojekts
in Deutschland zu Beginn des 21. Jahrhunderts

Hermann Parzinger
Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz
Herausgegeben von der Stiftung Berliner Schloss – Humboldtforum

Kultur gestaltet
Metropolen

Berlin wird mit dem Humboldt-Forum als einem Ort der Weltkulturen in wenigen Jahren ein kulturelles Zentrum von nationaler und internationaler Ausstrahlung besitzen. Weltweit
können wir beobachten, wie Kulturprojekte – mit großem Elan
und erheblichen finanziellen Anstrengungen realisiert – das
Renommee der Metropolen fördern, ja sogar prägenden Einfluss auf das Selbstverständnis der Nationen haben und von
identitätsstiftender Wirkung sind. Oft sind es gerade Museen,
die daran besonderen Anteil haben. Die Strategie liegt dabei
vielfach in einer symbolkräftigen Verbindung von kulturellem
Erbe und zukunftsweisenden Konzepten. Ihren breit wirkenden Ausdruck findet sie in großen architektonischen Gesten.
Den Anfang machte Paris schon in den 1980er Jahren
mit der gläsernen Pyramide im Hof des Louvre als neuer Lichtquelle und aufbrechendem Zugang zugleich; den vorläufigen
Abschluss bildete dort das 2006 eröffnete Musée du quai
Branly als herausragender Ort für außereuropäische Kunst
und Kultur. In Madrid führt ein neues Eingangs- und Erwei­te­
rungsgebäude den Prado in ganz neue räumliche Dimen­
sionen. Das British Museum in London schuf sich mit der
Überdachung des Innenhofs und durch die Verbindung mit
modernen Nutzungskonzepten ein völlig anderes Museumsgefühl, und auch hier tritt Außereuropäisches inzwischen
selbstbewusst neben die Kunst Alteuropas und des
Vorderen Orients.
Auch in Ländern, die nachhaltige politische Umbrüche
und Zeitenwenden erlebten, spielen kulturelle Großvorhaben
eine maßgebliche Rolle bei der Definition des eigenen

Das Musée du Quai Branly in
Paris wurde 2006 auf Initiative
des französischen Präsidenten
Jacques Chirac eröffnet und
gilt als Natio Kunst und Kultur.
Untergebracht in einem auf­
sehenerregenden Neubau von
Jean Nouvel am Quai Branly nahe
des Eiffelturms, vereint es die
ethno­logische Sammlung des
Musée de l’Homme mit dem
ehe­maligen Musée national des
arts d’Afrique et d’Océanie.

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Die Eremitage im Herzen
St. ­­­Peters­­­burgs ist eines der
grö­ßten Kunst­museen der Welt.
Ge­gründet von der russischen
Zarin Katharina der Großen,
um­fasst es heute mehr als drei ­
Millionen Kunst­werke und Arte­
fakte. In mehr als 350 Sälen sind
über 60.000 Exponate ausgestellt;
darunter befindet sich eine der
bedeu­ten­dsten Sammlungen
europäischer Kunst. Das Museum
erstreckt sich über einen histo­
rischen Gebäude­kom­plex, dessen
Kern der Winter­palast, die einstige
Zaren­resi­denz, bildet.

Selbstverständnisses. Der Masterplan 2014 der Eremitage in
St. Petersburg sieht eine Erweiterung auf das benachbarte
Generalstabsgebäude vor, verbunden mit modernen musealen
Strategien und Präsentationsmethoden: Ein Laboratorium
für das Universalmuseum des 21. Jahrhunderts soll hier entstehen, und das Erdgeschoss öffnet sich als Forum zur Stadt
hin. Auch das Puschkin-Museum in Moskau bereitet sich auf
das 21. Jahrhundert vor: Durch die Einbeziehung umliegender
Villen und neuer Gebäude mittels Grünanlagen, Fußgänger­
zonen und unterirdischer Galerien entsteht ein herausragender Kulturkomplex mit Galerie, Bibliothek und Konzertsaal,
der sich mit den großen Museen der Welt wird messen lassen
können.
In Peking erlebt das Nationalmuseum eine beeindrucken­­­
de Erweiterung zum weltgrößten Museumsbau, und Hunderte
weitere Museen entstehen im ganzen Land. In der Golfregion
versucht sich ökonomischer Wohlstand mit Hilfe futuristischer
Museumsarchitektur und importierten musealen Know-­hows
eine erweiterte kulturelle Basis zu schaffen, die sich mit dem
Wunsch nach einem modernen Weltverständnis verbindet.
Alle diese Beispiele zeigen nur das eine: Weltstädte entwickeln gerade dann eine schier magische Anziehungskraft,
wenn ihr Herz für Kultur schlägt, sie blühen auf, wenn ihre
Zentren Kultur atmen. Nichts prägt das Bild eines Landes in
der Welt stärker als seine kulturellen Orte.

Das Chinesische
Nationalmuseum in Peking
beherbergt das Museum der Ge­
schichte Chinas und das Museum
der Chinesischen Revo­lution, die
2003 zusammen­gelegt wurden.
Das Museum wird derzeit von dem
Hamburger Architekturbüro von
Gerkan, Marg und Partner um­ge­
baut. Nach seiner Wiedereröffnung
werden die Geschichte und die
Kunst einer der ältesten Kulturen
der Menschheit auf fast 200.000
Qua­dratmetern zu sehen sein.
Am Platz des Himmlischen Friedens
zentral gelegen, spiegelt das
Museum die wachsende inter­natio­
nale Bedeu­tung Chinas wider.

Die Chancen
Berlins
sind einzigartig

Die glückliche Wiedervereinigung der Stadt nach jahrzehntelanger Teilung birgt die große Chance, die historische Mitte
Berlins in Anknüpfung an die kulturellen Errungenschaften
Preußens im 19. Jahrhundert neu zu gestalten. Hier wurden
über Jahrhunderte die herausragenden Kultur- und Kunstschätze der abendländischen Überlieferung zusammen­ge­
tragen, und von hier aus richtete sich die wissenschaft­liche
Neugier auf das Fremde und das Andere in der Welt. Diese
urbane Mitte gilt es zu vervollkommnen zu einem geistigen
Zentrum der Metropole Berlin.
Der immense Sammlungskomplex europäischer und
nah­östlicher Kunst und Kultur auf der Museumsinsel erlebte
nach der deutschen Wiedervereinigung durch die Zusammenführung der getrennten Museumsbestände sowie durch
Sanierung und weiteren Ausbau der Häuser im Rahmen des
Masterplans einen wahren Schub öffentlicher Wahrnehmung,
die sich von Jahr zu Jahr verstärkt. Mit dem Humboldt-Forum
im teilweise wiederzuerrichtenden Berliner Schloss auf
der anderen Seite des Lustgartens wird ein herausragender
Ort der Kunst und Kultur Asiens, Afrikas, Amerikas, Australiens
und Ozeaniens entstehen. In dieser Komposition wird Berlin
zu einer der weltweit führenden Kultur- und Museumsstädte.
Möglich ist dies, weil einzig Berlin diesen Reichtum an Sammlungen aus aller Welt in einer Museumsinstitution vereint:
den Staatlichen Museen der Stiftung Preußischer Kulturbesitz.
Und nur in Berlin kann ein solch ebenso eindrucksvoller
wie sinnfälliger Ort der Weltkulturen mit Museumsinsel und
Humboldt-Forum geschaffen werden, weil hier – als Ergebnis
der Dialektik einer verhängnisvollen Geschichte – im Herzen
der Weltstadt der dafür notwendige Raum vorhanden ist.
Noch wichtiger aber: Wir zeigen dadurch auch die geistige
Bereitschaft in unserem Land, das geografische Herz­­stück unserer Hauptstadt nicht selbstbezogen zu gestalten,
sondern es auf Neugier und Weltoffenheit auszurichten.
Gleich­wohl wird dieser Ort auch zur Selbstvergewisserung
in einer global vernetzten Welt beitragen können.
Auf der Museumsinsel, 1999 von der UNESCO zur Welt­
erbestätte erklärt, befinden sich die Schatzhäuser der Kunst
und Kultur Europas und des Nahen Ostens von der Antike
bis ins 19. Jahrhundert. Der Hochtempel der Kunst, die Alte
Nationalgalerie, wurde 2001 nach einer Sanierung im alten
Glanz wiedereröffnet. Das im Neorenaissancestil gehaltene

Bode-Museum ist 2006 auf wunderbare Weise neu erstanden.
2009 kam das Neue Museum hinzu, nach Jahrzehnten als
Ruine erhob es sich wie Phönix aus der Asche und begeis­tert seitdem die Menschen. Das Neue Museum erzählt dabei
drei Geschichten parallel: die Geschichte des Gebäudes,
die Geschichte musealer Präsentation und die Geschichte der
Exponate, die dort zu sehen sind. Vergleicht man die Häuser
mit­einander, dann ist keines wie das andere, jedes hat seine
eigene Geschichte. Es ist genau diese Verschiedenartigkeit,
die die Besucher aus aller Welt fasziniert.
Das neue Eingangsgebäude, die James-Simon-Galerie,
ent­steht gerade und bildet den Inbegriff des Weiterbauens
der Museumsinsel im 21. Jahrhundert. Dort werden Sonderausstellungsflächen, Infobereiche, Restaurant und Muse­ums­
shop untergebracht sein, die in den übrigen Häusern der
Muse­umsinsel fehlen und dringend benötigt werden. Das Eingangsgebäude wird von Süden her in das Pergamonmuseum
einmünden, das im Zuge seiner Sanierung einen vierten Flügel
am Kupfergraben erhalten und so einen weltweit einmaligen
Rundgang durch die Architekturgeschichte der Antike von
Altägypten über den Alten Orient und die griechisch-römische
Welt bis in die frühislamische Zeit bieten wird. Der Master­-­
plan Museumsinsel endet schließlich mit der Vollendung
der sogenannten Archäologischen Promenade: Die im Zuge
der Sanierung um eine Ebene tiefer gelegten Höfe der Ge­
bäude werden dabei durch unterirdische Galerien verbunden.
So ent­steht ein langgestreckter, interdisziplinärer Ausstellungsraum, der zeit- und raumübergreifende Fragestel­lungen
thematisieren und dabei mit wechselnden Inhalten dar­stellen wird.

Die Museumsinsel ist das Herz­
stück der Berliner Museums­land­
schaft und einer der wichtigsten
Museumskomplexe der Welt.
Ihre fünf Museen – Altes Museum,
Neues Museum, Alte National­
galerie, Bode-Museum und Per­
gamonmuseum – repräsentieren
6.000 Jahre Kunst- und Kultur­
geschichte von der Steinzeit bis
ins 19. Jahrhundert. Die Bauten
entstanden zwischen 1830 und
1930 als einzelne Häuser, die sich
zu einem unvergleichlichen Ensem­
ble zusammenfügen. 1999 wurde
die Museumsinsel in die Liste des
UNESCO-Weltkulturerbes aufge­
nommen.
Die Stiftung PreuSSischer
Kulturbesitz ist eine der inter­­na­
tional größten Kultur- und Wissen­
schaftsinstitutionen; sie ging aus
den Sammlungen und Archiven des
ehemaligen preußischen Staates
hervor. 1957 gegründet, vereint sie
heute unter ihrem Dach die Staat­
lichen Museen zu Berlin, die Staats­
­bibliothek zu Berlin, das Geheime

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Staatsarchiv Preußischer Kultur­
besitz, das Ibero-Amerikanische
Institut sowie das Staatliche Insti­
tut für Musikforschung.
Nach der Wiedervereinigung der
zuvor geteilten Sammlungen wurde
1999 der Masterplan Museumsinsel verabschiedet, dem zufolge
alle fünf Häuser der Insel baulich
instand gesetzt, modernisiert und
weiterentwickelt werden. Bereits
2001 wurde die Alte Nationalgalerie
neu eröffnet, 2006 folgte das Bode­Museum und 2009 das wieder­auf­
gebaute Neue Museum. Neu hinzu­
gefügt werden die James-­­Simon-­
­­Galerie als zentrales Eingangs­
gebäude sowie die Archäologische
Promenade, die die einzelnen
Häuser unterirdisch miteinander
verbindet.

Die Kulturen der Welt
werden hier zu Teilhabern
des vornehmsten Platzes
Deutschlands

Ein Ort der Reflexion
in einer Welt globaler
Verflechtung

Die mittelalterliche Residenz der
brandenburgischen Kurfürsten
bildete den Kern des Berliner
Schlosses. Über die Jahrhunderte
hinweg wurde das Gebäude mehrfach um- und ausgebaut. Mit der
Erweiterung zum Barockschloss zu
Beginn des 18. Jahrhunderts gab
Andreas Schlüter dem Bau fort­an
seine prägende Gestalt. Von 1845
bis 1853 erfolgte der Bau der
Kuppel. Im Zweiten Weltkrieg wurde
das Schloss zwar stark beschädigt,
die Außenmauern blieben jedoch
vergleichsweise gut erhalten. Den­
noch wurden die Überreste 1950
auf Beschluss der DDR-Regierung
gesprengt.
Seit 1992 setzt sich der gemeinnützige Förderverein Berliner
Schloss e. V. für den Wiederaufbau
des Schlosses ein. 1993 initiierte
er die Errichtung einer maßstabsgetreuen Schlosskulisse auf dem
Schloßplatz und entfachte damit
die öffentliche Diskussion um den
Wiederaufbau. Der Förderverein
sammelt seit 2004 Spenden für die
Rekonstruktion der historischen
Schlossfassaden.

Die 2009 gegründete Stiftung
Berliner Schloss – Humboldtforum ist eine gemeinnützige
Stiftung bürgerlichen Rechts. Sie
übernimmt die Bau­herren­funktion
für das Humboldt-Forum in der
Kubatur des Berliner Schlosses
und finanziert die Rekonstruktion
der barocken Fassaden sowie
der Kuppel mittels selbst oder
von privaten Einrichtungen ein­
geworbener Spenden.
Der Palast der Republik wurde
1973 bis 1976 auf dem Berliner
Schloßplatz (damals: Marx-EngelsPlatz) errichtet. Er beherbergte
die Volkskammer der DDR und
diente zugleich als öffentliches
Kulturhaus, in dem Konzerte,
Theateraufführungen und Aus­stel­
lungen stattfanden. Nach der Wende wurde der Bau 1990 geschlossen, asbestsaniert und nach einer
kulturellen Zwischennutzung von
2006 bis 2008 schrittweise
abgetragen.

Das Humboldt-Forum im Berliner Schloss trägt die einmalige
Chance in sich, diesen Hauptstadtstandort von hoher geschichtlicher Bedeutung, städtebaulicher Akzentuierung und
internationaler Ausstrahlung nicht nur urban, öffentlich und
hochwertig zu gestalten, sondern ihm einen faszinierenden
Sinn zu geben: Die Kulturen der Welt werden hier gewisser­
maßen zu Teilhabern des vornehmsten Platzes Deutschlands.
Berlin und das ganze Land können sich damit auf sehr wirksame Weise einer Aufgabe von internationalem Gewicht
stellen. Wohl kaum eine andere Stadt besitzt dafür eine so
unmittelbare Legitimation wie Berlin, in dem einst die Brüder
Humboldt wirkten.
Das Humboldt-Forum im Berliner Schloss wird zu einem
neuartigen Zentrum der Kunst- und Kulturerfahrung. Es verweist auf das Erbe der Brüder Wilhelm und Alexander von
Humboldt, die zu Beginn des 19. Jahrhunderts Bahnbrechendes für die Erforschung fremder Kulturen und damit für das
Verständnis der Welt geleistet haben. Es wird dabei nicht
nur die auf der Museumsinsel bislang zusammengetragenen
Kunst- und Kulturschätze um die in Berlin einzigartigen
außereuropäischen Sammlungen erweitern, sondern auch
die Institutionen Museum, Bibliothek und Universität auf neue
Weise verbinden und dabei Brücken von den historischen
Sammlungen zu den drängenden Fragen der Gegenwart
schlagen.
Das Humboldt-Forum wird Erfahrungen mit außereuro­
päischer Kunst und Kultur und dadurch Wissen über die Welt
vermitteln, interkulturelle Begegnungen ermöglichen und so
die Menschen neugierig machen und für andere Welten begeistern. Zukunftsfähige Formen des Umgangs mit dem Fremden und dem Anderen zu finden, ist in einer Zeit, in der die
Kulturen der Welt in noch nie dagewesener Vielfalt, Geschwin­
digkeit und Komplexität aufeinandertreffen, eine Frage des
guten Zusammenlebens. Das Verstehen kultureller Vielfalt
und die Dialogbereitschaft sind wichtige Voraussetzungen
für die Gestaltung unserer Zukunft.
Das Humboldt-Forum ist unentbehrlich, weil Deutschland
einen Ort des Austauschs für Positionen, Ziele und Erfahrungen aus andersartigen Kulturen und Gesellschaften braucht.
Die Mitte der deutschen Hauptstadt bietet mit dem HumboldtForum einen solchen Ort, den es anderswo in der Welt noch

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nicht gibt. Das Humboldt-Forum ist deshalb nicht nur eine
Sache Berlins und Deutschlands, sondern es kann eine Angelegenheit der gesamten Welt werden!
Der Schloßplatz im historischen Zentrum Berlins ist ein
Ort von besonderer Bedeutung. Nach dem Abriss des Palastes
der Republik, der dort das 1950 gesprengte Hohenzollernschloss ersetzt hatte, wird dieser für das wiedervereinigte
Deutschland symbolhafte Platz neu gestaltet. Die derzeitige
Leere darf dabei nicht sinnbildlich für den Umgang mit unserer
Geschichte stehen, sie darf auch nicht unsere Haltung zu
Gegenwart und Zukunft symbolisieren!
Der Platz, an dem einst Kurfürsten und Könige residierten, nach 1918 Museen und Wissenschaft untergebracht
waren und an dem zur Zeit der DDR die Volkskammer tagte
und wo die Gesellschaft feierte, soll eine öffentliche, seiner
Geschichte angemessene und zugleich zukunftsweisende
Funktion erhalten. Er muss ein öffentlicher Ort mit kulturpolitischer Ausstrahlung und starker urbaner Wirkung werden.
Dies kann nur das Humboldt-Forum leisten. Aus diesem
Grunde hat der Deutsche Bundestag mit seinen Beschlüssen
von 2002 und 2003 dieses wichtigste kulturpolitische Projekt
in Deutschland am Beginn des 21. Jahrhunderts auf den
Weg gebracht.
Die Verwandlung des einst gesprengten Hohenzollernschlosses in einen Ort der Weltkunst und Weltkultur und
ihres Dialoges mit den Wissenschaften hat eine gewisse
innere Logik: Hier wird wie in einer verspäteten Verwandlung
erneut der Kulturstaat Preußen sichtbar und macht seine
Museen sowie Wissenschafts- und Bildungseinrichtungen
für die Zukunft des wiedervereinigten Deutschlands fruchtbar. Gleichsam die besondere Leistung Preußens, der vor
dem Hintergrund seiner Bildungsideale enzyklopädisch zusammengetragene Reichtum außereuropäischer Kunst und
Kultur, wird das Kernstück des Humboldt-Forums sein.

Die Idee des HumboldtForums ist eng mit
der Geschichte des Ortes
verbunden
Das Konzept des Humboldt-Forums wurde aus der Geschichte
des Ortes entwickelt und ist dadurch besonders legitimiert:
Museen, Bibliothek und Universitätssammlungen hatten
in der brandenburgisch-preußischen Kunst- und Wunder­
kammer des Berliner Schlosses ihre gemeinsame Keimzelle;
sie kehren nun an den Ort ihres Ursprungs zurück.
Das Hohenzollernschloss war zwar kein Bürgerforum,
keine moderne, öffentlich zugängliche Bibliothek und kein
stark frequentiertes Museum. Aber Kunst und Wissenschaft
spielten hier stets eine zentrale Rolle: So war das Schloss
der Ort des erwachenden wissenschaftlichen Interesses an
Natur und Kunst, das seinen Ausdruck im „Theater der Natur
und Kunst“ von Gottfried Wilhelm Leibniz fand. Im Schloss
entstanden die völkerkundlichen Sammlungen, die dort
die Weltläufigkeit und die Kontinente umspannenden Beziehungen des Herrscherhauses aufzeigen sollten. Im Schloss
wurde – angeregt durch Wilhelm von Humboldt – die Idee vom
Ausbau der Museumsinsel zu einer „Freistätte für Kunst und
Wissenschaft“ geboren, an der Museum, Universität und
Akademie zusammenwirken sollten. Das inhaltliche Konzept
des Humboldt-Forums greift also Funktionen des alten

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Schlosses auf und entwickelt sie im modernen Sinne weiter,
seine Bestandteile sind historisch im Schloss verankert.
Dabei folgt es guter Tradition, Gebäude der Hohenzollern
für kulturelle Zwecke zu öffnen. So hatten die Staatlichen
Museen schon einmal die Chance einer Neudefinition der
Mitte Berlins durch die zivilisatorische Macht der Kultur:
Nach dem Ersten Weltkrieg und der Ausrufung der Republik
zogen einige Sammlungen der Museen in das Schloss und
in das Kronprinzenpalais, nachdem die Angehörigen des
preußischen Herrscherhauses diese Häuser verlassen hatten.
Was spricht mehr für die Lebendigkeit einer Demokratie,
als Orte der monarchischen und politischen Repräsentation
von der öffentlichen Kultur in Besitz nehmen zu lassen?

Die Kunst- und Wunderkammern
der Spätrenaissance und des
Barocks gingen aus den früheren
Raritäten- oder Kuriositätenkabinetten hervor und bezeichnen ein
Sammlungskonzept aus der Frühphase der Museumsgeschichte,
das Objekte in ihrer unterschied­
lichen Herkunft und Bestimmung
gemeinsam präsentierte. Im Verlauf
des 19. Jahrhunderts wurden die
Kunst- und Wunderkammern von
heute üblichen, spezialisierten
Museen abgelöst. Einige Wunderkammern sind erhalten geblieben,
und bis heute gibt es das Bedürfnis, das Einzelne und Besondere
in Gestalt von Naturalien und
Artefakten in einen universellen
Zusammenhang zu stellen.

Gottfried Wilhelm Leibniz
(1646 – 1716) war Philosoph und
Wissenschaftler, Mathematiker,
Diplomat, Physiker, Historiker,
Politiker, Bibliothekar und Doktor
des weltlichen und des Kirchenrechts. Er gilt als der universale
Geist seiner Zeit und zählt zu den
bedeutendsten deutschen Philo­
sophen. Sein „Theater der Natur
und Kunst“ („Theatrum Naturae
et Artis“) ist ein an die Kunstkammer angelehntes Konzept eines
„Wissenstheaters“, das unter
anderem durch die Präsentation
vielfältiger Wissensträger wie
Bilder und Objekte umfassende
Erkenntnis vermitteln soll.

Das Konzept trägt die
kosmopolitische
Weltsicht der Brüder
Humboldt in sich
Das gemeinsame Forum von Museen, Bibliothek und Univer­
sität trägt den Namen Humboldt, weil die Brüder Wilhelm und
Alexander von Humboldt nicht nur eng mit dem Ort verbunden
sind, sondern gleichsam als Leitfiguren für das Konzept des
Humboldt-Forums gelten: Wilhelm steht für die Bedeutung
der klassischen Ideen- und Geistesgeschichte Europas und
für das Verständnis der außereuropäischen Kulturen, für die
Bedeutung der Sprache beim Begreifen von Kunst und Kultur,
für die Verbindung von Museum, Universität und Bibliothek
sowie für eine tiefgreifende bildungspolitische Offensive.
Alexander symbolisiert die Neugier auf die Welt, eine welt­
offene Beschreibung fremder Kulturen, eine Disziplinen
überschreitende Erforschung Amerikas wie Asiens und den
Gedanken einer untrennbaren Einheit von Natur und Kultur.
Gerade das Berliner Schloss war einer jener Orte, an denen
Alexander von Humboldt diese Ideen vortragen und erörtern
konnte, wenn er von König Friedrich Wilhelm IV. zusammen
mit den Historikern Leopold von Ranke und Barthold Georg
Niebuhr, dem Philosophen Friedrich Wilhelm Schelling und
dem Architekten Karl Friedrich Schinkel regelmäßig zum
Gespräch im Teesalon geladen wurde.

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Wilhelm wie Alexander, beide prägte eine kosmopolitische
Weltsicht, die auf der Gleichberechtigung der Weltkulturen
basiert. Sie stehen für Aufklärung und für die Neugier auf
das Andere und das Fremde in der Welt. Was vor 200 Jahren
nur ein Modell war, getragen von wenigen Einzelnen, das
können wir heute in der Mitte Berlins konkret umsetzen,
und zwar ganz im Sinne Wilhelm von Humboldts, der einmal
sagte: „Soviel Welt als möglich, ja die ganze Welt in
die eigene Person verwandeln, das ist im höheren Sinn
des Wortes Leben.“

Alexander von Humboldt
(1769 – 1859) zählt zu den einflussreichsten Persönlichkeiten der
deutschen Wissenschafts- und
Kulturgeschichte. Ausgedehnte
Forschungsreisen führten ihn nach
Lateinamerika, in die USA und
nach Zentralasien. Seine Beobachtungen von Flora und Fauna, seine
Beschreibungen der geografischen
und wirtschaftlichen Verhältnisse
vor Ort, aber auch seine weniger
bekannten historischen Studien
zu altmexikanischen Kulturen sind
einzigartig für die damalige Zeit
und brachten ihm schon zu Leb­
zeiten den Ruf eines „zweiten,
wissenschaftlichen Entdeckers
Amerikas“ ein. Humboldts Werk
schuf neue Wissenshorizonte und
wirkte weit über die Grenzen Europas und seine Zeit hinaus. Welt­
offenheit und universelle Gelehrsamkeit bilden die Pfeiler seiner
Ideenwelt.

Vergleichbar einflussreich wie
sein Bruder, jedoch auf anderen
Gebieten tätig, prägte Wilhelm
von Humboldt (1767 – 1835) das
geistige Leben Berlins im 19. Jahrhundert und darüber hinaus. Als
preußischer Politiker und Minister
entwickelte er Reformkonzepte
und Entwürfe zu Staat, Verfassung
und Kulturpolitik. Er war Mitbegründer der Staatlichen Museen
zu Berlin und der Berliner Universität, die heute nach ihm und seinem
Bruder benannt ist. Als Gelehrter
galt sein Interesse vor allem den
Sprachen der Welt. Seine wissenschaftlichen Untersuchungen,
in denen er sich unter anderem
mit indigenen Sprachen Amerikas,
dem Koptischen, dem Altägyp­
tischen, dem Chinesischen, dem
Japanischen und dem Sanskrit
aus­­einandersetzte, legten das
Fundament für die vergleichende
Sprachforschung.

Ein Ort, an dem sich
Wissen vermehren wird
Drei Einrichtungen werden das Humboldt-Forum gestalten:
die Stiftung Preußischer Kulturbesitz, die Humboldt-Univer­
sität zu Berlin sowie die Zentral- und Landesbibliothek Berlin.
Die größte Fläche wird die Stiftung Preußischer Kulturbesitz
mit den derzeit noch in Berlin-Dahlem befindlichen außer­
europäischen Sammlungen ihrer Staatlichen Museen zu Berlin
einnehmen, die dort auf das Ethnologische Museum und das
Museum für Asiatische Kunst verteilt sind. Diese Sammlungen
umfassen weit über 500.000 Artefakte und Kunstwerke aller
Kontinente, ergänzt durch einmalige Ton- und Filmdokumente,
und bilden zusammen einen der weltweit reichsten Bestände
zur außereuropäischen Kunst und Kultur. Die Zentral- und
Landesbibliothek Berlin bietet einen umfassenden Service­
bereich. Sie stellt die Vielfalt der Medien ihrer attraktiven
Kernbereiche Tanz, Bühne, Film, Kunst und Musik zur Verfügung und bietet eine moderne Teaching Library für Kinder und
Jugendliche. Als dritter Partner plant die Humboldt-Univer­
sität zu Berlin ausgehend von den reichen Beständen universitärer Sammlungen ein „Humboldt-Labor“ mit thematisch
ein­schlägigen Wechselausstellungen und Veranstaltungen.
Die Universität kann dazu beitragen, das Humboldt-Forum als
einen Ort zu begreifen, an dem auch bei Achtung der tiefsten
weitestgehenden Spezialisierung die Welt als Ganzes befragt
werden kann. Das Prinzip, die Zukunft global zu denken, ist in
der Geschichte des Schlosses wie auch der Universität von
Grund auf an­gelegt. In diesem Sinn kann sich mit der Program­
matik des Humboldt-Forums auch die Universität wandeln.
Das Humboldt-Forum greift die Idee des Pariser Centre
Pompidou mit seiner Verbindung aus öffentlicher Bibliothek,
Ausstellungsbereichen und Veranstaltungszentrum auf und
entwickelt sie für die Bedürfnisse und Anforderungen einer
globalisierten Welt im 21. Jahrhundert weiter. Museen, Bibliothek und Universität werden im Rahmen eines integrativen
Nutzungskonzepts ihre Kräfte und unterschiedlichen Kompetenzen bündeln und einen lebendigen Ort der Wissenspro­
duktion und -vermittlung zu den Kulturen der Welt schaffen.
Das Konzept trägt die einmalige Chance in sich, die beteiligten Institutionen in neuartiger Weise zu vernetzen,
Formen komplementären Zusammenwirkens zu entwickeln
und Zugänge zur Welt jenseits der engen Grenzen der klassischen Disziplinen zu schaffen. Künste und Wissenschaften
werden in einen Dialog treten und der Öffentlichkeit eine
reiche Palette an kulturellen Aktivitäten bieten. Der abendländische Blick auf die Welt wird um zusätzliche Sichtweisen
ergänzt und provoziert damit einen Perspektivwechsel.
Das Humboldt-Forum in dieser besonderen, zukunftsweisenden Verbindung aus Museum, Bibliothek und Universität
wird der Metropole Berlin ein neues geistiges Zentrum geben,

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und zwar inmitten einer wahrlich einzigartigen Topographie
der Kunst und Kultur, Wissenschaft und Bildung, denn es wird
umgeben sein von Kultur- und Wissenschaftseinrichtungen
von Weltrang, die über Jahrhunderte die herausragenden
Wissens- und Kunstschätze der abendländischen kulturellen
Überlieferung zusammengetragen haben: Museumsinsel,
Deutsches Historisches Museum, Humboldt-Universität zu
Berlin, Staatsbibliothek zu Berlin und Zentral- und Landes­
bibliothek.
Mit dem Humboldt-Forum wird im Geiste der Brüder von
Humboldt die ganze Welt in den Blick genommen.

Die Humboldt-Universität zu
Berlin wurde 1810 gegründet und
gilt noch heute als „Mutter aller
modernen Universitäten“. Dies ist
das Verdienst der Universitätskonzeption Wilhelm von Humboldts,
der die Einheit von Forschung und
Lehre sowie eine allseitige humanistische Bildung der Studierenden
vorsah. Heute ist die Universität
eine weltweit anerkannte Forschungseinrichtung, die erfolg­reich
aus den ersten beiden Runden der
Exzellenzinitiative von Bund und
Ländern hervorgegangen ist.
Die Zentral- und Landesbiblio­
thek Berlin ist 1995 aus dem
Zusammenschluss der AmerikaGedenkbibliothek (ehemals Westberlin/BRD) und der Berliner Stadtbibliothek (ehemals Ostberlin/
DDR) hervorgegangen. Sie ist ein
gelungenes Ergebnis der deutschen Wiedervereinigung und der
Zusammenführung bedeutender
Bibliothekseinrichtungen in der
Hauptstadt. An bislang drei Standorten versammelt die Bibliothek
über 3,4 Millionen elektronische
und gedruckte Medien.
Hervorgegangen aus der Gründung
des „Königlichen Museums“ durch
Friedrich Wilhelm III. von Preußen,
sind die Staatlichen Museen
zu Berlin heute mit 15 Museen,
drei Forschungsinstituten, der
Gipsformerei und der Generaldirektion die größte Einrichtung der
Stiftung Preußischer Kulturbesitz.
Ihre Sammlungen umfassen meh­
rere Millionen Objekte aus den
Be­reichen der europäischen und
außereuropäischen Kunst, der
Archäologie und der Ethnologie
und bilden ein Universalmuseum
von den Anfängen der Mensch­­­heit bis zur Gegenwart.

Mit rund 500.000 Objekten aus
allen Erdteilen und großen Beständen an Tonaufnahmen, Fotodokumenten sowie Filmen gehört das
Ethnologische Museum der
Staatlichen Museen zu Berlin –
PreuSSischer Kulturbesitz
zu den größten und bedeutendsten
seiner Art. Es sammelt, bewahrt
und erforscht vor allem die mate­ri­
ellen Kulturzeugnisse vorindus­
trieller Gesellschaften, überwiegend aus den außereuropäischen
Gebieten.
Das Museum für Asiatische
Kunst der Staatlichen Museen
zu Berlin – Preussischer
Kulturbesitz ist 2006 aus dem
Museum für Ostasiatische Kunst
und dem Museum für Indische
Kunst hervorgegangen. Es beherbergt eine der weltweit bedeutendsten Sammlungen von Kunstwerken des indoasiatischen
Kulturraums vom 4. Jahrtausend
v. Chr. bis in die Gegenwart.
Das Centre Pompidou in Paris ist
ein interdisziplinäres, dem modernen und zeitgenössischen Kunstschaffen gewidmetes Zentrum,
das Museum, Bibliothek, Institute,
Veranstaltungsräume und Gastronomie unter dem Dach eines
archi­tektonisch emblematischen
Neubaus vereint. Es geht auf die
Initiative des Staatspräsidenten
Georges Pompidou zurück und
wurde 1977 als damals völlig neu­
artiges Kunst- und Kulturzentrum
eröffnet. Bis heute zieht es jähr­lich
rund sechs Millionen Besucher an.

Museumsinsel und
Humboldt-Forum bilden
eine Einheit

Die Entwicklung der Museumsinsel begann 1830 mit der
Vollendung von Schinkels Altem Museum. Schinkel hatte als
Erster die Mitte Berlins vom Museum aus als einen Ort des
Geistes und des Humanen definiert. Die damals geradezu provozierende Modernität dieses im klassizistischen Stil aus­ge­
führten Gebäudes wird erst im Spiegel der Barockfassaden
des gegenüberliegenden Schlosses wieder begreifbar werden.
Mit der Säulenhalle seines Alten Museums, die sich an der
von Säulengängen umstellten griechischen Agora orientierte,
setzte Schinkel als Architekt der Aufklärung einen bewussten
Kontrapunkt gegen das Schloss. Erst wenn dieses Ensemble
wiederersteht, wird die städtebauliche Lücke in der Mitte der
deutschen Hauptstadt geschlossen und die architektonische
Komposition dieses Ortes verständlich sein.
Umfassende Dialoge zwischen Museen, Universität und
Akademie sowie zwischen Künsten und Wissenschaften hatte
erstaunlicherweise bereits Friedrich Wilhelm IV. im Sinn,
als er von der Museumsinsel als einer „Freistätte für Kunst
und Wissenschaft“ sprach. Und er selbst hatte dabei eine
Aula mit Hör- und Festsälen in Gestalt eines hoch aufgerichteten Tempels im Zentrum der Museumsinsel entworfen,
der dann – gleichsam zweckentfremdet – als Nationalgalerie
wirklich gebaut worden ist. Diese „königliche“ Idee von
einem allgemeinbildenden Ort des Diskurses kann nun über
150 Jahre später durch das Humboldt-Forum im Berliner
Schloss Wirklichkeit werden und dabei einen globalen Dialog
der Weltkulturen eröffnen, auf den damals noch niemand
zu hoffen gewagt hätte.
Die Museumsinsel mit ihrer umfassenden Präsentation
der Kunst und Kultur Europas und des Nahen Ostens und das
Humboldt-Forum mit der Kunst und Kultur Afrikas, Amerikas,
Asiens, Australiens und Ozeaniens gehören zusammen, sie
bilden eine inhaltliche Einheit, in der jeder Kontinent seinen
Platz hat und in der sich der Dialog der Kulturen manifestiert.
Die Idee des Humboldt-Forums ist dabei heute ähnlich
visionär, wie es die Schaffung der Museumsinsel als einer
„Freistätte für Kunst und Wissenschaft“ im 19. Jahrhundert
war. Mit dem Humboldt-Forum öffnet sich der Schloßplatz
der Welt, er wird zu einem Ort, der Weltverständnis vermittelt
und die Gleichberechtigung der Weltkulturen erlebbar macht.

23

Friedrich Wilhelm IV. (1795 bis ­
1861) entwickelte die Idee zur
Schaffung der Berliner Muse­ums­­
insel. Unter seinem Vater war
bereits das Königliche Museum
(heute: Altes Museum) gebaut und
1830 eröffnet worden. Kurz nach
seinem Regierungsantritt 1840
ordnete Friedrich Wilhelm IV. an,
die „ganze Spreeinsel hinter dem
Museum zu einer Freistätte für
Kunst und Wissenschaft umzu­
schaffen“. Zu seinen Lebzeiten
entstand nur noch das Neue
Mu­seum, das 1855 eröffnet wurde.
Der Plan zur Errichtung eines
ganzen Museumskomplexes wurde
aber erst rund 90 Jahre später
vollendet.

Die auSSereuropäischen
Sammlungen müssen zurück
in die Mitte Berlins

Die auf das Ethnologische Museum und das Museum für Asiatische Kunst verteilten außereuropäischen Sammlungen der
Staatlichen Museen zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz sind
seit dem Zweiten Weltkrieg in Dahlem an der südwestlichen
Peripherie Berlins untergebracht. Davor besaß das Ethno­­lo­gische Museum ein eigenes Gebäude neben dem Kunst­
gewerbemuseum, dem heutigen Martin-Gropius-Bau, in der
Stresemannstraße. Der Museumsstandort Dahlem umfasste
einst wesentliche Bestände der Staatlichen Museen in
Westberlin, die sich damals dort wie ein kleines Universal­
museum europäischer und außereuropäischer Kunst und
Kultur höchst reizvoll zusammenfügten. Durch den Ausbau
des Kultur­forums am Potsdamer Platz und die Wiedergewinnung der Museumsinsel als Folge der Wiedervereinigung,
hatte dieses der deutschen Teilung geschuldete Provisorium
jedoch bereits erheblich an Charme verloren. So bedeutende

Sammlungen wie die Gemäldegalerie, das Kupferstichkabinett,
die Skulpturensammlung oder auch das Museum für Islamische Kunst zogen von Dahlem weg in neue Häuser oder
an ihre alten Standorte im Zentrum Berlins. Zurück blieb in
Dahlem ein – schlecht besuchter – Torso außereuropäischer
Kunst und Kultur, der nun jeglicher Gegenüberstellung mit
der Kunst und Kultur Europas und des Nahen Ostens beraubt
war. Diese Einheit gilt es wieder herzustellen!
Mit dem Umzug der außereuropäischen Sammlungen aus
Dahlem in die Mitte Berlins, ihrer wiedergewonnenen Nähe zur
Museumsinsel, kehren sie in ein Ensemble zurück, in dem sie
das abwertende Stigma des Exotischen endgültig verlieren;
auch das ist Teil einer gleichberechtigten Präsentation und
Wahrnehmung der Weltkulturen! Das Musée du quai Branly
in Paris hat es vorgemacht: Trotz umstrittener Architektur und
Innengestaltung vermeldet es immer neue Besucherrekorde.
Doch auch der Louvre verzichtet nicht mehr auf seine Galerie
von Meisterwerken außereuropäischer Kunst, und man ist
stolz darauf, die Hierarchien der Künste der Welt überwunden
zu haben. Das British Museum in London setzt inzwischen
ebenfalls auf die Gegenüberstellung von Europäischem und
Außereuropäischem. Die großen Universalmuseen tragen
damit dem Verlangen der Besucher Rechnung. Es ist überdeutlich: Kulturinteressierte und Museumsgänger denken
heute längst in globalen Dimensionen.

Seite 24: Buddha-Kopf, Tumshuk, China,
autonomes Gebiet Xinjiang
Figur des Kulturheros
Chibinda Ilunga, Chokwe, Angola,
19. Jahrhundert

25

In der Mitte Berlins kehren
die aussereuropäischen
Sammlungen in ein Ensemble
zurück, in dem sie das
abwertende Stigma des
Exotischen verlieren
Wolfsmaske der Haida,
Kanada, um 1880

Fremde Kunst und Fremde
Kulturen Als Inspirationsquelle für Europas
Moderne
Zeitgenössische bildende Kunst im 21. Jahrhundert ist
global und in weltweit ausgreifende Netzwerke eingebunden,
die einander immer stärker beeinflussen. Doch die Wurzeln
dieser Beeinflussung reichen viel weiter zurück: Der große
Epochenwandel zur Moderne am Beginn des 20. Jahrhunderts
wurde wesentlich ausgelöst durch nach­haltigen Einfluss
von Kunst aus Übersee.
Künstler wie Pablo Picasso oder Ernst Ludwig Kirchner
entdeckten in den Sammlungen der Völkerkundemuseen
völlig neue Inspirationsquellen und Ausdrucksenergien, was
einen grundlegenden Wandel ihres künstlerischen Schaffens
zur Folge hatte und eine neue Kunstepoche einläutete. Insbesondere plastische Werke aus Afrika und Ozeanien spielten
dabei eine besondere Rolle, und die außereuropäischen An­
leihen vieler bedeutender Künstler der Moderne sind offensichtlich. Sie öffneten uns die Augen für die ästhetische
Dimension dieser fremden Kunst, und doch ist unser heutiger
Zugang weitaus komplexer. Die Objekte sind nicht mehr
wie vor hundert Jahren der Inbegriff des Ursprünglichen und
Unverfälschten, sie sind nicht mehr Zeugnisse eines geschichtslosen Raums, sondern wir sehen sie heute in andersartigen Zusammenhängen und würdigen sie auch in ihrem
kulturellen Kontext, der in vielfältigen Medien überliefert und
aufbereitet ist.
Aber auch außerhalb der Kunst hinterließ die intellektuelle Auseinandersetzung mit außereuropäischen Kulturen zur
damaligen Zeit vielfältige Spuren. So ließ sich der berühmte

Kunst- und Kulturtheoretiker Aby Warburg von seinen Erfah­
rungen bei Indianern im Südwesten der USA anregen, und
Sigmund Freuds Versuche zur Erklärung der menschlichen
Psyche bedienten sich des Vergleichs mit sogenannten
Naturvölkern. Auch wenn wir inzwischen wissen, dass sich
die von den Gelehrten des frühen 20. Jahrhunderts diagnos­
tizierten Zusammenhänge heute weitaus vielschichtiger
und daher andersartig darstellen, so prägte diese intensive
Auseinandersetzung mit dem Fremden und Anderen in der
Welt auf vielfältige Weise die europäische Geistesgeschichte.
Die Erläuterung dieser Zusammenhänge können die Besucher
mit dem bibliothekarischen Angebot im Humboldt-Forum
eigenständig vertiefen.

1906 soll Pablo Picasso (1881 bis ­
1973) erstmals mit einer Skulptur
aus Afrika in Kontakt gekommen
sein. Henri Matisse hatte zu einem
Treffen in Paris den Kopf eines im
19. Jahrhundert gefertigten Vili
der Bakongo aus dem Kongo mit­
gebracht. Die fremde Form und
andersartige Ästhetik faszinierte
Picasso – wie auch viele seiner
Zeitgenossen – so sehr, dass er
daraufhin selbst Skulpturen und
Masken aus Afrika sammelte. Seine
Schaffensphase zwischen 1907
und 1909, die von manchen Kunst­
historikern auch als „afrikanische
Phase“ bezeichnet wird, ist von
dieser Kunst beeinflusst.
Auch Ernst Ludwig Kirchner
(1880 – 1938) ließ sich, wie die
anderen Mitglieder der Künstler­
gruppe „Die Brücke“, von der Kunst
außereuropäischer Kulturen inspi­
rieren. Vor allem die Exponate in
den völkerkundlichen Sammlungen
Dresdens und Berlins faszinierten
die Künstler. Neben den Artefakten
aus der Südsee wurde vor allem
Kunst aus Afrika prägend für die
Brücke-Maler, in deren Werken
häufig Objekte des Berliner Völker­
kundemuseums als Motiv erkenn­
bar sind.

28

Aby Warburg (1866 – 1929) war
deutscher Kunsthistoriker, Kultur­
wissenschaftler und der Begrün­der der Kulturwissenschaftlichen
Biblio­thek Warburg, die heute zur
University of London gehört. Mit
seiner Doktorarbeit über Botticellis
Bilder „Die Geburt der Venus“ und
„Frühling“ führte er die Ikonologie
als neue Methode ins Fach der
Kunstgeschichte ein. 1885/86
reiste er in die USA, wo er unter an­
derem die Kultur der Hopi-Indianer
studierte. Der Aufenthalt bewirkte,
in den Worten Warburgs, eine Be­­
frei­ung von der ästhetisierenden
Kunstgeschichte.
Der österreichische Arzt, Tiefen­
psychologe und Religionskritiker
Sigmund Freud (1856 – 1939)
erlangte als Begründer der Psycho­
analyse weltweite Bekanntheit.
Auf der Suche nach dem Ursprung
des sittlichen Empfindens und der
Moralvorstellungen des Menschen
studierte Freud die Arbeiten zahl­
reicher Ethnologen über die Ur­
einwohner Australiens, Amerikas
und Afrikas. Er interessierte sich
besonders für deren Tabuvor­
schriften, in der Annahme, daraus
Rückschlüsse auf den Ursprung
von Moralverboten der eigenen
Gesellschaft ziehen zu können.

Koloniale Vergangenheit,
Sammelleidenschaft
und wissenschaftlicher
Erkenntnisdrang
Auch die Kolonialgeschichte als tragische und folgenschwere
Verbundenheit Europas mit den Menschen anderer Kontinente
wird Teil der Ausstellung sein, nicht zuletzt deshalb, weil
in Berlin bei der Kongokonferenz 1884/85 unter Bismarcks
Leitung die koloniale Aufteilung Afrikas ihren Abschluss fand.
Auch die Völkerkundemuseen in Deutschland profitierten
von dieser Entwicklung. Doch den Grundstock einer systematischen Sammlung außereuropäischer Kunst und Kultur legten
Forschungsreisende: Georg Forster begleitete James Cook
in die Südsee, Alexander von Humboldt erforschte die Naturund Kulturgeschichte Lateinamerikas, Hermann Schlagintweit
war in Tibet und der Mongolei unterwegs. Sie und unzählige
andere sammelten und brachten Objekte von ihren Reisen
mit nach Berlin. Ihre Berichte erschienen in Büchern und
Filmen, ihre Geschichten wurden für Kinder nacherzählt, und
so wurde Interesse an wissenschaftlichem Erkenntnisdrang
bei der jungen Generation geweckt.
Am Beginn eines systematischen Erfassens und Begreifens der Kulturen der Welt steht Adolf Bastians Gründung des
Königlichen Museums für Völkerkunde im Jahre 1873. Bastian
hatte sich zum Ziel gesetzt, die damals bereits vom Kolonialismus bedrohten Kulturen fremder Kontinente zu dokumentieren, ihre Zeugnisse möglichst lückenlos zu sammeln, zu
erforschen und der Nachwelt zu erhalten, weil er ahnte, dass
Kolonialisierung, Missionierung und Modernisierung die Welt
und ihre Kulturen bald nicht mehr so belassen würden, wie
sie damals noch waren. Zwar führte die Errichtung deutscher
Kolonien in Afrika und in der Südsee zu einem stetigen Zustrom von Objekten aus diesen Weltgegenden, doch die
Ausgewogenheit und Vollständigkeit der Berliner Bestände
geht auf ein einmaliges und weltweit verzweigtes Netz von

Johann Reinhold Forster mit seinem Sohn
Georg Forster bei Forschungsarbeiten auf einer
Reise, Holzstich, 1879

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Sammlern und Ankäufern zurück, das Bastian aufgebaut
hatte. Damals entstand das wissenschaftliche Fundament
des Ethno­­logischen Museums in Berlin, und es entstand
auf legale Weise. Die Berliner Museen sind deshalb recht­
mäßige Besitzer ihrer Bestände.
Einem anderen Ansatz entsprang die 1906 auf Initiative
Wilhelm von Bodes gegründete Ostasiatische Kunstsammlung: Erstmals sollte zu Beginn des 20. Jahrhunderts die
Gleichrangigkeit abendländischer und asiatischer Kunst auf­
gezeigt werden, und mit diesem neuartigen Ansatz setzte
wieder einmal Berlin Maßstäbe in der Museumswelt. Der Grund­
­stock der Sammlung entstand durch eine rege Ankaufstätigkeit und dank bürgerlichen Mäzenatentums. Hinzu kam 1963
das damalige Museum für Indische Kunst, seit 2006 bilden
sie gemeinsam das Museum für Asiatische Kunst.

Die KongoKonferenz fand auf
Einladung des Reichskanzlers Otto
von Bismarck 1884 /85 in Berlin
statt. Das zunehmende Drängen
verschiedener europäischer Mächte
nach kolonialem Besitz im roh­
stoffreichen Afrika sollte nicht zu
Konflikten untereinander führen,
weshalb Bismarck um einen Inter­
essenausgleich bemüht war.
Das Schlussdokument, die soge­
nannte Kongoakte, besiegelte
die kolo­niale Aufteilung Afrikas.
Als Folge der Konferenz nahm der
Wett­lauf um die Inbesitznahme von
Territorien in Afrika an Tempo zu.
Innerhalb weniger Jahre stand der
gesamte Kontinent mit Ausnahme
von Liberia und Äthiopien unter
europäischer Herrschaft.
Adolf Bastian (1826 – 1905),
erster Direktor des Königlichen
Museums für Völkerkunde in Berlin,
war zugleich erster Professor für
das Fach Ethnologie an der Ber­­liner Universität und Begründer
der ethnologischen Wissenschaft
in Deutschland. Sein Ziel war es,
die damals unbekannten und
bedrohten Kulturen der außereuro­
päischen Völker umfassend zu

dokumentieren. Im Zeitalter des
expandierenden Kolonialismus
sorgte Bastian mit Hilfe von Berli­
ner Mäzenen und eines weltweiten
Netzes von Beziehungen uner­
müdlich für die Vermehrung der
Sammlungen, schrieb zahlreiche
wissenschaftliche Abhandlungen
und führte mehrjährige Weltrei­sen durch.
Der Kunsthistoriker Wilhelm von
Bode (1845 – 1929) begann 1872
seine Tätigkeit bei den Königlichen
Museen zu Berlin als Assistent
in der Skulpturensammlung, wurde
1883 deren Direktor und 1905 Ge­
neraldirektor der Berliner Museen.
Bode gründete nicht nur das
Kaiser-Friedrich-Museum auf der
Museumsinsel, das heute nach
ihm benannt ist, sondern übte
auch entscheidenden Einfluss auf
die Berliner Kunstsammlungen,
die unter seiner Ägide zu Weltrang
anwuchsen, sowie auf das Muse­
umswesen im Allgemeinen aus.

Kaiserlicher Thronsitz, China,
Qing-Dynastie, 17. Jahrhundert
Gedenkkopf einer Königinmutter, Nigeria,
Königreich Benin, 16. Jahrhundert
Federdiadem, Bororó, Brasilien,
1889 erworben
Ahnenfiguren, Indonesien, 19. Jahrhundert
Menschlicher Kopf, Nigeria, Ife,
12. – 15. Jahrhundert
Figur einer aztekischen Göttin, Mexiko,
Mitte des 14. Jahrhunderts bis 1521
Teller, Buchara, West-Turkestan,
Ende des 19. Jahrhunderts
Federzepter der Mundurucú,
Brasilien, um 1810
Kalkbehälter in der Form einer
männlichen Figur, Kolumbien, Quimbaya,
3. – 10. Jahrhundert
Uli-Figur, Neuirland/Ozeanien,
19. Jahrhundert

Weltkunst in Berlin
Der französische Staatspräsident Jacques Chirac brachte es
auf den Punkt, als er 1995 feststellte, der Louvre könne kein
wirklich großes Museum bleiben, wenn er weiterhin die Kunst
von 70 Prozent der Weltbevölkerung ignoriere. Die heraus­
ragende Qualität der außereuropäischen Sammlungen der
Staatlichen Museen zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz unterstreicht diese Aussage in besonderer Weise. Die Sammlungen umfassen Meisterwerke der Weltkunst aus allen Kontinenten mit ungemein eindrucksvoller ästhetischer Wirkung.
Ein besonderes Konvolut der Berliner Afrikasammlung
bilden Kunstwerke aus dem Königreich Benin im heutigen
Nigeria. Benin war vom 15. bis zum 19. Jahrhundert ein Zentrum des westafrikanischen Handels mit den Europäern. Aus
dem europäischen Importprodukt Messing wurden sogenannte Gedenkköpfe und Reliefplatten von herausragender künstlerischer Qualität hergestellt, bei denen es sich um Porträts
und idealisierte Bilder handelt. Den prächtigen Federschmuck
der amazonischen Mundurucú aus bunten Papageienfedern
bestaunten bereits Besucher in der Kunstkammer des Berliner
Schlosses. Steinerne Götterfiguren der Azteken und tonnenschwere Stelen aus dem Mayagebiet mit reicher, erzählender

33

Reliefzier gehören zu den wichtigsten Kunstwerken der prä­
kolumbischen Kulturen Mesoamerikas. Und die Uli-Figuren
aus Neuirland, einer Insel des Bismarckarchipels in PapuaNeuguinea, waren von solch hoher Ausdruckskraft, dass
sie nachhaltigen Einfluss auf die Fantasie der deutschen
Expressionisten ausübten.
Ein aus Palisanderholz gearbeiteter Kaiserthron der
Qing-Dynastie aus dem China des 17. Jahrhunderts, dessen
Perlmutteinlagen in unzähligen Farbtönen changieren,
besticht sowohl durch die technische Perfektion im künst­
lerischen Entwurf wie auch in der grandiosen Wirkung seines
Farbenspiels; das Stück ist eines der Meisterwerke chinesischer Kunst. In ganz andere Welten entführen uns GandharaSkulpturen aus Zentralasien. Sie führen dem Betrachter das
Weiterleben griechisch-römisch beeinflusster Kunst während
der Zeit des Buddhismus im Bereich der Seidenstraße vor
Augen.

Kultur ist ein
Austausch zwischen
Menschen –
Herzlich wIllkommen
in der Agora

Das Humboldt-Forum wird sich grundlegend von einem klassischen Völkerkundemuseum unterscheiden und sich in drei
zentrale Bestandteile gliedern: die Agora, die Werkstätten
des Wissens und die Ausstellungsbereiche.
Die Agora im Erdgeschoss ist das Entree, das den Besucher auf die Vielfalt der Weltkulturen und ihrer Erscheinungsformen einstimmen und mit ihnen in Berührung bringen wird.
Multifunktionsraum und Auditorium sind für Veranstaltungen
aus den Bereichen Theater, Film, Musik, Literatur und Performances vorgesehen. Klassisches und experimentelles Theater
aus aller Welt wird Populärtraditionen der Bühnenkunst
für ein breites Publikum lebendig und verständlich machen.
Eine Musikbühne kann Klangwelten der Kontinente in die Mitte
Berlins bringen und dabei Zusammenhänge zwischen tradi­
tionellen Musikprogrammen und Strömungen der Gegenwart
herstellen. Sonderausstellungsflächen werden neueste Entwicklungen der Gegenwartskunst aus Afrika, Amerika und
Asien erlebbar machen und dabei wie Seismographen gesellschaftliche Entwicklungen aufzeigen. Das Humboldt-Forum
wird auch ein Ort für das Zeitgenössische sein.
Die Agora ist auch integrativer Bestandteil unserer
Präsentation der Weltkulturen. Als Forum für Wissenschaft,
Kultur und Politik wird die Agora zudem ein Ort des Wortes,
an dem aktuelle gesellschaftspolitische Themen in hoch­
rangiger Besetzung mit ausgewiesenen Experten öffentlich
debattiert werden.

Die Agora wird das Herz des Humboldt-Forums bilden und
gleichsam den Pulsschlag vorgeben. Dazu werden die jewei­
ligen Kernbereiche, die die beteiligten Einrichtungen eigenverantwortlich betreiben, von einem dichten Netz gemein­
samer Aktionsfelder durchzogen sein, die in der Agora als
attraktivem und lebendigem Veranstaltungszentrum ihren
Ausgang nehmen und in die Ausstellungsbereiche der Obergeschosse ausstrahlen. Auf diese Weise lässt sich eine
Brücke von den historischen Sammlungen der Museen zu
den Fragen der Gegenwart und umgekehrt schlagen.

Als zentral gelegener Platz stellte
die Agora im antiken Griechenland
den gesellschaftlichen Mittelpunkt
einer Stadt dar. Oftmals umgeben
von Säulenhallen, diente die Agora
zudem als Marktplatz und tagtäg­
licher Treffpunkt der Stadtbewoh­
ner und Besucher. Das HumboldtForum interpretiert die Idee der
antiken Agora in zeitgemäßer Form,
um damit die Mitte Berlins erneut
zu beleben.

Wole Soyinka und Timothy Garton Ash im
Gespräch (Moderation: Susanne Stemmler),
Veranstaltungsreihe „1989 – Globale
Geschichten“, Februar 1989

35

Damit nicht der eurozentrische
Blick auf die Welt die Sichtweise
des Humboldt-Forums bestimmt,
hat die Stiftung Preußischer
Kulturbesitz ein internationales
Beratungsgremium (Advisory
Board) für die Neupräsentation der
außereuropäischen Sammlungen
im Humboldt-Forum einberufen.
In diesem wirken bei regelmäßigen
Treffen große Partnermuseen und
Top-Museumsfachleute aus aller
Welt an der Weiterentwicklung des
bereits ausgearbeiteten Ausstel­
lungskonzeptes mit.
Mit der Humboldt-Box, die 2011
auf dem Schloßplatz eröffnet wird,
entsteht ein Informationszentrum
mit Ausstellungsflächen, das ex­
emplarisch vorführt, mit welchen
Themen sich das Humboldt-Forum
auseinandersetzen wird und wie
die beteiligten Institutionen mit­
einander kooperieren können.

Die Agora wird das Herz des
Humboldt-Forums bilden und
gleichsam den Pulsschlag
vorgeben

Neue Formate
für Wissen­schaft und
Spitzen­forschung

In den im ersten Obergeschoss angesiedelten Werkstätten
des Wissens, dem Bereich für Wissenschaft und Forschung im
Humboldt-Forum, werden Universität, Museen und Bibliothek
gemeinsame Wege gehen und neue Formen der Präsenta­tion
entwickeln. Im Verbund mit den jeweils bestehenden
Forschungs­netzwerken der drei Nutzer und zusammen mit
weiteren nationalen und internationalen Partnern wird sich
das Humboldt-Forum zu einem Zentrum der Erforschung
außereuropäischer Kulturen entwickeln, das die Grenzen von
Fächern und Institutionen überschreitet. Dort werden die
natürlichen und geistigen Grundlagen der kulturellen Vielfalt
der Welt untersucht und auf modernste Weise in elektro­
nischen und gedruckten Medien der Öffentlichkeit vermittelt,
gleichsam als interaktive Begegnung mit dem globalen
Wissen über die Welt.
Die Grundlage dazu bilden die Sammlungen ebenso wie
die Forschungsbibliotheken und -archive des Ethnologischen
Museums und des Museums für Asiatische Kunst sowie
die wissenschaftliche Informationsbeschaffung der Zentralund Landesbibliothek. Die Schnittmengen der drei Partner
Museum, Bibliothek und Universität sind gerade hier zahl­reich und bieten beträchtliches Potenzial zur Verzahnung
der Einrichtungen. So ergänzen sich die außereuropäischen
Sammlungen der Staatlichen Museen zu Berlin – Preußischer
Kulturbesitz und einschlägige universitäre Sammlungen
wechselseitig. Das Lautarchiv der Humboldt-Universität komplettiert das Phonogrammarchiv des Ethnologischen Museums, eine einzigartige Sammlung von Musik und Stimmen
aller Kontinente, die vor über hundert Jahren auf insgesamt
16.000 Wachszylindern aufgezeichnet und von der UNESCO
in die Liste „Memory of the World“ aufgenommen wurde.
Auf solchen kulturellen Wurzeln aufbauend, werden aktuelle
Angebote der Musikbibliothek der Zentral- und Landesbibliothek den Horizont der globalen Entwicklung mit ihren verschiedenen Einflüssen bis in die moderne Zeit aufzeigen.
Die in Berlin stark vertretenen Regionalwissenschaften
können im Humboldt-Forum einen Ort erhalten, an dem
sie zusammenfinden und in Form von themenspezifischen,
fächerübergreifenden Verbünden sichtbar werden. Hier
können sie transregionale Dimensionen entwickeln und
dabei Orientierungs- und Übersetzungswissen generieren,

38

das unser Verständnis von den Wechselbeziehungen zwischen den Weltregionen vertieft. Internationale, transdiszi­
plinäre Forscherteams etwa aus Ethnologen, Soziologen und
Klimatologen können dabei auch neue Formen der Inszenierung von Wissen erarbeiten. Gerade für das Zusammenwirken
von Wissenschaftlern und Künstlern wird das HumboldtForum ein höchst lebendiger Ort sein. Während dieses Wissen
früher nur Spezialisten verfügbar war, wird im HumboldtForum darauf Wert gelegt, es über Veranstaltungen und das
populärwissenschaftliche Angebot der Zentral- und Landesbibliothek zu verbreiten.
Mit Hilfe von Stipendienprogrammen widmen sich internationale Forschergruppen aus renommierten Gelehrten und
exzellenten Nachwuchswissenschaftlern grundlegenden
Menschheitsthemen. Sie werden im Humboldt-Forum stärker
im Blickfeld der Öffentlichkeit arbeiten als anderswo, und sie
werden möglichst vielen Besuchern des Hauses vermitteln,
wie Wissen über die Welt entsteht.
Im Bereich der Wissensvermittlung und kulturellen
Bildung werden die drei Partner im Humboldt-Forum intensiv
kooperieren. Gerade Kinder und Jugendliche sollen in besonderer Weise an Kunst und Kultur herangeführt werden und
durch Vermittlung von Informationskompetenz befähigt werden, selbstständig neue Erkenntnisse zu gewinnen. Durch
das Zusammenwirken von Kultur-, Bildungs- und Forschungseinrichtungen sowie durch ein sich ergänzendes Veranstaltungsprogramm (Schülerakademie bzw. -labor, zusammen mit
dem Lernzentrum der Jugendbibliothek) können die Besonder­
heiten der Kulturen Afrikas, Amerikas, Asiens, Australiens
und Ozeaniens in ihren Wechselwirkungen mit Europa unter
verschiedenen Schwerpunkten und unter Einbeziehung aller
Medien von Text- und Bildkultur, Theater, Musik und Film
vermittelt werden.
Wissen wird im Humboldt-Forum auf modernste und
umfassende Weise verfügbar gemacht. Aus diesem Wissen
erwachsen das Verstehen der Kulturen der Welt und die
Bereitschaft zur Verständigung.

Die Sammlungen lassen uns
fremde Welten verstehen

In den Ausstellungsbereichen im zweiten und dritten Obergeschoss wird sich der Besucher auf eine Reise durch die Welt
begeben können, die ihm neue Wege des Verstehens kultureller Zusammenhänge und künstlerischer Entwicklungen
eröffnet. Jeder Kontinent soll hier in seiner ganzen visuellen,
akustischen und sinnlichen Erlebniswelt Präsenz gewinnen.
Kulturelle Kontinuitäten über Raum und Zeit hinweg werden ebenso aufgezeigt wie die prägenden Kräfte der Umwelt
und die vom Menschen erdachten Wege zur Überwindung
der von der Natur gesetzten Grenzen. Zeugnisse des Alltagslebens, der religiösen Kultur, der künstlerischen Ausdrucksformen, des technischen Erfindungsgeistes, der ökologischen und ökonomischen Voraussetzungen, der Globa­li­­sie­rungsprozesse und vieles mehr vereinen sich dabei zu einem
Panorama der Zivilisationen. Entscheidend ist, bei der Prä­
sen­tation der Kulturen Afrikas, Amerikas, Asiens, Australiens
und Ozeaniens vielfältige Zugänge zu schaffen. Die Objekte
sollen als Kunstwerke ihre ästhetische Ausstrahlung ent­
falten, gleichzeitig aber in ihrem kulturellen Kontext verständ­
lich werden und jeweils ihre eigenen Geschichten erzählen.
So werden wir bei chinesischer und japanischer Malerei
und Grafik ostasiatische Traditionen der Kunstpräsentation
erlebbar machen, die den Wechsel jahreszeitlicher, religiöser
und gesellschaftlicher Ereignisse reflektieren. Der wiederkehrende Besucher erlebt so stets andere Aspekte der visuellen
Kultur Ostasiens. Diese Art der Kunstpräsentation lässt es zu,
auch die großen Etappen asiatischer Geistesgeschichte anschaulich nachzuzeichnen. Sowohl der kunstsinnige, ästhe­
tische Erfahrung Suchende wie auch der an Religion und
Kulturgeschichte Interessierte wird hier fündig und ist eingeladen, sich vor Ort in der Bibliothek weiter in diese Welt zu
vertiefen.
Die Sammlungsobjekte aller Kontinente lassen auf sehr
eindringliche Weise Menschheitsgeschichte lebendig werden.
Dabei wird man die Präsentation von Booten aus Ozeanien
etwa mit der Frage verbinden müssen, was Navigation und
die Wahrnehmung von Raum in einer Welt von Inseln für die
Gestaltung von Außenkontakten und für die eigene Vorstellungswelt eigentlich bedeuten. War es nicht eine gewaltige
zivilisatorische Leistung, innerhalb weniger Jahrhunderte
ganz Ozeanien von Südostasien bis nahe vor die Küsten
Südamerikas zu besiedeln? Oder in Bezug auf afrikanische
Masken: Europäische Museen zeigen sie in der Regel als

40

Kunstwerke, obwohl sie auch vieles zu Abstammungsglauben
und Sozialstruktur zu berichten wüssten und mancherorts
sogar zu politischen Repräsentationswerken wurden. Ebenso
bleibt farbenprächtig erhaltener Federschmuck aus Amazonien in seiner Aussage sehr begrenzt, wenn wir dem Besucher
nicht erzählen, wie die Menschen ihren Lebensraum dieser
extrem lebensfeindlichen Umwelt abgerungen und wie sie
unter diesen besonders extremen Bedingungen soziale und
kulturelle Institutionen entwickelt haben.
Nicht die klassische Dauerausstellung ist dabei unser
Ziel, sondern eine offene, durchlässige, wandelbare Struktur,
die die Vielfalt, die Veränderungen, die Chancen und Risiken
unserer Zeit aufgreift, aktuelle Bezüge der Sammlungen
anspruchsvoll reflektiert und grundlegende Mechanismen
menschlichen Handelns aus einer historischen Perspektive
heraus verständlich macht.
Eine wichtige Rolle spielen im Humboldt-Forum Sonderausstellungen, die sich den zentralen Themen unserer Zeit
widmen: Globalisierung, Migration, Klimawandel, Megastädte
und vieles mehr. Viele der Themen und Probleme, die heute
unsere Welt bewegen, sind keineswegs neu. So stellen
Migrationen kein Phänomen der Gegenwart dar, sondern sind
Begleiterscheinungen im Laufe der gesamten Menschheitsgeschichte. Dies hatte sogenannte multikulturelle Gesellschaften bis hin zu Überschichtungsvorgängen zur Folge.
Entsprechendes gilt für die vielfältigen Ursachen und die
wirtschaftlichen, politischen und sozialen Auswirkungen des
Klimawandels. Aber auch Megastädte sind nicht allein ein
Kennzeichen unserer Tage.
Die mesoamerikanischen Bestände des Ethnologischen
Museums, die zu den weltweit bedeutendsten gehören, berichten von Aufstieg und Untergang der großen Maya-Städte.
Sie lassen uns verstehen, wie es möglich war, für damalige
Verhältnisse schier unfassbare Bevölkerungsballungen administrativ und versorgungstechnisch zu organisieren. Zugleich
zeigen sie uns als warnendes Beispiel, was geschieht, wenn
sich der Mensch durch Maßlosigkeit und fehlende Umsicht
selbst seiner eigenen Lebensgrundlage beraubt.
Im Humboldt-Forum können wir mit Hilfe der außereuropäischen Sammlungen, der Universität und der Bibliothek viele
dieser Geschichten ungemein anschaulich erzählen, historische Prozesse verdeutlichen und ihre Ursachen aufzeigen.

Das Kulturerbe PreuSSens
eröffnet neue Perspektiven
im interkulturellen Dialog

Die außereuropäischen Sammlungen Berlins sind die größten
und bedeutendsten ihrer Art in Europa und zählen zu den
wichtigsten weltweit. Der Bestand aus Ethnographie, Archäologie und Kunst bildet in seiner spezifischen Zusammen­
setzung eine vielfältige Basis für eine breite Darstellung der
Kunst- und Kulturgeschichte Afrikas, Amerikas, Asiens,
Aus­traliens und Ozeaniens, wobei es die ambivalenten Beziehungen zu den Europäern stets einzuschließen gilt. Heute
interessieren sich die Nachfahren derjenigen Völker, deren
Hinterlassenschaften insbesondere im 18. und 19. Jahrhundert von Europäern zusammengetragen wurden, in zunehmen­
dem Maße für diese Bestände. Sie betrachten sie als bedeutende Zeugnisse ihrer Geschichte, und in vielen Fällen sind
es die einzigen Dokumente ihrer Art, die Kolonialzeit, Missionierung und Modernisierung unbeschadet überstanden haben.
Doch die Berliner Sammlungen bilden nicht nur ein Zeugnis
der Vergangenheit, sondern sie bieten gerade im Zusammenhang mit der Globalisierung auch wichtige Ansatzpunkte zu
Fragen nach kultureller Identität. Dies werden die Ausstel­
lungen im Humboldt-Forum berücksichtigen.
Dabei genügt es heute nicht mehr, nur die Sichtweise
des europäischen Forschers gelten zu lassen. In verschiedenen Projekten erproben wir bereits neue Formen der Zusammenarbeit mit indigenen Gruppen. Ob Amazonas-Indianer oder
Yup’ik-Eskimo: In einer Art Perspektivwechsel werden ihre
Kenntnisse über die Objekte und ihre Vorstellungen von einer
angemessenen Präsentation unsere Formen des Umgang mit
den Exponaten bereichern. Nur so können wir unsere Sichtweise objektivieren!
Wenn heute Mitarbeiter des Museums für Asiatische
Kunst gemeinsam mit ihren Kollegen aus der nordwestchinesischen Provinz Xinjiang die buddhistischen Felsmalereien,
die bei den deutschen Turfan-Expeditionen im frühen
20. Jahrhundert entdeckt wurden, erforschen und in Berlin
befindliche Materialien auf virtuelle Weise mit noch vor Ort
Vorhandenem zusammenführen, dann wird beispielhaft
gemeinsame Verantwortung für die Pflege und den Erhalt
kulturellen Erbes übernommen.
Gleichberechtigter kultureller und wissenschaftlicher
Aus­tausch muss der Maßstab sein, weil Europa längst nicht
mehr das Weltdeutungszentrum ist. Wenn auch Besucher

43

aus Asien oder die Nachfahren indigener indianischer oder
afrikanischer Gesellschaften eines Tages mit dem gleichen
Gefühl das Humboldt-Forum besuchen wie wir Europäer die
Berliner Museumsinsel, den Louvre oder den Prado, dann
hätte das Humboldt-Forum eines seiner vornehmsten Ziele
erreicht.
War die Berliner Museumsinsel als „Freistätte für Kunst
und Wissenschaft“ mit der Kunst und Kultur Europas und des
Nahen Ostens die große Vision des 19. Jahrhunderts, so ist
das Humboldt-Forum im Berliner Schloss die Weiterentwicklung dieser Vision zu Beginn des 21. Jahrhunderts. Wir stellen
uns damit der Aufgabe, auf die Erfordernisse einer globalisierten Welt angemessen zu reagieren. Es ist eine besondere
Geste, dass Deutschland an seinem vornehmsten Platz im
historischen Zentrum seiner Hauptstadt diese Herausforderung annimmt. Sie besteht darin, dort einen Ort für einen
neuen Zugang zu den Kulturen der Welt zu schaffen, der kein
rein museales Zentrum sein wird, sondern auch Brücken aus
der Vergangenheit zu den drängenden Themen und Fragen
unserer Zeit zu schlagen vermag.
Die Gleichberechtigung der Weltkulturen wird im Zu­
sammenspiel mit der Museumsinsel sichtbar werden, und
Menschheitsgeschichte wird auf gänzlich neuartige Weise
kultur- und kunsthistorisch erfahrbar gemacht. „Alles
ist Wechselwirkung“, vermerkte schon der Weltgelehrte
Alexander von Humboldt. In dieser Komposition seiner
einzigartigen Sammlungen wird Berlin zu einer internatio­­nal führenden Kulturmetropole.
Auf einem solchen Nährboden wächst das Wissen über
die Welt. Wissen und Bildung sind die entscheidenden
Schlüssel zu Respekt und Toleranz gegenüber anderen Kul­
turen, ohne die ein friedliches Zusammenleben der Völker
nicht möglich ist. Und dies ist zugleich die ungemein humane
Botschaft, die hinter dem „grand projet“ Humboldt-Forum
steht. Damit beziehen wir uns – gleichsam im Rückgriff auf
das Beste von Preußen – auf unsere große Tradition als
Wissenschafts- und Kulturnation und entwickeln daraus eine
neue Vision für die Zukunft. Diese Chance dürfen wir nicht
verspielen!

Die PArtner Im
Humboldt-Forum
Stiftung Berliner Schloss –
Humboldtforum
Stiftung Preussischer
Kulturbesitz – Staatliche
Museen zu Berlin
Humboldt-Universität
zu Berlin
Zentral- und Landes­
bibliothek Berlin

45

Stiftung Berliner Schloss –
Humboldtforum

Die gemeinnützige Stiftung Berliner
Schloss – Humboldtforum wurde im
November 2009 gegründet. Sie ist
Eigentümerin und Bauherrin für das
Berliner Schloss – Humboldtforum.
Neben dieser zentralen Aufgabe koor­
diniert sie die Aktivitäten rund um das
Bauprojekt und führt auch kulturelle
Veranstaltungen durch. Die Ausein­
andersetzung mit der Identität des
his­to­rischen Ortes ist für die Stiftung
von hoher Bedeutung. Sie wird eine
Aus­stellung vorbereiten und unter
dem Titel „Historische Mitte Berlins –
Identität und Rekonstruktion“ im
Berliner Schloss zeigen.
Eine weitere wichtige Aufgabe der
Stiftung ist es, die Öffentlichkeit an
diesem einmaligen Großprojekt teil­
haben zu lassen. Die Bauherrin wird
daher während der Bauzeit unmittelbar
über den Stand der Wiederaufbaumaßnahmen berichten. Bereits heute werden interessierte Bürgerinnen und Bürger zum Dialog eingeladen. Die Stiftung
Berliner Schloss – Humboldtforum
veranstaltet dafür Foren und Ausstellungen, um frühzeitig auf die globale
Bedeutung der entstehenden Wissensund Kulturstätte in der Mitte Berlins
aufmerksam zu machen.
Faszination und Diskussion begleiten seit Beginn das Jahrhundertprojekt.
Bürgerschaftliches Engagement war
das ausschlaggebende Signal für den
Bundestag, dem großen Vorhaben zuzustimmen und öffentliche Mittel bereitzustellen. Vorrangig sei hier der Förderverein Berliner Schloss e.V. genannt,
der wichtigste Partner der Stiftung bei
der Akquisition von Spendengeldern für
die historischen Fassaden des Berliner
Schlosses. Der große und persönliche
Einsatz einzelner Personen für den

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Wieder­aufbau des Berliner Schlosses –
Humboldtforum wird heute nachhaltig
durch das Wirken der Stiftung gestärkt.
Das Berliner Schloss – Humboldt­
forum ist auch künftig auf das Enga­
gement privater Förderer angewiesen.
Die Stiftung Berliner Schloss –
Humboldtforum hat sich zum Ziel gesetzt, weitere Förderer aus der Zivil­
gesellschaft für das Vorhaben zu
gewinnen. Es erfordert einen gemeinsamen Kraftakt der Nation.
Dieser symbolkräftige Bau mit
dem einmaligen Vorhaben, Kultur und
Wissenschaft in einen lebendigen Diskurs zu bringen, braucht den Zuspruch
von Spendern oder Zustiftern, tatkräf­
tige Unterstützer und Menschen, die ein
bleibendes Zeichen der Solidarität anhand eines Vermächtnisses an diesem
historischen Ort setzen möchten. Es gibt
eine Vielzahl von Möglichkeiten, wie
jeder Einzelne zum Wiederaufbau des
Berliner Schlosses – Humboldtforum
beitragen kann. Die Stiftung Berliner
Schloss – Humboldtforum ist dafür der
richtige Ansprechpartner.
Wir freuen uns über Ihre Spende
und Ihren Beitrag zur Realisierung
des Projektes.
Spendenkonten
Deutsche Bank
Kto.-Nr.: 669411100
BLZ: 100 700 00
BIC: DEUTDEBBXXX
IBAN: DE76 1007 0000 0669 4111 00
Landesbank Berlin
Kto.-Nr.: 6000040006
BLZ: 100 500 00
BIC: BELADEBEXXX
IBAN: DE54 1005 0000 6000 0400 06

Zustiftungen und Spenden sind
steuerlich absetzbar.
Stiftung Berliner Schloss –
Humboldtforum
Fasanenstraße 87
10623 Berlin
030.318 05 72 – 0
info@sbs-humboldtforum.de
www.sbs-humboldtforum.de

Stiftung Preussischer Kulturbesitz –
Staatliche Museen zu Berlin

Mit ihren international herausragenden
Museen, Bibliotheken, Archiven und
Forschungsinstituten zählt die Stiftung
Preußischer Kulturbesitz (SPK) weltweit
zu den größten Kultureinrichtungen.
Unter ihrem Dach vereint sie alle Sparten
der kulturellen Überlieferung (Objekte,
Archivalien, Bild- und Tonquellen) und
verbindet in besonderer Weise Kunst
und Kultur mit Wissenschaft und Forschung. Die SPK ist eine der größten
außeruniversitären Forschungseinrichtungen im Bereich der Geistes- und
Sozialwissenschaften in Deutschland
und wirkt auf vielfältige Weise im Bereich der kulturellen Bildung. Die 1957
gegründete Stiftung ist aus den Sammlungen und Archiven des preußischen
Staates hervorgegangen. Heute wird sie
vom Bund und allen 16 Ländern getragen und ist damit Ausdruck der gesamtstaatlichen kulturellen Verantwortung
und der föderalen Struktur der Bundesrepublik Deutschland. Zur SPK gehören
die Staatlichen Museen zu Berlin, die
Staatsbibliothek zu Berlin, das Geheime
Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz,
das Ibero-Amerikanische Institut und
das Staatliche Institut für Musikforschung. Die organisatorische Verbundenheit der Einrichtungen hebt die
übliche Trennung von Sparten und
Materialien auf und begünstigt fächerübergreifende Projekte und Denk­­
ansätze. Dieses Modell ist ebenso zukunftsweisend wie traditionsgebunden
und verankert im Denken von Wilhelm
und Alexander von Humboldt.
Die Staatlichen Museen zu Berlin,
hervorgegangen aus dem gegründeten
„Königlichen Museum“ von Friedrich
Wilhelm III. von Preußen, bilden mit ihren
15 Sammlungen und vier Instituten ein
Universalmuseum zur Bewahrung, Erfor­

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schung und Vermittlung von Kunst- und
Kulturschätzen der gesamten Menschheitsgeschichte. Ihre Sammlungen umfassen Bereiche der europäischen und
außereuropäischen Kunst, Archäologie
und Ethnologie. Nicht Fürsten und
Könige, sondern Gelehrte und Künstler
gaben von Anfang an den Sammlungen
Profil. Neben der Hinwendung zu Einzelwerken wie dem weltberühmten Pergamonaltar oder der Büste der Nofretete
spiegeln vor allem die enzyklopädischen
Ausmaße und der systematische Auf­bau die Bildungsinteressen wider. Die
Bewahrung und Pflege der Sammlungen,
ihr Aufbau und Ausbau sowie die fortwährende wissenschaftliche Erforschung sind die Basis für eine der Bildung und der Verständigung zwischen
den Völkern verpflichtete Vermittlung.
Die Staatlichen Museen präsentieren
sich an den fünf Standorten Museumsinsel, Kulturforum Potsdamer Platz,
Charlottenburg, Dahlem und Köpenick.
Die Museumsinsel Berlin – das
Herzstück der Berliner Museumslandschaft – wurde 1999 in die Liste des
UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen.
Das Ethnologische Museum der Staat­
lichen Museen zu Berlin, dessen Sammlung weltweit eine der größten und
wichtigsten ihrer Art darstellt, vereinigt
rund 500.000 ethnographische, archäologische und kulturhistorische Objekte
aus beinahe allen Teilen der Welt.
Gemeinsam mit dem Museum für Asiatische Kunst mit seinen kostbaren Kunst­
werken des indoasiatischen Kultur­raums vom vierten Jahrtausend v. Chr.
bis in die Gegenwart und den Samm­
lungen der abendländischen und
vor­der­asiatischen Kulturen auf der
Museumsinsel Berlin verwirklicht sich
mit dem Humboldt-Forum im Schloss

die Vision einer interdisziplinären Bildungslandschaft von Weltrang.
www.preussischer-kulturbesitz.de
www.smb.museum

Humboldt-Universität
zu Berlin

Die Humboldt-Universität hat eine besondere Beziehung zum ehemaligen
Berliner Schloss. Die dort einst befind­
liche Kunstkammer, der historische Kern
der heutigen Zusammenarbeit der drei
Partner Museum, Bibliothek und Universität im Humboldt-Forum, ging bei der
Gründung der Universität 1810 in wesentlichen Teilen in deren Besitz über.
So konnte der Forschungs- und Lehr­
betrieb von Beginn an auf diesen Sammlungen aufbauen – nicht nur Texte
sollten nach dem Willen der Humboldt-­
Brüder studiert, sondern auch Objekte
begriffen werden. Diese Sammlungen,
erweitert um später dazugekommene
Exponate, wird die Humboldt-Universität
nutzen, um im Humboldt-Forum den
euro­päischen Dialog mit den Weltkul­
turen wissenschaftlich zu begleiten und
an ausgewählten Themen öffentlich zu
inszenieren. In zeitgemäßer Übersetzung
der Ideen von Wilhelm und Alexander
von Humboldt für eine Einheit von Geistes- und Naturwissenschaft, für die
Integration von text- und objektbezogener Forschung wird der ganze Reichtum
wissenschaftlicher Expertise zu den
Themen des Humboldt-Forums sicht­bar
gemacht. Dazu dienen wechselnde Ausstellungen und ein vielfältiges öffent­
liches Rahmenprogramm. Auf diese
Weise kehrt zugleich jene Verbindung
von Museum und Wissenschaft, Sammlung und Experiment, Forschung und
Vermittlung in das Schloss zurück, die
von Gottfried Wilhelm Leibniz, dem Vater
vieler Berliner und deutscher Wissenschaftseinrichtungen, einst konzipiert
wurde, dann jedoch in zahlreiche Einzel­
institutionen zerbrach. Als Einheit der
Vielfalt soll diese Verbindung mit dem
Humboldt-Forum wiederbelebt werden.

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Die Humboldt-Universität wird in ihrem
Humboldt-Labor, einem großen Aus­
stellungs- und Veranstaltungsraum,
Wissenschaft aus Berlin und den außereuropäischen Regionen zusammenführen. Forschung soll nicht nur öffentlich
präsentiert, sondern mit substanziellen
Beiträgen vorangebracht werden. Das
Humboldt-Labor wird wie jedes moderne
Forschungslaboratorium die konzentrierte Betrachtung einzelner Problemfelder, Texte und Objekte mit einer universellen Denkweise verbinden – so wie es
einst in Kunstkammern versucht wurde.
Das Wesen einer barocken Kunstkammer
lag darin, Welt als Totalität zu denken,
die Vielfalt ihrer Elemente von der Natur
über die Kunst bis zu den Wissenschaften, von einheimischen Objekten bis
zu entferntesten „Exotika“ anhand ausgewählter Objekte in einer farbenfrohen,
universellen Einheit zu zeigen und
strenge Ordnung mit spielerischer Erkenntnis zu verbinden. Gelehrte aus
aller Welt besuchten sie und begaben
sich im Angesicht der Objekte in wissen­
schaftliche Dispute. Die frühere Berliner
Kunstkammer steht freilich auch für das
Ende dieses Gesamtheitsanspruchs –
Preußens Versuch, ein Kolonialreich zu
gründen, zerbrach, und die Ganzheitsansprüche einer Institution wurden in
die Partikularansprüche der drei Nachfolger Bibliothek, Museum und Univer­
sität überführt.
Das Humboldt-Labor der HumboldtUniversität ist die in die Moderne transformierte Wissensidee der Kunstkammer. Hier wird eine objektbezogene
Form der Wissenschaft präsentiert, die
nicht im isolierten Sinne „Außereuro­
päisches“ kennt, sondern es als „das
Andere“ Europas, als europäische

Konstruktion zu sehen lehrt. Zu diesem
Zweck arbeiten hier nicht nur Vertreter
der klassischen Regionalwissenschaften, sondern Naturwissenschaftler,
Kunst- und Wissenschaftshistoriker in
vergleichend transregionalen Perspek­
tiven zusammen. Die Universität organisiert im Labor den Blick für das Ganze:
Sie verbindet die Präsentation außereuropäischer Kulturen beispielsweise mit
dem Blick auf die Natur dieser Regionen
und stellt auch globale Fragen etwa der
Klimaentwicklung und ihres Einflusses
auf Kultur. Sie stellt sicher, dass im
Humboldt-Forum die europäische Sicht
mit außereuropäischen Sichten auf
Europa kontrastiert wird, etwa durch
die Einladung von Wissenschaftlern
und Künstlern der im Humboldt-Forum
präsentierten Regionen. So zeigt sie
Kultur und Wissenschaft auch in ihrem
Entstehungsprozess und gibt ihnen
im Humboldt-Forum eine Bühne.
www.hu-berlin.de

Zentral- und Landes­
bibliothek Berlin

Die Zentral- und Landesbibliothek Berlin
(ZLB) ist die größte öffentliche Bibliothek in Deutschland. In ihren beiden
Häusern – der Amerika-Gedenkbibliothek in Kreuzberg und der Berliner
Stadt­bibliothek in Mitte – werden über
3,4 Millionen gedruckte und elektro­
nische Medien zur freien Nutzung angeboten. Täglich wird die ZLB von bis zu
5.000 Gästen besucht – sie ist eine der
meistfrequentierten Kultureinrichtungen Berlins.
Die Bibliothek verfügt über einen
attraktiven Belletristik-, Musik- und
Filmbestand und über multimedial ausgestattete Bereiche für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Sie bietet Fachbestände und Datenbanken zu allen
geistes- und naturwissenschaftlichen
Disziplinen. Als Berliner Landesbibliothek bekommt sie jeden in Berlin ver­
öffentlichten Text sowie Daten- und
Tonträger als Pflichtabgabe und beherbergt einen vorzüglichen Bestand zur
Geschichte und Gegenwart Berlins.
1995 entstand die Stiftung Zentralund Landesbibliothek Berlin aus der
Fusion der Berliner Stadtbibliothek am
Schloßplatz im Ostteil und der AmerikaGedenkbibliothek am Halleschen Ufer im
Westteil Berlins. Sie ist ein gelungenes
Ergebnis der deutschen Wiedervereinigung in der Hauptstadt.
In das Humboldt-Forum werden die
besonders beliebten Abteilungen Kunst,
Musik, Film sowie die Kinder- und Jugendbibliothek einziehen und eine Fläche von 4.000 Quadratmetern bespielen.
Die ZLB wird dort innovative Angebote
präsentieren und ein breites Spektrum
verschiedener Medienarten bereit­
stellen – vom klassischen Buch über
Hörbücher, CDs und DVDs bis hin zu

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digi­talen Angeboten und Services für
Smart­phones. Diese Vielfalt wird in
modernen und gestalterisch anspruchs­
vollen Umgebungen angeboten, die zum
Aufenthalt einladen.
Ihre Rolle im Humboldt-Forum sieht
die ZLB darin, die Objektwelt der Museen
der SPK und der Sammlungen der Humboldt-Universität durch ein attraktives
Medienangebot zu ergänzen und damit
die kontinuierliche Auseinandersetzung
und die Nachhaltigkeit im Dialog der
Kulturen zu fördern. Durch die motivierende Atmosphäre und die Mischung
aus traditionellen und neuen Medien
strebt die ZLB an, Menschen unterschiedlicher Herkunft für Bildung, Kultur
und Kreativität zu begeistern und ein
tolerantes und offenes Weltverständnis
zu fördern.
Die ZLB ist eine kundenorientierte
Dienstleistungseinrichtung mit einem
festen Platz in der Wissensgesellschaft
des 21. Jahrhunderts. Sie setzt sich
dafür ein, Menschen einen freien Zugang
zu Wissenschaft, Kunst und Unterhaltung zu ermöglichen und ihre persön­
lichen Chancen für eine aktive Mitgestaltung der Gesellschaft zu erweitern.
www.zlb.de

Impressum
Herausgeber
Stiftung Berliner Schloss –
Humboldtforum
Fasanenstraße 87
10623 Berlin
Tel.: 030.318 05 72 – 0
Fax: 030.318 05 72 – 13
info@sbs-humboldtforum.de
www.sbs-humboldtforum.de
Verantwortlich für den Inhalt (V.i.S.d.P.)
Manfred Rettig
Sprecher des Vorstands
der Stiftung Berliner Schloss –
Humboldtforum
Redaktion und Koordination
Bernhard Wolter
Carolin Herms
Beratung und Gestaltung
Stan Hema Agentur für
Markenentwicklung GmbH
www.stanhema.com
Druck
Krögers Buch- und Verlagsdruckerei GmbH, Wedel
Zitat auf der Titelseite:
„Soviel Welt mit sich verbinden
als möglich“
nach Wilhelm von Humboldt

Berlin, Februar 2011

Bildnachweise
Seiten 1, 3, 23 unten, 52: © Stiftung Berliner
Schloss – Humboldtforum/Franco Stella;
Seite 4: © Stiftung Berliner Schloss – Humboldt­
forum/Franco Stella; Seite 7: © Morley Von
Sternberg/Arcaid/Corbis; Seiten 10, 11: © bpk/
DOM publishers, Fotograf: Peter Sondermann,
Fotomontage: Stiftung Berliner Schloss –
Humboldtforum/Franco Stella; Seite 12, 13:
© Stiftung Berliner Schloss – Humboldtforum/
Franco Stella; Seite 16: © bpk/Kupferstich­
kabinett, Staatliche Museen zu Berlin, Detail
der Zeichnung; Seite 18, 19: © Stiftung Berliner
Schloss – Humboldtforum, Fotografin: Carolin
Herms; Seite 21 oben: © Zentral- und Landes­
bibliothek Berlin, Fotograf: Jens Gehring; Seite
21 unten: © Zentral- und Landesbibliothek
Berlin, Fotograf: Jens Gehring; Seite 22: © bpk,
Fotograf: Reinhard Friedrich; Seite 23 oben:
© bpk, Fotograf: Reinhard Görner; Seite 24:
© Staatliche Museen zu Berlin, Fotograf: Jürgen
Liepe; Seite 25: © Staatliche Museen zu Berlin,
Fotografin: Claudia Obrocki; Seite 26, 27:
© Staatliche Museen zu Berlin, Fotograf:
Dietrich Graf; Seite 29: © bpk; Seite 30: © bpk,
Künstler: Georg Forster; Seite 32, 1. Reihe links:
© Staatliche Museen zu Berlin, Fotograf: Jürgen
Liepe; 1. Reihe Mitte: © Staatliche Museen zu
Berlin, Fotograf: Jürgen Liepe; 1. Reihe rechts:
© Staatliche Museen zu Berlin, Fotografin:
Claudia Obrocki; 2. Reihe links: © Staatliche
Museen zu Berlin, Fotograf: Martin Franken;
2. Reihe Mitte: © Staatliche Museen zu Berlin;
3. Reihe links: © Staatliche Museen zu Berlin;
3. Reihe rechts: © Staatliche Museen zu Berlin,
Fotografin: Waltraud Schneider-Schütz; 4. Reihe
links: © Staatliche Museen zu Berlin, Fotografin:
Claudia Obrocki; 4. Reihe Mitte: © Staatliche
Museen zu Berlin, Fotograf: Dietrich Graf;
4. Reihe rechts: © Staatliche Museen zu Berlin,
Fotograf: Martin Franken; Seite 34, 36: © Edith
Held/Corbis; Seite 35 oben: © Haus der Kulturen
der Welt, Fotograf: Sebastian Bolesch; Seite 35
unten: © Simon Jarratt/Corbis; Seite 39: © Jan
Scherders/moodboard/Corbis; Seite 41, 42:
© Staatliche Museen zu Berlin, Fotografin:
Elisa Bauer

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