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Full text: Rathausblock / Ruhlsdorfer Straße in Friedrichshain-Kreuzberg

Rathausblock / Ruhlsdorfer Straße
in Friedrichshain-Kreuzberg

Vorbereitende Untersuchungen nach § 141 Baugesetzbuch

Zweck der Vorbereitenden Untersuchungen
Anlass der Vorbereitenden
Untersuchungen



Beteiligung der Öffentlichkeit und
aller relevanten öffentlichen Institutionen an den Verfahrensschritten

Das Wachstum Berlins und die starke

zur Klärung der Mitwirkungsbereit-

Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum

schaft.

stellen große stadtentwicklungspolitische
Herausforderungen dar. Der Rathaus-

Die Ergebnisse dieses Prozesses sind

block mit dem Dragonerareal soll in den

Grundlage für die Entscheidung des Lan-

nächsten Jahren sozialverträglich entwi-

des Berlin, ob ein Sanierungsgebiet mit

ckelt werden.

einer Rechtsverordnung förmlich festge-

Der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg von

setzt werden soll oder ob andere städte-

Berlin hat im Mai 2015 den Beschluss zur

bauliche Verfahren zum Einsatz kom-

Aufstellung des Bebauungsplans “Drago-

men.

nerareal“ zur stadt- und sozialverträglichen Entwicklung des Standortes gefasst.

Beteiligung und Mitwirkung

Im August 2015 beschloss der Senat von
Berlin die Einleitung von Vorbereitenden

Vorbereitende Untersuchungen sind ein

Untersuchungen für den Rathausblock

Fachbegriff der Stadtplanung und im

mit dem Dragonerareal und die nördlich

Baugesetzbuch geregelt. Die Festlegung

angrenzenden Blöcke. Im Ergebnis sollen

eines Sanierungsgebietes hat einerseits

bis Mai 2016 abgestimmt sein:

zusätzliche Genehmigungen und Steuer-




eine integrierte Strategie für das

ungsmöglichkeiten

Gebiet,

umfasst andererseits bestimmte Förde-

Entwicklungsziele und ein sozialver-

rungsmöglichkeiten. Es sind folgende

trägliches Rahmenkonzept für das

Beteiligungsschritte im Gesetz vorge-

Dragonerareal

schrieben:

mit

Wohnen,

Gewerbe und Kultur,




zur

Folge

und

Beteiligung und Mitwirkung der

Vorschläge zur Steuerung der Ent-

Betroffenen

wicklung.

Mieter*innen, Pächter*innen und

(Eigentümer*innen,

sonstige Betroffene). Hierzu wird es
Der Einbeziehung der Bürgerinnen und

Veranstaltungen

Bürger sowie der Akteure im Gebiet

Möglichkeiten geben, sich mit Anre-

kommt hierbei eine besondere Bedeu-

gungen in die Planung einzubringen.

tung zu.



und

zusätzliche

Auskunftspflicht von Eigentümer*
innen und Nutzer*innen.

Inhalt der Vorbereitenden
Untersuchungen



18,8 ha

Einwohner (31.12.2014):

2.185

Zahl der Wohnungen (2011):

918

cher Aufgabenträger, damit rele-



Bearbeitung seit Oktober 2015



1. Bürger*innenveranstaltung im

Schul- und Kitaplätzen, Umweltan-

§ 141 Baugesetzbuch gliedern sich in fol-

forderungen) in die planerischen

gende Arbeitsschritte:

Überlegungen eingehen

Erfassung und Analyse aller Prob-

Dezember 2015


Das Dragonerareal: zentrale Aufgabe im Untersuchungsgebiet

2. Bürger*innenveranstaltung
voraussichtlich im März 2016



leme und Mängel sowie bereits vor-

wachsende Ausstellung ab 21. Dezember 2015 im Rathaus Kreuzberg

liegender Planungsziele,


Größe:

Terminplanung

nach



Untersuchungen

Untersuchungsgebiet

Beteiligung und Mitwirkung öffentlivante Belange (z.B. Bedarf nach

Vorbereitende

Abgrenzung des Untersuchungsgebietes (dicke schwarze Linie)



Formulierung eines Leitbildes und

Abschluss der Vorbereitenden Untersuchungen voraussichtlich im Mai

von konkreten Maßnahmen,

2016
Finanzamt Friedrichshain-Kreuzberg

Bezirksamt
Friedrichshain-Kreuzberg

Rathausblock / Ruhlsdorfer Straße
in Friedrichshain-Kreuzberg

Vorbereitende Untersuchungen nach § 141 Baugesetzbuch

Historische Entwicklung des Gebietes
Anfang des 18. Jahrhunderts werden

Seit den 1920er Jahren wird das Kaser-

südlich des Halleschen Tores Friedhofs-

nengelände nicht mehr militärisch son-

flächen angelegt.

dern zivil genutzt: das Mannschaftsgebäude

durch

das

Finanzamt,

die

Zwischen 1840 und 1850 wird auf der

Stallgebäude sowie die Freiflächen durch

Grundlage einer Planung von Peter

Kfz- oder Kfz-affine Betriebe. In dieser

Joseph Lenné der alte Schafgraben zum

Zeit enstehen auch die Tankstelle an der

Landwehrkanal

einer

Obentrautstraße und das Bürogebäude

Berliner

“Rheinlandhaus“ in Verlängerung des

ausgebaut

Umschiffungsmöglichkeit

–

der

Innenstadt.

Mannschaftsgebäudes.

Luftbild, 1943

Südlich wird orientiert zur Yorckstraße
1855 wird die Kaserne für das 1. Garde-

das neue Bezirksamt Kreuzberg einge-

Dragoner-Regiment mit Mannschaftsge-

richtet.

Falckensteinplan, Weichbild Berlin, 1846

bäude und dahinter liegenden Stall- und
Funktionsgebäuden

am

heutigen

1952-1958 entsteht für das Rathaus

Mehringdamm fertiggestellt. Sie ent-

Kreuzberg ein moderner Komplex mit

stand auf früheren Weideflächen – auch

Hochhaus an der Yorckstraße.

als Upstall bezeichnet. Der Grundstückszuschnitt folgt den damals bestehenden

1966 werden das Rheinlandhaus und ver-

Wegeverbindungen

(heute

bliebene Bebauung im Block östlich der

Mehringdamm), Norden (heute Oben-

Ruhlsdorfer Straße abgerissen, um die

trautstraße) und Nordwesten (heute

direkte

nicht mehr existente Wegeverbindung

damm-Wilhelmstraße/Stresemannstraße

Richtung Ortskern Schöneberg) sowie

und die U7-Verlängerung zu realisieren.

im

Osten

den Flurgrenzen.
Im Laufe der Jahrzehnte bis 1918 werden

Straßenverbindung

unter Denkmalschutz stehendes Stallgebäude

Mehring-

Sineck Plan, 1856

Schlussfolgerungen

verschiedene Ergänzungen und kleinteilige Umbauten für die Kaserne vorge-

Das Dragonerareal ist bis heute durch

nommen.

eine besondere Bebauung und Nutzung
geprägt. Es grenzt sie deutlich von den

Der Hobrechtplan von 1862 definiert die

umgebenden und überwiegend in der

heutigen Straßen und Blöcke. Die Parzel-

Kaiserzeit entstandenen Blockbebauun-

lierung der verbliebenden Flächen und

gen ab und ist nur eingeschränkt

deren Bebauung führen ab ca. 1870 zu

zugänglich.

Auszug aus der Denkmalkarte mit den
geschützten Gebäuden und Bereichen.

Straubeplan, 1910

einer schrittweisen Auffüllung mit Wohnund

Gewerbebauten

hoher

Dichte

(“Mietskasernen“ und Gewerbehöfe).
1902 wird die Hochbahnlinie entlang des
Landwehrkanals eröffnet.
Das Regiment ist aktiv an der Niederschlagung des “Spartakusaufstandes“ im
Januar 1919 mit schweren Übergriffen
(Mißhandlungen, Erschießungen) beteiligt.
Der Bebauungsplan VI-92 von 1966 setzt für das Dragonerareal eine gewerbliche Nutzung fest.
Die damals geplante Verbreiterung der Obentrautstraße wurde mittlerweile aufgegeben.

Bezirksamt
Friedrichshain-Kreuzberg

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in Friedrichshain-Kreuzberg

Vorbereitende Untersuchungen nach § 141 Baugesetzbuch

Vorgefundene Situation
Im Gebiet sind vielfältige städtebauliche

Substanzschwächen

Funktionsschwächen

Missstände (§ 136 Baugesetzbuch) vorzufinden. Zu prüfen ist, ob




ihr Umfang den Einsatz einer Sanierungsmaßnahme rechtfertigt;





dichte

zung),

Überbauung

zahlreicher

den können, d.h. die Mitwirkungsbe-

bleme und fehlende Freiflächen,

finanziellen und organisatorischen

Unternutzung von Flächen (Leerstände, geringe bauliche Ausnut-

Grundstücke, d.h. Belichtungspro



mit hohem Sanierungsbedarf,

die Missstände zügig beseitigt werreitschaft von Eigentümern und die



Gebäude, z.T. unter Denkmalschutz,

hohe Umweltbelastungen, insbeson-



Konflikte

zwischen

Wohn-

und

Gewerbenutzung,


Defizite/Mängel bei der sozialen Inf-

dere durch Lärm und Schadstoffe,

rastruktur (fehlende Angebote von

Voraussetzungen von Seiten der



sehr hoher Versiegelungsgrad,

Schule, Kitas etc) sowie bei Sport-,

öffentlichen Hand gegeben sind;



Altlastenbelastungen,

Spiel- und Grünflächen,

andere Steuerungsmöglichkeiten für



energetischer Erneuerungsbedarf.

die Gebietsentwicklung



in Frage

Barrierewirkung

durch

die

Autoverkehr dominiert den öffentlichen Raum

Ver-

kehrstrassen und monofunktionale

kommen.

Nutzung des öffentlichen Raumes
durch den Autoverkehr,


fehlende Verknüpfungen.

baulicher und energetischer Erneuerungsbedarf

Gestaltungsmängel

Nutzungskonflikte Wohnen und Arbeiten

für Spielen und Erholung ungeeignet

Umweltbelastungen

Leerstand

Bezirksamt
Friedrichshain-Kreuzberg

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in Friedrichshain-Kreuzberg

Vorbereitende Untersuchungen nach § 141 Baugesetzbuch

Bisheriger Planungsprozess für das Dragonerareal
Das Dragonerareal ist das zentrale Ent-

Dezember 2013

Frühjahr 2015

wicklungspotenzial im Gebiet. Seit rund

Die Investorin tritt vom Kauf zurück. Die

Der Haushaltsausschuss des Bundesta-

fünf Jahren gibt es Verkaufsbemühun-

Eigentümerin startet weitere Verkaufsak-

ges billigt den Verkauf. Der Finanzaus-

gen der Eigentümerin (BImA - Bundesan-

tivitäten.

schuss des zu beteiligenden Bundesrates

stalt für Immobilienaufgaben). Sie ver-

vertagt dagegen den Beschluss.

waltet und verkauft Liegenschaften des

Frühjahr 2014

Bundes im Auftrag des Bundesministeri-

Das Bezirksamt läßt städtebaulich-funk-

Mai 2015

ums für Finanzen und soll das Gelände

tionale Rahmenbedingungen erarbeiten.

Auf der Grundlage der Eckpunkte aus

möglichst hochpreisig verkaufen. Gleich-

Bürger*innenveranstaltung im November 2013

dem Februar 2013, den Diskussionser-

zeitig hat es vielfältige planerische und

Oktober 2014

politische Bemühungen gegeben, um

Das Gelände wird erneut zum Höchst-

erarbeiteten Rahmenbedingungen be-

eine einvernehmliche und sozialverträgli-

preis verkauft.

schließt der Bezirk Friedrichshain-Kreuz-

che Entwicklung zu ermöglichen. Auf der

gebnissen mit der Öffentlichkeit und den

berg am 26. Mai 2015 die Aufstellung

Tafel sind wichtige Aktivitäten und Ent-

Während des Jahres 2014

scheidungen für das Dragonerareal seit

Das Dragonerareal bleibt Thema der

areal“. Planungsziele sind u.a. die Festle-

dem Jahr 2011 zusammengefasst.

lokalen Politik und Stadtgesellschaft.

gung eines Mischgebietes mit unterge-

Stets werden eine transparente Entwick-

ordneten Gewerbegebietsflächen.

lung und die Durchsetzung sozial orien-

Oktober 2011

tierter Stadtentwicklungsziele gefordert.

des neuen Bebauungsplans “Dragoner-

Juni 2015

Die Eigentümerin beginnt mit Vermark-

Die Entscheidung zum Verkauf wird im

tungsaktivitäten. Verschiedene Gruppen

Finanzausschuss des Bundesrates erneut

aus dem Gebiet bemühen sich um einen

vertagt.

Erwerb.

August 2015

Dezember 2012

Der Senat von Berlin beschließt den

Verkauf des Gebietes zum Höchstpreis

Beginn von Vorbereitenden Untersuchungen gemäß § 141 Baugesetzbuch.

Februar 2013
Das Bezirksamt formuliert Eckpunkte für

September 2015

die städtebauliche Planung und setzt die

Der Finanzausschuss des Bundesrates

Durchführung eines “Dialogischen Pla-

stimmt gegen Verkauf des Gebietes.

nungsverfahrens“ unter Einbeziehung
der Gebietsöffentlichkeit durch.

Mai und September 2013

Handel, Handwerk und kulturelle Einrichtungen sind heute auf dem Gelände ansässig. Die unter
Denkmalschutz stehende ehemalige Tankstelle wird heute vom LPG Biomarkt genutzt.

Bezirk, Investorin und Gruppen (Upstall

Oktober 2015
Bearbeitungsbeginn der Vorbereitenden
Untersuchungen
Grundlage der Chronik: Upstall e.V.
www.upstall.de | Zugriff am 15.10.20115

Kreuzberg e.V., LPG Biomarkt, Möckernkiez e.G.) führen zwei Workshops zu den
Planungszielen durch.

November 2013
Auftaktveranstaltung “Dialogisches Planungsverfahren“

In Vorbereitung des Verkauf wurden Teile des Geländes entmietet.

Bezirksamt
Friedrichshain-Kreuzberg

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Vorbereitende Untersuchungen nach § 141 Baugesetzbuch

Vorschläge für das Leitbild
Die

Vorbereitenden

Untersuchungen

schließen eine breite Beteiligung der
Eigentümer und Gewerbetreibenden, der
Bewohner*innen sowie der engagierten
Vereine und Initiativen ein. Bitte nutzen
Sie die Möglichkeiten, Ihre Hinweise und
Anregungen in die Planung einzubringen!
Sie können


an zwei Bürger*innenveranstaltungen zur Information und Diskussion
teilnehmen,



Hinweise in unseren “Kasten für
Anregungen“ hinterlegen oder eine
Email an u.dittfurth@planergemeinschaft.de senden,



Stellungnahmen abgeben, wenn im
Frühjahr 2016 die Zwischenergebnisse der Untersuchung vorgestellt
werden.

Das Untersuchungsgebiet liegt im Spannungsfeld von vielfältigen Problemen
und Chancen. Ein längerer Planungs- und
Diskussionsprozess ging bereits den Vorbereitenden Untersuchungen voraus. Die
Ergebnisse spiegeln sich in ersten Zielen
für den Aufstellungsbeschluss für den
Bebauungsplan “Dragonerareal“ sowie
für die Vorbereitenden Untersuchungen
wider. Die Ziele sind auf dieser Tafel
zusammengefasst dargestellt.

Welche Positionen haben Sie zu den folgenden Fragen? Sie können uns Ihre Antworten über den “Kasten für Anregungen“ oder per Email zuleiten.


Welche Ziele sind Ihnen besonders
wichtig?



Welche Ziele sind weiter zu konkretisieren?



Zu welchen Zielen gibt es Widerspruch, was sollte geändert werden?

Allgemeine Entwicklungsziele
Entwicklung im Kontext

Städtebauliche Prinzipien
Eine Neubebauung auf dem Dragonerareal soll sich hinsichtlich der Höhenent-

Das Dragonerareal bildet den Schwer-

wicklung an das umgebende Umfeld

punkt des städtebaulichen Handlungs-

anpassen und vom denkmalgeschützten

bedarfs im Gebiet. Seine Entwicklung

Bestand unterscheiden.

muss sich jedoch unter Beachtung und

Die Entwicklung des Dragonerareals darf

im Kontext der umgebenden Blöcke und

die Nachbarschaft nicht beeinträchtigen.

der stadträumlichen Lage vollziehen.

Die Erschließung soll über die bestehen-

Auch im direkten Umfeld sind Probleme

den Zufahrten am Mehringdamm erfol-

vorzufinden, die es durch geeignete

gen.

Maßnahmen abzubauen gilt.

Umweltziele beachten

Unterbringung von Wohnfolgeeinrichtungen

Umweltbelange sind ein wichtiger Aspekt

Bei einer städtebaulichen Neugestaltung

bei der Entwicklung in der hochverdichte-

auf dem Dragonerareal ist die Versor-

ten Innenstadt. Generell sollen Ansätze

gungssituation - für die neue Nutzung

einer stadtökologischen und energetisch

wie für die Umgebung - zu berücksichti-

klugen Neubau- und Bestandsentwick-

gen. Das Gelände bietet das Potenzial für

lung umgesetzt werden.

die Unterbringung von sozialer Infra-

Ziele für das Dragonerareal

Schon im November 2013 wurde mit betroffenen Bürger*innen über Analyse und Ziele diskutiert. Die Vorbereitenden Untersuchungen knüpfen daran an.

struktur, Frei-, Sport- und Spielflächen.

Gemischte Stadt
Es wird die Entwicklung eines gemischten, urbanen Quartiers, d.h. eines Mischgebietes mit überwiegendem Wohnanteil
angestrebt.
Es ist zu prüfen, inwieweit bestehende
gewerbliche Nutzungen auf dem Gelände in eine Neuentwicklung integriert
werden können.

Sozialverträglicher
Wohnungsbau
Um eine ausgewogene soziale Mischung
zu erreichen, soll ein nennenswerter
Anteil preiswerter Mietwohnungen realisiert werden.

Denkmalbestand beachten
Der historisch wertvolle Denkmalbestand
ist zu beachten. Die Aufnahme der historischen Figur soll sich hauptsächlich auf
die städtebauliche Struktur (“Höfe“) und
deren Kubatur beschränken.
Wünsche und Anforderungen aus der Stadtgesellschaft (November 2013)

Bezirksamt
Friedrichshain-Kreuzberg

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Vorbereitende Untersuchungen nach § 141 Baugesetzbuch

1. Bürger*innenveranstaltung am 8.12.2015
Am 8. Dezember 2015 von 18.00 bis

Die wichtigsten inhaltlichen Ergebnisse

21.00 Uhr folgten ca. 120 interessierte

der 1. Bürger*innenveranstaltung sind:

Bürger*innen der Einladung der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und



Viele Teilnehmende wünschen sich

Umwelt in den BVV-Saal im Rathaus

eine Entwicklung mit einem hohen

Kreuzberg, um sich über die Vorbereiten-

Anteil Sozialwohnungen/ bezahlba-

den Untersuchungen zu informieren. Die

ren Wohnungen (bis zu 100%).

Veranstaltung sollte zugleich genutzt

Andere Wohnformen, wie Genossen-

werden, Einschätzungen und Meinungen

schaftswohnen, wurden ebenfalls

der lokalen Akteur*innen kennenzuler-

vorgeschlagen.

nen und zu diskutieren.



Es soll dafür Sorge getragen werden, dass sich Mietverhältnisse in

Nach einem fachlichen Input zur Aufgabe

den bestehenden Wohngebäuden

und zum Verfahren der Vorbereitenden

des

Untersuchungen

thematische

sichtlich der Miethöhen sozialver-

Arbeitsgruppen angeboten. Hierbei ging

träglich entwickeln. Es wird auf die

es vor allem um das Sammeln von Hin-

soziale

weisen zur Situation im Untersuchungs-

angrenzenden Blöcken verwiesen.

wurden

gebiet sowie von Positionen und Anmer-



Untersuchungsgebietes

hin-

Erhaltungsverordnung

in

Das bestehende lokale Gewerbe auf

kungen der lokalen Akteur*innen zu

dem Dragonerareal soll in der Ent-

möglichen Zielen.

wicklung berücksichtigt und mög-

Folgende Themenschwerpunkte wurden

lichst gesichert werden.

vorbereitet und in selbstorganisierten



Die Entwicklung auf dem Dragonerareal soll vielfältige Nutzungen -

Arbeitsgruppen diskutiert:

Wohnen, Gewerbe, Kultur, Grünflä

Denkmalschutz

und

historische

chen - ermöglichen.

Spuren

Die Zugänglichkeit und Querbarkeit



Städtebau und Erschließung

des Areals soll verbessert werden.



Nutzungsmischung




und

soziale



Die Teilnehmenden äußerten den

Mischung

Wunsch nach Möglichkeiten und

Soziale Infrastruktur, Grün und Kli-

Räumlichkeiten für die Kommunika-

maschutz

tion aller Generationen über die

Fragen zum Verfahren/ Beteiligung

Zukunft des Gebietes.

(Vorschlag der Anwesenden)



Es wird die Erwartung nach einer
transparenten Planung unter mög-

In den verschiedenen Arbeitsgruppen

lichst breiter Beteiligung formuliert.

tauschten sich die Teilnehmenden enga-

Die Planungsverfahren sollen zeit-

giert und konstruktiv aus. Die Ergebnisse

lich und inhaltlich abgestimmt erfol-

wurden im Anschluss im Plenum vorge-

gen sowie Ziele und Inhalte mög-

stellt.

lichst

frühzeitig

kommuniziert

werden.
Die nachfolgenden Fotos dokumentieren
den Arbeitsprozess.

Bezirksamt
Friedrichshain-Kreuzberg

Rathausblock / Ruhlsdorfer Straße
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Vorbereitende Untersuchungen nach § 141 Baugesetzbuch

Ergebnisse aus den Arbeitsgruppen
Denkmalschutz und historische Spuren

Nutzungsmischung und soziale Mischung

Städtebau und Erschließung

Bezirksamt
Friedrichshain-Kreuzberg

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Vorbereitende Untersuchungen nach § 141 Baugesetzbuch

Ergebnisse aus den Arbeitsgruppen
Soziale Infrastruktur, Grün und Klimaschutz

Fragen zum Verfahren/ Beteiligung

Bezirksamt
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Vorbereitende Untersuchungen nach § 141 Baugesetzbuch

1. Bürger*innenveranstaltung am 8.12.2015

Bezirksamt
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Vorbereitende Untersuchungen nach § 141 Baugesetzbuch

Beteiligungswerkstatt am 30.1.2016
Am 30. Januar 2016 fand von 11.00 bis

Themen der Arbeitsgruppen waren:

16.00 Uhr auf Einladung der Senatsverwaltung

für

Stadtentwicklung

und



soziale Infrastruktur, Verkehr,
öffentlicher Raum

Umwelt die Beteiligungswerkstatt zum
Entwurf von Leitlinien für die städtebau-



Städtebau und Denkmalschutz

liche Entwicklung des Untersuchungsge-



Wohnen / Gewerbe / Nutzungsmischung

bietes statt. Veranstaltungsort war das
Bildungs- und Technologiezentrum der
Handwerkskammer

Berlin,



Nachhaltig leben, wohnen und
arbeiten

Mehring-

damm 14. Rund 40 Vertreter*Innen von
Institutionen und Initiativen sowie im

Die zum Teil sehr konkret formulierten

Gebiet lebende und arbeitende Personen

Ziele der Arbeitsgruppen sind auf den

nahmen an der Veranstaltung teil.

folgenden Tafeln dargestellt. Sie fließen
in die Erarbeitung des Entwurfes der Ent-

Ein fachlicher Input erläuterte zunächst

wicklungsziele ein.

das Planungsverfahren und die Möglichkeiten, die der Einsatz des besonderen

Besonders engagiert vorgetragen wurden

Städtebaurechts für die Steuerung der

von den Teilnehmenden die Forderung

Entwicklung des Gebietes bietet.

nach Schaffung eines hohen Anteils
bezahlbaren Wohnraums („100%-Forde-

Den Abschluss der ersten Rückfrage- und

rung“ = 100% kommunal, 100% bezahl-

Diskussionsrunde bildete die Verlesung

bar). Dieses wohnungspolitische Ziel

einer

wurde

gemeinsamen

Erklärung

von

von

vielen

Anwesenden

als

Mieter*Innen des Dragonerareals sowie

gesamtstädtisch bedeutsam charakteri-

mehrerer Kreuzberger Initiativen. Die

siert. Das Gebiet soll für Kreuzberg und

Erklärung ist auf der Tafel abgebildet.

Berlin einen Beitrag leisten, dringend
benötigten und bezahlbaren Wohnraum

Im zweiten Teil der Veranstaltung wurde

anzubieten. Die Forderung nach günsti-

in vier selbstorganisierten Arbeitsgrup-

gen

pen diskutiert. Inhaltliche Grundlagen

zudem auf vorhandene und zukünftige

hierfür waren die in der ersten Veranstal-

gewerbliche und sozio-kulturelle Ange-

tung am 8. Dezember 2015 vorgestellten

bote im Gebiet.

Leitlinien zur Entwicklung des Dragonerareals des Landes Berlin sowie die dort
vorgetragenen Vorschläge der Betroffenen. Weiterhin floss ein Überblick über
den gegenwärtigen Stand der Analyse
der Missstände im Untersuchungsgebiet
und bestehender Planungsabsichten in
die Diskussionen ein.

Bezirksamt
Friedrichshain-Kreuzberg

Mietkonditionen

erstreckt

sich

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Vorbereitende Untersuchungen nach § 141 Baugesetzbuch

Beteiligungswerkstatt am 30.1.2016

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Beteiligungswerkstatt am 30.1.2016

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Vorbereitende Untersuchungen nach § 141 Baugesetzbuch

Beteiligungswerkstatt am 30.1.2016

Bezirksamt
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Vorbereitende Untersuchungen nach § 141 Baugesetzbuch

Stärken und Schwächen im Überblick
Stärken

7. Die Nähe zu siedlungsnahen Grünflächen wie dem Tiergarten, der Hasen-

1. Das Gebiet liegt zentral in der Innen-

heide, dem Tempelhofer Feld und

stadt Berlins, etwa auf halbem Weg

insbesondere dem neuen Gleisdreieck-

zwischen City Ost und City West und

park bildet einen wichtigen Ausgleich

mit noch geringerer Distanz zum

für geringes wohnungsnahes Grün

Potsdamer Platz und dem Regie-

und die dichte Baustruktur.

rungsviertel.

8. Das breite Interesse von Betroffenen

2. Die U-Bahn stellt – mit drei Zugangs-

bzw. engagierten Bürgerinnen und

punkten – direkte Verbindungen in

Bürgern der Stadtgesellschaft im Rah-

weite Teile des Stadtgebietes her.

men der Vorbereitenden Untersu-

Durch Buslinien und Umsteigemög-

chungen zeigt die Mitwirkungsbereit-

lichkeiten zur S-Bahn sind weitere

schaft

Ziele (zu Naherholungsgebieten, Fern-

Veränderungen.

bahnhöfen) ebenfalls bequem zu
erreichen.

an

den

angestrebten

Schwächen

3. Das Gebiet liegt unmittelbar im westlichen Kreuzberger Zentrum mit viel-

1. Viele Gebäude aus der gründerzeitli-

fältigen öffentlichen und privaten

chen Epoche weisen mittleren bis

Angeboten an Bildung, Kultur, öffent-

hohen Instandsetzungs- und Moder-

lichen Einrichtungen, Einzelhandel,

nisierungsbedarf, auch aus energeti-

Gastronomie, Dienstleistungen, Hand-

schen Gesichtspunkten, auf.
2. Die dichte Baustruktur mit ihrer

6. Die denkmalgeschützte Bausubstanz,

engen Nachbarschaft aus Wohnen

insbesondere auf dem Dragonerareal,

bietet

und Arbeiten schafft auch Probleme:

ist durch Überformung und schlechter

Lebensqualität und Arbeitsmöglich-

durch Emissionen und Flächenkonkur-

Instandhaltung in einem dringend

keiten für unterschiedliche Qualifika-

renzen, z.B. bei der Freiflächennut-

erneuerungsbedürftigen Zustand.

tionen und Lebensentwürfe.

zung.

werk. All dies vermischt sich mit dem
Wohnen

zur

„Kreuzberger

unverwechselbaren
Mischung“,

7. Es fehlen Angebote der sozialen Infra-

überwiegend

3. Erfolgte Umwandlungen von Miet- in

struktur und des öffentlichen Grüns

durch das Straßenraster des Hob-

Eigentumswohnungen und angenom-

in unmittelbarer Nachbarschaft zum

rechtplanes und die gründerzeitliche

mene Zweckentfremdungen für Feri-

Wohnen.

Bebauung geprägt – ist weitgehend

enwohnungen zeigen, dass die beste-

attraktive Fuß- und Radwegverbin-

erhalten und adressen- und identi-

hende

dungen.

tätsbildend.

Gebiet potenziell gefährdet ist.

4. Die

Stadtstruktur

–

5. Das Dragonerareal, mit dem denkmal-

Bevölkerungsstruktur

im

fehlen

den motorisierten Individualverkehr

geschützten Finanzamt als äußere

ortsüblichen

der

verursacht erhebliche, z.T. grenzwert-

Markierung und den großen Potenzi-

Angebotsmieten geht einher mit einer

übersteigende Emissionen, bedeutet

alflächen im Blockinneren, bietet die

merklichen Veränderung der Bevölke-

in vielen Straßen Barrierewirkung und

Chance,

rungs- und Sozialstruktur.

Gefährdung und schränkt Nutzung

vielfältige

Nutzungen

in

und

hinaus

8. Die hohe Verkehrsbelastung durch

4. Ein überdurchschnittlicher Anstieg der
Vergleichs-

Darüber

5. Das Dragonerareal, gegenüber dem

und Gestaltbarkeit des öffentlichen

Umfeld und der Lage in der Stadt

Raumes für andere als Verkehrszwe-

6. Die Nachbarschaft zum Sanierungsge-

ohnehin gering genutzt, weist erheb-

cke massiv ein.

biet Südliche Friedrichstadt mit seinen

liche Leerstände auf. Hier liegt ein

besonderen kulturellen Angeboten

großes Potenzial, das zur Minderung

sind durch die bauliche Dichte und

einerseits und dem lebhaften „Berg-

des Wohnungsmangels, insbesondere

hohe Versiegelung, verstärkt durch

mannkiez“ andererseits, verortet das

für bezahlbaren Wohnraum aktivier-

die Belastungen durch die Emissionen

Gebiet in einem stark nachgefragten

bar wäre.

aus Heizung und Verkehr, schlecht.

einem besonderen städtebaulichen
Raum zu schaffen.

städtischen Raum.

Bezirksamt
Friedrichshain-Kreuzberg

9. Die stadtklimatischen Bedingungen

Rathausblock / Ruhlsdorfer Straße
in Friedrichshain-Kreuzberg

Vorbereitende Untersuchungen nach § 141 Baugesetzbuch

Vorschlag für Leitbild, Leitlinien und Rahmenplan

Nachfolgende Ziele für die Gebietsent-

Leitbild

Verdichtung und funktionale Ergänzung

Der Geschichte Platz geben

wicklung wurden formuliert aus:

Hier ist der richtige Ort für die zukunfts-

soll sich behutsam in den Bestand einfü-

Das Gebiet ist nicht nur städtebaulich

gen.

von Bedeutung, sondern auch stadt-



den bestehenden Planungen,

fähige Weiterentwicklung der urbanen



den Ergebnissen der Analyse,

Kreuzberger Mischung aus Wohnen, Kul-



der Abfrage von Behörden sowie

tur und Arbeit. Dies geschieht bei Wah-

Ergänzungen für Verbesserungen nutzen



den Beteiligungsverfahren.

rung der sozialen Mischung und Stär-

Die zentrale Lage in der Stadt, die her-

Breite Partizipation ermöglichen

kung der städtebaulichen Identität.

vorragende Erschließung und die stadt-

Bewohnerinnen und Bewohner, Eigentü-

entwicklungspolitischen Herausforderun-

mer, Gewerbetreibende, Initiativen und

gen

sonstige lokale Akteure sind am Entwick-

Das Leitbild und die Leitlinien fassen die

geschichtlich.

generellen Zielstellungen. Daraus abge-

Leitlinien

leitet werden Ziele für die verschiedenen

Entwicklung am Bestand orientieren

Ergänzung möglich und zugleich nötig.

Handlungsfelder.

Schwerpunkte der Gebietsentwicklung

Dies soll im Gebiet und für die angren-

Die Ziele sind im städtebaulichen Rah-

sind die Sicherung und behutsame Ver-

zenden Quartiere einen Beitrag zu ver-

Raum für Innovationen geben

menplan dargestellt. Sie sind nach einem

besserung der bestehenden, erhaltens-

besserten

durch

Die Gebietsentwicklung soll Spielräume

Beschluss

Sanierungsgebiet

werten städtebaulichen und baulichen

zusätzlichen Wohnungsbau, ergänzende

für Innovationen beim Planen, Bauen

Sanierungsziele und Beurteilungsgrund-

Strukturen sowie der Erhalt und die

Einrichtungen der sozialen Infrastruktur

und bei Organisations- und Kooperati-

lage für Genehmigungen nach den

Sicherung der sozialen und funktionalen

und Freiflächen leisten.

onsformen eröffnen.

§§ 144/145 BauGB.

Mischung im Gebiet. Die angestrebte

für

ein

Bezirksamt
Friedrichshain-Kreuzberg

machen

eine

städtebauliche

Lebensumständen

lungsprozess zu beteiligen.

Rathausblock / Ruhlsdorfer Straße
in Friedrichshain-Kreuzberg

Vorbereitende Untersuchungen nach § 141 Baugesetzbuch

Vorschlag - Ziele
Handlungsfeld: Nutzungsmischung und Verdichtung

3. Nutzungen auf dem Dragonerareal
konfliktvermeidend ordnen
Eine Nutzungszonierung soll eigenstän-

1. Maßvolle Verdichtung gekoppelt mit
Freiraumaufwertung im Bestand

dige Teilbereiche auf dem Dragonerareal
ermöglichen und die unterschiedlichen

Die beiden Blöcke nördlich der Oben-

Belastungen des Gebietes, insbesondere

trautstraße sowie der gründerzeitliche

durch den Kfz-Verkehr auf den bestehen-

Baubestand im Rathausblock weisen viel-

den Straßen sowie gewerbliche Nutzun-

fältige Nutzungen auf, die erhalten blei-

gen berücksichtigen. Sensible Bereiche

ben sollen. Die kleinteiligen Potenziale

sollen abgeschirmt gegen Verkehr und

zur Nachverdichtung mit Wohnraum sol-

Gewerbe

len genutzt werden. Konflikte sollen

ergibt sich ein Schwerpunkt für Wohnen

dabei vermieden und Ausgleiche geschaf-

und wohnverträgliches Gewerbe im mitt-

fen werden, z.B. durch qualitätvolle

leren und südlichen Bereich des Dragone-

Gestaltung von Freiflächen, Dachterras-

rareals. Der nördliche Bereich soll vorran-

sen o.ä. bauliche Maßnahmen.

gig gewerblich genutzt werden.

Denkmalgeschützte Bauten sind bei der Entwicklung zu erhalten.

2. Dragonerareal vielfältig entwickeln

4. Liegenschaften Berlins für soziale Inf-

Handlungsfeld: Städtebau und
Stadtbild

Das Dragonerareal ist das zentrale Ent-

entwickelt

werden.

Daraus

rastrukturangebote nutzen

4. Neubebauung mit hohem Gestaltanspruch und Höhen orientiert am

wicklungspotenzial. Ziel ist eine Entwick-

Die Einbeziehung des Rathausgrund-

lung entsprechend der Lage in der Stadt

stücks und weiterer Flächen des Landes

als zentrumsnaher Standort für Wohnen,

Berlin ermöglicht die Unterbringung von

wohnverträgliches

Infrastruktureinrichtungen und die Ver-

Ziel ist die Bewahrung des prägenden

ner, qualitativ hochwertiger Architektur

schaftliche Aktivitäten (z.B. Bildung) und

flechtung

historischen Stadtgrundrisses mit den

ab. Die Höhenbegrenzung orientiert sich

Kultur sowie Angebote von Sozialer Infra-

angrenzenden Quartieren.

Elementen Kasernenanlage und gründer-

am

zeitliche Bau- und Straßenraumstruktur.

Umfeldes.

2. Baukulturelles Erbe wahren

5. Bedeutung des Geschichtsortes ver-

Gewerbe,

gesell-

der

Nutzungen

mit

den

struktur und Freiraumnutzung.
Als städtebauliche Dichte ist eine GFZ
von 1,6 bis 1,8 (Netto-Bauland) angemessen.

Der

Rathausblock

soll

Umfeld
1. Prägende Elemente der gewachsenen
Stadtstruktur stärken

Neubaubebauung respektiert die Denkmale und setzt sich zugleich mit moder-

gründerzeitlichen

Bestand

des

5. Neue Angebote im Gebiet mit der Entwicklung der AGB abstimmen

und nutzen

für

Die Schaffung sozio-kultureller Angebote

zusätzliche Wegeverbindungen geöffnet

soll die Entwicklung rund um den AGB-

Baudenkmale und Denkmalanlagen im

An geeigneter Stelle ist an die historische

werden.

Standort berücksichtigen und Ergänzun-

Gebiet sind unter Bewahrung ihrer schüt-

Bedeutung des Gebietes (Lage vor dem

gen bzw. Synergien erlauben.

zenswerten Elemente zukunftsfähig zu

Halleschen Tor mit Wegen und Landwirt-

erneuern. Das historische Stadtbild ist

schaft, Kaserne, Revolution 1918/19,

bei Sanierungsmaßnahmen bewahrens-

Zwangsarbeitereinsatz im 2. Weltkrieg)

wert. Dies schließt den gründerzeitlichen

zu erinnern.

mitteln

Geschosswohnungsbau, der nicht unter
Denkmalschutz steht, ein.

6. Prüfung der Umgestaltung der
Kreuzung Obentrautstraße-Mehring-

3. Historische Grundstruktur des Dragonerareals sichern und transformieren
Die

Das Dragonerareal bietet Raum für angemessene städtische Verdichtung.

Bezirksamt
Friedrichshain-Kreuzberg

historische

denkmalgeschützte

damm-Blücherstraße
Der durch den Straßenbau aufgerissene
Kreuzungsbereich

Obentrautstraße-

Grundstruktur des Dragonerareals gibt

Mehringdamm-Blücherstraße

dort den Rahmen für die städtebauliche

Abstimmung mit der Entwicklung im

Entwicklung vor. Sie erlaubt eine ange-

Sanierungsgebiet Südliche Friedrichstadt

messene Ergänzung bzw. Verdichtung.

so zu gestalten, dass in angemessener

Die geschützte Substanz auf dem Drago-

Form an die historischen Raumkanten

nerareal ist denkmalgerecht zu erneuern.

erinnert wird.

ist

in

Rathausblock / Ruhlsdorfer Straße
in Friedrichshain-Kreuzberg

Vorbereitende Untersuchungen nach § 141 Baugesetzbuch

Vorschlag - Ziele
Handlungsfeld: Soziale und kulturelle Infrastruktur, Freiraum

3. Grünfläche und Spielplatz auf dem
Dragonerareal anlegen, bewahrenswerte Freiräume in die Umgestaltung

1. Schaffung von Angeboten der Kinder-

integrieren

tagesbetreuung und Jugendfreizeit

Das Dragonerareal bietet die Möglichkeit

Das in der Bezirksregion stark defizitäre

für die Unterbringung einer öffentlich

Angebot an Kindertagesbetreuung und

nutzbaren Spielplatzfläche und einer

Jugendfreizeiteinrichtungen

durch

öffentlich zugänglichen Grünanlage. Bei

neue Einrichtungen auszubauen. Dabei

der Verortung gilt es, die Nutzungsglie-

sind die zusätzlichen Bedarfe, die sich

derung des Blockes wie auch die Mög-

u.a. durch die Entwicklung des Wohns-

lichkeiten der Vernetzung ins Umfeld zu

tandortes Dragonerareal ergeben, zu

berücksichtigen. Bestehende Freiraum-

berücksichtigen.

qualitäten an einzelnen Orten und

Die genauen Standorte sind im weiteren

besondere Vegetationsstrukturen sollen

Planungsprozess abzustimmen und zu

soweit wie möglich erhalten bleiben und

sichern.

als Zeugnisse der Entwicklung integriert

ist

werden.

Wohnungsbauten bedürfen der Erneuerung - bei bezahlbaren Mieten.

2. Infrastruktureinrichtungen im Einzugsbereich aufwerten

Handlungsfeld: Wohnen
1. Wohnungsneubau

mit

vielfältigen

Angeboten verbinden

Standorte außerhalb des Gebietes, die
3. Wohnen im Bestand sozialverträglich
entwickeln
Ziel ist, die bestehende gemischte Bevöl-

Das Dragonerareal bietet ein bedeutsa-

kerungsstruktur zu erhalten. Der vorhan-

mes Potenzial für Wohnungsbau. Nach

dene preiswerte Wohnraum ist daher

einer Grobschätzung könnten 300 bis

möglichst zu sichern. Um Aufschluss

400 Wohnungen entstehen. Generell soll

über Verdrängungsgefahren zu erhalten,

der Wohnungsbau zügig entwickelt wer-

sind vertiefende Untersuchungen not-

den. Über Nachverdichtung in Baulücken

wendig.
Nicht modernisierter Wohnungsbestand

eines differenzierten Wohnungsangebo-

ist unter Berücksichtigung zeitgemäßer

tes hinsichtlich der Wohnformen und der

Standards zu erneuern. Luxus-Moderni-

Bedürfnisse weiter Kreise der Bevölke-

sierungen, Abrisse, Zusammenlegungen

rung.

von Wohnungen und Umwandlungen von

Es ist zu prüfen, wie der Mittelstreifen

nehmen, sind in die Gesamtmaßnahme

der Yorckstraße unter gartendenkmal-

aufzunehmen.

pflegerischen Gesichtspunkten als Teil
des landschaftlich gestalteten Generalzuges und wichtiges Vernetzungselement
im öffentlichen Raum wiederhergestellt
werden kann. Die Prüfung soll die Durchbindung der Großbeerenstraße einschließen.

Miet- in Eigentumswohnungen sollen
2. Bezahlbares Wohnen auf dem Dragonerareal ermöglichen.
Vorrangig soll Mietwohnungsbau für

vermieden werden. Die Zweckentfremdung von bestehendem Wohnraum ist
konsequent zu verhindern.

Haushalte mit niedrigen und mittleren
Einkommen und benachteiligte Personengruppen verwirklicht werden. Der
Anteil der mit Mitteln der sozialen Wohnraumförderung realisierbaren Wohnungen soll mindestens 50 Prozent umfassen.

Bestehende Infrastruktur reicht nicht aus.

Bezirksamt
Friedrichshain-Kreuzberg

straße

für dessen Versorgung Funktionen über-

sind im Gebiet weitere rund 50 Wohnungen realisierbar. Ziel ist die Schaffung

4. Aufwertung des Generalzuges Yorck-

Rathausblock / Ruhlsdorfer Straße
in Friedrichshain-Kreuzberg

Vorbereitende Untersuchungen nach § 141 Baugesetzbuch

Vorschlag - Ziele
Handlungsfeld: Wirtschaft,
Gewerbestruktur

3. Gewerbehof auf dem Dragonerareal
für innovative Konzepte öffnen
Ein neues Gewerbehofkonzept unter Ein-

1. Kreuzberger Mischung von Wohnen,
Arbeiten und Kultur erhalten

beziehung der erhaltenswerten Bauten
soll Raum für bestehende bzw. neue

Gewerbliche sowie kulturelle Angebote in

Betriebe bieten. Mit dem Konzept soll ein

der Nachbarschaft zum Wohnen (Kreuz-

Beitrag zur zukunftsfähigen Weiterent-

berger Mischung) sind möglichst zu

wicklung

erhalten.

geleistet werden.

der

Kreuzberger

Mischung

2. Konflikte zwischen Betrieben und
Wohnen zu beiderseitigem Nutzen
lösen
Auch das gebietsprägende „lautere“
Handwerk und Kulturbetriebe tragen zur

Straßenraum soll vom Autoverkehr entlastet werden.

urbanen Mischung und Vielfalt des
gewerblichen wie auch des Arbeitsplatz-

Handlungsfeld: Verkehr, stadträumliche Vernetzung

Private Flächen sollen dafür nicht in

schen Wohnen und erhaltenswertem

1. Aufenthaltsqualität und Verkehrssi-

3. Blockinnenbereiche

Gewerbe sind durch bauliche, technische

cherheit in den Straßenräumen stär-

und organisatorische Lösungen abzu-

ken

angebots bei und sind grundsätzlich
erhaltenswert. Kleinteilige Konflikte zwi-

bauen.

Anspruch genommen werden.
vom

ruhenden

Verkehr entlasten
Blockinnenbereiche sind durch Vermei-

Belastungen durch den fließenden Ver-

dung von Stellplätzen bei Neubau und

kehr sind durch geeignete organisatori-

Neuordnung bzw. - wo möglich - durch

sche Maßnahmen und bauliche Verände-

Reduktion im Bestand von den negativen

rungen an Straßenquerschnitten und

Auswirkungen des Kfz-Verkehrs zu ent-

Knotenpunkten zu verringern.

lasten. Wo dies wegen erhaltenswerter

Der öffentliche Raum ist für mehr Nut-

Gewerbenutzung nicht möglich ist, müs-

zungen

Verkehrsabwicklung

sen die Flächenansprüche auf ein Min-

zurück zu gewinnen. Den Schwerpunkt

destmaß reduziert werden. Die Gestal-

bildet die Großbeerenstraße, die vom

tung soll außerhalb von Geschäftszeiten

Durchgangsverkehr zu entlasten ist. Für

einen Aufenthalt ermöglichen.

die Kreuzungsbereiche Mehringdamm -

Auf dem Dragonerareal wird ein „auto-

Blücherstraße - Obentrautstraße, Groß-

freies Quartier“ angestrebt.

als

nur

beerenstraße - Obentrautstraße und
Yorckstraße - Großbeerenstraße - Horn-

4. Verkehrssicherheit erhöhen

straße sind Maßnahmen zur stadtver-

Die Verkehrssicherheit für Radfahrer und

träglicheren

Fußgänger ist durch Veränderung der

und

verkehrssicheren

Gestaltung zu entwickeln und umzuset-

Knotengestaltungen

zen.

Anlage von Radwegen bzw. Angebots-

und

durch

die

streifen am Tempelhofer Ufer zu erhö2. Neue Vernetzungen in den Blöcken
für Fuß- und Radverkehr entwickeln
Die angestrebte zusätzliche Vernetzung
durch die Blöcke (vor allem der Rathausblock) dient dem Fuß- und Radverkehr.
Gewerbe und kulturelle Angebote sollen in die Entwicklung integriert werden.

Bezirksamt
Friedrichshain-Kreuzberg

hen.

Rathausblock / Ruhlsdorfer Straße
in Friedrichshain-Kreuzberg

Vorbereitende Untersuchungen nach § 141 Baugesetzbuch

Vorschlag - Ziele

Die Freiraumsituation in den Höfen soll verbessert werden.

Die Stadtgesellschaft ist am Entwicklungsprozess zu beteiligen.

Handlungsfeld: Umwelt, Klima,
Energie

Handlungsfeld: Steuerung und
Partizipation

3. Kleinklimatische Situation verbessern
Die hohe bauliche Dichte ist durch kleinteilige Maßnahmen auf der Grundlage

1. Umweltbelastungen

durch

fossile

Energieträger zurückdrängen

eines differenzierten Konzeptes zu kompensieren. In Frage kommen: Dachterras-

3. Sozialplanerische

Grundsätze

für

Gewerbetreibende entwickeln
Bei Eingriffen und Nutzungsveränderun-

1. Koordiniertes und zügiges Handeln
ermöglichen

gen ist eine Unterstützung der bestehenden Gewerbebetriebe angestrebt.

Umweltbelastungen sind im überwiegend

sen,

Dachbegrünungen,

Die Aufgaben erfordern eine intensive

mit fossilen Energieträgern beheizten

Blockdurchwegungen zur Verbesserun-

Steuerung des Gebietsentwicklungspro-

Gebäudebestand und bei Neubauten

gen von Erreichbarkeiten, Grüngestal-

zesses sowie die Kommunikation und

durch moderne energieeffiziente, regene-

tung von Freiflächen.

Beteiligung vor Ort. Die dafür notwendi-

Für die Dauer der Gesamtmaßnahme soll

rative und CO2-arme Heizsysteme und

Um Art und Umfang der erforderlichen

gen Ressourcen sind zu sichern.

ein Gebietsgremium mit formellem Rah-

Erneuerungsmethoden zu verringern. Die

ökologischen Maßnahmen einheitlich zu

Sozialverträglichkeit der einzelnen Maß-

bestimmen, sind Zielwerte für den anzu-

nahmen ist zu sichern.

strebenden Biotopflächenfaktor (BFF) zu

Wand-

und

4. Einrichtung von Gremien und eines
Informationsortes

men (Geschäftsordnung) etabliert wer2. Nutzung eines differenzierten Instrumentenkataloges

den. Arbeitsschwerpunkt des Gremiums
ist die Mitwirkung bei Fortschreibung

Um die Ziele für die Entwicklung des

und Umsetzung des städtebaulichen Ent-

Gebietes zu erreichen, bedarf es des breit

wicklungskonzeptes. Das Gremium hat

4. Altlasten beseitigen

gefächerten Einsatzes des Städtebau-

zudem Multiplikatorenfunktion.

Gesundheitsschädliche Auswirkungen des

Bodenbelastungen infolge früherer oder

rechts, um städtebaulichen, nutzungs-

Kfz-Verkehrs (Lärm- und Schadstoffim-

bestehender

strukturellen und sozialen Belangen

missionen) sind durch organisatorische

sind so zu sanieren, dass sie eine für die

und bauliche Maßnahmen an der Quelle

Gesundheit gefahrlose Nutzung der Flä-

zu reduzieren.

chen erlauben.

ermitteln und festzulegen.
2. Belastungen durch Kfz-Verkehr dämpfen

gewerblicher

Nutzungen

Bezirksamt
Friedrichshain-Kreuzberg

gerecht zu werden.

Rathausblock / Ruhlsdorfer Straße
in Friedrichshain-Kreuzberg

Vorbereitende Untersuchungen nach § 141 Baugesetzbuch

Vorschlag für ein Sanierungsgebiet
Auf der Grundlage der vorliegenden

Im Rathausblock sind u.a. Bodenord-

Ergebnisse aus Bestandsaufnahme und –

nung, umfangreiche städtebauliche Ver-

analyse und den bisherigen Beteiligungs-

dichtung sowie der Abbau von umfang-

schritten wird der Vorschlag abgeleitet,

reichen bestehenden Konflikten geplant.

eine Sanierungsmaßnahme nach § 142

Hier soll das umfassende Verfahren nach

BauGB einzusetzen. Die Voraussetzun-

§§ 152 BauGB zur Anwendung kommen.

gen und Notwendigkeiten hierfür werden
gesehen:

Für die zwei nördlichen Blöcke sind nur
kleinteiligere Maßnahmen, i.d.R. grund-






in vielfältigen städtebaulichen Miss-

stücksbezogen, vorgesehen. Hier kann

ständen und komplexen Entwick-

nach § 142 (4) der Ausschluss des Dritten

lungszielen im gesamten Untersu-

Abschnittes nach §§ 152 BauGB ff („ver-

chungsgebiet,

einfachtes Verfahren“) erfolgen.

im öffentlichen Interesse an einer
stadtverträglichen Entwicklung,

Als Dauer für die Sanierungsmaßnahme

in der Notwendigkeit der einheitli-

werden 10 Jahre angenommen.

chen Vorbereitung und zügigen




Durchführung,

Ihre schriftlichen Hinweise und Anmer-

in öffentlichen und privaten Ent-

kungen können Sie noch bis zum

wicklungsabsichten, die es abzuwä-

29. April 2016 abgeben:

gen und zu steuern gilt,



in der Notwendigkeit der Koordination unterschiedlicher öffentlicher

haus Kreuzberg, Foyer 2. OG






mit der Post an Planergemeinschaft

nahmen),

Kohlbrenner eG, Udo Dittfurth, Liet-

in der Möglichkeit der Finanzierung

zenburger Straße 44, 10789 Berlin,

umfangreicher Maßnahmen durch

Stichwort: Vorbereitende Untersu-

öffentliche Förderung.

chungen

Schwerpunkte für den Einsatz der Instrumente und Fördermöglichkeiten des
besonderen Städtebaurechts sind:


per E-Mail an u.dittfurth@planergemeinschaft.de oder

Aufgabenträger (einschließlich der
Abstimmung von Investitionsmaß-

Sammelbox in der Ausstellung, Rat-

Stabilisierung und Entwicklung von
Wohnen und Stadtraum,
Stärkung von Wirtschaft und Kultur,



Erhaltung und Herausarbeiten wichtiger historischer städtebaulicher

Verfahren
Rahmenplanung

Einrichtung eines
Gebietsgremiums (Mieter,
Gewerbetreibende,
Eigentümer, lokale
Institutionen)

Block- oder
Teilblockkonzepte, z.B.
durch Wettbewerbe oder
städtebauliche Planung
Planung für ein
Grundstück/eine Fläche

Elemente,


Beteiligung laufend

B-Plan

Vernetzung und Aufwertung der
bestehenden und neuen Funktionen.

Bauantrag/Bau- und
sanierungsrechtliche
Genehmigung

Bauliche Umsetzung
(unterschiedliche
Einzelmaßnahmen)

Bezirksamt
Friedrichshain-Kreuzberg

Informationen, Konsultationen



Schritte nach Festlegung eines Sanierungsgebietes
Beteiligung planungs-/projektbezogen
• Mitwirkung des Gebietsgremiums in
einem Sanierungsbeirat
• Erörterungsveranstaltungen
• Mitwirkung an Einzelplanungen
• Befragung Eigentümer, Mieter etc.

Die Darstellung links zeigt, dass sich
Stadterneuerung über mehrere Jahre
erstrecken und unterschiedliche Planungs- und Umsetzungsprozesse umfassen wird. Dabei werden die Planungen
schrittweise weiterentwickelt, konkretisiert und umgesetzt (linke Säule „Verfah-

• Befragung Eigentümer, Mieter,
Gewerbetreibende
• Ggf. Mitwirkung an Planungsprozessen

ren“). Auch in den weiteren Schritten ist

B-Plan-Verfahren hat gesetzliche
Vorschriften für verbindliche
Beteiligungsschritte der Öffentlichkeit

interessierter lokaler Stadtgesellschaft

die Einbeziehung von Betroffenen und
ein integraler Bestandteil der Verfahren.
Dies gilt für laufende Mitwirkungsprozesse gleichermaßen, wie für wichtige

angestrebte Verfahrensdauer
insgesamt 10 Jahre

Einzelprojekte (mittlere und rechte Säulen).

Rathausblock / Ruhlsdorfer Straße
in Friedrichshain-Kreuzberg

Vorbereitende Untersuchungen nach § 141 Baugesetzbuch

Entwurf -Maßnahmenkonzept
Maßnahmen
Nr. Handlungsfeld

Priorität
Bezeichnung

Erläuterung

Maßnahmen-

hoch mittel nach- träger
rangig

Maßnahmen zur weiteren Vorbereitung der Sanierung
V1

V2

V3
V4
V5

V6

V7

V8

übergrei- Städtebauliches
fend
Entwicklungskonzept
übergrei- B-Plan
fend
2-48 “Dragonerareal“
übergrei- weitere B-Pläne
fend
übergrei- Blockkonzept 153
fend

Fortschreibung der Gesamtplanung für das Sanierungsgebiet

X

Fortsetzung des Bebauungsplanverfahrens
X
X

Block 153 westlich Ruhlsdorfer Straße, integrierte
städtebauliche Planung

Entwicklung Dragonerareal mit Betrachtung städtebaulicher Lösungen für den Kreuzungsraum Mehringdamm-Blücherstraße-Obentrautstraße

übergrei- Studie Gedenkorte Vorschlag zum Umgang mit Gedenkorten für Januar
fend
1919 und NS-Zwangsarbeit
Wohnen Voruntersuchung Voruntersuchung mit Haushaltsbefragung zur Prüsoziale Saniefung sozialer Sanierungsziele bzw. einer Rechtsverrungsziele
ordnung nach § 172 (1) Satz 1 Nr. 2 BauGB

V9

Wirtschaft Gewerbehofkonzept
V10 Verkehr Konzept
“Autofreies Quartier“
V11 Verkehr Verkehrsstudie

V12 Energie

Energetische
Blockkonzepte

Bezirksamt

bei Planungsbedarf, ggf. für Block 153

übergrei- Blockkonzept
Rathausblock – westlicher Teilbereich Großbeerenfend
Großbeerenstraße straße außerhalb des B-Plans 2-48, integrierte
städtebauliche Planung
übergrei- Wettbewerb
fend

Konzepterstellung mit Klärung baulicher Rahmen,
Profil, Betreiber, Wirtschaftlichkeit
Machbarkeitsstudie zum autofreien Wohnen im
Dragonerareal,
Erstellung eines Erschließungskonzeptes
Machbarkeitsuntersuchung zur weiteren Verkehrsberuhigung der Großbeerenstraße und Obentrautstraße
Machbarkeitsuntersuchung zur Umstellung der
Wärmeversorgung: Rathausblock, Blöcke 153 und
617

Maßnahmen
Erläuterung

Bezirksamt

X

Bezirksamt

X

Bezirksamt

X

Eigentümer/
SenStadtUm

X

Bezirksamt

X

Bezirksamt

X

Eigentümer/
Bezirksamt

X

Eigentümer/
Bezirksamt
X

Bezirksamt

X

Bezirksamt

Priorität

Nr. Hand- Bezeichnung
lungsfeld

Bezirksamt

Maßnahmen-

hoch mittel nach- träger
rangig

Ordnungsmaßnahmen
O1 Soziale
Infrastruktur
O2 Wirtschaft

Bodenordnung,
Erwerb von Grundstücken
Umzug von Betrieben

Sicherung von Standorten für den Gemeinbedarf mit
Erschließung

Erstellung Sozialplan, Umsetzung der Verlagerung
über Sozialplanverfahren, Abmilderung unbilliger
Härten
O3 über- Freilegung von
Rückbau nicht erhaltenswerter Substanz (Gebäude,
greifend Grundstücken
Erschließung) auf
dem Dragonerareal sowie in Baulücken
O4 Umwelt Altlastensanierung Vertiefende Untersuchungen und Maßnahmenrealisierung

Um die Sanierungsziele zu erreichen, sind

In der Tabelle sind die Maßnahmen der

vielfältige Maßnahmen erforderlich. Die

öffentlichen Hand sowie Maßnahmen

Erneuerungsaufgaben umfassen Maß-

Privater, für die Förderungen in Frage

nahmen in den Bereichen Hochbau, Tief-

kommen können, nach folgender Syste-

bau/öffentlicher Raum, Landschaftsbau,

matik tabellarisch dargestellt:

sowohl durch öffentliche Träger als auch
durch private Bauherren. Darüber hinaus
sind

umfangreiche



tung der Sanierung (z.B. Planungs-

Koordinationspro-

verfahren)

zesse erforderlich, um



wirtschaftliche Impulse zu unter-



stützen,


notwendige

Ordnungsmaßnahmen (z.B. Abrisse)
Baumaßnahmen (z.B. Bau einer Kindertagesstätte)

Planungen weiter zu konkretisieren
und

Maßnahmen zur weiteren Vorberei-



Steuerung und Partizipation

Abstimmungen

herbeizuführen,


Interessensausgleiche zwischen

B6
B7

B8

B9

Einsatz soziale Wohnraumförderung für ca. 175
Wohnungen im Neubau

Neubau oder Sanierung Gebäudebestand (Dragonerareal),
Kopplung sozio-kultureller Nachbarschaftsangebote
an die Einrichtung
Sanierung von Grundschulstandorten mit Gebietsbezug:
Fanny-Hensel-Schule, Clara-Grunwald-Schule,
Charlotte-Salomon-Schule

Freiraum
Freiraum

Neubau Grünanlage
Umgestaltung des
Mittelstreifens
Yorckstraße

Neubau eines öffentlich nutzbaren Pocketparks mit
Spielangeboten im Zentrum des Dragonerareals
Klärung der Machbarkeit, Vorbereitung und Realisierung der Neuordnung zugunsten einer öffentlichen
Grünfläche

Freiraum

Sanierung von
Freiflächen an
Hauptverkehrsstraßen

Sanierung der Freifläche am Gebietsauftakt Tempelhofer Ufer-Mehringdamm

Umbau Großbeerenstraße

X

Bezirksamt /
Eigentümer

X

Eigentümer

X

Eigentümer

Maßnahmen-

hoch mittel nach- träger
rangig

X

Neubau Kita mit 100 Plätzen nördlich des Rathausstandortes
(Liegenschaft Berlin)

Neubau öffentlicher Neubau des Spielplatzes nördlich des RathausstanSpielplatz
dortes, Gestaltung des angrenzenden öffentlichen
Freiraums (Liegenschaft Berlin)

Klima Stadtklimatische
Aufwertung

Bezirksamt

Priorität
Erläuterung

Freiraum

B11 Ver- Umbau Obentrautkehr straße
B12 Vernet- Neubau Wegeannetbindung Rathauszung block

zustellen,

Eigentümer

X

Kita-Träger

X

Bezirksamt

X

Bezirksamt

X

Bezirksamt

X

Eigentümer

X

Bezirksamt

X

Eigentümer

Umsetzung von stadtklimatisch wirksamen Begrünungsmaßnahmen auf privaten Liegenschaften
(westlicher Teil Rathausblock, Blöcke 153 und 617)

X

Eigentümer

Vorbereitung und Umbau (Querschnittsanpassung
und Umbau Seitenbereiche, Gehwegvorstreckungen
an Knotenpunkten, ggf. Umbau Knoten Yorckstraße)

X

Bezirksamt

X

Bezirksamt

Vorbereitung und Umbau (Querschnittsanpassung
und Umbau Seitenbereiche)
Vorbereitung und Realisierung von öffentlichen
Wegeverbindungen über den Rathausstandort zum
Dragonerareal

X

Bezirksamt

Maßnahmen
Priorität
Maßnahmenhoch mittel nach- träger
Nr. Hand- Bezeichnung
Erläuterung
ranlungsgig
feld
S1 Steue- Sanierungsbeauf- Einsatz eines Sanierungsbeauftragten zur Unterrung
tragter
stützung des Bezirksamtes bei der Steuerung der
X
Bezirksamt
Gesamtmaßnahme
S2 Partizi- Öffentlichkeitsar- Öffentlichkeitsarbeit, Betrieb einer Anlaufstelle,
pation beit
Umsetzung von Beteiligungsverfahren
X
Bezirksamt
und Beteiligung
S3 Partizi- Verfügungsfonds Unterstützung von Initiativen und lokalen Akteuren
pation
bei Maßnahmen zur Förderung des Gebietsimages
X
Aktions-Träger
und der örtlichen Sozio-Kultur

die soziale und gesellschaftliche
Integration zu unterstützen,



B5

B10 Verkehr

unterschiedlichen Betroffenen her

Maßnahmen
Nr. Hand- Bezeichnung
lungsfeld
B1 Woh- geförderter Wohnen
nungsneubau
Dragonerareal
B2 Soziale Neubau Kita
Infrastruktur
B3 Soziale Einrichtung einer
Infra- Jugendfreizeitstätte
struktur
B4 Soziale Schulsanierung
Infrastruktur

X

das Gebietsimage zu profilieren und
zu verbessern.

Bezirksamt
Friedrichshain-Kreuzberg

Rathausblock / Ruhlsdorfer Straße
in Friedrichshain-Kreuzberg

Vorbereitende Untersuchungen nach § 141 Baugesetzbuch

Informationsveranstaltung 7.4.2016
Am 7. April 2016 fand auf Einladung der



Frage nach Unterstützungsmöglich-

Senatsverwaltung für Stadtentwicklung

keiten für Gewerbetreibende, die

und Umwelt von 18.00 bis 21.00 Uhr die

durch städtebauliche Entwicklung

dritte Veranstaltung zu den Vorbereiten-

betroffen sind.

den Untersuchungen im Rathaus Kreuz-

Hierzu sind verbindliche Aussagen

berg, Yorckstraße 4-11 statt. Rund 75

erst bei konkreteren Planungen und

Betroffene bzw. Vertreterinnen und Ver-

nach Prüfung jeden Einzelfalles

treter von Institutionen oder Initiativen

möglich. Grundsätzlich bietet das

nahmen teil.

Sanierungsrecht besondere Verfahren und Hilfen bei Verlagerungen.

Den Start bildete ein Rückblick auf die



Frage nach Verbindlichkeit der im

vorangegangenen Veranstaltungen, auf

Rahmenplan-Entwurf vorgenomme-

denen Probleme, Potenziale vorgestellt

nen Nutzungszonierungen.

und gemeinsam mögliche Ziele formu-

Der Plan stellt einen Ausgleich aus

liert wurden. Folgend wurde der Entwurf

den unterschiedlichen Zielvorstel-

der Ziele für die städtebauliche Entwick-

lungen dar. Dieser Rahmen muss

lung des Gebiets sowie abgeleitete Maß-

durch weitere Planungen konkreti-

nahmen vorgestellt. Als bevorzugtes

siert werden.

Steuerungsinstrument zum Abbau kom-



Frage nach dem Unterschied zwi-

Ausblick

plexer städtebaulicher Missstände in

schen umfassenden und vereinfach-

einem konzentrierten Verfahren wurde

ten Sanierungsverfahren.

Im Mai 2016 werden die Ergebnisse aus

stellung der Vorbereitenden Untersu-

die Festlegung einer städtebaulichen

Dort

Bodenordnung,

der Abfrage der Träger öffentlicher

chungen ist geplant bis Ende Mai 2016.

Sanierungsmaßnahme vorgeschlagen.

umfangreiche städtebauliche Ver-

Belange sowie der Beteiligung der Betrof-

Zu den Vorschlägen wurden Positionen

dichtung sowie der Abbau von viel-

fenen und der Öffentlichkeit ausgewer-

Der Bericht der Vorbereitenden Untersu-

der Anwesenden geäußert und Fragen

fältigen Konflikten notwendig wird

tet. Dies dient der abschließenden For-

chungen wird dem Senat vorgelegt, der

beantwortet.

und damit deutliche Bodenwertstei-

mulierung von Leitbild, Rahmenplan/

dann unter Abwägung aller öffentlichen

Den Einstieg in die Diskussion bildete die

gerungen zu erwarten sind, sind die

Zielen und Maßnahmen sowie dem Vor-

und privaten Belange entscheidet, ob ein

Verlesung der Erklärung der Nachbar-

Eigentümer in angemessenem Rah-

schlag zum weiteren Verfahren bzw.

Stadterneuerungsverfahren

schaftsversammlung vom 6. April 2016.

men finanziell an der Sanierung

Rechtsinstrumenteneinsatz. Die Fertig-

wird.

Die Erklärung ist auf der folgenden Tafel

über einen Ausgleichsbetrag zu

dargestellt.

beteiligen (umfassendes Verfahren

wo

u.a.

nach §§ 152 BauGB). Dort, wo nur
Wichtige Themen der Diskussion waren:


kleinteiligere

Maßnahmen,

i.d.R.

Forderung nach Schutz vor Verdrän-

grundstücksbezogen,

gung vorhandener Mieter und For-

sind, kann nach § 142 (4) BauGB das

derung nach 100% geförderten

vereinfachte Verfahren ohne die

Wohnungsneubau auf dem Drago-

Erhebung eines Ausgleichsbetrages

nerareal.

angewendet werden.

vorgesehen

Mit Blick auf die angestrebte soziale
Mischung sowohl im Quartier als

Im zweiten Teil der Veranstaltung wur-

auch stadtweit wird der eingebrach-

den in einem Rundgang die acht Hand-

ten Zielmarke von 100% nicht

lungsfelder, der Entwurf zum Rahmen-

gefolgt. Zugleich sollte ein weiter-

plan und die Maßnahmenliste von den

führender Austausch erfolgen, wie

Anwesenden mit schriftlichen Hinweisen

stadtweit mit der Integration von

und Kommentaren ergänzt. Die Ergeb-

geförderten sozialen Wohnungsneu-

nisse wurden in der Abschlussrunde vor-

bau umgegangen werden soll.

gestellt.

Bezirksamt
Friedrichshain-Kreuzberg

eingesetzt

Rathausblock / Ruhlsdorfer Straße
in Friedrichshain-Kreuzberg

Vorbereitende Untersuchungen nach § 141 Baugesetzbuch

Informationsveranstaltung 7.4.2016

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Liebe UnterstützerInnen,
der Einladung zur Nachbarschaftsversammlung am 06.04.2016 unter dem Titel „Soziale Mischung
– Verdrängung durch die Hintertür?“ folgten mehr als 60 Nachbarinnen und Nachbarn.
Ergebnis der Versammlung ist die folgende Erklärung, welche auch am heutigen Abend in die
abschließende Beteiligungsveranstaltung des Senats zur Vorbereitung des Sanierungsgebiets
Rathausblock/Ruhlsdorfer Straße eingebracht wird.

Lebenswerte Stadt für Alle –
bezahlbare Mieten für Alle!
Die Nachbarschaftsversammlung vom 6. April 2016
im Club Gretchen auf dem Dragonerareal erklärt:
1. Maßnahmen, die bisher mit dem Begriff soziale Mischung von oben gerechtfertigt werden,
hatten immer große Nachteile für ärmere Bevölkerungsteile und haben Verdrängung nicht
verhindert.
2. Vielfalt und sozialer Zusammenhalt wurde in unserem Kiez schon großteils zerstört –
dieser Entwicklung der Verdrängung kann man nur mit 100% wirklich bezahlbaren Mieten in
Wohnen und Gewerbe entgegenwirken.
3. 100% sozialer Wohn- und Arbeitsraum schafft keine „Problemkieze“ oder soziale „Ghettos“,
sondern heißt mehr Lebensqualität für alle.
4. Für ein Sanierungsgebiet Rathausblock/Ruhlsdorfer Str. fordern wir:
ƒ

Kein Sanierungsgebiet ohne Gelder für die Förderung bezahlbaren Wohnraums und
für den Aufkauf zur Rekommunalisierung von privatem Eigentum!
ƒ 0% Privatisierung: Das „Dragonerareal“ und andere öffentliche Bestände bleiben in

öffentlicher Hand!
ƒ 100 % wirklich bezahlbare Mieten in Wohnungen (abgedeckt von den Leistungen, die
Transferleistungsempfänger*innen erhalten) und Gewerbe
ƒ 100% für immer: Einmal gefördert, immer gebunden!
ƒ 100 % Mieten: Keine Umwandlungen, kein Neubau von Eigentumswohnungen!
ƒ 100 % Bestandsschutz: Niemand wird verdrängt – in Gewerbe und Wohnraum!
ƒ 100 % wirkliche Teilhabe an Erneuerungsplänen im Sanierungsgebiet!
5. Wir fordern umgehend einen „Kiezraum“ auf dem so genannten Dragonerareal, in dem sich
Nachbar*innen treffen, kennenlernen und selbst organisieren können. Dieser soll auch zum
Ausgangspunkt für einen aktiven Geschichtsort, eine Zukunftswerkstatt und eine
Modellentwicklung für eine Stadt von Unten werden. Ein wirklicher Beteiligungsprozess für
eine Stadtentwicklung von Unten geht von hier aus.
6. Wir lassen uns nicht verdrängen – schon gar nicht im Namen „soziale Mischung“.

Bezirksamt
Friedrichshain-Kreuzberg

Rathausblock / Ruhlsdorfer Straße
in Friedrichshain-Kreuzberg

Vorbereitende Untersuchungen nach § 141 Baugesetzbuch

Informationsveranstaltung 7.4.2016

Bezirksamt
Friedrichshain-Kreuzberg
        
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