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Full text: Open Access in Deutschland

Open Access in
Deutschland
Die Strategie des Bundesministeriums
für Bildung und Forschung

1

Inhaltsverzeichnis
Vorwort	3
I. Einleitung	

4

Open Access – digitalen Wandel in der Wissenschaftspraxis erreichen.................................................................... 4

II. Ausgangslage	

5

Deutsche Wissenschaft fördert Open Access ................................................................................................................. 5
Open Access auf Landesebene verankern........................................................................................................................ 6
Grünen Weg stärken – das unabdingbare Zweitveröffentlichungsrecht................................................................... 6
Open Access im Europäischen Forschungsraum vorantreiben.................................................................................... 6

III. Leitprinzipien der Open Access-Strategie	

7

Open Access als Standard des wissenschaftlichen Publizierens etablieren.............................................................. 7
Verschiedene Wege für Open Access eröffnen................................................................................................................ 7
Teilhabe und Partizipation an wissenschaftlichen Erkenntnissen stärken................................................................ 7
Hohe Qualität wissenschaftlicher Publikationen wahren............................................................................................. 7
Wissenschaftsfreiheit nicht einschränken........................................................................................................................ 7

IV. Etablierung von Open Access in der Breite des deutschen
Wissenschaftssystems	8
V. Aktionsfelder der Open Access-Strategie	

8

VI. Klares Bekenntnis zu Open Access – Verankerung als Grundprinzip
in der Förderung	

9

Open Access in die BMBF-Förderung integrieren........................................................................................................... 9
BMBF-Dialogforum zu Open Access starten................................................................................................................... 9

VII. Neue Wege in der Publikationsfinanzierung	

10

Publikationsmittel effizient einsetzen............................................................................................................................ 10
Open Access-Publikationen fördern................................................................................................................................ 10
Post-Grant-Fund einrichten.............................................................................................................................................. 10
Open Access in Forschungs­finanzierung integrieren................................................................................................... 10

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OPEN ACCESS IN DEUTSCHLAND

VIII. Open Access zur gleichwertigen Säule des wissenschaftlichen
Publikationswesens machen	

11

Sichtbarkeit und Akzeptanz erhöhen.............................................................................................................................. 11

IX. Open Access – einfach und praktikabel	

11

Nationale Kompetenz- und Vernetzungsstelle einrichten.......................................................................................... 11
Erfolgsmodelle von Open Access fördern...................................................................................................................... 12

X. Open Access sichtbar und messbar machen – Open Access-Monitor	

12

XI. Ausblick	

12

Impressum	13

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Vorwort
Wissenschaft lebt vom Dialog und dem offenen
Austausch. Digitale Technologien haben diese
Möglichkeiten auf zuvor ungeahnte Weise erweitert.
Forschungsergebnisse können viel schneller geteilt
und zum Ausgangspunkt neuer Erkenntnisse werden.
Der Schlüssel zum Erfolg heißt: Open Access. Interessierte können unentgeltlich, zeit- und ortsunabhängig auf wissenschaftliche Literatur und andere
Materialien zugreifen.
Das ist ein Gewinn für Wissenschaftlerinnen und
Wissenschaftler. Es ist auch ein Gewinn für Unternehmen: Sie können wissenschaftliche Erkenntnisse leichter für Innovationen nutzen. Und es ist ein
Gewinn für alle, die an wissenschaftlichen Erkenntnissen interessiert sind. Open Access schafft neue
Chancen der Teilhabe.
Dahinter steht der einfache Gedanke, dass die
Ergebnisse öffentlich geförderter Forschung unentgeltlich öffentlich gemacht werden sollten. Das muss
auch kein Nachteil für Verlage sein. Sie können zu
entscheidenden Akteuren qualitätsgesicherter Open
Access-Angebote, digitaler Analysemethoden und
der Langzeitarchivierung werden. Etliche sind auch
schon erfolgreich in dieser Richtung tätig.
Open Access ist eine Idee aus der Wissenschaft. Zahlreiche Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler
und die Wissenschaftsorganisationen sprechen sich
dafür aus. Mit seiner Open Access-Strategie leistet
das Bundesministerium für Bildung und Forschung
einen wichtigen Beitrag für leichten und dauerhaften
Zugang zu öffentlich geförderten Forschungspublikationen. Wir schaffen Anreize und Fördermöglich-

keiten für einen besseren Informationsfluss in der
Wissenschaft. Dazu nehmen wir Open Access in die
Bestimmungen unserer Projektförderung auf.
Open Access soll schrittweise zu einem Standard
des wissenschaftlichen Publizierens werden.
Das ist ein Kulturwandel. Er stärkt das deutsche
Wissenschaftssystem nach innen und außen und
stellt wissenschaftliche Erkenntnisse in die Mitte
der Gesellschaft. Dafür schafft die vorliegende
Strategie die notwendige Grundlage.

Prof. Dr. Johanna Wanka
Bundesministerin für Bildung und Forschung

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OPEN ACCESS IN DEUTSCHLAND

I. Einleitung
Open Access – digitalen Wandel in
der Wissenschaftspraxis erreichen
Deutschland ist ein Land der Ideen und Innovationen.
Mit der Digitalisierung eröffnen sich große Chancen,
die Innovationskraft und globale Wettbewerbsfähigkeit weiter auszubauen. Wissenschaft und Forschung
sind in besonderem Maße von der digitalen Transformation beeinflusst. Gleichzeitig geben sie selbst
wichtige Impulse für Entwicklungen, die das Leben
der Menschen in Gegenwart und Zukunft gestalten.
Moderne Innovationen können den Alltag zunehmend vereinfachen, unsere Ökosysteme entlasten und
die Gesundheit der Menschen fördern.
Fortschritt in Wissenschaft und Forschung lebt von
einem interdisziplinären und internationalen Austausch von Erkenntnissen. Der Austausch von Informationen und Ergebnissen hat eine lange Tradition
– auch schon vor dem digitalen Zeitalter. Er befördert
zukunftsweisende Entdeckungen. Mit digitalen
Technologien ist es heute möglich, Informationen und
Wissen einem großen Interessentenkreis sehr
viel effektiver zugänglich zu machen und Austauschprozesse zu initiieren. Wissenschaftlerinnen und
Wissenschaftler aus aller Welt und über alle Fach­
bereiche hinweg können davon profitieren. So kann
die wissenschaftliche Fortentwicklung rasanter
voranschreiten als je zuvor.
Aus dieser Verbindung zwischen bewährter wissenschaftlicher Praxis und neuen technischen Möglichkeiten hat sich die Idee des Open Access – des unentgeltlichen, digitalen Zugangs zu wissenschaftlichen
Publikationen – in der Wissenschaft entwickelt. Ziel
ist, das Innovationsgeschehen durch Vernetzung weiter zu beleben und der wissenschaftlichen Forschung
neue Impulse zu geben.
Open Access nutzt Wissenschaft und Forschung nicht
nur in ihrer Gesamtheit. Ein offener Zugang ermöglicht es jedem einzelnen Forschenden, in seiner Arbeit
jederzeit auf Erkenntnisse von anderen digital zuzugreifen und selbst seine Ergebnisse und Publikationen
schnell und einfach zu verbreiten. Auch Unternehmen
eröffnet Open Access den effizienten Austausch von
Erkenntnissen. Somit werden aktuelle Innovationen
aus allen Bereichen der Wissenschaft verfügbar gemacht – veröffentlicht sowohl von forschungsstarken

Unternehmen und wissenschaftliche Einrichtungen
als auch durch einzelne Wissenschaftlerinnen und
Wissenschaftler. Nicht zuletzt stehen mit Open Access
die Ergebnisse aus Wissenschaft und Forschung jedem
Interessierten und damit der Gesellschaft insgesamt
zur Verfügung, so dass neue Chancen der Teilhabe
und Partizipation entstehen.
Noch sind die Kommunikationsstrukturen in der
Wissenschaft nicht allerorts so aufgestellt, dass die
Potenziale der Digitalisierung voll ausgeschöpft werden können. Daher gilt es, die neuen Kommunikationsformen schnell in die Wissenschaft und Forschung
zu transferieren.
Mit der Digitalen Agenda 2014 – 2017 hat es sich die
Bundesregierung zur Aufgabe gemacht, die Rahmenbedingungen für einen ungehinderten Informationsfluss zu verbessern – innerhalb der Wissenschaft und
Forschung und in alle Wirtschafts- und Gesellschaftsbereiche hinein. Der offene Zugang zu wissenschaftlichen Publikationen ist dazu ein wichtiges, ja ein
unerlässliches Instrument. Die hier vorliegende Open
Access-Strategie des Bundesministeriums für Bildung
und Forschung ist Teil einer umfassenden Strategie
für den digitalen Wandel in der Wissenschaft. Sie soll
den Weg in eine innovative Wissenschaft bereiten
und damit auch die Innovationskraft in Deutschland
weiter stärken.

DIE STRATEGIE DES BUNDESMINISTERIUMS FÜR BILDUNG UND FORSCHUNG

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II. Ausgangslage
Kern des Open Access-Prinzips ist es, wissenschaftliche Ergebnisse in digitaler Form für den Nutzer
ohne finanzielle, technische oder rechtliche Barrieren
zugänglich und nutzbar zu machen.1 Wichtigstes
Umsetzungselement ist dabei der offene Zugang zu
wissenschaftlichen Textpublikationen. Dabei haben
sich in Anlehnung an die Budapester Erklärung zu
Open Access (2001)2 und die Berliner Erklärung über
den offenen Zugang zu wissenschaftlichem Wissen
(2003)3 zwei grundlegende Modelle etabliert:
•	 D
 er sogenannte Goldene Weg des Open Access
bedeutet die unmittelbare freie Zugänglichkeit zu
einer Publikation im Internet am originären Publikationsort – z. B. in einer Open Access-Zeitschrift.
•	 Beim sogenannten Grünen Weg des Open Access
werden Publikationen neben der Veröffentlichung
im analogen Print-Format (parallel oder nach
Ablauf einer Embargofrist) in eine frei zugängliche
Online-Datenbank (sog. Repositorium) eingestellt.
Unsere Aufgabe Wissen weiterzugeben ist nur halb
erfüllt, wenn diese Informationen für die Gesellschaft
nicht in umfassender Weise und einfach zugänglich
sind. Neben den konventionellen Methoden müssen
zunehmend auch die neuen Möglichkeiten der Wissensverbreitung über das Internet nach dem Prinzip des
offenen Zugangs (Open Access-Paradigma) gefördert
werden.
Quelle: Berliner Erklärung über den offenen Zugang zu
wissenschaftlichem Wissen, 2003.

Daneben gibt es weitere Publikationsmodelle, die
unter der Bezeichnung Open Access diskutiert werden. Hierunter fallen insbesondere die Publikation in
„hybriden“ Zeitschriften, bei denen nur ein Teil der
Beiträge offen zugänglich ist, oder die Archivierung
auf einer eigenen Internetseite.
Alle diese Modelle verbessern den Wissensfluss in der
Wissenschaft – allerdings nur dann, wenn es gelingt,
eine gewichtige Herausforderung zu meistern: die
digitalen Publikationen umfassend durch technische
und organisatorische Maßnahmen zitierbar, auffindbar und dauerhaft verfügbar zu machen.
	 Definition der Allianz der Wissenschaftsorganisationen
	www.budapestopenaccessinitiative.org
3
	http://openaccess.mpg.de/Berliner-Erklaerung
1
2

Qualitätssicherung wird auch in einem von Open
Access mitgeprägten Publikationswesen nicht kostenlos bereitzustellen sein. Die ökonomischen Ressourcen
dafür müssen dem Wissenschaftssystem weiterhin
zur Verfügung stehen.
Auch in Disziplinen, in denen nicht die Zeitschriftenpublikation, sondern die Monographie als gedrucktes
Buch der Standard der wissenschaftlichen Publikation ist, gewinnen digitale Publikationen zunehmend
an Bedeutung. Dabei ist es schon heute möglich, dass
Monographien nach dem Open Access-Prinzip –
neben der Publikation in Druckform – der Allgemeinheit unentgeltlich digital zugänglich gemacht werden.
Digitale Publikation und gedrucktes Buch schließen
sich dabei nicht aus, sondern können sich gegenseitig
ergänzen und befördern.

Deutsche Wissenschaft fördert
Open Access
Die deutsche Wissenschaft ist Vorreiter bei der Entwicklung neuer Initiativen und Ideen für Open Access
und ihrer Umsetzung in die Praxis. Auch international wird die deutsche Wissenschaft als wichtiger
Akteur der Open Access-Bewegung wahrgenommen.

Bis heute haben mehr als 550 deutsche und internationale Organisationen die Berliner Erklärung über
offenen Zugang zu wissenschaftlichem Wissen unterzeichnet, und laufend kommen weitere hinzu.

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft, die Helmholtz-Gemeinschaft, die Max-Planck-Gesellschaft,
die Leibniz-Gemeinschaft und die FraunhoferGesellschaft, der Wissenschaftsrat, die Hochschulrektorenkonferenz und der Deutsche Bibliotheksverband
gehörten 2003 zu den ersten Unterzeichnern der
Berliner Erklärung über offenen Zugang zu wissenschaftlichem Wissen, die einen wichtigen Meilenstein
in der Etablierung von Open Access im deutschen
Wissenschaftssystem darstellt.

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OPEN ACCESS IN DEUTSCHLAND

Die Helmholtz-Gemeinschaft hat im April 2016 erklärt,
ihre Bemühungen zu Open Access quantifizierbar machen zu wollen. Bis 2020 sollen mindestens 60 Prozent
der Publikationen Open Access verfügbar sein, im Jahr
2025 100 Prozent.
Die Fraunhofer-Gesellschaft strebt bis 2020
einen Open Access-Anteil von 50 Prozent ihrer
Publika­tionen an.

Bei der Fortschreibung des Paktes für Forschung und
Innovation 2016 – 2020 haben Bund und Länder das
Thema Open Access förmlich und bindend verankert.
In der Folge haben sich die großen Forschungsorganisationen sowie die Deutsche Forschungsgemeinschaft
dazu bekannt, Open Access-Angebote weiter aktiv
auszubauen und dies zum Teil mit quantitativen Zielen hinterlegt. Die großen deutschen Wissenschaftsorganisationen – die Helmholtz-Gemeinschaft, die
Max-Planck-Gesellschaft, die Leibniz-Gemeinschaft
und die Fraunhofer-Gesellschaft – nutzen schon heute
Open Access und fördern es durch eine ganze Reihe
von Maßnahmen.

Open Access auf Landesebene
verankern
Um Open Access als integralen Teil der Wissenschaftskultur in Deutschland zu verankern, braucht
es ganz wesentlich die Unterstützung der Länder. So
haben Baden-Württemberg, Schleswig-Holstein und
Berlin bereits Open Access-Strategien vorgelegt und
Maßnahmen vorgestellt, um Open Access zu stärken. Weitere Länder entwickeln derzeit Strategien
und bereiten Maßnahmen vor. Die Bundesregierung
begrüßt diesen Prozess und ermuntert die Länder, auf
diesem Weg weiter voranzugehen. Ziel muss es sein,
dass in allen sechzehn Bundesländern entsprechende
Initiativen verankert werden und ein gemeinsames
Verständnis von Bedeutung und Chancen einer verantwortungsvollen Open Access-Kultur erreicht wird.
Das Bundesministerium für Bildung und Forschung
wird auf dieses gemeinsame Verständnis auch in der
Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz von Bund und
Ländern hinarbeiten.

Grünen Weg stärken – das unabdingbare Zweitveröffentlichungsrecht
Die Bundesregierung hat mit den Anpassungen des
Urheberrechtsgesetzes in den letzten Jahren bereits
erste gesetzgeberische Voraussetzungen für Open
Access geschaffen. Hervorzuheben ist insbesondere
die Einführung des unabdingbaren Zweitverwertungsrechts für Autorinnen und Autoren wissenschaftlicher Beiträge zum 01.01.2014. Durch diese
urheberrechtliche Regelung können Autorinnen und
Autoren von mindestens zur Hälfte mit öffentlichen
Mitteln geförderter Forschung ihre Zeitschriftenpublikationen zwölf Monate nach der Erstveröffentlichung der Allgemeinheit zu nicht-gewerblichen
Zwecken – unabhängig von den Regelungen im
Verlagsvertrag – zugänglich machen. Damit ist eine
wichtige Grundlage für die Stärkung des Grünen
Weges des Open Access vorhanden.
Das unabdingbare Zweitveröffentlichungsrecht sichert
die übliche Praxis der Selbstarchivierung eigener Beiträge ab und hilft beim Aufbau institutioneller Repositorien. Deutschland ist hier weltweit Vorreiter und Vorbild.

Open Access im Europäischen
Forschungsraum vorantreiben
Im Europäischen Forschungsraum wird Open Access
insbesondere durch Maßnahmen der Europäischen
Kommission vorangetrieben. Zudem beschäftigen
sich eine Reihe von Initiativen und Gruppen auf
nationaler wie internationaler Ebene mit der Ausgestaltung und Implementierung von Open Access. Die
Berliner Erklärung ist inzwischen von Hochschulen
und wissenschaftlichen Institutionen aus ganz Europa und ihren Partnern aus anderen Teilen der Welt
unterzeichnet worden. Open Access ist damit auch
integraler Bestandteil eines Wandels hin zu einem
offenen europäischen Wissenschaftssystem im Sinne
von Open Science.
In „Horizont 2020“, dem Rahmenprogramm der
Europäischen Union für Forschung und Innovation, ist
Open Access schon heute fester Bestandteil der Regeln
zur Publikation von Forschungsergebnissen – sowohl
bei Textpublikationen als auch bei Forschungsdaten.

DIE STRATEGIE DES BUNDESMINISTERIUMS FÜR BILDUNG UND FORSCHUNG

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III. Leitprinzipien der Open Access-Strategie
Die Open Access-Strategie des Bundesministeriums
für Bildung und Forschung ist von folgenden Leitprinzipien getragen:

Open Access als Standard des wissenschaftlichen Publizierens etablieren
Open Access soll in Deutschland zum Standard des
wissenschaftlichen Publizierens werden. Die Idee des
offenen Zugangs zu wissenschaftlichen Publikationen
wurde von der Wissenschaft entwickelt und findet
dort Anerkennung. Die Umsetzung von Open Access
muss aus der Wissenschaft heraus erfolgen. Mit seiner
Strategie unterstützt das Bundesministerium für
Bildung und Forschung die Wissenschaft und Forschung auf ihrem Weg zu einer umfassenden Open
Access-Kultur.

Verschiedene Wege für
Open Access eröffnen
Grüner Weg des Open Access und Goldener Weg des
Open Access sind komplementär und gleichwertig.
Weitere Ansätze bleiben möglich.

Teilhabe und Partizipation an
wissenschaftlichen Erkenntnissen
stärken
Publikationen aus öffentlich geförderter Forschung
sollen offen zugänglich sein. Wissenschaft und Forschung werden in Deutschland – sowohl auf Bundesals auch auf Landesebene – wesentlich aus staatlichen
Mitteln finanziert. Gesellschaft und Wirtschaft sollen
auf die Ergebnisse der von ihr finanzierten Wissenschaft und Forschung effizient zugreifen und davon
profitieren können.

Hohe Qualität wissenschaftlicher
Publikationen wahren
Open Access-Publikationen müssen vergleichbare
Anforderungen der Qualitätssicherung erfüllen wie
traditionelle Publikationen. Mit bewährten Qualitätssicherungsmechanismen, wie z. B. Begutachtungsverfahren im Peer-Review, kann dies sichergestellt werden. Darüber hinaus gilt es, die Möglichkeiten neuer
und innovativer Modelle der Qualitätssicherung
(z. B. Open Peer-Review Verfahren) zu nutzen.

Wissenschaftsfreiheit nicht
einschränken
Open Access bringt keine Verpflichtung zur Publikation oder zur Preisgabe von Forschungsergebnissen mit
sich. Die Entscheidung, ob publiziert werden soll, liegt
in der alleinigen Verantwortung der Wissenschaftlerin und des Wissenschaftlers. Nur dort, wo ohnehin
eine Publikation beabsichtigt ist, greift Open Access.
Auch die Entscheidung, Ergebnisse wirtschaftlich zu
nutzen, z. B. durch Patentierung, bleibt unberührt.

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OPEN ACCESS IN DEUTSCHLAND

IV. Etablierung von Open Access in der Breite des
deutschen Wissenschaftssystems
Die große Mehrheit der deutschen und europäischen
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler begrüßt
Open Access. Die praktische Umsetzung gelingt aber
noch nicht an allen Stellen. Viele Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler veröffentlichen oft nur
einen Teil ihrer eigenen Forschungsergebnisse unter
einem Open Access-Modell.4 Diese Lücke zwischen
dem Wunsch der Wissenschaft nach mehr offen zugänglichen Publikationen und der aktuellen Veröffentlichungspraxis gilt es zu überwinden.

und Rahmengesetzgeber wie auch als Ermutiger und
Mediator unterschiedlicher Interessenlagen eine
unverzichtbare Rolle.

Der Übergang zu einem Wissenschaftssystem, in
dem Open Access der Standard des Publizierens
ist, liegt in der Verantwortung aller Beteiligten im
Wissenschaftssystem. Sie kann nur durch gemein
same Anstrengungen von Wissenschaftlerinnen
und Wissenschaftlern, Universitäten und Instituten,
Politik, Wirtschaft und Gesellschaft erreicht werden.
Die Politik spielt dabei sowohl als Forschungsförderer

Das Bundesministerium für Bildung und
Forschung sieht es daher als eine wichtige Aufgabe
an, die bestehenden guten Ansätze und Initiativen
im Wissenschaftssystem zu stärken und mit eigenen
Maßnahmen die Etablierung von Open Access weiter
voranzutreiben. Dem dienen folgenden Maßnahmen
in fünf Aktionsfeldern.

89 Prozent der deutschen Wissenschaftler halten Open
Access für ihr Forschungsfeld für förderlich und wünschen sich mehr frei zugängliche Literatur. Das ist eines
der Ergebnisse der Study of Open Access Publishing
(http://soap-fp7.eu).

V. Aktionsfelder der Open Access-Strategie
Die Aktionsfelder setzen an verschiedenen Stellen
des wissenschaftlichen Publikationswesens an. Allen
gemeinsam ist, dass es um Vorbild, Anreize, neue
Kommunikationsräume und praktische Unterstützung geht:
•	 Verankerung von Open Access als Grundprinzip in
der eigenen Förderung
•	 Sichtbarkeit und Akzeptanz
•	 Kompetenzaufbau und Verbreitung von Erfolgsmodellen aus der Praxis
•	 Finanzielle Unterstützung
•	 Transparenz und Monitoring

4

	

Dies ist eines der Ergebnisse der Study of Open Access Publishing
(SOAP) (http://soap-fp7.eu/). Für eine Zusammenfassung der
wesentlichen Ergebnisse siehe Dallmeier-Tissen, Darby, Goerner
et. al, Highlights from the SOAP project survey. What Scientists
think about Open Access Publishing, arXiv:1101.5260.

DIE STRATEGIE DES BUNDESMINISTERIUMS FÜR BILDUNG UND FORSCHUNG

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VI. Klares Bekenntnis zu Open Access –
Verankerung als Grundprinzip in der Förderung
Open Access in die BMBF-Förderung
integrieren
Damit Open Access seine Wirkung voll entfalten
kann, müssen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Open Access bei ihren eigenen Publikationen
praktizieren. Es bedarf eines deutlichen Bekenntnisses der Politik und der Forschungsförderer, dass Open
Access als Publikationsweg gewünscht und unterstützt wird. Das Bundesministerium für Bildung und
Forschung nimmt deshalb Open Access als Standard
in seiner Projektförderung auf. Der politische Wille
zur Förderung von Open Access wird so gegenüber
Wissenschaft und Verlagen klar kommuniziert.
•	 Die Klausel fordert die Wissenschaftlerinnen und
Wissenschaftler dazu auf, Forschungsergebnisse
aus vom Bundesministerium für Bildung und
Forschung geförderten Projekten – sofern sie sich
für eine Veröffentlichung der Ergebnisse entschieden haben – entweder direkt durch Open Access
zu publizieren (Goldener Weg) oder nach Ablauf
einer Embargofrist in ein geeignetes Repositorium
einzustellen (Grüner Weg).
•	 Die Entscheidung der Wissenschaftlerinnen und
Wissenschaftler über das „Ob“ der Publikation
bleibt durch die Klausel unberührt.
•	 Bei der Veröffentlichung von Monografien, die in
vom Bundesministerium für Bildung und
Forschung geförderten Projekten entstehen, wird
Open Access besonders begrüßt.
•	 Mit der zunehmenden Verbreitung von Open
Access gewinnt das Prinzip durch Lerneffekte und
positives Feedback an Nutzen für alle Beteiligten
– insbesondere aber für die Wissenschaftlerinnen
und Wissenschaftler selbst.

Die Länder können Open Access zudem flächendeckend dadurch fördern, dass sie Anreize für die
Hochschulen setzen, Open Access-Klauseln einzuführen. Dies stärkt die Einrichtungen, die sich bereits
für Open Access engagieren. Bei denen, die sich noch
nicht engagieren, wird ein entsprechendes Bewusstsein geweckt.

BMBF-Dialogforum zu Open Access
starten
Um Open Access zum Standard des wissenschaftlichen Publizierens zu machen, bedarf es einer gemeinsamen Anstrengung aller Akteure in der Wissenschaftslandschaft. Das Bundesministerium für
Bildung und Forschung wird daher einen strukturierten Diskurs zur Einführung von Open Access starten.
Im Open Access-Dialogforum werden die zentralen
Akteure des deutschen Wissenschaftssystems die
jeweiligen Strategien und Regelwerke zu Open Access
aufeinander abstimmen und weiterentwickeln.
Die bestehenden Open Access-Strategien einzelner
Fördermittelgeber, Wissenschaftsorganisationen und
Hochschulen enthalten bereits Open Access-Klauseln.
Im Rahmen des gemeinsamen Diskurses sollen diese
Ansätze verbreitert und in die Fläche getragen werden. Mit klaren Regeln zur Open Access-Publikation
kann erreicht werden, dass für die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler einheitliche Rahmenbedingungen hinsichtlich Open Access bestehen.

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OPEN ACCESS IN DEUTSCHLAND

VII. Neue Wege in der Publikationsfinanzierung
Publikationsmittel effizient einsetzen
Die Umstellung eines primär subskriptionsbasierten
Publikationsmodells hin zu einem Open AccessPublikationsmodell bedeutet im Wesentlichen eine
Umstellung von einer „nachgelagerten“ Finanzierung
beim Erwerb von Zeitschriften durch die Bibliotheken
hin zu einer „vorgelagerten“ Finanzierung von Open
Access-Publikationen. Mit neuen Geschäftsmodellen
können Verlage ihre wichtige Aufgabe in der wissenschaftlichen Kommunikation wahrnehmen und aktiver Teil des Wandels zu einer digitalen Wissenschaft
sein. Diesen Transformationsprozess im Publikationssystem gilt es zu begleiten.
Nach aktuellen Berechnungen ist die flächendeckende
Umstellung des wissenschaftlichen Publikationswesens in Deutschland mittelfristig kostenneutral
zu leisten. Langfristig werden Kosteneinsparungen
prognostiziert.
Quelle: Schimmer, R., Geschuhn, K. K., & Vogler, A.
(2015). Disrupting the subscription journals’ business
model for the necessary large-scale transformation to
open access. doi:10.17617/1.3.

Bei der Förderung von Open Access steht nicht das
Ziel von Einsparungen bei den Bibliotheksetats für
die öffentliche Hand im Vordergrund. Vielmehr soll
den Nutzerinnen und Nutzern ein einfacher digitaler Zugriff auf wissenschaftliche Textpublikationen
ermöglicht werden. Open Access führt dazu, dass mit
den eingesetzten Mitteln mehr Menschen von öffentlich geförderter Forschung profitieren können.
Die Verbreitung von Open Access setzt voraus, dass
die Artikelbearbeitungsgebühren gedeckt sind. Eine
angestrebte Open Access-Publikation soll nicht aus
finanziellen Erwägungen unterbleiben.

Open Access-Publikationen fördern
Das Bundesministerium für Bildung und Forschung
stützt den Übergang zu Open Access bereits heute dadurch, dass im Rahmen der Projektförderung
anfallende Kosten für die Publikation in einer Open
Access-Zeitschrift mit den Projektmitteln beantragt
werden können. Das Bundesministerium für Bildung
und Forschung trägt durch die Projektpauschalen

Teile der projektassoziierten indirekten Kosten und
erlaubt die flexible Nutzung dieser Mittel auch über
die Projektlaufzeit hinaus. Daraus können Publikationskosten finanziert werden.

Post-Grant-Fund einrichten
Die Publikation der Ergebnisse steht am Ende des
wissenschaftlichen Erkenntnisprozesses. In der Praxis
erfolgt die Veröffentlichung daher oftmals erst nach
dem Ende der Projektlaufzeit. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung wird auch für diese
Fälle Unterstützung bieten. Open Access-Publikationskosten für Veröffentlichungen, die aus BMBF
geförderten Projekten hervorgegangen sind, aber
erst nach Projektende veröffentlicht werden, können
künftig aus einem Post-Grant-Fund gefördert werden.

Open Access in Forschungs­
finanzierung integrieren
Auch andere Fördermittelgeber ermöglichen es
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern bereits,
die Mittel für die Open Access-Publikation ihrer
Forschungsergebnisse mit den Projektmitteln zu beantragen. Zudem stehen in einigen Hochschulen und
Forschungseinrichtungen eigens dafür eingerichtete
Open Access-Publikationsfonds zur Deckung von Publikationskosten bereit. Nicht zuletzt unterstützt die
Deutsche Forschungsgemeinschaft wissenschaftliche
Hochschulen bei der Einrichtung von Publikationsfonds mit einem eigenen Förderprogramm.
Die Deutsche Forschungsgemeinschaft unterstützt
die Veröffentlichungen von Forschungsergebnissen
in Open Access-Zeitschriften mit einem eigenen
Förderprogramm zum Aufbau von Publikationsfonds
an Hochschulen. So kann die Finanzierung von Open
Access-Publikationen mit einfachen Mitteln sichergestellt werden. Auch viele Wissenschaftseinrichtungen
halten entsprechende Fonds vor.

Alle Fördermittelgeber können und sollen diese Möglichkeiten ausbauen. Publikationsfonds sollten dabei
auch als Steuerungsinstrument genutzt werden, um
faire Konditionen der Publikation und des Zugriffs
zu ermöglichen. Die hohen Qualitätsstandards, die
an eine wissenschaftliche Veröffentlichung zu stellen
sind, können so sichergestellt werden.

DIE STRATEGIE DES BUNDESMINISTERIUMS FÜR BILDUNG UND FORSCHUNG

11

VIII. Open Access zur gleichwertigen Säule des
wissenschaftlichen Publikationswesens machen
Sichtbarkeit und Akzeptanz erhöhen
Publikationen in anerkannten Zeitschriften spielen
bei der Wahrnehmung und Bewertung wissenschaftlicher Leistungen eine wichtige Rolle. Open
Access-Zeitschriften sind vergleichsweise jung und
in vielen Fällen noch nicht so etabliert wie klassische
Verlagspublikationen. In Hochschulen und Einrichtungen der Wissenschaftsorganisationen muss
auf allen Ebenen das Bewusstsein gestärkt werden,
dass Open Access zusätzliche Möglichkeiten für eine
qualitätsgesicherte Publikation eröffnet und Open
Access-Publikationen bei der Vergabe von Mitteln
oder der Besetzung von Stellen ebenso zu berücksichtigen sind wie klassische Verlagspublikationen. Die
Leitungen von Lehrstühlen, Forschungseinrichtungen, Hochschulen und Projektgruppen können ihren
Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern den Weg zu Open
Access-Publikationen ebnen. Auch die Meinung des
Kollegiums kann entscheidenden Einfluss haben.

die Sichtbarkeit und Akzeptanz von Open Access im
gesamten deutschen Wissenschaftssystem erhöhen.
Mit der Informationsoffensive werden gezielt Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler angesprochen
und über die Vorteile und Möglichkeiten von Open
Access informiert sowie Alternativen zum traditionellen Publikationsmodell aufgezeigt. Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern soll die
Zustimmung vermittelt werden, die Open Access
in Wissenschaftskreisen bereits genießt. So wird
innerhalb der wissenschaftlichen Gemeinschaft das
Verständnis gestärkt, dass Open Access-Publikationen
wissenschaftliche Leistungen ebenso widerspiegeln
können wie klassische Zeitschriftenpublikationen.
Die Länder können Open Access nachhaltig unterstützen, wenn Open Access-Publikationen bei der Vergabe von Mitteln insgesamt nach denselben qualitätsgeleiteten Kriterien gewürdigt werden wie klassische
Verlagspublikationen.

Mit einer breit angelegten Informationsoffensive wird
das Bundesministerium für Bildung und Forschung

IX. Open Access – einfach und praktikabel
Nationale Kompetenz- und
Vernetzungsstelle einrichten
Das Bundesministerium für Bildung und Forschung
wird den Aufbau einer Nationalen Kompetenz- und
Vernetzungsstelle fördern. Diese wird eine zentrale
Rolle beim Austausch und der Vernetzung der
Verantwortlichen aus Ländern, Hochschulen und
Forschungseinrichtungen einnehmen. Sie wird mit
Schulungen und Fortbildungen die Kompetenzen der
Multiplikatoren vor Ort verbessern. An Einrichtungen, an denen es keine Ansprechpartner gibt, wird die
Kompetenz- und Vernetzungsstelle mit Materialien
und Beratung den Aufbau der entsprechenden Expertise unterstützen.
Niederschwellige Beratungsangebote und Ansprechpartner vor Ort werden Wissenschaftlerinnen und
Wissenschaftlern, die Interesse an neuen Publikatons-

wegen und -formen haben, darin unterstützen, ihre
Forschungsergebnisse mittels Open Access erfolgreich
zu verbreiten, und Hilfestellung leisten, die komplexen rechtlichen und praktischen Fragen (z. B. in Bezug
auf Fördermöglichkeiten für Open Access-Publikationen) zu lösen. Dadurch soll es für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler selbstverständlich werden,
mit Open Access-Publikationen zu arbeiten und ihre
eigenen Forschungsergebnisse zügig und rechtssicher
Open Access zu veröffentlichen.
Das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft
ge­förderte Projekt open-access.net bietet praktische
Hilfestellungen und Informationen für einen zielgruppenorientierten Einstieg in das Thema Open Access –
der große Erfolg dieses Projektes zeigt, dass es breiten
Beratungs- und Aufklärungsbedarf auf allen Ebenen
gibt.

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Erfolgsmodelle von Open Access
fördern
Das Bundesministerium für Bildung und Forschung
wird die Entwicklung von Open Access-Initiativen
und Projekten fördern und Erfolgsbeispiele mit einem
Wettbewerb sichtbar machen.
Überzeugende innovative Ansätze, die eine weitere
Verbreitung von Open Access an den Hochschulen
und Forschungseinrichtungen ermöglichen, werden
ausgezeichnet und ihre Umsetzung in den Wissenschaftsalltag gefördert. Im Fokus stehen hier Projekte,
die die erfolgreiche Umsetzung von Open Access in
die Praxis zeigen oder konkret die Publikation unter
einem Open Access-Modell erleichtern.

OPEN ACCESS IN DEUTSCHLAND

Die leichte Auffindbarkeit von Open Access-Publikationen ist ein wichtiger Erfolgsfaktor für Open Access.
Projekte wie die Bielefeld Academic Search Engine
(BASE) zeigen, wie Open Access mit praktischen Projekten gefördert werden kann.

Vielfältige Projekte in der Wissenschaft, wie die Etablierung von Open Access-Zeitschriften, die Transformation von Subskriptionszeitschriften hin zu einem
Open Access-Modell oder der Aufbau von Suchmaschinen und Datenbanken, welche die Nachnutzbarkeit,
Auffindbarkeit oder vernetzte Verteilung von Open Access-Publikationen verbessern, zeigen, wie Open Access
in der Praxis umgesetzt wird. Auch kleinere Projekte
und Initiativen werden durch das Bundesministerium
für Bildung und Forschung zukünftig unterstützt.

X. Open Access sichtbar und messbar machen –
Open Access-Monitor
Das Bundesministerium für Bildung und Forschung
wird einen Open Access-Monitor etablieren, der ver­
lässlich den quantitativen Stand von Open Access in
Deutschland verfolgen soll. Aufbauend auf einer Bestandsaufnahme der Open Access-Aktivitäten in
Deutsch­land sollen weitere Handlungsbedarfe identifiziert und künftige Aktivitäten an diesen Erkenntnissen
ausgerichtet werden. Zugleich können so die Effizienz
künftiger Maßnahmen gemessen und Veränderungen
des Publikationsverhaltens sichtbar gemacht werden.

auch die im Bereich Open Access weniger starken Be­
reiche identifizieren und Open Access zielgerichteter
fördern.
Das Monitoring soll auch darstellen, aus welchen
Quellen und in welcher Höhe Mittel für die wissenschaftliche Informationsversorgung und für die
Finanzierung von Publikationen (sowohl Open Access
als auch im subskriptionsbasierten Modell) aufgewandt werden. So lässt sich die Transformation zu
Open Access zielgerichtet gestalten.

Wenn Einrichtungen den Anteil ihrer Open AccessVeröffentlichungen beziffern können, so können sie

XI. Ausblick
Open Access ist Teil des umfassenderen Wandels zu
einer digitalen Wissenschaft. Mit der Veröffentlichung
der Open Access-Strategie startet das Bundesministerium für Bildung und Forschung einen Prozess, der
die vielfältigen Bestrebungen von Wissenschaft,
Wirtschaft und Politik bündeln und neue Handlungsoptionen aufzeigen und anstoßen wird. Zugleich
stärkt es durch die Ausweitung eigener Fördermaßnahmen die Verbreitung und Nutzung der Open

Access-Publikationen. Alle Akteure aus Wissen­schaft,
Politik, Wirtschaft und Gesellschaft sind aufgefordert,
sich in diesen Prozess einzubringen und eigene Maßnahmen aufzusetzen oder auszubauen.
Die Digitalisierung bringt große Chancen, die in einer
globalen Wissensgesellschaft gemeinsam genutzt
werden sollten.

Impressum
Herausgeber
Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
Referat Grundsatzfragen und Rahmenbedingungen des
Digitalen Wandels
11055 Berlin
Stand
September 2016
Gestaltung
Poli Quintana, interlinea.de
Berlin
Bildnachweis
Presse- und Informationsamt der Bundesregierung (BPA),
Steffen Kugler, S. 3 (Porträt Prof. Dr. Johanna Wanka)
Text
BMBF

Diese Druckschrift wird im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit
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