Publication:
2019
URN:
https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:kobv:109-1-15364833
Path:
Ganghofer
Bewegung

Sommer 2019

Liebe Anwohnerinnen und Anwohner,
bei dem Thema Bewegung geht es diesmal nicht um
Marathon, Fußball oder Fitness-Studios. Es geht dabei
um Angebote, die für alle da sind, unabhängig von Alter,
Gewicht, Fitness oder Einkommen.
Klar, Sport allein bietet noch keine Garantie für die
Gesundheit; klar ist aber auch, dass Bewegungsmangel
und falsche Ernährung die Ursachen vieler Krankheiten
sind. Da das Quartiersmanagement Ganghoferstraße

den Anspruch hat, die Lebensbedingungen aller Anwohner*innen zu verbessern, gehören die Themen Gesundheit und Bewegung mit in seinen Aufgabenkatalog.
Der Quartiersrat befürwortet deshalb immer wieder die
Finanzierung entsprechender Angebote, wie z.B. des Projektes „Sport für jung & alt umsonst und draußen“, das
wir im Innenteil des Heftes vorstellen.

Zirkus, Kraftparcours & Skaten
Neue Angebote im Verkehrsschulgarten
bezirkseigene Gelände für weitere
Angebote geöffnet. Unter der Regie
des Nachbarschaftsheims Neukölln
werden voraussichtlich ab Juni drei
Bewegungsangebote stattfinden, die
sich insbesondere an Kinder und
Jugendliche von 6 bis 18 Jahren und ihre
Familien richten, die im QM-Gebiet
wohnen und ihre Freizeit vorwiegend
in den Straßen des Quartiers verbringen. Einmal wöchentlich lädt „Alles
auf Rollen“ Kinder und Jugendliche zum Fahren auf Skateboards,
Rollschuhen und/oder Inlineskates
ein. Ebenfalls einmal wöchentlich
können die Teilnehmer*innen bei
„Zirkus im Verkehrsschulgarten“ u.a.
Jonglieren oder Artistik üben. Und
bei dem in Kooperation mit Stadtbewegung e.V. geplanten
„Kraftparcours mit eigenem Körpergewicht“ erhalten die
Teilnehmer*innen die Möglichkeit, verschiedene Kraft- und
Körperübungen kennenzulernen.
M. Hühn
Foto: M. Hühn

Der Verkehrsschulgarten bietet Raum für Bewegungsangebote.
Bislang war der Verkehrsschulgarten am Wörnitzweg fast
ausschließlich für solche Kinder da, die auf dem umzäunten Gelände das sichere Vorankommen mit dem Fahrrad im Straßenverkehr üben konnten. Demnächst wird das

Gang­hofer

Kiezbewegung
Das Projekt „Sport umsonst und draußen“ lädt zum Mitmachen ein

Foto: Stadtbewegung e.V.

Jeden Freitag um 16 Uhr auf dem Hertzbergplatz: Kieztraining, ein offenes Bewegungsangebot für die ganze Nachbarschaft.

Wir wissen es ja alle: regelmäßige Bewegung ist wichtig, um sich
wohl zu fühlen, gesund zu bleiben oder zu werden. Aber das ist
leichter gesagt als getan. Gerade diejenigen, die noch nie oder
schon länger nicht mehr aktiv waren, finden nur schwer den
(Wieder-)Einstieg in den Sport.
Die Gründe für zu wenig Bewegung sind unterschiedlich und
nicht immer ist es der innere Schweinehund, der einen hindert.
Bei vielen ist es z.B. eine Kostenfrage, weil sie sich die Mitgliedschaft in einem Verein oder die Gebühr in einem Fitness-Studio
nicht leisten können. Oder weil ihnen das Geld für Sportkla-

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motten und Laufschuhe fehlen. Andere wiederum fühlen sich
von den festen Trainingszeiten und Strukturen in den Vereinen
abgeschreckt oder der Weg zum passenden Verein ist zu weit.
Weil aber Bewegung - neben einer guten Ernährung - für
die Gesundheit eine derart zentrale Rolle spielt, fördert das
Quartiersmanagement seit 2017 ein Projekt, das ausdrücklich
alle anspricht, die aus oben genannten Gründen bislang keinen
Sport getrieben haben. Umgesetzt wird das Projekt vom Verein
„Stadtbewegung e.V.“, der sich darauf spezialisiert hat, alternative und kostengünstige Angebote zu entwickeln. Das Projekt
„Bewegung umsonst und draußen für Jung und Alt“ nutzt dabei

Kiezinfo

öffentlich zugängliche Räume und Dinge, die in der Stadt vorhanden sind. Diese liegen in der Regel etwas abseits vielbefahrener Straßen in Parks oder kleineren Freiflächen. Ein weiterer
Vorteil dieses Konzeptes: Orte, an denen bisher wenig passierte,
werden durch den Sport belebt.
Einer der Gründer des Vereins Stadtbewegung ist der studierte
Kulturwissenschaftler Robin Spaetling, der vor ein paar Jahren
bereits im Projekt „Kiez trifft Kiez“ Nachbarschaftsaktionen
im Quartiersmanagement-Gebiet Ganghoferstraße organisiert
hat. Dass es jetzt um Sport geht, hat vor allem mit den eigenen
Erfahrung zu tun, die er im Berliner Stadtgebiet gesammelt hat:
„Ich bin selbst schon immer viel gelaufen und fand es irgendwann langweilig, immer nur die selben Runden zu drehen. Ich
habe dann geguckt: Welche Alternativen gibt es, was kann man
für Sport nutzen?“ Da wären z.B. Treppen, die man vorwärts
und rückwärts rauf und runter laufen kann. Fast überall stehen
Bänke, die man für Liegestütze nutzen kann oder Poller, die sich
für Bocksprünge eignen. Wenn man erst einmal angefangen hat,
das städtische Mobiliar auf seine Sporttauglichkeit hin zu beurteilen, findet man so einiges.
Nach dieser Entdeckung hat Robin Spaetling an der Landessportschule eine Trainerausbildung absolviert, um besser verstehen zu können, wie man ein Training aufbaut und wie man
Menschen mit unterschiedlichen Fitness- und Erfahrungshorizonten unterstützen kann.
2017 gründete er zusammen mit acht weiteren Sportler*innen
den Verein Stadtbewegung, der zum einen ein klassischer Sportverein mit Beiträgen und festen Angeboten für seine Mitglieder ist, aber auch einen offenen, kostenlosen Bereich bietet. Als
Vision schwebt den Gründer*innen die Bildung kleiner, nachbarschaftlicher Bewegungsgruppen vor. Der Vorteil: Solche
Gruppen treffen sich in der Nähe des Wohnortes, man kann
problemlos einsteigen und sie gewährleisten Angebote, die viele
ansprechen.
Seitdem sucht Stadtbewegung e.V. deshalb nach Menschen,
die sich zu Kieztrainer*innen ausbilden lassen wollen: „Die
Ausbildung „Kiezsport-Übungsleiter(in)“ will Menschen
in die Lage versetzen, gesundheitsorientierte Sport- und
Bewegungsangebote selbst anzuleiten“, so der damalige Aufruf.

Er richtet sich an Menschen, die vor allen Dingen eines mitbringen sollten: Die Lust, mit anderen zusammen Sport zu treiben.
„Mach ein Angebot genau da, wo Du wohnst mit dem, was Du
gerne machst!“ Finanziert und angeboten wird die Ausbildung
vom „Berliner Institut für settingorientierte Gesundheitsförderung (bisog)“ und ist für die Teilnehmer*innen kostenfrei. Aus
dem Ganghoferkiez nahmen z.B. 2017 zehn Personen daran teil.
In der Folgezeit bildeten sich verschiedene Gruppen, z.B. eine
Laufgruppe, eine Qi Gong-Gruppe, eine Gruppe, die sich zur
Morgengymnastik traf oder eine, die Boule spielte. Einschlägige
Orte waren (und sind) insbesondere die Streuobstwiese und der
Hertzbergplatz an der Sonnenallee. Um die Übungsleiter*innen
untereinander zu vernetzen und um eine Möglichkeit zum Austausch zu schaffen, wird im Rahmen des Projekts zu regelmäßigen Treffen eingeladen.
Mehr oder weniger große Probleme bekommen die Angebote
in der kalten Jahreszeit: „Im Winter nehmen nicht so viele teil
und einige Übungsleiter*innen machen dann auch lieber Pause“,
erzählt Robin. Im Frühjahr, so die Erfahrung, gebe es dann
einen regelrechten Neustart.
Dass es diesen Winter im Kiez etwas besser lief, lag an den
neuen Möglichkeiten, Räume kostenlos nutzen zu können. Dazu
gehörten die Brüdergemeine und das Jugend- und Gemeinschaftshaus „Die Scheune“ am Richardplatz.
Grundsätzlich, so Robin, sei es aber wünschenswert, den Sport
draußen zu treiben, allein schon aus Gründen der Sichtbarkeit: „Wenn Leute sehen, wie andere Leute sportlich aktiv sind,
werden sie oft neugierig und fragen nach.“ Die Barriere, einfach
mitzumachen, ist jedenfalls denkbar niedrig. „Unsere Angebote
sind ja vor allem auch für Menschen, die sonst keinen Sport
treiben. Da können wirklich alle mitmachen, egal wie fit sie sind
oder was sie anhaben. Gerne auch in Straßenkleidung.“
M. Hühn

Welche Angebote 2019 im Kiez stattfinden, erfährt man
unter https://stadtbewegung.de oder von Robin Spaetling:
robin@stadtbewegung.de, Whatsapp: 0175 8609872
Gesucht werden zudem laufend interessierte Nachbarinnen
und Nachbarn, die selbst etwas anbieten möchten.

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Workshops zu gesunder und nachhaltiger Ernährung
Neues Projekt von Restlos Glücklich e.V. startet im Juni 2019
Seit einigen Jahren entwickelt sich ein Bewusstsein dafür, dass sich
im Umgang mit Lebensmitteln etwas ändern muss. Zum einen
werden zu viele Lebensmittel weggeworfen, zum anderen werden
tonnenweise ungesunde Nahrungsmittel konsumiert. Zu viel
Zucker, zu wenig Frischkost und vor allem zu viel Fleisch führen
schon bei Kindern zu Übergewicht, Diabetes und Kreislauferkrankungen. Hinzu kommt, dass die Produktion von Fleisch und die
damit verbundene Massentierhaltung das Klima und die Böden
stark belastet.
In Neukölln, speziell auch rund um den Ganghoferkiez, sind
Initiativen aktiv, die neue Formen des Lebensmittelkonsums entwickeln und ausprobieren. Dazu gehören u.a. das Kulturlabor Trial&Error oder „Restlos Glücklich e.V.“, der aus überschüssigen
Lebensmitteln kreative Gerichte kocht und berlinweit Kurse zum
Thema Lebensmittel anbietet.
In einem neuen Projekt wird Restlos Glücklich e.V. zukünftig auch
im Ganghoferkiez eine Workshopreihe zu gesunder und klimaf-

Von „Laufen“ bis „Yoga“

Kiezfest am 14. Juni

Neben den Angeboten des Vereins Stadtbewegung bietet das
Unionhilfswerk ebenfalls einen offenen Lauftreff für alle Altersklassen und Fitness-Zustände an. Zwei Mitarbeiterinnen organisieren das Angebot, das selbst im Winter stattgefunden hat. Auch
bei diesem Lauftreff gilt: Mitmachen kann jede und jeder. Immer
freitags um 8.30 Uhr, Treffpunkt ist in der Donaustraße 83, 2.
Hinterhof. Weitere Infos und Kontakt über das Unionshilfswerk
Sozialeinrichtungen gGmbH, Beschäftigungstagesstätte Neukölln,
Annette Kugler, Carol Lange, annette.kugler@unionhilfswerk.de,
carol.lange@unionhilfswerk.de, Telefon: 030 / 684 089 17.
Vier weitere offene Bewegungsangebote finden im Diakoniewerk
Simeon in der Kirchgasse 62 statt: für Senior*innen jeden Donnerstag Stuhl-Gymnastik von 10 bis 11 Uhr und Tanzen mittwochs von 13 bis 18 Uhr. Altersunabhängig ist die Teilnahme an
der Sportgruppe, die sich montags ab 18 Uhr trifft und an den
beiden Yoga-Gruppen, die sonntags zwischen 12 und 20 Uhr aktiv
sind. Weitere Infos unter Tel.: 030 685 90 51.
M. Hühn

Das Kiezfest findet dieses Jahr erstmals auf der Streuobstwiese
hinter dem Museum im Böhmischen Dorf statt. Aber nicht nur
die Location ist neu: Es wird ein kleines aber feines Fest unter
dem Motto „Umwelt und Nachhaltigkeit“ werden, das der Verein
Karma Kultur zusammen mit anderen Einrichtungen aus dem
Kiez organisiert. Es wird Mitmach-Aktionen geben und Musik
und Tanz auf der kleinen Bühne. Auch die kulinarische Versorgung wird ein Gemeinschaftsprojekt: Alle Institutionen und Akteure sind eingeladen, sich am
gemeinsamen Buffet mit einer EssensSpende zu beteiligen. Das Kiezfest
findet am Freitag, den 14. Juni zwischen 15 und 20 Uhr statt. Die Streuobstwiese
erreicht man über den kleinen Zugangsweg in der
Donaustraße 69, über den Hof Richardplatz 3K oder am Museum im Böhmischen Dorf in der Kirchgasse 5 vorbei. M. Hühn

Impressum
ViSdP: Mathias Hühn

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reundlicher Ernährung anbieten. Ziel ist es, Informationen zu
vermitteln, wie eine gesunde, nachhaltige und trotzdem kostengünstige Ernährung aussehen und praktisch umgesetzt werden
kann. Die Kurse sollen kostenlos stattfinden, um möglichst allen
Bewohner*innen einen leichten Zugang zu ermöglichen. Geplante
Themen sind u.a. „Zucker und klimafreundliche Alternativen“,
„Gesund kochen für Kinder“ oder „Kochen und Allergien“.
Das Projekt startet im Juni und läuft bis Ende 2021. Die Kurse
werden in verschiedenen Einrichtungen im Kiez stattfinden
und die Inhalte sollen in einer Broschüre dokumentiert werden.
Gefördert wird das Projekt durch das Quartiersmanagement
Ganghoferstraße aus Mitteln des Programms Soziale Stadt sowie
von der Clearingstelle Gesundheit des Berliner Senats.
Weitere Infos und Termine finden Sie demnächst auf
www.qm-ganghofer.de
M. Hühn

Redaktion/Layout:
Mathias Hühn

Auflage: 2000 St.
Druck: Druckerei Ronald Fritzsch

Kontakt: QM Ganghoferstraße
Donaustr. 78, 12043 Berlin, www.qm-ganghofer.de
                            
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