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Full text: Junges Wahlprogramm für Berlin 2016

JWAUHLNPROGGREAMSM
FÜR BERLIN

2016

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Herausgeber:
Landesjugendring Berlin e.V.
Obentrautstr. 57
10963 Berlin
T: 030.81 88 61 00
info@ljrberlin.de
www.ljrberlin.de
www.jugend-wählt-berlin.de
landesjugendring.berlin

VORWORT 4
HINTERGRUND 

5

ALLE FORDERUNGEN AUF EINEN BLICK 

6

JUNGE GEFLÜCHTETE 

8

VIELFALT 

10

JUGEND(VERBANDS)ARBEIT 

12

EHRENAMTLICHES ENGAGEMENT 

14

BESSERE LEBENSBEDINGUNGEN 

16

FREIRÄUME 

18

MOBILITÄT 

19

© Philipp von Ostau: Seite 5
© BUNDjugend Berlin: Seite 9 o.

BERÜCKSICHTIGUNG 

20

© Marion Hunger: Seite 15 o.
© LJR Berlin: Seite 11 m., 15 m., 23 o., 24

WAHLRECHT AB 16 

22

© JuHu Berlin: Seite 17 m.
© CVJM-Ostwerk e.V. Landesverband Berlin-Brandenburg: Seite 17 u.

INTERVIEW 

24

© Schreberjugend Berlin: Seite 18 o., 18 u.
© Jugendwerk der AWO Württemberg: Seite 18 m.

DER LANDESJUGENDRING BERLIN 

26

Verantwortlich (i.S.d.P.): Tilmann Weickmann, Geschäftsführer
Redaktion: David Spitzl
Layout, Satz und Illustration: Daniel Bauer, www.ligatur-berlin.de
Druck: www.wir-machen-druck.de
Auflage: 500 Exemplare
© 2016 Landesjugendring Berlin e.V.
Bildnachweis

© Michael W. Parenteau: Seite 19 u.
© ver.di JBS Konradshöhe: Seite 21 u.

JUGEND WÄHLT BERLIN ist ein Projekt des Landesjugendring Berlin e.V.
und wird gefördert von der Senatsverwaltung für Bildung,
Jugend und Wissenschaft des Landes Berlin.
2

3

HINTERGRUND
von Wohnraum oder im Öffentlichen Personennahverkehr
widerspiegeln.

So wächst Berlin auch für Jugendliche
Berlin wächst. Die Zahl der Kinder und Jugendlichen steigt.
Junge Menschen prägen das Bild unserer bunten und quirligen
Stadt. Jenseits von Imagekampagnen müssen wir ihren
Bedürfnissen, Interessen, Hoffnungen und Forderungen einen
größeren Entfaltungsraum eröffnen. Was dafür notwendig ist,
von der Bekämpfung der Kinderarmut bis zur Anerkennung
ehrenamtlichen Engagements, zeigen wir als Landesjugendring Berlin mit unserem Wahlprogramm „Jugend wählt
Berlin“.
Eine wachsende Stadt muss dafür sorgen, dass Angebote
der Jugendarbeit mitwachsen können. Das kostet Geld.
Wir fordern ganz konkret für die Berliner Jugendverbände
363.000 Euro mehr Fördermittel pro Jahr. Soviel kostet
der Flughafen BER in gerade einmal 6,5 Stunden. Das
Schmunzeln über diesen Vergleich möchte auf ein ernstes
Anliegen aufmerksam machen: Nur durch die Steigerung der
regulären Jugendverbandsförderung können neue Strukturen
qualifizierter Ehrenamtlichkeit geschaffen werden, die einen
Angebotsausbau ermöglichen.
4

Das junge Wahlprogramm ist einzigartig, denn es will nicht nur
fordern, sondern es möchte sichtbar machen. Es wirft ein Licht
auf junge Menschen, die sich jeden Tag im Großstadttrubel
für ihre Mitmenschen ehrenamtlich einsetzen und zeigt uns
als Stadtgesellschaft, wie wir gemeinsam dieses Engagement
unterstützen können.
Ich wünsche dem jungen Wahlprogramm nicht nur viele
neugierige Leser_innen, sondern vor allem aufgeschlossene
Entscheidungsträger_innen, die sich mit uns als
Landesjugendring für seine Umsetzung stark machen.
Marcel Hoyer
Vorsitzender Landesjugendring Berlin

Berlin wächst und wird jünger: Es gibt es immer mehr Kinder und
Jugendliche, viele von ihnen sind mit ihren Familien zugezogen
oder suchen auf der Flucht Schutz. Die Bedürfnisse dieser
Gruppen nach Freiräumen, Lebensqualität, Mitbestimmung
oder Wohnraum spielen in der politischen Debatte und der
öffentlichen Diskussion zumeist nur eine untergeordnete Rolle.
Mit dem Jungen Wahlprogramm für Berlin macht der
Landesjugendring Berlin deutlich, wo die Hauptstadt für eine
kinder- und jugendfreundliche Stadt nachbessern muss. Er tut
dies als Interessenvertreter von Kindern und Jugendlichen.
Nach dem Kinder- und Jugendhilfegesetz hat „jeder junge
Mensch … ein Recht auf Förderung seiner Entwicklung
und auf Erziehung zu einer eigenverantwortlichen und
gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit.“ An diesem Anspruch
wird der Landesjugendring die Politik des neu gewählten
Parlaments und des Senats in der nächsten Legislaturperiode
messen.

Schwerpunkte
Berlin ist eine wachsende Stadt. Seit 2011 nimmt die Zahl
der in Berlin lebenden Kinder und Jugendlichen zu. Bis 2030
kommen alleine 84.000 Menschen unter 18 Jahren hinzu.
Deshalb müssen die Angebote für junge Menschen auch in
der Jugend- und Jugendverbandsarbeit wachsen. Besonders
gilt dies für junge Menschen mit Migrationshintergrund und
junge Geflüchtete. Das Bevölkerungswachstum muss sich
in einer speziellen Infrastruktur für Kinder und Jugendliche,
aber auch in der generellen Stadtpolitik, wie bei der Schaffung

Berlin muss eine bessere Stadt für Kinder und Jugendliche
werden. In Berlin muss es nicht nur mehr Angebote für Kinder
und Jugendliche geben, sondern auch bessere. Die bauliche
Situation an vielen Schulen ist katastrophal. Kreative Freiräume
für junge Menschen fehlen an vielen Stellen. Der Anteil von
Kindern und Jugendlichen, die in Armut aufwachsen, ist
erschreckend hoch. Hier braucht es neue Ideen.
Kinder und Jugendliche müssen mehr mitbestimmen können.
Eine nachhaltige Politik für Kinder und Jugendliche in
Berlin muss die eigenverantwortliche Entwicklung junger
Menschen fördern. Sie muss eine aktivierende Politik sein,
die junge Menschen bei der Aneignung ihres Lebensumfeldes
unterstützt, sie muss sich als Förderung zivilgesellschaftlichen
Engagements verstehen. Das heißt, Kinder und Jugendliche
brauchen Beteiligungschancen in allen Politikfeldern, die sie
betreffen. Sie müssen befähigt werden, ihr Leben selbst in die
Hand zu nehmen.

Kinder- und Jugendpolitik ist eine
Querschnittsaufgabe
Kinder- und Jugendpolitik, die die Partizipation
junger Menschen in den Mittelpunkt stellt, ist eine
Querschnittsaufgabe, die sich nicht in engen Ressortgrenzen
abbilden lässt. Die Förderung aller Kinder und Jugendlichen
muss in allen Politikbereichen selbstverständlich sein. Diese
geht weit über Schul-, Familien- und Jugendpolitik hinaus und
kann nur erfolgreich sein, wenn vor allem die Förderung von
Selbstorganisation, Partizipation und Eigenständigkeit von
Kindern und Jugendlichen zentrales Leitprinzip einer richtig
verstandenen Politik im Sinne junger Menschen wird. Das Junge
Wahlprogramm für Berlin versteht sich als Anstoß zu einem
ressortübergreifenden Blick auf Kinder und Jugendliche. Der
Landesjugendring möchte damit zu einem Perspektivwechsel
in der Berliner Landespolitik beitragen.
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■ ■ Beispiele aus der Jugendverbandsarbeit
Urban Gardening mit jungen Geflüchteten
Gärtnern verbindet. Das dachten sich Jugendliche der
BUNDjugend Berlin und starteten ein Urban Gardening-Projekt
mit jungen Geflüchteten einer Flüchtlingsunterkunft in
Zehlendorf. Dort bauen die Jugendlichen zusammen Hochbeete
aus alten Paletten oder pflanzen Gemüse an. Der Austausch
und die Verschönerung der Unterkunft stehen dabei im
Mittelpunkt.
www.berlin.bundjugend.de

Initiative »Werde Fluchthelfer_in«

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Jugendverbände bieten Freiräume für selbstbestimmtes und
selbstorganisiertes Engagement und können so eine besondere
Ressource für junge Geflüchtete darstellen. In dieser Rolle
müssen Jugendverbände gefördert und gestärkt werden.
Junge Geflüchtete sind Teil der wachsenden Stadt. Sie haben
wie alle jungen Menschen ein Recht auf Selbstbestimmung
und auf Förderung ihrer Entwicklung. Die Flucht der
jungen Menschen ist mit vielen schwerwiegenden und
einschneidenden Konsequenzen verbunden: Sie müssen
ihre Peergroup zurücklassen, ihre Ausbildung unterbrechen,
Zukunftspläne vertagen oder sogar ganz aufgeben. Unsere
Aufnahmegesellschaft muss Möglichkeiten bieten, dass
junge Geflüchtete selbständig Perspektiven für die Zukunft
8

entwickeln können über die Erstaufnahme hinaus und
unabhängig von ihrem Aufenthaltsstatus. Dazu gehören
Bildungs- und Berufsperspektiven, aber auch Möglichkeiten
der Freizeitgestaltung und der Beteiligung.

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Mit der Initiative «Werde Fluchthelfer_in» des
Landesjugendwerk der AWO Berlin werden hilfsbereite
Menschen zu Fluchthelfer_innen: Sie unterstützen
Geflüchtete vor, während oder nach ihrer Flucht mit Hilfe von
Unterstützungsaktionen wie einer Refugee Support Tour
oder durch Mitmachangebote zum Beispiel in Erstaufnahmeeinrichtungen. Im Rahmen der Initiative werden trendige Stoff­
beutel verkauft, um die Projekte für Geflüchtete zu finanzieren.
www.landesjugendwerk-berlin.de

Jung - Geflüchtet - Selbstbestimmt
Über 65 Projekte von, mit und für junge Geflüchtete aus der
Jugend(verbands)arbeit konnte der Landesjugendring Berlin
bislang im Rahmen des Förderprojekts «Jung - Geflüchtet
- Selbstbestimmt» aus Mitteln der Stiftung Demokratische
Jugend, der Kreuzberger Kinderstiftung und vom Land Berlin
unterstützen. Von Kunstprojekten über Sportwochen bis hin
zu Zirkustagen sind vielfältige Angebote an die Neuberliner_
innen entstanden.

www.jung-gefluechtet-selbstbestimmt.de

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INTERESSENVERTRETUNG
JUGENDLICHE

■ ■ Beispiele aus der Jugendverbandsarbeit
Meinungsmacher.in
Jeder dritte Jugendliche in Berlin wächst mit mehreren
Kulturen auf und lebt sie. Das Projekt meinungsmacher.in des
Jugendbund djo-Deutscher Regenbogen, Landesverband Berlin
zeigt, wie sie unsere Gesellschaft bereichern. In Mediencamps
und Akademien entstehen so bunte und vielfältige
Videos, Bilder oder eine Zeitung über die Geschichten ganz
unterschiedlicher junger Menschen in unserer Stadt.

www.meinungsmacher.in

Jugendmigrationsbeirat Berlin

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Interessenvertretungen von Jugendlichen, beispielsweise
Migrant_innenjugendselbstorganisationen, müssen stärker
gefördert werden, um die unterschiedlichen Perspektiven in die
demokratische Gesellschaft einzubringen.
Die Zahl der Kinder und Jugendlichen in Berlin wächst. Mehr
Kinder und Jugendliche in der Stadt bedeuten auch mehr
unterschiedliche Interessen, Bedürfnisse, Fähigkeiten,
Hintergründe und Perspektiven. Alle Jugendlichen müssen die
Möglichkeit haben, sich je nach ihren Interessen, Bedürfnissen
und Fähigkeiten einzubringen. Ob Hip-Hop oder Metal, mit oder
ohne Migrationshintergrund, ob homo- oder heterosexuell,
ob Gymnasium oder Berufsvorbereitungsjahr, ob im Rollstuhl
oder auf Inlineskates - so vielfältig wie junge Menschen sind
10

müssen auch die Angebote und Unterstützungen für junge
Menschen sein. Schulen und Angebote der Jugendarbeit
müssen so ausgestattet sein, dass sie den unterschiedlichen
Kindern und Jugendlichen gerecht werden.

Der Jugendmigrationsbeirat Berlin ist ein Zusammenschluss
von neun in Berlin aktiven Jugendverbänden, deren
Mitglieder mehrheitlich junge Menschen mit (familiärer)
Migrationsgeschichte sind. Der Beirat versteht sich als
Interessenvertretung seiner Mitglieder und als Instrument
direkter politischer Partizipation. Er setzt sich für eine
diversitätsbewusste Gesellschaft ein. 

www.jugendmigrationsbeirat.berlin

Kartenspiel: „Bist du dabei?“
„Bist du dabei?“ heißt das Kartenset der Evangelischen
Jugend, mit dem man mit Jugendlichen und Erwachsenen
zum Thema „Teilhabe und Mobilität“ spielerisch ins Gespräch
kommen kann. Die Spieler_innen erhalten Orts- und
Rollenkarten und damit eine neue Identität. Dann beantworten
sie in der neuen Rolle Fragen. Am Schluss wird ausgewertet:
Warum sind manche gut vorangekommen und andere nicht?
www.akd-ekbo.de

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■ ■ Beispiele aus der Jugendverbandsarbeit
Sommerzeltlager der Falken
Energie und Entspannung, Kreativität und Abenteuer,
Lagerfeuerstimmung und Partys unterm Sternenhimmel: Bei
den Sommercamps der Falken Berlin an der Ostsee bauen
sich jedes Jahr rund 100 junge Menschen eine Gemeinschaft
auf, in der jede Stimme zählt. Lachen, tanzen, träumen, sich
gegenseitig herausfordern, die Welt und ihre Spielregeln
hinterfragen und miteinander neue Wege entdecken steht
dabei im Mittelpunkt.
www.falken-berlin.de

Jugendzentrum Betonia

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Jugend- und Jugendverbandsarbeit müssen endlich eine
stabile Finanzierungsgrundlage erhalten. Jugendarbeit in
den Bezirken braucht definierte Qualitätsstandards, die
bei der Finanzierung berücksichtigt werden müssen. Dies
kann in einem Jugendfördergesetz geregelt werden. Die
Förderung der Jugendverbände und Jugendbildungsstätten auf
Landesebene muss an den wachsenden Bedarf und die Tarif- und
Preisentwicklung angepasst werden.
Jugend- und Jugendverbandsarbeit stellen zentrale Freiräume
für junge Menschen dar, ob sie neu in der Stadt sind oder
schon lange hier leben. Die Angebote der Jugend- und
Jugendverbandsarbeit müssen an die Bedürfnisse in einer
wachsenden Stadt angepasst werden. Dazu gehört, dass
12

mehr Kinder und Jugendliche auch mehr Angebote brauchen.
Seit 2011 sinkt die Förderung der Jugendverbände und
Jugendbildungsstätten relativ zu Tarifsteigerungen und
Preisindex auf Landesebene: Die Personalkosten stiegen auf
Grund der Tarifverträge um 14,9 Prozent, im gleichen Zeitraum
erhöhte sich die Förderung aber nur um 4,9 Prozent. Für viele
Angebote ist das existenzbedrohend. Die Förderung müsste
heute insgesamt um 363.000 Euro erhöht werden. Soviel
kostet der Flughafen BER in 6,5 Stunden.

Egal ob Bandraum, Rap-Tonstudio, Nachhilfe, Fahrradwerkstatt
oder Chillen und Kickern im offenen Bereich: Das
Jugendzentrum Betonia des Kinderring Berlin e.V. hat viel zu
bieten für Kinder und Jugendliche in der Stadt. Die selbst
gestaltete Beteiligung von Jugendlichen ist den Mitarbeiter_
innen des Betonia dabei ein wichtiges Anliegen. Junge
Menschen können in diesem Haus sich selbst und ihre Ideen
auf vielfältige Weise einbringen.
www.betonia.jugendkultur-aufbruch.de

Schulsanitätsdienst
Die Malteser Jugend Berlin macht junge Menschen fit für den
Schulsanitätsdienst: Jugendliche lernen, wie man verletzte
oder erkrankte Personen an der Schule versorgt und betreut,
sie rufen bei Notfällen den Rettungsdienst, sie erkennen
mögliche Gefahrenquellen und leisten Sanitätsdienst bei
Schulveranstaltungen. Dafür werden die Schüler_innen
umfassend von der Malteser Jugend Berlin geschult.
www.malteserjugend-berlin.de

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■ ■ Beispiele aus der Jugendverbandsarbeit
Zeit für Ehrenamt:
Fußballtraining mit
Geflüchteten leiten

Juleica-Schulungen in Jugendverbänden
Was bedeutet es eigentlich, Jugendleiter_in zu sein? Viele
Jugendverbände bieten Juleica-Ausbildungen an, die junge
Menschen für die Jugendarbeit qualifiziert. Dafür müssen
sie unter anderem in rechtlichen und pädagogischen Fragen
geschult werden, Erste Hilfe leisten können oder wissen, wie
man Veranstaltungen organisiert. Als Nachweis erhalten die
Jugendleiter_innen die Juleica.

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Junge Menschen brauchen einen Rechtsanspruch auf
Freistellung für ehrenamtliches Engagement in der Jugendarbeit
und klare Regelungen für die Anerkennung ehrenamtlichen
Engagements in den Hochschulen. Vergünstigungen, die für
die Ehrenamtskarte gelten, müssen auch für die Jugendleiter_
innen-Card Juleica Anwendung finden.
Ehrenamtliches Engagement junger Menschen in Vereinen und
Verbänden, Bürgerinitiativen und Nachbarschaftsprojekten,
Parteien, Initiativen und Jugendverbänden machen einen
wichtigen Teil der Zivilgesellschaft aus, die die Stadt trägt.
Für eine bessere Stadt für Kinder und Jugendliche fehlt es an
einer wirklichen Anerkennungskultur für dieses Engagement.
Berlin ist das einzige Bundesland, in dem es keine verbindliche
14

Regelung für Sonderurlaub für junge Ehrenamtliche in
der Jugendarbeit gibt. Die Vergünstigungen der Berliner
Ehrenamtskarte gelten nicht für die 2.284 Jugendlichen, die
die Jugendleiter_innen-Card „Juleica“ besitzen, für die sie
eine qualifizierende Schulung belegt haben. Auch mangelt
es an Anerkennung des Engagements an den Hochschulen:
Im Studienverlauf spielt die Persönlichkeitsentwicklung und
Qualifizierung durch das ehrenamtliche Engagement häufig
keine Rolle. Dabei könnte lang jähriges Engagement und die
Übernahme von Verantwortung für die Gesellschaft mit Credit
Points angerechnet werden und die jungen Menschen dadurch
eine Wertschätzung für ihr Ehrenamt erhalten.

Welche wissenschaftlichen Erkenntnisse gibt es zum
Mediennutzungsverhalten junger Menschen? Was ist
kommunikationstechnisch gerade angesagt? Zu solchen
Themen treffen sich haupt- und ehrenamtliche Referent_innen
und Juleica-Verantwortliche, die in ihren Verbänden z.B.
Juleica-Schulungen durchführen. Die NetzWERKSTATT gibt
ihnen die Möglichkeit zum Austausch und um sich mit
Vorträgen von Expert_innen und in Workshops weiterzubilden.

Juleica-Praxishandbuch: Diversitätsbewusstsein
Jugendleiter_innen finden im Handbuch zur Juleica-Ausbildung
Inhalte und Übungen, die Kompetenzen für die alltägliche
Praxis in der Arbeit mit Jugendlichen vermitteln. Darin
gibt es auch ein Kapitel zur diversitätsbewussten und
kultursensiblen Jugendverbandsarbeit. Denn Pluralität
und vielfältige Lebenswelten sind ein zentraler Bestandteil
demokratischer Gesellschaften und gehören zu den Basis- und
Schlüsselkompetenz von Jugendleiter_innen.

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■ ■ Beispiele aus der Jugendverbandsarbeit
Film- und Diskussionsreihe «Sozialer Wohnraum»
Verdrängung, Wuchermieten, Zwangsumzüge – oder als
junger Mensch ohne reiche Eltern erst gar keine eigene
Wohnung finden: Um zu erfahren, welche Ursachen zu Grunde
liegen und welche gemeinsamen Wege es gibt, eine soziale
Stadt für alle zu schaffen hat das Landesjugendwerk der
AWO Berlin eine Film- und Diskussionsreihe zum sozialen
Streitthema „Wohnen“ ins Leben gerufen.

www.landesjugendwerk-berlin.de

Kindererlebnis-Camps

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Schulen und Angebote der Jugendarbeit müssen konsequent
besser ausgestattet werden, um gerade jungen Menschen,
die von Armut betroffen oder armutsgefährdet sind, bessere
Chancen zu gewähren.
In keinem Bundesland leben so viele Kinder von Hartz IV
wie in Berlin, jedes dritte Kind unter 15 Jahren erhält diese
Sozialleistung. Bei Jugendlichen zwischen 15 und 24 Jahren
ist es jeder fünfte, auch hier ist die Quote die höchste in
ganz Deutschland. Verbunden mit Einkommensarmut sind
oft schlechte Wohnverhältnisse und weniger Möglichkeiten
der Freizeitgestaltung. Zudem gibt es eindeutige Bezüge
zwischen Armut und Bildungsdefiziten. Dies alles führt
oft auch dazu, dass arme Kinder und Jugendliche weniger
16

Raus aus der Stadt und rein ins Abenteuer: Unter
diesem Motto finden seit nun mehr als sechs Jahren
die Kindererlebnis-Camps der Jungen Humanist_innen
Berlin für Kinder zwischen sieben und zwölf Jahren statt.
Das Besondere an den Erlebniscamps: Kinder, die aus
einkommensschwachen Familien kommen oder Geld nach dem
Asylbewerberleistungsgesetz erhalten, können kostenlos an
den Fahrten teilnehmen.

www.juhu-berlin.de

Möglichkeiten haben, ihre Interessen zu vertreten. Die
Politik muss sich vor allem dieser Kinder und Jugendlichen
annehmen.Bildungserfolg, Selbstverwirklichung und
gesellschaftliche Teilhabe dürfen nicht weiter vom
Einkommen der Eltern abhängen. Hier soll eigentlich das
Bildungs- und Teilhabepaket ansetzen. Der Zuschuss reicht
in der Höhe aber vorne und hinten nicht aus, um zum Beispiel
Mitglied im Sportverein zu werden und an einer Ferienfreizeit
teilzunehmen. Die komplizierte Beantragung ist eine
Zumutung. Stattdessen muss die Politik eine nachhaltige,
politikfeldübergreifende Strategie entwickeln.

Freizeit-Paten ermöglichen unbeschwerte Ferien
Oft können sich sozial benachteiligte Familien keinen Urlaub
leisten. Mit dem Projekt „Freizeit-Pate“ steuert das CVJMOstwerk seit vier Jahren dagegen: Spender_innen können
Paten werden und Kindern und Jugendlichen erholsame
Ferien mit unbeschwerten Momenten ermöglichen. Die jungen
Menschen können somit ihren oft anstrengenden Alltag eine
Woche hinter sich lassen.
www.cvjm-ostwerk.de

17

FREIRÄUME
Selbst gestaltete
Freiräume durch
Jugendverbände
fördern!
Freiräume für junge Menschen müssen erhalten und erweitert
werden. Jugendverbände sind Räume, die von Kindern und
Jugendlichen selbst gestaltet werden. Diese Rolle von
Jugendverbänden muss anerkannt, unterstützt und gefördert
werden.
Kinder und Jugendliche brauchen Lebensräume außerhalb
von Elternhaus und Familie, frei von den formalen
Bildungsanforderungen in Schule und Ausbildung. Sie
brauchen Räume, die sie selbstbestimmt nutzen, gestalten
und eigenverantwortlich organisieren können und in denen
sie sich und ihre Persönlichkeit frei entfalten können. Durch
die Anforderungen formaler Bildung und Ausbildung sind
diese Freiräume bedroht. Nicht nur formale Qualifikationen
und Abschlüsse werden von jungen Menschen erwartet;
sie müssen zusätzliche Fähigkeiten und Erfahrungen
sammeln und nachweisen, um ihre beruflichen Ziele auf dem
Arbeitsmarkt zu erreichen. Politik und Gesellschaft müssen
Jugendliche darin unterstützen, ihre lebenswichtigen
Freiräume gegen diese Verwertungslogik zu erstreiten
und zu behaupten. Angebote der Jugendarbeit sind dafür
eine notwendige Voraussetzung. Für eine große Zahl von
Jugendlichen sind die Jugendverbände der gesellschaftliche
Ort, wo sie ihre Freiräume realisieren und gestalten.
18

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■ ■ Beispiele aus der Jugendverbandsarbeit
Schule im Wald®
Das Patenförsterprojekt „Schule
im Wald ®“ der Schreberjugend
Berlin bereichert seit nunmehr
über fünf Jahren als Angebot
an Vor- und Grundschulkinder die Bildungslandlandschaft im
Lokalen Bildungsverbund Reuterkiez. Etwa einmal im Monat
finden die Waldtage statt, die für die Kinder eine wertvolle
Bereicherung des Kita- und Schulalltags sind. Meist können sie
den nächsten Waldtag kaum abwarten.

www.schreberjugend.berlin

Kinderrepublik Sylt
Auf einem Zeltplatz mitten in
den Dünen auf der Nordseeinsel
Sylt rufen jedes Jahr Kinder
eine eigene Republik aus – die
Kinderrepublik. Die teilnehmenden Kinder bringen sich und ihre
Vorstellungen bei der Planung des Ferienprogrammes ein und
setzen dieses anschließend gemeinsam um. Hier gibt es außer­
dem viel Freiraum für kreative und aktive Freizeit­gestaltung:
Sport am Strand und im Meer, Wanderungen ins Wattenmeer,
Grillabende und vieles mehr.
www.landesjugendwerk-berlin.de

Kinder im Garten

■ ■ Beispiele aus der Jugendverbandsarbeit

Verkehrspolitik an
jungen Menschen
ausrichten!
Berlin muss seine Verkehrspolitik an den Bedürfnissen von
jungen Menschen ausrichten. Ein ÖPNV-Ehrenamtsticket
für Juleica-Inhaber_innen fördert zudem ehrenamtliches
Engagement.
Junge Menschen sind auf einen funktionierenden Öffentlichen
Personennahverkehr angewiesen. Gerade Kinder und
Jugendliche brauchen sichere Fuß- und Radwege. Gute
Radwegnetze und ein besser ausgebauter und für junge
Menschen bezahlbarer Öffentlicher Personennahverkehr sind
Grundlage für die notwendige Mobilität junger Menschen.
Auch junge Menschen, die ein Freiwilliges Soziales Jahr
oder Bundesfreiwilligendienst leisten, brauchen günstigere
Tickets: Die Freiwilligen haben bislang nur Zugang zum
Auszubildenden-Ticket für 57 Euro. Bei ihrem Taschengeld
von rund 300 Euro wäre das Berlin-Ticket für 37 Euro aber
angebrachter. Denn FSJler_innen und Bufdis haben weniger
finanzielle Mittel zur Verfügung als Auszubildende.

Ticketteilen!
Ticketteilen ist eine
Buttonkampagne, unterstützt
von der NaturFreundejugend
Berlin. Sie verbindet politische
Forderungen mit solidarischer Praxis: Immer mehr Menschen
sind aufgrund ihrer sozialen Situation und nicht vorhandener
Mobilität vom gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen. Aber
man kann diese Menschen solidarisch im Alltag unterstützen
- zum Beispiel indem man sein Umweltticket mit anderen teilt.
Erkennungszeichen am Gleis: Der Ticketteilen-Button.

www.naturfreundejugend-berlin.de

mitRADgelegenheit
Eine mitRADgelegenheit ist die
Gelegenheit gemeinsam Rad zu
fahren. Die Idee der BUNDjugend
Berlin: Das gemeinsame Fahren
sendet politische Signale. Durch mitRADgelegenheiten werden
Radfahrer_innen nicht nur für den Straßenverkehr sichtbarer,
sondern auch für die Politik. So kann man der Berliner
Verkehrspolitik zeigen, dass es viele Radler_innen in der Stadt
gibt und dass die Straßen fahrradfreundlicher werden müssen.


www.berlin.bundjugend.de

Natur erleben – lernen – Welt
verändern: Im Garten der
Schreberjugend Berlin können
Kinder im Freien toben, sich im
Spielhaus verstecken, im Sand oder Matsch buddeln, Garten­
dekoration basteln, Kickern und die Natur erkunden. Dazu lädt der
Freiraum im Grünen junge Städter_innen abseits vom Trubel der
Großstadt in den Kleingärtnerverein Kolonie Marienfelder Weg ein.
www.schreberjugendmarienfelderweg.wordpress.com
19

„Die Annahme, dass es
bei Sprachgewandtheit,
wenn es um Themen
der Adoleszenz geht,
diametral reziprok
zu einer Veränderung
kommt, verbleibt
statistisch zu
untersuchen…“

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■ ■ Beispiele aus der Jugendverbandsarbeit
U -28Jugendbrille für Politiker_innen
Mit „U28 – Die Zukunft lacht“ möchte der Bund der Deutschen
Katholischen Jugend Politiker_innen überzeugen, ihre
politischen Entscheidungen aus der Perspektive der Unter-28jährigen, aus der Perspektive von Kindern und Jugendlichen,
zu betrachten. Politiker_innen sollen sich bewusst Gedanken
machen, welche Auswirkungen ihre Entscheidungen aus der
Perspektive von Kindern und Jugendlichen haben, denn junge
Menschen werden zu häufig nicht mitgedacht.

www.bdkj.de/themen/u28

KidsCourage! Projekttage, die Kinder stark machen

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Jugendlichen!
Entscheidungsträger_innen müssen sich bemühen, die
Sprache der Jugendlichen zu verstehen anstatt Jugendlichen
Angebote in ihrer Sprache zu machen. Jugendverbände als
Zusammenschluss und Interessenvertretung junger Menschen
können bei der „Übersetzung“ eine wichtige Rolle übernehmen.
Partizipation erschöpft sich nicht in öffentlichkeitswirksamen
Jugendforen und -portalen. Politische Entscheidungsträger_
innen und die Verwaltung müssen junge Menschen ernsthaft
in politische Prozesse einbeziehen und an Entscheidungen
beteiligen. Voraussetzung dafür ist ein Perspektivwechsel:
In der Vergangenheit ging es zu oft darum, dass politische
Akteure (gut gemeinte) Partizipationsinstrumente entwickelt
haben, die dann Jugendlichen zur Verfügung gestellt
20

wurden. Sehr oft wurde dabei die Erfahrung gemacht, dass
sich nur wenige junge Menschen beteiligen, weil diese
Instrumente nur selten an den konkreten Lebensumständen
junger Menschen angesetzt haben. Eine Förderung von
Partizipation junger Menschen muss stärker an den konkreten
Lebensumständen junger Menschen ansetzen. Dabei geht es
darum, aufmerksam wahrzunehmen, wie sich junge Menschen
äußern, was sie tun, wie und wo sie sich für ihre Interessen
einsetzen. Oft tun junge Menschen dies auf eine Art und
Weise, die nicht der Kommunikation von Politiker_innen und
Verwaltungsmitarbeiter_innen entspricht.

Mitbestimmung setzt Kenntnisse über Rechte voraus: Das
Projekt Kidscourage von SJD Die Falken Berlin macht Kinder
stark für ihre Rechte, sensibilisiert sie, sich für Fremdes und
Unbekanntes zu öffnen und bestärkt sie darin, ihre Meinung
selbstbewusst und mutig zu äußern. Mit Hilfe von Projekttagen
schafft es Kids-Courage, Schüler_innen gegen Intoleranz, Gewalt,
Diskriminierung, Rechtsextremismus und Ungerechtigkeit und
für Demokratie, Toleranz und Solidarität stark zu machen.
www.falken-berlin.de

Bezirksverordnetenversammlung mit Kindern
und Jugendlichen
Mit Kindern aus der 5. und 6. Klasse bereitet die ver.di
Jugendbildungsstätte jedes Jahr eine Bezirksverordenten­
versammlung vor, in der Kinder ihre Themen den Bezirks­
verordneten vorstellen und mitteilen. Die Versammlung wird mit
tatsächlichen Politiker_innen der Bezirke durchgeführt. Zuvor
lernen die Kinder in 2-tägigen Demokratie-Workshops, wie so
eine Sitzung abläuft. Die Bezirksverordnetenversammlungen
sind die kommunalen Parlamente der Bezirke in Berlin.
www.verdi-bildungsstaette.de
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■ ■ Initiativen aus der Jugend(verbands)arbeit
Diskussion Wahlalter 16
Warum müssen Jugendliche ab 16 wählen dürfen?
In einer offenen Fishbowl-Diskussion im Rahmen der
Mitgliederversammlung 2016 des Landesjugendring Berlin
diskutierten Vertreter_innen der 33 Jugendverbände im
Landesjugendring mit Berliner Politiker_innen von SPD, CDU,
Bündnis90/Die Grünen, Die Linke und der Piratenpartei zu
diesem Thema und machten sich für die Absenkung des
Wahlalters stark.

Online-Petition Wahlalter 16

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In einer Online-Petition sammelt das „Netzwerk Wahlalter 16
für Berlin“ Unterschriften für eine Absenkung des Wahlalters
auf 16 Jahre. Dem Netzwerk gehören Organisationen der
Kinder- und Jugendpolitik sowie Abgeordnete von Bündnis 90/
Die Grünen, Die Linke und der Piratenpartei an. Unterstützer_
innen können die Petition unterschreiben auf

www.sho.rtlink.de/wahlalter16.

U18 Kinder- und Jugendwahl
Das Wahlalter muss auf Landesebene auf 16 Jahre abgesenkt
werden!
Sie dürfen Polizist_innen werden, in Parteien eintreten,
arbeiten, heiraten und ein Testament verfassen, sind
straf- und religionsmündig. Nur das Landesparlament
wählen dürfen 16 und 17-jährige Jugendliche in Berlin nicht.
Der verfassungsmäßige Grundsatz, dass in „allgemeiner,
unmittelbarer, freier, gleicher und geheimer Wahl“ gewählt
wird, ist unaufgebbar. Jugendliche sind von vielen politischen
Entscheidungen massiv betroffen, sei es ganz direkt bei
schul- oder jugendpolitischen oder indirekt bei umwelt- oder
haushaltspolitischen Fragen. Sie müssen darum auch die die
Möglichkeit haben, diese Entscheidungen mit beeinflussen
22

zu können. Dürfen junge Menschen wählen, erhalten
ihre Interessen mehr Gewicht in der Politik. Gleichzeitig
übernehmen die Jugendlichen Verantwortung. Die aktuelle
Studie der Bertelsmann Stiftung zeigt außerdem, dass eine
Absenkung des Wahlalters langfristig einen positiven Effekt
auf die Wahlbeteiligung der Bevölkerung insgesamt hat.

Am 9.September 2016, neun Tage vor der
Abgeordnetenhauswahl, findet die U18-Jugendwahl berlinweit
für alle Kinder und Jugendlichen unter 18 Jahren statt.
Jugendverbände, Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtungen
sowie andere Träger und Schulen richten an diesem Tag
Wahllokale ein, in denen die jungen Menschen ihre Stimme
abgeben können. Im Vorlauf gibt es zahlreiche Aktionen, die
zur politischen Bildung beitragen.
www.u18.org/berlin2016

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Mitbestimmung steht für das Recht von Kindern
und Jugendlichen, in allen sie betreffenden und sie
interessierenden Fragen mitzugestalten. Mitbestimmung ist
Ausdruck des Bürgerstatus von Kindern und Jugendlichen. Sie
nimmt Kinder und Jugendliche als gleichberechtigte Mitglieder
der Gesellschaft ernst und reduziert sie nicht auf „unfertige
Objekte“, die in die Gesellschaft „integriert“ werden müssen.
Selbstorganisation ist das zentrale Strukturmerkmal der
Jugendverbandsarbeit. Kinder und Jugendliche schließen
sich in Jugendverbänden zusammen und gestalten diese. In
Jugendverbänden und -ringen bringen sie Anliegen junger
Menschen zum Ausdruck und vertreten ihre Interessen.
Die Mitbestimmung und Selbstorganisation von Kindern
und Jugendlichen mündet vielfach in der Übernahme
von Verantwortung beziehungsweise in ehrenamtlichem
Engagement. In Jugendverbänden verbinden junge
Menschen ehrenamtliches Engagement mit der Vertretung
ihrer Interessen. Engagement und Interessenvertretung
sind konstitutiv für unsere Gesellschaft, sie begründen
Zusammenhalt und gestalten Gesellschaft.

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Jugendverbände sind Mitglied im
Landesjugendring Berlin

Ehrenamtliche engagieren sich in den
Jugend­verbänden*

Seminare, Kurse, internationale
Begegnungen oder Ferienangebote gab es in
den Jugendverbänden*

Der Landesjugendring Berlin und seine Mitglieder stehen ein für:

■■ eine nachhaltige Kinder- und Jugendpolitik;
■■ Mitbestimmung und Partizipation von jungen Menschen in allen
gesellschaftlichen, politischen und sozialen Bereichen;
■■ selbstbestimmte und selbstorganisierte Jugendarbeit innerhalb
demokratischer Strukturen;
■■ die Förderung und Anerkennung ehrenamtlichen Engagements;
■■ Parteilichkeit und Wertorientierung.

*Zahlen der Maßnahmenstatistik 2014

Der Landesjugendring Berlin ist der Zusammenschluss der
Jugendverbände im Land Berlin. Er setzt sich ein für die
Verwirklichung des Rechts Jugendlicher auf gesellschaftliche
Teilhabe in der demokratischen Gesellschaft. Gesellschaftliche
Teilhabe beruht auf Mitbestimmung, Selbstorganisation und
ehrenamtlichem Engagement. Die Arbeit des Landesjugendrings
orientiert sich an diesen Prinzipien.

27

La nd es ju ge nd ri ng
Obentrautstr. 57

10963 Berlin
T: 030.81 88 61 00

Be rl in e.V.

info@ljrberlin.de
www.ljrberlin.de
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landesjugendring.b

-berlin.de
www.jugend-wählt
        
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