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Full text: Monitor Issue 23.2005

monitor

rundbrief des apabiz e. v. | nr. 23, dezember 2005

Heidnische Jugend?

Hintergrund  Germanisches Heidentum in Musik und Jugendkultur
In der jugendlichen Alltagskultur hat in den vergangenen Jahren das germanische Heidentum auffallend an Einfluss gewonnen. Dieser Rückgriff auf historische Vorbilder wird gerade
im Musikbereich deutlich, und hier vor allem im Metal. Wie emanzipatorisch oder reaktionär
ist diese Besinnung auf naturreligiöse Vorstellungen einer »eigenen« Religion? Einen Einblick für die Black Metal-Szene bietet das soeben erschienene Buch »Unheilige Allianzen«.
Der folgende Artikel basiert auf Auszügen hieraus.1
m Black Metal finden sich unterschiedliche
Motive für die Auseinandersetzung mit dem
neogermanischen Heidentum. Für manche Bands
stellt die nordische Mythologie lediglich eine Art
Matrix dar, auf deren Grundlage sie Erzählungen
kreieren, die als passende Begleitung für die
Musik empfunden werden. Andere Gruppen betonen ihr »historisches Interesse« an dem Thema,
das sich zumeist durch die Suche nach den »eigenen kulturellen Wurzeln« in Abgrenzung zum
Christentum begründet. Der Übergang zwischen
einer mehr oder minder naiven Verklärung der
Vergangenheit und einer Interpretation des Themas von jenen Musikern, die damit politische

I

Science-Fiction-Literatur und Abenteuercomics
zurück. Bandnamen wie EINHERJER, HELHEIM oder
BIFROST deuten bereits die inhaltliche Ausrichtung
der Gruppen an. Als EINHERJER beispielsweise werden die »heldenhaften im Kampf gefallenen Krieger« bezeichnet, während sich HELHEIM von Hel
ableitet, der Herrscherin über die germanische
Unterwelt.
Auf Promotion-Fotos oder bei Konzerten zelebrieren nicht wenige Musiker in vermeintlich
authentischer Wikinger- oder Germanenkleidung
– grobes Leinen, Lederwams und Kettenhemden
– das Archaische und stilisieren sich unter Verwendung altertümlichen Waffen zu »stolzen Krie-

Selbstinszenierung und Zelebrieren des Archaischen: Die Pagan Metal-Band PAGAN REIGN.
Ambitionen verbinden, ist fließend. Die jeweilige
Orientierung zeigt sich im Allgemeinen bereits in
der Präsentation der Band nach außen und zieht
sich inhaltlich als roter Faden durch die Texte der
Alben.
Wikinger, Germanen und Heidentum
im Black Metal
Für ihre Lyrics greifen die heidnischen Black
Metal-Bands auf einen Fundus aus Texten wie der
Edda – eine altisländische Zusammenfassung von
Götter- und Heldenliedern aus dem 9. bis 12.
Jahrhundert – aber auch Märchen oder triviale

gern«. Obligatorisch ist dabei die Verwendung
religiöser Zeichen, allgegenwärtig vor allem in
Gestalt des Thorhammers. Unter Black Metal-Fans
ist er als schmuckes Accessoire weit verbreitet
ebenso wie Runen und verschiedene Formen von
Sonnenrädern. Hier deutet sich das Problem einer
Abgrenzung von nicht-rechtem heidnischen
Black Metal gegenüber seinen völkischen und
neonazistischen Varianten an: Die Bands greifen
1) Dornbusch, Christian & Killguss, Hans-Peter: Unheilige Allianzen. Black Metal zwischen Satanismus, Heidentum und
Neonazismus. Reihe antifaschistischer texte (rat), Hamburg/Münster 2005. Wir danken den Autoren für ihre Hilfe.

Heidnische Jugend? Seite 1 | Breite Proteste in Pankow Seite 3 | Ordoliberale Schärfung für Rechtskonservative Seite 4 | bildung en detail Seite 5 | Militaristische Propaganda von Bürgerschaft unterstützt Seite 6 | What we can do! Seite 7 | Popdiskurs im Theater Seite 7 | Neu im Archiv Seite 8

antifaschistisches pressearchiv und
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über die extreme Rechte. Unsere Informationen stehen allen Personen und
Initiativen zur Verfügung. Umgekehrt
sind wir an Euren Einschätzungen und
Erfahrungen interessiert. Gerne vereinbaren wir einen Austausch oder nehmen
Euch in unseren Verteiler auf.
Archiv: Für Recherchen halten wir unser
Archiv bereit, das eines der größten
dieser Art in der BRD ist. Wir verfügen
über rechte Publikationen, Videos, CDs
u.a.m. Diese Primärquellen werden
ergänzt durch eine Datenbank, in der
Presseveröffentlichungen seit Anfang
der 90er Jahre erfasst sind, eine
umfangreiche Präsenzbibliothek, verschiedene Sondersammlungen sowie
antifaschistische Publikationen aus
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Bildung: Unser ReferentInnen-Katalog
(siehe www.apabiz.de) umfasst mehr als
40 Vorträge und Seminare aus diversen
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Publikationen: Ergebnisse unserer Arbeit
verwerten wir nicht nur im monitor, sondern auch in Broschüren, Pressemitteilungen, Handreichungen und sonstigen
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antifaschistisches pressearchiv und bildungszentrum berlin e. v.

Bahr tritt bei Berliner
Burschenschaft auf
Berlin • Ungeachtet öffentlicher Kritik hat der ehemalige SPD-Bundesminister EGON BAHR Anfang Oktober eine
Einladung der weit rechts stehenden
Berliner Burschenschaft GOTHIA angenommen. Auf dem Kongress mit dem
Titel »Europa und die Türkei« sollten
die Folgen einer EU-Mitgliedschaft
des islamisch geprägten Landes
beleuchtet werden. Die KONSERVATIVE
DEUTSCHEN ZEITUNG (DZ) der rechtsextremen DIE DEUTSCHEN KONSERVATIVEN
(DDK) berichtet vom Beitrag BAHRS
»über die Grenzen Europas«. BAHR
forderte laut Berichterstatter »dass
Deutschland endlich anfange, seine
eigene Rolle als Nationalstaat zu
definieren.«
Seine Ablehnung des Türkei-Beitritts
begründete BAHR geostrategisch: »Es
ist im Interesse von USA und Großbritannien, Europa durch die Türkei
manipulierbar zu machen.« BAHRS

Thesen wurden zumindest durch
BERND RABEHL positiv aufgenommen.
Weiterer Referent war IVAN DENES, der
BAHR widersprach. Eine Reaktion
BAHRS zur Kritik an seinem Auftritt
ist bisher nicht bekannt geworden.
Seine Anwesenheit diente offenbar
vor allem der politischen Reputation
der Veranstalter. Die Resonanz der
rechtsextremen DDK auf seine Ausführungen macht wiederum deutlich,
wie nötig die extreme Rechte etablierte Gesprächspartner hat, um ihre
ideologischen Spiegelfechtereien
auszutragen.

AULA-Geschäftsführer wird
»Schriftleiter«
der Burschen-Blätter
Stuttgart/Lanzenkirchen (Österreich) • Der langjährige Geschäftsführer der österreichischen, rechts
außen angesiedelten Zeitschrift DIE
AULA, HERWIG NACHTMANN, ist neuer
»Schriftleiter« des Verbandsorgans
der DEUTSCHEN BURSCHENSCHAFT, BURSCHENSCHAFTLICHE BLÄTTER. Wie der

2

auf germanische, nordische oder keltische Symbole zurück und verwenden diese heute ungeachtet dessen, wem sie in den vergangenen Jahrzehnten als Logo und »Corporate Identity« dienten. Insbesondere das Sonnenrad in Form eines
Hakenkreuzes oder die Sig-Runen werden im
öffentlichen Kontext eindeutig mit dem Nationalsozialismus in Verbindung gebracht und sind
daher in Deutschland berechtigterweise verboten.
Das Eigene…
Die heidnischen Krieger gelten als Vorfahren,
in deren Ahnenreihe man sich imaginiert. Der
modernen, als »dekadent«, »unecht« und
»unübersichtlich« empfundenen Gesellschaft wird
das Idealbild einer ursprünglichen und homogenen Gemeinschaft entgegengesetzt, die jenseits
historischer Wirklichkeit zur Bestimmung des
eigenen Daseins dient. Die Identifikation mit diesem kollektiven »Wir« verläuft über den »Boden«
und über eine »Blutslinie«. Die »kulturelle Identität« wird nicht als ein komplexes und veränderbares Sinnangebot begriffen, sondern letztendlich als eine unveränderbare Bestimmung.
»Gedanken und Gefühle, die schon unsere Vorfahren in sich trugen und jetzt in und durch uns
weiterleben, sind diejenigen, die uns inspirieren.
Wir wollen durch unsere Musik das Bewusstsein
für Natur, Heimat und Volk entfachen«, erläutert
WOLFGRIMM von der Plauener Band BERGTHRON. Beim
Heidentum handelt es sich »um den alten Glauben unseres Volkes und damit auch den unsrigen«. Daraus wird ein quasi missionarischer Auftrag abgeleitet: »Unsere Aufgabe sehen wir darin«, fasst WOLFGRIMM zusammen, »dies weiterzuführen, damit unsre Kinder mit germanischem
Bewusstsein aufwachsen und Stolz auf ihr Erbe
sein können, denn ein Volk kann nur groß und
stark sein, wenn es seine eigenen Werte und
Bräuche leben darf.«2
Der heidnische Glaube wird in fast allen Liedern zu einer völkischen Konstante. Die Religion
und die Zugehörigkeit zu einer Gesellschaft vererben sich: »Mag alles Dich auch trügen, mit Lug
und falschem Schein. Eins wird dich nie belügen,
horch tief in dich hinein. Horch tief in dich hinein. Vernimm des Blutes Stimme, die ewig wach
und wahr, dann wirst Du Wege finden arteigen,
grad und klar«3, dichtet die Band RIGER aus Frankfurt an der Oder im Lied »Des Blutes Stimme« auf
dem gleichnamigen Album. Das sich dabei andeutende Gesellschaftsbild ist maßgeblich der Natur
entlehnt. Der Einzelne gehört zu einer, an die
Vorstellung eines biologischen Organismus entlehnten Gemeinschaft, dem »Volk«.
Die Glorifizierung von »Zeiten, wo die Leute
nach den Gesetzen der Natur lebten und stark an
deren dunkle Kräfte glaubten«4, wie es DOLK von
der norwegischen Black Metal-Band KAMPFAR formuliert, verneint gleichzeitig, dass Vorstellungen

von Natur und (vermeintlichen) Naturgesetzen
gesellschaftlich begründet sind. Sie unterliegen
geschichtlichen Wandlungen und verfügen keineswegs über die behauptete normative Eindeutigkeit. Das in der Black Metal-Szene verbreitete
Verständnis von Natur oder einer »natürlichen
Bestimmung« entzieht die gesellschaftliche Ordnung dem Zugriff des Menschen und betont
Ungleichheiten und legitimiert damit soziale
Hierarchisierungen als »natürlich gegeben« und
damit als angeblich unantastbar.
...und das Fremde
Das Christentum gilt für viele Bands als Religion der Schwäche. Es habe die alten, als positiv
dargestellten Werte wie Mut, Stolz, Tapferkeit,
Würde und Ehre verdrängt und durch die negativ
skizzierten Ideale der Nächstenliebe, der Vergebung und des Mitleids ersetzt. Damit wird das
Christentum als ein den Europäern fremder und
aufgezwungener Glaube empfunden. Neben der
christlichen Religion gelten auch Judentum und
Islam als Feindbild. Nicht selten sind entsprechende Songs geprägt von nationalistischen,
antisemitischen und rassistischen Ideologiefragmenten.
Unpolitisch? Rechts? Neonazistisch?
Viele Bands in diesem Kontext weisen Vorwürfe, dass sie faschistische Positionen vertreten,
weit von sich. Dabei gehören bestimmte von
ihnen verwendete Motive zum klassischen Repertoire der Rechten. Statt von einem autonomen
Individuum auszugehen, sind Vorstellungen von
einer Bestimmung des eigenen Entscheidungsspielraums durch eine angeborene Grundausstattung sowie von im »Volk verwurzelten« Verhaltensmustern vorherrschend. Deutliche Überschneidungen mit der extremen Rechten finden
sich auch im Verständnis der heidnisch-germanischen Mythen, wenn sie als Ausdruck unveränderlicher, zeitloser und geistig-seelischer Grundzüge des »eigenen Volkes« verstanden werden.
Aber auch die Naturalisierung politischer
Strukturen und die daraus abgeleitete Verklärung
von Gesellschaft zur Schicksals- und Kampfgemeinschaft ist Ausdruck dieser Nähe. Dazu kommt das hierarchisch-autoritäre Ordnungsdenken,
der auf die Unterscheidung von Freund und Feind
fixierte Politikbegriff, das Generieren eines kulturellen Überlegenheitsgefühls und männlicher
Dominanzvorstellungen. All das schafft im Heidentum, im Pagan Metal und in der Black MetalSzene im Allgemeinen Affinitäten nach rechts,
die nicht weiter reflektiert werden.
Hans-Peter Killguss, Christian Dornbusch
2) Beide Zitate aus ABLAZE, Nr. 38, November/Dezember 2001,
S. 70–72.
3) RIGER: Des Blutes Stimme, CD, CCP, 2002.
4) ABLAZE, Nr. 29, Oktober/November 1999, S. 16–19.

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antifaschistisches pressearchiv und bildungszentrum berlin e. v.

Breite Proteste in Pankow
Bericht  600 Menschen gehen am 22. Oktober gegen einen
Aufmarsch der NPD-Jugend auf die Straße
»Pankow gegen Rechts« lautete die Schlagzeile, unter der die Berliner Abendschau am 22.
Oktober die Aktivitäten gegen den Aufmarsch der JUNGEN NATIONALDEMOKRATEN (JN) auf den
ersten Platz der Berichterstattung noch vor die Meldungen »Potsdam gegen Bombe« und
»Hertha gegen Mainz« rückte.
ehr noch als die Zahl von über 600 GegendemonstrantInnen beeindruckte die Breite des Protestes, von antifaschistischen Gruppen und Einzelpersonen bis hin zur Kommunalpolitik. Das Pankower Netzwerk gegen Rassismus, Antisemitismus und Rechte Gewalt
hatte seinen Aufruf weit gestreut und gemeinsam mit fast vierzig UnterstützerInnen zur
zentralen Gegenkundgebung vor das Jüdische
Waisenhaus mobilisiert. Antifaschistische
Gruppen mobilisierten mit eigenen Aufrufen
und Flyern ebenfalls zu diesem Treffpunkt, der
in unmittelbarer Nähe des geplanten Startplatzes des Aufmarsches der JN am S-Bahnhof Pankow liegt.
Kurz bevor der Naziaufmarsch nach 12 Uhr
mit deutlicher Verspätung begann, kesselte die
Polizei die vor dem Jüdischen Waisenhaus versammelten Menschen inklusive StadträtInnen,
Bundestagsabgeordneten und vielen älteren
DemonstrantInnen ein. Zu diesem Zeitpunkt
waren etwa 300 Leute vor Ort, andere befanden sich auf dem Weg zu weiteren angemeldeten Kundgebungen beim Rathaus oder am
Kurt-Lade-Club in der Grabbeallee. Der Club

M

Etwa 100 Neonazis folgten am 22. Oktober dem
Aufruf der JN und marschierten in Pankow auf. Der
Aufzug war begleitet von breiten Protesten, an
denen sich mehr als 600 Menschen beteiligten.

war in der Vergangenheit mehrfach von Nazis
bedroht, BesucherInnen attackiert worden.
Der Polizeikessel stieß bei den Betroffenen
nicht zuletzt deshalb auf Unverständnis und
Empörung, da es im Vorfeld der Anmeldungen
Signale gegeben hatte, dass die Bewegungsmonitor | rundbrief des apabiz e.v. | nr. 23, dezember 2005

freiheit zwischen den verschiedenen Kundgebungen möglich sein würde. Das ursprüngliche
Konzept, durch dezentrale Kundgebungen den
Naziaufmarsch weiträumig zu stören, war
durch die Einkesselung nur noch eingeschränkt möglich. Trotzdem waren so viele
Leute auf den Beinen, dass die knapp 100
Nazis nicht ungestört marschieren konnten. Es
gab mehrere kleine Sitzblockaden, so auch
kurz vor dem Kurt-Lade-Club auf der Grabbeallee, und massiven verbalen und musikalischen Protest am Jugendclub selber. Hier hatten sich mehrere hundert AntifaschistInnen
versammelt. Zehn DemonstrantInnen wurden
im Laufe des Tages festgenommen.
Im weiteren Verlauf der Nazi-Demo, deren
Teilnehmer recht hektisch durch Pankow und
Niederschönhausen zum S-Bahnhof PankowHeinersdorf eilten, wurden weitere Spontankundgebungen entlang der Route angemeldet.
Aufgrund der Polizeisperren waren hier allerdings nicht mehr so viele AktivistInnen unterwegs, so dass es zu keinen größeren Aktionen
mehr kam. Am S-Bahnhof protestierten noch
mal 30 AntifaschistInnen gegen die Rechtsextremisten, deren Demonstration dort endete.
Dass es den JN-Anhängern, dem MÄRKISCHEN
H EIMATSCHUTZ und den anderen versammelten
Nazis nicht gelungen ist, ihren kläglichen Aufmarsch ungestört durchzuziehen, ist ein eindeutiger Erfolg der antifaschistischen Mobilisierung und der erfolgreichen Kooperation zwischen Pankower Initiativen und dem Bezirksamt. Dass auch politische Eliten eines Bezirks
wie Bürgermeister und sämtliche BVV-Fraktionen eine solche Aktion unterstützen, ist ein
wichtiges politisches Signal und birgt Potential für zukünftiges Handeln mit den Initiativen
und BürgerInnen.
Ob ein solch breiter Konsens, wie er am 22.
Oktober demonstriert wurde, auch vor inhaltlich tiefer gehenden Diskussionen besteht, ist
erfahrungsgemäß schwierig, aber eine Herausforderung. Die durch die gemeinsame Aktion
entstandenen kürzeren Kommunikationswege
und persönlichen Kontakte bieten eine gute
Ausgangsbasis, um die Kooperationen fortzuführen.
Frauke Büttner, Netzwerkstelle [moskito]

Ausgabe 3/05 der BB zu entnehmen
ist, setzt NACHTMANN auf eine behutsame Modernisierung des Verbandsorgans. Der Grund für den Wechsel
vom publizistischen Flaggschiff der
österreichischen Rechten wurde
nicht genannt. Die im 120. Jahrgang
erscheinende Verbandszeitschrift versteht sich als Organ der in der DEUTSCHEN BURSCHENSCHAFT zusammengeschlossenen Burschenschaften des
deutschsprachigen Raumes.

Weiterer Mord
in St. Petersburg
St. Petersburg (Russland) • Am 13.
November ist der Musiker Timur
Kacharava auf offener Straße von

Neonazis erstochen worden. Der
19jährige starb nur zehn Minuten,
nachdem er zusammen mit einem
Freund von acht bis zehn Nazis mit
Messern attackiert worden war. Timur
spielte in den Bands Sandinista und
Distress, mit denen er erst vor kurzem durch Skandinavien tourte.
Bereits Mitte September waren in der
russischen Stadt ein Student aus
dem Kongo, einen Monat zuvor ein
Student aus Vietnam ermordet worden.

Internationaler Druck
auf Holocaustleugner
International • Nach fast zehnjähriger Flucht ist der Holocaust-Leugner
GERMAR RUDOLF in den USA festgenommen worden. Er war 1996 in
Limburg wegen Volksverhetzung zu
einer Haftstrafe verurteilt worden
und hatte sich über Spanien und
Südengland in die USA abgesetzt.
Die Festnahme RUDOLFS geschah nun,
da er einer gerichtlichen Vorladung
bezüglich seines Asylantrags nicht
folgte und weil die deutschen Behörden ihr Auslieferungsgesuch erneuert
hatten. RUDOLF hat über seinen

3

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Verlag CASTLE HILL PUBLISHERS eine
Vielzahl revisionistischer Bücher, die
VIERTELJAHRES-HEFTE FÜR FREIE GESCHICHTSFORSCHUNG und mit JÜRGEN GRAF das
englischsprachige Magazin THE REVISIONIST herausgegeben.
Ebenfalls nach Deutschland ausgeliefert wurde der Holocaust-Leugner
SIEGFRIED VERBEKE. Ende Oktober entschied ein Amsterdamer Gericht, dass
dies zulässig ist. Dem Belgier, der im
August auf Grund eines europäischen
Haftbefehls auf dem Amsterdamer
Flughafen festgenommen worden
war, wird vorgeworfen, massenhaft
Propaganda nach Deutschland verschickt zu haben. VERBEKE ist Vorsitzender der Stiftung VRIJ HISTORISCH
ONDERZOEK (VHO, Freie historische Forschung).
Pech hatte auch DAVID IRVING. Er wurde Anfang November in Österreich
festgenommen, wo seit 1989 ein
Haftbefehl gegen ihn vorliegt. In
Mannheim hat unterdessen Anfang
November der Prozess gegen ERNST
ZÜNDEL begonnen.

Ordoliberale Schärfung für
Rechtskonservative
Profil  Die Zeitschrift CRITICÓN wird nach einer inhaltlichen
und personellen Neuausrichtung nun zur NEUENACHRICHT
Die Zeitschrift CRITICÓN war bis Ende der 1990er Jahre eines der wichtigsten rechts-konservativen Theorieorgane in Deutschland. Die inhaltliche Neuausrichtung nach einem
personellen Wechsel führte zu einem kontinuierlichen Verlust von Ansehen und Bedeutung und letztendlich zur Einstellung des Erscheinens Anfang 2005. Nun hat die Zeitschrift NEUENACHRICHT die Nachfolge der CRITICÓN angetreten.
war 1970 von CASPAR FREIHERR VON
SCHRENCK-NOTZING gegründet worden und
ursprünglich als reines Rezensionsorgan
geplant. Unter dem langjährigen Herausgeber
SCHRENCK-NOTZING und dem Einfluss ARMIN MOHLERS wurde die vierteljährlich erscheinende

C

RITICÓN

Von der ursprünglichen
CRITICÒN über die neu
ausgerichtete Variante
hin zur NEUENACHRICHT –
vom führenden rechtskonservativen Theorieorgan zum »beliebiglibertären, unpolitischen
Blatt« (JF) in wenigen
Jahren.

Blood & Honour
in Ungarn verboten
Ungarn • Im Oktober wurde die
ungarische Sektion des NeonaziNetzwerks BLOOD & HONOUR (VER ES
BECSÜLET) verboten. Dabei handelt es
sich um die Bestätigung eines
Urteils, das die Budapester Staatsanwaltschaft 2003 erwirkt hatte und
das die Auflösung vorsieht. Der Vorsitzende von VER ES BECSÜLET, JANOS
ENDRE DOMOKOS, kündigte Berufung
gegen das Urteil und die Gründung
eines neuen Vereins an.

Alle Jahre wieder
Halbe • Am 12. November trafen
sich etwa 1.600 Neonazis im Vorfeld
des Volkstrauertrages zum neonazistischen Heldengedenken im brandenburgischen Dorf Halbe. Wie in den
Vorjahren war die Veranstaltung von
LARS JACOBS für den FREUNDESKREIS HALBE
angemeldet worden. Als Redner traten u.a. CHRISTIAN WORCH, PETER NAUMANN und JÜRGEN RIEGER aus Hamburg
auf. Auf der Bühnen standen der
Ritterkreuzträger OTTO RIEHS und der
ehemalige Jagdflieger REINHOLD LEIDENFROST.
Aufgrund einer Blockade durch eine
bürgerliche Spontandemonstration
konnte die Demonstration der Neonazis nicht begonnen werden. Nach
einer kurzen Auseinandersetzung

4

ter des D IENSTAGS-G ESPRÄCHS in Berlin, H ANSULRICH PIEPER, die Ex-Vorsitzenden des STUDIENZENTRUM WEIKERSHEIM (SZW), ALBRECHT JEBENS und
KLAUS HORNUNG, GÖTZ KUBITSCHEK, HANS-HELMUT
KNÜTTER oder K LAUS MOTSCHMANN. Zunehmend
fanden ExpertInnen aus der Wirtschaft zum

Zeitschrift zu einem wichtigen Theorieorgan
der »Neuen Rechten« und wirkte als Bindeglied
zwischen Konservativen und RechtsextremistInnen.
1998 überließ SCHRENCK-NOTZING die Herausgabe GUNNAR SOHN, ab 2000 in Bonn im eigenen
GES VERLAG . Damit änderte sich das Erscheinungsbild der C RITICÓN ab September 1999
grundsätzlich. Bis zur Einstellung 2005 trug
sie den Untertitel »Das Magazin für Mittelstand, Marktwirtschaft und Freiheit.«
AutorInnen
Die AutorInnen, die nach dem Wechsel für
die CRITICÓN schrieben, waren in rechtskonservativen und extrem rechten Kreisen meist einschlägig bekannt. Viele publizierten auch in
anderen Organen, vor allem in der JUNGEN FREIHEIT (JF), der G EGENGIFT , in der P REUßISCHEN A LL GEMEINEN ZEITUNG (PAZ) oder auch in der EIGENTÜMLICH FREI, wie auch Herausgeber GUNNAR SOHN und
Chefredakteur ANSGAR LANGE selber. Zu den
bekannteren AutorInnen zählten der Historiker JOACHIM FEST, die Meinungsforscherin ELISABETH N OELLE -N EUMANN , der langjährige JF-Autor
HEIMO S CHWILK, die Verleger AXEL MATTHES, ALEXANDER GAULAND, MATHIAS DÖPFNER, der Veranstal-

AutorInnenkreis, vor allem MARIO OHOVEN, der
Präsident des B UNDESVERBANDS MITTELSTÄNDISCHE
WIRTSCHAFT (BVMW), aber auch der Trend- und
Zukunftsforscher MATTHIAS HORX.
Inhaltliche Neuausrichtung
Durch den neuen Herausgeber GUNNAR SOHN
und Chefredakteur ANSGAR LANGE erhielt die CRITICÓN eine wirtschaftsliberale Ausrichtung. Im
Sinne eines antistaatlichen »Anarchokapitalismus«1 und durch Bezugnahme auf den Ordoliberalismus Ludwig Erhards, wurde dem
unkontrollierten Markt die Fähigkeit zugesprochen, die effektivsten ökonomischen Ergebnisse zu erzielen, der Staat sollte nur noch die
Rahmenbedingungen garantieren. Es wurde
versucht, mehr Hintergrundberichte und Interviews zu liefern, um öffentlichkeitswirksam in
anderen Medien zitiert zu werden. Dies gelang
jedoch nur teilweise. CRITICÓN verstand sich als
»Sprachrohr des Mittelstandes«2 und wollte die
Freiheit der Unternehmer gegen Staat und
1) KASTNER, MICHAEL: Anarcho-kapitalistische Theorie. Der Staat
ist die eigentliche Utopie. In: CRITICÓN 181, Frühling 2004,
S. 21 f.
2) SOHN, GUNNAR: Editorial. In: CRITICÓN 176, Winter 2002/2003,
S. 5.

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antifaschistisches pressearchiv und bildungszentrum berlin e. v.

Großkonzerne durchsetzen. Dafür seien Privatisierung, der Abbau von Bürokratie und die
Schwächung von Gewerkschaften geeignete
Mittel.
Ab Frühjahr 2000 begann die CRITICÓN eine
»Konservatismus-Debatte«. Traditionen, konservative Werte und Tugenden und die Rückbesinnung auf Religion sollten im Sinne einer
»Volksgemeinschaft« eine neue nationale Identität schaffen. Diese Argumentation sollte
durch häufige Bezüge auf den »Konservativen
Revolutionär«, CARL SCHMITT oder den militanten Konservativen ERNST JÜNGER untermauert
werden. Die Autoren sahen sich als Gegner des
deutschen »Parteienstaats«. Seit dem Regierungsantritt von Rot-Grün, die als »linke Kontrolleure« bezeichnet wurden, herrsche ein
»Antifa-Mainstream« und eine »scheinheilige
Diktatur der Moral«. Die rot-grüne Regierung
sei »linksextrem infiziert« und forciere eine
»Gleichschaltung« der veröffentlichten Meinung zur »Disziplinierung des Einzelnen« im
Sinne einer linken »Umerziehung«. Auch
CDU/CSU wurden kritisiert, da sie keine »genuin konservative« Partei3 seien und es in der
Bundesrepublik auch keine geben könne.
Schuld sei die angebliche »Dämonisierung« der
Konservativen nach dem Nationalsozialismus.
Die CRITICÓN-RedakteurInnen warben folgerichtig für ein Engagement außerhalb der Parteien
und für den Aufbau konservativer Denkfabriken nach amerikanischem Vorbild. Hier vermischte sich antistaatliche Demokratiefeindlichkeit mit eindeutig geschichtsrevisionistischen Vorstellungen von der »Umerziehung«
der Deutschen.
Nach dem 11. September 2001 stellten sich
die AutorInnen auf die Seite der USA und

machten es sich zur Aufgabe, Antiamerikanismus und Antisemitismus entgegen zu wirken. An der Frage des Irakkrieges spaltete sich
die rechtskonservative Presse. Die JUNGE FREIHEIT und die PREUßISCHE ALLGEMEINE ZEITUNG lehnten den Krieg ab, während Die Welt, die Frankfurter Allgemeine Zeitung und die CRITICÓN dem
Krieg positiv gegenüberstanden. Alte Allianzen der CRITICÓN mit der JF und der PAZ zerbrachen.
Fazit
Die CRITICÓN verkomme »zu einem beliebiglibertären, unpolitischen Blatt« urteilte ihr
wesentlicher publizistischer Gegenspieler, die
Junge Freiheit4. Die NPD-Parteizeitung DEUTSCHE
STIMME sah die Criticón hingegen als ein Magazin, »das inzwischen, nach einem Wechsel der
Redaktion, einen antinationalen und neoliberalen Marktextremismus predigt«5. Trotzdem
fanden sich immer wieder extrem rechte Positionen in der C RITICÓN , vor allem wenn geschichtsidentitäre Fragen Deutschlands oder
die Politik der etablierten Parteien thematisiert wurden.
Zuletzt unterstrich der Herausgeber GUNNAR
SOHN, die CRITICÓN »ordoliberal geschärft« zu
haben6. Die Umbenennung der CRITICÓN in NEUENACHRICHT im Jahr 2005 und die Angliederung
an die gleichnamige Online-Datenbank war die
logische Konsequenz dieser Entwicklung und
der endgültige Abschied vom ursprünglichen
Profil der CRITICÓN.
Petra Mulisch
3) Alle Zitate aus CRITICÓN 165, 169, 177 und 178/179.
4) DIETER STEIN in einem Brief an die Leser der JF vom 12. Oktober 2002.
5) DEUTSCHE STIMME vom 12. Oktober 2004.
6) NEUENACHRICHT, Heft 1, S. 12.

In dieser Rubrik stellen wir jeweils einen Vortrag, Workshop oder ein Seminar aus unserem Bildungsprogramm vor. Den kompletten ReferentInnen-Katalog gibt es unter www.apabiz.de.

bildung en detail Das apabiz auf Projektschultagen

Inhalte selbst erarbeiten
Neben unseren Abendveranstaltungen und Seminaren sind wir jedes Jahr auch bei diversen Projektschultagen zu Gast. Dort bieten wir SchülerInnen aus verschiedenen Klassenstufen die
Möglichkeit, ein komplexes Thema einmal in
einer lockeren Atmosphäre selbst zu erarbeiten.
Es geht nicht alleine um die Wissensvermittlung, sondern eigene Erfahrungen und Sichtweisen der SchülerInnen stehen im Vordergrund.
Dem entsprechend nehmen Diskussionen und
interaktive Methodik einen Grossteil dieser Veranstaltungen ein und ist der Zeitbedarf größer

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zwischen den aus dem gesamten
Bundesgebiet angereisten Neonazis

als bei unseren Standardveranstaltungen – so
sollten mindestens vier Stunden eingeplant werden.
Die meisten Projektschultage haben wir bisher mit den Themen »Der Nazis neue Kleider«,
»RechtsRock« und »Das Versteckspiel« gestaltet. Auch wenn weniger Inhalte als bei anderen
Veranstaltungen vermittelt werden, macht diese
Form der Wissensvermittlung allen Beteiligten
viel Spaß und führt auch ursprünglich am Thema weniger interessierte Jugendliche nachhaltig
an die Inhalte der Veranstaltung heran.

und der Polizei wurde die Veranstaltung aufgelöst. Als Reaktion auf die
erfolgreiche Blockade der Nazi-Veranstaltung initiierte der FREUNDESKREIS
eine Strafanzeigenkampagne gegen
verschiedene Parteivertreter, die sie
für ihr Scheitern verantwortlich
machen.
Am 14. November versuchten erneut
etwa 30 Neonazis aus dem Berliner
Kameradschafts-Spektrum ein Heldengedenken durchzuführen. Nach
einem Fackelmarsch durch Halbe
wurde die Kranzniederlegung auf
dem Waldfriedhof durch die Polizei
verhindert.

Berliner NPD
plant und tagt
Berlin • Auf dem dritten ordentlichen Landesparteitag der Berliner
NPD am 19. November ist ein neuer
Landesvorstand gewählt worden. An
der Spitze des Landesverbandes steht
als Vorsitzender nun das ehemalige
FAP-Mitglied ECKART BRÄUNIGER, der für
seine guten Kontakte ins neonazistische Kameradschaftsspektrum
bekannt ist. Stellvertreter sind JÖRG
HÄHNEL und GEORG WILHELM MAGNUS, die
in ihrer Arbeit von den Beisitzern
STELLA PALAU und IGOR MODER unterstützt werden.
BRÄUNIGER kündigte aufgrund des Mitgliederzuwachses einen Ausbau der
Parteistrukturen an, nachdem bereits
am 8. Oktober der Kreisverband Neukölln gegründet worden war. Auch
bei der Parteijugend JUNGE NATIONALDEMOKRATEN (JN) verfestigen sich seit
einigen Jahren die Strukturen wieder. Seit der Neuformierung der JN
Berlin am 7. April wurden drei neue
Stützpunkte ins Leben gerufen.

Neuer Naziladen in Berlin
Berlin • Am 8. Oktober ist der neue
Naziladen PARZIFAL in Berlin-Schöneweide begleitet von antifaschistischen Protesten eröffnet worden. Der
Einladung des Betreibers folgten

5

antifaschistisches pressearchiv und bildungszentrum berlin e. v.

u.a. das Mitglied der Band SPREEGESCHWADER, ALEXANDER BAHLS, und das
VANDALEN-Mitglied MATTHIAS GOHLKE. Als
offizieller Mieter tritt die ACCESSOIRES
HANDEL DEUTSCHLAND PHILIP SCHLAFFER E.
K. in Erscheinung. Von PHILIP SCHLAFFFER wird bereits das im schleswigholsteinischen Stockelsdorf ansässige Rechtsrocklabel NORTHX sowie der
Versand H8STORE in Wismar betrieben.
Mit dem Laden ist in dem ohnehin
mit dem Problem Rechtsextremismus
belasteten Berliner Bezirk Treptow
nicht nur eine weitere Einnahmequelle für PHILIP SCHLAFFER durch den
Verkauf von rechten Tonträgern und
Bekleidungsstücken entstanden. Vielmehr muss die Eröffnung als Versuch
angesehen werden, einen weiteren
Anlaufpunkt für rechte Jugendliche
in dem Stadtteil zu etablieren.

Broschüre für Eltern
rechter Jugendlicher
Thüringen • »Dass man einfach
nicht ernstgenommen wurde, das war
das größte Problem. Indem man es
als Jugendstreiche abgetan hat, war
die ganze Sache vom Tisch und wurde als normales jugendliches Verhalten gewertet.« Mit diesen Worten
beschreibt der Vater eines zeitweise
rechtsextrem orientierten Jugendlichen aus Thüringen seine ernüchternden Erfahrungen mit einer von
ihm aufgesuchten Beratungsstelle.
Die Mobile Beratung in Thüringen –
Für Demokratie - gegen Rechtsextremismus (MOBIT) will mit der Broschüre »Mein Kind ist doch kein
Nazi!?« und dem dazugehörigen Projekt mit dem Titel »Beratung für
Eltern und Angehörige von Kindern
und Jugendlichen in der rechten Szene« einen Beitrag zur Unterstützung
solcher Eltern leisten. Daneben bietet MOBIT Fortbildungen für MitarbeiterInnen aus Beratungsstellen an,
die sich mit der rechten Jugendkultur und den Inhalten der extremen
Rechten auseinandersetzen wollen.
Informationen gibt es unter
mail@mobit.org und unter der Telefonnumer 03621/228 696.

Rechte Gespenster
Berlin • Die Arbeitsgruppe Rechtsextremismus beim ver.di-Bezirk BerlinBrandenburg hat eine neue Broschüre
vorgelegt. Unter dem Titel »Rechte
Gespenster?« setzen sich die VerfasserInnen auf 50 Seiten zunächst mit
Strategien der Rechten im

6

Militaristische Propaganda mit
Unterstützung der Bürgerschaft
Bericht  Hamburg plant zweifelhaftes Militär-Museum
Unter der unverdächtigen Bezeichnung »Internationales Schifffahrts- und Meeresmuseum Peter Tamm« soll die Hansestadt Hamburg ab 2007 ein neues Museum bekommen.
Mitten in der Speicherstadt, einem der bevorzugten Besuchsziele von TouristInnen, hat
die Stadt der Trägerin des zukünftigen Museums, der TAMM-STIFTUNG, für 99 Jahre in kostenloser Erbpacht den ältesten Speicher der Stadt kostenfrei überlassen.
ie Exponate der Sammlung – darunter etwa
120.000 Bücher, über 5.000 Gemälde und
Grafiken sowie Uniformen, Kleinwaffen und
26.000 Schiffsmodelle – wurden von dem heute 77jährigen PETER TAMM zusammengetragen.
Sie wird in ihrer derzeitigen Gestaltung von
drei programmatischen Porträts gerahmt: Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg, der
als erster deutscher Fürst eine Kriegsflotte aufbaute, um am Sklavenhandel und der Ausbeutung Afrikas zu profitieren; Otto von Bismarck,
der die Gründung des deutschen Kaiserreichs
mit Gewalt betrieb und Kaiser Wilhelm II, die
Symbolfigur des deutschen Imperialismus.
Für TAMM selbst wurde die Hoffnung auf
eine Karriere als Offizier der Kriegsmarine
durch die militärische Niederlage des deutschen Faschismus beendet; statt dessen
begann er eine journalistische Laufbahn, die
ihn zunächst zum Hamburger Abendblatt und

D

später in die Zentrale des Springer-Konzerns
nach Berlin führte. Von 1968 bis 1991 war
Tamm Geschäftsführer bzw. Alleinvorstand des
Axel Springer-Verlages. Springer – selbst
strammer Antikommunist – soll nach Aussagen
seines Biographen Michael Jürgs, seinen
»Getreuen Ekkehard« (Elfriede Springer) schon
mal als »Dreckskerl« und »Rechtsradikalen« 1
bezeichnet haben, der im Auto auf dem Weg
ins Büro immer Militärmärsche gehört habe.
TAMMS Nähe zu maritim-militärischem findet sich nicht nur in seinem persönlichen Auftreten und Selbstverständnis, seiner mit Militaria durchsetzten Sammlung und den guten

Beziehungen zur jetzigen Kriegsmarine sowie
zu Kreisen der Rüstungsindustrie, sondern
auch in seiner verlegerischen Tätigkeit. Er
besitzt mehrere Verlage, die sich auf die Herausgabe von Büchern und Zeitschriften mit
militärischen bzw. militärgeschichtlichen Themen spezialisiert haben. Zu den Autoren zählen auch Personen, die sich über viele Jahre
aktiv in Kreisen der extremen Rechten betätigt
haben. So etwa HANS GEORG PRANGER, der Gründungsmitglied des FREUNDESKREISES FILMKUNST war,
FRANZ UHLE-WETTLER – u. a. Autor in der JUNGEN
FREIHEIT –, WJATSCHESLAW DASCHITSCHEW – Autor für
die NATIONAL-ZEITUNG des DVU-Vorsitzenden GERHARD FREY – oder FRANZ W. SEIDLER.
Insbesondere in den vergangenen Monaten
hat sich der Protest gegen die Förderung der
Zurschaustellung militaristischer Weltsicht
durch die Hamburger Bürgerschaft deutlich
verstärkt. Angestoßen durch eine sorgfältige
Recherche, die im Frühsommer 2005 publiziert
wurde2, haben nicht nur Gruppen aus der Friedensbewegung die symbolische Grundsteinlegung im zukünftigen Museumsgebäude dazu
genutzt, zu protestieren. Auch aus Gewerkschaftskreisen äußert man sich verwundert,
dass für dieses zweifelhafte Projekt mehr als
30 Millionen Euro bereitgestellt werden.
Mit der Aktion Künstler informieren Politiker wandten sich KünstlerInnen direkt an die
121 Bürgerschaftsabgeordneten, um mit diesen über den Sinn einer solchen militaristischen Ausstellung zu diskutieren. Während
manch CDU-Abgeordneter den KünstlerInnen
daraufhin mit der Polizei drohte, gab es bei der
SPD vereinzelt Einsicht für den Bedarf einer
kritischen Prüfung des Vorhabens. Ein Scheitern des Projekts ist derzeit jedoch nicht in
Sicht.
Manuela Wirth
1) Jürgs, Michael: Der Fall Springer. Eine deutsche Biographie.
München/Leipzig 1995, S. 140.
2) Die Broschüre „TAMM-TAMM. Eine Anregung zur öffentlichen Diskussion über das Tamm-Museum“ kann gegen
Vorkasse von 6,50 Euro bei folgender Adresse bezogen werden: GNN SH/HH, Neuer Kamp 5, 20359 Hamburg.

monitor | rundbrief des apabiz e.v. | nr. 23, dezember 2005

antifaschistisches pressearchiv und bildungszentrum berlin e. v.

What we can do!
Vorstellung  Neues Internetportal unterstützt junge AntifaschistInnen mit Rat und Hilfe für die politische Arbeit
eit Mitte November ist das neue Internetprojekt des apabiz online: »What we can
do« ist ein antifaschistisches Informationsportal im World Wide Web, das vor allem Jugendlichen umfassend und praxisnah Rat und Hilfe
an die Hand geben will. Was tun, wenn es in
unserer Stadt eine Nazikneipe gibt? Wie können wir unsere Zeitung finanzieren? Und wie
geht das eigentlich, einen Verein zu gründen?
Unter http://www.whatwecando.de haben wir
Informationen, Ideen, Tipps und Anregungen
zusammengetragen, die antifaschistisch engagierten jungen Menschen Handlungsmöglich-

S

keiten aufzeigen und Erfahrungen vermitteln
sollen. Dabei haben wir Wert darauf gelegt,
dass sich die gesammelten Informationen an
der Praxis von Jugendlichen und deren Erfordernissen ausrichten.
Wir erhoffen uns von dem von »Jugend für
Europa« geförderten Projekt, dass eine Kontinuität antifaschistischer Wissensvermittlung
auch dort gewährleistet ist, wo regionale
Strukturen dies nicht übernehmen können.
Das Portal soll in diesem Sinne eine Orientierungshilfe bieten und den Einstieg in antifaschistische Praxis erleichtern, um so Jugendliche in ihrem unmittelbaren Umfeld zu eigenverantwortlichem Handeln gegen rechts anzuregen.
Die textintensive Seite ist inhaltlich und
formal so gegliedert, dass wie in einem Lexikon direkt auf das Gewünschte zugegriffen
werden kann. Die einzelnen Abschnitte erklären alles Wesentliche Schritt für Schritt und in
lockerem Tonfall. Musteranschreiben, to-doListen und eine weiterführende Linkliste
ergänzen die Ausführungen. Für Anregungen
und Kritik an der Seite haben wir unter
mail@whatwecando.de stets ein offenes Ohr.
Marek Pauli

Popdiskurs im Theater
Bericht  Veranstaltung zu »Protestsongs« enttäuscht
m 22. November nahm unser Bildungsreferent Falco Schuhmann an einer Podiumsdiskussion zum Thema »Protestsongs« im Berliner Hebbeltheater teil, die vom Fanzine-Herausgeber und Popkulturkritiker Martin Büsser
moderiert wurde. Auf dem Podium saßen
neben dem Vertreter des apabiz Wolfgang Seidel (Ton Steine Scherben), George Lindt (Label
Lieblingslied), André Greiner-Pol (Freygang)
und Dr. Lutz Kirchenwitz (Lied und soziale
Bewegung e. V.). Inhaltlich sollte es um Protestsongs gehen und deren Wandel, der
anhand von beispielhaften Musikvideos diskutiert werden sollte.
Eine wirkliche Diskussion über dieses möglicherweise interessante Thema kam aber nicht
zustande. Vielmehr schien fast jeder der mehr
oder weniger in aktuelle Musikprojekte verstrickten Podiumsteilnehmer nur seine eige-

A

monitor | rundbrief des apabiz e.v. | nr. 23, dezember 2005

nen Projekte und Biografien vorstellen und
verteidigen zu wollen, anstatt etwas zum Thema beizutragen. Auch unser Referent, der
eigentlich über aktuelle Schnittmengen der
Popkultur mit Positionen der extremen Rechten referieren sollte, konnte keine wirklichen
Akzente setzen.
Dieses lag vor allem an der verpatzten
Moderation Büssers, der sofort vom eigentlichen Thema in irgendwelche Spezialdebatten
lenkte, die zum Ziel hatten, die von ihm preferierte Musik als einzig wahre Politmucke darzustellen. Alles in Allem eine total missglückte Veranstaltung, für die wider erwarten auch
noch zehn Euro Eintritt zu entrichten waren.
Schade: Sowohl von Martin Büsser als auch
vom geplanten Inhalt der Veranstaltung wäre
deutlich mehr zu erwarten gewesen.
Horst Wassermann

Zusammenhang mit Sozialprotesten
auseinander, mit denen viele GewerkschafterInnen bei den Aktionen
gegen die Hartz-Gesetze konfrontiert
waren.
Der zweite Teil beschäftigt sich mit
Rechtsextremismus unter GewerkschafterInnen. Abgerundet wird die
Broschüre durch zwei historische Porträts rechtsextremer Organisationen
im gewerkschaftlichen Bereich.
Bestellungen an: Arbeitsgruppe
Rechtsextremismus ver.di Berlin-Brandenburg, Köpenicker Str. 55, 10179
Berlin, info@agrexive.de.

Konservative tagen
Berlin • Am 3. Dezember fand das
»10. Berliner Kolleg« des extrem
rechten INSTITUTS FÜR STAATSPOLITIK unter
dem Titel »Die Staatskrise« im AVZ
Logenhaus in Berlin-Wilmersdorf
statt. Die etwa 300 Anwesenden
konnten zunächst dem Kopf des Instituts, KARLHEINZ WEIßMANN, lauschen,
bevor der Bielefelder Professor HERWIG
BIRG sich dem »Konfliktpotential
Demographie« zuwandte und die Entwicklung der Weltbevölkerung sowie
in Deutschland aufzeigte. Auf breite
Zustimmung stieß die Forderung nach
einem Wechsel in der Familienpolitik
wegen der geringen Geburtszahlen in
Deutschland. Der letzte Referent, der
Medizinsoziologe JOST BAUCH,
beschrieb Veränderungen der deutschen Gesellschaft seit 1968 und forderte eine Sammlungsbewegung
rechts von der CDU. In einer abschließenden Gesprächsrunde zeigten sich
WEIßMANN und der Veranstaltungsleiter
GÖTZ KUBITSCHEK solchen Forderungen
gegenüber eher verhalten.

Festival von Turn it Down!
Berlin • Am 11. und 12. November
fand in Berlin das zweite Turn it
down!-Festival statt. Sieben Bands
und mehrere Veranstaltungen zogen
über 600 Besucher an. Damit hat Turn
it down! in diesem Jahr insgesamt 10
Konzerte mit fast 30 Bands durchgeführt. 

7

antifaschistisches pressearchiv und bildungszentrum berlin e. v.

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In dieser Rubrik wollen wir Euch
einen kurzen Überblick über
Bücher, Broschüren und andere
Medien geben, die im Archiv neu
eingegangen und ab sofort verfügbar sind. Darüber hinaus werden wir auf bestimmte Sachgebiete hinweisen, zu denen Ihr
Sammlungen bei uns finden könnt. Danke an die Verlage.

Neu im Archiv

Oepke, Maren: »Rechtsextremismus unter ostund westdeutschen Jugendlichen«. Verlag Barbara
Budrich, Opladen 2005.
Das Buch leistet einen wichtigen Beitrag zur
Ursachenforschung bezüglich der Entstehung
rechtsextremer Einstellungen bei Jugendlichen.
Die Motivation für jugendlichen Rechtsextremismus wird nicht als Konsequenz des sozialen
Wandels erklärt, sondern die familiären und schulischen Einflüsse als im Vergleich bedeutender
bewertet.
• Loewry, Hanno: »Gerüchte über die Juden.
Antisemitismus, Philosemitismus und aktuelle Verschwörungstheorien«. Klartext Verlag, Essen 2005.
Nach 1945 glaubten viele, die antijüdischen
Traditionen Europas seien ein für allemal diskreditiert. Doch das Gegenteil scheint der Fall zu
sein. Im Zeichen von Globalisierung und der Suche
nach festen, unverrückbaren Identitäten erleben
populäre Bilder des Jüdischen und wilde Verschwörungstheorien eine Renaissance. Der Band
erscheint anlässlich der Ausstellung des Jüdischen
Museums Hohenems: Antijüdischer Nippes und
populäre Judenbilder.
• Mauthner, Fritz: »Der neue Ahasver. Roman
aus Jung-Berlin«. Philo-Verlagsgesellschaft, Berlin
2001.
Die Neuauflage des gleichnamigen Romans,
der erstmals 1881 erschienen ist, beschreibt das
Aufkommen des politischen Antisemitismus um
1870. Die antisemitische Grundstimmung wurde
damals durch Schriften bzw. die Gründung von
antisemitischen Parteien und Vereinen verschärft.
Der Roman zeigt Parallelen zu heutigen Ereignisssen und Diskussionen und hat dadurch nichts an
seiner Aktualität verloren.
• Verolme, Hetty E.: »Wir Kinder von Bergen-Belsen«. Beltz Verlag, Weinheim 2005.
Hetty Werkedam wurde 1943 zusammen mit
ihren Eltern und Geschwistern in Amsterdam aufgegriffen und deportiert. In ihrem Buch schildert
sie den ungewöhnlichen, weitgehend unbekannten Kampf einer Gruppe von Kindern gegen ihre
Vernichtung im KZ Bergen-Belsen.
• Mühlhaus, Mark: »Begegnungen. Bildband
60. Jahrestag der Befreiung vom deutschen
Faschismus«. Arug & Attenzione, Braunschweig
2005.
Der Fotograf Mark Mühlhaus hat diejenigen
Frauen und Männer zu den Feiern der Befreiung
begleitet, denen es möglich war, zu den Orten
ihrer Leiden zurückzukehren. An acht verschie•

denen Orten entstanden überwiegend Porträtaufnahmen, die auch den Verlauf der Befreiung
dokumentieren. Ganz bewusst stehen nicht die
offiziellen Feierlichkeiten, die Politiker und Prominenten im Mittelpunkt seiner Bilder sondern
die Überlebenden.
• Vinke, Hermann: »Fritz Hartnagel. Der Freund
von Sophie Scholl«. Arche Verlag, Zürich 2005.
Sehr einfühlsam porträtiert der Autor die
Beziehung zwischen Sophie Scholl und ihrem Verlobten Fritz Hartnagel anhand von bisher unveröffentlichter Korrespondenz der beiden.
• Strohmeyer, Arn: »Von Hyperborea nach
Auschwitz. Wege eines antiken Mythos«. PapyRossa Verlag, Berlin 2005.
Viele Mythen haben durch ihre Neuinterpretation Auswirkungen auf die Geschichte gehabt. Der
Autor weist anhand des antiken Mythos der
Hyperboreer die Verbindungslinie von Okkultisten
und Esoterikern zu alten und neuen Nazis nach.
• Hosfeld, Rolf: »Operation Nemesis. Die Türkei,
Deutschland und der Völkermord an den Armeniern«. Verlag Kiepenheuer & Witsch, Köln 2005.
Die Dokumentation des Völkermords an den
Armeniern ist nicht nur sorgfältig recherchiert
sondern aufgrund der aktuellen Situation auch 90
Jahre danach noch interessant. Dabei wird auch
die Rolle Deutschlands behandelt. Das geheime
Kommando »Nemesis« hatte sich zum Ziel gesetzt,
die untergetauchten Haupttäter zu liquidieren.
• Antifa TU Berlin: »Reader gegen studentische
Verbindungen«. Berlin 2005.
• AutorInnenkollektiv (Hg.): »Kann das alles
Zufall sein. Staatliche Repression gegen Linke
Strukturen in Berlin«. Berlin 2005.

Paket
Das Info-P
vom apabiz e.v.
Nicht nur für Vereine und Institutionen, sondern für
alle, die in den Genuss des gesamten Service des
apabiz e.v. kommen möchten, gibt es jetzt unser
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Paket in den Größen S, M und L:
• je 3/10 / 20 Exemplare des monitor pro Ausgabe
• den ReferentInnen-Katalog inklusive Updates
• zwei Exemplare aller neuen Publikationen des
apabiz e.v. (Broschüren, Handreichungen etc.)
• Sonderkonditionen bei Nachbestellungen und
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monitor | rundbrief des apabiz e.v. | nr. 23, dezember 2005
        
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