Path:
Periodical volume

Full text: Monitor Issue 1.2001

monitor
rundbrief des apabiz e. v. | nr. 1, august 2001

Rechte V-Leute: Die Katze
beisst sich in den Schwanz

Hintergrund  Wie sich der Verfassungsschutz am Aufbau
rechter Strukturen beteiligt und was dabei herauskommt
Mitte September vergangenen Jahres durchsuchte die Polizei bundesweit unzählige Wohnungen von Mitgliedern der Vereinigung BLOOD & HONOUR (B&H) und setzte damit das Verbot des
neonazistischen Skinheadnetzwerkes um. Dabei schauten die Ermittler auch bei dem B&HFührungskader MARCEL DEGNER aus Gera vorbei – und fanden nichts. Grund: DEGNER war
bereits seit längerem Informant des thüringischen Verfassungsschutzes und bekam kurz vor
der Durchsetzung des Verbotes einen Tipp, dass er seine Wohnung säubern solle. »Eine solche Warnung an einen Informanten des Geheimdienstes ist etwas völlig Normales«, berichteten Insider einer thüringischen Tageszeitung.1

ass der Verfassungsschutz seit Jahrzehnten
den Aufbau von neonazistischen Strukturen
forciert und indirekt subventioniert ist hinlänglich bekannt. Die vergangenen Monate haben
eindrucksvoll die skandalösen Dimensionen dieser Aktivitäten veranschaulicht: Nahezu alle
bekannt gewordenen Informanten haben mit
Duldung der jeweils zuständigen Ämter für Ver-

D

Tino Brandt, V-Mann und Führungskader des
Thüringer Heimatschutzes

fassungsschutz den Auf- und Ausbau neonazistischer Strukturen vorangetrieben und teilweise
mit ihren Informantengehältern finanziert.
Beispiele systematischen
Strukturaufbaus
So gibt der ehemalige Führungskader des
militanten THÜRINGER HEIMATSCHUTZES (THS), TINO
BRANDT, in einem Interview zu Protokoll, dass
der »VS nur Interesse an Informationen« gehabt
hätte, »er hat sich nie in meine politischen Entscheidungen eingemischt«.2 Was TINO BRANDT
lapidar als »politische Entscheidungen«
bezeichnet, waren beispielsweise der Aufbau
von militanten ANTI-ANTIFA-Strukturen in Thüringen3 und der Aufbau internationaler Kontakte, u.a. nach Südafrika. Unter der Aufsicht seiner staatlichen Arbeitgeber entwickelte sich
BRANDT zu einer zentralen Figur in der deutschen Neonazi-Szene. Er war Mitarbeiter der
extrem rechten Monatszeitschrift NATION & EUROPA, wurde im September 2000 Sprecher der neonazistischen REVOLUTIONÄREN PLATTFORM und
schaffte kurz vor seiner Enttarnung den Sprung
in den Beirat der GESELLSCHAFT FÜR FREIE PUBLIZIS1) Thüringische Landeszeitung, 30. Mai 01: »Geheimdienst
warnte Neonazi«.
2) Homepage von STOERTEBEKER.NET, Juli 01: »Interview mit Tino
Brandt«.
3) Neues Deutschland, 21. Oktober 99, S. 5: »Junge Gemeinde
wird bedroht«.

Rechte V-Leute Seite 1 | Vortrag für Miteinander e. V. erstellt Seite 4 | Netzwerk für antirasssistische Bildungsarbeit gegründet Seite 5 | Tagung: Frauen als Akteurinnen der extremen
Rechten Seite 6 | Anti-Antifa-Terror in Herzogenaurach Seite 7 | Rezensionen Seite 8

antifaschistisches pressearchiv und
bildungszentrum berlin e.v. (apabiz)
falckensteinstr. 46 | 10997 berlin
geöffnet do von 15 bis 19 uhr und
nach absprache
fon | fax: 030 . 611 62 49
mail@apabiz.de
http://www.apabiz.de
konto-nummer: 332 08 00
blz: 100 205 00
bank für sozialwirtschaft
dank an unsere fördermitglieder, die
mit ihrem beitrag die finanzierung
des projektes ermöglichen

Das apabiz e. V. informiert seit 1991 über
die Entwicklung der extremen Rechten. Wir
bieten vielfältige Materialien an, die über
unterschiedliche Aspekte des Rechtsextremismus aufklären und Argumente liefern.
Archiv: Für Recherchen halten wir unser
Archiv bereit, das eines der größten dieser
Art in der BRD ist. Wir verfügen über rechte
Publikationen, Videos, CDs etc. Diese Primärquellen werden ergänzt durch eine
Datenbank, in der Presseveröffentlichungen
seit Anfang der 90er Jahre erfasst sind,
eine umfangreiche Präsenzbibliothek sowie
antifaschistische Publikationen aus der gesamten BRD, Europa und den USA.
Bildung: Unser ReferentInnen-Katalog
umfaßt derzeit mehr als 25 Vorträge und
Seminare aus den Bereichen Judentum und
Antisemitismus, Frauen und Rechtsextremismus, Neue Rechte, Burschenschaften,
Esoterik und Heidentum, Rechtsextreme
Publizistik, Internet, Vertriebenenverbände,
Subkulturen und Rassismus.
Sondersammlungen: 1995 haben wir aus
den Beständen der Staatsbibliothek Ost
mehrere hundert Bücher aus der NS-Zeitübernommen; 1999 kam das Foto- und
Redaktionsarchiv der »Deutschen Volkszeitung (DVZ) - die tat« hinzu. Außerdem verwalten wir die Sammlung des Projekts für
interdisziplinäre Faschismus-Forschung an
der Freien Universität Berlin.
Kontakt: Unsere Informationen stehen allen
Personen und Initiativen zur Verfügung.
Umgekehrt sind wir an Euren Einschätzungen und regionalen Erfahrungen interessiert. Wir vereinbaren gerne einen regelmäßigen Austausch oder nehmen Euch in
unseren Verteiler auf.

monitor – rundbrief des apabiz e.v. | v.i.s.d.p.:
apabiz e.v. | erscheinungsweise: alle zwei monate | fotos: alle rechte liegen bei den fotografen

antifaschistisches pressearchiv und bildungszentrum berlin e. v.

TIK.

Triskele: Neues kulturpolitisches Magazin aus rechter »Frauenhand«
Essen • Seit November vergangenen
Jahres erscheint das von Frauen
erstellte Magazin TRISKELE aus dem
Umfeld der FREIEN KAMERADSCHAFTEN. Das
in der Szene positiv rezensierte Heft
verdeutlicht die zunehmende Präsenz
und Akzeptanz von Frauenprojekten
mit kulturpolitischem Anspruch innerhalb der extremen Rechten.
Triskele bedeutet in der heidnisch-germanischen Mythologie die Entwicklung
des Lebens in den Schritten »Werden,
Sein und Vergehen«. Das gleichnamige
Heft und seine Internetpräsenz beschäftigen sich dementsprechend vor
allem mit Kultur und Brauchtum, aber
auch mit Politik, was sich in Demonstrationsberichten und der Vorstellung
von Organisationen niederschlägt.
Frauenspezifische Thematiken werden
in Form von Biografien nationalsozia-

listischer Frauen und in der Rubrik
»Frauentum gestern und morgen«
angesprochen. Dabei beziehen sich die
Autorinnen auf ein traditionalistisches
Frauenbild, das Mutterschaft als biologische Bestimmung von Frauen festschreibt. Die emotionale Kritik der
Triskele an der Auflösung des SKINGIRL
FREUNDESKREISES DEUTSCHLAND (SFD) verdeutlicht ihre Nähe zu dieser Organisation.

JN organisiert Konzert zu
Hehls Geburtstag
Straubing • Rund 600 Nazis folgten
am 26. Mai der Einladung des NaziKaders und ehemaligen Blood & Hounur-Aktivisten CHRISTIAN HEHL aus Ludwigshafen zu dessen Geburtstagsparty
auf Burg Steinach bei Straubing
(Niederbayern). Die Gäste kamen aus
Deutschland, Österreich, Frankreich,
Schweiz und Belgien, um den

2

Außerdem war er Inhaber der Internetadressen des DEUTSCHEN RECHTSBÜROS, des HOFFMANN-VON-FALLERSLEBEN -BILDUNGSWERKS und des
KAINDL-FÖRDERWERKS.
MICHAEL GRUBE, ab 1997 Informant des LfV
Mecklenburg-Vorpommern, gab nach seiner
Enttarnung an, dass ihm seine damaligen VMann-Führer empfahlen, sich zum Kreisvorsitzenden der NPD Wismar-Nordmecklenburg wählen zu lassen.4 Ende 1997 hatte GRUBE es in diese
Position geschafft und avancierte zudem zum
Kandidaten auf der Landesliste der NPD für die
Landtagswahlen im September 1998. Nach ideologischen Richtungsstreits gründeten ehemalige
NPD-Mitglieder – unter ihnen GRUBE – Anfang
1999 die militante SOZIALE VOLKSPARTEI.
Exemplarisch ist auch der Fall des ehemaligen stellvertretenden Landesvorsitzenden der
NPD Mecklenburg-Vorpommern, MATTHIAS MEIER.
Dieser war von 1998 bis Ende 1999 Informant
des Bundesamtes für Verfassungsschutz und
baute in jener Zeit den paramilitärischen KAMPFBUND NORD auf.5
Das extremste Beispiel dieser Arbeitsweise
der Verfassungsschützer war schlussendlich CARSTEN SZCZEPANSKI, seines Zeichens Mitglied der
NATIONALREVOLUTIONÄREN ZELLEN – eines terroristischen Zusammenschlusses in Berlin und Brandenburg.6 Der Königs-Wusterhausener Neonazi
war im Mai 1992 wegen der versuchten Tötung
des Nigerianers Steve E. zu einer mehrjährigen
Haftstrafe verurteilt und später vom Verfasssungsschutz angeworben worden. Im Gefängnis
blieb er politisch aktiv. Er gab weiterhin Skinhead-Zeitungen heraus7, in denen er sich positiv
zur Gewalt äußerte. Als Freigänger konnte er an
politischen Demonstrationen und SkinheadKonzerten teilnehmen, auch außerhalb des Lan-

des Brandenburg.8 Silvester 1999 besuchte er
Gesinnungsgenossen der NATIONALSOZIALISTIK FRONT
in Schweden und war neben seinem Engagement in der militanten Neonazi-Szene auch als
Organisationsleiter der NPD Berlin-Brandenburg
aktiv.
Wissen ohne Wirkung
Angeworbene V-Leute sollen Einschätzungen und Fakten weitergeben und anhand von
gezeigten Fotos etc. weitere Informationen ausplaudern. So hat der heutige stellvertretende
JN-Bundesvorsitzende MIKE LAYER – der Mitte der
90er Jahre für den Verfassungsschutz tätig
geworden war – nach Angaben von FRANK
SCHWERDT anhand von Fotos Gesinnungsgenossen
identifiziert, die daraufhin strafrechtlich
belangt wurden.9 Der NPD-Mann GRUBE gab gar
an, dass ihm Listen von Linken gezeigt worden
seien, damit er nähere Angaben dazu mache.
Unklar bleibt hingegen, welche Informationen der Verfassungsschutz auf diesem Wege
erlangt und wie die verschiedenen Behörden
mit dem Wissen verfahren. Einerseits werden
die Informationen der Schlapphüte den Strafverfolgern vorenthalten. So suchte beispiels4) Berliner Zeitung, 2. November 99, S. 5: »Geheimdienst
legte Listen von Linken vor«.
5) Berliner Zeitung, 11. Juli 00, S. 6: »Kamerad Spitzel«.
6) Der Spiegel, Nr. 45/00 vom 6. November 00, S. 29: »Schilys
anonyme Zeugen«.
7) Das maßgeblich von ihm mit herausgegebene Nazi-Fanzine
UNITED SKINS wurde weitergeführt und war teilweise nur
über die Postadresse der britischen BLOOD & HONOUR-Sektion
erhältlich.
8) Sonderansage des NATIONALEN INFOTELEFONS HAMBURG, 11. Juli
00.
9) Homepage des THÜRINGER HEIMATSCHUTZ, Juli 01: »Der Fall
Mike Layer«.

Liebe Freundinnen und Freunde,
liebe Leserinnen und Leser, liebe Antifas!
Hiermit haltet Ihr die erste Ausgabe des
monitor in der Hand. Dieser Rundbrief des
apabiz e.V. wird in Zukunft regelmäßig alle
zwei Monate erscheinen und zum einen über
die Aktivitäten des apabiz berichten. Zum
anderen wollen wir Ergebnisse unserer Arbeit
präsentieren, um damit einen kleinen Überblick über die aktuelle Entwicklung der
extremen Rechten zu geben und spannende
Themen vertiefend zu behandeln.
Dementsprechend findet Ihr am Rand
jeder Seite eine Kurzmeldungsspalte, die eine
Auswahl von Neuigkeiten aus der extremen
Rechten darstellt. In den Artikeln wollen wir

Hintergründe klären, Profile von rechten
Organisationen vorstellen, Informationen themenorientiert zusammenfassen.
Der monitor ist bei Veranstaltungen, an
ausgewählten Orten und natürlich bei uns im
Laden kostenlos zu haben. Fördermitglieder
bekommen ihn zugesandt.
Danken wollen wir an dieser Stelle noch
einmal ausdrücklich unseren Fördermitgliedern, die mit ihren Beiträgen das Erscheinen
dieses Rundbriefes und weite Teile unserer
Arbeit ermöglichen.
Viel Spaß beim Lesen und einen schönen
Sommer.
apabiz e.V.

monitor | rundbrief des apabiz e.v. | nr. 1, august 2001

antifaschistisches pressearchiv und bildungszentrum berlin e. v.

Extrembeispiel: Carsten Szczepanski
aus Königs-Wusterhausen

weise die Staatsanwaltschaft in MecklenburgVorpommern nach einer Wahlkampfveranstaltung der NPD mit dem verurteilten Terroristen
MANFRED ROEDER händeringend nach Zeugen für
dessen volksverhetzende Aussagen. V-Mann
MICHAEL GRUBE, der die Veranstaltung organisiert
hatte und vor Ort gewesen war, wurde aber
weder befragt noch als Zeuge herangezogen.10
Ähnlich verhält es sich im Fall TINO BRANDT:
Obwohl der V-Mann die zentrale Figur des THÜRINGER HEIMATSCHUTZES war, konnten drei gesuchte
Bombenbastler aus Jena – alle Mitglieder des
THS – 1997 abtauchen und sind bis heute verschwunden.
Andererseits wurde jedoch z. B. im Frühjahr
2000 in Berlin und Brandenburg die terroristische Gruppierung NATIONALREVOLUTIONÄRE ZELLEN
von den Strafverfolgungsbehörden hochgenommen. Es ist zu vermuten, dass dies aufgrund der Informationen von V-Leuten, wie
etwa CARSTEN SZCZEPANSKI, geschah.
Auch garantiert das Führen von V-Leuten
durch die Dienste nicht, dass die Informanten
nicht an schwerwiegenden Straftaten beteiligt
sind. So verübte beispielsweise MICHAEL GRUBE
mit weiteren Gesinnungsgenossen im März 1999
einen Brandanschlag auf eine Pizzeria in Grevesmühlen.
Wohin die Gelder fließen
Der Verfassungsschutz duldet oder initiiert
neonazistische Strukturen, Aktivitäten und
Straftaten nicht nur mit. Die Ämter sorgen
auch für die finanzielle Unterstützung ihrer
Informanten und deren Bestrebungen. So
erhielt CARSTEN SZCZEPANSKI ein monatliches Salär
von 1000 DM.11
Als sich der Neonazi THOMAS DIENEL im Juni
2000 als Informant des Thüringer Verfassungssschutzes outete, wurde bekannt, dass er zwi-

monitor | rundbrief des apabiz e.v. | nr. 1, august 2001

schen 1500 und 1800 DM im Monat erhalten
hatte.12 Hinzu kamen 1997/98 monatliche
Lohnkostenzuschüsse durch das Arbeitsamt in
Höhe von ca. 2000 DM für Dienels Arbeit im
extrem rechten VERLAG NEUES DENKEN. Letzteres
wurde vom Verfassungsschutz zumindest nicht
verhindert.
Es scheint, als ob die Verwendung der Honorare durch die Informanten keinen Einschränkungen unterliegen würden. TINO BRANDT beispielsweise gibt an, dass es »mit Sicherheit
mehr als 100.000 DM« gewesen seien, die er für
seine Tätigkeit erhalten habe. Wenn man seinen
Aussagen glauben schenkt, so hat er die Gelder
in Aufkleber, Flugblätter, Telefonrechungen,
Demofahrten und verschiedene andere Projekte
investiert.13 Einen außergewöhnlichen, sehr personenbezogenen Dank erhielt im Sommer 1999
MATTHIAS MEIER. Die Verfassungsschützer spendierten ihm einen Rundflug über die Insel
Rügen.
Verfassungsschutz: Vom Jäger
zum Gejagten?
Folgt man den Ausführungen HORST MAHLERS
– seines Zeichens Vertreter der NPD im gegenwärtigen Verbotsverfahren vor dem Bundesverfassungsgericht –, dann wird die Benennung
von Informanten des Verfassungsschutzes einer
der wenigen helfenden Strohhalme gegen das
drohende Verbot der Partei sein. Denn jeder herangezogene Beweis zur Begründung eines Verbotes der NPD verlöre an Bedeutung, wenn sich
die Mitwisserschaft und/oder -täterschaft des
Verfassungsschutzes herausstellen würde.
Die NPD hat ihrerseits selbst keinen stringenten Umgang mit Informanten des Verfasssungsschutzes. Einerseits verwies die Parteizeitung DEUTSCHE STIMME in der Vergangenheit darauf, dass es keine Zusammenarbeit geben dürfe:
»Den ‚Müllers‘, ‚Meiers‘ und ‚Hubers‘ von der
Firma Horch & Lausch grundsätzlich die ‚Rote
Karte‘ zu zeigen, sollte daher nicht als Empfehlung, sondern als eindringliche Handlungsanweisung aufgefasst werden«.14 In diesem Sinne
lehnte auch der NPD-Länderrat ein »Angebot an
Spitzel zum Ausstieg« vom Mai 2001 ab, da
dessen Verfasser eine Wiedereingliederung von
Informanten – die sich offenbaren und nieman-

angekündigten acht Bands zu lauschen.
Gegen 20 Uhr beendete die Polizei das
Konzert und stellte der Band NOIE WERTE
den Strom ab. Nach kurzen Auseinandersetzungen, in deren Verlauf die Polizei
mit Steinen beworfen wurde, eskortierten die Beamten die Parolen rufenden
Nazis nach Steinach zurück und setzten
sie dort in ihre Busse.
Maßgeblich organisiert wurde das Konzert von SASCHA ROSSMÜLLER. Der Straubinger Vorsitzende der JUNGEN NATIONALDEMOKRATEN (JN) hatte den Kontakt zu den
Pächtern der Burg, dem Motorradclub
ROADRIDERS, hergestellt.

Geschichtsstudentin als
neonazistische Aktivistin
öffentlich gemacht
Hamburg • AntifaschistInnen haben am
31. Mai an der Universität Hamburg die
Aktivitäten der 31jährigen »freien Nationalistin« INGE NOTTELMANN öffentlich
gemacht. Die Gründerin der MÄDELSCHAR
DEUTSCHLAND (MSD) ist Studentin am
Fachbereich Geschichte und »denkt
rechts, fühlt rechts, auch an der Uni«,
wie sie selbst in einem Interview mit
der Frauenzeitschrift Allegra im März
diesen Jahres sagte.
Nottelmann ist NPD-Mitglied, Aktivistin
der FREIEN NATIONALISTEN NORDDEUTSCHLAND
um CHRISTIAN WORCH und nach eigenen
Aussagen »Mutter der Kompanie« bei
der MSD. Sie meldete im Großraum Hamburg neonazistische Aufmärsche an, fiel
dabei durch intensive Kontakte zu führenden Nazikadern auf und reinigte mit
ihren Kameradinnen von der MÄDELSCHAR
das »76 Kriegs-Denkmal« in Hamburg
von Farbklecksen. Die MÄDELSCHAR
DEUTSCHLAND ist eine der aktivsten
bundesweiten neonazistischen Frauenorganisationen, die ein modernisiertes
Frauenbild propagieren.
Als Reaktion auf ihre Öffentlichmachung
stellte NOTTELMANN Strafanzeige gegen die
Uni sowie die AntifaschistInnen und forderte Personenschutz beim LKA an.

10) Berliner Zeitung, 2. November 99, S. 5: »Geheimdienst
legte Listen von Linken vor«.
11) Die Tageszeitung, 11. Juli 00, S. 7: »Die Zecken lagen am
Boden«.
12) Frankfurter Rundschau, 7. Juni 00: »Verfassungsschutz
soll Neonazi bezahlt haben«.
13) Homepage von STOERTEBEKER.NET, Juli 01: »Interview mit
Tino Brandt«.
14) DEUTSCHE STIMME, Nr. 8/00, S. 1: »Doppelspiel an unsichtbarer Front«.

3

antifaschistisches pressearchiv und bildungszentrum berlin e. v.

Vorderste Front: Nationalsozialismus umgedeutet?
Nürnberg/Berlin • Nach sechs Jahren
ist im Herbst vergangenen Jahres die
immer wieder angekündigte achte Ausgabe der VORDERSTEN FRONT erschienen.
Die Autoren des Theorieorgans des
NATIONALDEMOKRATISCHEN HOCHSCHULBUNDES
E.V. (NHB) – der studentische Organisation der NPD – sehen ihre Hauptaufgabe in der »Erarbeitung geistiger
Grundlagen für nationalistische Politik«. Schwerpunkt des neuen Heftes ist
ein Versuch der Umdeutung des
Begriffs Nationalsozialismus. Hinter
dem Titel »Nationalismus – Grundlage
für eine neue Ordnung« verbergen sich

dem geschadet haben – in die Szene nicht aussschlossen.
Andererseits traten NPDler aber auch
wiederholt in Absprache mit Führungskadern
der Partei in die Dienste des Verfassungsschutzes. So wussten zumindest MICHAEL WENDLAND und
HOLGER APFEL von der Informantentätigkeit des
damaligen Stützpunktleiters der JN in Ludwigsburg, MIKE LAYER. Hinter dieser Vorgehensweise
steht die Idee, die Jäger des Verfassungsschutzes zu Gejagten zu machen. So könne man
durch die V-Männer »Informationen über eventuelle Spitzel und Provokateure erhalten«, wie
es der NPD-Landesvorstand Mecklenburg-Vorpommern im Fall MATTIAS MEIER formulierte.15 Als
publik wurde, dass LAYER als V-Mann arbeitete,
konnte sich der Parteivorsitzende UDO VOIGT mit
seinen Ausschlussforderungen nicht durchsetzen. Vielmehr bekam LAYER die Absolution seiner Kameraden und hat inzwischen den Posten
des stellvertretenden Bundesvorsitzenden der
JN inne.
Resümee
Obwohl die extreme Rechte seit Jahrzehnten
von Informanten des Verfassungsschutzes
durchsetzt ist, wuchs die Szene kontinuierlich
an. Die Ursachen hierfür sind klar zu benennen:
die politikwissenschaftlich unhaltbare
»Extremismustheorie«, die durch die Verbannung der entscheidenden Ideologieelemente der extremen Rechten an den

u.a. die Kapitalismuskritik bei OSWALD
SPENGLER und ein Interview mit dem
extrem rechten Vordenker REINHOLD
OBERLERCHER.

Foier Frei Nr.12 erschienen
Limbach-Oberfrohna • Nach einer
mehr als drei Jahre währenden Pause
ist im Sommer eine neue Ausgabe des
Skinzines FOIER FREI erschienen. In den
90er Jahren galt das Heft als eines der
bekanntesten und langlebigsten NaziFanzines. Der ehemalige Herausgeber
JENS SCHAARSCHMIDT schreibt einleitend,
dass neue Leute das FF jetzt fortführen
würden. Als Grund für die Pause gab
SCHAARSCHMIDT Familienzuwachs und eine
Razzia an, bei der alle Materialien,
Computer und 100 Hefte beschlagnahmt worden waren.
Neben zahlreichen Konzertberichten
und Texten von HENDRIK MÖBUS finden
sich in der neuen Ausgabe Interviews
mit NORDFRONT, BRITISH STANDARD, BLOCK
11, der DEUTSCHEN HEIDNISCHEN FRONT
sowie den sächsischen Skinzines DER
FOIERSTURM und THE ARYAN LAW & ORDER.
Letzteres wird von der WEIßEN BRUDERSCHAFT ERZGEBIRGE erstellt. Außerdem
werden in dem Blättchen

4

Rand der Gesellschaft eine wirkungsvollen
Auseinandersetzung mit diesen verhindert, diffamiert damit gleichzeitig auch
antifaschistische Aktivitäten
die Verfassungsschutzämter unterliegen
einer parteipolitischen Instrumentalisierung und es fehlt gänzlich an schlüssigen
Konzepten bei der Bekämpfung der extremen Rechten16
die Schlapphüte legitimieren die eigene
Arbeit durch Duldung, Förderung und
Finanzierung neonazistischer Strukturarbeit
als quasi in die Gesellschaft vorgelagerter
Staatsschutz klären die Ämter damit über
Strukturen auf, an deren Aufbau sie
selbst beteiligt waren und beanspruchen
die Definitionshoheit über das Thema
Rechtsextremismus
All dies sind Gründe, weswegen der Verfasssungsschutz als Institution, als Stichwortgeber
für Diskussionen um die extreme Rechte in der
Gesellschaft und als pädagogische Instanz
grundlegend abzulehnen ist und keinerlei Legitimation hat.
Patrick Schwarz | Björn Falter

15) Berliner Zeitung, 11. Juli 00, S. 6: »Kamerad Spitzel«.
16) Etwa wenn der Verfassungsschutz Nordrhein-Westfalen die
Zeitschrift JUNGE FREIHEIT als »rechtsextrem« bewertet und
gleichzeitig der brandenburgische Innenminister JÖRG
SCHÖNBOHM selbiger als Interviewpartner zur Verfügung
steht.

Vortrag für Miteinander e.V.
Bericht  Das apabiz e.V. erstellt eine Auftragsarbeit zum
Thema »Die extreme Rechte in Sachsen-Anhalt«
ls Auftragsarbeit zur Unterstützung von MultiplikatorInnen des Magdeburger Vereins Miteinander e.V. hat das apabiz im Juni einen
Folienvortrag zum Thema »Die extreme Rechte in
Sachsen-Anhalt« erstellt. Der vollständige Vortrag umfasst 35 farbige Overhead-Folien, welche
Fakten, Zusammenhänge und deren Einordnung
in einen Gesamtkontext visualisieren. Das ausformulierte Skript gibt den ReferentInnen des
Miteinander e.V. einen Leitfaden, welchen sie
nach persönlichem Belieben mit eigenem Wissen
und aktuellen Entwicklungen ergänzen können.
Konzipiert wurde der Vortrag als modulares
System. Allgemeine Entwicklungen und Aktivitäten der extremen Rechten der BRD in den 90er
Jahren wurden dargestellt und mit praktischen
Beispielen und Zahlen aus Sachsen-Anhalt untermauert. Das Material ist somit direkt auf die

A

Region zugeschnitten, was seine besondere Wirksamkeit ausmacht.
Zentraler Argumentationsstrang ist die
immense Bedeutung des vorpolitischen Raumes
für die Heranbildung eines extrem rechten Mainstreams. Dieser drückte sich in den zurückliegenden Jahren in bundesweiten Umfragen aus,
die eine hohe Zustimmung zu extrem rechten
Ideologieelementen verdeutlichen. Die kulturpolitischen Überlegungen und Unternehmungen
neonazistischer Gruppierungen bauen auf dieser
gesellschaftlichen Entwicklung auf, bilden die
konzeptionelle Grundlage für deren starkes Engagement im vorpolitischen Raum und sorgen für
volle Kriegskassen bei den Protagonisten.
Eine Ansichtsexemplar mit allen Folien liegt
auf unserer Homepage zum Herunterladen bereit.
Björn Falter

monitor | rundbrief des apabiz e.v. | nr. 1, august 2001

antifaschistisches pressearchiv und bildungszentrum berlin e. v.

Netzwerk für antirassistische
Bildungsarbeit gegründet
Vorstellung  argumente – Netzwerk antirassistischer Bildung e.V. will Arbeit und Ressourcen überregional bündeln
»Antirassistisches und antifaschistisches Engagement braucht Informationen, Bildungsarbeit, Erfahrungsaustausch und Vernetzung. In den letzten zehn Jahren sind viele Initiativen
gegen Rechtsextremismus, gegen die alltägliche rassistische Ausgrenzung von Flüchtlingen
und MigrantInnen und für eine nicht-rechte, alternative Kulturarbeit entstanden. Der Verein
argumente - Netzwerk antirassistischer Bildung e.V. will diese Initiativen stärken und ihnen
für ihre Arbeit Informationen zur Verfügung stellen.«
o stellt sich eine neue bundesweite Initiative
vor, an der sich auch das apabiz beteiligt.
argumente schließt Projekte und Einzelpersonen
zusammen, die zum Teil schon seit über zehn
Jahren in der Bildungs- und Informationsarbeit
aktiv sind. Der Verein lebt vom Austausch und
der Zusammenarbeit von Initiativen; bewusst
wurde von den Mitgliedern die Bildung eines
Netzwerkes gewählt. So können Ressourcen und
Arbeit überregional verteilt werden.
argumente arbeitet dabei mit allen zusammmen, die gegen Antisemitismus, staatlichen
Rassismus und Rassismus aus der Mitte der
Gesellschaft sowie Rechtsextremismus aktiv sind
oder werden wollen. In der Informationsbroschüre des Vereins heißt es: »Unsere Angebote richten sich sowohl an die unabhängige AntifaBewegung, aus der die meisten der in argumente
zusammengeschlossenen Projekte entstanden
sind, als auch an viele andere gesellschaftliche
Bereiche: zum Beispiel Bildungs- und Kulturvereine, Initiativen mit religiösem Hintergrund,
Jugend- und SchülerInnenclubs sowie Menschen,
die als LehrerInnen, SozialarbeiterInnen und
SozialpädagogInnen arbeiten.« Vorrangiges Ziel
von argumente ist es, eine nicht-rechte Alternative zur rechten Jugendkultur zu unterstützen,
wie dies auch in der Vergangenheit schon durch
die Arbeit der beteiligten Projekte geschehen ist.
Die kontinuierliche Arbeit vor Ort soll den
Vorzug vor medienwirksamen Kampagnen bekommmen, die leider zu oft keine
nachhaltige Wirkung zeigen, da sie – so die Kritik –
»der Standort- und Imagerettung dienen«: »Wir stelllen ReferentInnen für Veranstaltungen, Workshops,
Seminare und Vorträge zu
allen Facetten und Themenspektren
im
Bereich
‚Rechtsextremismus‘. Wir

S

monitor | rundbrief des apabiz e.v. | nr. 1, august 2001

erarbeiten mit regionalen Initiativen Konzepte
für antirassistische und antifaschistische Interventionen. Die in argumente zusammengeschlossenen Archive bieten öffentlich zugängliche Informationen und Analysen über ein breites
Spektrum an rechtsextremen Organisationen und
Gruppierungen.«
Bisher haben sich unter anderem folgende
Initiativen in argumente zusammengeschlossen:
Antifaschistisches INFO-Blatt (AIB), Berlin
Arbeitskreis Antifaschismus Magdeburg
Zeitgeschichtliche Dokumentationsstelle
Marburg (ZDM)
Verein argumente und Kultur gegen Rechts
aus Bielefeld
Verein Paradox – für Alltagskultur und politische Bildung aus Bremen
reihe antifaschistische texte (rat), Hamburg
die Antifa-Zeitung Enough is enough aus
Schleswig-Holstein
das apabiz aus Berlin
Agentur für soziale Perspektiven, Berlin.
Informationen über Veranstaltungen und
Publikationen von argumente sowie über
Zusammenarbeit und Fördermitgliedschaft sind
unter der unten stehenden Kontaktadresse
erhältlich.
Ulli Jentsch
Kontakt: argumente – Netzwerk antirassistischer Bildung e.V.,
Falckensteinstr. 46, 10997 Berlin, fon | fax: 030 / 61 07 64
68, mail@argumente-netzwerk.de

augenscheinlich verschiedene Vertreter
der verbotenen deutschen Sektion von
BLOOD & HONOUR gegrüßt. Dies macht
erneut deutlich, dass der Name zwar
verboten wurde, die entsprechenden
Personenkreise aber noch intakt
sind.

Kameradschaftsbund
Germania aktiv
Berlin • Seit Anfang diesen Jahres
haben sich die Berliner KAMERADSCHAFTEN
PREUßEN, TOR, HOHENSCHÖNHAUSEN und GERMANIA zum KAMERADSCHAFTSBUND GERMANIA
zusammengeschlossen. Erste gemeinsame Aktion war die Demonstration
»Gegen Faschismus und Intoleranz« am
12. Mai in Berlin-Lichtenberg. Für den
3. Oktober ruft der Kameradschaftsbund zur »Großdemonstration aller
nationalen Kräfte« in Berlin auf.
Zwei Jahre nach dem brutalen Überfall
von Mitgliedern der KAMERADSCHAFT GERMANIA auf eine Gruppe von Punkern auf
der Raststätte Stolpe wurde ALEXANDER
TOMCZYK zu neun Monaten auf drei Jahre
Bewährung verurteilt. Der Prozess
gegen die anderen 15 Tatbeteiligten
steht noch aus.

Alle Jahre wieder:
Hess-Todestag
Wunsiedel • Zum 14. Todestag des
Hitlerstellvertreters RUDOLF HESS wird
für den 18. August zu einem »Trauermarsch« in Wunsiedel aufgerufen.
Anmelder ist der Hamburger Rechtsanwalt JÜRGEN RIEGER. Aufrufe und Plakate
werden von den JUNGEN NATIONALDEMOKRATEN NORDMARK vertrieben. Außerdem wird
angeregt, in der Zeit vom 15. bis zum
18. August Kleinanzeigen mit dem Text
»Mord – www.meinungsfreiheit.de« in
Tageszeitungen zu schalten.

Schönbohm im neuen Vorstand des Studienzentrums
Weikersheim
Weikersheim • Die Mitgliederversammlung des STUDIENZENTRUMS WEIKERSHEIM hat am Vorabend des 23. Jahreskongresses der rechtskonservativen
Denkfabrik am 18. Mai eine neue Führungsstruktur beschlossen. Neuer Präsident ist KLAUS HORNUNG. Als Vizepräsidenten wurden Brandenburgs Innenminister JÖRG SCHÖNBOHM (CDU), NORBERT
NOTHELFER, Vorstandschef der landeseigenen Rothaus Brauerei und früherer
Freiberger Regierungspräsident, sowie
der ehemalige Bundestagspräsident
PHILLIP JENNINGER gewählt.

5

antifaschistisches pressearchiv und bildungszentrum berlin e. v.

Neu ins Kuratorium berufen wurde der
Ravensburger Bundestagsabgeordnete
und Vorsitzende des CDU-Bezirks Südwürttemberg, ANDREAS SCHOCKENHOFF.

Frauen als Akteurinnen der
extremen Rechten

Nationaler Beobachter
15/16 erschienen

Bericht  Tagung zum Thema »Frauen im Rechtsextremismus« am 16./17. Juni 2001 in Hamburg

Frankfurt/Oder • Mitte des Jahres ist
eine neue Ausgabe des von DANNY
SOWADE herausgegebenen »Polit-Magazins« NATIONALER BEOBACHTER erschienen.
Schwerpunkt der Nummer 15/16 ist ein
seitenlanger Aufsatz von ROLF-JOSEF
EIBICHT zur »ungerechtfertigten Kriminalisierung
(...) der deutschen Rechten.« Das
zusammenkopierte Heft war erstmals
1995 als Rundbrief des NATIONALEN
PRESSE ARCHIVS (NPA) erschienen und
beinhaltete in den folgenden Jahren
vor allem zahlreiche ANTI-ANTIFA-Artikel.
Das NPA war 1993 ebenfalls von SOWADE
gegründet worden und hatte sich
neben der Vernetzung »nationaler
Gruppen« der ANTI-ANTIFA-Arbeit verschrieben. Damit bildete das 1996 aufgelöste Projekt nicht nur einen Teil der
Nachfolgestrukturen der verbotenen
NATIONALISTISCHEN FRONT, in der sich SOWADE bewegte, sondern stellte auch einen
wichtigen Teil der bundesweiten ANTIANTIFA-Strukturen dar.

Barnimer Volksruf: »Der
Kampf hat begonnen«
Eberswalde • Der BARNIMER VOLKSRUF aus
dem brandenburgischen Eberswalde hat
seine neueste Ausgabe mit der Ankündigung »Der Kampf hat begonnen« versehen und droht damit, seine öffentlichen Aktivitäten wieder zu verstärken. Das Heft fungiert seit 1998 als
Mitteilungsblatt des KAMERADSCHAFTSBUNDES BARNIM (KBB), der sich 1997 als
»Zusammenschluss Freier Kräfte« im
Landkreis Barnim gegründet hatte.
Hinter dem KBB steht GORDON REINHOLZ,
der neben seiner Mitgliedschaft im
NATIONALEN UND SOZIALEN AKTIONSBÜNDNIS
MITTELDEUTSCHLAND auch im JN-Bundesvorstand aktiv ist. REINHOLZ bildet
somit eine wichtige Schnittstelle zwischen den KAMERADSCHAFTEN und der
NPD, die als solche auch im Verbotsantrag gegen die NPD angeführt wird.

15 Jahre Junge Freiheit

Am 16./17. Juni fand in den Räumen der Hochschule für Wirtschaft und Politik in Hamburg
die Fachtagung »Frauen im Rechtsextremismus« statt. Organisiert wurde das Treffen vom
Antifaschistischen Frauennetzwerk und dem Forschungsnetzwerk Frauen und Rechtsextremismus, die die Ergebnisse ihres internen Informationsaustausches vorstellten.
iel der Tagung war neben Austausch und Diskussion vor allem die Verknüpfung universitärer Forschungsergebnisse mit den politischen
Dimensionen des Themas. Das Spektrum reichte
dabei von Frauenorganisierung in rechten Subkulturen über Frauen in rechten Parteien in
Deutschland und Frankreich bis zu Aktivitäten
von extrem rechten Frauen im Internet. Auch die
lebens- und familiengeschichtlichen Motivationen von Mädchen, in rechtsextremen Gruppierungen aktiv zu werden, Berührungspunkte zwischen feministischen und neonazistischen Ideologien sowie das Verhältnis von Sexismus und
Antisemitismus im völkischen Denken wurden
behandelt.

Z

Die Veranstaltungen
In allen Veranstaltungen der Tagung diskutierten die TeilnehmerInnen aus einem feministischen Blickwinkel heraus die Täterinnenschaft
rechter Frauen, antifaschistische und antirassistische Handlungsoptionen und immer wieder
auch die gesellschaftliche Verankerung des
Rechtsextremismus.
Gesprächs- und Diskussionsatmosphäre der
Tagung waren sehr positiv: Sowohl BesucherInnFrauen als Akteurinnen: Neonazi-Aufmarsch am
1. Mai 2001 in Berlin

nen mit universitärem, als auch mit antifaschistischem und feministischem Hintergrund kamen
auf ihre Kosten. Zudem erwies sich die Entscheidung, die von Frauen organisierte Tagung einem
gemischtgeschlechtlichen Publikum zu öffnen,
als konstruktiv.
Ergebnisse
Als Ergebnis lässt sich festhalten, dass Frauen rechte Ideologien mittragen und verbreiten,
die rechte Szene stabilisieren und deren Positionen konsensfähiger machen, indem sie das Image
der Rechten als bloße »Stiefelnazis« in der
öffentlichen Wahrnehmung positiv verändern. Da
Frauen selten mit Gewalttaten in Verbindung
gebracht werden und Forschungen und Angaben
über ihre tatsächliche Beteiligung fehlen, fallen
sie in der auf diesen Aspekt reduzierten medialen Darstellung des Rechtsextremismus weg. Sie
erscheinen als Opfer, die quasi schuldlos in die
Szene hineinrutschen.
Dabei sind Frauen keine Mitläuferinnen im
Rechtsextremismus. Ihre Entscheidung für eine
Mitarbeit fällt wie bei Männern aufgrund von
rassistischen, nationalistischen und antisemitischen Einstellungen. Die Gleichung »Frau gleich
Opfer« verhöhnt dabei die tatsächlichen Opfer
rechter Gewalt und verschleiert die Täterinnenschaft von Frauen und deren ideologische Verankerung in der Mitte der Gesellschaft. Denn eine
solche Fehleinschätzung rechter Frauen kann nur
vor dem Hintergrund entstehen, dass sie einerseits nicht als politische Subjekte wahrgenommmen werden und andererseits ihre nationalistischen Positionen – scheinbar der Gewalttätigkeit
entkleidet – sehr denen der bürgerlichen Mitte
ähneln.
Die Dokumentation der Tagung wird Ende
2001 bei rat – reihe antifaschistischer texte im
UNRAST-Verlag (Hamburg/Münster) erscheinen.
Antifaschistisches Frauennetzwerk | Forschungsnetzwerk Frauen und Rechtsextremismus

Berlin • Die Wochenzeitung JUNGE FREIHEIT veranstaltete am 30. Juni anlässlich ihres 15jährigen Bestehens einen
Tag der offenen Tür in ihren Verlagsräumen am Hohenzollerndamm. Am
späten Nachmittag gab es für 350

Kontakt: argumente – Netzwerk antirassistischer Bildung e.V.,
Falckensteinstr. 46, 10997 Berlin, fon | fax: 030 / 61 07 64
68, mail@argumente-netzwerk.de

6

monitor | rundbrief des apabiz e.v. | nr. 1, august 2001

antifaschistisches pressearchiv und bildungszentrum berlin e. v.

Anti-Antifa-Terror in Herzogenaurach – die Stadt schaut zu
Bericht  Das apabiz informiert vor Ort über die Anti-Antifa
Seit Mai 2001 verschärfen Neonazis den Terror gegen AntifaschistInnen und MigrantInnen
in Herzogenaurach, einer Kleinstadt bei Erlangen. NPD und FRÄNKISCHE AKTIONSFRONT nehmen
politische Feinde ins Visier, die Übergriffe häufen sich. Die Reaktionen schwanken zwischen
aktivem Protest und aktiver Ignoranz.
nfang Mai taucht ein Flugblatt der FRÄNKISCHEN AKTIONSFRONT (F.A.F.) auf, in dem ein
Herzogenauracher Antifa mit Foto und Namen
veröffentlicht wird. Im üblichen Stil wird von
»linkskriminellen Antifaschisten« fantasiert,
denen die bemitleidenswerten »ordentlichen
nationalen Jugendlichen« gegenüber stünden.
Gemeinsam mit der NPD mobilisiert die F.A.F. zu
einer Kundgebung gegen »linken Terror« am 19.
Mai. Als Kontaktadresse dient das Postfach des
Nazi-Fanzines LANDSER aus Nürnberg.
Die Folgen für den betroffenen Antifaschisten lassen nicht lange auf sich warten. Er erhält
Morddrohungen, wird vor seiner Haustür fotografiert und sein Auto wird mehrfach demoliert.
Eine Woche vor der Kundgebung wird einem weiteren Jugendlichen am helllichten Tag im Stadtzentrum eine Gaspistole an den Kopf gesetzt.

A

V-Punk: Rechte Punks?

Runder Tisch: Rollläden runter
Die Antwort des Runden Tisches gegen rechte Gewalt, an dem Vertreter aller Parteien – also
auch der CSU – beteiligt sind: Das bundesweit
wohl einmalige Konzept der »aktiven Ignoranz«.
Die Herzogenauracher sollen am Tag der rechtsextremen Kundgebung zu Hause bleiben und ihre
Rollläden herunterlassen. Auf diese Weise seien
die Nazis ganz allein.
Erst nach massivem Druck durch linke Mitglieder der Grünen und unabhängige AntifaschistInnen konnten sich die »Anständigen« zu
einer Kundgebung am anderen Ende der Stadt
durchringen. Vom »Aufstand« keine Spur. Daraufhin wurde zusätzlich eine Mahnwache am Ort
der Nazi-Kundgebung angemeldet.
Die Konflikte um die Reaktion auf die neonazistischen Aktivitäten beherrschten auch eine
Veranstaltung am Vortag der Nazi-Kundgebung.
Ein Vertreter des apabiz war kurzfristig eingeladen worden, um die Arbeitsweise und Strukturen
der ANTI-ANTIFA zu verdeutlichen. Jugendliche
AntifaschistInnen nutzten die Anwesenheit von
Mitgliedern des Runden Tisches, um dessen
unangemessenes Konzept gegen die Nazi-Veranstaltung scharf zu kritisieren. Aus ihren Berichten wurde deutlich, wie zugespitzt die Situation

monitor | rundbrief des apabiz e.v. | nr. 1, august 2001

Freunde und Förderer eine Dampferfahrt durch Berlin.
Unter den auserwählten Gästen fanden
sich unter anderem der ehemalige
Bundestagsabgeordnete WILFRIED BÖHM
(CDU), der Schriftsteller SIEGMAR FAUST,
der Präsident des Studienzentrums
Weikersheim KLAUS HORNUNG, der Politikwissenschaftler KLAUS MOTSCHMANN, der
ehemalige CRITICON-Herausgeber CASPER
VON SCHRENCK-NOTZING, der Generalbundesanwalt a.D. ALEXANDER VON STAHL, der
Historiker KARLHEINZ WEIßMANN und der
Brigadegeneral a.D. REINHARD UHLE-WETTTER. OTTO VON HABSBURG schickte ein
Grußwort.

Der Aufmarsch von NPD und F.A.F. am 19. Mai in
Herzogenaurach
für Jugendliche vor Ort ist: Einige äußerten, dass
sie sich nicht mehr trauen, in Herzogenaurach
auszugehen und auf andere Städte ausweichen
müssen.
Nazi-Kundgebung gestört
Am folgenden Tag störten rund 300 DemonstrantInnen die Nazi-Kundgebung massiv. Trotzdem feierte die NPD ihre Aktion als Erfolg und
kündigte vollmundig weitere Versammlungen in
Herzogenaurach an. Während öffentliche Aktionen seither unterblieben, gehen die Drohungen
und Sachbeschädigungen weiter. Unabhängige
AntifaschistInnen in Herzogenaurach planen
weitere Aktivitäten gegen rechts, darunter regelmäßige Veranstaltungen. Sie fordern von der
Stadt selbstverwaltete Räume, um Alternativen
für nicht-rechte Jugendliche anbieten zu könnnen. Auch andere Städte der Region, wie Nürnberg und Schwabach, sind vom neonazistischen
Terror betroffen. Es bleibt zu hoffen, dass sich
auch dort ähnliche Initiativen entwickeln.
Ulli Jentsch

Kiel • Die Wellen in der schleswig-holsteinischen Punkrockszene schlagen
derzeit hoch. Grund ist ein Konzert, zu
dem die Band V-PUNK für den 7. April
in eine Kieler Rotlicht-Kneipe eingeladen hatte. Die Veranstaltung wurde
von der Polizei verhindert, da zusätzlich KRAFTSCHLAG spielen sollte – eine
der bekanntesten Neonazibands
Deutschlands, deren Tonträger wegen
volksverhetzender Inhalte in mehreren
Fällen indiziert wurden. 150 angereiste
Neonazis mussten unverrichteter Dinge
wieder abziehen.
Welche Verbindungen V-PUNK zu Neonazis und ins Rotlichtmilieu unterhält,
lässt sich in der aktuellen Ausgabe der
Enough is enough, Zeitung für antirasssistische und antifaschistische Politik
in Schleswig-Holstein nachlesen
(Enough is enough, c/o Initiativenzentrum, Schweffelstr. 6, 24118 Kiel). Ein
weiterer Artikel über rechte Tendenzen
des »unpolitischen« Teils der Punkszene findet sich in der Lotta Nr. 4. Darin
wird das Treiben im Umfeld der »Punkband« PÖBEL & GESOCKS beleuchtet
(Lotta, c/o Geschichtswerkstatt, Welllinghoferstr. 44, 44263 Dortmund).

Blood & Honour-Verbot
rechtskräftig
Berlin • Das Verbot des neonazistischen Skinheadnetzwerks BLOOD &
HONOUR (B&H) und seiner Jugendorganisation WHITE YOUTH vom September
vergangenen Jahres ist rechtskräftig.
Das Bundesverwaltungsgericht wies am
13. Juni eine Klage der beiden führenden Thüringer B&H-Aktivisten MIKE BÄR
und MARCEL DEGNER gegen die Maßnahme des Bundesinnenministeriums als
verspätet zurück. MIKE BÄR hatte als
WHITE YOUTH-Gründer zusammen mit
SVEN »ZIMBO« ZIMMERMANN bis zuletzt den
B&H-Jugendverband geleitet.

7

antifaschistisches pressearchiv und bildungszentrum berlin e. v.

Unterstützung!
Für antifaschistische Projekte ist es
nach wie vor schwierig, ihre Arbeit zu
finanzieren. Spenden und vor allem ein
fester Kreis von Fördermitgliedern sind
für unsere Arbeit unersetzbar. Sie
sichern den Erhalt unseres Projektes
unabhängig von öffentlichen Geldern
und damit auch unabhängig von gesellschaftlichen Stimmungen. Spenden an
uns sind steuerlich absetzbar.

Fördermitglied werden
Ihr spendet uns einen festen monatlichen Betrag, den wir von Eurem Konto
abbuchen. Alternativ ist auch die Einrichtung eines Dauerauftrages möglich.
Im Gegenzug erhaltet Ihr regelmäßig
diesen Rundbrief mit unserer internen
Beilage, werdet mit Informationen versorgt und bekommt eine Tasse Kaffee,
wenn Ihr vorbeikommt.

Spenden
Ihr überweist einfach einmalig oder per
Dauerauftrag auf unser Konto (s. S. 1).
Für die Ausstellung einer Spendenbescheinigung müsst Ihr uns allerdings
noch Eure Daten zukommen lassen.
Auch Sachspenden sind willkommen.


Fördermitgliedschaft
Hiermit erteile ich dem apabiz e.V. eine
Einzugsermächtigung über monatlich
_________DM (mind. 10 DM).
Dauerauftrag/Einmalige Spende
Ich habe zur Unterstützung Eurer Arbeit
einen Dauerauftrag eingerichtet.
einmalig ______DM überwiesen.
Kontonummer: ____________________
Bank und BLZ: ____________________
________________________________
Name/Organisation: _______________
________________________________
Adresse: _________________________
________________________________
e-mail: __________________________
Unterschrift: _____________________
Spendenbescheinigung erwünscht
(Fördermitglieder und Dauerspender erhalten diese einmal jährlich)

Gelesen, Gehört, Gesehen
Rezensionen  »Rechtsextremismus im Internet« & »Jugendkulturen, Politik und Protest«
Nickolay, Bernd: »Rechtsextremismus im
Internet – Ideologisches Publikationselement und Mobilisierungskapital einer
rechtsextremen sozialen Bewegung?«.
Würzburg 2000, 405 S., ISBN 3-93356384-4.
Das Thema extreme Rechte und Internet hat
in den vergangenen Jahren unzählige »Fachleute« auf den Plan gerufen, die anhand von Verweislisten auf Homepages oder ähnlich gelagerten »Recherchen« die Bedeutung des Internets
für die extreme Rechte erklären wollten. Eine
angenehme, weil vielschichtige Abwechslung bietet der 14. Band der Reihe »Spektrum Politikwissenschaften« von Bernd Nickolay. Das Thema
extreme Rechte und Internet scheint für ihn nur
der Aufhänger für eine allgemeine, dafür ausführliche Beschäftigung mit Medientheorie, Zensur und gesellschaftlichen Gegenstrategien zu
sein.
Sehr aufschlussreich ist seine Analyse der
politischen (In-)Kompetenz der gesellschaftlichen Öffentlichkeit im Spannungsfeld zwischen
Internet, extremer Rechte, Verschärfung der
inneren Sicherheit und gesellschaftlicher
Medienkompetenz. Nickolay bringt unzählige
Beispiele für sinnfreie Strukturierungsversuche
durch deutsche und europäische Behörden, Eingriffe in das Informationsrecht und Alibireaktionen gegen rechts.
Die ausgewählten Homepages der extremen
Rechten wirken fast wie Randnotizen, da sich
Nickolay vor allem mit der Bedeutung des Netzes
für reale Strukturen bzw. der »Aufhebung der
traditionellen Diskursgrenzen« durch die neuen
Medien beschäftigt: »Solange die gesellschaftlichen Ursachen und die geistigen Wurzeln des
Rechtsextremismus nicht bekämpft werden, wird
die mediale Verbreitung rechtsextremer Ideologiefragmente ebenfalls nicht verhindert werden
können«.
Da Nickolay nicht nur nach Äußerlichkeiten,
wie etwa einem Hakenkreuz auf dem Bildschirm
(explizite Gefahr) geht, sondern auch nach der
impliziten Gefährlichkeit (ideologische Veröfffentlichungen, die auf den ersten Blick nicht als
extrem rechts erkennbar sind) fragt, erscheint
das Werk insgesamt sehr schlüssig. Ein empfehlenswertes Buch also, das den LeserInnen ein
lesbares und quellenreiches Kompendium wider
platter Zensurforderungen, Panikmache und politischer Instrumentalisierung an die Hand gibt.

Roth, Roland/Rucht, Dieter (Hrsg.):
»Jugendkulturen, Politik und Protest«.
Opladen 2000, 306 S., 48 DM.
Der Sammelband will eine Bestandsaufnahme
jugendlicher Sub- und Gegenkulturen liefern,
»deren politische Dimensionen älteren Erwachsenen und Außenstehenden zumeist verborgen
bleiben«. Opfer des Interesses sind: Junge Frauen, Hausbesetzer, die Chaos-Tage in Hannover
sowie national-bolschewistische Tendenzen in
Russland. Die meisten Studien arbeiten mit viel
wissenschaftlichem Krach und teils bedenklich
dünnem Material – eine Studie aus Berlin basiert
auf den Interviews mit zehn Frauen. Löbliche
Ausnahme: Die Studie von Markus Mathyl
beschreibt kenntnisreich das rot-braune Crossover in Jugend und Politik Russlands. Die Darstelllung der National-Revolutionäre in der Rockszene – A. DUGIN (ELEMENTY), E. LIMONOV, verschiedene
Rockgruppen – ist präzise belegt und auch für
den ungeübten Leser nachvollziehbar.
Die Herausgeber untersuchen jugendlichen
Protest von 1950 bis 1994 anhand statistischer
Daten aus zwei überregionalen Tageszeitungen.
Laut Roth/Rucht waren danach 74,2% aller
Jugendproteste im Osten mit Gewalt verbunden
und über 75% hiervon gegen »Ausländer/ethnische Minderheiten« gerichtet. Das hieße, dass
über die Hälfte aller jugendlichen Proteste
gewalttätig und ausländerfeindlich sind. Wir
ahnen, dass etliche »Proteste« unter die Rubrik
»Jugendliche schlagen Asylbewerber« fallen.
Dass vor diesem Hintergrund keine Studie
über rechte Jugendliche auftaucht, zeigt die
Schlafmützigkeit dieser »Jugendforscher«. Stattdessen: »Eine scharfe Polarisierung verläuft (...)
zwischen rechtsradikalen und linksradikalen
(sic!) Jugendlichen, was sich auch in Bezeichnungen wie Anti-Faschisten und Anti-AntiFaschisten ausdrückt. (...) Damals [30er Jahre]
bekriegten sich (sic!) beispielsweise Gruppen wie
die Edelweißpiraten und die Hitlerjugend.«
Faschismus also als Erlebniswelt?
Eine antirassistische Jugendkultur ist – wen
wundert es – kein Thema. Auch wenn den Autoren zuzustimmen ist, dass jugendlicher Protest
nicht mit Kriterien des offiziellen Politikbetriebes beschreibbar ist: Eine Wertung des Rechtsrucks unter Jugendlichen vor dem Hintergrund
dieser Zahlen zu unterlassen bzw. dazu offensichtlich nicht fähig zu sein, muss als Verharmlosung bezeichnet werden.

monitor | rundbrief des apabiz e.v. | nr. 1, august 2001
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.