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Kleingärten brauchen Öffentlichkeit und
Unterstützung auch von außen

bundesverband deutscher gartenfreunde e.v. – grüne schriftenreihe 213	

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Impressum
Herausgeber Bundesverband Deutscher Gartenfreunde e.V.,
Platanenallee 37, 14050 Berlin
Telefon (030) 30 20 71-40/-41, Telefax (030) 30 20 71-39

Zusammenstellung der Texte Uta Hartleb

Nachdruck und Vervielfältigung – auch auszugsweise – nur mit
schriftlicher Genehmigung des Bundesverbandes Deutscher
Gartenfreunde (BDG)

ISSN 0936-6083

Seminar Öffentlichkeitsarbeit
in Lüneburg 25.–27. März 2011

Thema

Kleingärten brauchen Öffentlichkeit und Unterstützung
auch von außen
Seminarleiter Dr. Norbert Franke
(Präsidiumsmitglied für Seminare, Bundesverband Deutscher Gartenfreunde e.V.)

Schriftenreihe des Bundesverbandes
Deutscher Gartenfreunde e.V., Berlin (BDG)
Heft/2011 – 33. Jahrgang

INHALTSVERZEICHNIS
Vorwort
Dr. Norbert Franke (Präsidiumsmitglied des Bundesverbandes Deutscher Gartenfreunde e.V.)	

6

PR-Arbeit auf den Punkt gebracht – nicht Stückwerk, sondern ein geschlossenes Ganzes
Sylvia Stanulla (Geschäftsführerin Verlag W. Wächter GmbH, Bremen)	

8

Journalisten haben für ihre Arbeit ein Denkraster – wie ist es strukturiert
und wie kann man sich einbinden?
Annette Moll (Ausbildungsleiterin Volontariat, Potsdam)	

22

Öffentlichkeitsarbeit vor Ort – Ansatz und Strategien in den Landesverbänden – 1.Teil
Norbert Renz (Stellvertretender Vorsitzender LV Hessen der Kleingärtner, Wackernheim)	

46

Öffentlichkeitsarbeit vor Ort – Ansatz und Strategien in den Landesverbänden – 2.Teil
Joachim Roemer (Vizepräsident Landesverband Niedersächsischer Gartenfreunde, Lüneburg)	

54

PR-Arbeit des BDG in ausgewählten Facetten
Thomas Wagner (Wissenschaftlicher Mitarbeiter des BDG, Berlin)	

79

Eine Hand wäscht die andere – Möglichkeiten und Voraussetzungen
für eine abgestimmte Zusammenarbeit
Christoph Steiner (Chefredakteur Landeszeitung Lüneburg)	

96

Workshops	
Workshop 1	
Peter Hans Horn (Leiter des Workshops), LV Brandenburg der Gartenfreunde e.V.

100

Workshop 2, 	
Joachim Roemer (Leiter des Workshops), Niedersächsischer LV der Gartenfreunde e.V.

102

Workshop 3		
Dietrich Enderling (Leiter des Workshops), LV Sachsen der Kleingärtner e.V.

104

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Vorwort
Das BDG-Seminar „Öffentlichkeitsarbeit“ fand vom
25. bis 27. März 2011 in Lüneburg statt.
Es stand unter dem Thema „Kleingärten brauchen
Öffentlichkeit und Unterstützung auch von außen“.
Der eingeladene Teilnehmerkreis kam aus den
Stadt- und Kreisverbänden der zwanzig Landesorganisationen, denn das Seminar war inhaltlich als
ein Wiederholungsseminar zum ersten Seminar
im Jahre 2010 ausgerichtet und sollte vor allem der
Weiterbildung der Vorstände der Stadt- und Kreisverbände auf dem Gebiet der Öffentlichkeitsarbeit
dienen.
Nach der Begrüßung der Teilnehmer durch den
Seminarleiter Dr. Norbert Franke wurden durch
ihn einige Prämissen gesetzt, die für die Anlage
des Seminars und für die Notwendigkeit einer umfassenden Öffentlichkeitsarbeit zugrunde gelegt
werden sollten.
So führte er aus, dass die Leistungen des Kleingartenwesens über die Organisation hinaus bekannt
gemacht werden müssen; denn dadurch wird einmal die Bedeutung des Kleingartenwesens für die
Gesellschaft fundamentiert und zum anderen gestatten es die erbrachten Leistungen, auch Wünsche und Forderungen an die Gesellschaft zu stellen.
Der Hauptgrundsatz für Öffentlichkeitsarbeit –
und das gilt auch für das Kleingartenwesen – muss
sein: Tue Gutes und rede darüber!
Um dies in den Medien auch zur Realität werden
zu lassen, ist es erforderlich, einige Dinge systematisch vorzubereiten. Das sind
• eine qualitätsvolle Planung von Öffentlichkeitsarbeit,
• eine möglichst umfassende Widerspiegelung der
Leistungen in Medien aller Art,
• das Festschreiben erfolgreicher Wege des Wirksamwerdens der Öffentlichkeitsarbeit nach außen.
Durch Dr. Franke wurde hervorgehoben, dass gerade das Finden erfolgreicher Wege und Verbindungen zu den Medien nicht immer leicht ist und dass
deshalb das geplante Seminar allen Verantwortlichen für die Öffentlichkeitsarbeit in den Vereinen
und Verbänden in dreierlei Hinsicht Unterstützung geben soll. Und dies durch

6	

•d
 ie Darstellung von Erfolgskonzepten für eine
wirksame Öffentlichkeitsarbeit,
•W
 ege und Möglichkeiten einer erfolgreichen Zusammenarbeit von Organisationen und Medien,
•p
 raktische Beispiele aus der Arbeit von Landesverbänden,
•M
 öglichkeiten einer abgestimmten Öffentlichkeitsarbeit auf allen Ebenen – vom Bundesverband bis hinunter zum Verein.
Notwendiges Wissen und umfangreiche Hinweise
gaben den Teilnehmern sechs Referenten dieses
Seminars.
So wurde durch die Geschäftsführerin des Verlages
W. Wächter, Frau Sylvia Stanulla, unter der Überschrift „PR-Arbeit auf den Punkt gebracht – nicht
Stückwerk, sondern ein geschlossenes Ganzes“ geklärt, was eigentlich Öffentlichkeitsarbeit ist und
wie man sie realisieren kann auf der Grundlage
eines dafür zu erarbeitenden PR-Konzepts.
Dazu wurden im Vortrag die Bestandteile des Konzepts Analyse, Strategie und Umsetzung differenziert dargestellt und durch vielfältige Beispiele untersetzt.
Im Rahmen eines Besuchs der Redaktion der
Landeszeitung „Lüneburg“ wurden die Seminarteilnehmer an die Arbeit von Journalisten und an
die Herstellung einer Tageszeitung mit möglichst
großer Aktualität herangeführt.
Hinweise zur Recherche notwendiger Texte und
Bildmaterialien sowie die Demonstration der Herstellung des Layouts der Zeitung rundeten den Besuch ab.
Der Sonnabend begann – wie es bereits Tradition
ist – mit der Vorstellung des gastgebenden Landesverbandes Niedersächsischer Gartenfreunde e.V.
durch seinen Präsidenten Hans-Jörg Kefeder.
In seinem Beitrag stellte er den Verband in seiner
Geschichte dar, hob die erreichten Leistungen hervor und machte auch auf bestehende Probleme
aufmerksam.
Im folgenden Beitrag wurde durch die Ausbildungsleiterin der Journalistenschule des rbb, Frau
Annette Moll unter der Überschrift „Journalisten
haben für ihre Arbeit ein Denkraster – wie ist es
strukturiert und wie kann man sich einbinden“,
den Teilnehmern anschaulich dargelegt, wie ein
Journalist im Rahmen der Realisierung eines Auftrages denkt und arbeitet.
Weiterhin machte sie deutlich, dass den Journalisten vielfältige Möglichkeiten der Auswahl von In-

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formationen zur Verfügung stehen und dass deshalb alle Dinge, die die Kleingärtner in die Medien
einbringen wollen, so gestaltet sein müssen, dass
sie die Aufmerksamkeit des jeweiligen Bearbeiters
erringen.
In ihrem Fazit stellte Frau Moll für die Medienarbeit im Verein – also auch bei der Vorbereitung von
Pressemeldungen und Veranstaltungseinladungen
– folgende „Goldene Regeln“ auf:
• Immer an den Informationswert denken;
• selber Service- und Ratgeberthemen vorschlagen,
• journalistisch denken und aktiv Themen setzen,
• Besonderheiten, die viele Menschen interessieren
könnten, hervorheben.
Anschließend an die Darlegungen von Frau Moll,
stellten die stellvertretenden Vorsitzenden bzw.
Vizepräsidenten des Hessischen und des Niedersächsischen Landesverbandes Norbert Renz und
Joachim Roemer die Öffentlichkeitsarbeit ihrer Organisation dar und machten den Seminarteilnehmen deutlich, dass es vielfältige Möglichkeiten für
eine wirksame Veröffentlichung der Leistungen im
Kleingartenwesen gibt.
Dabei stellten sie Publikationsmittel ihrer Verbände vor und informierten über Veranstaltungen in
den einzelnen Regionen sowie über Beratungen
mit Vertretern aus der Politik und aus Behörden.
Thomas Wagner als wissenschaftlicher Mitarbeiter
des Bundesverbandes referierte zum Thema: „Die
Öffentlichkeitsarbeit des BDG in ausgewählten Facetten.“ In seinen Darlegungen ging er noch einmal von den Grundlagen der Öffentlichkeitsarbeit
aus, stellte das Leitbild des Bundesverbandes in das
Zentrum seiner Ausführungen und machte dann
deutlich, was Medienarbeit eigentlich ist.
Unter der Überschrift „Eine Hand wäscht die andere – Möglichkeiten und Voraussetzungen für eine
abgestimmte Zusammenarbeit“ beantwortet der
Chefredakteur der Landeszeitung Lüneburg, Christoph Steiner Fragen der Seminarteilnehmer und
des Verbandes damit seine Ausführungen zu den
Möglichkeiten und Voraussetzungen für eine erfolgreiche Zusammenarbeit von Presse und Kleingärtnerverbänden – mit dem Ziel, die Leistungen
des Kleingartenwesens einer breiten Öffentlichkeit
bewusst zu machen.
Mit vielen Beispielen untersetze er seine theoretischen Ausführungen, so dass die Seminarteilnehmer die Darstellungen an praktischen Beispielen
nachvollziehen konnten.

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Der Sonntag begann mit einer Demonstration vielfältiger Ergebnisse wirkungsvoller Öffentlichkeitsarbeit einzelner Landesverbände der Kleingärtner.
Mit verschiedenen Mitteln aus dem audiovisuellen,
auditierten und dem Printbereich wurden unter
der Moderation von Dr. Franke und der Unterstützung verschiedener Seminarteilnehmer erfolgreiche Arbeitsergebnisse vorgestellt.
In drei Workshops wurden unter der Leitung von
Joachim Roemer, Peter Hans Horn und Wolf-Dietrich Enderling ausgewählte Themen der Öffentlichkeitsarbeit in den Vereinen und Verbänden von
den Seminarteilnehmern diskutiert und in einer
Abschlussveranstaltung zusammengefasst.
Die Aufmerksamkeit und die Akzeptanz, die das
Kleingartenwesen in Niedersachen genießt, zeigt
sich darin, dass die Teilnehmer in der Veranstaltung von der Ratsvorsitzenden Frau Renate Thielbörger begrüßt wurden und die Landeszeitung Lüneburg zwei Veröffentlichungen zur Veranstaltung
des Bundesverbandes tätigte.
Dr. Norbert Franke
Präsidiumsmitglied für Seminare des Bundesverbandes
Deutscher Gartenfreunde e.V.

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PR-Arbeit auf den Punkt gebracht –
nicht Stückwerk, sondern ein
geschlossenes Ganzes
	 Sylvia Stanulla
Geschäftsführerin
Verlag W. Wächter GmbH,
Bremen

•u
 nd die Beziehungen mit diesen Öffentlichkeiten
zu pflegen, um so die Erreichung der Ziele der
Organisation zu unterstützen.
Eine Definition, die nahe legt, dass PR-Maßnahmen mit Konzept geplant und umgesetzt werden
sollten.

2. Was sind Bestandteile eines
PR-Konzeptes…
… damit es „nicht Stückwerk, sondern ein geschlossenes Ganzes“ wird?
Ein PR-Konzept besteht – wie Konzepte in vielen
anderen Disziplinen auch – aus drei Bestandteilen:

Eine gezielte Presse- und Öffentlichkeitsarbeit wird
in Zeiten zunehmender Reizüberflutung sowohl
durch eine steigende Anzahl von Medien (Print,
TV und Funk, Internet, Handy) als auch durch eine
steigende Anzahl von Nachrichten immer wichtiger, um als Organisation – auch als Kleingärtnerorganisation – mit eigenen Interessen, Standpunkten
und Forderungen wahrgenommen zu werden.
Und zwar sowohl von den Medien selbst als auch
von denen, die man darüber erreichen möchten.
Etwa 55.000 Menschen in Deutschland verdienen
mit PR-Arbeit ihren Lebensunterhalt. Die Honorar-Umsätze der Branche (ohne Personalkosten)
werden auf etwa fünf Milliarden Euro pro Jahr geschätzt. Also ein durchaus gewichtiger Wirtschaftsfaktor innerhalb der Kommunikationsbranche.
Und ein Indiz dafür, dass PR-Arbeit etwas bewirkt,
sonst würden Unternehmen nicht in diesem Stil
Geld für PR-Arbeit ausgeben, um damit ihre Unternehmensziele zu unterstützen.

1. Was ist eigentlich PR?
Es gibt zahlreiche Definitionen von Public Relations (PR/Öffentlichkeitsarbeit), die in der Regel
mehr oder minder immer dasselbe ausdrücken:
• Public Relations ist bewusstes, systematisch geplantes und kontinuierliches Kommunizieren einer Organisation mit ihren Öffentlichkeiten…
• mit dem Ziel, Verständnis und Vertrauen aufzubauen und zu erhalten…

8	

Eine PR-Agentur berechnet für die Erstellung eines PR-Konzeptes, abhängig von Umfang und
Aufwand, ein Honorar. Der Stunden-Honorar-Satz
einer PR-Beratung liegt etwa zwischen 50 und 120
EUR (je nachdem, wer berät, also ob Chef- oder
Junior-Beratung) und ein Konzept kostet etwa zwischen 1.500 und 6.500 Euro – je nach Umfang und
Aufgabe.
Von der Gewichtung her, sollte bei einem PR-Konzept besonderes Augenmerk auf die Analyse und
Strategie gelegt werden. Sie bilden die Basis, aus
der für die Maßnahmen immer wieder geschöpft
werden kann.
Zu achten ist bereits bei der Vorbereitung auf „Kleinigkeiten“
Zum Beispiel bei der Terminierung einer Veranstaltung:
Legen Sie eine geplante Veranstaltung z.B. nicht
auf Fußball-Endspieltermine; es sei denn, Sie binden z.B. eine Übertragung auf Großbildleinwand
mit in die Veranstaltung ein, um so auch die Fußball-Fans zu gewinnen.

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2.1.1. Was sind Bestandteile der Analyse?

Die Ergebnisse der Recherche können in einer
Stärken/Schwächen-Analyse
zusammengefasst
werden.
Das mündet dann alles in einem Fazit, einer Zusammenfassung.
Die gesammelten und recherchierten Informationen gilt es aufzubereiten, um abwägen zu können,
welche Stärken/Schwächen innerhalb der Organisation offen oder verborgen zutage liegen und welche Ansätze zur Lösung denkbar sind.
Das Problem bei einem fiktiven Beispiel ist:

Im Briefing werden zunächst alle Informationen
gesammelt, die für die Erstellung des PR-Konzeptes notwendig sind. Hierzu gehören Problemstellung, Zielsetzungen, verfügbare Ressourcen (finanziell, personell) und eine Darstellung der
Situation innerhalb der Organisation sowie Informationen zur Organisation selbst.
Alle Informationen, die darüber hinaus nicht innerhalb der Organisation verfügbar sind, aber für
die Konzepterstellung notwendig, müssen recherchiert werden, also in der Regel „äußere Faktoren“
wie Wettbewerbsumfeld, Zielgruppen, die erreicht
werden sollen, Medienverteiler etc.

Im Stadtverband XY ist eine Vielzahl von Kleingärten akut bedroht.
Aber, warum ist das so? Und was kann der Stadtverband XY dagegen entwickeln? Über welche Stärken
verfügt der Stadtverband XY, welche Schwächen
gibt es, wo liegen Chancen und Risiken verborgen?
In Agenturen wird eine solche Analyse häufig auf
Basis einer sogenannten SWOT-Analyse erarbeitet.
SWOT steht für Stärken (Strengths), Schwächen
(Weaknesses), Chancen/Möglichkeiten (Opportunities) und Gefahren/Risiken (Threats).
Dazu ein Muster

Stärken (Strengths)
Hat die Organisation die Stärken, um ihre Chancen zu nutzen?

Schwächen (Weaknesses)
Verpasst die Organisation wegen ihrer Schwächen Chancen?

„Harte Faktoren“
+ Jährlich fließen mehrere Tausende Euro Pachtzahlungen in
öffentliche Kassen. Viele Hektar öffentliches Grün werden von
Kleingärtnern gepflegt und kostenlos bewirtschaftet.

– Im Vergleich zu anderen Organisationen in der Kommune
ist der Stadtverband XY wenig öffentlich und in den Medien
präsent.
– Es fehlt dem Verband und seinen Angeboten und Leistungen an Bekanntheit und damit auch an Rückhalt innerhalb
der Bevölkerung.

+ Kleingärtner investieren kontinuierlich in Wirtschaft und Infrastruktur und leisten einen Beitrag zur „Stadtrendite“.
„Weiche Faktoren“
+ Grüne Oasen, Klimaverbesserung, Gesundheitsförderung,
Angebot eines sozialen Umfeldes, Integration.

– Für die Politik wird der Stadtverband XY zum „Spielball“
von Interessen, weil er nicht rechtzeitig für ausreichend Rückhalt auch bei den Bürgerinnen und Bürgern der Stadt gesorgt
hat – er hat kein Image aufgebaut.

+ Generationenübergreifendes Wirken, Lernorte für Schulen
und Kindergärten, Ruhe- und Erholungsstätten – Kleingärten
stiften ökologischen und ökonomischen Sinn und sozialen Zusammenhalt.
Chancen/Möglichkeiten (Opportunities)
Hat die Organisation Stärken, um ihre Risiken zu bewältigen?
+ Der Stadtverband XY verfügt über eine Vielzahl von harten
und weichen Faktoren (attraktive Angebote und Inhalte), mit
denen er über zielgerichtete Öffentlichkeitsarbeit (PR) seine Außendarstellung, sein Image aufbauen und verbessern kann.
+ Innerhalb des Stadtverbandes XY haben sich ausreichend ehrenamtliche „Mitstreiter“ gefunden, die engagiert und regelmäßig an einer Imageverbesserung mitarbeiten wollen.

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Gefahren/Risiken (Threats)
Welchen Risiken ist unsere Organisation wegen seiner
Schwächen ausgesetzt?
– Kleingartenland wird zugunsten von Wohnungsbau und
Gewerbe bzw. aus reinem Streben nach Profitmaximierung
vernichtet.
– Es herrscht „Ausverkauf“.

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Fazit/Zusammenfassung
Am Ende der Analyse-Phase, also dem Briefing,
der Recherche, der Stärken-Schwächen-Analyse,
steht ein Fazit. Das Fazit ist die verdichtete Darstellung dessen, was im Vorfeld im Detail erarbeitet
wurde.

Wie aber bringt sich denn nun der Stadtverband
XY in die Medien – und damit in die öffentliche
Wahrnehmung? Und:

Darum: Fakten, Fakten, Fakten
1993 schuf der damalige Chefredakteur Helmut
Markwort mit dem Werbeslogan „Fakten, Fakten,
Fakten“ für das neue Magazin „Focus“ ein geflügeltes Wort.
Dieses geflügelte Wort hat auch Gültigkeit, wenn es
um das Zusammen-tragen von Informationen im
Rahmen eines PR-Konzeptes geht. Für den Stadtverband XY bedeutet das, eine Reihe von Fragen
konkret zu beantworten:

10	

Die zugehörigen Antworten münden im Rahmen
der Strategie dann in Kommunikationsbotschaften.

2.2 Entwickeln einer Strategie

Wie in der Analyse-Phase sind auch im Rahmen der
Strategie verschiedene Unterpunkte zu bearbeiten.
Im Rahmen der Strategie legt der Stadtverband XY
– auf Basis der im Rahmen der Analyse gewonnenen Erkenntnisse fest – wie das angestrebte Ziel
unter Berücksichtigung verfügbarer finanzieller
und/oder personeller Mittel und Ressourcen erreicht werden soll.
Im Rahmen eines PR-Konzeptes bedeutet dies,
dass wieder eine Reihe von Fragen zu beantworten ist. Diese sind zugleich auch Bestandteile der
Strategie:
• Welches Ziel wird verfolgt? (Kommunikationsziele)
• Welche Zielgruppen sollen angesprochen werden?
• Wie positioniert sich der Stadtverband XY? (Positionierung)
• Welche Kommunikationsbotschaften hat er?
• Wie sieht die Umsetzungsstrategie zur Erreichung des Ziels aus?
Für den Stadtverband XY haben sich im Zuge der
Analyse folgende Ziele herauskristallisiert:

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Damit steht eine Zielgruppe des Stadtverbandes
XY bereits fest:
Die Öffentlichkeit
• Bürgerinnen und Bürger – sie sind zugleich auch
Zuhörer, Zuschauer und Leser.
Eine weitere Zielgruppe erreicht diese Zielgruppe
indirekt:
Die Medien und ihre Vertreter
• Journalisten und Redakteure sind sogenannte
Multiplikatoren oder Mittlerzielgruppen – das,
was sie über die Probleme und Herausforderungen des Stadtverbandes XY schreiben / veröffentlichen erreicht die Bürger – und kann damit
wiederum das Image, das über den Verband vorherrscht, beeinflussen.
Mittlerzielgruppen wie zum Beispiel Medien erreichen eine Vielzahl von Empfängern (Leser, Zuschauer, Zuhörer etc.) und haben damit eine hohe
Reichweite.
Der Nachteil ist oft, dass Informationen des Absenders (des Stadtverbandes XY) verändert werden
(können). Es kann also nicht garantiert werden,
dass exakt das, was der Absender transportieren
möchte, auch beim Empfänger ankommt.
Beziehungen zu Mittlerzielgruppen bzw. zu deren
Vertretern (Journalisten, Redakteure) gilt es zu pflegen. Etwa durch die kontinuierliche Vermittlung
medienrelevanter Inhalte und Informationen.
Im weiteren Schritt entwickelt der Stadtverband
XY darum eine Positionierung. Wofür steht die Organisation, welches Selbstverständnis hat sie?

Eine gute Positionierung beschreibt ganz klar die
Stärken einer Organisation und hebt sie deutlich
von anderen Organisationen ab.
Ein weiteres fiktives Beispiel:
Der Verein Waldesruh ist erster Ansprechpartner
für Naturerziehungsprojekte mit Grundschulkindern. Denn, er hat viel Erfahrung in der Umsetzung
von Projekten zwischen Verein und Grundschulen
in der Kommune. Damit macht er übrigens auch
Eltern auf den Verein aufmerksam und betreibt so
auch Mitgliederwerbung.
Mit welchen Inhalten kann der Stadtverband XY
seine Positionierung „füllen“? Dazu ein paar Antworten:
Wir sind Experten für Stadtgrün, weil…
• i n unserem Stadtverband XY 6.000 Menschen
täglich aktiv zur Verbesserung des Stadtklimas
beitragen,
•w
 ir jährlich XXXX EUR an Pacht an die Stadt XY
abführen,
•w
 ir gemeinsam mit dem Kindergarten „Kleine
Zwerge“ ein Projekt zur Naturerziehung auf die
Beine gestellt haben,
•X
 X Prozent der Bevölkerung unsere Kleingartenanlagen zur Naherholung nutzen,
• … weil … weil … weil …
Im nächsten Schritt entwickelt der Stadtverband
XY seine Umsetzungsstrategie – oder anders formuliert:

Auf welchem Weg transportiert der
Stadtverband XY seine Botschaften zu den
Zielgruppen?
Im Zuge der strategischen Umsetzungsplanung
werden
• Instrumente und Maßnahmen
(direkt, über Medien, auf Veranstaltungen)
• Abläufe und Timing
(Zeitplanung, wann erzähle ich was wem?)
entwickelt.

Mit Hilfe einer Positionierung soll sich im Rahmen
der kontinuierlichen PR-Arbeit in den Köpfen der
Zielgruppen etwas „festsetzen“, im fiktiven Fall:
Wenn es um Stadtgrün geht, ist der Stadtverband
XY der richtige; die wissen Bescheid, die kämpfen
dafür…

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PR-Arbeit bietet eine Fülle an Instrumenten und
Maßnahmen – von der Pressemitteilung bis hin
zur Veranstaltung.

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mit einer Schule … und vieles mehr. Das sind
Dinge, über die insbesondere Lokaljournalisten
gern für die Leser berichten.

2.3. Umsetzung/Maßnahmen
Zu guter Letzt:

Im Rahmen eines PR-Konzeptes kann also aus einem Strauß von Möglichkeiten geschöpft werden,
um die Zielgruppen „Bevölkerung“ und „Medien“
in der Phase der Umsetzung und über gezielte
Maßnahmen zu erreichen.
Die Kunst ist es, aus den vielen zur Verfügung
stehenden Instrumenten, die richtige Auswahl zu
treffen.
Welche Instrumente bieten sich etwa für das Problem des Stadtverbandes XY an? Er hat die Beziehungen zu Medien lange Zeit vernachlässigt, hat
nun akut ein Problem (Kleingärten sind bedroht!)
und möchte jetzt mit Hilfe der Medien die Bürgerinnen und Bürger der Kommune über seine Probleme, Angebote, Leistungen und Stärken informieren.

Alle Ideen müssen in eine sinnvolle Abfolge gebracht werden, am besten in Form eines Maßnahmen- und Umsetzungsplans für das gesamte Gartenjahr.
Dabei können – wie schon gesehen – unterschiedlichste Maßnahmen und Umsetzungen – von der
Pressemitteilung bis zur PR-Veranstaltung, die als
Anlass zur Kommunikation mit Medien und weiteren Zielgruppen genutzt werden können – zum
Einsatz kommen.
Nur: Es sollte regelmäßig informiert und Aktivitäten entwickelt werden, damit sich Schritt für Schritt
ein positives Image in den Köpfen der Menschen
entwickelt und formt.
Der Stadtverband XY hat hierfür einen Jahres-Maßnahmenplan entwickelt.
Dazu auf der folgenden Seite Auszüge.

Dafür gibt es eine Reihe von Möglichkeiten:
• Im ersten Schritt eine Interne Kommunikation:
Die eigenen Mitglieder unbedingt vorab informieren, um sie als Mitstreiter für die Sache zu
gewinnen.
• Erstellung einer Basis-Presse-Mappe mit Hintergrund-Informationen zum Verband und zu
seinen Leistungen. Diese kann immer wieder –
ergänzt um Presse-Mitteilungen zu aktuellen Anlässen – eingesetzt werden.
• Kontaktaufnahme zu Medienvertretern mit dem
Ziel, eine vertrauensvolle nachhaltige Beziehung
aufzubauen.
• Hilfreich für einen Kontakt sind immer konkrete
Anlässe – für den Stadtverband XY z.B. die akute
Gefahr des Flächenverlustes und die Bitte an einen Redakteur, die betroffene Seite zu hören.
• Aber es gibt auch viele positive Anlässe, über die
es sich lohnt, die Medien zu informieren – und
seitens der Medien darüber zu berichten: „Tag des
Gartens“, das Vereinsfest, die neue Kooperation

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Maßnahmenplan – Muster
April
Unterschriften-Aktion
Einkaufszentrum

Mai

Juni

Juli

August

Stadtgrün
sichern
(Veranwortlich:
H. Schmidt)

Verbandsstand auf
Stadtfest

1. MaiAktion
Fußgängerzone

Motto: Wir
sind Experten
für Stadtgrün
(Verantwortlich:
G. Krüger)
Bürger positiv
gewinnen
(Blumen verteilen)
(Verantwortlich:
G. Krüger)

Start
Kooperation
Kindergarten

Tag des
Gartens

September

Presserunde
mit allen Projekt-Beteiligten
(Verantwortlich:
H. Schmidt)
Gartenfest für
die
Öffentlichkeit
(Verantwortlich:
C. Meier)

Tag der
offenen Tür

Einladung an
alle Interessierte
(Verantwortlich:
B. Ulrich)

Informationen an
Mitglieder

Erfolgen kontinuierlich im Vorfeld von Medienaktivitäten oder Veranstaltungen zur internen Kommunikation
und Mitgliederbindung.

PresseMitteilungen

Werden kontinuierlich im Vorfeld und zur Nachbereitung von Veranstaltungen entwickelt und an die Medien
verteilt.

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Journalisten haben für ihre Arbeit
ein Denkraster – wie ist es
strukturiert und wie kann man sich
einbinden?
Annette Moll,
Ausbildungsleiterin
Volontariat,
Potsdam

sie nach bestimmten professionellen Kriterien,
die letztlich aber alle auf ein wesentliches Prinzip
menschlicher Kommunikation zurückzuführen
sind. Geschichten zu erzählen, die in erster Linie
informieren, die aber auch Interesse wecken, die
neugierig machen, die erstaunen, erheitern oder
manchmal auch schockieren. Über allem schwebt
stets das Gebot größtmöglicher Objektivität; Journalisten sind professionelle Geschichtenfinder und
-erzähler, aber keine Romanautoren.

Was macht ein Ereignis oder einen Zustand
zur medienrelevanten Geschichte?
Ganz vorne in der Reihe der wesentlichen Entscheidungskriterien steht der Nachrichten- und Informationswert. Grundsätzlich gilt, das Besondere,
das Neue und vielleicht auch Einzigartige schlägt
um Längen das Übliche, das Gewohnte und das
Allgemeingültige.

Journalistisch arbeiten, journalistisch denken
“Warum ist schon wieder niemand von der Zeitung
zu unserem Gartenfest gekommen?” „Wie kriege
ich jemanden vom regionalen Fernsehen dazu,
endlich einen Bericht über unsere Zusammenarbeit mit der Tafel e.V. zu drehen?” Diese Fragen
stellen sich Verbandsfunktionäre und Mitglieder
sicher immer wieder. Zwei Dinge dazu gleich zu
Beginn:
1.	Den bundesdeutschen Gartenfreunden geht es
diesbezüglich nicht anders als vielen anderen
Interessensverbänden.
2.	Den Redaktionsbetrieb in Zeitungen, Radio- und
Fernsehstationen bestimmen viele Faktoren, die
meist gar nichts mit einem möglicherweise vermuteten Desinteresse zu tun haben. Zeitdruck,
begrenzter Artikelplatz in Printmedien, begrenzte Sendezeit bei Radio und Fernsehen, dazu ein
jeweils vorgegebenes Format, das die inhaltliche
und gestalterische Richtung vorgibt – all dies
beeinflusst die journalistische Arbeit und somit
auch die Auswahl und Platzierung von Themen.
Journalisten sind professionelle Informationsübermittler, Berichterstatter, Geschichtenfinder
und -erzähler. Zu ihren Aufgaben zählt es, aus einer überwältigenden täglichen Informationsflut
die jeweils relevantesten Themen für Ihr Medium
und für Ihr Publikum herauszufiltern. Dies tun

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Beispiel: Dass die Pächter einer Kleingartenkolonie
Blumen pflanzen, hat eher keinen Nachrichtenwert.
Dies passiert schließlich immer. Entschlösse sich
aber ein ganzer Kleingartenverein eines Frühlings
dazu, überhaupt keine Blumen mehr zuzulassen,
wäre das eine Nachricht. So etwas wäre noch nie
dagewesen, also ungewöhnlich, höchst erstaunlich
und damit berichtenswert.
Was ist wissenswert? Auch dies ist eine Frage, die
Journalisten abklopfen, um ein Thema zu setzen.
Was sollten die Leser/Hörer/Zuschauer unbedingt
wissen, weil es sie selbst oder andere in ihrem Umfeld betrifft? Eine räumliche oder auch gefühlte
Nähe zur Geschichte ist ebenfalls wichtig, ebenso
die mögliche Tragweite - könnte dieses Problem/
dieser Vorfall viele andere Menschen betreffen?
Beispiel: Wenn das Landratsamt eines Tages verfügt, dass alle Kleingärtner ab sofort Gebühren für
ihr Abwasser zu zahlen haben, sorgt das bei vielen Betroffenen für Ärger; zumindest stellen sich
Fragen. Wieso werden auf einmal Gebühren fällig,
und wieviel wird es den Einzelnen künftig kosten?
Ein entsprechender Medienbericht kann nicht nur
die Fakten liefern, sondern auch eine gewisse Ratgeberfunktion übernehmen und beispielsweise
aufklären, ob es Möglichkeiten gibt, die Zahlungen
zu minimieren oder sich von den Auflagen befreien zu lassen.
Jede Medienberichterstattung richtet sich auch
nach dem sogenannten Gesprächswert, d.h. nach-

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der empfundenen Wichtigkeit einer Geschichte.
Welches Thema einen hohen Gesprächswert hat,
kann jeder an sich selber testen. Welche Geschichte, die ich erlebt oder irgendwo gelesen habe, erzähle ich als erstes, wenn ich nach Hause komme?
Was finde ich so interessant, dass ich es noch beim
Lesen oder Radiohören meinem Partner/meiner
Partnerin/den Kindern zurufe?
Jeder Interessenverband hält seine eigenen Themen selbstverständlich und notwendigerweise für
sehr wichtig. Vorstandswahlen im Kleingartenverein sind für die Mitglieder natürlich interessant,
da sie direkt davon betroffen sind. Für das Vereinsblatt ist dies allemal eine Meldung wert. Ob die Zusammensetzung des neuen Kleingarten-vorstands
allerdings für eine breitere Öffentlichkeit Relevanz hat, ist fraglich. Beim Auswählen geeigneter
Themen für eigene Pressemitteilungen ist es oft
hilfreich, einen Vergleich anzustellen – etwa sich
vorzustellen, ob man selber an einem Zeitungsbericht z.B. über die interne Mitgliederbefragung der
Zahntechniker-Innung Interesse hätte. Vermutlich
hielte sich die Begeisterung in Grenzen. Ebenso
geht es Menschen, die mit dem Kleingartenwesen
bislang keine Berührungspunkte haben.
Bei der Themenauswahl denken Journalisten auch
daran, ob die jeweilige Geschichte einen Bezug zu
übergeordneten, „großen“ Themen hat, die derzeit
viel diskutiert werden. Ob dies nun Hartz IV ist,
der Klimawandel oder Live-Style-Bewegungen wie
etwa der Drang von Städtern hinaus ins Grüne auf
die eigene Scholle, um dort ungespritztes Gemüse
für die Familie anzubauen.
Wer versteht, wie Journalisten Themen auswählen
und gewichten, versteht auch, welche inhaltlichen
Schwerpunkte er in seiner Vereinsarbeit auswählen und vertiefen kann, um mediale Aufmerksamkeit zu bekommen.

Sag mir, wo die Themen sind
Bei der Recherche stehen Journalisten vielfältige
Möglichkeiten zur Auswahl. Da gibt es zum einen
professionelle Agenturdienste (z.B. die dpa), die
täglich tausende Meldungen aus aller Welt, aus
Deutschland und den einzelnen Regionen liefern.
Allein die Aufgabe, aus dieser Informationsflut
das wirklich Wesentliche herauszufiltern, ist anspruchsvoll. Hinzu kommen viele Pressemeldungen von Organisationen aller Art: von politischen

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Stiftungen, über Sozialdienste bis hin zu Kleingartenvereinen.
Eine weitere Bezugsquelle von Informationen sind
andere Medien. Jeder Journalist sollte über die
deutsche Medienlandschaft gut Bescheid wissen,
verschiedene Radio- und Fernsehsender und ihr
Programm kennen, und er liest auch die Zeitung
der Konkurrenz. Die BILD-Zeitung zählt übrigens
zur Pflicht-Lektüre; sie hat zwar einen sehr boulevardesken und oftmals reißerischen Ansatz, bringt
aber immer Themen, über die die Menschen sprechen, die also den notwendigen Gesprächswert haben.
Umgekehrt funktioniert dies ebenfalls: Ein Vereinsmitglied, das die Medienberichterstattung
aufmerksam verfolgt und weiß, welche Themen
gerade im Schwange sind, kann die eigene Arbeit
entsprechend darauf ausrichten.
Ganz unentbehrlich in der täglichen Redaktionsarbeit sind die Kenntnisse und die Kontakte der
Redakteure und Reporter, die sich in ihrer Region
besonders gut auskennen und wissen, was gerade
wo passiert. Dies bedeutet auch für die Arbeit der
Kleingartenvereine, dass sie Kontakte zu Redaktionen herstellen bzw. pflegen sollten, um im persönlichen Gespräch auf ihre Themen und Anliegen
hinzuweisen. Die Entscheidung, welches Thema
nun in die mediale Berichtserstattung aufgenommen wird, liegt natürlich weiterhin in der Hand
der Journalisten – oftmals sind diese aber dankbar
für Hinweise auf Neuigkeiten.
Das Aufspüren von Themen und Informationen,
die Überprüfung deren Wahrheitsgehalts und die
Einschätzung der Wichtigkeit – dies alles zusammen geschieht in der Recherchephase. Hier lassen
sich mehrere Ansätze unterscheiden.
1.	Es gibt die sogenannte Initiativ-Recherche, bei
der der Journalist aus eigenem Antrieb auf Informationssuche geht.
2.	Bei der Gegen-Recherche überprüft der Journalist den Wahrheitsgehalt z.B. einer Pressemitteilung.
3.	Das sogenannte „Weiterdrehen“ von Themen
nimmt in der Regel einen besonders großen
Platz in der Recherchearbeit ein. Ist in Mönchengladbach beispielsweise zum ersten Mal ein
türkischen Kleingärtner in den Vorstand gewählt
worden, so fragen sich Journalisten in Passau
oder Berlin: Wie sieht es eigentlich in unserer
Stadt aus? Gibt es hier auch Vorstandsmitglieder

23

mit Migrationshintergrund? Wie ergeht es Menschen türkischer Herkunft in unseren Kleingärten, wie werden sie aufgenommen; bringen sie
vielleicht neue Ansätze mit und sorgen für Veränderung?
Ein anderes Beispiel: Eine Schlagzeile wie „Lebenslage Haft für Kleingarten-Morde“ sichert einer Zeitung viele Leser. Es ist ein emotional hoch
aufgeladenes Thema, das empört und aufregt – ein
richtiges Aufregerthema. Mord und Totschlag interessieren fast immer, und in Kombination mit
der angenommenen Idylle des Kleingärtnerlebens
oder der von Außenstehenden bisweilen vermuteten „Spießer“-Idylle einer Kleingartenkolonie wird
aus dem einzelnen Verbrechen schnell ein Generalthema. Aus Sicht der Kleingärtner ist dies unerfreulich, weil sie sich zu Unrecht über Wochen
mit Mord und Totschlag in Verbindung gebracht
fühlen. Doch auch hier gilt, Journalisten machen
ihre Arbeit, wenn sie nachfragen, ob beispielsweise
Nachbarschaftsstreitigkeiten über den Gartenzaun
häufig vorkommen oder selten sind, wie Konflikte
im Verein gelöst werden usw.
Gerne aufgegriffen werden Themen, die „in der
Luft liegen“, die also aktuell einen hohen Gesprächswert haben. Dazu zählen Themenbereiche
wie Umweltschutz, Armut, Generationskonfliktebzw. Zusammenleben der Generationen, soziales
Engagement, aber auch der Umgang mit sogenannten Minderheiten, z.B. Menschen mit Migrationshintergrund, Mitgliedern anderer Religionen,
Schwulen und Lesben und vielen anderen.
Wer möchte, dass in den Medien eher die freundlichen als die kontroversen Themen über den eigenen Verband zum Tragen kommen, sollte also dafür sorgen, dass es auch freundliche Themen gibt!

Funk und Fernsehen
Jedes Medienorgan hat seine eigenen Arbeitsweisen und technisch-gestalterischen Anforderungen.
Insbesondere bei Terminen mit Radio- und Fernsehreportern ist es von großem Vorteil, eloquente
Gesprächspartner zur Verfügung zu stellen. Fast
alle O-Töne (kurz für Original-Töne, also Tonaufzeichnungen der Interviews) werden geschnitten,
meistens gekürzt. So hilft es den Journalisten ungemein, einen Gesprächspartner vor dem Mikrofon zu haben, der lebhaft schildern und sich in relativ kurze Sätzen ausdrücken kann.

24	

Schöne Bilder und nachvollziehbare Handlungsabläufe sind insbesondere für Fernsehjournalisten
wichtig, schließlich sollen die Zuschauer einen lebendigen Eindruck vom Ort der Berichterstattung
bekommen. Dreharbeiten allein im Vereinsraum
während einer Vorstandssitzung sind eher weniger geeignet; stattdessen hilft es immer, wenn der
Verein selber mögliche Drehorte und Abläufe empfiehlt.
Alle Medien unterliegen einem bestimmten Format, das sich an der Zielgruppe und der thematischen Ausrichtung orientiert. Für jede Begegnung
mit Journalisten ist es wichtig zu wissen, für welches Medium sie arbeiten und in welchem Kontext
der jeweilige Bericht ausgestrahlt bzw. gedruckt
wird. Eine Nachrichtensendung will informieren,
ein Boulevard-Magazin eher emotional berühren
oder amüsieren. Letzteres muss nicht immer im
Sinne der Dargestellten sein. Das Publikum amüsiert sich gerne auf Kosten anderer. Informieren
Sie sich also über das Medienorgan und seine Ausrichtung, bevor sie einem Interviewtermin zustimmen!

Wider die Vorurteile
Dass Journalisten auch Menschen sind, wird nicht
überraschen. Auch nicht, dass sie – wie jeder andere auch – manches Vorurteil hegen können, dürfte
ebenfalls kaum verwundern. Und so kommt es immer wieder vor, dass Medienleute mit einem bereits
fertigen Beitragskonzept zum Recherchetermin
kommen – einem Konzept, dass Kleingärtnern bisweilen übel aufstößt. Gartenzwerge, bürokratische
Auflagen, Spießer-Idylle: Das sind wiederkehrende
Motive in der Berichterstattung, auch wenn sie in
vielen Fällen ganz zu Unrecht in den Vordergrund
gerückt werden.
Jeder Verein kann aber dazu beitragen, dieses als
schief empfundene Bild zurecht zu rücken, indem
er vorbereitet ist, indem er Informationen anbietet
(auch ungefragt). Journalisten sind oft Generalisten. Spezialkenntnisse sind nicht immer vorauszusetzen, dafür aber die Fähigkeit, neue Informationen schnell aufzunehmen, zu bündeln und
allgemeinverständlich wiederzugeben. Im Journalismus geht es immer darum, die Wirklichkeit
so korrekt und objektiv wie möglich darzustellen
– Ausnahmen sind satirische Darstellungsformen,
die per Definition beißend-humorvoll sind und ihren Protagonisten einen Zerrspiegel vorhalten. Je-

bundesverband deutscher gartenfreunde e.v. – grüne schriftenreihe 213

der ernst zu nehmende Journalist will wissen, was
Sache ist, und ist dankbar über einen inhaltlichen
Input.

Journalistische Darstellungsformen
Um einschätzen zu können, in welche Richtung die
Berichterstattung geht, sind einige Informationen
zu den gängigen Darstellungsformen hilfreich:
• Die Nachricht bringt kurz, knapp und präzise
eine Neuigkeit auf den Punkt. Dabei werden im
Wesentlichen die W-Fragen beantwortet: Wer,
wann, was, wo, wie und warum.
• Der Bericht ist eine längere Nachricht und bringt
zusätzlich zu den W-Fragen mehr Hintergrund
und Einordnungen.
• Die Reportage zählt zu den sogenannten subjektiven Darstellungsformen. Sie folgt einem Protagonisten zu einem bestimmten Anlass (beispielsweise der Gemüse-Ausgabe bei einer Tafel e.V.),
ihre Sprache ist lebendig und voller sinnlicher
Eindrücke, sie gilt als „Kino im Kopf“.
• Der Kommentar ist eine meinungsbetonte Darstellungsform und gibt die Meinung eines Journalisten zu einem bestimmten Thema wieder.
• Die Glosse ist ebenfalls meinungsorientiert, dazu
aber satirisch-überspitzt und pointiert.
• Die Dokumentation oder das Feature sind jeweils
eine deutlich längere erklärende oder erzählende
Darstellungsform, die entsprechend aufwändiger
in der Recherche und Produktion werden.
• Doku-Soap bzw. Reality-Soap beleuchten ein Thema auf eine der Reportage ähnliche Weise und
bedient sich dabei Protagonisten, die zuvor gecastet, also sehr intensiv auf Medien- und Formattauglichkeit geprüft worden sind. Achtung,
hier ist allerdings meist ein Drehbuch mit im
Spiel, das heißt Realität und Inszenierung liegen
dicht beieinander.

Fazit
Bei jeder Medienarbeit im Verein, also auch bei
der Vorbereitung von Pressemeldungen und Veranstaltungseinladungen, gelten folgende Goldene
Regeln:

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Immer an den Informationswert denken:
•W
 as ist bei uns neu und auch für andere wichtig?
•W
 as trifft gerade ein gesellschaftlich relevantes
und aktuelles Oberthema?
•W
 as macht Menschen betroffen – was betrifft viele Menschen in der Region?
Selber Service- und Ratgeberthemen vorschlagen:
•E
 igene Experten aus den Vereinsreihen stellen
und in den Redaktionen als feste Größe im Pool
der möglichen Gesprächspartner etablieren.
•K
 ontakte zu Redaktionen herstellen und pflegen.
•D
 ie Medien der Region, ihre thematische Ausrichtung und die Zuständigkeiten einzelner Redaktionen kennen.
•P
 ersönlich bekannte Journalisten auf Termine
hinweisen.
•S
 aisonal denken und Themen jahreszeitbezogen anbieten. Auch in der sogenannten SaureGurken-Zeit im Hochsommer oder über Feiertage sind Redaktionen für gute, „saftige“ Themen
dankbar.
Journalistisch denken und aktiv Themen setzen:
•E
 igene Aktionen planen: z.B. „Singvogelzählung in der Kleingartenkolonie“; „Lehrgarten für
Grundschulkinder eingerichtet“; „Promi-Koch
beim Kleingartenverein – Kür des besten Gemüseauflaufs“
•E
 igene Pressemeldungen müssen mit dem Highlight beginnen und neugierig machen (Kurze,
knackige Überschrift, gefolgt vom sogenannten
Teasertext/der Unterzeile, dann folgt im ersten
Absatz der eigentlich Text, der Antworten auf die
sechs W-Fragen gibt)
•	Besonderheiten hervorheben, beispielsweise:
	 »K
 leingartenanlage mit besonders vielen
Kindern.
	 »E
 rster Kleingarten mit rein bio-dynamischem
Anbau.
	 » Hohes soziales Engagement (z.B. Zusammenarbeit mit der Hilfsorganisation „Die Tafel“).
„Trommeln gehört zum Geschäft“ – so lautet eine
viel zitierte Redewendung, die das Gleiche meint
wie der Ausspruch „Tue Gutes und sprich darüber“.
Jeder Verein, der dies beherzigt und zugleich einige
wesentliche journalistische Arbeitsweisen kennt,
kann seine Medienpräsenz deutlich verbessern.

25

Öffentlichkeitsarbeit vor Ort –
Ansatz und Strategien in den
Landesverbänden – 1. Teil
Norbert Renz
Stellvertretender
Vorsitzender des Landesverbandes Hessen
der Kleingärtner e.V.,
Wackernheim

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45

Öffentlichkeitsarbeit vor Ort –
Ansatz und Strategien in den
Landesverbänden – 2. Teil
Joachim Roemer
Vizepräsident des Landesverbandes
Niedersächsischer
Gartenfreunde e.V,
Lüneburg

Flächenland Niedersachsen
Niedersachsen ist ein Flächenland mit einer Größe
von 47.624,22 km² und einer Nord-Süd-Ausdehnung von rd. 400 km.
Das Land ist in 164 Städte, 54 Flecken und 804
Gemeinden (davon 735 in Samtgemeinden) sowie
25 gemeindefreie Gebiete unterteilt, die insgesamt
37 Landkreise, eine Region und 8 kreisfreie Städte
bilden.

Medienlandschaft Niedersachsen
Niedersachsen hat keine „Landespresse“.
Je nach Quelle werden 40 bis 45 deutsche Zeitungen – ohne Wochenblätter – genannt.
Eine Verbreitung von Nachrichten über dpa in Niedersachsen war im Rahmen der Pressearbeit des
Verbandes bislang nicht erfolgreich.
Presseinformationen aus dem Landesverband können nur sehr schwer bekannt gemacht werden.
Nachrichten (zum Beispiel über Verbandstage/
Wahlen im Verband), fanden ihren Niederschlag
bisher nur in den Tageszeitungen, aus deren Verbreitungsgebiet Vorstandsmitglieder gewählt wurden.
Für landesweite Veranstaltungen benötigt man
einen umfangreichen Presseverteiler (Tages- und
Wochenpresse, Rundfunk, Fernsehen).

46	

Wenn die Veranstaltung – wie z.B. ein Landeswettbewerb – nicht generell von landesweiter Bedeutung ist, muss der Verteiler zusätzlich angepasst
werden. Dass ist arbeitsaufwändig und bedarf ständiger Aktualisierung. Glücklicherweise gibt es den
Emailversand und die Verteilerlisten im Outlook.
Zusätzlich zu den (speziell) erstellten Verteilern
müssen regionale Bezüge hergestellt werden. Das
bedeutet, in der Mail muss der am Wettbewerb teilnehmende Verband / Verein namentlich genannt
sein, zusätzlich müssen beispielsweise die Entscheidungsgründe aufgeführt werden, warum sich
der Verein beworben hat, ebenso die Ansprechpartner vor Ort.
Vielfach ist eine erfolgreiche Medienarbeit nur
dann möglich, wenn die Pressemitteilungen über
den örtlichen Verband/Verein an die Lokalpresse
gegeben werden.
[Dann läuft der Landesverband aber Gefahr, dass
nur noch die örtliche Sicht wiedergegeben wird
und Landesbezüge in den Hintergrund treten oder
vollständig vernachlässigt werden.]
Ein gutes Beispiel bot der Landeswettbewerb
2005.
Der Landesverband hatte im Vorwege sowohl
Pressemitteilungen versandt, als auch einen Pressetermin durchgeführt. Aufgegriffen wurden die
Meldungen von den Redaktionen, aus deren Verbreitungsgebiet die teilnehmenden Vereine kamen.
Der Verein stand in den Meldungen im Vordergrund. Auf die Wettbewerbsbedingungen wurde
meist knapp eingegangen; auf den Hintergrund
des Wettbewerbs eher selten. Vereinzelt wurde die
Jury vorgestellt.
Die Funktion des Landesverbandes oder der örtlichen Bezirke beim Wettbewerb blieb dagegen weitestgehend unberücksichtigt.
Auch die Berichterstattung im Rahmen des Besuchs der Jury ließ den Stellenwert des Landesverbandes beim Wettbewerb nicht immer deutlich
erkennen.

Das Besondere im Verein
Aus vielen Veranstaltungen ist bekannt, dass sich
die Vereine bei der Medienarbeit oft schwer tun.
Zu häufig werden Standardantworten gegeben.
(Wir machen ein Sommerfest, Ostereiersuchen für
die Kinder, wir haben einen Handarbeitskreis, …).
Dem wollte der Landesverband etwas vorbeugen
und hatte den Vereinen für seinen Besuch eine
Aufgabe erteilt. Es wurden die Vereine aufgefor-

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dert, im Rahmen der Besichtigung das Besondere
in ihrem Verein herauszustellen.
Das Ergebnis war verblüffend. Viele der Vereine
hatten den ältesten Gartenfreund als ihre Besonderheit benannt. Was zunächst ungewollt und im
Ergebnis etwas irritierend erschien, entpuppte sich
dann als Glückstreffer. Ältere Gartenfreundinnen
und Gartenfreunde waren – neben Kindern – die
beliebtesten Motive der Journalisten und Fotografen. Es menschelte in den Beiträgen; der Verein
bekam ein Gesicht.
Und für die Berichterstattung des Landesverbandes ergab sich so nebenbei die Serie der ältesten
Gartenfreunde.

Verbandsstrukturen der Kleingärtner in
Niedersachsen
In Niedersachsen gibt es drei Landesverbände der
Gartenfreunde / Kleingärtner. Dies wird mit der
Historie vor dem 2. Weltkrieg begründet.
Zitat aus früheren Info-Blättern des LNG:
„Mit

etwa 47.600 km² ist Niedersachsen flächen-

mäßig nach Bayern das zweitgrößte Bundesland.
Es wurde 1946 von der britischen Militärregierung
durch Zusammenschluss der früheren preußischen
Provinz Hannover mit Braunschweig, Oldenburg und
Schaumburg-Lippe gegründet.
Da die zusammengefügten Glieder keine gemeinsame Territoralgeschichte aufweisen, zeichnen sich
die Regionen durch einen ausgeprägten Lokalpatriotismus aus. (nach Klaus Harprecht in „Deutschland...“)
Es ist deshalb kein Wunder, dass wir nur einer der
drei Landesverbände in Niedersachsen sind, die dem
BDG als Mitglieder angehören.

Die Landesverbände sind in Bezirke bzw. direkt angeschlossene Vereine gegliedert.
Die Verteilung der Bezirke in die drei Landesverbände folgt nicht geografischen Grenzen. So liegt
der Bezirksverband Wolfsburg, Mitglied im Niedersächsischen Landesverband, im Einzugsbereich
des Landesverbandes Braunschweig, während der
zum Landesverband Braunschweig gehörende Bezirksverband Hannover im Zentrum des Verbandsgebietes des Niedersächsischen Landesverbandes
liegt.

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Auch das erschwert die Zuordnung bei der überregionalen Pressearbeit.

Namens- und Logovielfalt
Das deutsche Kleingartenwesen verfügt über eine
unübersichtliche Namensvielfalt. Dies ist insbesondere bei der Erläuterung der Verbandsstrukturen hinderlich.
Während sich auf Bundes- und Landesebene der
Begriff „Gartenfreunde“ weitestgehend durchgesetzt hat – aber die Reihenfolge im Namen variiert
• Bundesverband Deutscher Gartenfreunde e.V.
• Landesverband Niedersächsischer Gartenfreunde
e.V. (LNG)
• Landesverband Braunschweig der Gartenfreunde
e.V. (LVB)
• Landesverband der Gartenfreunde Ostfriesland
e.V. (LVO)
sind auf Bezirks- und Vereinsebene die Namen
sehr unterschiedlich.
Im Niedersächsischen Landesverband führen die
Bezirksverbände den Zusatz „der Kleingärtner“
oder „der Gartenfreunde“; in Braunschweig sind
im Bezirksnamen keine Bezüge zum Verband vorhanden (z.B. Bezirk Augusttor).
Bei den Vereinen variieren die Namen von „Kleingärtnerverein“ über „Kleingartenverein“, „Schrebergartenverein“, „Verein der Gartenfreunde“, ….
….. aber in der Öffentlichkeit sind wir immer (nur)
die Kleingärtner.
Wie bei den Namen verhält es sich auch bei den
Logos, die in den Motiven sowie in Form und Farbe stark variieren, so dass es bei Präsentationen,
z.B. auf Briefköpfen, Flyern, Ausstellungen, …., zu
einer Logo-Vielfalt kommen kann, die selbst für Insider verwirrend sein muss.
Das Bild der Kleingärtnerorganisation in der Öffentlichkeit ist aber auch in vielen anderen Darstellungen extrem heterogen.
Druckwerke unterscheiden sich in einer absoluten
Beliebigkeit, und auch im Internet ist das Erscheinungsbild fast so vielgestaltig wie die Vereine, die
dort präsent sind. Der BDG macht es seit einigen
Jahren positiv vor, wie mit einem eigenen Corporate Identity/Corporate Design geworben werden
kann.
Der Niedersächsische Landesverband gibt Broschüren als Gelbe Schriftenreihe heraus; allerdings mit
abweichendem Layout. Alle anderen Materialien
sind im Design eher zufällig.

47

Auch hier wäre sicherlich eine einheitliche Präsentation – zumindest für den Wiedererkennungswert
der Verbandsstrukturen – hilfreich.
Öffentlichkeitsarbeit zwischen (Landes-)Verband
und Verein
Im Niedersächsischen Landesverband ist die Öffentlichkeitsarbeit vor Ort eng an die Aktivitäten
der Verbände und Vereine geknüpft. Ohne Aktivitäten ist keine Öffentlichkeitsarbeit denkbar.
Als Landesverband in einem Flächenstaat hat man
es ungemein schwerer, landesweite Initiativen zu
entwickeln, als im Stadtstaat.
Es gibt keine landesweit ausgetragenen Veranstaltungen, sondern entweder zentrale Veranstaltungen des Verbandes an einem (oder mehreren)
Ort(en) im Verbandsgebiet, oder dezentrale Veranstaltungen der Verbände und Vereine gegebenenfalls mit Beteiligung des Landesverbandes. Auch
bundes- oder landesweit beworbene Veranstaltungen, wie z.B. der Tag des Gartens, werden selten –
eher nie – flächendeckend durchgeführt.
Die Ziele der Öffentlichkeitsarbeit im Landesverband, in den Bezirken und in den Vereinen sind
häufig unterschiedlich ausgerichtet.
Beim Landesverband geht es vorwiegend um die
Verbandspolitik und das Kleingartenwesen. Es geht
weniger um die unmittelbare Mitgliederwerbung.
Podiumsveranstaltungen, Kongresse, pp. sind
eine gute Möglichkeit Verbandsthemen öffentlich
zu machen, insbesondere wenn aktuelle Probleme diskutiert werden, die bis in die Vereinsebene nachvollziehbar sind (Hartz IV, demografische
Entwicklung, Integration).
Mit einer Podiumsveranstaltung im letzten Jahr
war der Verband zweimal in der Presse. Das eine
Mal in Hannover, weil dort die Veranstaltung stattfand, das zweite Mal in Lüneburg, weil der Oberbürgermeister mit auf dem Podium saß.
Fehlt dieser Bezug oder ist das Anliegen eher allgemeiner Natur (z.B. Umgang mit den Regularien
des Bundeskleingartengesetzes) sind eigene Veröffentlichungen (Verbandszeitung, Flyer, Broschüren, Internet…) erforderlich, da das Interesse der
Medien an einer Berichterstattung gering ist.
Von den Verbänden und Vereinen vor Ort wird die
Wirkung aus Landessicht bedeutsamer Veranstaltungen vielfach unterschätzt oder an falsche Erwartungen geknüpft. Häufige Meinung zum Engagement auf Bundes- oder Landesgartenschauen
ist – „Wir haben dort kein einziges Mitglied für uns
gewonnen!“

48	

Die Bedeutung für das Erscheinungsbild des
Kleingartenwesens in der Öffentlichkeit wird übersehen.
Die Kleingärtnerorganisation braucht aber die Öffentlichkeitsarbeit auf allen Verbandsebenen und
das erfordert gegenseitiges Verständnis. Im Mittelpunkt muss stehen, dass sie sich als Verband einheitlich nach außen präsentiert.
Jede Verbandsebene sollte dabei ihre Veranstaltungsebene haben und nutzen, in der sie federführend tätig ist. Das schließt eine gemeinsame
Präsentation und eine Mitwirkung (aller) aber deswegen nicht aus:
BDG

LNG

Bezirk

Verein

IGA, BUGA

LaGa

Regionale Veranstaltungen

In dieser Sache muss eine konsequentere Umsetzung erfolgen. Im Niedersächsischen Landesverband ist das noch nicht immer gelungen. Bei Landesgartenschauen standen die örtlichen Verbände/
Vereine im Mittelpunkt. Sie nutzen die Gelegenheit zur eigenen Präsentation. Der Landesverband
spielte nur eine Gastrolle mit der Folge, dass er
kaum wahrgenommen wurde.
Die für das Kleingartenwesen zentrale und wohl
auch wichtigste Veranstaltung, die von der Bundesebene bis in die Vereinsebenen durchgeführt
werden sollte, und die nur bei einer entsprechend
breiten Mitwirkung einen durchschlagenden Erfolg haben wird, ist der

» Tag des Gartens
Hier gilt es die Synergien zu nutzen, die sich aus
bundesweiten und flächendeckenden Veranstaltungen ergeben. Das bedeutet natürlich, dass alle
Veranstaltungen am gleichen Tag und unter dem
gleichen Motto durchgeführt werden. Es bedeutet
auch, dass BDG – Veranstaltungen auf Bundesgartenschauen stattfinden und nicht auf einer parallel
stattfindenden Landesgartenschau.
Um die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit und
auch der Medien zielgerichtet zu lenken muss eindeutig erkennbar sein, 	
• wer ist Ausrichter der Veranstaltung, 	
• welchen Rahmen nimmt die Veranstaltung ein, 	
• welche lokale, regionale, landes- oder bundesweite Bedeutung hat die Veranstaltung.

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Wichtig ist auch die Ausrichtung der Öffentlichkeitsarbeit:
• Welches Ziel wird verfolgt?	
• Wer ist mein Empfänger?
• Was soll vermittelt werden?
• Was ist die Botschaft?
Daraus ist abzuleiten, welche Strategien und Instrumente man einsetzt.
Ein Beispiel sind die Verbandszeitschriften, z. B.
der Gartenfreund.
Mitgliederinformation gehört zu den wichtigen
Aufgaben im Verband und in den Vereinen. Als
Landes- und vielfach auch als Bezirksverband besteht – ein Pflichtbezug vorausgesetzt – mit der
Verbandszeitschrift eine hervorragende, aber häufig auch die einzige Möglichkeit alle Mitglieder zu
erreichen. Pressemitteilungen scheiden regelmäßig genauso aus, wie Briefsendungen, Emails oder
Bekanntmachungen im Internet.
In einer Verbandszeitschrift kann man über das
Kleingartenwesen aufklären; man kann rechtliche
oder fachliche Themen behandeln und man kann
über Personalien und die Ziele des Verbandes berichten, über Aktivitäten und vieles mehr.
Wie weit die Leser damit erreicht werden können,
kann man zwar nicht unmittelbar feststellen, die
Lesebereitschaft der Verbandszeitschrift ist aber
größer als sie zugegeben wird.
Auch als Verein kann man – insbesondere bei
Pflichtbezug – die Verbandszeitschrift für die Information der Mitglieder sehr gut einsetzen.
Gleichzeitig kann man die Verbandszeitschrift für
die Öffentlichkeitsarbeit nutzen. Man kann durch
eine informative, lebendige und ansprechend gestaltete Verbandszeitschrift Politik, Verwaltung
und die allgemeine Öffentlichkeit teilhaben lassen
an den verbandspolitischen Zielen ebenso, wie an
den vielfältigen Aktivitäten der Verbände und Vereine vor Ort.
Mit kaum einem anderen Medium hat man die
Möglichkeit, das Kleingartenwesen in seiner Gesamtheit überzeugend darzustellen und eigene
verbandspolitische Themen und Positionen zu verbreiten.
Gleichwohl ist die Verbandszeitschrift nicht das
alleinige Mittel. Sie ersetzt insbesondere nicht das
Gespräch und das Zugehen auf die Menschen.
Zur Werbung neuer Mitglieder muss man sich
auch draußen präsentieren. Ein Tag der offenen
Tür oder eine Mitgliederwerbung in der Tagespresse sind hier sicherlich zweckmäßiger.

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Auch Politik und Verwaltung muss man gezielt
ansprechen. Sie haben in der Regel zu wenig Zeit,
monatliche Mitteilungen ausführlich zu lesen.
Alle wissen, dass bei Veranstaltungen Aktionen
vielfach das Mittel zum Zweck sind. Hier zeichnet
sich die Fachberatung immer wieder aus, wenn sie
durch Vorführungen zum Baumschnitt, Informationen zum Pflanzenschutz, zur Sortenvielfalt und
zu vielem anderen mehr die Besucher anzieht.
Zu erinnern ist an die Landesgartenschau in Wolfsburg. Im Themengarten Kleingarten herrschte regelmäßig Hochbetrieb. Das lag sicherlich einmal
daran, dass die Wolfsburger Fachberatung eine fantastische Obst-, Gemüse- und Blumenpräsentation
bot. Aber der Hauptgrund war, dass es der einzige
Themengarten der Landesgartenschau war, in dem
178 Tage lang Gartenfreunde für Gespräche bereitstanden. (Die Bundesgartenschau 2009 in Schwerin war aus dem gleichen Grund so erfolgreich.)
Die Besucher wurden unmittelbar erreicht. Mit der
fachlichen Präsentation alleine konnte man aber
das Thema „Kleingarten“ nicht vermitteln.
Dazu war es zusätzlich erforderlich, gezielte Informationen z.B. durch Ausstellungstafeln an den
Besucher zu geben. Die plakative und mit wenigen
Worten informative Darstellung ermöglichte es,
auch den eiligen Besucher noch aufmerksam zu
machen. Kleinteilige, mit Bildern und Texten überfrachtete Ausstellungen erzielen diese Wirkung
nicht.
Der interessierte Besucher erhält darüber hinaus
ein Faltblatt oder eine Broschüre, in der er sich weiter einlesen kann.
Ausstellungen und Faltblätter / Broschüren sind
geeignete Medien, die die Landesverbände sehr gut
ihren angeschlossenen Verbänden und Vereinen
zur Verfügung stellen können. Ihre Herstellung
ist sehr aufwendig und recht teuer. Meistens werden sie nur für einen begrenzten Zeitraum (z.B.
für die Veranstaltung) benötigt. Für den einzelnen
Verband oder Verein ist der Aufwand zu groß, Informationsblätter zu erstellen. Ein hervorragendes
Beispiel, wie ein Dachverband als Dienstleister für
die Verbände und Vereine arbeiten kann, sind die
Faltblätter des BDG.
Zu den in Niedersachsen beispielhaften Veröffentlichungen gehören die Informationshefte für
Gartenfreunde in russischer, polnischer und türkischer Sprache. Der Verband hat mit diesen Heften
die Vereine in die Lage versetzt Sprachschwellen
zu überwinden und den anderssprachigen Gartenfreunden die Gelegenheit eröffnet, sich mit unseren Zielen im Verband vertraut zu machen.

49

Ein Themenfeld was in einem anderen BDG Seminar bereits ausführlich behandelt wurde, ist die
Öffentlichkeitsarbeit über das Internet.
Der Bundesverband, fast alle Landesverbände,
viele Bezirksverbände und immer mehr Vereine
nutzen es. Und jeder auf seine Weise. Hier wäre
dringender Handlungsbedarf die Darstellung zu
vereinheitlichen, was bei dem damit verbundenen
Aufwand und dem Ehrgeiz der Web-Designer aber
schwer zu realisieren ist.
Im Folgenden wird aufgezeigt, dass Öffentlichkeitsarbeit zwischen den Landes- Bezirksverbänden und
Vereinen sehr gut aufeinander abgestimmt werden
kann, aber auch abgestimmt werden muss.
Jede Verbandsebene muss sich bei ihren Veranstaltungen wiederfinden.
Für die Öffentlichkeit und die Medien muss erkennbar sein, wer Initiator der Veranstaltung ist.
Aus den Darstellungen müssen die Verbandsstruktur und die Zusammengehörigkeit klar erkennbar
sein.
Zu einer erfolgreichen Öffentlichkeitsarbeit gehören
gute Aktionen.
Aus den Aktivitäten des Landesverbandes Niedersächsischer Gartenfreunde und des Bezirksverbandes Lüneburg mit seinen 20 Vereinen sollen einige
Beispiele genannt werden.

Öffentlichkeitsarbeit im Landesverband
1. Kontakte und Partnerschaften
Ministertreffen
Alle zwei Jahre findet ein Ministertreffen mit den
niedersächsischen Landesverbänden statt. Im
Vorfeld wird auf einer Podiumsveranstaltung ein
Thema behandelt, das dann den Mittelpunkt des
Gesprächs bildet. (Bisherige Themen waren der
demografische Faktor, die Integration und die Zukunft des Kleingartenwesens). Sowohl die Podiumsveranstaltung als auch das Ministergespräch
sind geeignet, verbandspolitische Positionen als
Landesverband in die Medien zu geben. Zu beachten ist dabei – wie vorab gesagt – dass die Medien vorwiegend den lokalen Bezug herstellen und
fragen, wie der Verband oder Verein im Zustellbereich damit umgeht. Eine ausführliche Vorabinformation der Verbände seitens des Landesverbandes
ist daher zwingend erforderlich, damit alle in die
gleiche Richtung schauen und die Verbände/Vereine nicht von Anrufen der Presse überrumpelt
werden.

50	

Kooperationen
Der Verband hat Kooperationen mit dem Park der
Gärten und der Niedersächsischen Gartenakademie geschlossen. Ziele sind die Zusammenarbeit
vor Ort (der Bezirksverband Oldenburg kann z.B.
im Park regelmäßig ausstellen), gegenseitige Hinweise in Veröffentlichungen, vergünstigter Eintritt,
usw. Im Gartenfreund veröffentlicht NDR 1 Niedersachsen seit über drei Jahren den monatlichen Gartentipp. Für den Leser ein starker und kompetenter
Medienpartner, für den NDR die Möglichkeit, auf
Gartensendungen aufmerksam zu machen und
Hörer dazu zu gewinnen. Für den Verband die
Chance z. B. in Ratgebersendungen mitzuwirken.
2. Eigene Medien	
Der Verband nutzt insbesondere die Verbandszeitschrift GARTENFREUND für eine regelmäßige
Berichterstattung.
Die Zeitschrift wird an Kommunen und Politiker
versandt, liegt bei Veranstaltungen aus und wird
so für die Öffentlichkeitsarbeit genutzt.	
Der Internetauftritt des Verbandes macht Fortschritte.
Mit einem Faltblatt und Ausstellungstafeln werden
Informationen zum Kleingartenwesen verbreitet.
Die wichtigste Informationsquelle ist aber die Gelbe Schriftenreihe des Landesverbandes.In den bald
fünfzehn Jahren Verbandsgeschichte sind bislang
23 Hefte mit einer Auflage von mindestens 1000
Exemplaren erschienen.
Sie behandeln kleingärtnerisches Wissen zur
Pacht, zu Satzungen und zum Kassenwesen sowie
zur Wertermittlung, aber auch zum ökologischen
Anbau von Obst und Gemüse, zu den Podiumsveranstaltungen und zu den Landeswettbewerben.
Damit bieten diese Hefte einen hervorragenden
Einblick in die Vielfalt kleingärtnerischer Arbeit.
3. Veranstaltungen
Der Landesverband beteiligt sich intensiv an Ausstellungen (IGA Rostock, BUGA, Landesgartenschauen, Tag der Niedersachsen, ….) und nutzt
dabei regelmäßig den Kontakt zu Firmen und anderen Einrichtungen, um gemeinsame Auftritte
durchzuführen und damit den Verbund mit Unternehmen und anderen Einrichtungen zu stärken.
Öffentlichkeitsarbeit im Bezirksverband und in den
Vereinen am Beispiel des Bezirksverbandes Lüneburg
Der Bezirksverband Lüneburg betreut ca. 2100
Mitglieder in 20 Vereinen, 15 davon im Stadtgebiet
Lüneburg.

bundesverband deutscher gartenfreunde e.v. – grüne schriftenreihe 213

Über die vielfältigen Aktivitäten wird regelmäßig in
der lokalen Presse berichtet wobei nicht verschwiegen werden soll, dass gerade die Wochenblätter
sich sehr schwer tun. Sie haben anscheinend eine
andere Zielgruppe und halten sich sehr zurück.
Der Bezirksverband bietet aber auch ausreichend
Stoff für Berichte. Mit dabei sind natürlich immer
die Vereine, die Ort des Geschehens sind oder die
die Akteure stellen. Man kann die Öffentlichkeitsarbeit des Bezirksverbandes daher nicht von der
der Vereine trennen.
Jahresmitgliederversammlungen mit Ehrungen
gehören beinahe zum Alltag in der Berichterstattung. Jubiläen der Vereine und zuletzt auch des
Bezirksverbandes werden und wurden ausführlich
dargestellt.
Quasi zum Pflichtprogramm gehört die jährliche
Anlagenbesichtigung durch den Grünflächenausschuss der Stadt sowie in der Folge die Prämierung
der besten Anlagen durch den Oberbürgermeister
im Rathaus. Auch hier wurden seit einigen Jahren
den Vereinen Aufgaben gestellt, damit sowohl die
Besichtigung als auch die Berichterstattung abwechslungsreicher werden.
Mit dabei sind der Bezirksverband und die Vereine
beim Tag des Gartens, der zentral in jeweils einem
Verein durchgeführt wird, und bei Veranstaltungen, wie das Kopefest oder Lüneburg blüht auf.
Besondere Beachtung in der Presse und damit
Teil der aktiven Öffentlichkeitsarbeit des Bezirksverbandes sind Projekte wie Tafelgärten (Vergabe von Gärten an Bezieher der Tafel mit finanzieller Unterstützung des Bezirksverband) oder
mit job.sozial, einer Trägergemeinschaft für Arbeitsgelegenheiten, die seit 2005 verschiedene
Projekte im Bereich Beschäftigung und Qualifizierung von arbeitslosen Menschen anbietet,
so auch in zwei Lüneburger Kleingärten.	
Der Bezirksverband und seine Vereine bieten also
regelmäßig interessante und vielfach gesellschaftspolitisch aktuelle Themen an. Das garantiert natürlich auch die Aufmerksamkeit der Presse.
Der Verband rät den Vereinen, eine Checkliste des
Vereins anzulegen, in der alle wichtigen Vereinsdaten sowie die Ziele und besonderen Projekte, aber
auch die verdienten und ausgezeichneten Mitglieder sowie Gartenfreunde mit besonderen Interessensschwerpunkten aufgelistet sind. Dann kann
die Presse gezielt informiert werden, ohne lange
zu suchen.
Gartenfreunde zeichnen sich häufig als Gartenexperten aus. Das Fernsehen hat dieses mehrfach
zum Anlass genommen, Beiträge in Lüneburger
Kleingärten zu drehen, so im letzten Jahr eine Rat-

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gebersendung in Markt im Dritten und eine Serie
über das Frühlingserwachen in Kleingärten.
Zu allen Medienvertretern versucht der Verband
eine gutes Miteinander aufzubauen, indem er ihnen die Arbeit so gut es geht erleichtert, ihnen bei
der Wahl der Drehorte, dem Zugang in die Anlagen, der Auswahl der mitwirkenden Gartenfreundinnen und Gartenfreunde, u.s.w. so gut es geht
behilflich ist. Sie sollen sich bei uns wohlfühlen
und merken, dass sie gerne gesehen sind.
Kommunikation im Verband und im Verein
Ebenso wichtig wie die Kommunikation nach außen ist die Kommunikation nach innen.
Heute gibt es viele Wege der Information. Kaum
jemand hat noch dafür Verständnis, wenn er nicht
unterrichtet wurde.
Dennoch sind die Kommunikationswege auf den
jeweiligen Empfänger auszurichten.

Aushangkasten

Telefon

Telefax

Post

E-Mail/Internet

Erreicht in der
Regel alle
Mitglieder? Auch
im Winter?

Muss laufend
aktuell gehalten
werden
Wird oft durch
Vandalismus
beschädigt

Erreicht in der
Regel alle
Mitglieder

Zeit- und eventuell
kostenaufwändig,
aber sicher

Erreicht in der
Regel nur
wenige
Mitglieder

Ist kaum noch
verbreitet

Erreicht in der
Regel alle
Mitglieder

Zeit- und eventuell
kostenaufwändig

Erreicht alle Mitglieder?

Hohe Investition
und Folgekosten
für den einzelnen
Nutzer

Innerhalb des Vorstands ist dieses noch übersichtlich. Hier kann zum Beispiel bei der Post
und anderen schriftlichen Eingängen durch einen
Eingangsstempel und das Namenskürzel des Vorstandsmitgliedes sicher gestellt werden, dass alle
die Infos gesehen haben.
Im Vorstand ist wichtig: Alle müssen alles Wissen,
aber nicht alle müssen alles tun.
Teamwork mit einer klaren Aufgabenzuordnung
ist das A und O, aber nicht nach dem Motto TEAM
= Toll, ein Anderer macht’s!
Um die Information sicherzustellen, kann man

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alle Vorstandsmitglieder anrufen. Dann weiß man
sicher, dass die Info angekommen ist. Oder man
nutzt die Email wenn man weiß, dass alle Vorstandsmitglieder eine Emailadresse haben.
Ein verantwortliches Vorstandsmitglied (das ist
nicht nur der Vorsitzende) muss aber auch darauf
achten, dass alle die gleichen Infos erhalten. Vielleicht erläutert man am Telefon den Sachverhalt
unterschiedlich. Vielleicht gibt es Mitglieder, die
ihre Emails nur sehr unregelmäßig abrufen und
bearbeiten.
Ob sie den Inhalt gelesen, behalten und verstanden haben und ob sie damit einverstanden sind
und diese dann auch umsetzten, ist ein anderes
Thema.
Die Bearbeitung von Vorgängen sollte eindeutig
geregelt werden. Was macht der Vorsitzende, sein
Stellvertreter, welche Aufgabe hat der Pressewart.
Letzteres ist auch für die Zusammenarbeit mit der
Presse entscheidend.
Ein Pressewart, der nicht über alle Vorgänge und
Entscheidungen informiert ist, hat für einen Redakteur keinen Nutzen!
Durch Kommunikationsrichtlinien und/oder einen Geschäftsverteilungsplan kann man festlegen,
wie Informationen verbreitet werden, wer dafür
zuständig und für die Umsetzung verantwortlich
ist.
Bei allen Formen der Kommunikation spielen Beziehungsebenen eine wichtige Rolle.
Gut gemeinte Anrufe oder Briefe, die der Empfänger nicht ebenso versteht, können schnell das Gegenteil auslösen.
Eine harmonisches Miteinander setzt voraus, dass
man sich auf Augenhöhe und unvoreingenommen, offen gegenübertritt. Gleiche Interessen,
gleiche Ziele und gemeinsame Handlungsansätze
sind unbezahlbar.
Gegenüber den Vereinsmitgliedern gilt dieses ganz
besonders. Jedes Mitglied ist individuell, hat seine
eigene Beziehung / Sichtweise zum Verein, zu seinem Vorstand und zu seinen Gartennachbarn.
Die Möglichkeiten, alle gleichermaßen zu erreichen, sind begrenzt. Aushänge, Rundschreiben,
Mitgliederbriefe (auch wenn sie mit der Jahresrechnung versandt wurden) oder die Verbandszeitschrift werden unterschiedlich beachtet.
Dennoch muss man Informationsmedien nutzen
um der Mitteilungspflicht als Vorstand nachzukommen. Die Mitgliederzeitschrift im Pflichtbezug
ist dabei das sicherste und günstigste Medium. Die
Lesebereitschaft kann man durch eine Leser-BlattBindung erhöhen, zum Beispiel durch Gutscheine,
Rätsel, Preisausschreiben.

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Wenn kein Pflichtbezug besteht, muss man aber
darauf achten, dass kein Mitglied ausgegrenzt
wird. Dieses gilt ganz besonders bei Einladungen zu Jahreshauptversammlungen und anderen
Pflichtinformationen.
Emails und Internet werden sich immer weiter
durchsetzen. Man muss aber sicherstellen, dass
dadurch nicht ein Informationsgefälle entsteht.
Die Mitglieder, die zu diesen Medien keinen Zugang haben, müssen die notwendigen Informationen auf anderem Wege erhalten.
Es ist schwer festzuschreiben, dass veröffentlichte Informationen auch gelesen werden. Natürlich
kann man in den Pachtvertrag oder in die Satzung
schreiben, dass Veröffentlichungen an bestimmten Stellen als bekannt gemacht gelten. Ob das bei
Auseinandersetzungen hilft, bleibt offen.
Fazit
Wenn es um die Strategien und Instrumente einer erfolgreichen Öffentlichkeitsarbeit geht, dann
braucht man das Rad nicht neu zu erfinden.
Auf allen Verbandsebenen wird hervorragendes geleistet. Viele Projekte, Initiativen und Veranstaltungen sind es Wert, in der Öffentlichkeit dargestellt
zu werden. Sie sollten auch bei der örtlichen und
der überörtlichen Presse Beachtung finden.
Zu den Strategien gehört aber, dass man uns in der
Verbandsstruktur klarer aufstellt.
Es darf nicht erst auf Nachfrage verständlich werden, dass, bzw. wie die Organisationen zueinander
stehen. Die Abfolge BDG – Landesverbände – Bezirksverbände – Vereine ist noch nicht ausreichend
präsent, wird durch eine zu heterogene Darstellung in der Namensgebung, in den Logos und in
den eigenen Veröffentlichungen – angefangen bei
den Verbandszeitschriften – erschwert.
Zu den Instrumenten, die eingesetzt werden, gehören vier, die bundesweit einheitlich präsent sein
müssen:
Die einheitliche Verbandszeitschrift für alle Mitglieder.
Bei Bundesgartenschauen muss der BDG bei Landesgartenschauen der jeweilige LandesverbandVeranstalter sein (gemeinsam mit seinen Verbänden und Vereinen, aber nicht umgekehrt).
Der Tag des Gartens muss als die bundesweite
Veranstaltung erkennbar werden, durch eine Bundesveranstaltung (zumindest in den Jahren auf der
Bundesgartenschau), durch Landesveranstaltungen und durch zentrale Veranstaltungen in jedem
Ort/Verein. Dabei sind der gleiche Zeitpunkt und

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das gleiche Motto unverzichtbar für den Wiedererkennungswert und den Zusammenhang.
Wettbewerbe müssen ebenfalls als solche klar
zugeordnet werden können. Das ist in der Sache gegeben und auch in Bezug auf die Jury. Der
Stellenwert des BDG bzw. des zuständigen Landesverbandes wird, erschwert durch die dezentrale
Presselandschaft, zumindest in Niedersachsen immer nur mit erheblich höherem Aufwand vermittelt werden können.
Es können auch weitere Instrumente zu einer
verbesserten Darstellung der Verbandsstrukturen
in der Öffentlichkeit genutzt werden. Ein einheitliches Corporate Identity/Design bei Veröffentlichungen (Flyer, Broschüren, …), Ausstellungen
wäre ein erster Schritt.

Mitglied anzurufen oder ihm zu jeder Gelegenheit
einen Brief zu schreiben.
Wenn man die Informationen über Aushangkästen oder – wie heute vielfach üblich – per Email
und im Internet auf der Homepage verbreite, muss
man nicht nur wissen, dass sie jeder erhalten kann.
Man muss auch prüfen, ob sie gelesen und umgesetzt werden.
Dieses gilt auch für die Vorstandsarbeit. Auch hier
muss sichergestellt werden, dass alle alles wissen,
ohne es auch tun zu müssen. Kommunikationsleitlinien oder ein Geschäftsverteilungsplan helfen
hier Klarheit zu schaffen.

Daneben ist die individuelle Arbeit vor Ort in den
Verbänden und Vereinen das A und O. Hier werden in erster Linie die Menschen vor Ort erreicht,
können Mitglieder eingebunden und neue Mitglieder gewonnen werden.
Dazu sind alle Formen der Öffentlichkeit zu nutzen. Neben den individuellen Medien wie Rundschreiben, Mitgliederbriefe oder – wie oben schon
angesprochen, die möglichst einheitliche Mitgliederzeitschrift im Pflichtbezug – bieten sich vor allem gemeinsame Veranstaltungen an.
Der Kontakt zu den Medien ist eine wichtige Aufgabe. Wenn sich die Vereine mit ihren Mitgliedern
positiv in der Öffentlichkeit dargestellt sehen, dann
hat das großen Einfluss auf das Selbstwertgefühl
und auf den Zusammenhalt im Verein.
Eine gute Medienarbeit bedeutet aber immer wieder besondere Aktivitäten. Es nützt wenig, nur
Jahreshauptversammlungen ohne Höhepunkte
anzubieten oder Jahresfeste, die in jedem Jahr den
gleichen Ablauf und Inhalt haben.
Bei überregionalen Presseinformationen ist immer der Bezug zum Verein vor Ort herzustellen.
Verbandspolitische Themen brauchen das konkrete Beispiel.
Mit ausschlaggebend für eine gute Arbeit im Verband und im Verein ist eine klare Kommunikation
untereinander.
Alle müssen miteinander kommunizieren. Innerhalb des Vorstands genau so, wie zwischen Vorstand und den Mitgliedern. Die heutigen Informationswege ermöglichen eine breite Information.
Wichtig ist es, niemanden auszuschließen.
Dazu muss klar sein, welche Möglichkeiten der
Kommunikation vorhanden sind. Es ist in der
Regel zu zeitaufwändig und auch zu teuer, jedes

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Öffentlichkeitsarbeit vor Ort –
Ansätze und Strategien in den
Landesverbänden
2. Teil

Joachim Roemer

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PR-Arbeit des BDG in ausgewählten Facetten

Thomas Wagner
Wissenschaftlicher
Mitarbeiter BDG, Berlin

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Eine Hand wäscht die andere –
Möglichkeiten und Voraussetzungen
für eine abgestimmte Zusammenarbeit
Christoph Steiner,
Chefredakteur
Landeszeitung Lüneburg

Vielmehr muss dem Verein/Verband klar sein,
dass der Öffentlichkeitsarbeiter/Pressewart, das
entscheidende Bindeglied nach außen darstellt; der
Zeitgenosse, der das Anliegen des Vereins/Verbandes transportiert und einer breiten Öffentlichkeit
zugänglich macht. Er bedarf dazu der Unterstützung und der Mitarbeit des gesamten Vorstandes.
Er ist angewiesen auf die interne Informationsund Auskunftsfreude seines Vereins/Verbandes.
Von nichts bekommt bekanntlich nichts – das gilt
sowohl für den internen, als auch für den externen
Informationsfluss.
Um Aufmerksamkeit zu erzielen, muss der Text
bei der Zeitung zuerst einmal an die richtige Adresse gelangen – sonst wandert ein Text, der ans
Politik-, Kultur- oder Sportressort gegangen wäre,
nicht auf die Zeitungsseite, sondern in den großen
Papierkorb. Der Text des Vereins/Verbandes müsste also die Lokalredaktion erreichen, deren genaue
Anschrift Ihnen vorab bekannt sein sollte.
Im 21. Jahrhundert sollte es sich um die richtige
E-Mail-Adresse handeln, denn die Bearbeitung von
Texten und Fotos findet in allen Redaktionen nur
noch auf elektronischem Wege statt – wer hingegen den dicken Brief schickt, hat im Grunde genommen schon verloren.

Was muss ein Text leisten,
um in der Presse Aufmerksamkeit zu erzielen?
Bevor man sich der Beantwortung dieser Frage widmet,
sollte vorab klar gestellt bzw.
geklärt sein, dass eine Kleingartenkolonie bzw. der entsprechende Verein aus
seinen Reihen ein eigenes Vorstandsmitglied für
Öffentlichkeitsarbeit/Pressewesen gekürt hat, über
dessen Bedeutung sich der gesamte Vorstand im
Klaren ist.
Das soll heißen, die Zuständigkeit für Öffentlichkeitsarbeit sollte nicht nach dem beliebten Prinzip
gefällt werden, ,,den Letzten beißen die Hunde“.
Es sollte also nicht derjenige werden, der sich am
wenigsten gegen das Amt wehren kann und auch
nicht der, der sich am wenigsten bewusst ist, mit
wie viel Arbeit diese verantwortungsvolle Aufgabe
verbunden sein kann.

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Hilfreich wäre von Haus aus die Zuständigkeit in
der Redaktion zu klären, so dass die Zusendung
der Nachricht direkt an den für die Kleingärtner
zuständigen Redakteur gerichtet ist. Um das herauszukriegen, genügt normalerweise ein Anruf bei
der Redaktionssekretärin oder beim Ressortleiter
Lokales, dessen Name entweder im Impressum
oder in vielen Blättern auf der Serviceseite zu finden ist.
Die gelegentliche persönliche Kontaktaufnahme
mit dem zuständigen Redakteur kann ebenfalls
nicht schaden, ist aber nicht zwingend Voraussetzung.
Zum Text selbst ist zu sagen, dass es für den als
Pressewart zwei Hauptbetätigungsfelder gibt – die
Vorankündigung und den Nachbericht. Für die
Vorankündigung gilt, dass die Nachricht kurz und
klar strukturiert sein muss. Sie ist in knappster
Form oder in Stichpunkten mitzuteilen – wer ist
gemeint, wo findet es statt, was findet statt, wann
findet es statt und warum findet es statt. Die fünf
berühmten ,,W“ also; wenn man die in Ihrer Information selbst wieder findet, so ist alles richtig
gemacht.

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Für jeden Nachbericht gilt. Beschränken auf das
Wesentliche, d. h. die Informationen in den Text
packen, die nicht vorwiegend für den eigenen Verein interessant sind, sondern für möglichst breite
Leserschichten. Der Bericht über eine Jahreshauptversammlung zum Beispiel muss nicht chronologisch wiedergeben, wie die Versammlung nach
Begrüßung durch den 1. Vorsitzenden über die
Totenehrung und die einzelnen Berichte bis hin
zum gemeinsamen Umtrunk am Ende gelaufen
ist. Vielmehr ist wesentlich, dass die Ergebnisse
der Versammlung wiedergegeben werden – von
der Beitragserhöhung über die Vorstandsneuwahlen bis hin zum Beschluss über den Neubau eines
Vereinshauses.
Nachrichten grundsätzlich so kurz wie möglich
lassen – und den Nachbericht immer so gestalten,
dass der bearbeitende Redakteur die letzten beiden
Absätze herausstreichen könnte, ohne das Wesentliche am Bericht antasten zu müssen. Ein Artikel
erscheint nämlich in den seltensten Fällen genau
so, wie man ihn eingereicht hat. Auch ein Überschriftenvorschlag erübrigt sich. Oft steht über
eingereichten Artikeln eine Zeile, die der Verfasser
gern als Überschrift hätte. Ob der Beitrag in der Zeitung letztlich als Ein-, Zwei-, Drei- oder Vierspalter
erscheinen wird, ist allerdings ungewiss. Deshalb
nicht nach Überschriften suchen.

Pressemitteilung oder Fachartikel
Es kommt immer darauf an, worum es geht – und
worum es dem Verein geht. Im Grundsatz wohl
darum, mit den Veröffentlichungen nicht nur
die anzusprechen, die ohnehin schon dafür sind,
sondern insbesondere diejenigen, die man für die
Sache, das Anliegen interessieren und im besten
Falle zum Mitmachen bewegen will.
Die pure Routine lässt sich gewiss ganz nüchtern,
kurz und klar per Pressemitteilung abhandeln. In
der überwiegenden Zahl der Fälle dürfte man damit
bequem auskommen. Aber es gibt natürlich auch
Besonderheiten, etwa im Vereinsleben um ein großes Jubiläum nebst Chronik und Einordnung in
den geschichtlichen Kontext, oder um eine komplexe Neuerung im speziellen Metier, die es wert
wäre, einer breiten Öffentlichkeit zugänglich und
verständlich gemacht zu werden. In solchen Fällen
lohnt vorab stets die Kontaktaufnahme mit der Redaktion, wobei man darauf achten sollte, dass die
Kontaktaufnahme mit genügend großem Vorlauf
vor dem Ereignis selbst vonstattengeht.

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Die Redaktion entscheidet dann, ob sie einen Profi
aus ihren Reihen unter Mithilfe des Veranstalters
auf die Geschichte ansetzt, ob sie zu der speziellen
Thematik den Beitrag eines externen Fachmannes
ordert bzw. selbst ein Interview mit einem Experten
führt, oder aber klare Vorgaben und Vorstellungen
an den Verein/Verband richtet, was die Anfertigung eines Fachartikels aus eigener Feder hinsichtlich seiner Aspekte und seiner Länge betrifft.
Der mit der Redaktion vorab nicht abgesprochene
Fachartikel inklusive seines fast unvermeidlichen
Fachchinesisch hat kaum eine Chance, es bis ins
Blatt zu schaffen, weil der Verfasser in der Regel
zwar ein großartiger Kenner seines Fachs ist, zugleich aber blutiger Laie, was Zeitungssprache betrifft, die grundsätzlich das Kunststück schaffen
muss, dass sie selbst der ,,geistige Tiefflieger“ noch
versteht, ohne zugleich die Großhirnrinde von der
Lektüre abzuschrecken. Das Eingreifen der Redaktionsprofis und deren Anleitung erscheinen demnach auf diesem Feld unabdingbar.

Reagiert die Presse vorrangig
auf ,,Katastrophen“?
Bei der Beantwortung dieser Frage muss differenziert werden, mit wem man es zu tun hat. Ob mit
der klassischen Lokalzeitung vor Ort, die sich vorwiegend als Abonnementszeitung definiert oder
aber mit dem Boulevardblatt, das sein Geld überwiegend mit dem Straßenverkauf verdient. Hier
gibt es durchaus unterschiedliche Interessenslagen und unterschiedliche Herangehensweisen
an Thematiken. Die Boulevardblattmacher sind
auf den knalligen Aufmacher und die reißerische
Überschrift angewiesen, wenn man so will, also
vorwiegend auf die ,,Katastrophe“.
Die Lokalzeitung hingegen lebt vom Ruf ihrer Seriosität, ihrer Glaubwürdigkeit als Nachrichtenübermittlerin und Werbeträgerin. Die gut gemachte
Lokalzeitung befindet sich immer auf der Suche
nach der Geschichte hinter der Geschichte, auf der
Suche nach den Menschen, die jeder Geschichte
ihr eigenes Gesicht geben, nach dem Ungewöhnlichen im vermeintlich Gewöhnlichen und nach
dem Alleinstellungsmerkmal, welches einen Vorgang besonders berichtenswert macht.
Die Lokalzeitung scheut vor der ,,Katastrophe“
zwar nicht zurück, macht sich aber weit weniger
auf die Suche nach ihr. Denn mit jeder ,,Katastrophe“ sind auch Namen und Menschen verbunden,

97

denen man in seinem Mikrokosmos auch am Tag
danach wieder begegnet.
Dazu ein paar Beispiele aus der Arbeit der Redaktion in Lüneburg, die überhaupt nichts mit ,,Katastrophe“ zu tun haben, sondern ganz im Gegenteil
sehr eindrücklich wiedergeben, welche außergewöhnlichen Begebenheiten sich im Kleingartenwesen abspielen.
Etwa die Geschichte unter der Überschrift ,,Die
Mädels aus Garten 26“, die beschreibt, wie Jugendliche den Kleingarten für sich entdecken als Rückzugs-Ort und auch als Ort der Geselligkeit.
Oder der Artikel ,,Vorfreude auf die erste Ernte“, in
dem die Geschichte eines aus dem Libanon stammenden mittellosen Paares beschrieben ist, dem
von Lüneburger Kleingärtnern kostenlos ein Garten zur Verfügung gestellt wurde, um sich und ihre
Kinder aus eigener Ernte mit Obst und Gemüse zu
versorgen.
Dann der Beitrag ,,Kleingarten als Jobmotor“. Er
beschreibt ein Projekt für Langzeitarbeitslose, die
durch ihre Arbeit in einer Kleingartenkolonie sich
das Rüstzeug zu holen versuchen für eine eventuelle spätere Tätigkeit in einem Gartenbaubetrieb.
Die erhoffte Rückkehr auf den Arbeitsmarkt.
Schließlich Beiträge wie ,,Laubenpieper als Vereinte Nationen“ oder ,,Duo vermittelt die Tücken des
Gesetzes“, die aufzeigen, welche wertvollen Beiträge das Kleingärtnerwesen zur gelungenen Integration ausländischer Mitbürger leistet.
Allesamt Geschichten, die mit Pleiten, Pech und
Pannen oder gar Katastrophen überhaupt nichts
zu tun haben, die aber prima dazu geeignet sind,
das teilweise verstaubte Image von Kleingartenkolonien in der öffentlichen Wahrnehmung spürbar
aufzupolieren. Und, na klar, den Lesewert und Informationsgehalt der Landeszeitung auch deutlich
steigern.
Alle Geschichten wären ohne die Mithilfe und Mitarbeit der beteiligten Vereine nicht möglich gewesen – letztere haben sich den Blick dafür bewahrt,
was für die Öffentlichkeit von Bedeutung sein
könnte und die Redaktion darüber entsprechend
informiert. Eine der größten Gefahren, denen beileibe nicht nur Vereine ausgesetzt sind, ist nämlich
die Betriebsblindheit – der durch die alltägliche
Routine verstellte Blick und die abhanden gekommene Sensibilität für die Wahrnehmung von außen.

98	

Voraussetzung für die Zusammenarbeit mit
einem Presseorgan.
An ein bestimmtes Regelwerk ist diese Zusammenarbeit nicht gebunden, auch irgendwelche Kosten
fallen dabei nicht an. Der Prozess der Zusammenarbeit ist vielmehr ein immer währendes Geben
und Nehmen unter wechselnden Vorzeichen; also
auch der gegenseitigen Befruchtung. Der Verein
gibt die Information, das Presseorgan nimmt sie
auf und setzt sie um. Andererseits gibt das Presseorgan breite Öffentlichkeit und der Verein wiederum nimmt den Nutzen daraus entgegen.
Einige Dinge können die Zusammenarbeit freilich erheblich vereinfachen. Besonders hilfreich
ist dabei ein vertrauensvolles Verhältnis zwischen
zuständigem Redakteur und Öffentlichkeitsarbeiter. So vertrauensvoll, dass man sich darauf verlassen kann, dass der Journalist Hintergrundinformationen, die ihm gegeben wurden, tatsächlich
vertraulich behandelt. Solche Informationen sollen grundsätzlich nur im persönlichen Gespräch
weitergereicht werden. Die Lieferung von Hintergrundinformationen ist vielfach unverzichtbar,
weil der Journalist nur durch sie bestimmte Vorgänge richtig einordnen und einschätzen kann.
So etwas setzt auf der anderen Seite freilich voraus,
dass die Redaktion auch einen festen Ansprechpartner benennt. Nur ein gewisses Maß an Kontinuität,
an gegenseitigem Kennen und Respekt lässt den
Aufbau eines Vertrauensverhältnisses zu. Deshalb
also fragen, ob ein fester Ansprechpartner in der
Redaktion benannt werden kann.
Ein weiterer Fakt ist, wer nur einmal mit seinen
Informationen kommt und einmal nicht abgedruckt wird, der hat eine Ausfallquote von 100 Prozent. Wer zehnmal kommt und fünfmal gedruckt
wird, kann sich hingegen über eine 50prozentige
Erfolgsquote freuen. Die Beharrlichkeit macht
es, auch wenn man damit zu nerven droht. Eine
Verpflichtung für das Presseorgan zur Veröffentlichung der Information besteht selbstverständlich
nicht – denn es besteht Pressefreiheit.
Wichtig ist, dass Verein/Verband nicht nur mit
Hurra-Meldungen kommen, sondern auch mit den
Negativnachrichten, die nirgendwo gänzlich zu
vermeiden sind. Wer da auf Tauchstation geht, der
verspielt jegliches Vertrauen und jeglichen Kredit
in der Redaktion. Auch mit schlechten Nachrichten
muss man so offensiv wie nur möglich umgehen,
denn wer nur scheibchenweise etwas herauslässt,
der erweckt den Verdacht, etwas zu verbergen zu

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haben – und liefert möglicherweise zugleich den
Anlass für eine spekulative Berichterstattung. Letztere zählt zum Unangenehmsten, was einem in
ohnehin misslicher Lage widerfahren kann.

Gibt es Möglichkeiten einer gemeinsamen
Publikationsmöglichkeit Verein/Presseorgan?
Diese Möglichkeit besteht, allerdings in begrenztem Umfang und im Regelfall außerhalb der laufenden Berichterstattung einer Tageszeitung. Die
Lüneburger Landeszeitung hat zum Beispiel vor
einiger Zeit eine Serie über Kleingartenkolonien
in der Region über mehrere Wochen in regelmäßiger Folge abgedruckt. Im Nachgang ist daraus ein
kleines Buch entstanden, das über den Verlag zum
Verkauf angeboten wird. Ein Unterfangen, das nur
unter Mitwirkung der Vereine möglich war.
Eine gemeinsame Publikationsmöglichkeit besteht ferner bei herausragenden Ereignissen, die
einen Verein oder einen Verband betreffen. Etwa
eine auch mehrseitige Sonderpublikation über die
Entstehung und Einweihung des neuen Vereinsheimes, an der die am Bau beteiligten Unternehmen mit entsprechenden Anzeigen beteiligt sind. Ähnliches ist
denkbar bei einem großen Jubiläum, in dessen Rahmen mit einer
kleinen Vereinschronik Rückschau
gehalten wird – auf Anzeigen gratulieren Sponsoren, befreundete
Firmen und andere Vereine zum
runden Geburtstag.
Schließlich können Zeitung und
Verein eine gemeinsame Aktion
initiieren, die die Öffentlichkeit anspricht und entsprechend vermarktet werden kann. Eine gemeinsame Baumpflanzaktion vielleicht,
ein gemeinsames Gewinnspiel
oder ähnliches. Es gibt tatsächlich
nichts Gutes, außer man tut es.
In diesem Sinne – ist Ideenreichtum gefragt und Kunstfertigkeit,
auch aus dem Kleinen noch etwas
respektables Großes herauszuholen.

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99

Was muss ein Verein an Fakten und
Informationen vorhalten	
Peter Hans Horn, Landesverband Brandenburg

Workshop 1
Die Teilnehmer des Workshops diskutierten über
ihre Erfahrungen mit der internen Kommunikation und einer breiten Öffentlichkeitsarbeit in ihren
Verbänden.
In der Diskussion wurde mehrheitlich hervorgehoben, dass beide Formen eine Einheit bilden. Gut
informierte Gartenfreunde innerhalb der Verbände
und Vereine sind zudem Multiplikatoren in ihrer
Familie, im Freundeskreis und im Arbeitsumfeld.
Sie prägen ganz wesentlich nach außen das Image
des Kleingartenwesens.
Interne Kommunikation
Für umfassende Informationen werden unterschiedliche Möglichkeiten genutzt, die sich aus der
Größe und Struktur der Verbände ableiten.
1.	Im Stadtverband Halle werden über die Wintermonate hinaus wöchentlich Arbeitsberatungen
mit jeweils zehn Vereinsvorsitzenden durchgeführt. Dadurch sind alle 130 Vorsitzenden
am Beginn des neuen Gartenjahres auf einem
einheitlichen Stand. Zugleich ermöglich diese
Form durch den persönlichen Kontakt, Netzwerke zu knüpfen.
2.	Im Kreisverband Demmin hat man sich aufgrund der größeren Distanz zwischen den einzelnen Vereinen dafür entschieden, regelmäßig Stützpunktberatungen durchzuführen, in
denen eine Gruppe Vereinsvorsitzender und
Mitglieder des Kreisverbandes ihre Erfahrungen
austauschen. Auch hier wird großer Wert auf
persönliche Kontakte gelegt.
3.	Im Landesverband Braunschweig findet jeweils
am 1. Mittwoch im Monat ein Runder Tisch statt,
zu dem Politiker eingeladen werden.
4.	In Castrop-Rauxel werden u.a. zu den erweiterten Vorstandssitzungen (dort heißen diese Vorstandsratssitzungen) Vorsitzende der Vereine
und deren Stellvertreter eingeladen.

100	

Desweiteren gibt es in den Geschäftsstellen der
Workshop-Teilnehmer feste Sprechstunden.
Fazit:
•	Die interne Kommunikation innerhalb des Verbandes muss planmäßig und mit klaren Verantwortlichkeiten geführt werden.
•	Persönliche Kontakte sind die beste Voraussetzung für die Weitergabe von Informationen, den
Erfahrungsaustausch und die Klärung von Problemen auf kurzem Weg.
•	Die Gestaltung von Netzwerken sollte festes Ziel
sein.
•	Partner aus der Politik und der Kommune in die
Verbandsarbeit einbeziehen, um somit bei lokalen Entscheidungsträgern Verständnis zu schaffen.

Breite Öffentlichkeitsarbeit
Gemäß dem vielzitierten Grundsatz „Tue Gutes
und rede darüber“ hängen das Image und das Verständnis des Kleingartenwesens in der Öffentlichkeit maßgeblich davon ab, wie sich die Verbände
in ihrem Umfeld präsentieren. Einig waren sich
die Workshop-Teilnehmer darin, dass zuallererst
die Anlage das Aushängeschild nach außen ist. An
erster Stelle ist es Aufgabe der internen Kommunikation, die Mitglieder und ihre Vereinen für die
Gestaltung der Gärten nach den kleingärtnerischen
Grundsätzen zu motivieren.
In der Diskussion wurden folgende Beispiele zusammengetragen, die sich aus der Sicht der Teilnehmer als Formen der Öffentlichkeitsarbeit bewährt haben:
1.	 Feste Kontakte zur den Kommunen und zur Politik (hier sind vor allem persönliche Kontakte und
feste Ansprechpartner wichtig).
2.	Zusammenarbeit mit den regionalen Medien
(was allerdings aufgrund unterschiedlicher Erfahrungen sehr differenziert ist). Hier sollten die umfangreichen Erkenntnisse, die zur Arbeit mit der
Presse durch die Referenten im Plenum und beim
Besuch der Redaktion der Landeszeitung Lüneburg
vermittelt wurden, genutzt werden.
3.	 Kontakte zu Schulen und sozialen Einrichtungen (Schulungsgarten für Schüler, Erlebnisgarten
für Bewohner von Altersheimen, Tafelgärten für
gemeinnützige Einrichtungen).
4.	Informationsstände der Vereine und Verbände
bei Veranstaltungen im kommunalen Rahmen
(Teilnahme an Messen, Tag des Gartens, Stadtfeste).

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5.	Einladung von interessierten Bürgern zu Fachberatungen.
Fazit:
Die oben genannten Beispiele sind eine Auswahl
von Möglichkeiten, die genutzt werden können,
um ein umfassendes Bild des Kleingartenwesens
in der Öffentlichkeit zu vermitteln. Dabei geht es
inhaltlich darum, zu zeigen:
•	Die Gartenfreunde und Kleingärtner leisten einen sehr großen Beitrag zum Erhalt der ökologischen Vielfalt und Pflege der Landschaft.
•	Die Kleingärten erhöhen den Erholungswert in
Städten und Landgemeinden.
•	Die Kleingärtner betreiben aktiven Klimaschutz.
•	Die Gartenfreunde übernehmen auf vielfältige
Art und Weise soziale Verantwortung.

bundesverband deutscher gartenfreunde e.v. – grüne schriftenreihe 213	

101

Kommunikationsrichtlinien
Joachim Roemer, LV Niedersächsischer Gartenfreunde

Workshop 2
Die Workshop-Teilnehmer wollten ihre Aufgaben
so verstanden wissen, dass sie sich über die Kommunikation zum Thema Öffentlichkeitsarbeit in
den Verbänden und Vereinen austauschen.
Die Gruppe war sehr heterogen besetzt. Neben
Vertretern aus Landesvorständen waren auch Vorstandsmitglieder von Vereinen dabei.
Dieses erschwerte die Diskussion, da die Voraussetzungen für die Arbeit sehr unterschiedlich waren.
Sie reichten von professioneller Bearbeitung der
Pressearbeit in Thüringen, bis zur Aussage, dass
für die Arbeit kaum Zeit zur Verfügung steht.
Die Zusammensetzung der Gruppe machte aber
auch deutlich, dass die Wünsche und Erwartungen
in den verschiedenen Ebenen sehr unterschiedlich
sein können.
Einig waren sich die Teilnehmer darin, dass die jeweiligen Vereins- und Verbandsebenen einerseits
die Selbstständigkeit der Ebenen achten, andererseits von den Erfahrungen aber gegenseitig profitieren sollten.
Das bedeutet, dass die Aktivitäten der Vereine vor
Ort als Leistungen der Mitglieder dargestellt werden müssen. Bezirksverbände und Landesverbände sollen sich vor allem den übergeordneten, verbandspolitischen Themen widmen. Sie sollen die
Vereine beraten, aber nicht reglementieren.
Insbesondere die Vertreter der Bezirke und Vereine
wünschen sich Handreichungen für ihre Arbeit.
Sie können sich zwar aktiv einbringen, haben aber
nur selten die Mittel für eine professionelle Arbeit.
Dabei sind sie auf Unterstützung der übergeordneten Verbandsebenen angewiesen.
Es wurde deutlich, dass insbesondere der Bundesverband als kompetenter Partner gesehen wird und
dass man sich den BDG als Dienstleister wünscht.
Scheinbar ist noch nicht hinreichend bekannt, welche Informationen der BDG für Gartenfreundinnen und Gartenfreunde bereithält.
Der BDG sollte deshalb überlegen, wie er sein Angebot besser präsentiert.

102	

So sind die Inhalte der Grünen Schriftenreihe wenig präsent. Vielleicht wäre es möglich ein Glossar
vorzuhalten oder die Suchmaschine für die Inhalte
der Schriftenreihe zu verbessern.
Die Teilnehmer führten folgende Punkte auf, die
die Öffentlichkeitsarbeit beeinflussen:
•	Ehrenämter werden nur noch schwer übernommen, für bestimmte Aufgaben finden sich kaum
noch Bewerber
•	Bei der Aufgabenverteilung ist der Fachberater
häufig auch für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig; er hat jedoch nicht immer Einblick in alle
Belange des Vereins.
•	Aus der Sicht der übergeordneten Verbände arbeiten die Vereine häufig zu eigenständig, aber
auch die Verbände sind schwer „unter einen
Hut“ zu bekommen.
Es besteht keine klare Abstimmung darüber, wer
was macht und wer (Verein oder Verband) welche
Informationen nach außen tragen soll.
Aus der Sicht von Vereinen wird Wert darauf gelegt, dass die Vereine aus ihrem eigenen Bedürfnis
heraus agieren können.
•	Die Bezirke sollten die übergeordnete Pressearbeit so gestalten, dass sie nicht in die Autonomie
der Verein eingreifen.
•	Vielfach bestehen Hemmschwellen bei der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, die abgebaut werden müssen. „Wir wurden in das Amt gewählt,
nicht in das Amt geboren. Daher ist es nicht Jedem möglich, alle Aufgaben professionell anzugehen.“
•	Für Verbände und Vereine wären Handreichungen wichtig, um Pressearbeit richtig betreiben
zu können.
Sie werden insbesondere dann für sinnvoll angesehen, wenn die Verbände / Vereine auch in der Lage
sind, sie in der Arbeit auch direkt umzusetzen.
•	Mit Handreichungen könnten auch die Aktivitäten der Vereine gestärkt werden.
•	Eine qualifizierte Beratung ließe sich zum Beispiel durch den Aufbau eines Netzwerkes sicherstellen.
•	Teilweise wurde gewünscht, dass die Landesverbände inhaltliche Vorgaben für die Öffentlichkeitsarbeit machen.
•	In jedem Fall sollte der BDG auf seiner Home-

bundesverband deutscher gartenfreunde e.v. – grüne schriftenreihe 213

page Hilfestellungen zur Öffentlichkeitsarbeit
und zur Organisation der Pressearbeit geben.
Dazu sollte eine Infoblatt gehören, dass das „was
– wann – wer – wo und warum“ der Pressearbeit
erläutert.
Die Teilnehmer waren sich darin einig, dass alle
Bemühungen nur dann Erfolg haben können,
wenn die Informationen auch gelesen werden.

bundesverband deutscher gartenfreunde e.v. – grüne schriftenreihe 213	

103

Inhaltliche Ausgestaltung,
Herstellung und Verbreitung
von Publikationsmitteln
Wolf-Dietrich Enderling, Landesverband Sachsen

Workshop 3
Zur Einführung in den Workshop wurden die möglichen Bestandteile der Öffentlichkeitsarbeit, sowohl nach innen sowie auch nach außen benannt
und in ihrer inhaltlichen Ausgestaltung diskutiert.
Durch die Zusammensetzung des Workshops mit
Vereins- und Verbandsvorstandsmitgliedern ergaben sich unterschiedliche Betrachtungsweisen für
die Realisierung einer wirksamen Öffentlichkeitsarbeit.
Als sehr wichtig wurde in diesem Zusammenhang
die Zusammenarbeit mit Städten und Gemeinden
hervorgehoben. Da daraus eventuell Förderverträge für das Kleingartenwesen erwachsen könnten,
wie es in Braunschweig mit der dort existierenden
Hochschule oder in Stralsund schon Realität ist.
Dies schließt auch in gemeinsamer Abstimmung
die Möglichkeiten einer breiten und wirksamen
Öffentlichkeitsarbeit ein, da beide Seiten die Möglichkeit haben, ihre Arbeiten und Leistungen einem breiten Publikum bekannt zu machen.
Als ein weiterer wichtiger Punkt für die Wirksamkeit von Öffentlichkeitsarbeit wurde von den Workshop-Teilnehmern herausgehoben, dass es notwendig ist, dass die Kleingärtnerorganisation nach
außen ein geschlossenes Auftreten zeigt – dies gilt
sowohl für Vereine als auch für Verbände.
Als ein durchaus interessantes Mittel im Rahmen
der Öffentlichkeitsarbeit hat sich die Darstellung
von Wettbewerben vielfach bewährt, denn dabei
werden nicht nur die Kleingärtner selbst, sondern
auch ihre Familien und Teilnehmer aus dem Umfeld einer Kleingartenanlage einbezogen.
Eine solche Wirksamkeit können auch Gartenfeste
erlangen, wenn sie nicht nur für den Verein selbst
einen Höhepunkt darstellen, sondern so ausgestal-

104	

tet sind, dass auch die Bürger der umliegenden
Wohngebiete eingeladen oder sogar in die Gestaltung mit einbezogen werden.
Bei der Realisierung von Veranstaltungen hat es
sich als positiv bewiesen, wenn mehrere Vereine
oder Verbände zum Erreichen angestrebter Ziele
gemeinsam Veranstaltungen durchzuführen.
Dies ist nicht nur wirtschaftlich gesehen ein Vorteilt, sondern lässt auch mehr Möglichkeiten der
Gestaltung zu. So kann z. B. eine für den Einzelverein finanziell nur schwer zu realisierende Erstellung einer Jubiläumsbroschüre doch noch
Wirklichkeit werden. Zum zweiten wird durch eine
solche Zusammenarbeit auch die einbezogene Region erheblich vergrößert, was wiederum dazu
führt, dass mehr Menschen von der Veranstaltung
Kenntnis erhalten und sie – wenn sie interessant
angekündigt wird – auch besuchen.
Im Workshop wurde auch die Problematik Schaukasten im Verein oder Informationen über das Internet diskutiert. Dabei wurde festgestellt, dass für
die Öffentlichkeitsarbeit eines Vereins nach innen
der Schaukasten nach wie vor die Nummer 1 ist.
Die Gestaltung und die Aktualität von Schaukästen
ist dabei von großer Bedeutung, denn sie werden
nur dann wirksam, wenn die Vereinsmitglieder,
aber auch Spaziergänger in der Anlage, von dem
darin Dargestellten Kenntnis nehmen.
Kontakte für die Neuvergabe von gekündigten
Kleingartenparzellen kommen immer häufiger
über das Internet zustande; voraus sich ableitet,
dass es auch im Kleingartenwesen ohne dieses
Medium „Internet“ nicht mehr geht, bzw. dass mit
diesem Medium sich schneller und auch besserer
Erfolge einstellen. Von den Workshop – Teilnehmern wurde deutlich gemacht, dass immer mehr
Vereine eine eigene Website für ihren Verein erstellt haben, um einmal ihre Leistungen und Erfolge deutlich zu machen, zum anderen neue Mitglieder zu werben und nicht zu letzt interessante
Informationen einer breiten Öffentlichkeitsarbeit
zugängig zu machen.
Gute Beispiele für die soziale Verantwortung von
Kleingärtnervereinen in der Gesellschaft waren für
die Workshop-Teilnehmer die Bereitstellung gärtnerischer Produkte für soziale Zwecke, die Unterstützung von Brand- und Hochwasseropfern sowie
die Zusammenarbeit mit Kindergärten und Schulen.

bundesverband deutscher gartenfreunde e.v. – grüne schriftenreihe 213

Große Zustimmung fand der Beitrag, dass Kleingartenvereine immer mehr in die Rolle eines
Dienstleiters für die Vereinsmitglieder gedrängt
werden und das dem Vorstand immer weniger Zeit
für echte Vereinsarbeit eingeräumt wird. Die Mitglieder des Workshops waren sich darüber einig,
dass einer solchen Änderung des Vereinslebens
Einhalt geboten werden muss.

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105

Reaktionen auf Bundesseminare

106	

bundesverband deutscher gartenfreunde e.v. – grüne schriftenreihe 213

IMPRESSIONEN

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107

108	

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Leitthemen der Schriftenreihe ab 1997

Heft	 Jahr	

Ort	

122	 1997 	

Schwerin	Haftungsrecht und Versicherungen im Kleingartenwesen

123	

1997 	

124	 1997 	
125	

1997 	

Seminar

St. Martin	Pflanzenschutz und die naturnahe Bewirtschaftung im
Kleingarten
Berlin	

Lernort Kleingarten

Gelsenkirchen	Möglichkeiten und Grenzen des Naturschutzes im Kleingarten

126	 1997 	

Freising	Maßnahmen zur naturgerechten Bewirtschaftung und umweltgerechte Gestaltung der Kleingärten als eine Freizeiteinrichtung
der Zukunft

127	 1997	

Lübeck-Travemünde	Der Schutz unserer natürlichen Lebensgrundlagen

128	 1997 	

Karlsruhe	

Aktuelle Probleme des Kleingartenrechts

129	 1998 	

Chemnitz	

Aktuelle kleingartenrechtliche Fragen

130	 1998 	

Potsdam	Die Agenda 21 und die Möglichkeiten der Umsetzung der lokalen
Agenden zur Erhaltung der biologischen Vielfalt im Kleingartenbereich

131	

1998 	

Dresden	

Gesundes Obst im Kleingarten

132	

1998 	

Regensburg	Bodenschutz zum Erhalt der Bodenfruchtbarkeit im Kleingarten
Gesetz und Maßnahmen

133	 1998 	 Fulda	Der Kleingarten – ein Erfahrungsraum für Kinder und
			
Jugendliche
134	 1998 	
135	

1998 	

136	 1998 	

Wiesbaden	

Aktuelle kleingartenrechtliche Fragen

Stuttgart	Kleingärten in der/einer künftigen Freizeitgesellschaft
Hameln	Umsetzung der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie der EU von 1992
im Bundesnaturschutzgesetz und die Möglichkeiten ihrer
Umsetzung im Kleingartenbereich

137	

1999	

Dresden	

(Kleine) Rechtskunde für Kleingärtner

138	

1999	

Rostock	

Gute fachliche Praxis im Kleingarten

139	 1999	

Würzburg	

Kind und Natur (Klein)Gärten für Kinder

140	 1999	

Braunschweig	Zukunft Kleingarten mit naturnaher und ökologischer
Bewirtschaftung

bundesverband deutscher gartenfreunde e.v. – grüne schriftenreihe 213	

109

Heft	 Jahr	

141	

1999	

Ort	

Seminar

Hildesheim	Biotope im Kleingartenbereich – ein nachhaltiger Beitrag zur
Agenda 21

142	 1999	

Freiburg	

Zukunft Kleingarten

143	 2000	

Mönchengladbach	Recht und Steuern im Kleingärtnerverein

144	 2000	

Oldenburg	Pflanzenzüchtung und Kultur für den Kleingarten
von einjährigen Kulturen bis zum immergrünen Gehölz

145	 2000	

Dresden	

Die Agenda 21 im Blickfeld des BDG

146	 2000	

Erfurt	

Pflanzenschutz im Kleingarten unter ökologischen Bedingungen

147	 2000	

Halle	

Aktuelle kleingarten- und vereinsrechtliche Probleme

148	 2000	

Kaiserslautern	Familiengerechte Kleingärten und Kleingartenanlagen

149	 2000	

Erfurt	

Natur- und Bodenschutz im Kleingartenbereich

150	 2001	

Rüsselsheim	

Vereinsrecht
Kleingartenanlagen als umweltpolitisches Element

151	

2001	

Berlin	

152	

2001	

Mönchengladbach	Natur- und Pflanzenschutz im Kleingarten

153	

2001	

St. Martin	

154	 2001	
155	

2001	

156	 2001 	

Das Element Wasser im Kleingarten

Gelsenkirchen	Frauen im Ehrenamt – Spagat zwischen Familie, Beruf und
Freizeit
Erfurt	

Verbandsmanagement

Leipzig	Zwischenverpachtungen von Kleingartenanlagen –
Gesetzliche Privilegien und Verpflichtungen

157	

2002	

Bad Mergentheim	

Kleingartenpachtverhältnisse

158	

2002	

Oldenburg	Stadtökologie und Kleingärten – verbesserte Chancen für die
Umwelt

159	 2002	

Wismar	Miteinander reden in Familie und Öffentlichkeit –
was ich wie sagen kann

160	 2002	

Halle	

Boden – Bodenschutz und Bodenleben im Kleingarten

Wismar	

Naturnaher Garten als Bewirtschaftsform im Kleingarten

161	

2002 	

162	 2002	Berlin	

110	

Inhalt und Ausgestaltung des Kleingartenpachtvertrages

bundesverband deutscher gartenfreunde e.v. – grüne schriftenreihe 213

Heft	 Jahr	

Ort	

Seminar

163	 2003	

Dessau	

Finanzen

164	 2003	

Rostock	Artenvielfalt im Kleingarten – ein ökologischer Beitrag des
Kleingartenwesens

165	 2003	

Hamburg	Rosen in Züchtung und Nutzung im Kleingarten

166	 2003	

Rostock	Wettbewerbe – Formen, Auftrag und Durchführung

167	 2003	

Limburgerhof	

168	 2003	

Bad Mergentheim	Soziologische Veränderungen in der BRD und mögliche
Auswirkungen auf das Kleingartenwesen

169	 2004	

Braunschweig	Kleingärtnerische Nutzung (Rechtsseminar)

170	 2004	

Kassel	

Öffentlichkeitsarbeit

Fulda	

Kleingärtnerische Nutzung durch Gemüsebau

Braunschweig	

Mein grünes Haus

171	

2004	

172	 2004	
173	

2004	

174	 2004	
175	

2004	

Die Wertermittlung

Dresden	Kleingärtnerische Nutzung durch Gemüsebau
Magdeburg	

Recht aktuell

Würzburg	Der Kleingarten als Gesundbrunnen für Jung und Alt

176	 2004	 Münster	Vom Aussiedler zum Fachberater – Integration im
			
Schrebergarten (I)
177	

2005	

Kassel	

Haftungsrecht

178	 2005	

München	Ehrenamt – Gender-Mainstreaming im Kleingarten

179	 2005	

Mannheim	

Mit Erfolg Gemüseanbau im Kleingarten praktizieren

180	 2005	

München	

Naturgerechter Anbau von Obst

Erfurt	

Naturschutzgesetzgebung und Kleingartenanlagen

Dresden	

Kommunalabgaben

181	

2005	

182	 2005	

183	 2005	 Bonn	Vom Aussiedler zum Fachberater – Integration im
			
Schrebergarten (II)
184	 2006	

Dessau	Düngung, Pflanzenschutz und Ökologie im Kleingarten –
unvereinbar mit der Notwendigkeit der Fruchtziehung?

bundesverband deutscher gartenfreunde e.v. – grüne schriftenreihe 213	

111

Heft	 Jahr	

Ort	

Seminar

Jena	

Finanzmanagement im Verein

186	 2006	

Braunschweig	

Stauden und Kräuter

187	 2006	

Stuttgart	

Grundseminar Boden und Düngung

188	 2006	

Hamburg	

Fragen aus der Vereinstätigkeit

189	 2007	

Potsdam	

Deutschland altert – was nun?

190	 2007	

Jena	

Grundseminar Pflanzenschutz

2007	

Jena	

Insekten

192	 2007	

Celle	

Grundseminar Gestaltung und Laube

185	

191	

2006	

193	 2007	 Bielefeld	Rechtsprobleme im Kleingarten mit Verbänden lösen
			
(Netzwerkarbeit) Streit vermeiden – Probleme lösen
194	 2008	

Potsdam	

Pachtrecht I

195	 2008	

Neu-Ulm	Pflanzenverwendung I – vom Solitärgehölz bis zur Staude

196	 2008	

Magdeburg	Soziale Verantwortung des Kleingartenwesens – nach innen und
nach außen

197	 2008	

Grünberg	Pflanzenverwendung II – vom Solitärgehölz bis zur Staude

198	 2008	

Gotha	

199	 2008	

Leipzig	Kleingärtner sind Klimabewahrer – durch den Schutz der Naturressourcen Wasser, Luft und Boden

200	 2009	

Potsdam	

Wie ticken die Medien?

201	 2009	

Erfurt	

Vereinsrecht

202	 2009	

Bremen	

Vielfalt durch gärtnerische Nutzung

203	 2009	

Schwerin	

Gesundheitsquell – Kleingarten

204	 2009	

Heilbronn	

Biotope im Kleingarten

205	 2009	

Potsdam	

Wie manage ich einen Verein?

Finanzen

206	 2010	
Lüneburg	Kleingärten brauchen Öffentlichkeit und Unterstützung auch
			
von außen
207	 2010	

112	

Magdeburg	Zwischenpachtvertrag – Privileg und Verpflichtung

bundesverband deutscher gartenfreunde e.v. – grüne schriftenreihe 213

Heft	 Jahr	

Ort	

Seminar

208	 2010	

Bremen	

Umwelt plus Bildung gleich Umweltbildung

209	 2010	

Kassel	Der Fachberater – Aufgabe und Position im Verband

210	 2010	

Mönchengladbach	

211	

2010 	

212	 2010	
213	

2011	

Biologischer Pflanzenschutz

Dresden	Umweltorganisationen ziehen an einem Strang (grüne Oasen als
Schutzwälle gegen das Artensterben)
Hannover	

Der Kleingärtnerverein

Lüneburg	Kleingärten brauchen Öffentlichkeit und Unterstützung auch von
außen

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113

114	

bundesverband deutscher gartenfreunde e.v. – grüne schriftenreihe 213

bundesverband deutscher gartenfreunde e.v. – grüne schriftenreihe 213	

115
        
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