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Full text: Die wahren Werte

Die wahren Werte
Wie soziale Verantwortung sich auszahlt:
Die Stadtrendite der degewo

Weithin sichtbar markiert diese bemalte Brandmauer in der Prinzenstraße den Eingang zum Soldiner Kiez und den belebenden Einfluss der
Kolonie Wedding auf den Stadtteil. Mehr darüber auf den Seiten 12 und 13.

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Liebe Bewohnerinnen und Bewohner unserer Quartiere,
liebe Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt,
die starken Verschiebungen im sozialen und ökonomischen Gefüge unserer Gesellschaft – Stichwort Globalisierung – machen vor den öffentlichen Wohnungsunternehmen nicht halt. Zwei
Ereignisse im Jahr 2006 legten besonders deutlich Zeugnis von den damit einhergehenden Spannungen ab: Im Frühjahr verkaufte die Stadt Dresden auf einen Schlag alle 48.000 Wohnungen aus
ihrem Besitz an einen amerikanischen Investor, um so ihre Schulden loszuwerden. Ein halbes Jahr
später verhinderte ein spektakulärer Bürgerentscheid den gleichen Vorgang in Freiburg: 70 Prozent
der Wahlbeteiligten stimmten gegen die Veräußerung von fast 8.000 kommunalen Wohnungen.
Sie blieben im Besitz der Stadt.
Warum legen die Bürger so großen Wert auf ihre städtischen Wohnungen? Hängen sie an überholten Vorstellungen oder stimmt etwas nicht mit der Rechnung, die so viele Stadtregierungen
aufstellen, um den Verkauf kommunaler Gesellschaften zu rechtfertigen? Diese Rechnung lautet
meist so: Die Renditen, die die öffentlichen Wohnungsgesellschaften für die Stadtkasse erzielen,
sind niedriger als die Zinsen, die man durch ihren Verkauf und die dadurch ermöglichte Schuldentilgung einsparen könnte. Also – abstoßen, logisch. Unterm Strich hätte der städtische Haushalt ja
einen Gewinn.
Was ein kommunales Wohnungsunternehmen wie z. B. die degewo seiner Stadt und ihren Bürgern tatsächlich einbringt, lässt sich nicht allein an der betriebswirtschaftlichen Rendite ablesen.
Als Unternehmen der öffentlichen Hand tragen wir eine gesellschaftliche Verantwortung, die
uns weit über den rein betriebswirtschaftlichen Tellerrand hinausblicken und handeln lässt. Das
kostet Geld – aber die ganze Stadt zieht auch großen Gewinn daraus. Um diesen – betriebswirtschaftlichen und gesellschaftlichen – Gewinn zu erfassen, sprechen Experten seit einiger Zeit von
„Stadtrendite“.
Mit ihr möchten wir Sie in dieser Broschüre bekannt machen: Als erstes Unternehmen in Deutschland hat die degewo ihre Stadtrendite ermitteln lassen – in Euro und Cent. Das Institut für Management der Humboldt-Universität zu Berlin entwickelte dafür in unserem Auftrag ein innovatives Instrumentarium.
Lesen Sie also, was dabei herauskommt, wenn man die Erträge, die durch verantwortungsvolles
Handeln entstehen, in die Rechnung mit einbezieht. Und lernen Sie dabei vor allem den Gewinn kennen, der mit der Stadtrendite aufs Engste verbunden ist: der Gewinn an Solidarität und
Menschlichkeit.

Eine angenehme Lektüre wünschen Ihnen

Frank Bielka 			

Christoph Beck

Vorstand der degewo

Foto: Matthias von Hoff

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Der Klügere zählt nach
Die Stadtrendite

Ist die betriebswirtschaftliche Rendite ein gutes
Maß, um die Leistungsfähigkeit und den Wert
eines Wohnungsunternehmens für seine Stadt
zu beurteilen? Wir meinen: Rendite ist gut.
Aber Stadtrendite ist besser.
Rendite allein kann es nicht sein
Bereits heute übernehmen Unternehmen über
ihr jeweiliges Geschäft hinaus eine Verantwortung, die von großem Nutzen für das
gesellschaftliche Umfeld ist. Genau hier setzt
die Stadtrendite an: Sie misst – über die rein
betriebswirtschaftliche Leistung hinaus –, welchen zusätzlichen Nutzen ein Unternehmen
für die Gesellschaft erbringt. Die Stadtrendite
kann also als Maß dafür gelten, wie viel gesellschaftliche Verantwortung ein Unternehmen
übernimmt.

volles und langfristig orientiertes Handeln
allerdings besonders prädestiniert und darin
auch schon lange geübt: die kommunalen Gesellschaften. Denn Unternehmen im Besitz der
öffentlichen Hand haben von Hause aus die
Pflicht, im Sinne der Allgemeinheit zu handeln.
Gesellschaftliches Engagement ist sozusagen
Bestandteil ihres genetischen Programms.
Insbesondere die kommunalen Wohnungsunternehmen sind seit Jahrzehnten fest in den
Stadtteilen verankert und kennen die täglichen
Wünsche und Sorgen der Bewohner sehr
genau.
Da sich die degewo als größte städtische
Wohnungsbaugesellschaft Berlins einer Orientierung an den Interessen der Öffentlichkeit
in besonderem Maße verpflichtet fühlt, hat sie
in ihrem Leitbild formuliert: Wir übernehmen
Verantwortung für die Entwicklung Berlins.

Arbeit sind grundlegend für das Wohlbefinden
aller Bürger. Gute Kindergärten und Schulen, saubere Luft, erholsame Parks und Freizeitangebote
gehören ebenfalls zu dem, was wir uns heute
unter einer lebenswerten Stadt vorstellen.
All das aber kommt nicht von selbst; es herzustellen und zu erhalten erfordert einen langen Atem
und ein am Gemeinwohl orientiertes Handeln.
Wie viele Städte überall auf der Welt zeigen, in
denen ganze Stadtteile verfallen, die Kriminalität
unkontrollierbar ist und arme und reiche Viertel
immer weiter auseinander driften, kann der freie
Markt allein eine gute Stadtentwicklung nicht
leisten.

Es ist noch keine lebenswerte Stadt
vom Himmel gefallen

Deshalb engagiert sich die degewo in enger Zusammenarbeit mit dem Senat und allen anderen
Akteuren vor Ort für Sicherheit und Sauberkeit
auf den Straßen, für Kindergärten und Schulen,
Jugendarbeit und Senioren-Wohnungen,
Kultur und Wirtschaft und für einen zukunftsorientierten Städtebau – kurz: für eine nachhaltige
Stadtentwicklung.

Was macht eine Stadt angenehm und attraktiv?
Bezahlbare Wohnungen für alle, ein gut erhaltener Baubestand, eine ausgewogene soziale
Mischung in den Stadtteilen, Sicherheit und
Sauberkeit auf den Straßen und genug bezahlte

Das alles steht nicht im Gegensatz zu unserem
betriebswirtschaftlichen Erfolg – ganz im Gegenteil: Dieser Erfolg ist die unabdingbare Voraussetzung für unser gesellschaftliches Engagement.

Der Marzahner Kinderkeller – ein Ort, der
stark macht Seite 4 - 5

Bessere Schulen fürs Brunnenviertel – ein
Bildungsprojekt Seite 6 - 7

Wohnungen für Studenten – ein Beitrag
zur Quartiersentwicklung Seite 8 - 9

Die Lärmpolizei – eine Beruhigung für alle
Seite 10 - 11

Die Kolonie Wedding – ein Stück Kulturförderung Seite 12 - 13

BigSteps – ein Sprungbrett in den
Arbeitsmarkt Seite 14 - 15

Verantwortung gehört zum Geschäft
In dem Maße, wie staatliche Leistungen abgebaut, Ressourcen knapper und die internationalen Wirtschaftsbeziehungen enger werden,
nimmt diese Aufforderung zum gesellschaftlichen Engagement zu.
Die wachsende Beachtung der „Corporate
Social Responsibility“ auch in Europa legt von
dieser Entwicklung Zeugnis ab.
Einige Unternehmen sind für verantwortungs-

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Und dieses gesellschaftliche Engagement ist auch
betriebswirtschaftlich sinnvoll.

Die Stadtrendite:
Betriebserfolg + Stadterfolg
Die Stadtrendite umfasst beides: den erwirtschafteten betriebswirtschaftlichen Gewinn plus den
Zusatznutzen, der durch das langfristige Engagement der degewo für die Stadt Berlin entsteht.
Erst beides zusammen bringt die Leistung und
die Leistungsfähigkeit unseres Unternehmens
angemessen und vollständig zum Ausdruck.

Auf den nächsten Seiten möchten wir Ihnen
am Beispiel einiger Bürgerprojekte der degewo
anschaulich vermitteln, wie und wo Stadtrendite
entsteht. Sie werden sehen, dass man Stadtrendite auch einfach mit „mehr Lebensqualität für alle“
übersetzen kann.

Das Institut für Management der Humboldt-Universität zu Berlin hat die Stadtrendite der degewo
konkret berechnet. Die Zahlen zeigen, dass sich
unser Engagement für die Stadt nicht nur irgendwie und irgendwann und vielleicht, sondern hier
und jetzt in Euro und Cent auszahlt. Das Berechnungsmodell für die Stadtrendite finden Sie am
Ende dieser Broschüre.
Das Institut hat bei seinen Berechnungen immer
überprüft, ob die Aktivitäten der degewo auch
tatsächlich den expliziten Stadtentwicklungszielen des Berliner Senats dienen und welchen
dieser Ziele das jeweilige Engagement zuzuordnen ist.

Die Ahrensfelder Terrassen – ein Beitrag
zum Stadtumbau Ost Seite 16 - 17

Wedding Dress – die elegante Art der
Wirtschaftsförderung Seite 18 - 19

Kinder aktiv – ein Beispiel für gelungenes
Stadtteilmanagement Seite 20 - 21

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Unter der Platte liegt der Strand
Der Marzahner Kinderkeller: Stadtrendite durch mehr Lebenschancen
Mit der S-Bahn an Europas größter Plattenbausiedlung vorbeizufahren und einen flüchtigen
Blick aus dem Fenster zu werfen bringt nicht
viel – um das Wunder von Marzahn zu erleben,
muss man schon aussteigen und in die Wittenberger Straße 85 laufen. Dort richtete der
„Kinderring Berlin e.V.“ mit Unterstützung der
Marzahner Wohnungsgesellschaft 1994 den
Marzahner Kinderkeller ein, um Kinder und
Jugendliche „von der Straße zu holen“.
Erwachsene von der Straße holen
Inzwischen holen Marina Bikádi und ihre rund
50 Schützlinge noch ganz andere Menschen
von der Straße: Nachbarn, Künstlerinnen,
Dichter, Stadtexperten, Journalistinnen und
Neugierige aus nahen und fernen Ländern
kommen, um das einzigartige soziale Gebilde
und seine erstaunlichen Kulturveranstaltungen
zu erleben.
Man trifft sich im Hochhauscafé, um dort
von Müttern betreut zu werden, die bei acht
Stunden ehrenamtlicher Tätigkeit und eigenem
Haushalt kaum als arbeitslos zu bezeichnen
sind, obwohl sie es selbst so nennen. Einen
Stock tiefer halten Väter Fahrradkurse ab,
werden Schularbeiten gemacht, Websites programmiert, Nachbarschaftsfeste und Auslandsreisen geplant und, ja, es bleibt genügend Zeit
zum Spielen, Toben und Rumalbern.
Übernachten im 11. Himmel
Von Anfang an unterstützte die Marzahner
Wohnungsgesellschaft, Tochter der degewo,
den Kinderkeller mit kostenlosen Räumen.
Im Laufe der Jahre kam da so einiges zusammen. Zwei Wohnungen ganz oben im
Hochhaus wurden von den Kindern und

Jugendlichen zur wahrscheinlich schrägsten
Übernachtungsmöglichkeit Berlins umfunktioniert: Die „Pension 11. Himmel“ bietet Gästen
neben einem weiten Blick über Marzahn
Zimmer an, die es kein zweites Mal auf der
Welt gibt – unter anderem ein Meerzimmer mit
optionalem Möwengeschrei, ein Schneezimmer, in dem man Flocken werfen kann, und ein
Kornfeldzimmer mit Übernachtung in der Hängematte. Die Kinder und Jugendlichen haben
die Einrichtung selbst erdacht, ertrödelt und
gemalt, führen die Pension auch weitgehend
selbst und gewinnen dabei mehr und mehr
Vertrauen in ihre eigenen Fähigkeiten.

Auch die Kücheneinrichtung wurde Stück für
Stück selbst ertrödelt.

Die Kunst, Kunst für alle zu machen
Dennoch endet ihr Horizont bei der weiten
Sicht aus dem 11. Stock noch lange nicht. Marina Bikádis Ziel ist es, den Blick der Kinder auch
auf die große, interessante Welt jenseits des
Quartiers zu lenken. Weil die Sozialpädagogin
und ihre künstlerische Beraterin Christine Otto
das so gut machen, finden auch immer mehr
Menschen aus aller Welt Marzahn interessant.
Das Kulturprojekt „angeeckt“ zieht mittlerweile
jedes Jahr Hunderte von Besuchern an. In zehn
Wohnungen der Marzahner Wohnungsgesellschaft setzen sich Künstlerinnen und Künstler
zwei Wochen lang auf verschiedensten Wegen
mit der Plattenbausiedlung und ihren Bewohnern auseinander – nur Kunst zum Mitmachen
muss es sein. Im Sommer 2005 machte sogar
die Firma Bechstein mit. Sie stellte einen 50.000
Euro schweren Flügel nebst Pianisten auf die
Wiese vor dem Kulturhochhaus. Zahlreiche
Bewohner des Quartiers sahen sich plötzlich im
Besitz erstklassiger Konzertplätze – auf ihrem
Balkon.

Marina Bikádi, die Leiterin des Kinderkellers,
im Englischen Kaminzimmer von Himmelhoch C.ehn – den neuen Pensionsräumen.

Jenny und Nicky,
hier im Meereszimmer, gehören zu der
Gruppe von Kindern und Jugendlichen,die
die „Pension 11. Himmel“ selbst erdacht,
entworfen und eingerichtet hat.

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Wie entsteht hier Stadtrendite?
Durch unsere Unterstützung von Kinder- und
Jugendprojekten hat die Stadt weniger Ausgaben: Die degewo fördert den Kinderkeller und
andere Jugendeinrichtungen durch Mietverzichte, sie übernimmt Personal- und Sachkosten und sie unterstützt die Einrichtungen bei
Einzelaktionen. Entsprechende Aufgaben und
Ausgaben müsste sonst die Stadt übernehmen.
Der städtische Haushalt wird also durch uns
direkt entlastet.
Durch unsere Aktivitäten spart die Stadt
auch indirekt Ausgaben: Eine wichtige und

anerkannte Funktion von Kinder- und Jugendeinrichtungen wie dem Kinderkeller ist die vorbeugende bzw. Präventionswirkung: Weniger
Jugendliche nehmen Drogen, weniger werden
straffällig, mehr schließen eine Ausbildung ab.
Hier spart die Stadt langfristig Aufwendungen
für Strafanstalten sowie Resozialisierungs- und
Sozialhilfekosten.

reich eine Ausbildung abschließen und einen
guten Job finden: Die Stadt nimmt später mehr
Steuern ein.

Die Stadt hat durch uns mehr Einnahmen: Bei
gut integrierten, selbstbewussten Kindern und
zur Selbstständigkeit erzogenen Jugendlichen
steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sie erfolg-

Jenny und Nicky präsentieren das Schneezimmer.

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Ist ja alles so bunt hier!

Das Schulprojekt im Brunnenviertel: Stadtrendite durch bessere Bildung
Das Diesterweg-Gymnasium ist, man kann es
nicht anders sagen, ein Knaller: In leuchtendem
Orange taucht das Schulgebäude zwischen
den zurückhaltenden Häusern des Brunnenviertels im Bezirk Mitte plötzlich auf wie
ein Stapel riesiger Geschenkkartons aus den
siebziger Jahren.
Eingepackt ist in ihnen auch eine ungewöhnliche Schule. Schaukästen zeigen so Schräges
wie einen Kelly-Bag aus Lakritzrollen oder
einen Hut aus Einmalhandschuhen. Viel Farbe,
Kunst und poppige Wandgestaltungen vermitteln überall eine unübersehbare Botschaft: Hier
wird Kreativität gefördert.
Mit der Straßenbahn ins wahre Leben
Die degewo hat den Kunstschwerpunkt der
Schule im letzten Jahr mit einem Design-Wettbewerb für eine Straßenbahn tatkräftig unterstützt. Nicole Altenhoff, 18 Jahre, 12. Klasse,
Leistungskurs Kunst, hat ihn gewonnen. Nun
fahren ihre gekonnten Manga-Zeichnungen
auf Schienen durch Berlin und werben für das
Leben im Brunnenviertel – und ein bisschen
auch für die degewo.
Ausgeprägte Leistungsschwerpunkte und ein
lebendiger Austausch mit dem kulturellen,
intellektuellen und schulischen Leben um sie
herum – das ist inzwischen das Konzept nicht
nur der Diesterweg-Schule im Brunnenviertel.
Gemeinsamkeit macht Schulen stärker
Im Frühjahr 2005 setzte die degewo mit viel
Energie und Geld einen Prozess in Gang, der
den Schulen helfen soll, die besonderen Herausforderungen des Quartiers mit seinem hohen Migrantenanteil und seinen vielen finanziell und sozial belasteten Familien vorurteilslos
und innovativ anzupacken. Dass damit viel zu
erreichen ist, machen bereits einige Schulen in
der Nachbarschaft vor, deren Bildungsergebnisse sich trotz schwieriger Voraussetzungen in
jedem überbezirklichen Schulvergleich sehen

Schon von außen eine ungewöhnliche Schule:
Das Diesterweg-Gymnasium im Brunnenviertel.

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lassen können. Die Idee des Schulprojekts war
daher einfach: Wenn die Schulen sich füreinander öffnen und voneinander lernen, können sie
wesentlich bessere Ergebnisse erzielen.

projekte geplant. Die Finanzierung des von der
degewo ins Leben gerufenen Pionierprojekts
haben inzwischen der Berliner Senat und die
EU übernommen.

Ein Pionierprojekt in Sachen Bildung
Inzwischen sitzen alle sieben Schulen des
Viertels regelmäßig an einem Tisch; mit an Bord
sind das städtische Quartiersmanagement, die
Stadtteilmanagerin der degewo und die Beratungsgesellschaft „empirica“, die den Prozess
moderiert. Erfahrungen und Ideen werden
hier ausgetauscht, Fortbildungen organisiert,
gemeinsame Ressourcen aufgebaut, Modell-

Die Schulen im Viertel, das weiß man, sind ein
K.O.- Kriterium für junge Familien: In eine Gegend mit schwachen Schulen wollen sie nicht
ziehen. Ihre Schule im Brunnenviertel, würde
Nicole Altenhoff sicher sagen, erfüllt längst das
O.K.- Kriterium.

Wie entsteht hier Stadtrendite?
Durch unsere Förderung von Schulen, Kitas
und Vereinen spart die Stadt eigene Mittel:
Die Ausgaben der degewo für die Förderung von Schulen und anderen Kinder- und
Jugendeinrichtungen stellen eine Entlastung
des städtischen Haushalts dar: Ohne uns hätte
die Stadt diese oder ähnliche Aufgaben in der
Bildungs- und Jugendarbeit selbst erfüllen und
finanzieren müssen. Durch unsere Aktivitäten

entstehen der Stadt zusätzliche Einnahmen:
Bessere Schulen führen zu besseren Bildungsabschlüssen, bessere Bildungsabschlüsse zu
höherem Einkommen und höheres Einkommen zu mehr Steuereinnahmen der Stadtkasse:
ein klarer Fall von Stadtrendite.

Ein Jahr lang werben die Mangas von Nicole
für das Brunnenviertel, die degewo und das
Diesterweg-Gymnasium.

Nicole Altenhoff, Gewinnerin des Straßenbahn-Wettbewerbs der degewo, fand es ebenso schwierig wie aufregend, zum ersten Mal an einem Entwurf
zu arbeiten, der auch tatsächlich verwirklicht wurde. Nicole will später auf alle Fälle Grafik-Designerin oder Illustratorin werden.

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Belebende Mischung

Zwei Semester halbe Miete: Stadtrendite durch Quartiersentwicklung
Lankwitz ist wahrlich nicht das, was man sich
unter einem Studentenquartier vorstellt – eher
ein gutbürgerlicher Stadtteil mit viel Grün und
gutem Nachtschlaf. Aber Andreas Giesa und
Nadine Kaulmann fühlen sich gerade deshalb
hier ausgesprochen wohl. Die komfortable
Wohnung im ersten Stock eines degewoHauses aus den dreißiger Jahren, die sie im
September 2006 zur halbierten Studentenmiete bezogen haben, hat drei sonnige Zimmer

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mit Balkon, die Uni in Dahlem ist nur eine Viertelstunde entfernt und die Nachbarn freuen
sich über die jungen Leute, weil „endlich mal
wieder ein bisschen was los ist im Haus“.
Die Zukunft liegt in Berlin
Nadine und Andreas kamen beide nach dem
Abitur nach Berlin, um Jura zu studieren – sie
aus Brandenburg, er aus der Pfalz. Mittlerweile gefällt es ihnen so gut hier, dass sie ihre

Zukunft definitiv in Berlin sehen – und auf alle
Fälle auch in ihrer Lankwitzer Wohnung, selbst
wenn später die ganze Miete zu zahlen ist.
Die Aktion „Zwei Semester halbe Miete“ der
degewo ist, wie könnte es anders sein, ein großer Erfolg unter Studenten und Auszubildenden: Seit 2004 wurden rund 400 Wohnungen
überall in Berlin für diese Aktion zur Verfügung
gestellt.

Auf die Mischung kommt es an
Die Initiative ist aber mittelfristig auch ein nicht
zu unterschätzender Gewinn für die Stadtentwicklung: Studenten und Auszubildende
verjüngen überalterte Quartiere, tragen zu
einer besseren sozialen Mischung in belasteten
Stadtteilen bei und lernen dadurch nicht
selten, die Menschen, Schicksale und Lebensweisen, denen sie hier begegnen, mit anderen
Augen zu sehen als zuvor – mit den eigenen.

Wie entsteht hier Stadtrendite?
Durch unsere Studentenaktion hat die Stadt
zusätzliche Einnahmen: Durch die degewoAktion „Zwei Semester halbe Miete“ werden
einige Studenten zusätzlich motiviert, in Berlin
zu studieren. Für jeden Studenten aus einem
anderen Bundesland erhält die Stadt einen
bestimmten Betrag über den Finanzausgleich
der Länder. Darüber hinaus werden ehemalige Studenten durch günstige Wohnungen

motiviert, in Berlin definitiv ansässig zu werden
und hier eine Arbeit aufzunehmen. Auf diese
Weise entstehen der Stadt zusätzliche Steuereinnahmen.
Die Aktion trägt dazu bei, langfristige Fehlentwicklungen und damit Belastungen des städtischen Haushalts zu vermeiden: Das soziale
Auseinanderdriften der Quartiere einer Stadt
in immer reichere und immer ärmere, aber
auch überalterte oder ethnisch zu homogene
Stadtteile – Stichwort Segregation – das sind
Gefahren, denen in allen Städten Maßnahmen
entgegengesetzt werden müssen, um eine
nachhaltige Stadtentwicklung zu gewährleisten.

Nadine Kaulmann und Andreas Giesa, hier auf
dem Balkon ihrer 3-Zimmer-Wohnung zur halben Miete, haben sich wegen der Nähe zur Uni
in Dahlem für den Berliner Süden entschieden.
Beide wohnten vorher in einem Studentenwohnheim. Das ging auch – aber enger war‘s
schon und dort konnten sie sich ihre Mitbewohner nicht aussuchen. Da liegen die Dinge in der
degewo-Wohnung natürlich erfreulich anders.

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Bässe runter, Stadtrendite rauf
Die Lärmpolizei: Stadtrendite durch Prävention
Sie fahren einen Dienst-Smart und man wundert sich, dass sie reinpassen. Sie sehen sympathisch, aber auch ziemlich groß und stark und
nach Kraft- und Konditionstraining aus; man
möchte sie lieber nicht gegen sich haben.
Das muss aber auch nicht sein; die Lärmpolizisten, die im Auftrag der Marzahner Wohnungsgesellschaft im Quartier Nacht für Nacht
bis in die frühen Morgenstunden auf Streife
gehen, um Belästigungen im höheren Dezibelbereich zu unterbinden, sind auf die Eindämmung von Konflikten spezialisiert. Das gelingt
ihnen auch meistens sehr gut.
Friedliche Lösungen bevorzugt
Lärm kann Nachbarn sauer machen, wütend,
krank, nicht selten reif für einen Umzug. Anhaltend dröhnende Bässe, verzweifelt jaulende
Hunde, lautstarke familiäre Konflikte, Feiern bis
in die Puppen – all das dringt auch leicht durch
Plattenbauwände. Die Lärmpolizei schafft
in solchen Fällen unbürokratische, schnelle
Abhilfe. Man kennt sie inzwischen, die Lärmpolizisten, ihre Telefonnummer steht im Treppenhaus, und sie selbst stehen da auch ganz
schnell und klingeln bei den Verursachern.
Rund 80 Prozent der Fälle lösen die ZweierTeams gütlich. Wer das Krachmachen nicht
lassen kann, wird verwarnt, bei hartnäckiger
Unbelehrbarkeit steht die Kündigung ins Haus.
Strenge Sitten, aber die Marzahner Wohnungsgesellschaft möchte gern klarmachen, auf wessen Seite sie steht. Bei den Bewohnern kommt
der zusätzliche Service ausgesprochen gut an.
Die richtige Mischung zwischen
Respekt und Vertrauen
Die Sicherheitsleute von Flash Security, dem
mit dem Dienst beauftragten Unternehmen,
patrouillieren auch regelmäßig durch die Grünflächen und über die Spielplätze des Quartiers.

Ein nicht nur ökonomisch, sondern auch
ökologisch vorbildliches Dienstfahrzeug: der
Smart.

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Aber selbst bei den Jugendlichen, die dort
manchmal abhängen und die Nachbarschaft
strapazieren, kommen die Lärmpolizisten gar
nicht mal so schlecht an. Die tragen keine
Uniformen, könnten vom Alter her auch ihre
großen Brüder sein und man kennt sich auch
schon – die Mischung zwischen Respekt und
Vertrauen stimmt. Oft hat es Vorteile, wenn
nicht gleich die Staatsmacht anrückt.

Entlastung der Polizei
Prävention des offenen Drogenhandels,
Verhinderung von Einbrüchen, mehr Sicherheit und Sicherheitsgefühl auf den Straßen
sind sehr erwünschte Nebenwirkungen des
Streifendienstes. Das sieht auch die Polizei
so. Die Beamten erleben die Lärmpolizei als
Unterstützung und Entlastung, und sie wissen
es auch zu schätzen, wenn die Sicherheitsleute
der Marzahner Wohnungsgesellschaft sie über

Im Quartier unterwegs von 6 Uhr abends bis morgens um 3: die Lärmpolizei.

Fälle informieren, bei denen hinter dem Krach
gravierendere Probleme zu vermuten sind –
zum Beispiel familiäre Gewalt.
Aber sogar die Anrufe bei der Lärmpolizei
selbst sind im letzten halben Jahr zurückgegangen: Offensichtlich wirkt allein schon ihre
Anwesenheit beruhigend aufs ganze Quartier.
Wie entsteht hier Stadtrendite?
Durch Sicherheits- und Präventionsmaß-

nahmen der degewo spart die Stadt unmittelbar Ausgaben: Dienste wie die Lärmpolizei
oder die Concierges in den großen Wohnanlagen lassen die Ausgaben für Sicherheit auf
Seiten der Stadt sinken – zum Beispiel die für
Polizeieinsätze.
Durch diese Maßnahmen spart die Stadt auch
Folge-Ausgaben: Durch Prävention beugt man
nicht nur Straftaten vor, sondern auch den
hohen Kosten, die sie verursachen. Mit jeder

verhüteten Straftat werden Polizei, Gerichte,
Bewährungshelfer und Strafanstalten entlastet,
was bei der Stadt die entsprechenden Kosten
verringert.

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Von der No-go-area zum Kulturkiez

Die Kolonie Wedding: Stadtrendite durch Kulturförderung
Es ist nicht lange her, da hatte im Stadtteil mit
dem schlechtesten Ruf in Berlin, dem Wedding, der Soldiner Kiez den allerschlechtesten.
Mafiöse Strukturen, Drogenhandel und Gewalt
machten die Gegend so unsicher, dass sie
manchmal sogar der Polizei nicht geheuer war.
Neue Impulse
und mehr soziale Stabilität
Dass man in denselben Straßen inzwischen
jede Menge Kunst entdecken kann, dass der
Kiez von Bewohnern wieder geschätzt, von
Künstlern und Studenten belebt und von
Berlin-Besuchern und Kunstinteressierten als
guter Tipp gehandelt wird, ist maßgeblich der
degewo zu verdanken.
Um dem Stadtteil mit dem hohen Anteil an
neuen Migranten ohne Bindung an das Quartier mehr soziale Stabilität und neue Impulse
zu geben, starteten die degewo und das
städtische Quartiersmanagement gemeinsam
ein völlig neuartiges Kulturprojekt: die Kolonie
Wedding. Die degewo stellte dafür kostenlose
Räume zur Verfügung und das Quartiersmanagement suchte Künstlerinnen und Künstler,
die die Räume mit Ausstellungen und anderen
kulturellen Veranstaltungen beleben sollten.
Ein wachsender Kultur-Cluster
In den fünf Jahren seit seiner Gründung hat
sich das Pionier-Projekt zu einem lebendigen
und wachsenden Kultur-Cluster entwickelt.
Rund um die ersten Projekträume zwischen
Soldiner, Pank- und Osloer Straße haben sich
inzwischen viele weitere Künstler in Ateliers
und Kulturräumen angesiedelt.

Jovan Balovs unerschöpflichem Kommunikations- und Organisationswillen ist es zu verdanken, dass sich die Kolonie von einem lokalen
Experiment zum internationalen Austauschpartner für Künstlergruppen aus den verschiedensten Ländern Europas entwickelt hat. Hier
ist Jovan Balov vor einem Bild der Berliner
Malerin Katrin Perschmann zu sehen.

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Nachhaltiges Engagement für den Kiez
Heute ist die Kolonie Wedding ein selbstständiger Verein mit einem eigenen Sprecher und
einer von ihm sachverständig geführten „tour
de galerie“ an jedem letzten Freitag im Monat.
Neben den Vernissagen gehören Lesungen,
Konzertveranstaltungen, Theateraufführungen
und Partys zum umfangreichen Programm
der Kolonie. Die Einbeziehung der Bewohner,
vor allem der jungen, in die Aktivitäten der

Kolonie gehört zum Konzept. Als von Anfang
an vernetzte Mitglieder einer dauerhaften
Einrichtung und Bewohner mit langfristiger
Perspektive haben sich die Künstler von Beginn
an für die nachhaltige Entwicklung des Stadtteils eingesetzt. Noch mal fünf Jahre und der
Soldiner Kiez könnte eine Must-go-area sein.
Wie entsteht hier Stadtrendite?
Die Kulturförderung der degewo vermindert

Marlene Jachmann, Malerin und Kolonistin der ersten Stunde, hat ihr vier Stockwerke hohes Wandbild auf einer Brandmauer in der Prinzenstraße zusammen mit einer Kunstwerkstatt für Behinderte
und einer Schulklasse aus dem Kiez entwickelt. Die Sprayer, sonst sehr aktiv im Stadtteil, zollen dem
Werk am Eingang zum Soldiner Kiez Respekt: Seit es da ist, wurde die Mauer mit keinem Graffiti
mehr „verziert“.

unmittelbar die Ausgaben der Stadt: Durch die
Förderung von kulturellen Projekten wie der
Kolonie Wedding, der kommunalen Galerie
M in Marzahn oder der Galerie „Remise“ in
Pankow erzielt die Stadt Einsparungen in ihrem
eigenen Kulturetat.

soziale Klima im Quartier eine wichtige Rolle.
Durch das Engagement der degewo werden
sogenannte Behebungskosten – Kosten für
Polizeieinsätze, Strafanstalten, Suchtbehandlungen –, die sonst bei der Stadt anfallen
würden, vermieden.

Dadurch entstehen der Stadt auch weniger
Folgekosten: Kulturförderung spielt für eine
ausgewogene Stadtentwicklung und das

Durch uns erzielt die Stadt Mehreinnahmen:
Durch die Kulturförderung der degewo erhöht
sich die Attraktivität des Quartiers und der

ganzen Stadt für Touristen und Menschen, die
erwägen, nach Berlin zu ziehen. Beides stellt
Einnahmequellen für die Stadt dar.

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Fitnesstraining für den Arbeitsmarkt
BigSteps: Stadtrendite durch bessere Jobchancen
Ein bisschen paradox ist es schon, was da im
BigSteps-Beratungsladen in der Putbusser Straße läuft. Hier kommen Leute her, die Unterstützung brauchen, um wieder Anschluss an den
Arbeitsmarkt zu finden – und werden stehenden Fußes eingesetzt, um andere zu unterstützen. Und das klappt meistens ganz prima.
Wer hilft, dem wird geholfen
Katrin Falkenhagen und Ricarda Sahr zum
Beispiel helfen den Bewohnern einer nahe
gelegenen Senioren-Wohnanlage der degewo
regelmäßig beim Einkaufen und bei Gängen zu
Ärzten oder Ämtern.
Thomas Bollmann und Rainer Hägele helfen als
„Kiezläufer“ das Quartier in Ordnung zu halten.
Sie melden den zuständigen Stellen wilde
Mülldeponien, liegen gelassenen Bauschutt
oder umgeknickte Bäume und sie ermahnen
auch schon mal einen Hundebesitzer, der sich
nicht an die Sauberkeitsregeln hält.
Heinz-Dietrich Saupe gibt hier Kindern mehrmals in der Woche Nachhilfe. Als Computerspezialist, der früher geschäftlich viel im Ausland
war, spricht er unter anderem türkisch und
kann so auch Schülerinnen und Schülern mit
Sprachproblemen helfen.
Integration ins Quartiersleben
Die BigSteps-Stationen haben die Aufgabe,
Menschen ohne Arbeit durch eine sinnvolle
Aufgabe und regelmäßige Tätigkeit wieder fit
für den Arbeitsmarkt zu machen. Teilnehmer
werden bei ihrer Zukunftsplanung beraten und
im Bewerbungsprozess unterstützt. Auch wenn
die Station „nun mal keine Jobs aus dem Boden
stampfen kann“, findet Heike Fahrnländer,
die Leiterin der Station, dass BigSteps einen

Der freundliche Einsatz der BigSteps-Helferinnen wird auch bei kleinen Festen von den
Seniorinnen sehr geschätzt, und sich bei einer
Zigarette ein bisschen vom Feiern zu erholen,
finden beide Seiten ebenfalls sehr angenehm.

großen Beitrag zur Integration leistet. Wer hier
mitmacht, hat ein soziales Netz, ist im eigenen
Stadtteil aktiv, knüpft neue Kontakte – und
kehrt nicht selten später als ehrenamtlicher
Mitarbeiter zurück. Stützpunkte der sozialen
Infrastruktur
In enger Zusammenarbeit mit dem Trägerverein „Jugendwohnen im Kiez“ unterstützt
die degewo zwei BigSteps-Stationen in ihren

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Durch Heinz-Dietrich Saupes Nachhilfe konnte Minerva ihre Mathematiknote binnen sechs Wochen
von 5 auf 1 verbessern. Er hält sie und ihre Freundin Sarah für ausgesprochen begabt. Die beiden
Mädchen glauben es selbst noch nicht so ganz.

Quartieren kräftig mit Geld und kostenlosen
Räumen – ebenso wie zahlreiche andere Stützpunkte der sozialen Infrastruktur. Im Brunnenviertel und in der Gropiusstadt arbeiten eigene
Stadtteilmanagerinnen der Gesellschaft mit
den Kindergärten, Schulen, dem Quartiersmanagement der Stadt und den freien sozialen
Trägern im Quartier an der Weiterentwicklung
dieses wichtigen Netzes.

Wie entsteht hier Stadtrendite?
Durch unsere Beiträge zur Verbesserung der
örtlichen sozialen Infrastruktur spart die Stadt
unmittelbar eigene Ausgaben ein: Die degewo
unterstützt die Arbeit der BigSteps-Stationen
und anderer sozialer Einrichtungen wie dem
Jugendladen „Freizeiteck“ durch Mietverzichte,
Kostenübernahmen und Stellenfinanzierungen.
Diese Ausgaben muss die Stadt nicht mehr
selbst tätigen; ihr Haushalt wird entsprechend

entlastet. Durch uns hat die Stadt Mehreinnahmen: Der Übergang jedes Arbeitslosen in einen
neuen Job entlastet den Sozialetat der Stadt
und bringt dem städtischen Haushalt zusätzliche Steuern ein.

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Abbruch? Aufbruch!

Die Ahrensfelder Terrassen: Stadtrendite durch Rückbau

Dirk Lemm kam 2005 mit seiner Familie aus Baden-Württemberg zurück nach Berlin. Seine Frau Janine wollte gerne dort wohnen, wo sie aufgewachsen ist und ihre Familie lebt: in Marzahn. Endgültig überzeugt hat Dirk Lemm die sonnige neue 4-Zimmer-Wohnung mit Gärtchen in den Ahrensfelder
Terrassen. Sohn Keanu, 5, besucht nicht weit davon den Kindergarten, in dem seine Oma als Erzieherin arbeitet.

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Marzahn! Fremde Welt für alle Bewohner kuscheliger Innenstadtbezirke, größte Plattenbausiedlung Europas, Vorzeigeprojekt des sozialen
Wohnungsbaus der DDR, bis heute Exkursionsziel staunender Stadtplaner – der Stadtteil
Marzahn- Hellersdorf am östlichen Rand Berlins
ist so groß wie Aachen oder Rostock: 250.000
Menschen fühlen sich hier zu Hause.
Rückbauen statt Plattmachen:
eine Ost-West-Annäherung
„Weg mit der Platte“ dachten viele im Westen
nach der Wiedervereinigung. Und mussten mit
Erstaunen feststellen, dass Marzahner so gerne
in Marzahn wohnen wie Reinickendorfer in
Reinickendorf oder Hamburger in Hamburg.
Und Reinickendorf oder Hamburg reißt man ja
auch nicht einfach ab.
Dennoch – Berlin war lange Zeit eine schrumpfende Stadt. Auch gegenwärtig ist nur ein
Hauch an Bevölkerungswachstum zu spüren
– und das vorwiegend in den innerstädtischen
Bezirken. Marzahn verliert nach wie vor Bewohner, so dass viele Wohnungen leer standen.
„Stadtumbau Ost“, das große gemeinsame
Stadtentwicklungsprogramm des Bundes, der
Länder und der Kommunen, musste also in
Marzahn „Rückbau“ heißen. Und den hat die
Marzahner Wohnungsgesellschaft, Tochter der
degewo, so mutig, schonend und schön geplant, dass er dem gesamten Stadtteil gut tut.
Terrasse statt Masse
Ein Ergebnis sind die „Ahrensfelder Terrassen“, das größte Stadtumbau-Ost- Projekt der
Hauptstadt. Es ist dieser terrakottafarbenen,
drei- bis sechsstöckigen Häuserlandschaft mit
447 Wohnungen und Balkons, Gärten und
Terrassen inmitten großzügiger Grünanlangen schwerlich anzusehen, dass das einmal
elfgeschossige, trauriggraue Plattenbauten mit
1.670 unsanierten Wohnungen waren. Umso
offensichtlicher ist, dass hier eine Aufwertung
stattgefunden hat.

das Nötigste, holen an Mieten raus, was noch
rauszuholen ist, sehen zu, wie Leerstand immer
mehr Leerstand nach sich zieht und nehmen
den sich beschleunigenden Niedergang des
Quartiers in Kauf.
Um genau das zu verhindern, aus städtebaulicher Verantwortung heraus also, hat die
degewo in Marzahn vorsichtig von oben nach
unten gebaut, die abgestockten Wohnhäuser
veränderten Mieterwünschen angepasst und
so das positive Potenzial des Stadtteils aktiviert.
Für die anderen Wohnungsgesellschaften zahlt
sich das aus, ohne dass sie einen Cent dafür
ausgegeben hätten: Ihre Wohnungen lassen
sich aufgrund des reduzierten Angebots und
des attraktiver gewordenen Umfeldes nun
auch wieder besser vermieten.
Wie entsteht hier Stadtrendite?
Durch unsere städtebaulichen Maßnahmen
spart die Stadt unmittelbar eigene Ausgaben:
Die Eigenmittel der degewo für RückbauProjekte stellen eine Investition in die Zukunftsfähigkeit der Großsiedlung dar.
Durch die städtebaulichen Maßnahmen der
degewo wird langfristigen Folgekosten vorgebeugt: Denn Leerstände ziehen immer höhere
Leerstände nach sich; der Teufelskreis kann
zum Verfall ganzer Quartiere führen. Die Folgekosten durch später dann umso kostspieligere
städtebauliche Maßnahmen oder, wenn dies
nicht geschieht, durch wachsende Probleme
im sozialen und im Sicherheitsbereich, können
kaum zu hoch veranschlagt werden. Sie werden durch unsere Maßnahmen vermieden.

Langfristige städtebauliche Verantwortung
„Marktbereinigung“ nennt der Wohnungswirtschaftler den Rückbau von zu hohen Wohnungsbeständen und er weiß, dass sie unter
reiner Rendite-Perspektive niemand tätigen
würde. Vermieter, die nur betriebswirtschaftlich denken, investieren in solchen Fällen nur

21

Ein Beitrag zur deutschen Exportquote
Wedding Dress: Stadtrendite durch Wirtschaftsförderung
Sollen die Chinesen doch kommen, denkt man,
wenn man mit ihr spricht – so lange es Frauen
wie sie gibt, kann Deutschlands Wirtschaft
eigentlich nichts passieren. Bernadett Penkov
ist eine Bilderbuchexistenzgründerin.
Hauptgewinn: ein Ateliergeschäft
Die degewo hat ihr ein wenig dabei geholfen.
Im März 2005 veranstaltete die Gesellschaft
einen Wettbewerb für „Junges Modedesign“.
1. Preis: ein großes, helles Ateliergeschäft
im Wedding, mietfrei für ein Jahr. Bernadett
Penkov hat ihn gewonnen. Inzwischen zahlt sie
für die Räume eine besonders günstige Existenzgründermiete. „Das war schon eine gute
Starthilfe“, sagt sie.
Bernadett Penkov ist zierlich, zurückhaltend,
sie redet leise, auf den Punkt genau und
schnell. Viel Zeit hat sie nicht, eine Umsatzsteuersonderprüfung will bewältigt werden,
Erfolg macht Arbeit und interessiert auch das
Finanzamt.
Wedding, Mailand, Paris, Tokio
Sie entwirft ihre eigene Kollektion erst seit einigen Jahren, nimmt aber bereits an Messen in
Berlin, Paris und Mailand teil. Ihre „entspannte
Eleganz“, wie sie ihren Stil beschreibt, kommt
sehr gut an; sie ist wirtschaftlich erfolgreich.
Ein Geschäftspartner steht ihr bei, ebenso ein
Schnittmacher, ihre Modelle lässt sie in der
Textilstadt Cottbus nähen.
Wo wird ihre Mode verkauft? „Vor allem in

Japan.“ Ups. Von hier, vom guten alten Wedding aus, nach Japan? Bernadett Penkov erklärt
es sich damit, dass die Japanerinnen tagsüber
sehr oft Uniform tragen – und sich deshalb
privat gern umso individueller kleiden. Das
Geld dafür haben sie auch, und so kommt‘s,
dass Japan der größte Markt für Mode der
mutigeren Art ist.
Dass sie 2006 beim „Moët & Chandon Fashion
Debut Award“ als beste Nachwuchsdesignerin
ausgezeichnet wurde, lässt vermuten, dass
Bernadett Penkov womöglich auch ohne die
degewo Erfolg gehabt hätte. „Wahrscheinlich“,
sagt sie ohne falsche Bescheidenheit, „aber
nicht so schnell.“
“Wie entsteht hier Stadtrendite?
Durch unsere Wirtschaftsförderung spart die
Stadt eigene Ausgaben: Im Rahmen von Aktionen
wie „Wedding Dress“ oder „Start?Klar!“ fördert
die degewo ExistenzgründerInnen und andere
Gewerbetreibende durch Mietverzichte bzw.
-nachlässe. Entsprechende wirtschaftsfördernde
Maßnahmen müsste die Stadt andernfalls selbst
finanzieren. Indem wir mit unseren Unterstützungsmaßnahmen Existenzen sichern, spart die
Stadt auch Sozialausgaben.
Der Stadt entstehen dadurch auch zusätzliche
Einnahmen: Jeder Unternehmer, der durch
unsere Förderung erfolgreicher wird oder seine
Existenz sichern kann, bringt dem Staat auch
mehr Steuern ein: wieder ein eindeutiger Fall von
Stadtrendite.

Natürlich gibt es in den Räumen in der Brunnenstraße alles, was man in einem Modeatelier erwartet: Schneiderpuppen, Stoffrollen, Schnittmuster, Zeichentische und Nähmaschinen. Aber auch in
diesem Beruf wird der Computer mehr und mehr zum zentralen Arbeitswerkzeug.

22

23

Fledermauswerfen und Kürbissuppe
Quartiersmanagement: Stadtrendite durch mehr Kiezgefühl
Sie kennen Fledermauswerfen nicht? Können
Sie auch gar nicht, denn das Spiel haben sich
Kinder aus der Gropiusstadt zusammen mit
dem degewo-Stadtteilmanagement eigens
für ihr Halloween-Fest ausgedacht – wie
überhaupt das Ganze ein Fest zum Mitplanen,
Mitdenken, Mitbasteln und Mitgruseln war.
Für selbst gemachte Kostüme gab‘s Preise zu
gewinnen, im Gespensterschloss (ehemals
Festzelt) war eigenes Heulen und Herumgeistern angesagt und spät in der Nacht gab‘s zur
Kürbissuppe selbst gebackenes Lehmofenbrot.
Es muss mehr als alles geben
„Kinder aktiv“ heißt das Programm, das Kinder

mit immer neuen Aktionen dazu ermutigen
will, ihr Quartier zu erforschen, es mitzugestalten und die Gropiusstadt so auch wirklich als
ihre Heimat zu erleben. Denn am Kiezgefühl
fehlt es manchmal in dem Stadtteil, dessen
Infrastruktur der Architekt Walter Gropius so
umfassend geplant hat: Familienfreundliche
Wohnungen, Spielplätze und weitläufige Grünanlagen, Kitas und Schulen, Arztpraxen und
Kinos waren von Anfang an vorgesehen. Eine
erstklassige U-Bahnverbindung und Berlins
größtes Einkaufszentrum kamen hinzu. Perfekt
eigentlich – aber die emotionale, die zwischenmenschliche Infrastruktur lässt sich nun mal
nicht einfach so hinbauen. Was also tun für

Gruppenbild mit Gerippe: Gibt es etwas Schöneres, als sich mächtig zu verkleiden?

24

mehr Stadtteilbindung, mehr Beteiligung, mehr
Kiezgefühl? Auch wenn man’s nicht planen
kann: Man kann es fördern. Und das tut die
degewo Stadtteilmanagerin auf vielen Ebenen:
durch Mieterrunden und Ortsbegehungen,
durch gemeinsame Projekte mit Vereinen und
anderen Initiativen vor Ort, durch aktive Aufklärungs- und Pressearbeit – am liebsten durch
„Kinder aktiv“.
„Kinder aktiv“:
Mehr Stadtteilbindungvon der Kita an
Das Programm, das in enger Zusammenarbeit
mit den Kitas und Schulen des Quartiers in
die Tat umgesetzt wird, ging 2006 mit einem

großen Sommerfest für die ganze Nachbarschaft an den Start. Im Herbst dokumentierten
die „Kiezreporter“mit Snapshot-Kameras und
Malfarben das Gute und das Schlechte in ihrem
Quartier, andere Kids stellten eine komplette
Ausgabe der degewo-Mieterzeitung in eigener
Regie her und zurzeit sind gerade die „Kiezdetektive“ in Planung: Sie sollen erforschen,
warum die Straßen der Gegend eigentlich so
heißen, wie sie heißen – warum ein gewisser
Herr Wutzky zum Beispiel eine ganze Allee
abbekommen hat und Käthe Dorsch einen
ansehnlichen Ring, Max Pallenberg aber nur
einen schmalen Pfad. Ein abschließender Ermittlungsbericht wird die Bewohner aufklären.

Ja, und im Oktober wird es sicher wieder ein
Halloween-Fest geben. Denn eins kann sich ja
wohl jeder denken: Unter kleinen Gespenstern
treibt sich der Nachbarschaftsgeist besonders
gern herum.

Auch hohles Heulen will gelernt sein: GeisterVollversammlung im Festzelt.

Wie entsteht hier Stadtrendite?
Die Stadt spart eigene Ausgaben: Das Stadtteilmanagement der degewo verfolgt ergänzend
und unterstützend die Ziele des Quartiersmanagement-Programms, die das Land Berlin für
die Gropiusstadt festgelegt hat. Die Förderung
des nachbarschaftlichen Miteinanders und die
Verbesserung der sozialen Kompetenz von
Kindern und Jugendlichen gehören zu den
wichtigsten dieser Ziele. Unser Stadtteilmanagement übernimmt mithin öffentliche Aufgaben und entlastet so auch den städtischen
Haushalt.
Auch indirekt gewinnt die Stadt: Eine wachsende Zufriedenheit in ihrem Quartier und die höhere Kompetenz der Kinder und Jugendlichen
ist langfristig mit weniger Kriminalität und
mehr Lebenserfolg verbunden. Auch davon
profitiert die Stadt: durch weniger Polizei-, Gerichts-, Strafvollzugs- und Sozialausgaben auf
der einen Seite, durch mehr Steuereinnahmen
auf der anderen.

25

Das Maß der Verantwortung
Ein Modell zur Berechnung der Stadtrendite
Der Begriff der Stadtrendite wird bereits seit
einigen Jahren in der kommunalpolitischen
Diskussion verwendet. Er wird dabei übereinstimmend definiert als der Gesamtgewinn, den
ein Unternehmen für sich und für sein gesellschaftliches Umfeld erwirtschaftet. Einen Weg
zur tatsächlichen Berechnung der Stadtrendite
hat aber erst das Institut für Management der
Humboldt-Universität zu Berlin im Auftrag der
degewo entwickelt.
Zeige mir deine Stadtrendite
und ich sage dir, wer du bist
Wir haben es bereits in der Einleitung angesprochen: Angesichts zurückgehender
Staatsausgaben, der immer dichteren globalen
Vernetzung und eines geschärften Bewusstseins für die vielfältigen Wechselwirkungen
zwischen Wirtschaft, Umwelt und Gesellschaft
sehen sich mehr und mehr Unternehmen
aufgefordert, sich ihrer gesellschaftlichen Verantwortung bewusst zu werden und entsprechend zu handeln. Die Verbreitung des Begriffs
„Corporate Social Responsibility“ (CSR) in der
privatwirtschaftlichen Diskussion legt von
dieser Entwicklung Zeugnis ab.
Das Stadtrendite-Berechnungsmodell der
Humboldt-Universität macht das Ausmaß der
gesellschaftlichen Verantwortung eines kommunalen Wohnungsunternehmens deutlich. Es
liefert zugleich ein Instrument, mit dem sich im

Prinzip der gesellschaftliche Beitrag jedes Unternehmens messen lässt. Und das macht die
Stadtrendite weit über die kommunalpolitische
Diskussion hinaus interessant.
Die Berechnungsformel
Bei der Berechnung der reinen betriebswirtschaftlichen Rendite wird der Jahresüberschuss, den ein Unternehmen erzielt, in
Beziehung zum eingesetzten Kapital gesetzt.
Diese Formel sehen Sie im oberen Teil der
Abbildung auf dieser Seite. Das Ergebnis ist
eine Prozentangabe. In die Berechnung der
Stadtrendite (siehe unterer Teil der Abbildung)
gehen weitere Bestandteile ein. Hier werden
-	der Jahresüberschuss
-	plus die Ausgaben bzw. Leistungen für
	 umfeld- und umweltrelevante Aufgaben*
-	plus alle langfristigen Erträge für den
	 Standort, die in der Gewinn- und
	 Verlustrechnung nicht erscheinen,
in Beziehung zum eingesetzten Kapital gesetzt.
Zur Erklärung:
Mit Ausgaben für gesellschaftliche Ziele sind
Ausgaben eines Unternehmens gemeint, die
nicht vorrangig seiner eigenen Gewinnerzielung dienen, sondern in erster Linie Ersparnisse
für die Stadtkasse darstellen.

Gesellschaftliche Folgeerträge sind Erträge
für die Stadt, die infolge von Investitionen der
degewo entstehen und der Stadt Gewinn
bringen. Man kann es auch so sehen: Um
diesen Betrag wäre der Jahresüberschuss des
Unternehmens höher, wenn es sich nicht
gesellschaftlich engagieren würde. Nur so
ist Vergleichbarkeit mit der Leistung eines
Unternehmens gegeben, das sich nicht oder
weniger gesellschaftlich engagiert.
Stadtrendite 1 und 2
Die Wissenschaftler der Humboldt-Universität
sprechen von Stadtrendite 1 und 2. Die Abbildung auf der rechten Seite gibt diese Unterteilung wieder.
Zur Berechnung der Stadtrenditen 1 und 2 werden unmittelbare, mittelbare und Folgeerträge
mit dem Unternehmenswert in Verbindung
gesetzt. In der finanzwirtschaftlichen Literatur
werden unterschiedliche Methoden der Unternehmenswertbestimmung vorgeschlagen.
In Anlehnung an die in der Praxis gängigen
Methoden wurden für die Studie sowohl der
eigenkapitalbasierte Unternehmenswert als
auch derjenige auf Basis des Discounted Cash
Flow (DCF) ermittelt.
Nach den Berechnungen der Humboldt-Universität beläuft sich die Stadtrendite 1 auf 17,2
Mio. Euro und die Stadtrendite 2 auf 29,6 Mio.

Von der Rendite zur Stadtrendite: Die Berechnungsformel
Die Berechnung der betriebswirtschaftlichen Rendite
Jahresüberschuss
eingesetztes Kapital

x 100

Die Berechnung der Stadtrendite
Jahresüberschuss + Ausgaben für gesellschaftliche Ziele + gesellschaftliche Folgeerträge
eingesetztes Kapital

26

x 100

* Hier werden bei der Berechnung der Stadtrendite der degewo z.B. die Ausgaben für die in dieser Broschüre vorgestellten Projekte eingerechnet.

Euro. Demnach kommt der Stadt sowohl als
Eigentümerin als auch der Kommune im Jahr
2005 ein Betrag in Höhe von 46,8 Mio. Euro
aus den Aktivitäten der degewo zugute. Auf
der Basis des DCF-basierten Unternehmenswerts in Höhe von 582,6 Mio. Euro ergibt sich
eine Gesamt-Stadtrendite (1 und 2) von 8,04
Prozent, bei einem eigenkapitalbasierten Unternehmenswert von 372,5 Mio. Euro immerhin
eine Stadtrendite von 12,5 Prozent.
Bewerten,
was der Markt nicht bewertet
Nicht zuletzt durch die globalen Klimaveränderungen wird jedem Einzelnen von uns heute
mehr und mehr bewusst, wie wichtig es ist,
auch Dinge in unser Denken und Verhalten
einzubeziehen, die der Markt nicht bewertet
– wohl aber unser Verantwortungsgefühl. Hier
macht die Stadtrendite einen ersten, großen
Schritt nach vorn: Sie trägt dazu bei, aus einer
eher vagen und damit meist folgenlosen
Diskussion über gesellschaftliche Verantwortung eine fundierte Debatte über messbare
Leistungen von Unternehmen für die Öffentlichkeit zu machen.

Stadtrendite 1 und 2
Stadtrendite 1
Eindeutige Werte aus der Kostenrechnung des Unternehmens

Stadtrendite 2
Geschätzte Werte

Unmittelbare betriebswirtschaftliche
Erträge

Mittelbare Erträge in Form von Ersparnissen der öffentlichen Hand

Gesellschaftliche Folgeerträge

Jahresüberschuss/Dividendenzahlungen

Ersparnisse der öffentlichen Hand durch Ausgaben des Unternehmens für gesellschaftliche
Ziele, zum Beispiel durch:
- weniger Personalkosten für Bildung
- weniger Ausgaben für Wirtschaftsförderung
- weniger Ausgaben für Arbeitsmarktförderung

Erhöhte Einnahmen oder reduzierte Ausgaben
der öffentlichen Hand als Folge der Aktivitäten
des Unternehmens, zum Beispiel durch:
- erhöhte Steuereinnahmen
- reduzierte Sozialausgaben
- mehr Wirtschaftswachstum

27

Wer, wo, wie, was?
Die Projekt-Adressen
Der Marzahner Kinderkeller

Kolonie Wedding

degewo-Stadtteilmanagement

Kulturhochhaus Marzahn
Kinderkeller, Hochhauscafé & Pension
Wittenberger Straße 85
12689 Berlin
Telefon u. Fax: 030 93772052
Ansprechpartnerin: Marina Bikádi
E-Mail: marzahner-kinderkeller@freenet.de
www.kinderkeller-marzahn.de
www.pension-11himmel.de

Soldiner Straße 92
13359 Berlin
Telefon: 030 48478762
E-Mail: info@kolonie-wedding.de
www.kolonie-wedding.de

Kundenzentrum Süd
Stadtteilmanagement
Joachim-Gottschalk-Weg 1, 12353 Berlin
Telefon: 030 26485-2145
Telefax: 030 26485-2109
E-Mail: annett.biernath@degewo.de

Das Schulprojekt im Brunnenviertel
Diesterweg-Gymnasium
Putbusser Straße 12
13355 Berlin (Brunnenviertel)
Telefon: 030 46309620
E-Mail: info@diesterweg.cidsnet.de
www.diesterweg.cidsnet.de
Moderation des Bildungsverbundes
„Brunnenviertel“:
Empirica AG, Büro Berlin
Kurfürstendamm 234
10719 Berlin
Telefon: 030 884795-0
E-Mail: berlin@empirica-institut.de
Ansprechpartner: Eduard Heußen
www.empirica-institut.de

Wohnungen für Studenten
Die Aktion „Zwei Semester halbe Miete“
wird zu jedem Semester neu geplant. Die
­Studentenwohnungen werden – ebenso
wie alle anderen Wohnungen – von unseren
Kundenzentren vermietet. Die
Kontaktdaten finden Sie rechts.

BigSteps
Die BigSteps-Station im Brunnenviertel
Koordinatorin: Heike Fahrnländer
Putbusser Straße 29
13355 Berlin
Telefon: 030 46069516
E-Mail: bigsteps.brunnen@
jugendwohnen-berlin.de
Die BigSteps-Station in Marzahn
Koordinator: Martin Otten
Marzahner Promenade 37, 12679 Berlin
Telefon: 030 74735855
Telefax: 030 74735854
E-Mail: bigsteps.marzahn@jugendwohnen-berlin.de
Träger: Jugendwohnen im Kiez e.V.
www.jugendwohnen-berlin.de

Das Modell zur Berechnung der
Stadtrendite
Die Autoren der Studie „Stadtrendite der
öffentlichen Wohnungswirtschaft“ sind:
Prof. Dr. J. Schwalbach, Dr. Anja Schwerk,
Institut für Management
Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät der
Humboldt-Universität zu Berlin
Spandauer Straße 1
10178 Berlin
www.wiwi.hu-berlin.de

Ahrensfelder Terrassen
degewo
Marzahn
Mehrower Allee 52
12687 Berlin
Telefon: 030 26485-2588

Dipl.-Kfm. Daniel Smuda
Tivona Partners Berlin

Vermietung
Hotline: 030 26485-2599
E-Mail: vermietung-marzahn@degewo.de

Die Lärmpolizei

Penkov & Lenz GBR

In Marzahn ist das degewo-Kundenzentrum für
die Lärmpolizei zuständig, im Brunnenviertel das
degewo-Kundenzentrum Nord. Die Kontaktdaten
stehen auf der gegenüberliegenden Seite.

Bernadett Penkov
Invalidenstraße 158
10115 Berlin
Telefon: 030 46309047
Telefax: 030 46309180
E-Mail: contact@penkovberlin.com
www.penkovberlin.com

Beauftragter Sicherheitsdienst:
Ardor GmbH – flash security
Fanny-Zobel-Straße 7
12435 Berlin
Telefon: 030 20647733
E-Mail: info@flash-security.de
www.flash-security.de

Kundenzentrum Nord
Brunnenstraße 128, 13555 Berlin
Telefon: 030 26485-2345
Telefax: 030 26485-2309
E-Mail: annett.gebel@degewo.de

Rückbau in Marzahn, Foto: Jens Rötzsch

28

Der Kontakt zu uns
Die Kundenzentren der degewo
Kundenzentrum City

Kundenzentrum Marzahn

Mietwohnungen in Tiergarten,
Schöneberg, Steglitz, Wilmersdorf,
Kreuzberg, Tempelhof, Lankwitz,
Charlottenburg, Falkensee, Potsdam

Mietwohnungen in Marzahn

Potsdamer Straße 60, 10785 Berlin
Telefon: 030 26485-2288
Telefax: 030 26485-2209
E-Mail: city@degewo.de
Vermietung:
Hotline: 030 26485-2299
Telefax: 030 26485-2208
E-Mail: vermietung-city@degewo.de

Mehrower Allee 52, 12687 Berlin
Telefon: 030 26485-2588
Telefax: 030 26485-2509
E-Mail: marzahn@degewo.de
Vermietung:
Hotline: 030 26485-2599
Telefax: 030 26485-2508
E-Mail: vermietung-marzahn@degewo.de

degewo Gewerbe
Vermietung von Gewerbeobjekten,
Pachten und Freiflächen

Kundenzentrum Nord
Mietwohnungen in Wedding,
Reinickendorf, Prenzlauer Berg, Pankow,
Friedrichshain, Frohnau, Wittenau
Brunnenstraße 128, 13355 Berlin
Telefon: 030 26485-2388
Telefax: 030 26485-2309
E-Mail: nord@degewo.de
Vermietung:
Hotline: 030 26485-2399
Telefax: 030 26485-2331
E-Mail: vermietung-nord@degewo.de

Kundenzentrum Süd
Mietwohnungen in Neukölln/Gropiusstadt,
Britz, Buckow, Rudow, Marienfelde,
Lichtenrade
Joachim-Gottschalk-Weg 1, 12353 Berlin
Telefon: 030 26485-2188
Telefax: 030 26485-2109
E-Mail: sued@degewo.de
Vermietung:
Hotline: 030 26485-2199
Telefax: 030 26485-2109
E-Mail: vermietung-sued@degewo.de

Kundenzentrum Köpenick

Potsdamer Straße 60, 10785 Berlin
Telefon: 030 26485-2888
Telefax: 030 26485-2805
E-Mail: gewerbe@degewo.de

gewobe
Potsdamer Straße 60, 10785 Berlin
Verkauf/Verwaltung von Einfamilien-, Reihenund Mehrfamilienhäusern
Telefon: 030 26485-9101
Telefax: 030 26485-9105
E-Mail: info@gewobe.de
Wohneigentums- und Hausverwaltung
Telefon: 030 26485-9201
Telefax: 030 26485-9213
E-Mail: weg-verwaltung@gewobe.de

Grundstücksreserven/-entwicklung
Verkauf von unbebauten Grundstücken
und Parzellen
Potsdamer Str. 60, 10785 Berlin
Telefon: 030 26485-6601
Telefax: 030 26485-6605
E-Mail: grundstuecke@degewo.de

www.degewo.de

Mietwohnungen in Köpenick,
Johannisthal, Altglienicke
Bahnhofstraße 2b, 12555 Berlin
Telefon: 030 26485-2488
Telefax: 030 26485-2409
E-Mail: koepenick@degewo.de
Vermietung:
Hotline: 030 26485-2499
Telefax: 030 26485-2408
E-Mail: vermietung-koepenick@degewo.de

Entstehung der Ahrensfelder Terrassen,
Foto: Jens Rötzsch

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Marketing/Unternehmenskommunikation
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