Path:

Full text: Untersuchung zur Parkraumbewirtschaftung in der Altstadt Köpenick von Berlin

Abschlussbericht

Untersuchung zur
Parkraumbewirtschaftung
Altstadt Köpenick von Berlin

15. Februar 2011

LK Argus GmbH

www.LK-argus.de

Untersuchung zur Parkraumbewirtschaftung in der
Altstadt Köpenick von Berlin
Abschlussbericht

Auftraggeber
Bezirksamt Treptow-Köpenick von Berlin
Abteilung Bauen und Stadtentwicklung, Stadtplanungsamt
Alt-Köpenick 21
12555 Berlin

Auftragnehmer
LK Argus GmbH
Novalisstraße 10
D-10115 Berlin
Tel. 030.322 95 25 30
Fax 030.322 95 25 55
berlin@LK-argus.de
www.LK-argus.de
Bearbeiter
Dr.-Ing. Eckhart Heinrichs
Dipl.-Ing. Sonja Patermann

Berlin, 15. Februar 2011

Bezirksamt
Treptow-Köpenick
Untersuchung Park-

Inhalt
1

2

3

4

Aufgabenstellung und Untersuchungsgebiet

1

raumbewirtschaftung

1.1

Einwohner

2

Altstadt Köpenick

1.2

Beschäftigte

4

15. Februar 2011

1.3

Motorisierung

4

1.4

Nutzungsarten

6

Ruhender Kfz-Verkehr

7

2.1

Parkraumangebot

7

2.1.1

Altstadt Köpenick

7

2.1.2

Potenzielle Verdrängungsgebiete

9

2.2

Parkraumauslastung

10

2.2.1

Altstadt Köpenick

10

2.2.2

Potenzielle Verdrängungsgebiete

18

2.3

Parkdauer und Nutzergruppen

19

2.4

Konfliktanalyse und verkehrliche Begründung einer
Parkraumbewirtschaftung

22

2.5

Maßnahmenkonzept und Wirkungsanalyse

24

2.6

Maßnahmen zur Parkraumbewirtschaftung

25

2.6.1

Mögliche Bewirtschaftungsformen

25

2.6.2

Abgrenzung des Bewirtschaftungsgebietes

29

2.6.3

Bewirtschaftungszeiten und Gebührenhöhen

30

2.6.4

Standorte der Parkscheinautomaten

31

2.7

Prognose und Wirkungsanalyse

33

2.7.1

Absehbare Veränderungen beim Parkraumangebot

33

2.7.2

Prognose der verkehrlichen Wirkungen

35

2.7.3

Wirtschaftlichkeitsberechnung und Finanzierungskonzept

38

Ruhender Fahrradverkehr

47

3.1

Fahrradabstellangebot

47

3.2

Empfehlungen zum ruhenden Fahrradverkehr

49

Zusammenfassung und Empfehlungen

51

Tabellenverzeichnis

53

Abbildungsverzeichnis

53

1

Aufgabenstellung und Untersuchungsgebiet

Das Untersuchungsgebiet der Altstadt Köpenick liegt im Bezirk TreptowKöpenick auf einer Insel und wird von der Spree im Westen, Norden und Osten
sowie von der Dahme bzw. Müggelheimer Straße im Süden und der Amtsstraße im Südosten begrenzt.

Bezirksamt
Treptow-Köpenick
Untersuchung Parkraumbewirtschaftung
Altstadt Köpenick
15. Februar 2011

Zusätzlich zum Untersuchungsgebiet werden drei weitere Gebiete betrachtet,
bei denen im Falle einer Parkraumbewirtschaftung mögliche Verdrängungseffekte aus der Altstadt Köpenick auftreten können. Das potenzielle Verdrängungsgebiet „Köllnische Vorstadt“ liegt westlich von der Altstadt, das Gebiet
„Kietz“ liegt südöstlich des Untersuchungsgebietes und das dritte potenzielle
Verdrängungsgebiet „Am Krusenick“ befindet sich nordöstlich der Altstadt.
Abbildung 1:

Untersuchungsgebiet und potenzielle Verdrängungsgebiete

Am
Krusenick

Köllnische
Vorstadt

Altstadt
Köpenick

Kietz

Im Einzelnen handelt es sich beim potenziellen Verdrängungsgebiet „Köllnische
Vorstadt“ um die Straßen:

●

Gutenbergstraße,

●

Flemmingstraße und

●

Rudower Straße bis Westendstraße.

1

Bezirksamt

Das potenzielle Verdrängungsgebiet „Kietz“ umfasst folgende Straßen:

Treptow-Köpenick
Untersuchung Park-

●

Kietz,

●

Gartenstraße bis Luisenstraße,

●

Spitzerstraße,

●

Karlstraße bis Luisenstraße sowie Karlstraße bis Wendenschloßstraße,

●

Luisenstraße,

●

Landjägerstraße von Amtsstraße bis Wendenschloßstraße,

●

Müggelheimer Straße von Amtsstraße bis Wendenschloßstraße und

●

Müggelheimer Straße von Müggelheimer Straße bis Landjägerstraße.

raumbewirtschaftung
Altstadt Köpenick
15. Februar 2011

Zum potenziellen Verdrängungsgebiet „Am Krusenick“ zählt nur die öffentliche
Straße Am Krusenick.

1.1

Einwohner

Das Untersuchungsgebiet hat nach Angaben des Amtes für Statistik BerlinBrandenburg insgesamt 1.212 gemeldete Einwohner am Ort des Hauptwohnsitzes (Stand 31.12.2009). Dies ist ein Prozent der Gesamtbevölkerung des
Ortsteils Köpenick. Zusätzlich sind 18 Einwohner im Untersuchungsgebiet mit
Nebenwohnsitz gemeldet.
Die durchschnittliche Einwohnerdichte liegt bei 57 Einwohnern je Hektar. Die
höchsten Werte werden im Zentrum der Altstadt mit 325 Einwohnern je Hektar
und am südöstlichen Rand der Altstadt mit 222 Einwohnern je Hektar erreicht.
Die niedrigsten Werte treten mit 11 Einwohnern je Hektar am östlichen Rand
der Altstadt auf. In sechs Gebieten, die sich gleichmäßig über das Untersuchungsgebiet verteilen, sind keine Einwohner registriert (Tabelle 1).

2

Tabelle 1:
Wohnblock

Einwohner (Quelle: Amt für Statistik)

Einwohner

Fläche
[ha]

Einwohnerdichte
[EW / ha]

132001

30

1,8

17

132002

99

0,9

110

132003

0

0,4

--

132004

18

0,3

60

132005

9

0,8

11

132006

129

1,1

117

132007

0

0,1

--

132008

263

2,1

125

132010

0

0,3

--

132011

37

0,5

74

132012

228

0,7

325

132013

52

0,7

74

132014

91

1,0

91

132015

141

2,5

56

132017

0

2,3

--

132033

133

0,6

222

132034

0

4,8

--

132601

0

0,6

--

Summe

1.230

21,5

57

Abbildung 2:

Bezirksamt
Treptow-Köpenick
Untersuchung Parkraumbewirtschaftung
Altstadt Köpenick
15. Februar 2011

Einwohnerdichte

3

Bezirksamt

1.2

Treptow-Köpenick
Untersuchung Park-

In der Verwaltung sind in der Altstadt nach Angaben des Bezirksamtes insge-

raumbewirtschaftung

samt 343 Personen beschäftigt. Zusätzlich sind laut Ordnungsamt 338 gewerb-

Altstadt Köpenick

liche Einrichtungen in der Altstadt Köpenick gemeldet. Wenn davon ausgegan-

15. Februar 2011

Beschäftigte

gen wird, dass mindestens eine Person je gemeldeter gewerblicher Einrichtung
auch dort beschäftigt ist, ergibt dies mindestens 680 Arbeitsplätze in der
Altstadt.

1.3

Motorisierung

Im Untersuchungsgebiet waren am 31.12.2009 insgesamt 584 Kraftfahrzeuge
amtlich zugelassen. Hierbei entfallen 498 Kraftfahrzeuge auf private und 86
Kraftfahrzeuge auf gewerbliche Halter. Dies ergibt einen durchschnittlichen
Motorisierungsgrad von 475 Kfz je 1.000 Einwohner, der deutlich über dem
Berliner Durchschnitt von 324 Kfz je 1.000 Einwohner liegt (Quelle: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, 2009).
Eine Auswertung der Motorisierung je Fläche (ha) ergibt einen durchschnittlichen Wert von 27 Kfz / ha. In dieser Statistik sind jedoch auch gewerblich
genutzte Fahrzeuge enthalten, die zwar im Untersuchungsgebiet gemeldet sind,
aber nicht unbedingt ständig dort verkehren. Es sind auch private Kraftfahrzeuge in Gebieten ohne Einwohner gemeldet. Die Motorisierungsdaten sind
daher mit großer Vorsicht zu interpretieren (Tabelle 2). Größeren Aufschluss
über die Situation im ruhenden Verkehr erlauben die Vor-Ort-Erhebungen
(vgl. Kapitel 2).

4

Tabelle 2:
Wohnblock

Motorisierung je Fläche (Quelle: Amt für Statistik)
Kfz
privat

Kfz
gewerblich

Kfz
gesamt

Fläche
[ha]

Bezirksamt
Kfz/ha
Fläche

Treptow-Köpenick
Untersuchung Park-

132001

27

17

44

1,8

24

raumbewirtschaftung

132002

59

5

64

0,9

71

Altstadt Köpenick

132003

0

0

0

0,4

0

132004

8

0

8

0,3

27

132005

2

7

9

0,8

11

132006

47

2

49

1,1

44

132007

0

0

0

0,1

0

132008

108

7

115

2,1

55

132010

0

0

0

0,3

0

132011

15

8

23

0,5

46

132012

73

5

78

0,7

111

132013

24

8

32

0,7

46

132014

28

1

29

1,0

29

132015

60

11

71

2,5

28

132017

0

0

0

2,3

0

132033

44

0

44

0,6

73

132034

3

10

13

4,8

3

132601

0

5

5

0,6

8

Summe

498

86

584

21,5

27

Abbildung 3:

15. Februar 2011

Motorisierungsdichte (Kfz / ha)

5

Bezirksamt

1.4

Treptow-Köpenick
Untersuchung Park-

Die Altstadt Köpenick stellt sich überwiegend als ein faktisches allgemeines

raumbewirtschaftung

Wohngebiet dar. Vornehmlich sind in den Obergeschossen Wohnen sowie im

Altstadt Köpenick

Erdgeschoss Gewerbe (Einzelhandel) und in den Fußgängerzonen Gastrono-

15. Februar 2011

Nutzungsarten

mie vorhanden. Eine Ausnahme ist das als Mischgebiet zu beurteilende nördlich der Freiheit gelegene Areal, in dem vorwiegend Gastronomie und Dienstleistungen (Büro, öffentliche Verwaltung, Ärzte) angesiedelt sind. Gebiete mit
überwiegender Wohnfunktion befinden sich am östlichen bzw. südöstlichen
Rand der Altstadt Köpenick. Am westlichen Uferbereich der Altstadt gibt es
Grün- und Freiflächen mit angrenzender gastronomischer Nutzung. Im Süden
des Untersuchungsgebietes liegt die Parkanlage mit dem Köpenicker Schloss.
Flächen für Gemeinbedarf und Sondernutzung liegen in der Altstadt insbesondere im Bereich Alt-Köpenick, Freiheit und Alter Markt. Hierzu zählen das
Rathaus, die St. Laurentius Kirche, das Bezirksamt, die Feuerwehr, das Museum, die Landesbildstelle und die Bibliothek.
Ein hoher Anteil an Einzelhandel- und Gastronomieeinrichtungen mit entsprechendem Kurzparkbedarf ist vor allem in den Straßen Alt-Köpenick, Freiheit und
im Fußgängerbereich Alt-Köpenick mit dem Schlossplatz sowie in den Fußgängerbereichen Grünstraße und Spindlergasse vorhanden. Leerstände treten
in den Bereichen Alt-Köpenick / Freiheit bzw. Laurenzstraße und in der Kietzer
Straße auf. Saisonal besteht ein erhöhtes Verkehrsaufkommen, begründet
durch die touristisch und kulturell bedeutsame Wasserlage der Altstadt.

6

2

Ruhender Kfz-Verkehr

Für die Beantwortung der Frage, ob Parkraumbewirtschaftung sinnvoll und
rechtssicher ist, müssen folgende Daten analysiert werden:

Bezirksamt
Treptow-Köpenick
Untersuchung Parkraumbewirtschaftung
Altstadt Köpenick

●

Anzahl und Regelungen der Parkstände
(Kapitel 2.1 Parkraumangebot),

●

Auslastung der Parkstände zu verschiedenen Tageszeiten
(Kapitel 2.2 Parkraumauslastung),

●

Bestimmung der Nachfragegruppen anhand der mittleren Parkdauer
(Kapitel 2.3 Parkdauer und Nutzergruppen).

15. Februar 2011

Auf Grundlage dieser Daten kann anschließend festgestellt werden, ob die
verkehrlichen Voraussetzungen zur Parkraumbewirtschaftung erfüllt werden,
und welche Bewirtschaftungsform ggf. sinnvoll ist.

2.1

Parkraumangebot

2.1.1

Altstadt Köpenick

Das öffentliche Parkstands- und Parkplatzangebot sowie das frei zugängliche
private Stellplatzangebot wurden im Juni 2010 erfasst und dokumentiert.
Berücksichtigt wurden alle Parkstände bzw. Parkplätze im öffentlichen Straßenraum sowie die privaten, aber öffentlich zugänglichen Stellplätze. Sammelanlagen (Parkplätze) wurden ab einer Kapazität von 15 Kfz vor Ort erfasst. Das
Parkraumangebot wurde mit folgenden Kriterien erhoben:

●

öffentlich (durch Parkraumbewirtschaftung beeinflussbar) / privat,

●

Art und Lage (einzelne Parkstände im öffentlichen Straßenraum und
Sammelanlagen / Parkplätze),

●

Regelung (Haltverbot, Parkdauerbegrenzung, Nutzerbeschränkung,
Geltungszeitraum der Einschränkungen).

Im Untersuchungsgebiet wurden insgesamt 541 Parkstände erfasst, davon 293
straßenbegleitend im öffentlichen Straßenraum und 248 in öffentlich zugänglichen Sammelanlagen / Parkplätzen.1 Wegen der zeitlichen Begrenzung von

1

Hinzu kommen laut einer Untersuchung aus dem Jahr 2006 insgesamt 172 private
und nicht öffentlich zugängliche Stellplätze auf den Grundstücken (vgl. BSM Beratungsgesellschaft für Stadterneuerung und Modernisierung mbH: Gutachten zur
städtebaulichen Einordnung von ebenerdigen Stellplätzen auf Grundstücken in der

7

Bezirksamt
Treptow-Köpenick
Untersuchung Parkraumbewirtschaftung
Altstadt Köpenick
15. Februar 2011

Haltverboten und Sammelanlagen-Zugänglichkeiten schwanken diese Werte
leicht je nach Wochentag und Tageszeit.
Über die Hälfte der Parkstände im öffentlichen Straßenraum sind ohne Einschränkung (153 Stellplätze) nutzbar. Weitere 92 Parkstände sind mit Parkscheibe parkdauerbegrenzt. 36 Parkstände unterliegen einem temporären
Haltverbot und 12 Parkstände einer Beschränkung auf bestimmte Nutzergruppen (z.B. Behindertenstellplätze, Taxenstand).
In den Sammelanlagen sind nur 38 % der Park- bzw. Stellplätze ohne Einschränkungen nutzbar. 62 % der Sammelanlagenkapazitäten sind in der Zeit
von Montag bis Sonntag zwischen 8 und 20 bzw. 22 Uhr gebührenpflichtig.
Die Sammelanlagen liegen im Zentrum der Altstadt an der Kirchstraße und
Jägerstraße sowie am Rand des Untersuchungsgebietes an der Müggelheimer
Straße, Amtsstraße und Landjägerstraße. Alle Sammelanlagen liegen auf
Brachflächen. Ausnahmen sind die Parkplätze an der Amtsstraße und Landjägerstraße (westlicher kleiner Parkplatz).
Abbildung 4:

Parkraumangebot im Untersuchungsgebiet

Altstadt Köpenick, Anhang 5. Im Auftrag des Bezirksamt Treptow-Köpenick von Berlin, Juni 2006).

8

Tabelle 3:

Parkraumangebot im Untersuchungsgebiet (Juni 2010)

Bezirksamt

Straßenraum
ohne Einschränkung

Straße

Parkscheibe

Sammelanlage
Summe
temporäres Nutzerbeohne
kostenSumme
Summe
Haltverbot schränkung
Gebühr pflichtig

Alt-Köpenick

16

15

5

0

36

0

0

0

36

Freiheit

25

25

0

5

55

0

0

0

55

Kirchstraße

31

11

4

0

46

0

0

0

46

0

10

0

0

10

0

0

0

10

15

4

1

0

20

0

34

34

54

Grünstraße

0

0

0

0

0

0

0

0

0

Böttcherstraße

3

0

0

3

6

0

0

0

6

Müggelheimer
Straße

5

0

19

0

24

39

0

39

63

Kietzer Straße

0

5

6

0

11

0

0

0

11

Amtsstraße

0

0

0

0

0

43

0

43

43

Landjägerstraße

3

0

0

0

3

12

80

92

95

Alter Markt

22

0

0

3

25

0

0

0

25

Jägerstraße

0

7

0

1

8

0

40

40

48

Spindlergasse

2

0

1

0

3

0

0

0

3

Katzengraben

24

0

0

0

24

0

0

0

24

Lüdersstraße

1

15

0

0

16

0

0

0

16

Futranplatz

6

0

0

0

6

0

0

0

6

153

92

36

12

293

94

154

248

541

Laurenzstraße
Rosenstraße

Summe

2.1.2

Treptow-Köpenick
Untersuchung Parkraumbewirtschaftung
Altstadt Köpenick
15. Februar 2011

Potenzielle Verdrängungsgebiete

Das Parkraumangebot in den potenziellen Verdrängungsgebieten Am
Krusenick, Kietz und Köllnische Vorstadt wurde im Juni 2010 überschlägig
aufgenommen. Bei der Abschätzung wurden alle Parkstände im öffentlichen
Straßenraum sowie die privaten, aber öffentlich zugänglichen Stellplätze
berücksichtigt. Sammelanlagen wurden ab einer Kapazität von acht Kfz vor Ort
erfasst.
Insgesamt wurden in den Verdrängungsgebieten rund 930 Parkstände abgeschätzt, davon ca. 70 „Am Krusenick“, 420 in der „Köllnischen Vorstadt“ und
440 im „Kietz“. Alle Parkstände bzw. Parkplätze in den Verdrängungsgebieten
sind ohne Einschränkung nutzbar.

9

Bezirksamt
Treptow-Köpenick
Untersuchung Park-

Tabelle 4:

Parkraumangebot in den potenziellen Verdrängungsgebieten (Juni 2010)
öffentliche
Parkstände
Straßenraum

Straße

raumbewirtschaftung
Altstadt Köpenick
15. Februar 2011

öffentliche
Parkplätze
Sammelanlagen

private
Stellplätze
Sammelanlagen

Summe

Kietz:
Landjägerstraße

56

0

8

64

Müggelheimer Straße

37

0

0

37
33

Kietz

33

0

0

Gartenstraße

12

0

0

12

Spitzerstraße

55

0

0

55
120

Karlstraße

120

0

0

Luisenstraße

116

0

0

116

Flemmingstraße

132

0

0

132

Gutenbergstraße

121

0

0

121

Rudower Straße

137

31

0

168

73

0

0

73

892

31

8

931

Köllnische Vorstadt:

Am Krusenick:
Am Krusenick
Summe

2.2

Parkraumauslastung

2.2.1

Altstadt Köpenick

Die Parkraumauslastung wurde durch Zählungen der parkenden Autos an den
in Abbildung 4 dargestellten Park- und Stellplätzen ermittelt. Die Zählungen
erfolgten am 24. / 25. Juni und am 03. Juli 2010 zu folgenden Zeiten:

●

werktags um 9 Uhr, 11 Uhr, 13 Uhr, 15 Uhr, 17 Uhr, 19 Uhr, 21 Uhr, 23 Uhr
und 2 Uhr,

●

samstags um 11 Uhr.

Durch die unterschiedlichen Erhebungszeiten wurde gewährleistet, dass alle
relevanten Nutzergruppen (Bewohner, Kunden und Besucher, Beschäftigte,
Lieferverkehre usw.) erfasst wurden.
An den Erhebungstagen war freundliches, trockenes Wetter mit Höchsttemperaturen zwischen 24 und 26° C und nächtlichen Tiefs ttemperaturen von 18° bis
20° C. Erhoben wurden jeweils die Fahrzeugart, der Parkstandort und die Art
des Parkvorgangs (zulässig / unzulässig).

10

Die gezählten Fahrzeuge wurden in Pkw-Einheiten umgerechnet, da die
unterschiedlichen Fahrzeugarten einen ungleichen Flächenbedarf haben. So
wird berücksichtigt, dass ein Lkw mehr Fläche einnimmt als ein Pkw.
Im Folgenden sind die wichtigsten Ergebnisse zusammengefasst:

●

Je nach Uhrzeit wurden werktags in der Altstadt Köpenick zwischen 382

Bezirksamt
Treptow-Köpenick
Untersuchung Parkraumbewirtschaftung
Altstadt Köpenick
15. Februar 2011

und 495 Pkw-Einheiten gezählt. Dies entspricht einer mittleren Auslastung
von 70 % bis 97 %, bezogen auf alle Parkstände (vgl. Abbildung 5).

●

Im Zeitverlauf zeigt sich tagsüber an Werktagen zwischen 9 und 17 Uhr
eine sehr hohe Nachfrage im Straßenraum, die teilweise nicht legal
abdeckbar ist. Die Sammelanlagen weisen jedoch zur gleichen Zeit freie
Kapazitäten auf. Dies gilt auch samstags.

●

In der Nacht geht die mittlere Auslastung des Straßenraums und der
Sammelanlagen auf rund 70 % bis 80 % zurück.

●

Die Parkraumauslastung ist ungleichmäßig auf die untersuchten Straßen
verteilt. Vor allem die Straßen um das Rathaus Köpenick und die St. Laurentius Kirche sowie die Sackgasse Landjägerstraße2 und die
Spindlergasse sind sehr hoch ausgelastet.

●

Die kostenfreien Parkräume mit Parkscheibe und ohne Einschränkung sind
wesentlich höher ausgelastet als die kostenpflichtigen und nutzerbeschränkten Parkräume (Tabelle 5).

2

Die Sackgasse Landjägerstraße ist am 14. Juli 2010 mit Pollern für den öffentlichen
Verkehr geschlossen worden.

11

Bezirksamt

Abbildung 5:

Treptow-Köpenick
Untersuchung Park-

Werktag 2 Uhr

raumbewirtschaftung

Werktag 9 Uhr

Altstadt Köpenick
15. Februar 2011

3

Mittlere Parkraumauslastung im Zeitverlauf

Werktag 11 Uhr
Werktag 13 Uhr
Werktag 15 Uhr
Werktag 17 Uhr
Werktag 19 Uhr

Auslastung
gesamt

Werktag 21 Uhr

Auslastung im
Straßenraum

Werktag 23 Uhr

Auslastung in
Sammelanlagen

Samstag 11 Uhr
0%
12
0%
11
0%
10

%
90

%
80

%
70

%
60

ohne Einschränkung

%
50

4

Parkraumauslastung nach Parkregelung (Werktag 11 Uhr)
Stellplätze

Parkregelung

%
40

%
30

%
20

%
10

0%

Tabelle 5:

parkende Pkw-Einheiten

Auslastung

Straßen- SammelStraßen- SammelStraßen- SammelSumme
Summe
Summe
raum
anlagen
raum
anlagen
raum
anlagen
153

94

247

176

106

282

115 %

113 %

114 %

Haltverbot / eingeschränktes Haltverbot

0

0

0

17

0

17

-

-

-

temporäres Haltverbot

0

0

0

10

0

10

-

-

-

Parkscheibe

77

0

77

69

0

69

90 %

-

90 %

Nutzungsbeschränkung

12

21

33

3

5

8

25 %

24 %

24 %

kostenpflichtig

0

154

154

0

106

106

-

69 %

69 %

242

269

511

275

217

492

114 %

81 %

96 %

Summe

Im Folgenden sind die Parkraumauslastungen im Verlauf eines Werktages und
an einem Samstag dargestellt (Abbildung 6 bis Abbildung 15).

3

4

12

Die Auslastung errechnet sich aus der Anzahl der parkenden Fahrzeuge geteilt
durch die Anzahl der legalen Norm-Parkstände. Auslastungen über 100 Prozent
entstehen durch beengtes oder unzulässiges Parken.
An den Erhebungstagen waren einige Baustellen im Untersuchungsgebiet vorhanden. Daher sind Abweichungen zu dem im Juni erhobenen Parkplatzangebot möglich.

Abbildung 6:

Parkraumauslastung (Werktag 2 Uhr)

Bezirksamt
Treptow-Köpenick
Untersuchung Parkraumbewirtschaftung
Altstadt Köpenick
15. Februar 2011

Abbildung 7:

Parkraumauslastung (Werktag 9 Uhr)

13

Bezirksamt

Abbildung 8:

Parkraumauslastung (Werktag 11 Uhr)

Abbildung 9:

Parkraumauslastung (Werktag 13 Uhr)

Treptow-Köpenick
Untersuchung Parkraumbewirtschaftung
Altstadt Köpenick
15. Februar 2011

14

Abbildung 10:

Parkraumauslastung (Werktag 15 Uhr)

Bezirksamt
Treptow-Köpenick
Untersuchung Parkraumbewirtschaftung
Altstadt Köpenick
15. Februar 2011

Abbildung 11:

Parkraumauslastung (Werktag 17 Uhr)

15

Bezirksamt

Abbildung 12:

Parkraumauslastung (Werktag 19 Uhr)

Abbildung 13:

Parkraumauslastung (Werktag 21 Uhr)

Treptow-Köpenick
Untersuchung Parkraumbewirtschaftung
Altstadt Köpenick
15. Februar 2011

16

Abbildung 14:

Parkraumauslastung (Werktag 23 Uhr)

Bezirksamt
Treptow-Köpenick
Untersuchung Parkraumbewirtschaftung
Altstadt Köpenick
15. Februar 2011

Abbildung 15:

Parkraumauslastung (Samstag 11 Uhr)

17

Bezirksamt

2.2.2

Treptow-Köpenick
Untersuchung Park-

Potenzielle Verdrängungsgebiete

Die Auslastung des Parkraumangebotes in den Verdrängungsgebieten wurde

Altstadt Köpenick

durch eine Zählung der parkenden Fahrzeuge erfasst. Die Zählung wurde am
24. Juni 2010 um 10 Uhr durchgeführt.

15. Februar 2011

An dem Erhebungstag war freundliches, trockenes Wetter mit Höchsttempera-

raumbewirtschaftung

turen zwischen 24 und 26° C und nächtlichen Tiefstt emperaturen von 18° bis
20° C. Erhoben wurden jeweils der Parkstandort und die Art des Parkvorgangs
(zulässig / unzulässig).
Insgesamt wurden in den Verdrängungsgebieten werktags um 10 Uhr 775
parkende Kraftfahrzeuge gezählt. Diese verteilen sich wie folgt auf die einzelnen Verdrängungsgebiete: 70 im Kietz, 352 in der Köllnischen Vorstadt und 353
Kraftfahrzeuge Am Krusenick. Demnach ergibt sich eine durchschnittliche
Auslastung von 81 % im Kietz, 84 % in der Köllnischen Vorstadt und 96 % Am
Krusenick (Abbildung 16).

Abbildung 16:

18

Parkraumauslastung in den potenziellen Verdrängungsgebieten

2.3

Parkdauer und Nutzergruppen

Die Kenntnis der mittleren Parkdauer und die Abschätzung der Bedeutung von
gebietsfremden Dauerparkern sind notwendig, um Schlussfolgerungen für
sinnvolle Maßnahmen abzuleiten.
Um entsprechende Daten zu gewinnen, wurden die Kennzeichen aller im

Bezirksamt
Treptow-Köpenick
Untersuchung Parkraumbewirtschaftung
Altstadt Köpenick
15. Februar 2011

öffentlichen Straßenraum parkenden Fahrzeuge werktags von 9 bis 23 Uhr und
nachts erfasst. Die Kennzeichen wurden anonymisiert, so dass keine Halterfeststellung möglich ist.
Insgesamt wurden werktags 4.437 Kennzeichen erfasst. Mit den gewonnenen
Daten ist es möglich, den zeitlichen Beginn und das Ende der Parkvorgänge zu
identifizieren und die mittlere Parkdauer abzuschätzen.

Mittlere Parkdauer
Die parkenden Fahrzeuge wurden unterschieden in

●

Kurzparker (mittlere Parkdauer bis zu vier Stunden)5 und

●

Langparker (mittlere Parkdauer über vier Stunden).

Die Langparker belegen im Tagesverlauf rund 60 % bis 75 % aller erfassten
Parkstände in der Altstadt. Während der Anteil der Langparker in den nicht
geregelten Bereichen mit knapp 80 % überdurchschnittlich hoch ist, liegt er an
den Parkständen mit Parkscheibe oder Gebührenpflicht nahezu gleichermaßen
bei rund 50 %.

5

Parkraumbewirtschaftende Maßnahmen wie Gebührenpflicht oder Parkscheibenregelungen reduzieren vor allem die Dauer von längeren Parkvorgängen mit einer
Dauer von über vier Stunden (im Folgenden als „Langparker“ bezeichnet). Kurze
Parkvorgänge von etwa einer Stunde werden weniger stark beeinflusst. Aus diesem
Grund und um den Erhebungsaufwand in einem vernünftigen Rahmen zu halten,
wurde die Parkdauer in der vorliegenden Untersuchung zweistundenscharf erhoben.
Im Folgenden werden daher alle Parkvorgänge mit einer Parkdauer bis zu vier
Stunden als „Kurzparker“ bezeichnet.

19

Bezirksamt

Abbildung 17: Anteile der Kurz- und Langparker an allen Parkenden im
Untersuchungsgebiet

Treptow-Köpenick
Untersuchung Park-

100%
90%

Altstadt Köpenick

80%

15. Februar 2011

Anteil an den erfassten Fahrzeugen

raumbewirtschaftung

70%
60%
n=432

50%

n=490

n=479

n=494

n=471

n=442

n=427

n=409

15 Uhr

17 Uhr

19 Uhr

21 Uhr

23 Uhr

40%
30%

k.A.
Kurzparker

20%

Langparker

10%
0%
9 Uhr

11 Uhr

13 Uhr

Abbildung 18: Anteile der Kurz- und Langparker nach Parkregelungen
(Werktag 11-17 Uhr)

100%

Anteil an den erfassten Fahrzeugen

90%
80%
70%
60%
50%
40%

n = 1.100

n = 124

30%

k.A.

20%

Kurzparker

10%

n = 274

n = 401

Langparker

0%
ohne
Einschränkung

20

Haltverbot

Parkscheibe

Gebührenpflicht

Bezirksamt

Nutzergruppen
Mit Hilfe der erfassten Parkmuster (Dauer sowie Zeitpunkt von Beginn und
Ende des Parkvorgangs) wurden die Fahrzeuge folgenden Nutzergruppen
zugeordnet:

●

Gebietsfremde Kurzparker: dies sind überwiegend Lieferanten und

Treptow-Köpenick
Untersuchung Parkraumbewirtschaftung
Altstadt Köpenick
15. Februar 2011

Besucher (private Erledigung, Einkäufe usw.) des Gebietes mit einer
mittleren Parkdauer von bis zu vier Stunden,

●

Gebietsfremde Langparker: dies sind Beschäftigte und Besucher des
Gebietes, deren mittlere Parkdauer höher als vier Stunden ist,

●

Bewohner: dies sind Fahrzeuge, die nachts im Gebiet parken.

Die Ergebnisse dieser Abschätzung wurden anhand der statistischen Daten und
der Nutzungsstruktur vor Ort auf Plausibilität überprüft.
Die folgenden Ergebnisse werden für den Gesamttag (9-23 Uhr) und - soweit
sinnvoll - für mögliche Bewirtschaftungszeiträume angegeben. Einen Überblick
über die Nutzergruppen im Tagesverlauf gibt Abbildung 19.

●

Die gebietsfremden Kurzparker haben werktags von 9-23 Uhr einen durchschnittlichen Anteil von 22 % an allen parkenden Fahrzeugen. Nach 21 Uhr
sinkt dieser Anteil deutlich.

●

Im Tagesdurchschnitt (9-23 Uhr) werden rund 25 Prozent der parkenden
Fahrzeuge von gebietsfremden Langparkern abgestellt. Ihr Anteil ist
zwischen 9 Uhr und 15 Uhr mit rund 30 % bis 40 % am höchsten und geht
abends (19-23 Uhr) auf unter 10 Prozent zurück.

●

Die Bewohner stellen rund die Hälfte der im Straßenraum parkenden
Fahrzeuge (9-23 Uhr). Abends (19-23 Uhr) steigt ihr Anteil auf rund 70 Prozent.

Abbildung 19: Anteil der verschiedenen Nutzergruppen an allen Parkenden im
Untersuchungsgebiet
100%

Anteil an allen erfassten Fahrzeugen

90%
80%
70%
60%
50%
40%

Gebietsfremde Parker
(unbek. Parkdauer)

30%

Gebietsfremde
Langparker

20%

Gebietsfremde
Kurzparker

10%

Bewohner

0%
9 Uhr

11 Uhr

13 Uhr

15 Uhr

17 Uhr

19 Uhr

21 Uhr

23 Uhr

21

Bezirksamt
Treptow-Köpenick
Untersuchung Park-

2.4

Konfliktanalyse und verkehrliche Begründung einer
Parkraumbewirtschaftung

raumbewirtschaftung

Im Untersuchungsgebiet treten vor allem tagsüber Überlastungen des vorhan-

Altstadt Köpenick

denen Parkraumangebotes auf. Die Ursachen liegen in einer Überlagerung von
Bewohner-, Beschäftigten- und Besucherparken.

15. Februar 2011

Wenn der Parkraum nicht für alle Nutzer ausreicht, setzt die Planung Prioritäten
für die unterschiedlichen Nutzergruppen. Die höchste Priorität haben die
Bewohner, die auf einen Parkstand in Wohnungsnähe angewiesen sind. Zweite
Priorität genießen die i.d.R. kurzparkenden Kunden und Besucher des Gebietes, die einen wesentlichen Beitrag zur Vitalität der Altstadt leisten. Dritte
Priorität schließlich haben die Beschäftigten, die mit dem Auto zum Arbeitsplatz
in der Altstadt fahren und dort einen Parkstand tagsüber belegen.
Nach den Ergebnissen der Bestandsanalyse kann der Parkdruck auf ein
verträgliches Maß gesenkt werden, wenn es gelingt, den Anteil von gebietsfremden Langparkern zu senken. Dies betrifft vor allem Beschäftigte, die mit
dem Pkw zu ihrem Arbeitsplatz in der Altstadt fahren und denen von den o.g.
Nutzergruppen am ehesten eine Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln
zugemutet werden kann.
Grundsätzlich kann dieses Ziel mit einer Parkraumbewirtschaftung in Form von
Gebührenpflicht, Parkscheibe oder Bewohnerregelungen bzw. einer Kombination aus diesen Möglichkeiten angestrebt werden.

Voraussetzungen für eine Parkraumbewirtschaftung
Parkraumbewirtschaftung hat das Ziel, den Parkdruck zu senken und die
Parkchancen der Bewohner, des Wirtschaftsverkehrs sowie der Besucher und
Kunden zu erhöhen. Ein gewünschter Nebeneffekt ist die Erhöhung der Verkehrssicherheit durch ein geordneteres Parken.
Die Bewirtschaftung beruht auf dem Straßenverkehrsrecht (§ 6a Straßenverkehrsgesetz) und muss daher mit verkehrsrelevanten Argumenten begründet
werden. Praktisch bedeutet dies, dass für die sinnvolle Einführung der Parkraumbewirtschaftung zwei Bedingungen gleichzeitig erfüllt sein müssen: hoher
Parkdruck und die Konkurrenz unterschiedlicher Nutzergruppen um die wenigen freien Stellplätze (beispielsweise Bewohner, Kunden und Beschäftigte).
Nur wenn beide Voraussetzungen erfüllt sind, kann eine Bewirtschaftung
tatsächlich die erwünschten verkehrlichen Effekte erzielen. Die Bestandsanalyse zeigt, dass diese Voraussetzungen für eine Parkraumbewirtschaftung in der
Altstadt Köpenick nicht zu allen Zeiten gleichermaßen gegeben sind. Unter
Berücksichtigung der vorliegenden Erfahrungswerte aus anderen Parkraum22

bewirtschaftungsgebieten werden für Köpenick zwei Kriterien für eine Vorauswahl verwendet:

1) die Stellplatzauslastung und
2) die Anzahl der gebietsfremden Langparker.
zu 1) Stellplatzauslastung

Bezirksamt
Treptow-Köpenick
Untersuchung Parkraumbewirtschaftung
Altstadt Köpenick

Parkraumbewirtschaftende Maßnahmen kommen in Betracht, wenn der Parkraum nicht für alle Fahrzeuge reicht. In diesem Fall bevorzugt die Bewirtschaf-

15. Februar 2011

tung vor allem die Bewohner, die über die Bewohnerparkausweise von der
entsprechenden Regelung befreit werden. Wenn das Finden eines freien
Parkplatzes jedoch in der Regel unproblematisch ist, ist eine Bewirtschaftung
nicht erforderlich. Als Schwellenwert für eine neu einzuführende Bewirtschaftung wird hier eine mittlere Parkraumauslastung von 90 % verwendet.
zu 2) Anzahl der gebietsfremden Langparker
Mit einer Bewirtschaftung sollen vor allem gebietsfremde Langparker zu einem
Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel bewegt werden. Damit die Bewirtschaftung einen verkehrslenkenden Effekt erzielen kann, ist also ein Minimum an
gebietsfremden Langparkern erforderlich. Als Schwellenwerte werden hier
mittlere Anteile an den parkenden Fahrzeugen von 20 % und 25 % verwendet.
Nach diesen Kriterien hätte die Parkraumbewirtschaftung in einer ersten
Näherung ...

●

eine starke Wirkung, wenn die mittlere Parkraumauslastung im betreffenden
Gebiet mindestens 90 % beträgt und die gebietsfremden Langparker mindestens 25 % aller Parkstände belegen,

●

eine mittlere Wirkung, wenn die mittlere Auslastung im betreffenden Gebiet
mindestens 90 % beträgt und die gebietsfremden Langparker mindestens
20 % aller Parkstände belegen,

●

eine schwache Wirkung, wenn entweder die mittlere Auslastung im betreffenden Gebiet unter 90 % liegt oder die gebietsfremden Langparker weniger
als 20 % aller Parkstände belegen.

Die mit Hilfe dieser Kriterien getroffene Vorauswahl für mögliche Bewirtschaftungszeiten ist in Tabelle 6 dargestellt. Demnach ist eine Parkraumbewirtschaftung in der Altstadt Köpenick tagsüber sinnvoll.

23

Bezirksamt

Tabelle 6: Voraussichtliche Wirkung einer Parkraumbewirtschaftung im Zeitverlauf

Treptow-Köpenick
Untersuchung Park-

Mittlere
Auslastung
aller Parkstände

raumbewirtschaftung
Altstadt Köpenick
15. Februar 2011

Mittlerer Anteil der
gebietsfremden
Langparker

Wirkung einer
Parkraumbewirtschaftung

Werktag 9 Uhr

84 %

32 %

schwach

Werktag 11 Uhr

96 %

38 %

stark

Werktag 13 Uhr

94 %

42 %

stark

Werktag 15 Uhr

97 %

35 %

stark

Werktag 17 Uhr

92 %

20 %

mittel

Werktag 19 Uhr

85 %

14 %

schwach

Werktag 21 Uhr

79 %

8%

schwach

Werktag 23 Uhr

75 %

6%

schwach

Sonnabend 11 Uhr

82 %

k.A.

schwach

2.5

Maßnahmenkonzept und Wirkungsanalyse

Die Bestandsanalyse zeigt, dass das vorhandene Parkraumangebot im öffentlichen Straßenraum die bestehende Nachfrage in der Köpenicker Altstadt
tagsüber nicht abdecken kann. Vor diesem Hintergrund sollen mit der vorliegenden Untersuchung folgende Ziele erreicht werden:

●

Bewohner sollen in fußläufiger Entfernung zu ihrer Wohnung einen freien
Parkplatz finden.

●

Kurzparkende Besucher und Kunden sollen in zumutbarer Nähe zu ihrem
Ziel parken können.

●

Berufspendler und andere gebietsfremde Langparker sollen verstärkt den
Umweltverbund (öffentliche Verkehrsmittel, Fahrrad) nutzen oder mit dem
Pkw auf private Stellplätze ausweichen.

Im Folgenden werden mögliche Maßnahmen zur Parkraumbewirtschaftung
diskutiert (Kapitel 2.6). Anschließend werden die voraussichtlichen verkehrlichen und finanziellen Effekte der in Köpenick sinnvollen Maßnahmen abgeschätzt (Kapitel 2.7).

24

2.6

Maßnahmen zur Parkraumbewirtschaftung

Bezirksamt
Treptow-Köpenick
Untersuchung Park-

2.6.1

Mögliche Bewirtschaftungsformen

raumbewirtschaftung
Altstadt Köpenick

Im Folgenden werden die grundsätzlich in Frage kommenden Maßnahmen kurz
diskutiert:

●

Gebührenpflicht (Mischprinzip),

●

Parkscheibe (Mischprinzip),

●

Reines Bewohnerparken.

15. Februar 2011

Gebührenpflicht (Mischprinzip: Vignetteninhaber frei)
In den entsprechenden Gebieten darf entweder mit gültigem Parkschein oder
mit Bewohnerparkausweis bzw. Ausnahmegenehmigung (Vignette) geparkt
werden. Dieses Nebeneinander von Gebührenpflicht und Vignette wird als
Mischprinzip bezeichnet. Grundsätzlich stehen die im Mischprinzip bewirtschafteten Gebieten also allen Nutzern frei.
Die Gebührenpflicht bewirkt vor allem, dass gebietsfremde Langparker
(z.B. Berufspendler) auf die Nutzung des Autos verzichten und stattdessen mit
Verkehrsmitteln des Umweltverbundes zur Arbeit fahren. Dadurch werden
Parkplätze für Bewohner und Besucher / Kunden frei und der Parksuchverkehr
nimmt in vielen Fällen ab. Erforderlich ist in jedem Fall eine kontinuierliche
Überwachung der Regelung.
Die Bewohner werden beim Mischprinzip bevorzugt, indem sie von der Parkscheingebührenpflicht ausgenommen werden und für rund 20 € einen zwei
Jahre gültigen Bewohnerparkausweis erhalten. Auch Gewerbetreibende
erhalten auf Antrag eine Ausnahmegenehmigung. Weitere Ausnahmeregelungen gibt es beispielsweise für auswärtige Gäste der Bewohner, für die private
Pflege von Familienangehörigen oder für Personen, die gesundheitsbedingt
nicht den ÖPNV nutzen können.
Die Kennzeichnung erfolgt in der Regel durch das Zeichen 314 StVO (Parkplatz) mit Zusatzzeichen „mit Parkschein oder Bewohnerparkausweis für Zone
...“. Alternativ kann in zusammenhängenden Gebieten mit Zeichen 290 StVO
(Haltverbotszone) ausgeschildert werden. Geplant ist außerdem die Einführung
des neuen Zeichens 314.1 (Parkraumbewirtschaftungszone).

25

Bezirksamt

Abbildung 20: Beschilderungsbeispiele für Gebührenpflicht im Mischprinzip

Treptow-Köpenick
Untersuchung Parkraumbewirtschaftung
Altstadt Köpenick
15. Februar 2011

Erfahrungen aus Berlin zeigen, dass mit einer Gebührenpflicht eine wirksame
Begrenzung der Parkdauer erreicht wird. Eine Evaluierung der rund 13.000
gebührenpflichtigen Parkstände in der historischen Mitte Berlins stellt fest, dass
zwischen 84 % und 92 % der Parkenden mit Parkschein maximal vier Stunden
lang parken (vgl. Abbildung 21).6
Es wird daher empfohlen, bei einer Gebührenpflicht auf eine zusätzliche
Begrenzung der Parkhöchstdauer zu verzichten. Im Ergebnis würde so eine
effektive, einfache und leicht verständliche Regelung geschaffen, die den
Nutzern eine größere Flexibilität erlaubt.
Abbildung 21: Mittlere Parkdauer bei Gebührenpflicht ohne Parkdauerbegrenzung an
13.000 gebührenpflichtigen Parkständen in Berlin-Mitte

Quelle: Bezirksamt Mitte von Berlin / A. Janßen, M. Volpert (PGN): Bestandsaufnahme
und Nachheruntersuchung zur Parkraumbewirtschaftung im Bezirk Mitte, Februar 2006.

6

26

Bezirksamt Mitte von Berlin / A. Janßen, M. Volpert (PGN): Bestandsaufnahme und
Nachheruntersuchung zur Parkraumbewirtschaftung im Bezirk Mitte, Februar 2006.

Parkscheibe (Mischprinzip: Vignetteninhaber frei)
Eine wirksame Methode zur Verdrängung von gebietsfremden Langparkern und
zur Erhöhung der Parkchancen für Bewohner und Kurzparker kann auch die
Beschränkung der Parkhöchstdauer mittels Parkscheibe sein, wie sie in Teilen
der Altstadt bereits besteht. In Abhängigkeit von der städtischen Struktur und
der praktizierten Parkraumpolitik sollte die zulässige Parkdauer in der Regel

Bezirksamt
Treptow-Köpenick
Untersuchung Parkraumbewirtschaftung
Altstadt Köpenick
15. Februar 2011

7

zwischen 30 Minuten und 3 Stunden liegen. Wie bei der Gebührenpflicht
würden die Fahrzeuge mit Vignette (Bewohnerparkausweis oder Ausnahmegenehmigung) von dieser Beschränkung befreit werden.
Positiv ist aus Sicht der Nutzer das gebührenfreie Parken. Nachteilig ist die
eingeschränkte Entscheidungsfreiheit, weil die Aufenthaltsdauer nicht mehr frei
bestimmt werden kann. Ein Nebeneinander von kostenlosen Kurzparkplätzen
und kostenpflichtigen Sammelanlagen kann außerdem zu erhöhtem Parksuchverkehr und höherem Parkdruck in der Altstadt führen, wenn manche Autofahrer zunächst versuchen, einen kostenlosen Parkplatz zu finden.
Ein Nachteil aus Sicht des kommunalen Haushaltes ist in der Regel die mangelnde Gegenfinanzierung der zwingend erforderlichen Überwachung des
ruhenden Verkehrs. In der Praxis führt dies häufig dazu, dass flächendeckende
Parkscheibenregelungen wegen der mangelnden Überwachung wenig beachtet
werden und somit auch keine ausreichende verkehrslenkende Wirkung entfalten.
Abbildung 22: Beschilderungsbeispiele für Parkscheibenregelungen im Mischprinzip

7

Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen: Empfehlungen für
Anlagen des ruhenden Verkehrs EAR 05, Köln 2005.

27

Bezirksamt

Reines Bewohnerparken

Treptow-Köpenick
Untersuchung Park-

In Bereichen mit nahezu ausschließlicher Wohnnutzung können reine

raumbewirtschaftung

Bewohnerparkbereiche ausgewiesen werden. Da für den öffentlichen Straßen-

Altstadt Köpenick

raum Gemeingebrauch gilt, ist das reine Bewohnerparken jedoch räumlich zu

15. Februar 2011

begrenzen. Zulässig ist eine Ausdehnung bis zu 1.000 m (im Durchmesser).
Außerdem dürfen werktags von 9-18 Uhr nur maximal 50 % des Parkraums
durch Bewohnerparkvorrechte reserviert sein, in der übrigen Zeit nicht mehr als
8
75 %.
Als reine Bewohnerparkbereiche ausgewiesene Straßenabschnitte sind durch
das Zeichen 286 StVO (eingeschränktes Haltverbot) oder das Zeichen 290
(eingeschränktes Haltverbot für eine Zone) mit Zusatzzeichen 1020-32 „Bewohner mit Parkausweis Nr. ... frei“ gekennzeichnet.
Bewohnerparkbereiche sind die wohl strikteste Form der Anwohnerbevorrechtigung. Da es in den meisten innerstädtischen Gebieten Mischnutzungen gibt,
wird das reine Bewohnerparken nur vergleichsweise selten angewendet. Damit
wird auch berücksichtigt, dass die Bedürfnisse von anderen Nutzergruppen wie
Kunden oder Besuchern mit dieser Regelung nicht befriedigt werden.
Nachteilig ist wie bei der Parkscheibenregelung aus Sicht des kommunalen
Haushalts der erforderliche hohe Überwachungsaufwand, der nicht durch
Parkscheineinnahmen gegenfinanziert werden kann.
Abbildung 23: Beschilderungsbeispiel für reines Bewohnerparken

Quelle: Leitfaden Parkraumbewirtschaftung der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung
Berlin.

8

28

Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen: Empfehlungen für
Anlagen des ruhenden Verkehrs EAR 05, Köln 2005.

Schlussfolgerungen für die Altstadt Köpenick
Die Bestandsaufnahme der heutigen Situation zeigt, dass eine Beibehaltung
der heutigen Situation wegen des hohen Parkdrucks nicht empfehlenswert ist.
Auch die Einrichtung eines flächendeckenden reinen Bewohnerparkbereiches
wird nicht empfohlen, weil dies rechtlich nur eingeschränkt möglich wäre und

Bezirksamt
Treptow-Köpenick
Untersuchung Parkraumbewirtschaftung
Altstadt Köpenick
15. Februar 2011

weil es mit einer zu starken Benachteiligung aller anderen Nutzergruppen
verbunden wäre (z.B. Besucher der Bewohner und der Gastronomie).
Die Gebührenpflicht (Vignetteninhaber frei) ohne Parkdauerbegrenzung ist in
der Altstadt Köpenick ein grundsätzlich geeignetes Instrument zur Parkraumbewirtschaftung. Das Abstellen eines Fahrzeugs bleibt grundsätzlich für alle
Nutzergruppen möglich. Durch die Gebührenpflicht nimmt der Anteil der gebietsfremden Langparker deutlich ab. Dadurch steigen die Parkchancen für
Bewohner, Besucher und Kunden. Mit der Ausgabe von
Bewohnerparkausweisen werden die Bewohner bei der Parkplatzsuche bevorrechtigt. Die notwendigen Kontrollen können ggf. durch die Gebühreneinnahmen finanziert werden.
Eine Parkdauerbegrenzung mittels Parkscheibe (Vignetteninhaber frei) ist
ebenfalls geeignet, um die o.g. Ziele zu erreichen. Sie schränkt jedoch die
Wahlfreiheit der Parkenden ein, und ihre flächendeckende Überwachung im
gesamten Gebiet wird nicht durch Parkscheingebühren gegenfinanziert. Im
Folgenden wird sie daher in einer Variantenbetrachtung berücksichtigt.

2.6.2

Abgrenzung des Bewirtschaftungsgebietes

Es wird empfohlen, die gesamte Altstadt Köpenick zu bewirtschaften. In die
Bewirtschaftung sind insgesamt 375 Parkstände einzubeziehen, davon sind
heute 281 frei verfügbare Parkstände ohne Nutzerbeschränkung im öffentlichen
Straßenraum und 94 Parkstände der öffentlichen Sammelanlagen Müggelheimer Straße (rückwärtige Parzellen der Grünstraße 11-13), Amtsstraße 8-9
und Landjägerstraße 2-4.
Nach Möglichkeit sollten für die Abgrenzung eines Parkraumbewirtschaftungsgebiets natürliche Grenzen gewählt werden, wofür die Altstadt günstige Voraussetzungen bietet. Betrachtet werden im Folgenden zwei Varianten:

●

Variante 1: Gebührenpflicht (Vignetteninhaber frei),

●

Variante 2: Parkscheibenregelung (Vignetteninhaber frei).

In beiden Fällen ist darauf zu achten, dass Verdrängungseffekte in benachbarte
(Wohn-)Bereiche möglichst vermieden werden. Die Untersuchung der angrenzenden Gebiete in Kapitel 2.2.2 zeigte, dass der Bereich Am Krusenick heute
29

Bezirksamt
Treptow-Köpenick
Untersuchung Parkraumbewirtschaftung
Altstadt Köpenick
15. Februar 2011

schon sehr hohe Auslastungen aufweist und die Gebiete Kietz und Köllnische
Vorstadt noch geringe Auslastungsreserven haben.
Da die genannten Gebiete in fußläufiger Entfernung zur Altstadt liegen und
vermutlich bereits heute durch Verdrängungseffekte belastet werden, wird eine
Nachuntersuchung des dortigen Parkdrucks nach Einführung einer Parkraumbewirtschaftung in der Altstadt empfohlen. Sollte eine Zunahme des dortigen
Parkdrucks durch Verdrängungseffekte aus der Altstadt auftreten, ist eine
räumliche Ausdehnung der Parkraumbewirtschaftung zu prüfen.
Abbildung 24: Bewirtschaftungs- und Beobachtungsgebiete

2.6.3

Bewirtschaftungszeiten und Gebührenhöhen

Die Festlegung der Bewirtschaftungszeiten hängt von der Nutzungsstruktur im
Gebiet und von der tageszeitlichen Zusammensetzung der parkenden Fahrzeuge ab. Die Regelungszeiten sollten sich auf die Tageszeiten beschränken, zu
denen eine Nutzungskonkurrenz zwischen Bewohnern und anderen Nutzern
besteht und in denen mit der Bewirtschaftung tatsächlich spürbare verkehrslenkende Effekte erzielt werden können.9

9

30

Allerdings ergab die Wirkungsanalyse zu neu bewirtschafteten Parkständen im
Bezirk Mitte, dass der Parkdruck auch außerhalb der Bewirtschaftungszeiten sinken
kann. So ging er bei den rund 5.000 Parkständen der Rosenthaler Vorstadt, die
Mo-Sa 9-22 Uhr bewirtschaftet werden, nach Einführung der Gebührenpflicht nachts

Der Berliner „Leitfaden Parkraumbewirtschaftung“ empfiehlt als Regelfall eine
Bewirtschaftung Montag bis Freitag 9-20 Uhr und Sonnabend 9-18 Uhr. Ziel
dieser unverbindlichen Vorgabe ist eine möglichst einheitliche Bewirtschaftungszeit in den Berliner Parkzonen.
Da die Nutzungsstrukturen und Problemlagen aber in der Altstadt Köpenick
anders liegen als in der Berliner Innenstadt, sollte die Bewirtschaftung hier auf

Bezirksamt
Treptow-Köpenick
Untersuchung Parkraumbewirtschaftung
Altstadt Köpenick
15. Februar 2011

den Zeitraum begrenzt werden, in dem die stärksten Effekte einer Bewirtschaftung zu erwarten sind. Dies ist der Bestandsaufnahme zufolge tagsüber von 10
bis 17 Uhr der Fall. Als Bewirtschaftungszeit wird daher Mo-Sa 10-17 Uhr
empfohlen.
Der Rahmen für die in Variante 1 festzulegende Höhe der Parkscheingebühren
wird durch die Berliner Parkgebühren-Ordnung gesetzt. Demnach sind Viertelstunden-Sätze von 0,25 €, 0,50 € und 0,75 € möglich. Die Festlegung der
Gebührenhöhe soll in Abhängigkeit der Gebietsstruktur, der Parknachfrage und
der ÖV-Erschließung des Untersuchungsgebiets erfolgen. Für die Altstadt wird
die geringstmögliche Parkscheingebühr von 1,00 € je Stunde bereits eine
ausreichende Lenkungswirkung entfalten.
Eine Gebührendifferenzierung innerhalb der Altstadt wird nicht empfohlen, um
die Regeln so übersichtlich wie möglich zu halten. So zeigen vorliegende
Erfahrungen, dass die verkehrslenkende Wirkung von unterschiedlichen
Gebührenhöhen vergleichsweise gering ist. Auch die Gebühreneinnahmen
nehmen keineswegs linear mit steigender Gebührenhöhe zu, weil der Anreiz
einen Parkschein zu ziehen bei den üblichen Verwarnungsgeldern von 5 € mit
steigender Gebührenhöhe abnimmt.10

2.6.4

Standorte der Parkscheinautomaten

Die folgenden Standortvorschläge für Parkscheinautomaten in Variante 1
erfolgen auf konzeptioneller Ebene. Eine exakte Verortung der Standorte mit
Berücksichtigung der kleinräumigen Verhältnisse (Geschäftsauslagen, Stra-

10

um rund 10 Prozent zurück (Quelle: Bezirksamt Mitte von Berlin / LK Argus GmbH:
Wirkungsanalyse zur Parkraumbewirtschaftung in den Parkzonen 34, 35 und 38 in
Berlin-Mitte, September 2008).
LK Argus GmbH: „Parkgebührengestaltung“, Ergebnisbericht zum Arbeitspaket 8 im
Forschungs- und Entwicklungsvorhaben „ParkenBerlin“ der Förderinitiative Mobilität
21 des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS), Förderkennzeichen 650013/2007.

31

Bezirksamt

ßenmöbel usw.) ist erst zur Vorbereitung der straßenverkehrsbehördlichen

Treptow-Köpenick
Untersuchung Park-

Anordnungen nach dem politischen Beschluss zur Bewirtschaftung sinnvoll.

raumbewirtschaftung
Altstadt Köpenick
15. Februar 2011

Zum jetzigen Zeitpunkt dienen sie vor allem der Ermittlung der erforderlichen
Anzahl von Automaten.
Im Vordergrund der Standortverteilung stehen die Benutzerfreundlichkeit und
Verkehrssicherheit und damit die Akzeptanz durch die betroffenen Verkehrsteilnehmer. Die Automaten sollten nicht mehr als 60 Meter vom parkenden Fahrzeug entfernt und möglichst auf der gleichen Straßenseite wie die zugehörigen
Stellplätze angeordnet sein.11 Fahrbahnüberquerungen können den Nutzern bei
Straßen mit vergleichsweise geringer Trennwirkung wie in der Köpenicker
Altstadt zugemutet werden.
Abbildung 25 zeigt einen Vorschlag, der die genannten Anforderungen berücksichtigt. Für die Versorgung der Altstadt werden nach dieser ersten Schätzung
insgesamt 13 Parkscheinautomaten benötigt. Die endgültige Anzahl der benötigten Automaten wird bei der straßenverkehrsbehördlichen Anordnung festgelegt.

Abbildung 25: Mögliche Standorte der Parkscheinautomaten

11

32

vgl. Senatsverwaltung für Stadtentwicklung des Landes Berlin: Leitfaden Parkraumbewirtschaftung, Dezember 2004.

Bezirksamt

2.7

Prognose und Wirkungsanalyse

Die Wirkungsprognose einer möglichen Parkraumbewirtschaftung enthält
folgende Arbeitsschritte:

●

Absehbare Veränderungen beim Parkraumangebot (Kapitel 2.7.1),

●

Prognose der verkehrlichen Wirkungen (Kapitel 2.7.2) und

●

Wirtschaftlichkeitsberechnung und
Finanzierungskonzept (Kapitel 2.7.3).

Treptow-Köpenick
Untersuchung Parkraumbewirtschaftung
Altstadt Köpenick
15. Februar 2011

Die Wirkungsanalyse beruht auf den Erhebungen im Untersuchungsgebiet und
auf Erfahrungswerten aus anderen bewirtschafteten Gebieten. Berücksichtigt
werden auch die Ergebnisse von Nachuntersuchungen zur Parkraumbewirtschaftung in Berlin und die Ergebnisse des Arbeitspaketes „Wirtschaftliches
Parkraummanagement“ im Rahmen des BMVBS-Forschungsprojekts „Parkraummanagement in Berlin“.

2.7.1

Absehbare Veränderungen beim Parkraumangebot

Derzeit verfügt die Altstadt Köpenick über drei öffentlich zugängliche Sammelanlagen (Parkplätze), die sich auf öffentlichem Straßenland befinden:

●

Müggelheimer Straße (rückwärtige Parzellen der Grünstraße 11-13),

●

Amtsstraße 8-9,

●

Landjägerstraße 2-4.

Weitere vier Parkplätze liegen auf Privatgrund:

●

Rosenstraße 5-9,

●

Jägerstraße 6,

●

Landjägerstraße, Ecke Amtsstraße,

●

Müggelheimer Straße (rückwärtige Parzellen der Grünstraße 6-8).

Der voraussichtliche Wegfall der Parkplätze an der Rosenstraße und Jägerstraße wäre mit einem Verlust von rund 75 Stellplätzen verbunden (vgl. Tabelle
7). In beiden Fällen würde der Eigenbedarf durch eine Bebauung zumindest
teilweise über eine Tiefgarage gedeckt. Darüber hinaus gibt es weitere Bauvorhaben, die voraussichtlich zu einer Erhöhung des Parkdrucks in der Altstadt
führen würden, die aber noch nicht quantifiziert werden können (vgl. Tabelle 8).
33

Bezirksamt

Demgegenüber steht ein Potenzial für zusätzliche Stellplätze am Parkplatz

Treptow-Köpenick
Untersuchung Park-

Landjägerstraße, Ecke Amtsstraße. Insgesamt sind also sowohl problemver-

raumbewirtschaftung

raumkapazitäten als auch ein zusätzliches Angebot an Parkmöglichkeiten am
Parkplatz Landjägerstraße, Ecke Amtsstraße abzusehen.

Altstadt Köpenick
15. Februar 2011

schärfende Tendenzen durch zusätzliche Nutzungen und entfallende Park-

In der Gesamtbetrachtung wird deutlich, dass die absehbaren Entwicklungen
die Notwendigkeit einer Parkraumbewirtschaftung nicht in Frage stellen.
Tabelle 7:

heutige
Stellplätze

öffentlich /
privat

Müggelheimer
Straße
(rückwärtige
Grünstraße
11-13)

39

öffentlich

Evtl. Wegfall der Parkplätze
aufgrund eines Rückbaus der
Müggelheimer Straße, jedoch erst
in 15-20 Jahren, daher weiter von
Bestand ausgehend

Amtsstraße
8-9

43

öffentlich

keine Veränderung

Landjägerstraße 2-4

12

öffentlich

keine Veränderung

Rosenstraße 5-9

34

privat

Verkauf der Fläche ist vollzogen /
Beplanung erfolgt. Entfall der
Stellplätze, keine öffentliche
Nutzung angedacht, nur Mieterparkplätze in Tiefgarage vorgesehen

noch
offen
(nur
privat)

Jäger
straße 6

40

privat

Verkauf der Fläche ist in Planung.
Entfall der Stellplätze, keine
öffentliche Nutzung angedacht,
Bebauung mit Tiefgarage

noch
offen
(nur
privat)

Landjägerstraße, Ecke
Amtsstraße

80

privat

Eigentümer plant Parkplatz
entweder mit oder ohne Verkaufsfläche, Parkplatzvorhaben ist an
die Einführung der Parkraumbewirtschaftung gebunden, sonst
entfällt der Parkplatz

noch
offen

Müggelheimer
Straße
(rückwärtige
Grünstr. 6-8)

21

privat

Eine spätere Bebauung des
Parkplatzes ist wie beim öffentlichen Parkplatz Müggelheimer
Straße angedacht, aber momentan noch nicht abzusehen

noch
offen

Sammel
anlage

34

Mögliche Veränderungen beim Parkraumangebot der Sammelanlagen

Planungen / Veränderungen

geplante
Stellplätze
noch
offen

Tabelle 8:

Weitere absehbare Veränderungen im Parkraumangebot

Bezirksamt

Straße

Planungen / Veränderungen

geplante
Stellplätze

Treptow-Köpenick
Untersuchung Park-

Freiheit 6

Bebauungspotenzial,
z. Zt. Stellplatzanlage mit 10 Stellplätzen

noch offen
(nur privat)

raumbewirtschaftung

Freiheit 17

1 Jahr befristet 20 Stellplätze (für 2011)

nur privat

Alter Markt 6 /
Lüdersstraße 15

Derzeitige Zwischennutzung als „Lichtgarten“,
Bebauung nur bei Bauinteresse, derzeit kein
Bauinteresse vorhanden

noch offen

Alter Markt 5

Genehmigte Wohnbebauung mit 3 WE und
Stellplätzen für die Anwohner

nur privat

Alter Markt 12

Derzeitige Zwischennutzung als „Schattengarten“, Bebauung nur bei Bauinteresse, derzeit
kein Bauinteresse vorhanden

noch offen

Kietzer
Straße 6

Planung von privaten Stellplätzen im Rahmen
Modernisierung / Umbau

noch offen
(nur privat)

Alt-Köpenick 13

Herstellung des Grundstücks unter denkmalpflegerischen Aspekten, aufgrund der geringen
Grundstücksgröße sind keine Stellplätze
möglich

keine

2.7.2

Altstadt Köpenick
15. Februar 2011

Prognose der verkehrlichen Wirkungen

Mit der Parkraumbewirtschaftung wird angestrebt, die Parkchancen insbesondere der Bewohner zu erhöhen und den knappen Parkraum möglichst vielen
Nutzergruppen zur Verfügung zu stellen. In diesem Abschnitt wird dargestellt,
inwieweit die oben beschriebenen Empfehlungen geeignet sind, um diese Ziele
zu erreichen. Zu diesem Zweck wird die voraussichtliche Parkraumnachfrage
und -auslastung auf der Grundlage vorliegender Erfahrungen prognostiziert.

Vorliegende Erfahrungen
In Berlin wurden in der Vergangenheit verschiedene Wirkungsanalysen zur
Parkraumbewirtschaftung durchgeführt, die in der Regel als Gebührenpflicht
ohne Parkdauerbegrenzung eingerichtet wurden. Bewohner mit Parkausweis
sowie Fahrzeuge mit gewerblicher Ausnahmegenehmigung sind von dieser
Regelung befreit. Es liegen somit umfangreiche Erfahrungswerte zur Entwicklung der mittleren Stellplatzauslastung und zum Anteil der parkenden Fahrzeuge mit Parkschein unter dem Einfluss der Parkraumbewirtschaftung vor (in
chronologischer Reihenfolge):

●

Die am 1. Oktober 2010 eingeführte Parkraumbewirtschaftung in Prenzlauer
Berg hat an den rund 13.500 Parkständen der neuen Parkzonen 41-43
offenkundig zu einer deutlichen Abnahme des Parkdrucks geführt. Unter35

Bezirksamt

suchungen mit konkreten Daten zur Auslastung und zur Wirtschaftlichkeit

Treptow-Köpenick
Untersuchung Park-

liegen noch nicht vor.

raumbewirtschaftung

●

Die im September 2008 durchgeführte Wirkungsanalyse zu den neuen
Parkzonen 34, 35 und 38 im Bezirk Mitte von Berlin mit rund 7.000 gebüh-

Altstadt Köpenick

renpflichtigen Parkständen ergab infolge der eingerichteten Parkraumbe-

15. Februar 2011

wirtschaftung Rückgänge der mittleren werktäglichen Parkraumauslastung
im öffentlichen Straßenraum von tagsüber durchschnittlich 115 % auf
80 %.12 Der Anteil der mit gültigem Parkschein parkenden Fahrzeuge lag
werktags um 11 Uhr bei 13 %. Bezogen auf die Zahl der Parkstände ist dies
ein Parkscheinanteil von rund 10 %.

●

Erhebungen im Frühjahr 2008 zeigten in den Parkzonen 1, 2 und 15 in
Berlin-Mitte (6.560 gebührenpflichtige Parkstände) mittlere Auslastungen
von 76 % und in den Parkzonen 1 und 2 einen parkstandbezogenen Parkscheinanteil von rund 7 %.13 In der Parkzone 21 mit 1.240 bewirtschafteten
Parkständen sank die mittlere Auslastung von 80 % bis über 100 % vor der
Einführung der Parkraumbewirtschaftung auf durchschnittlich 51 % danach.

●

Eine Nachuntersuchung der Parkzonen im Bezirk Mitte im Jahr 2005 stellte
in den bewirtschafteten Gebieten mit insgesamt 20.100 gebührenpflichtigen
Parkständen eine mittlere Auslastung von 72 % fest. Die Auslastungen am
Vormittag lagen je nach Parkzone zwischen 40 % und 95 %.14 Der stellplatzbezogene Parkscheinanteil lag tagsüber zwischen 4 % und 24 %.

●

Nach Auskunft des Bezirksamts Mitte von Berlin lag der stellplatzbezogene
Parkscheinanteil in den dort bewirtschafteten Parkzonen im Jahr 2003 bei
8 % im Jahresdurchschnitt.

●

Die Untersuchung der Berliner Pilotprojekte zur Parkraumbewirtschaftung
aus dem Jahr 1996 stellte fest, dass die Stellplatzauslastung von 95 % vor
der Bewirtschaftung auf rund 60 bis 80 % mit Bewirtschaftung abnahm.15
Der Anteil der Fahrzeuge mit Parkschein an allen Parkenden lag nach Einführung der Parkraumbewirtschaftung zwischen 7 % und 30 %. Der rechnerische Anteil der Parkstände, auf denen mit Parkschein geparkt wurde, lag
demnach zwischen 4 % und 24 %.

12

13

14

15

36

Bezirk Mitte von Berlin / LK Argus GmbH (Bearb.): Wirkungsanalyse zur Parkraumbewirtschaftung in den Parkzonen 34, 35 und 38 in Berlin-Mitte, September 2008.
LK Argus GmbH (Bearb.): „Parkgebührengestaltung“, ein Arbeitspaket im Forschungs- und Entwicklungsvorhaben „ParkenBerlin“, unterstützt und gefördert mit
Mitteln des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) im
Rahmen der Förderinitiative Mobilität 21, Berlin Juli 2008.
Bezirk Mitte von Berlin / Janßen, Volpert u.a. (PGN, Bearb.): Bestandsaufnahme
und Nachheruntersuchung zur Parkraumbewirtschaftung im Bezirk Mitte. Die Nachuntersuchung liefert wegen der lückenhaften Datendokumentation des Vorgängergutachtens keinen quantitativen Vorher-Nachher-Vergleich der Nutzergruppen.
Diese Daten beruhen jedoch auf einer geringen Stichprobe.

Auch aus anderen Städten liegen ähnliche Erfahrungsberichte vor. So ging die
Stellplatzauslastung in Wien vormittags in den bewirtschafteten Bezirken um
30 % auf rund 70 % zurück. Abends (20-22 Uhr) sank die Auslastung um 10 %
auf rund 90 %.

16

In einer Hamburger Untersuchung zur Einführung des kostenlosen Kurzparkens
wurde das Parkverhalten an vier Standorten mit insgesamt rund 400 gebühren-

Bezirksamt
Treptow-Köpenick
Untersuchung Parkraumbewirtschaftung
Altstadt Köpenick
15. Februar 2011

pflichtigen Parkständen untersucht (Burchardplatz, Altstädter Straße, Fuhlsbüttler Straße, Osterstraße).17 Zu den Spitzenzeiten herrschte in allen Bereichen
sehr hoher Parkdruck mit Auslastungen über 100 %. Bezogen auf alle parkenden Fahrzeuge wurde ein durchschnittlicher Parkscheinanteil von 17 % ermittelt; je nach Straßenabschnitt schwankte dieser Wert zwischen 6 % und 36 %.
Der Anteil der Parkscheine je Parkstand wird nicht angegeben. Bemängelt wird
ein hoher Schwarzparkeranteil (Überziehen der Parkdauer, parken ohne
Parkschein, unzulässig parkend) infolge unzureichender Überwachung.
Die Einführung der Parkraumbewirtschaftung bewirkt infolge des gesunkenen
Parkdrucks häufig auch eine Reduzierung des Parksuchverkehrs:

●

Eine Vergleichsuntersuchung der TU Berlin in neun Wohnstraßen der
Spandauer Vorstadt in Berlin ergab einen mittleren Rückgang des fließenden Kfz-Verkehrs um 31 %.18 Dieser Rückgang wurde auf die Einführung
der Parkraumbewirtschaftung zurückgeführt, da andere Einflüsse laut
Studie durch die Erhebungsmethode weitestgehend ausgeschlossen
werden konnten.

●

Die Verkehrsbelastung im untergeordneten Straßennetz der Stadt Wien
ging nach Einführung der Bewirtschaftung deutlich zurück. Die durchschnittliche Parkplatzsuchzeit verringerte sich in den Bezirken 6 bis 9 nach Einführung der Parkraumbewirtschaftung von 9 Minuten auf 3 Minuten. Im 1. Bezirk ging die vom Parkplatzsuchverkehr verursachte Kilometerleistung um
rund zwei Drittel zurück.19

●

In Gelsenkirchen, Köln und Tübingen sank die mittlere Parksuchweglänge
von rund 75 m bis 280 m ohne Bewirtschaftung mit der Einführung der
Parkraumbewirtschaftung auf einheitlich rund 30 m je Parkvorgang.20

16

17

18

19

20

Parkraummanagement und Parkraumbewirtschaftung, Berichte des Rechnungshofes Wien 2006/3, 11/2006, S. 41.
Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt / Masuch+Olbrisch (Bearb.): Parkraumauslastung / Parkverhalten Hamburg, Dezember 2005.
Technische Universität Berlin / Genow, Kaden, Börner, Dannenberg: Verkehrs- und
Straßengestaltungsstudie Spandauer Vorstadt, Berlin 2002.
Parkraummanagement und Parkraumbewirtschaftung, Berichte des Rechnungshofes Wien 2006/3, 11/2006, S. 42.
Huber-Erler: Parkraum als Steuerungsinstrument. In: Handbuch der kommunalen
Verkehrsplanung, 56. Ergänzungslieferung 04/2010.

37

Bezirksamt

Prognose der verkehrlichen Wirkungen in der Altstadt Köpenick

Treptow-Köpenick
Untersuchung Park-

Es wird davon ausgegangen, dass die verkehrslenkenden Effekte einer Gebüh-

raumbewirtschaftung

renpflicht und einer Parkscheibenregelung ähnlich wären. Im Folgenden erfolgt

Altstadt Köpenick

daher eine einheitliche Abschätzung der verkehrlichen Wirkungen für Variante 1
(Gebührenpflicht) und Variante 2 (Parkscheibe).

15. Februar 2011

Aufgrund der heutigen Auslastung und Nutzerzusammensetzung sowie der
o.g. Erfahrungswerte ist ein Rückgang der mittleren Stellplatzauslastung im
Straßenraum im Zeitraum 10-17 Uhr von heute rund 105 % bis 115 % auf
durchschnittlich rund 90 % zu erwarten.

2.7.3

Wirtschaftlichkeitsberechnung und
Finanzierungskonzept

Die wesentliche Grundlage der Parkraumbewirtschaftung ist ihre verkehrliche
Notwendigkeit. Gleichzeitig muss jedoch bei der derzeitigen Haushaltslage
angestrebt werden, die Bewirtschaftung möglichst kostenneutral durchzuführen.
Die zu erwartenden Einnahmen und Ausgaben werden im Folgenden abgeschätzt und vergleichend gegenüber gestellt. Die wesentlichen Faktoren sind:

●

Einnahmen aus Parkscheingebühren,

●

Einnahmen aus Verwarnungs- und Bußgeldern,

●

Ausgaben für die Einrichtung der Parkraumbewirtschaftung
(Parkscheinautomaten, Verkehrszeichen, Information),

●

Ausgaben für die Überwachung der bewirtschafteten Bereiche.

Wir gehen zunächst davon aus, dass die Bearbeitungs- und Ausstellungsgebühren für Bewohnerparkausweise und Ausnahmegenehmigungen wegen
der erst im Sommer 2008 erfolgten Gebührenanpassung kostenneutral sind und
keine Haushaltswirkung entfalten. Sie sind somit vernachlässigbar.
Da die konkreten Entwicklungen noch nicht bezifferbar sind, geht die Wirkungsprognose davon aus, dass insgesamt 375 Parkstände Mo-Sa 10-17 Uhr
bewirtschaftet werden. Dies entspricht dem heutigen öffentlich zugänglichen
Parkraumangebot in öffentlicher Hand.

Einnahmen aus Parkscheingebühren
Die Berechnung der Parkscheingebühren berücksichtigt die Bewirtschaftungszeiten, die Anzahl der bewirtschafteten Stellplätze, deren mittlere Auslastung
und den Anteil der parkenden Fahrzeuge mit Parkschein.
38

Die in Kapitel 2.7.2 genannten Erfahrungs-Parkscheinanteile je bewirtschaftetem Parkstand reichen in Berlin von 4 % bis 24 %. In der Prognose wird zurückhaltend angenommen, dass der Anteil der Kurzparker mit Parkschein in der
Altstadt Köpenick etwas niedriger sein wird als in den Innenstadtbezirken.

Bezirksamt
Treptow-Köpenick
Untersuchung Parkraumbewirtschaftung

Gleichzeitig ist jedoch zu berücksichtigen, dass eine Bewirtschaftungszeit von

Altstadt Köpenick

10-17 Uhr ausnahmslos in die Zeit der größten Kurzparkernachfrage fällt (vgl.
Abbildung 19, Seite 21).

15. Februar 2011

Der stellplatzbezogene Anteil der Kurzparker mit Parkschein auf öffentlichen
Parkständen wird für die Köpenicker Altstadt mit 7 % angenommen. Unter den
genannten Annahmen ist in Variante 1 mit Einnahmen aus Parkscheingebühren
in Höhe von rund 56.000 € p.a. zu rechnen. In Variante 2 fallen keine Parkscheingebühren an.
Dies ergibt jährliche Parkscheingebühreneinnahmen von 150 € je Parkstand
und Jahr. Zum Vergleich: die mittleren Einnahmen im Berliner Bezirk Mitte
liegen bei 365 € je Parkstand und Jahr, je nach Parkzone schwankt dieser Wert
jedoch zwischen 110 € und 690 €.21
Tabelle 9:

Prognose der Einnahmen aus Parkscheingebühren
(Variante 1 - Gebührenpflicht im gesamten Gebiet)

Prognose
Gebührenpflichtige
Parkstände

375

Auslastung

90 %

Stellplatzbezogener
Parkscheinanteil
7%

Bewirtschaftete
Zeit p.a.

Gebühr Parkscheinpro
Einnahmen
Stunde
pro Jahr

2.121 Std.

1,00 €

55.676 €

Einnahmen aus Verwarnungs- und Bußgeldern
Die Einnahmen aus Verwarnungs- und Bußgeldern fließen den Bezirken zu. Bei
der Wirtschaftlichkeitsberechnung ist die voraussichtliche Höhe dieser Einnahmen daher auf Grundlage vorliegender Erfahrungswerte in anderen Bezirken zu
prognostizieren.
In Berlin wurden im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf in den bestehenden
Parkzonen rund 200 € an Verwarnungs- und Bußgeldern je Parkstand und Jahr
22

eingenommen. In Mitte lag dieser Wert im Jahr 2009 bei 255 € je Stellplatz

21

22

vgl. Bezirk Mitte von Berlin / LK Argus GmbH: Einnahmen und Ausgaben der
Parkraumbewirtschaftung 2009, Berlin, Juni 2010.
Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf von Berlin / CS Plan (E. Heinrichs u.a.): Untersuchung zur räumlichen Ausdehnung der Parkraumbewirtschaftung im westlichen
Innenstadtbereich von Berlin, 2006.

39

23

Bezirksamt

und Jahr. Zum Vergleich: in Hamburg werden nach Angaben der Behörde für

Treptow-Köpenick
Untersuchung Park-

Stadtentwicklung und Umwelt im Bereich der dortigen rund 11.000 gebühren-

raumbewirtschaftung
Altstadt Köpenick
15. Februar 2011

pflichtigen Parkstände ca. 3 Mio. € Verwarnungs- und Bußgelder pro Jahr
eingenommen.24 Dies entspricht etwa 270 € pro Parkstand und Jahr.
Insgesamt reicht die Spanne der Erfahrungswerte somit von 200 € bis 270 € pro
Parkstand und Jahr. In der Prognose für die Altstadt Köpenick ist zu berücksichtigten dass diese Werte in Parkzonen mit längeren Bewirtschaftungs- und
Überwachungszeiten erzielt wurden (in der Regel 9-20 Uhr) als in der Altstadt
vorgesehen ist (10-17 Uhr). Da die Tageskernzeiten 10-17 Uhr vermutlich wie
bei den Parkscheingebühren einen überdurchschnittlichen Anteil an der Gesamtsumme haben, ist der zu berücksichtigende Abschlag jedoch nicht proportional zur überwachten Stundenzahl.
Aufgrund der genannten Erfahrungen und Rahmenbedingungen geht die
Prognose für die Altstadt Köpenick von durchschnittlich 150 € je bewirtschaftetem Parkstand und Jahr aus. Dies ergibt jährliche Einnahmen aus Verwarnungs- und Bußgeldern in Höhe von rund 56.000 € p.a. für beide Planungsvarianten.
In diesem Zusammenhang ist eine Berliner Besonderheit zu beachten, nach der
die Einnahmen aus Verwarnungs- und Bußgeldern zur so genannten vorgaberelevanten Einnahmekategorie E03 bei der Ermittlung der bezirklichen Globalzuweisung gehören. Dortige Mehreinnahmen führen mit einer zeitlichen Verzögerung zu einer Erhöhung der Einnahmevorgaben des Finanzsenators und zu
einer Minderung der bezirklichen Globalzuweisung in entsprechender Höhe.
Zur Erläuterung dieser komplexen Zusammenhänge wird im Folgenden am
Beispiel des Bezirks Pankow das Ergebnisprotokoll des Workshops zum
Forschungsprojekt ParkenBerlin am 30.06.2009 zu diesem Thema wiedergegeben:25
„Die Einnahmen aus Verwarnungs- und Bußgeldern gehören zur vorgaberelevanten
Einnahmekategorie E 03. Dies bedeutet, dass Mehreinnahmen mit einer zeitlichen
Verzögerung zu einer Erhöhung der Einnahmevorgaben des Finanzsenators führen.
Wie stark die Vorgabe erhöht wird, hängt von zwei Faktoren ab:
1. der Einnahmenentwicklung der vergangenen Jahre,

23

24
25

40

Bezirk Mitte von Berlin / LK Argus GmbH: Einnahmen und Ausgaben der Parkraumbewirtschaftung 2009. Berlin, Juni 2010.
Auskunft vom Amt für Verkehr und Straßenwesen am 08.09.2010.
A. Uricher (Deutsches Institut für Urbanistik): Ergebnisprotokoll Workshop Parkraumbewirtschaftung in Berlin am 09.06.2009. Der Workshop fand im Rahmen des
Verbund-Forschungsprojektes ParkenBerlin statt. Die Teilnehmer/innen kamen aus
der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, verschiedenen Bezirken und aus den
projektbearbeitenden Institutionen Difu, VMZ und LK Argus.

2. dem Zuweisungsschlüssel des jeweiligen Bezirks
(für den Bezirk Pankow liegt er bei rund 8 %).
Damit ergibt sich für Bezirke, die Parkraumbewirtschaftung neu einführen oder erweitern und damit auch ihre Überwachung intensivieren, folgende Einnahmeerwartung:
1. Phase: die Einnahmen aus Verwarnungs- und Bußgeldern fließen den Bezirken in
voller Höhe zu [...].

Bezirksamt
Treptow-Köpenick
Untersuchung Parkraumbewirtschaftung
Altstadt Köpenick
15. Februar 2011

2. Phase: die Einnahmevorgaben werden vom Senat periodisch (alle 2 Jahre) an die
erzielten Einnahmen der vergangenen Jahre angepasst. Zusätzliche Einnahmen aus
Verwarnungs- und Bußgeldern in Pankow würden die Einnahmekategorie E 3 des
Landes Berlin insgesamt erhöhen. Die Vorgabe für diesen Einnahmeposten würde
für die Folgejahre um den entsprechenden Betrag steigen. Wie stark die Vorgabe für
die jeweiligen Bezirke steigt, hängt vom Zuweisungsschlüssel ab.
Hierzu ein fiktives Rechenbeispiel: In Berlin werden pro Jahr 1.000 € aus Verwarnungs- und Bußgeldern eingenommen. Sollte der Bezirk Pankow durch die Überwachung in neuen Parkzonen 100 € p.a. zusätzlich einnehmen, würde dies die Gesamteinnahmen bei ansonsten unveränderten Rahmenbedingungen auf 1.100 € p.a.
erhöhen. Die Einnahmevorgabe für Pankow steigt bei einem angenommenen Zuweisungsschlüssel von 8 % in diesem Beispiel von 80 € (= 8 % von 1.000 €) auf 88 €
(= 8 % von 1.100 €). Dem Bezirk werden damit 8 € weniger zugewiesen. D.h. von
100 € Einnahmen würden dem Bezirk nur noch 92 € zufließen.
3. Phase: Die bezirklichen Zuweisungsschlüssel werden evtl. im Jahr 2014 angepasst. In diesem Zusammenhang ist es möglich, dass dem Bezirk wieder zufließende
Einnahmen aus Verwarnungs- und Bußgeldern gänzlich wegfallen.“

Die dargestellten Zusammenhänge gelten nicht nur für die Einführung der
Parkraumbewirtschaftung in Pankow, sondern für alle Bezirke, deren Einnahmen aus Verwarnungs- und Bußgeldern steigen. Es ist daher in den folgenden
Jahren zu prüfen, inwieweit die Einnahmen aus Verwarnungs- und Bußgeldern
Auswirkungen auf die Zuweisungen haben.

Ausgaben für die Einrichtung der Parkraumbewirtschaftung
Ausgaben für die Einrichtung der Bewirtschaftung fallen in beiden Varianten für
die geänderte Beschilderung und die Information der Bewohner und Gewerbetreibenden an. In Variante 1 (Gebührenpflicht) kommen die Ausgaben für die
Parkscheinautomaten (PSA) hinzu.
Die Anzahl der notwendigen Parkscheinautomaten bei Umsetzung der Variante
1 ergibt sich aus den räumlichen Verhältnissen des bewirtschafteten Gebiets.
Die Abschätzung möglicher PSA-Standorte in der Altstadt ergab einen Bedarf
von 13 Automaten (vgl. Kapitel 2.6.4, Seite 31). Dies entspricht dem Erfahrungswert, nach dem ein Parkscheinautomat rund 25-30 Parkstände abdecken
kann.
41

Bezirksamt

Die Kosten können je nach Ausstattung der Automaten und Bewirtschaftungs-

Treptow-Köpenick
Untersuchung Park-

modell variieren. Der Bezirk Berlin-Mitte hat bei der Einführung neuer Park-

raumbewirtschaftung
Altstadt Köpenick

Abrechnung ermittelt. Sie setzen sich zusammen aus 325 € p.a. Anschaffungskosten bei zehnjähriger Abschreibung und 650 € p.a. laufenden Kosten.

15. Februar 2011

Nach Auskunft der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt in Hamburg lagen

zonen im April 2008 mittlere Automatenkosten von 975 € p.a. inkl. Inkasso und

die einmaligen Beschaffungskosten für einen PSA im Jahr 2009 dort bei ca.
2.700 €. Hinzu kommen jährliche Betriebskosten für Wartung und Reparatur
von durchschnittlich 600 € je Parkscheinautomat. Nach momentanen Erkenntnissen haben die Automaten eine rund zehnjährige Lebensdauer. Werden die
einmaligen Anschaffungskosten auf zehn Jahre abgeschrieben, ergibt dies
mittlere jährliche Gesamtkosten von 870 € je Automat in Hamburg (= 270 €
Abschreibung + 600 € Betrieb).
Die genannten Erfahrungswerte schwanken somit zwischen 870 € und 975 €
pro Automat und Jahr, jeweils inkl. Abschreibung und Betrieb. Da die Stückzahl
in der Köpenicker Altstadt vergleichsweise gering ist, wird für die Prognose hier
ein Kostensatz von insgesamt 1.000 € pro Parkscheinautomat und Jahr angenommen. Dies ergibt bei 13 Automaten jährliche Gesamtkosten von 13.000 €.
Für die Beschaffung und Anbringung der Verkehrszeichen und für die Information der betroffenen Haushalte und Betriebe entstehen nach Auskunft des
Bezirks Mitte von Berlin einmalige Kosten von rund 20 € je bewirtschaftetem
Stellplatz. Diese Daten beruhen auf den Erfahrungen mit der Einrichtung der
Parkzonen 20, 21 und 22 (Potsdamer Platz, Kulturforum und Tiergarten-Süd).
Übertragen auf die Stellplatzzahlen in Köpenick ergeben sich daraus einmalige
Kosten von rund 7.500 €, die zur besseren Vergleichbarkeit in der weiteren
Berechnung ebenfalls auf zehn Jahre umgelegt werden.

Ausgaben für die Überwachung der Parkraumbewirtschaftung
Die Überwachungskosten setzen sich aus Personal-, Gemein- und Sachkosten
zusammen. Die Anzahl der notwendigen Überwachungskräfte ergibt sich in
Abhängigkeit des Bewirtschaftungsgebietes, der Bewirtschaftungszeiten und
des Überwachungsturnus’.
Im Folgenden wird angenommen, dass die Überwachungskräfte ausschließlich
für die Überwachung des ruhenden Verkehrs eingesetzt werden. Die Berechnung des voraussichtlichen Personalbedarfs wird mit dem im Forschungsprojekt
„Parkraummanagement in Berlin“ entwickelten Bedarfsschema abgeschätzt.26

26

42

LK Argus GmbH (Bearb.): „Wirtschaftliches Parkraummanagement“, ein Arbeitspaket im Forschungs- und Entwicklungsvorhaben „ParkenBerlin“, unterstützt und ge-

Das Schema wurde auf Basis vorliegender Erfahrungswerte, Interviews mit

Bezirksamt

Ordnungsamtsmitarbeitern und einem eigens durchgeführten Praxistest im

Treptow-Köpenick
Untersuchung Park-

Außendienst entwickelt. Es enthält folgende Eingangsvariablen (jeweils mit
Angabe der für die Altstadt Köpenick getroffenen Annahmen):

raumbewirtschaftung
Altstadt Köpenick

●

Anzahl der zu überwachenden Parkstände im Untersuchungsgebiet:
375 Parkstände.

●

15. Februar 2011

Die Kontrollstrecke gibt die zu überprüfende Kantenlänge der Straßenseiten
an. Dieser Wert wird pauschal um 10 % reduziert, um Abkürzungen bei der
Überwachungsdurchführung zu berücksichtigen. In der Altstadt beträgt die
Kantenlänge der zu überprüfenden Abschnitte rund 1.600 m und der reduzierte Wert 1.440 m.

●

Bewirtschaftungszeiten: Mo-Sa 10-17 Uhr.

●

Mittlerer Überwachungsturnus im Jahresdurchschnitt: dreistündlich, dies
entspricht bei den vorgeschlagenen Bewirtschaftungszeiten zwei bis drei
Überwachungsgängen am Tag.

●

Mittlere Gehgeschwindigkeit ohne Überwachungstätigkeit: 3,6 km/h.

●

Überprüfungszeit je Parkstand: 5 Sekunden bei Parkscheinen, 1 Minute bei
Handy-Parken.

●

Nichtbeachtungsquote, die den zu erwartenden Anteil von unzulässig
abgestellten Fahrzeugen (Schwarzparker) angibt: 10 %.

●

Zeit für das Schreiben einer Anzeige: 2 Minuten.

●

Annahme zum Anteil der Handy-Parker: 2 %.

●

Überprüfungszeit der Kennzeichnungen zur Umweltzone: hier nicht berücksichtigt.

●

Überprüfung der Parkscheinautomaten (PSA): erfahrungsgemäß sind
durchschnittlich rund 10 % der Automaten defekt. Pro Meldung werden rund
1,5 Minuten Zeitaufwand veranschlagt.

fördert mit Mitteln des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung
(BMVBS) im Rahmen der Förderinitiative Mobilität 21, Berlin Dezember 2009.

43

Bezirksamt
Treptow-Köpenick
Untersuchung Park-

●

Zeiten für allgemeine Auskünfte: in Gebieten der Parkraumbewirtschaftung
wenden sich erfahrungsgemäß ortsunkundige Passanten mit allgemeinen
Fragen an die uniformierten Überwachungskräfte. Hier wird durchschnittlich
eine zweiminütige Anfrage je Stunde berücksichtigt.

raumbewirtschaftung
Altstadt Köpenick
15. Februar 2011

●

Rüst- und Wegezeiten: 30 Minuten je Arbeitstag. Damit wird berücksichtigt,
dass die mittlere effektive Überwachungszeit einer Arbeitskraft durch die
„unproduktiven“ Rüst- und Wegezeiten reduziert wird; in der Altstadt ist diese Zeit wegen der kurzen Entfernungen zum Rathaus gering.

●

Mittlerer Krankheitsstand der Überwachungskräfte: 10 %.

Unter den getroffenen Annahmen werden im Jahresmittel rechnerisch 1,2
Überwachungskräfte benötigt, um das gesamte Gebiet durchschnittlich zwei bis
drei mal am Tag zu kontrollieren (vgl. Abbildung 26).
In der vorliegenden Prognose wird aufgrund von Erfahrungswerten aus anderen
Bezirken und in Absprache mit dem Ordnungsamt des Bezirks TreptowKöpenick mit einem pauschalen Jahressatz von 55.000 € je Überwachungskraft
gerechnet, in dem auch die Gemein- und Sachkosten enthalten sind. Dies
ergibt jährliche Überwachungskosten von 66.000 €.

44

303 Tage

Jährliche Bewirtschaftungszeit:

Quelle: LK Argus GmbH.
0 Minuten/Tour
2 Minuten/Tour
5 Minuten/Tour
145 Minuten/Tour

Überprüfungszeit Umweltzone:

Überprüfungszeit der PSA:

Zeit für Service und Auskünfte:

Summe:

Benötigte Überwachungskräfte:

werktags:

Anfragen pro Stunde:

2,3 Touren

1 Stück

Krankheitsstand:

Arbeitstage pro Jahr:
10 %

251 Tage

Rüst- und Wegezeiten:

Urlaubstage pro Jahr:

samstags:

Servicedauer:

Defektquote:

Quote:

100 m

Prüfzeit bei Parkscheinen enthalten
Abstand zwischen PSA:

1,2 im Jahresmittel, errechnet aus jährlicher Überwachungszeit / effektive Arbeitszeit

87.942 Minuten/Person

Ergebnisse

106.080 Minuten/Person

Arbeitszeit pro Jahr:

Wegstrecke:
Schwarzparker:
Quote:

5 sek

3.600 m/Std

bis

von

Samstage:

1 min

Prüfzeit je Fahrzeug:

Prüfzeit je Fahrzeug:

Gehgeschwindigkeit:

17 Uhr

bis
= 7 Std

10 Uhr

251

1.600 Meter

von

Werktage:

Kontrollstrecke:

102.214 Minuten (Überwachungsgänge pro Jahr * Überwachungsdauer pro Tour)

Effektive Arbeitszeit vor Ort pro Jahr:

Personal-Kenngrößen

Jahresüberwachungsminuten (JÜM):

707 Touren

8 Minuten/Tour

Überprüfungszeit Handy-Parken:

Überwachungsgänge pro Jahr:

24 Minuten/Tour
106 Minuten/Tour

Reine Gehzeit:

Überprüfungszeit der Parkscheine:

Überwachungs-Kenngrößen

Überwachungsturnus:

3 stündlich

1.440 Meter

Reduzierte Kontrollstrecke (-10 %):

Überwachungsturnus

375 Stück

Parkstände:

Gebiets-Kenngrößen

30 min

30 Tage

2,3 Touren

2 min

10 %

0,0 %

2 %

10 %

1.440 m

= 7 Std

17 Uhr

10 Uhr

52
Uhr

Uhr

2 min

= 0 Std

0

Tägliche Arbeitszeit:

sonntags:

Dauer Fehlermeldung:

Anzeige je Fahrzeug:

480 min

0,0 Touren

1,5 min

2 min

Anzeigenzeit bei Parkscheinen enthalten

Anzeige je Fahrzeug:

bis

von

Sonn- und Feiertage:

Variable Eingangsgröße

Abbildung 26: Abschätzung des erforderlichen Überwachungspersonals in Köpenick

Bezirksamt

Treptow-Köpenick
Untersuchung Park-

raumbewirtschaftung
Altstadt Köpenick
15. Februar 2011

45

Bezirksamt

Fazit

Treptow-Köpenick
Untersuchung Park-

Unter den getroffenen Annahmen wären beide Varianten (nahezu) kostende-

raumbewirtschaftung

ckend. Die flächendeckende Gebührenpflicht (Variante 1) wäre mit einem

Altstadt Köpenick

jährlichen Überschuss von gut 30.000 € verbunden. Für eine Parkscheibenregelung (Variante 2) wird eine Unterdeckung von rund 10.000 € p.a. errechnet.

15. Februar 2011

Bei dieser Gegenüberstellung ist zu beachten, dass die Einnahmen aus Verwarnungs- und Bußgeldern zur vorgaberelevanten Einnahmekategorie E 03
gehören und Mehreinnahmen mit einer zeitlichen Verzögerung zu einer Erhöhung der Einnahmevorgaben des Finanzsenators führen. Variante 1 wäre aus
Sicht des Bezirkshaushaltes dennoch kostendeckend.

Tabelle 10:

Prognose der Einnahmen und Ausgaben
Variante 1 (Gebührenpflicht, Vignetteninhaber frei)

Einnahmen pro Jahr
Parkscheingebühren
55.676 €

Verwarnungsund Bußgelder
56.250 €

Ausgaben pro Jahr

Summe

Überwachung

Parkscheinautomaten

111.926 €

66.000 €

13.000 €

Verkehrszeichen,
Information
750 €

Summe
79.750 €

Überschuss
pro Jahr

32.176 €

Variante 2 (Parkscheibe, Vignetteninhaber frei)
Einnahmen pro Jahr
Parkscheingebühren
0€

46

Verwarnungsund Bußgelder
56.250 €

Ausgaben pro Jahr

Summe
56.250 €

Überwachung

Parkscheinautomaten

66.000 €

0€

Verkehrszeichen,
Information
750 €

Summe
66.750 €

Überschuss
pro Jahr

-10.500 €

3

Ruhender Fahrradverkehr

Bezirksamt
Treptow-Köpenick
Untersuchung Park-

3.1

Fahrradabstellangebot

raumbewirtschaftung
Altstadt Köpenick

Das Angebot an Fahrradabstellanlagen wurde an einem werktäglichen Vormittag im Juni 2010 erfasst. Berücksichtigt wurden alle Abstellanlagen im öffentlichen Raum sowie die privaten, aber öffentlich zugänglichen Anlagen.

15. Februar 2011

Im Untersuchungsgebiet steht den Radfahrern eine Gesamtkapazität von 249
Stellplätzen zur Verfügung. Davon werden 118 Vorderradhalter von einzelnen
Einrichtungen aus Gastronomie, Einzelhandel und Dienstleistung bereit gestellt.
Hier wird eine Bereitstellung nur zur jeweiligen Geschäftsöffnung angenommen.
Weitere 15 Vorderradhalter können am Heimatmuseum und der Landesbildstelle durchgängig genutzt werden. Ferner stehen 58 Anlehnbügel zur Verfügung, die beidseitig 116 Fahrräder aufnehmen. Sie befinden sich größtenteils
vor öffentlichen Gebäuden wie dem Rathaus, Köpenicker Schloss oder der
Bibliothek, sind ortsfest verbunden und somit permanent zugänglich.
Abbildung 27:

Angebot an Fahrradabstellanlagen im Untersuchungsgebiet

Die Auslastung der Fahrradabstellanlagen wurde durch Zählungen der parkenden Fahrräder an allen in Abbildung 27 dargestellten Anlagen Ende Juni und
Anfang Juli 2010 erfasst. Gezählt wurde werktags und samstags jeweils um
11 Uhr.
An den Erhebungstagen war freundliches, trockenes Wetter mit Höchsttemperaturen zwischen 24 und 30° C und nächtlichen Tiefs ttemperaturen von 18° bis

47

Bezirksamt

24° C. Erhoben wurden die Fahrräder an den Anlehnbü geln und in den Vorder-

Treptow-Köpenick
Untersuchung Park-

radhaltern sowie die wild parkenden Fahrräder im gesamten Untersuchungsgebiet.

raumbewirtschaftung
Altstadt Köpenick
15. Februar 2011

Insgesamt wurden im Untersuchungsgebiet werktags um 11 Uhr 111 Fahrräder
gezählt, davon waren 74 an Anlehnbügeln oder Vorderradhaltern abgestellt und
37 wild. Die durchschnittliche Auslastung an den Fahrradabstellanlagen beträgt
30 %.
Die höchsten Auslastungen treten mit 70 % bis 90 % an den Abstellanlagen am
Rathaus und Bezirksamt auf. Eine Auslastung von 50 % bis 70 % besteht um
den Alten Markt. Alle anderen Abstellanlagen sind nur gering ausgelastet. Die
wild abgestellten Fahrräder konzentrieren sich vor allem in den Fußgängerbereichen Alt-Köpenick und Grünstraße sowie an der Müggelheimer Straße und
Freiheit.
Abbildung 28:

Auslastung der Fahrradabstellanlagen (Werktag)

Am Samstag wurden im Untersuchungsgebiet um 11 Uhr 72 Fahrräder gezählt,
davon waren 61 an Anlehnbügeln bzw. Vorderradhaltern angeschlossen.
Samstags treten die höchsten Auslastungen am Rathaus auf. Hier ist die
Auslastung mit 70 % bis 90 % identisch mit der am Werktag.

48

Abbildung 29:

Auslastung der Fahrradabstellanlagen (Samstag)

Bezirksamt
Treptow-Köpenick
Untersuchung Parkraumbewirtschaftung
Altstadt Köpenick
15. Februar 2011

3.2

Empfehlungen zum ruhenden Fahrradverkehr

Die Förderung des Fahrradverkehrs kann ein zusätzlicher Beitrag zur Entspannung der Parkraumsituation in der Altstadt Köpenick sein. Allerdings hängt die
Attraktivität des Fahrrades als umweltverträgliches Verkehrsmittel stark von der
angebotenen Infrastruktur ab. Diese bezieht sich auf Fahrradabstellanlagen und
auf Fahrradwege. In diesem Bericht liegt der Schwerpunkt auf den Abstellanlagen.
Nutzerfreundliche Fahrradabstellanlagen sollten ...

●

... besonders in Bereichen mit hohem Einzelhandels-, Dienstleistungs- und
Gastronomieangebot bereitgestellt werden,

●

... fest installiert und ganztägig zugänglich sein,

●

... die Möglichkeit bieten, Fahrräder umkippsicher abzustellen und an
Rahmen und Laufrad fest anzuschließen.

Prinzipiell bieten Anlehnbügel den höchsten Abstellkomfort (Kippschutz) und die
Möglichkeit, das Fahrrad sicher am Rahmen und am Laufrad anzuschließen.
Auf Grundlage der Bestandsanalyse erfolgen Standortvorschläge zu möglichen
ergänzenden Fahrradabstellanlagen in der Altstadt Köpenick. Die Standortwahl
orientiert sich an den vorhandenen Anlagen, an den wild im Straßenraum
49

Bezirksamt
Treptow-Köpenick
Untersuchung Parkraumbewirtschaftung
Altstadt Köpenick
15. Februar 2011

abgestellten Fahrrädern und an den Gebäudenutzungen bzw. Einrichtungen in
der Altstadt.
Die Einrichtung von neuen Abstellanlagen ist in der Altstadt Köpenick vor allem
in den gastronomie-, einzelhandels- und dienstleistungsgeprägten Bereichen
der Fußgängerzonen Grünstraße, Alt-Köpenick und Spindlergasse sowie auf
der Freiheit sinnvoll.
In der Grünstraße würden öffentliche Fahrradabstellanlagen die vorhandenen
privaten Anlagen sinnvoll ergänzen. Weitere öffentliche Fahrradabstellanlagen
sind im nördlichen Bereich von Alt-Köpenick als Ergänzung sowie als Neuanlage in der Spindlergasse denkbar. Eine weitere Aufstockung der vorhandenen öffentlichen Fahrradabstellanlagen wird für die Freiheit, insbesondere vor
den gastronomischen Einrichtungen empfohlen.
Mittel- bis längerfristig sollten die vorhandenen Vorderradhalter durch geeignetere Abstellanlagen ersetzt werden. Diese haben unterschiedliche Anforderungen zu erfüllen. Die Wichtigsten sind:

●

Anschließbarkeit von Laufrad und Rahmen,

●

Standsicherheit,

●

Zugänglichkeit,

●

Beleuchtung und

●

Witterungsschutz.

Von den gängigen Abstellanlagen erfüllen die Anlehnbügel diese Anforderungen am besten. Die Vorderradhalter haben dagegen den Nachteil, dass sie
geringe Standsicherheit und weniger Anschließsicherheit bieten.

Abbildung 30: Empfehlenswerte Fahrradabstellanlagen (Anlehnbügel)

50

4

Zusammenfassung und Empfehlungen

Die Untersuchung zur Parkraumbewirtschaftung für die Altstadt Köpenick
kommt zu folgenden Ergebnissen:

●

Bezirksamt
Treptow-Köpenick
Untersuchung Parkraumbewirtschaftung
Altstadt Köpenick

Die Altstadt weist eine hohe Nutzungsdichte durch Wohnen, Arbeiten,
Einkauf, Gastronomie und Tourismus auf. Der größte Arbeitgeber ist das

15. Februar 2011

Bezirksamt mit rund 350 Beschäftigten. Außerdem gibt es in der Altstadt
rund 340 gemeldete Gewerbeeinrichtungen.

●

Im Untersuchungsgebiet wurden insgesamt 541 öffentlich zugängliche
Parkstände erfasst, davon 293 straßenbegleitend im öffentlichen Straßenraum und 248 in öffentlich zugänglichen Sammelanlagen / Parkplätzen.

●

Die Parkmöglichkeiten im Straßenraum der Altstadt sind häufig überlastet.
Vor allem von 10-17 Uhr treten hohe Auslastungen mit rund 110 % auf.

●

Der hohe Parkdruck wird durch unterschiedliche Nutzergruppen verursacht.
Die Bewohner stellen tagsüber rund 40 Prozent aller Parkenden. Der Anteil
der gebietsfremden Langparker (Beschäftigte, länger bleibende Besucher)
beträgt 30 bis 40 Prozent. Die übrigen Parkstände werden durch Kurzparker
belegt.

●

Eine Parkraumbewirtschaftung montags bis samstags von 10 bis 17 Uhr
würde vor allem die Beschäftigten zum Umstieg auf den Umweltverbund
bewegen. Die freien Parkmöglichkeiten kämen den Bewohnern und Besuchern des Gebietes zugute.

●

Eine Bewirtschaftung wurde in zwei Varianten untersucht: Gebührenpflicht
und Parkscheibenregelung. Inhaber von Bewohnerparkausweisen und Ausnahmegenehmigungen wären in beiden Fällen von den jeweiligen Regelungen ausgenommen.

●

Aus planerischer Sicht sind beide Varianten sinnvoll: sie würden den
Parkdruck spürbar von heute rund 110 % Auslastung auf durchschnittlich
rund 90 % senken.

●

Etwas empfehlenswerter erscheint die Parkscheingebührenpflicht, weil sie
den Nutzern freie Wahl bei der Parkdauer lässt und zu einer gleichmäßigeren Verteilung der parkenden Fahrzeuge auf Straßenraum und kostenpflichtige Sammelanlagen beiträgt.

●

Beide Varianten wären voraussichtlich nahezu haushaltsneutral. Die
Gebührenpflicht wäre mit einem jährlichen Überschuss von rund 30.000 €
verbunden. Für die Parkscheibenregelung wurde ein leichte Unterdeckung
von -10.000 € p.a. errechnet.
51

Bezirksamt
Treptow-Köpenick
Untersuchung Park-

●

Die angrenzenden Gebiete Kietz, Am Krusenick und Köllnische Vorstadt
sollten nach Einführung der Bewirtschaftung in der Altstadt beobachtet
werden, um auf mögliche Verdrängungseffekte reagieren zu können.

raumbewirtschaftung
Altstadt Köpenick
15. Februar 2011

●

Die Situation der Fahrradabstellanlagen ist insgesamt zufriedenstellend.
Ergänzende Anlagen werden in den Fußgängerzonen Grünstraße, AltKöpenick und Spindlergasse empfohlen. Die vorhandenen Vorderradhalter
sollten schrittweise durch Anlehnbügel ersetzt werden.

Abbildung 31: Empfehlungen

52

Bezirksamt

Tabellenverzeichnis
Tabelle 1:

Einwohner (Quelle: Amt für Statistik)

3

Treptow-Köpenick
Untersuchung Park-

Tabelle 2:

Motorisierung je Fläche (Quelle: Amt für Statistik)

5

raumbewirtschaftung

Tabelle 3:

Parkraumangebot im Untersuchungsgebiet (Juni 2010)

9

Tabelle 4:

Parkraumangebot in den potenziellen
Verdrängungsgebieten (Juni 2010)

10

Tabelle 5:

Parkraumauslastung nach Parkregelung (Werktag 11 Uhr)

12

Tabelle 6:

Voraussichtliche Wirkung einer Parkraumbewirtschaftung
im Zeitverlauf

24

Mögliche Veränderungen beim Parkraumangebot der
Sammelanlagen

34

Tabelle 8:

Weitere absehbare Veränderungen im Parkraumangebot

35

Tabelle 9:

Prognose der Einnahmen aus Parkscheingebühren
(Variante 1 - Gebührenpflicht im gesamten Gebiet)

39

Prognose der Einnahmen und Ausgaben

46

Tabelle 7:

Tabelle 10:

Altstadt Köpenick
15. Februar 2011

Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1:

Untersuchungsgebiet und potenzielle
Verdrängungsgebiete

1

Abbildung 2:

Einwohnerdichte

3

Abbildung 3:

Motorisierungsdichte (Kfz / ha)

5

Abbildung 4:

Parkraumangebot im Untersuchungsgebiet

8

Abbildung 5:

Mittlere Parkraumauslastung im Zeitverlauf

12

Abbildung 6:

Parkraumauslastung (Werktag 2 Uhr)

13

Abbildung 7:

Parkraumauslastung (Werktag 9 Uhr)

13

Abbildung 8:

Parkraumauslastung (Werktag 11 Uhr)

14

Abbildung 9:

Parkraumauslastung (Werktag 13 Uhr)

14

Abbildung 10: Parkraumauslastung (Werktag 15 Uhr)

15

Abbildung 11: Parkraumauslastung (Werktag 17 Uhr)

15

Abbildung 12: Parkraumauslastung (Werktag 19 Uhr)

16

Abbildung 13: Parkraumauslastung (Werktag 21 Uhr)

16

Abbildung 14: Parkraumauslastung (Werktag 23 Uhr)

17

Abbildung 15: Parkraumauslastung (Samstag 11 Uhr)

17

Abbildung 16: Parkraumauslastung in den potenziellen
Verdrängungsgebieten

18

Abbildung 17: Anteile der Kurz- und Langparker an allen Parkenden im
Untersuchungsgebiet

20
53

Bezirksamt
Treptow-Köpenick
Untersuchung Parkraumbewirtschaftung
Altstadt Köpenick
15. Februar 2011

54

Abbildung 18: Anteile der Kurz- und Langparker nach Parkregelungen
(Werktag 11-17 Uhr)

20

Abbildung 19: Anteil der verschiedenen Nutzergruppen an allen
Parkenden im Untersuchungsgebiet

21

Abbildung 20: Beschilderungsbeispiele für Gebührenpflicht im
Mischprinzip

26

Abbildung 21: Mittlere Parkdauer bei Gebührenpflicht ohne Parkdauerbegrenzung an 13.000 gebührenpflichtigen Parkständen
in Berlin-Mitte

26

Abbildung 22: Beschilderungsbeispiele für Parkscheibenregelungen im
Mischprinzip

27

Abbildung 23: Beschilderungsbeispiel für reines Bewohnerparken

28

Abbildung 24: Bewirtschaftungs- und Beobachtungsgebiete

30

Abbildung 25: Mögliche Standorte der Parkscheinautomaten

32

Abbildung 26: Abschätzung des erforderlichen Überwachungspersonals
in Köpenick

45

Abbildung 27: Angebot an Fahrradabstellanlagen im
Untersuchungsgebiet

47

Abbildung 28: Auslastung der Fahrradabstellanlagen (Werktag)

48

Abbildung 29: Auslastung der Fahrradabstellanlagen (Samstag)

49

Abbildung 30: Empfehlenswerte Fahrradabstellanlagen (Anlehnbügel)

50

Abbildung 31: Empfehlungen

52

Berlin
Novalisstraße 10
D-10115 Berlin-Mitte
Tel. 030.322 95 25 30
Fax 030.322 95 25 55
berlin@LK-argus.de

Hamburg
Altonaer Poststraße 13b
D-22767 Hamburg-Altona
Tel. 040.38 99 94 50
Fax 040.38 99 94 55
hamburg@LK-argus.de

Kassel
Ludwig-Erhard-Straße 8
D-34131 Kassel
Tel. 0561.31 09 72 80
Fax 0561.31 09 72 89
kassel@LK-argus.de

www.LK-argus.de
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.