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Periodical volume

Full text: Geschäftsbericht ... Issue 2013

Geschäftsbericht

2013

2013
Deutscher Verein für öffentliche und private Fürsorge e. V. wird gefördert
vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

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Editorial
Sehr geehrte Damen und Herren,
der Geschäftsbericht dient alljährlich dazu, den Mitgliedern des Deutschen
Vereins, unseren Kooperationspartnern sowie der interessierten Öffentlichkeit
einen Überblick über die Schwerpunkte und Aktivitäten unserer Arbeit zu geben.
Im Jahr 2013 standen die Themen Auswirkungen der Schuldenbremse auf die
Sozialpolitik und die Erforderlichkeiten einer vorausschauenden Integrations­
politik im Mittelpunkt der Vereinsgremien des Deutschen Vereins. Bereits heute
möchten wir Sie auf wichtige Vereinstermine im Jahr 2015 hinweisen und Sie
herzlich in der Zeit vom 16. bis 18. Juni zum 80. Deutschen Fürsorgetag in
Leipzig sowie zu unserer Mitgliederversammlung und Hauptausschusssitzung
am 24. September 2015 einladen!
Wir bedanken uns bei all denjenigen, die in unseren Fachausschüssen, Arbeits­
kreisen und Arbeitsgruppen sowie im Präsidialausschuss und Präsidium mitge­
wirkt und die Arbeit des Deutschen Vereins auch im Jahr 2013 fachlich geprägt
haben.
Unser besonderer Dank gilt den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der
Geschäftsstelle für ihre kompetente Arbeit und ihr Engagement.
Eine interessante Lektüre wünschen

Michael Löher	
Vorstand des Deutschen Vereins	

Bärbel Habermann
Geschäftsführerin des Deutschen Vereins

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Impressum
Herausgeber:
Deutscher Verein für öffentliche und private Fürsorge e. V.
Michaelkirchstr. 17/18
10179 Berlin-Mitte
Telefon: 0 30 / 6 29 80-0
Telefax: 0 30 / 6 29 08-150
E-Mail: info@deutscher-verein.de
www.deutscher-verein.de
V. i. S. d. P.:
Michael Löher, Vorstand
Redaktion:
Nora Schmidt, Geschäftsführerin
Gestaltung:
S. Stumpf Kommunikation & Design
Hutstraße 31, 91207 Lauf
Druck:
Senser Druck, Bergstr. 3, 86199 Augsburg

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Inhalt

Forum des Sozialen – der Deutsche Verein für öffentliche und private Fürsorge e. V. ...............................................................	6
Teil I	Die Schwerpunktthemen des Deutschen Vereins im Jahr 2013 .........................................................................................	8
	
1. Kindheit und Jugend ..................................................................................................................................................................	9
	
2. Familie und Gleichstellung .......................................................................................................................................................	13
	
3. Alter und Pflege ...........................................................................................................................................................................	17
	
4. Rehabilitation und Gesundheit ...............................................................................................................................................	20
	
5. Soziale Sicherung, Sozialhilfe und soziale Leistungssysteme ........................................................................................	22
	
6. Grundsatzfragen des Sozialrechts – Expertisen und Gutachten des Deutschen Vereins .......................................	27
	
7. Planung, Steuerung, Finanzierung und Qualifizierung der sozialen Arbeit und der sozialen Dienste ...............	31
	
8. Bürgerschaftliches Engagement .............................................................................................................................................	34
	
9. Grenzüberschreitende Sozialarbeit – Internationaler Sozialdienst (ISD) ....................................................................	38
	
10. Europäische und internationale Sozialpolitik ...................................................................................................................	42
Teil II	Der Eigenverlag des Deutschen Vereins ....................................................................................................................................	48
Teil III	Die Mitglieder des Deutschen Vereins .......................................................................................................................................	54
	
1. Mitgliederstand in 2013 ...........................................................................................................................................................	55
	
2. Präsidialausschuss und Präsidium – entscheidende Organe des Deutschen Vereins ..............................................	57
	
3. Fachausschüsse und Arbeitskreise – Gremien der fachlichen Willensbildung ..........................................................	62
	
4. Mitgliederversammlung 2013 „Schuldenbremse 2020 – zwischen Haushaltskonsolidierung,
Investitionsstau und Generationengerechtigkeit“ .............................................................................................................	64
	
5. Hauptausschuss 2013 „Anforderungen an eine vorausschauende Integrationspolitik“ .........................................	68
Teil IV	Die Geschäftsstelle des Deutschen Vereins ..............................................................................................................................	72
	
1. DV intern .......................................................................................................................................................................................	73
	
2. Mitarbeit der Geschäftsstelle in externen Gremien und Projekten ..............................................................................	77
	
3. Organisationsplan der Geschäftsstelle des Deutschen Vereins für öffentliche und private Fürsorge e. V. .......	80
Teil V	Der Deutsche Verein im Dialog ....................................................................................................................................................	82
Teil VI	Finanzierung des Deutschen Vereins ..........................................................................................................................................	86
Teil VII	Stiftung und Förderverein des Deutschen Vereins .................................................................................................................	88
	
1. Stiftung Deutscher Verein für öffentliche und private Fürsorge ...................................................................................	89
	
2. Förderverein des Deutschen Vereins ......................................................................................................................................	90

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Forum des Sozialen –
der Deutsche Verein für öffentliche
und private Fürsorge e. V.

6

Der Deutsche Verein für
öffentliche und private
Fürsorge e. V. trägt als
bundesweit einzigartiges
Forum aller relevanten
Akteure aus Sozial­politik,
Sozialrecht und der Sozialen
Arbeit durch innovative
Facharbeit zur Verbes­serung
sozialer Lebensbedingungen
in Deutschland bei.
Unsere Angebote und Leistungen für unsere Mitglieder:
Clearing-Stelle:

Aushandlung und Abstimmung unterschiedlicher Interessen
und Fachpositionen insbesondere zwischen öffentlichen
und freien Trägern.

Fachlichkeit:

Unterstützung bei der Auslegung und Umsetzung komplexer Gesetze durch Rechtsgutachten, Stellungnahmen
und Empfehlungen sowie praxisnahen Erfahrungsaustausch
in Fach- und Fortbildungsveran­staltungen.

Politikberatung:

Analyse und Auswertung sozialer Entwicklungen sowie
Vorbereitung und Diskussion von Gesetzesentwürfen auf
nationaler, europäischer und internationaler Ebene.

Information und Beratung:

durch Kongresse, Fachtagungen, Bildungsveranstaltungen
sowie Fachliteratur und Fachzeitschriften zu Vorzugspreisen.

Praxispartnerschaft „vor Ort“:

Projekte initiieren, begleiten, durchführen und evaluieren.
Perspektivisch will der Deutsche Verein seine Mitglieder mit
konkreten Projekten vor Ort bei der Entwicklung von Konzep­
ten, Umsetzungs­prozessen und Lösungswegen unterstützen.

7

Teil I	Die Schwerpunktthemen
des Deutschen Vereins
im Jahr 2013

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Kindheit und Jugend

1. Kindheit und Jugend
DV spricht Empfehlungen zur Sicherstellung und Weiterentwicklung der Qualität
in Kindertageseinrichtungen aus
Das Inkrafttreten des Rechtsanspruchs auf Kindertagesbetreuung für unter 3-Jährige am 1. August
2013 und die enormen Anstrengungen vor Ort, ausreichend Plätze zu schaffen, die auch dem Bedarf
entsprechen, haben den Ausbau der Kindertagesbetreuung in 2013 allgegenwärtig werden lassen.
Aktuell sind die meisten Kinder, für die Eltern Betreuung suchen, mit Angeboten versorgt. Allerdings
ist der Ausbau der U3-Plätze noch nicht abgeschlossen. Vor allem Großstädte und Ballungsräume
stehen auf Grund der regional hohen Nachfrage noch vor großen Anstrengungen, um den Rechts­
anspruch zu erfüllen. Trotz der erheblichen Anstrengungen für den Ausbau konnten die Personal­
ausstattung und die Gruppengrößen nicht nur gehalten, sondern in fast allen Ländern sogar ver­
bessert werden. Dies gilt auch für die räumlichen Standards. Die Kindertagespflege konnte weiter
etabliert und qualifiziert werden. Der Deutsche Verein hat sich in vielfältiger Weise in den Prozess
eingebracht. So hat er in zahlreichen Gremien mitgewirkt, wie bspw. in der vom BMFSFJ initiierten
Arbeitsgruppe Fachkräftegewinnung für die Kindertagesbetreuung und der Weiterbildungsinitiative
Frühpädagogische Fachkräfte (WIFF), und dort Anregungen zum Ausbau aus Sicht des Deutschen
Vereins eingebracht. Sein besonderes Augenmerk hat der Deutsche Verein hierbei insbesondere auf
Fragen der Qualität gerichtet und deren Sicherstellung und Weiterentwicklung bei verschiedenen
Veranstaltungen und nicht zuletzt in seinen Empfehlungen zu Fragen der Qualität in Kindertages­
einrichtungen eingefordert (NDV 2013, 447 ff.). Der Koalitionsvertrag von CDU/CSU und SPD zeigt,
dass die Qualität in der Kindertagesbetreuung in den Fokus der Bundespolitik geraten ist und die
kontinuierlichen Forderungen erste Früchte tragen.

Deutscher Verein begleitet die Umsetzung des Bundeskinderschutzgesetzes
Ein gutes Jahr nach Inkrafttreten des Bundeskinderschutzgesetzes hat der Deutsche Verein im April
2013 in einer Fachtagung gemeinsam mit Expert/innen und Fachkräften eine erste Bilanzierung des
bislang Erreichten vorgenommen. Es ist deutlich geworden, dass die Praxis der Kinder- und Jugend­
hilfe bei der Umsetzung der umfangreichen fachlichen Anforderungen, die mit den gesetzlichen
Neuerungen verbunden sind, auch im Jahre zwei nach in Kraft treten des Bundeskinderschutzge­
setzes noch am Anfang steht. Dies hat sich etwa auch im Zuge einer Recherche für einen Fach­
beitrag zum Beratungsanspruch nach § 8b Abs. 1 SGB VIII gezeigt. Ein exemplarischer Blick in die

9

Teil I	
Teil II	
Teil III	
Teil IV	
Teil V	
Teil VI	
Teil VII	

Die Schwerpunktthemen des Deutschen Vereins im Jahr 2013
Der Eigenverlag des Deutschen Vereins
Die Mitglieder des Deutschen Vereins
Die Geschäftsstelle des Deutschen Vereins
Der Deutsche Verein im Dialog
Finanzierung des Deutschen Vereins
Stiftung und Förderverein des Deutschen Vereins

Praxis machte deutlich, dass die Umsetzung des § 8b Abs. 1 SGB VIII bei weitem noch nicht abge­
schlossen ist. Dabei gilt es zunächst, die Existenz des Anspruchs aus § 8b Abs. 1 SGB VIII breiter
zu kommunizieren. Der Deutsche Verein hat daher auch im Jahr 2013 die Umsetzung des Bundes­
kinderschutzgesetzes intensiv weiter begleitet und seine Empfehlungen und Positionierungen etwa
zu Führungszeugnissen bei Neben- und Ehrenamtlichen in der Kinder- und Jugendhilfe (§ 72a Abs.
3 und Abs. 4 SGB VIII) oder zum Umgang mit §§ 79, 79a SGB VIII den Fachkräften der Kinder- und
Jugendhilfe vorgestellt und mit ihnen diskutiert. Der Deutschen Verein wird auch zukünftig die mit
der Umsetzung des Bundeskinderschutzgesetzes verbundenen Herausforderungen auf breiter Ebene
diskutieren und seine Erkenntnisse und Erfahrungen insbesondere auch bei der Evaluation des Bun­
deskinderschutzgesetzes, in dessen wissenschaftlichen Beirat er zum Ende des Jahres 2013 berufen
wurde, einbringen.

DV spricht sich für die Weiterentwicklung des
gesamten Unterstützungssystems für Kinder
und Jugendliche aus

HzE Tagung Podium

10

Auch im Jahr 2013 hat sich der Deutsche Verein intensiv
mit der Debatte um die Weiterentwicklung und Steuerung
der Hilfen zur Erziehung beschäftigt. Nach dem Abschluss
der Arbeiten der Koordinierungsgruppe der Länder, an der
auch der Deutsche Verein mitgewirkt hat, und dem Be­
schluss der Jugend- und Familienministerkonferenz (JFMK)
vom 06./07. Juni 2013 hierzu, hat der Deutsche Verein in
einer Fachveranstaltungen die zentralen Diskussionspunkte aufgegriffen und gemeinsam mit den
Akteuren Ansatzpunkte für eine Weiterentwicklung des gesamten Unterstützungssystems für Kinder
und Jugendlichen aufgezeigt: Sozialräumliches Arbeiten und Prävention, Schnittstellen zu Systemen
innerhalb der Kinder- und Jugendhilfe, wie zum Beispiel der Kindertagesbetreuung, als auch zu an­
deren Bereichen, wie zum Beispiel Schule, und die Steuerungsaufgaben des Jugendamtes – diese
Themen, die auch von der JFMK als Ansatzpunkte identifiziert worden waren, bildeten dabei die
Schwerpunkte. Begleitend hat der Deutsche Verein eine Rechtsprechungsübersicht zur Sozialraum­
orientierung in der Kinder- und Jugendhilfe erstellt (NDV 2013, 303 ff. (Teil 1), 341 ff. (Teil 2), um
eine gemeinsame Ausgangs- und Wissensbasis bei der juristischen Einschätzung des sozialraum­
orientierten Wirkens zu schaffen und damit den Diskussionsprozess zu unterstützen. Im Dezember
2013 wurde die Geschäftsstelle des Deutschen Vereins zudem als Experte bei der Anhörung der
Länder geladen (NDV 2014, 7 ff.). Der Deutsche Verein wird den Prozess mit einer eigenen Positio­
nierung flankieren.

Kindheit und Jugend

Empfehlungen des DV für eine angemessene finanzielle Unterstützung von
Pflegefamilien zeigen Wirkung
Eine wichtige Voraussetzung, um Pflegekindern das Aufwachsen in einer Familie und den Aufbau
stabiler Beziehungen zu ermöglichen, stellt die fachlich fundierte und kontinuierliche Unterstützung
der Pflegefamilien dar. Dazu gehört auch ihre finanzielle Unterstützung. Nach § 39 SGB VIII ist der
notwendige Unterhalt des jungen Menschen außerhalb des Elternhauses sicherzustellen. Die lau­
fenden Leistungen sollen in einem monatlichen Pauschalbetrag gewährt werden. Bereits seit vielen
Jahren veröffentlicht der Deutsche Verein jährlich Empfehlungen zur Höhe der Pauschalbeträge in
der Vollzeitpflege (für das Jahr 2014 in NDV 2013, 501). Sie sind ein wichtiger Orientierungspunkt
für die Festsetzung der Pauschalen durch die jeweils auf Länderebene zuständigen Behörden. Nach
einer für das Jahr 2013 erstellten Übersicht orientieren sich zehn Bundesländer an den Empfehlun­
gen bzw. übernehmen sie unmittelbar (Vgl. NDV 2013, 502). In den beiden Bundesländern, in denen
keine Festsetzung bzw. Empfehlung auf Landesebene erfolgt, orientieren sich darüber hinaus viele
der für die Festsetzung zuständigen Kommunen an den Empfehlungen des Deutschen Vereins. Die
Empfehlungen des Deutschen Vereins leisten demnach einen wichtigen Beitrag zu einer bundes­
weiten Angleichung der finanziellen Unterstützung von Pflegefamilien. Ziel ist es, dass sich dadurch
die Lebensbedingungen von Pflegekindern und Kindern, die bei ihren Eltern aufwachsen, zumindest
in materieller Hinsicht annähern. Zugleich trägt diese Förderung des Engagements und Anerken­
nung der Leistung von Pflegepersonen dazu bei, dass sich Menschen finden, die diese wichtige Auf­
gabe übernehmen. Sie ermöglichen dadurch Kindern ein familienähnliches Aufwachsen, für die es
als Alternative häufig nur die Heimerziehung gäbe.

Politik für die Jugend: Lokal und international Chancen auf Teilhabe fördern
Um die Wahrnehmbarkeit von Jugend und von Jugendpolitik zu verbessern, beteiligte sich der
Deutsche Verein auch im Jahr 2013 an dem dialogischen Prozess zur Etablierung einer Eigenstän­
digen Jugendpolitik. Auf der internationalen Fachtagung „Link Me In – Youth Policy & Practice“ im
Dezember 2013 in Budapest betonte der Deutsche Verein, dass auch im internationalen Kontext die
Handlungsmöglichkeiten und Strukturen vor Ort beachten werden müssten. Wie die internationale
Perspektive die lokalen Akteure in ihrer Arbeit befruchten kann, so können aus der kommunalen
Ebene praktikable Impulse insbesondere aus dem Bereich soziale Inklusion in die internationale
Landschaft getragen werden. Im Jahr 2014 wird der Deutsche Verein die geplante Gründung einer
„Allianz für Jugend“ weiter verfolgen und sich besonders mit der Einbindung der lokalen Ebene
beschäftigen.

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Teil I	
Teil II	
Teil III	
Teil IV	
Teil V	
Teil VI	
Teil VII	

Die Schwerpunktthemen des Deutschen Vereins im Jahr 2013
Der Eigenverlag des Deutschen Vereins
Die Mitglieder des Deutschen Vereins
Die Geschäftsstelle des Deutschen Vereins
Der Deutsche Verein im Dialog
Finanzierung des Deutschen Vereins
Stiftung und Förderverein des Deutschen Vereins

Als ein für die Jugendpolitik zentrales und wichtiges Thema der Jugendphase bewertet der Deut­
sche Verein die berufliche und soziale Integration junger Menschen. Für eine Vielzahl junger Men­
schen führt der Weg des Übergangs von der Schule in den Beruf nur über Umwege zum Ziel und
eine viel zu große Anzahl junger Menschen scheitern. Ausgehend von den Empfehlungen des Deut­
schen Vereins zum Kommunalen Übergangsmanagement aus dem Jahr 2011, die sich vor allem für
eine Stärkung der kommunalen Verantwortung am Übergang aussprechen, förderte der Deutsche
Verein den Erfahrungsaustausch und die Weiterentwicklung der Praxis vor Ort im April 2013 durch
sein Forum „Berufliche und soziale Integration junger Menschen“. Ziel des Forums ist es, die Hand­
lungsmöglichkeiten der Jugendsozialarbeit nach dem SGB VIII und des Rechtskreises des SGB II auf
lokaler Ebene darzulegen und Ansatzpunkte für ein verbessertes Zusammenwirken zu erreichen, da­
mit die vielfältigen Unterstützungsmaßnahmen der unterschiedlichen Systeme vor Ort zu einem
systematischen Unterstützungsnetzwerk zusammenwachsen können. Die Anregungen des 79. Deut­
schen Fürsorgetages im Jahr 2012 in Hannover „Ohne Bildung keine Teilhabe“ aufgreifend, hat sich
der Deutsche Verein im vergangenen Jahr zudem verstärkt auf den Bildungsbereich konzentriert und
sich mit der „Schulsozialarbeit“ als einem wichtigen Aufgabenbereich der Jugendsozialarbeit ausei­
nandergesetzt. Sowohl in einer Arbeitsgruppe „Schulsozialarbeit“ als auch durch seine Fachtagung
zu Profil, Potenzial und den aktuellen Herausforderungen der Schulsozialarbeit im November 2012
hat der Deutsche Verein die Debatte zum Ausbau der Schulsozialarbeit befördert. Zudem hat er die
konzeptionelle Vorarbeit geleistet, um im Jahr 2014 mit einer Publikation die aktuelle Diskussion
bündeln und Lösungswege anregen zu können. Der Deutsche Verein wird weiterhin zur Profilbil­
dung der Schulsozialarbeit beitragen und mit seiner Expertise deutlich machen, welche Bedeutung
Schulsozialarbeit z. B. für die Teilhabe junger Menschen haben kann.

Die Positionen des Deutschen Vereins 2013
(Download unter www.deutscher-verein.de)
	

	

	

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Empfehlungen des Deutschen Vereins zu Fragen der Qualität in Kindertageseinrichtungen
vom 11. September 2013, NDV 2013, 447 ff.
Empfehlungen des Deutschen Vereins zur Fortschreibung der Pauschalbeträge in der Vollzeit­
pflege (§§ 33, 39 SGB VIII) für das Jahr 2014 vom 11. Sept. 2013, NDV 2013, 501 ff.
Stellungnahme der Geschäftsstelle des DV anlässlich der Anhörung der AGJF zur Weiterent­
wicklung und Steuerung der Hilfen zur Erziehung zur Anhörung am 10. Dezember 2013 in
Mainz, NDV 2014, S. 7 ff.

Familie und Gleichstellung

Die Veranstaltungen 2013
	
	
	

	

	
	
	
	
	
	
	

Aktuelle fachliche, fachpolitische und rechtliche Entwicklungen in der Kinder- und Jugendhilfe
Kindertagespflege – ein Angebot zwischen Familiennähe und Institutionalisierung
Kongress Fachberatung für Kindertagesbetreuung: Realitäten und Handlungserfordernisse bei
der Umsetzung des Rechtsanspruches in 2013
Qualität in Kindertageseinrichtungen zwischen Wunsch und Wirklichkeit. Der § 22a SGB VIII in
der Praxis
1 Jahr Bundeskinderschutzgesetz – Wunsch und Wirklichkeit
Kommunale Bildungslandschaften in der Praxis – Quo vadis?
Örtliche Zuständigkeit und Kostenerstattung – Fragen der wirtschaftlichen Jugendhilfe
Schulsozialarbeit – Profil, Potenzial und aktuelle Herausforderungen
Fachforum: Soziale und berufliche Integration junger Menschen
Weiterentwicklung und Steuerung der Hilfen zur Erziehung
Expert/innenworkshop: Ombudschaft und Beschwerdemöglichkeiten in der öffentlichen
Kinder- und Jugendhilfe

2. Familie und Gleichstellung
DV fordert ein konsistentes Gesamtkonzept der Kinder- und Familienförderung
Mit dem Ende 2012 vorgelegten Entwurf der Bundesregierung des Unterhaltsvorschussentbürokrati­
sierungsgesetzes sollte alleinerziehenden Elternteilen die Antragstellung vereinfacht und den zustän­
digen Stellen der Rückgriff auf den/die Unterhaltsschuldner/in erleichtert werden. In seiner Stellung­
nahme und der entsprechenden Anhörung im Ausschuss für Familie, Senioren, Frauen und Jugend des
Zführen kann. Er kritisierte, dass der Entwurf vor allem Klarstellungen und Rechtsbereinigungen ent­
halte, die tatsächlich im Bereich des Unterhaltsvorschussgesetzes (UVG) bestehenden Reformbedarfe
hingegen nicht in Angriff genommen worden seien. Grundsätzlich bekräftigte der Deutsche Verein
daher seine Forderung nach der Entwicklung eines konsistenten Systems der Kinder- und Familienför­
derung und wiederholte sie im Juni 2013 in seinem Eckpunktepapier zur Weiterentwicklung des Sys­
tems monetärer Unterstützung von Familien und Kindern (NDV 2013, 348 ff.). Das derzeitige System
monetärer Unterstützung von Familien und Kindern ist kompliziert, organisatorisch zersplittert und
birgt zahlreiche Wechselwirkungen und Inkonsistenzen in sich. Vielfach wird es der Lebenswirklich­
keit von Familien nicht mehr gerecht. Auch in 2014 wird diese Debatte weiter auf der Agenda stehen
13

Teil I	
Teil II	
Teil III	
Teil IV	
Teil V	
Teil VI	
Teil VII	

Die Schwerpunktthemen des Deutschen Vereins im Jahr 2013
Der Eigenverlag des Deutschen Vereins
Die Mitglieder des Deutschen Vereins
Die Geschäftsstelle des Deutschen Vereins
Der Deutsche Verein im Dialog
Finanzierung des Deutschen Vereins
Stiftung und Förderverein des Deutschen Vereins

und etwa im Rahmen eines Fachtages unter Einbeziehung der Ergebnisse der vom Bundesministerium
für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und vom Bundesministerium der Finanzen gemeinsam ver­
antworteten Gesamtevaluation ehe- und familienbezogener Leistungen fortgeführt werden.

DV empfiehlt Weiterentwicklung von Angeboten der Familienerholung
Die 2012 einberufene Arbeitsgruppe „Familienerholung“ hat ihre Arbeit 2013 fortgesetzt und
Empfehlungen erarbeitet, die im Dezember 2013 vom Präsidium des Deutschen Vereins verabschie­
det wurden. Ein Weiterentwicklungsprozess der Angebote der Familienerholung wird für notwendig
erachtet, um alle Zielgruppen zu erreichen, familienstärkende Potenziale auszubauen und die Ange­
bote noch gezielter entsprechend der Bedarfe von Familien auszurichten. Die Empfehlungen des
Deutschen Vereins zu Angeboten der Familienerholung im Sinne des § 16 Abs. 2 SGB VIII (NDV 2014,
109 ff.) greifen für diesen Weiterentwicklungsprozess wichtige Aspekte wie etwa die Entwicklung
von Qualitätskriterien, Aus- und Aufbau von Netzwerken und Kooperationen sowie die stärkere
Wahrnehmung und aktive Einbindung der Familienerholung als wichtiges Leistungssegment der
Kinder- und Jugendhilfe auf.

Kommunale Familienzeitpolitik gewinnt an Konturen
Auch auf dem Feld der kommunalen Familienzeitpolitik hat der Deutsche Verein sein Engagement
erfolgreich fortsetzen können. Er hat seine Expertise in die Demografiestrategie der Bundesregierung
eingebracht und im Juni 2013 selbst Empfehlungen zur lokalen Familienzeitpolitik verabschiedet
(NDV 2013, 296 ff.). Die Empfehlungen des Deutschen Vereins zielen darauf ab, die Umsetzung der
zeitpolitischen Empfehlungen des 8. Familienberichts auf der kommunalen Ebene zu unterstützen.
Sie stellen Familienzeitpolitik als Praxisfeld der kommunalen Familienpolitik vor, skizzieren konkrete
Handlungsfelder und schlagen Umsetzungsstrategien vor. Im Oktober 2013 hat der Deutsche Verein
seine Empfehlungen einem Forum aus Fach- und Führungskräften der kommunalen Praxis und wei­
teren Expert/innen zur Diskussion gestellt. Auch das BMFSFJ und Modellkommunen, in denen kom­
munale Familienzeitpolitik im Rahmen eines Pilotprojektes des BMFSFJ bereits erprobt worden ist,
haben bei dieser Gelegenheit ihre Erfahrungen und erste Ergebnisse präsentiert. Der fachliche Aus­
tausch bestätigte die Tragfähigkeit der Empfehlungen des Deutschen Vereins für die kommunale
Praxis. Zugleich wurden aber auch Herausforderungen offenbar, die mit der dauerhaften Veranke­
rung von Zeitpolitik als Baustein einer Gesamtstrategie kommunaler Familienpolitik verknüpft sein
werden. 2014 wird sich der Deutsche Verein daher insbesondere mit den Erfahrungen der fünf Mo­
dellstandorte kommunaler Familienzeitpolitik befassen und Wege eruieren, auf denen ihre Erfolgs­
strategien auch auf andere Kommunen übertragen werden können.
14

Familie und Gleichstellung

Gesetzgeber greift Vorschläge des DV zur vertraulichen Geburt auf –
DV gibt Mindeststandards zu Babyklappen heraus
Bereits 2012 hat sich der Deutsche Verein auf einem Expertenworkshop mit dem Handlungsbedarf bei
Angeboten der anonymen Kindesabgabe befasst. Die Gesetzesinitiative der Bundesregierung zur ver­
traulichen Geburt, die in wesentlichen Eckpunkten Vorschlägen des Deutschen Vereins aus 2003 ent­
sprach, hat er begrüßt und dies auch in der Bundestagsanhörung zum Gesetzentwurf im Mai 2013
bekräftigt (NDV 2013, 447 ff.). Im komplexen Verfahren der vertraulichen Geburt müssen die betei­ligten Akteure an zahlreichen Schnittstellen zusammenarbeiten. Der Deutsche Verein wird den Aus­
tausch zwischen den Kooperationspartnern unterstützen, um auf diese Weise die erfolgreiche Umset­
zung des Gesetzes zu fördern. Das Gesetz sieht eine Evaluation der vertraulichen Geburt im Kontext
aller Angebote der anonymen Kindesabgabe einschließlich der etwa 90 Babyklappen nach drei Jahren
vor. Dessen ungeachtet können die mit dem Angebot der Babyklappen für Mutter und Kind verknüpf­
ten Risiken bereits durch bundeseinheitliche Mindeststandards verringert werden. 2013 hat der Deut­
sche Verein daher Empfehlungen zu den Mindeststandards von Babyklappen erarbeitet (NDV 2013,
391 ff.). Sie formulieren Mindestanforderungen an die Ausstattung von Babyklappen, die notwendi­
gen Verfahrensabläufe und die im Kontext dieses Angebotes erfolgenden Kooperationsbeziehungen.
Ihre Umsetzung wird er 2014 unter anderem dadurch fördern, dass er den Trägern von Babyklappen,
Kliniken und zuständigen Jugendämtern ein Forum bietet, um die mit der Umsetzung von Mindest­
standards verbundenen Hürden zu diskutieren und gemeinsam Lösungsstrategien zu entwickeln.

Abschlussbericht des Beirats Jungenpolitik
übergeben
Der 2011 vom Bundesministerium für Familie, Senioren,
Frauen und Jugend einberufene Beirat „Jungenpolitik“ hat
am 25. Juni 2013 seinen Abschlussbericht „Jungen und
ihre Lebenswelten – Vielfalt als Chance und Herausforde­
rung“ an die ehemalige Bundesfamilienministerin Schrö­
der übergeben. Der Deutsche Verein hat den Beirat seit
2011 bei seiner gesamten Arbeit als Geschäftsstelle des
Beirats organisatorisch und fachlich unterstützt. Mit dem
erfolgreichen Abschluss hat sich die innovative Besetzung
des Beirats mit sechs unabhängigen Vertreter/innen aus
Forschung und Praxis zum Thema Geschlechterverhält­
nisse, Männlichkeit, Jungen und Jungenarbeit sowie sechs

Übergabe des Abschlussberichtes an
Bundesministerin Dr. Kristina Schröder

15

Teil I	
Teil II	
Teil III	
Teil IV	
Teil V	
Teil VI	
Teil VII	

Die Schwerpunktthemen des Deutschen Vereins im Jahr 2013
Der Eigenverlag des Deutschen Vereins
Die Mitglieder des Deutschen Vereins
Die Geschäftsstelle des Deutschen Vereins
Der Deutsche Verein im Dialog
Finanzierung des Deutschen Vereins
Stiftung und Förderverein des Deutschen Vereins

männlichen Jugendlichen aus verschiedenen Lebenswelten bewährt und gezeigt, wie gelebte Parti­
zipation realisiert werden kann. In ihrem Bericht geben die Beiratsmitglieder u. a. in den Bereichen
Rollenbilder und Bezugspersonen, Freundschaft und Familie, Neue Medien, Schule und Berufswahl,
Freizeit und Engagement gemeinsam entwickelte Anregungen für politische Initiativen. So wird eine
Gleichstellungspolitik für beide Geschlechter empfohlen, die als Querschnittsaufgabe von allen Res­
sorts übernommen werden sollte. Die Vermeidung von Geschlechterstereotypen in den Medien und
die Stärkung von Geschlechtervielfalt in der Berufsberatung waren ebenso ein wichtiges Anliegen
der Beiratsmitglie­der wie die stärkere Verantwortungsübernahme von Männern. Als zentrales und
grundliegendes Anliegen verstand es der Beirat dabei, weniger auf die Abgrenzung zwischen Jun­
gen und Mädchen als auf Vielfalt und Unterschiedlichkeit abzustellen. Über die 2013 entwickelte
Website www.meintestgelaende.de, die der Beirat angeregt hat, soll die Ansprache von Jungen bzw.
Jugendlichen im Hinblick auf (gleichstellungs-)politische Themen gelingen und ein niedrigschwelli­
ger Zugang geschaffen werden.

Die Positionen des Deutschen Vereins 2013
(Download unter www.deutscher-verein.de)
	

	

	

	

	

Eckpunktepapier des Deutschen Vereins zur Weiterentwicklung des Systems monetärer
Unterstützung von Familien und Kindern vom 11. Juni 2013, NDV 2013, 349 ff.
Empfehlungen des Deutschen Vereins zu Angeboten der Familienerholung im Sinne des
§ 16 Abs. 2 SGB VIII vom 11. Dezember 2014, NDV 109 ff.
Empfehlungen des Deutschen Vereins zur lokalen Familienzeitpolitik vom 11. Juni 2013,
NDV 2013, 296 ff.
Empfehlungen des Deutschen Vereins zu den Mindeststandards von Babyklappen vom
11. Juni 2013, NDV 2013, 391 ff.
Stellungnahme der Geschäftsstelle des Deutschen Vereins anlässlich der Anhörung zum
Thema vertrauliche Geburt im Ausschuss für Familien, Senioren, Frauen und Jugend des
Deutschen Bundestages am 13. Mai 2013, NDV 2013, 447 ff.

Die Veranstaltungen 2013
	
	
	

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Kommunale Familienzeitpolitik – ein Jahr nach dem 8. Familienbericht
Vernetzung und Kooperation von Familienbildung und Schule
Kinderarmut – Herausforderungen und Lösungsansätze auf kommunaler Ebene

Alter und Pflege

3. Alter und Pflege
DV fordert Weiterentwicklung des Pflegesystems
Im Juni 2013 verabschiedete das Präsidium des Deutschen Vereins Empfehlungen zur Weiterentwick­
lung der Pflege (NDV 2013, 385 ff.). In den Empfehlungen macht der DV deutlich, dass eine Weiter­
entwicklung des Systems Pflege unerlässlich ist. Er fordert ein System, welches den sich verändern­
den Bedürfnissen der pflegebedürftigen Menschen und den demografischen und finanzpoli­tischen
Anforderungen gerecht wird sowie dem Ziel, pflegebedürftigen Menschen ein Leben weitest­gehend
unabhängig von Leistungen der Sozialhilfe zu ermöglichen. Neben konkreten Änderungsvorschlägen
zum bestehenden Leistungsrecht fokussierte der Deutsche Verein insbesondere eine Klärung der
Schnittstellenproblematik zwischen Leistungen der Pflege und der Eingliederungshilfe durch den
Gesetzgeber. Zudem wies der Deutsche Verein auf die Dringlichkeit der Einführung eines neuen
Pflegebedürftigkeitsbegriffs hin, der sich differenziert an den Lebenslagen orientiert und auf den
Grad der Selbständigkeit abstellt.

DV im Expertenbeirat zur konkreten Umsetzung eines neuen Pflegebedürftigkeits­
begriffs vertreten
Auch in dem vom Bundesministerium für Gesundheit eingesetzten Expertenbeirat zur konkreten
Umsetzung eines neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs brachte der Deutsche Verein seine Expertise ein.
Die Beiratsergebnisse sieht der DV als eine gute Grundlage für die Umsetzung des neuen Pflegebe­
dürftigkeitsbegriffs. Mit seiner Fachtagung „Perspektiven zur Weiterentwicklung des Pflegesystems“
im Dezember 2013 hat der DV die Fachöffentlichkeit über die Ergebnisse des Expertengremiums in­
formiert und mit verschiedenen Akteuren erörtert. Insofern wurden auch Aussagen im neuen Koali­tionsvertrag in den Blick genommen. Vor allem über den dort zu findenden Passus betreffend die mit
dem neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff einhergehende Begutachtungssystematik (Erprobung auf ihre
Umsetzbarkeit und Praktikabilität hin sowie wissenschaftliche Auswertung) wurde diskutiert und
von der Mehrzahl der anwesenden Beiratsmitglieder als ‚bereits in hinreichendem Maße erfolgt‘
beurteilt. Befürchtungen über eine Verschiebung der Umsetzung des neuen Pflegebedürftigkeitsbe­
griffs in die nächste Legislaturperiode wurden geäußert. In der Veranstaltung wurde darüber hinaus
die (künftige) Rolle der Kommunen im Pflegesystem thematisiert. Einigkeit bestand darin, dass die
Kommunen in Bezug auf die Gestaltung der Angebotsstrukturen mehr Kompetenzen und mehr Res­
sourcen und im Hinblick auf die Sicherstellung der Infrastruktur im pflegerischen und pflegeergän­
zenden Bereich eine hinreichende Finanzausstattung benötigen.

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Teil I	
Teil II	
Teil III	
Teil IV	
Teil V	
Teil VI	
Teil VII	

Die Schwerpunktthemen des Deutschen Vereins im Jahr 2013
Der Eigenverlag des Deutschen Vereins
Die Mitglieder des Deutschen Vereins
Die Geschäftsstelle des Deutschen Vereins
Der Deutsche Verein im Dialog
Finanzierung des Deutschen Vereins
Stiftung und Förderverein des Deutschen Vereins

DV legt Augenmerk auf die Qualität in der häuslichen Pflege
Der Deutsche Verein veranstaltete im Juni 2013 eine Fachtagung mit dem Titel „Qualitätsentwick­
lung und -sicherung in der häuslichen Pflege – wer, was, mit welchem Ziel?“. Mit dem Anliegen,
Erkenntnisse darüber zu gewinnen, mit welchen nicht zuletzt gesetzgeberischen Maßnahmen die
Qualitätsentwicklung und -sicherung in der häuslichen Pflege weiter vorangetrieben werden kann,
wurden der Zweck und Nutzen der normierten Pflicht zu Beratungsbesuchen erörtert, die Rolle der
Heimaufsichten und der Sozialhilfeträger in den Blick genommen und ein neues, erweitertes Quali­
tätsverständnis in der Pflege thematisiert. Im Ergebnis zeigte sich, dass es im Bereich der Qualitäts­
sicherung in der häuslichen Pflege viele – überwiegend noch ungeklärte – Fragen gibt. Der DV wird
sich mit dieser Thematik weiter befassen und eine Verständigung über Qualität in der häuslichen
Pflege befördern.

Betreuungsrecht auch 2013 ein Schwerpunkt des DV
Im Bereich des Betreuungsrechts hat der Deutsche Verein 2013 erstmalig gemeinsam mit dem Justiz­
ministerium Baden-Württemberg die sich in den letzten Jahren bewährte Form von Kooperations­
veranstaltungen mit einzel­nen Bundesländern durchgeführt. Der Fachtag im Justiz­zentrum Heidel­
berg hat sich zum einen mit der Frage befasst, wie dem stetigen Anstieg rechtlicher Betreuungen
entgegen gewirkt werden kann. Dafür hat die Veranstaltung als einen Schwerpunkt die bereits vor
mehreren Jahren ergebnislos geführte Debatte über ein gesetzliches Vertretungsrechts durch Ange­
hörige aufgegriffen. In diesem Zusammenhang wurde unter Einbeziehung der Erfah­rung Österreichs,
das dieses Rechtsinstitut seit ein paar Jahren kennt, die Frage diskutiert, ob und inwieweit ein sol­
ches Rechtsinstitut eventuell doch Ergänzung zur recht­lichen Betreuung und Vorsorgevollmacht
darstellen könnte und wie die konkrete Ausgestaltung aussehen müsste. Als einen weiteren Ansatz
zur Vermeidung einer weiteren Zunahme rechtlicher Betreuungen und zur Stärkung des Selbstbe­
stimmungsgrundsatzes wurden verschiedenen Modelle der unterstützten Entscheidungsfindung in
rechtsvergleichender Sicht erörtert. Eine Vielzahl von Workshops bot den Teilnehmenden aus den
unterschiedlichen Akteursgruppen des Betreuungswesens die Gelegenheit, sich über die für ihren
jeweiligen Bereich aktuell dringlichsten Fragestellungen auszutauschen und gemeinsam Lösungs­
ansätze zu erarbeiten.
Das gesetzliche Angehörigenvertretungsrecht und Modelle unterstützter Entscheidungsfindung
standen auch auf dem ICSW-Expert/innentreffen in Bregenz/Österreich im Fokus, wo der DV zu­
sammen mit dem Österreichischen Komitee für Soziale Arbeit (ÖKSA) und der Schweizerischen Kon­
ferenz für Sozialhilfe (SKOS) Vertreter/innen aus Österreich, der Schweiz, Liechtenstein und Südtirol

18

Alter und Pflege

an einen Tisch brachte. Im Rahmen der zweitägigen Ver­
anstaltung diskutierten die rund 30 Teilnehmenden, wel­
che Ansätze und Maßnahmen für die Umsetzung der
Reformen im deutschen Betreuungsrecht bzw. der äqui­
valenten Sachwalter- und Vormundschaft der südlichen
Nachbarn aktuell ergriffen werden und welche Wirkung
sie zeigen. Ein besonderes Augenmerk wurde dabei auf
die Anforderungen der UN-Behindertenrechtskonvention
gelegt.
Das ISCW-Treffen wurde von der Stabstelle Internationa­
les des DV koordiniert und bettet sich in ICSW-Aktivitäten
und weitere internationale Netzwerkarbeit der Stabstelle
ein. Die Veranstaltung wurde dokumentiert und ist nach­
lesbar unter www.deutscher-verein.de

Fachtag Betreuungsrecht am 23.11.2013 in Heidelberg

Die Positionen des Deutschen Vereins 2013
(Download unter www.deutscher-verein.de).
	

Empfehlungen des Deutschen Vereins zur Weiterentwicklung der Pflege vom 11.06.2013,
NDV 2013, 285 ff.

Die Veranstaltungen 2013
	
	
	
	
	
	

Perspektiven zur Weiterentwicklung des Pflegesystems
Qualitätsentwicklung und -sicherung in der häuslichen Pflege – wer, was, mit welchem Ziel?
Regionale Aspekte demografischer Alterung – Podium Altenhilfe
Alter und Geschlecht
Fachtag Betreuungsrecht
Expert/innentreffen Betreuungsrecht

19

Teil I	
Teil II	
Teil III	
Teil IV	
Teil V	
Teil VI	
Teil VII	

Die Schwerpunktthemen des Deutschen Vereins im Jahr 2013
Der Eigenverlag des Deutschen Vereins
Die Mitglieder des Deutschen Vereins
Die Geschäftsstelle des Deutschen Vereins
Der Deutsche Verein im Dialog
Finanzierung des Deutschen Vereins
Stiftung und Förderverein des Deutschen Vereins

4. Rehabilitation und Gesundheit
Bundesleistungsgesetz nicht ohne Bundesteilhabegeld – DV aktualisiert seine
Empfehlungen von 2004
Die Weiterentwicklung der Eingliederungshilfe hin zu einem personenzentrierten Teilhaberecht war
auch in diesem Jahr ein Schwerpunkt der Arbeit des Deutschen Vereins. Der Deutsche Verein griff
die Idee des Bundesteilhabegeldes aus seinen Empfehlungen aus dem Jahr 2004 (NDV 2005, 2) auf
und aktualisierte diese im Kontext seiner übrigen Positionen zur Weiterentwicklung der Eingliede­
rungshilfe. Mit seiner Empfehlung „Eigenständiges Leistungsgesetz für Menschen mit Behinderung
schaffen – Bundesteilhabegeld einführen“ vom 9.10.2013 (NDV 2013, 484) bietet er eine Lösung
zur Verbindung von fachlicher Reform und finanzieller Entlastung der Eingliederungshilfeträger.
So wird ein vorgelagerter Nachteilsausgleich für Menschen mit Behinderung als Teil eines neuen
Bundesleistungsgesetzes vorgeschlagen, der als monatlicher Pauschalbetrag der Partizipation und
selbstbestimmten Lebensführung von Menschen mit Behinderung dient. Zugleich wird mittels einer
grundsätzlichen Anrechenbarkeit auf Leistungen der Eingliederungshilfe dem finanziellen Interesse
der Kommunen nach einer dauerhaften Entlastung von den Kosten der Eingliederungshilfe Rech­
nung getragen, ohne den Bund übermäßig zu belasten. Über das Bundesteilhabegeld soll so die
fachliche und finanzielle Seite der Reform der Eingliederungshilfe miteinander verbunden werden.
Dieser Vorschlag wurde von der ASMK aufgenommen und fand auch Eingang in den Koalitionsver­
trag von CDU/CSU und SPD. Auch 2014 wird der Deutsche Verein sich aktiv in die Reform der Ein­
gliederungshilfe einbringen und diese konstruktiv weiter begleiten.

DV legt Empfehlungen zur Weiterentwicklung des SGB IX vor
Bereits seit Ende 2011 diskutierte der Deutsche Verein in seinen Gremien intensiv, wie das SGB IX
als zentrales Gesetz für Koordination und Kooperation der verschiedenen Rehabilitationsträger
praxisgerecht gestärkt werden kann. Dies mündete in den Empfehlungen des Deutschen Vereins zur
Weiterentwicklung des SGB IX vom 20.3.2013 (NDV 2013, 246). Darin formuliert er Vorschläge u. a.
für eine trägerübergreifende Planung und Koordinierung und einen individuellen Anspruch auf eine
Hilfeplankonferenz. Die Komplexleistung Frühförderung sollte bundesgesetzlich mit Mindestinhalten
versehen werden, etwa zu Art, Inhalt und Ausmaß der Leistung und deren Finanzierung. Auch spricht
sich der Deutsche Verein in der Empfehlung für eine Reform des Behinderungsbegriffes aus und
die Einbeziehung der Kontextfaktoren im Sinne der UN-Behindertenrechtskonvention. Fehlerhafte

20

Rehabilitation und Gesundheit

Weiterleitungen im Rahmen von § 14 SGB IX sollen dadurch zukünftig reduziert bzw. kompensiert
werden, dass im Rahmen der Kostenerstattung zusätzlich die Aufwendungen für Verwaltungskosten
verlangt werden können. Der Deutsche Verein sieht seinen Beitrag auch als wichtige Grundlage für
eine zukünftige Evaluation des SGB IX.

10 Jahre Behindertengleichstellungsgesetz – DV fokussiert auf die Umsetzung
von Barrierefreiheit
Vom 11.-12. Februar 2013 trafen sich Expert/innen aus Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft
auf der Fachtagung „Zehn Jahre Behindertengleichstellungsgesetz – Stand und Perspektiven“. Dort
zogen sie Bilanz und erörterten Maßnahmen, wie die Ziele des Behindertengleichstellungsgesetzes
(BGG) umgesetzt werden können. Eine wichtige Voraussetzung von gleichberechtigter Teilhabe
behinderter Menschen am Leben in der Gesellschaft ist dabei die Barrierefreiheit. Sie ist auf einer
Vielzahl von Regelungsebenen verhaftet, weit über die im BGG geregelte Herstellung von Barriere­
freiheit in den Bereichen Bau und Verkehr hinaus. Zentral sind dabei auch die Vorgaben der UNBehindertenrechtskonvention. Die Schaffung einer solchen Barrierefreiheit wird nur im Zusammen­
wirken aller öffentlichen und privaten Akteure gelingen. Als federführender Koordinator sind die
Kommunen gefragt. Dabei sind Menschen mit Behinderung von Anfang an einzubeziehen. Es gilt
in der Vielschichtigkeit der Reduzierung von Barrieren noch große Potentiale auszuschöpfen, damit
die Inklusion im Einzelnen und die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention gelingt. Dazu
kann auch die Weiterentwicklung des Behindertengleichstellungsrechts dienen, gerade auch mit
Blick auf den Behinderungsbegriff und der Einbeziehung beispielsweise auch der privaten Akteure
in den Anwendungsbereich.

Die Positionen des Deutschen Vereins 2013
(Download unter www.deutscher-verein.de)
	

	

Empfehlungen des Deutschen Vereins zur Weiterentwicklung des SGB IX vom 20.3.2013,
NDV 2013, 246
Eigenständiges Leistungsgesetz für Menschen mit Behinderung schaffen – Bundesteilhabegeld
einführen vom 9.10.2013, NDV 2013, 484

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Teil I	
Teil II	
Teil III	
Teil IV	
Teil V	
Teil VI	
Teil VII	

Die Schwerpunktthemen des Deutschen Vereins im Jahr 2013
Der Eigenverlag des Deutschen Vereins
Die Mitglieder des Deutschen Vereins
Die Geschäftsstelle des Deutschen Vereins
Der Deutsche Verein im Dialog
Finanzierung des Deutschen Vereins
Stiftung und Förderverein des Deutschen Vereins

Die Veranstaltungen 2013
	
	
	

SGB IX praxiswirksam weiterentwickeln
Zehn Jahre Behindertengleichstellungsgesetz – Stand und Perspektiven
Hilfeleistung beim oder selbständiges Ausüben von Heilkunde durch nicht-ärztliche
Gesundheitsprofessionen?

5. Soziale Sicherung, Sozialhilfe und soziale
Leistungssysteme
DV versachlicht Diskussion über Armutswanderung aus Südosteuropa
Unter dem Schlagwort „Armutswanderung“ wurden 2013 in der Öffentlichkeit soziale Probleme in
Nachbarschaften durch Zuwanderer aus Rumänien und Bulgarien thematisiert. Von einem Zuzug
von Menschen, die bereits in ihren Herkunftsländern unter schlechten Bedingungen gelebt haben,
sind vorwiegend Großstädte betroffen. Ihnen entstehen Kosten, etwa für die gesundheitliche Ver­
sorgung der Zugewanderten und die Integration von Kindern- und Jugendlichen in den Schulalltag.
Der Deutsche Verein konnte mit seinem „Diskussionspapier zur Zuwanderung von Unionsbürger/innen
aus Südosteuropa“ (NDV 2013, 439 ff.) einen Beitrag zur Versachlichung der Diskussion leisten.
Neben der Aufarbeitung der Rechtslage, die die Praxis insbesondere im Bereich der Gesundheits­
versorgung und dem Zugang zu sozialen Sicherungssystemen vor Herausforderungen stellt, wurden
auch europapolitische Fragen und finanzielle Belastungen der Kommunen thematisiert. Auf eine
Präzisierung der – für Unionsbürger/innen umstrittenen – Leistungsausschlüsse in der Grundsiche­
rung für Arbeitsuchende haben sich CDU/CSU und SPD in ihrem Koalitionsvertrag verständigt.
Der Deutsche Verein wird diesen Prozess begleiten.

Deutscher Verein regt zur Reform der Sanktionen im SGB II an
Die häufigste Ursache für Sanktionen gegen Leistungsberechtigte in der Grundsicherung für Arbeit­
suchende sind Meldeversäumnisse, d.h. nicht eingehaltene Termine beim Jobcenter oder dem me­
dizinischen Dienst. Den geringsten Anteil der durch Jobcenter verhängten Sanktionen macht die

22

Soziale Sicherung, Sozialhilfe und soziale Leistungssysteme

Weigerung aus, eine Arbeit aufzunehmen. Der Deutsche Verein hat „Empfehlungen zur Reform der
Sanktionen im SGB II“ (NDV 2013, 289) erarbeitet und macht auf die Notwendigkeit gesetzlicher
Reformen aufmerksam, damit Sanktionen im Kontext von Fordern und Fördern wirken und nach­
teilige Folgen für die Leistungsberechtigten ausgeschlossen werden können. Der Deutsche Verein
spricht sich u. a. gegen die Streichung der Leistungen für Unterkunft und Heizung nach wiederholten
Pflichtverletzungen aus. So kann das Anlaufen von Mietschulden durch Sanktionen vermieden
werden. Die Empfehlungen des Deutschen Vereins legen außerdem dar, wie durch eine Reform der
Sanktionen Bürokratie abgebaut werden und eine bessere Förderung der Leistungsberechtigten
ermöglicht werden kann.

DV erarbeitet neue Empfehlungen für die Heranziehung Unterhaltspflichtiger
in der Sozialhilfe
Wenn die Sozialhilfe für Heimkosten aufkommt oder absehbar ist, dass dies erforderlich wird, weil
das Einkommen und Vermögen pflegebedürftiger Eltern nicht ausreicht, entsteht in den betroffen
Familien oft Verunsicherung. Was müssen die Kinder für die Pflege aufbringen? – Was gibt die den
Eltern gegenüber dem Grunde nach bestehende Unterhaltspflicht her? Eine pauschale Antwort ist
nicht möglich. Der Träger der Sozialhilfe muss den Einzelfall prüfen. Diese Prüfung ist komplex. Es
muss festgestellt werden, inwieweit die unterhaltsrechtliche Leistungsfähigkeit bereits dadurch
reduziert oder ausgeschöpft ist, dass ein zum Elternunterhalt verpflichtetes Kind zunächst seinen
anderen – nach dem Familienrecht sämtlich vorrangigen – Unterhaltsverpflichtungen nachzukom­
men hat.
Empfehlungen für die Heranziehung Unterhaltspflichtiger in der Sozialhilfe gibt der Deutsche Ver­
ein seit 1965 heraus. Die Empfehlungen auf dem Stand von 2008 waren überarbeitungsbedürftig
geworden. Die neuen Empfehlungen halten an dem Konzept fest, den für die Sozialhilfe praktisch
bedeutsamen Elternunterhalt in eine eingehende Darstellung des Gesamtzusammenhangs von wo­
möglich auftretenden vorrangigen unterhaltsrechtlichen Beziehungen einzubetten. Ansonsten wür­
den die Empfehlungen für die Bearbeiterinnen und Bearbeiter, die bei den kommunalen Trägern mit
der Wiederherstellung des Nachrangs der Sozialhilfe betraut sind, „in der Luft“ hängen und keine
in sich geschlossene Grundlage bieten, um eine den unterhaltsrechtlichen Anforderungen gerecht
werdende abschließende Sachbearbeitung durchführen zu können.
Bei der festzustellenden Leistungsfähigkeit zur Erbringung von Elternunterhalt sind in den letzten
Jahren zunehmend strittig gewordene Probleme nunmehr vertieft zum Gegenstand der Empfeh­
lungen gemacht worden: Wie ist kostengünstiges Wohnen in der eigenen Immobilie unter dem

23

Teil I	
Teil II	
Teil III	
Teil IV	
Teil V	
Teil VI	
Teil VII	

Die Schwerpunktthemen des Deutschen Vereins im Jahr 2013
Der Eigenverlag des Deutschen Vereins
Die Mitglieder des Deutschen Vereins
Die Geschäftsstelle des Deutschen Vereins
Der Deutsche Verein im Dialog
Finanzierung des Deutschen Vereins
Stiftung und Förderverein des Deutschen Vereins

Gesichtspunkt Einkommen zu bewerten? Nach welchen Grundsätzen ist das einem unterhalts­
pflichtigen Kindern für das eigene Alter einzuräumende Vorsorgeschonvermögen zu berechnen?
Kann selbst genutztes Immobilienvermögen auf das Altersvorsorgeschonvermögen angerechnet
werden? In welchem Umfang besteht, wenn das Kind kein eigenes Einkommen hat, Leistungsfähig­
keit aufgrund seines Taschengeldanspruches gegen den Ehegatten?

Deutscher Verein spricht sich für die Stärkung vorbeugender Hilfen zur Vermeidung
von Wohnunlosigkeit aus
Die Zahl der wohnungslosen Menschen nimmt in Deutschland seit dem Jahr 2008 zu. 2012 waren
rund 284.000 Menschen ohne Wohnung. Rund 130.000 Menschen waren von Wohnungsverlust
bedroht. Die Menschen verlieren mit ihrer Wohnung eine wichtige Existenzgrundlage. Je länger
die soziale Notlage andauert, umso schwerer gelingt ihre gesellschaftliche Wiedereingliederung.
Die Folgen sind nicht nur persönliches Leid, sondern auch hohe Kosten für die Gemeinschaft.
Mit den „Empfehlungen zur Prävention von Wohnungslosigkeit durch Kooperation von kommunalen
und freien Trägern“ (NDV 2013, 490 ff.) gab der Deutsche Verein fachliche Hinweise, um wirksame
Handlungsansätze zur Vermeidung von Wohnungslosigkeit in den Kommunen zu verbreiten.
Wichtig ist es, Menschen in bedrohten Wohnverhältnissen möglichst frühzeitig zu erreichen. Dies
kann erreicht werden, wenn Kommunen und freie Träger gemeinsam präventiv orientierte Unter­
stützungs- und Hilfsnetzwerke aufbauen und pflegen. Örtliche Fach- oder Koordinierungsstellen zur
Vermeidung von Wohnungslosigkeit stellen sicher, dass Bürgerinnen und Bürger in Wohnungsnot­
fällen rasch die richtigen und erforderlichen Hilfen erhalten und gezielt auf individuelle Notlagen
eingegangen wird. Die Verfahren zur Erbringung der Leistungen zur Sicherung der Unterkunft soll­
ten mit dem Jobcenter verbindlich geregelt werden. Kooperationsvereinbarungen mit Wohnungs­
unternehmen sind ein wichtiges Instrument, um Menschen in Wohnungsnotfällen Zugang zum
Normalwohnraum zu erhalten. Aufsuchende und nachgehende Hilfen tragen dazu bei, dass Not­
lagen dauerhaft überwunden werden.
Der Deutsche Verein empfiehlt, die trägerübergreifende Zusammenarbeit zur Vermeidung von Woh­
nungsverlusten durch örtliche Präventionsprogramme mit vereinbarten Zielen und Maßnahmen
verbindlich zu gestalten. Ihre Umsetzung sollte durch eine regelmäßige örtliche Berichterstattung
begleitet werden. Damit können der Bedarf an Hilfen kontinuierlich beobachtet und deren Wirkun­
gen bewertet werden.

24

Soziale Sicherung, Sozialhilfe und soziale Leistungssysteme

DV befördert die Weiterentwicklung des Bildungs- und Teilhabepakets
Mit dem vom Bundesrat eingebrachten „Gesetz zur Änderung des Zweiten Buches Sozialgesetzbuch
(SGB II) und anderer Gesetze“ (BT-Drucks. 17/12036) unternahm die Legislative Anfang 2013 einen
ersten Anlauf zur Optimierung des Verwaltungsverfahrens bei der Erbringung von Leistungen aus dem
sogenannten Bildungs- und Teilhabepaket. Das Gesetz vom 7. Mai 2013 regelt u. a. die Festlegung
eines Regeleigenanteils bei der Schülerbeförderung, die Ausweitung der Teilhabeleistung in begrün­
deten Ausnahmefällen auf Ausrüstungsgegenstände (z. B. Judo-Anzug), die Zulässigkeit von Geldleis­
tungen bei Klassenausflügen, die Erstattung verauslagter Mittel und die Rückwirkung von Anträgen.
Der Deutsche Verein hat sich mit einer Stellungnahme in die Beratungen zum Gesetzentwurf ein­
gebracht (NDV 2013, 145 ff.) und die Gesetzesinitiative als einen ersten, zeitnahen Beitrag zur Ver­
waltungsvereinfachung begrüßt. Die Anpassung der Praxisempfehlungen zur Umsetzung der Bil­
dungs- und Teilhabeleistungen an die seit 1. August 2013 wirksamen Gesetzesänderungen wird ein
Arbeitsschwerpunkt des Deutschen Vereins in 2014 sein. Über die Anmerkungen zum Gesetzentwurf
hinaus hat sich der Deutsche Verein in seiner Stellungnahme dafür ausgesprochen, in einem nach­
folgenden Verfahren weitere gesetzliche Änderungen vorzunehmen, um die Inanspruchnahme der
Leistungen für Bildung und Teilhabe zu fördern und den Verwaltungsaufwand wirksam zu reduzie­
ren. Die Stellungnahme benennt hierfür weiteren Reformbedarf.
Zu dem vom Bundesrat am 3. Mai 2013 beschlossenen Gesetzentwurf (BR-Drucks. 319/13), der sich
mit der Weiterfinanzierung von Schulsozialarbeit und Mittagessen in Horteinrichtungen befasst, hat
der Deutsche Verein ebenfalls Stellung genommen (NDV 2013, 346 f.). Er hat das Ziel des Gesetz­
entwurfs, den Zugang von Kindern und Jugendlichen zu Leistungen des Bildungs- und Teilhabe­
pakets sicherzustellen, ausdrücklich begrüßt.
Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales hat in 2013 die Evaluation der bundesweiten Inan­
spruchnahme und Umsetzung der Leistungen für Bildung und Teilhabe in Auftrag gegeben. Der
Deutsche Verein bringt sein Expertenwissen in den Projektbeirat ein, der das auf mehrere Jahre
angelegte Forschungsvorhaben begleiten wird.

25

Teil I	
Teil II	
Teil III	
Teil IV	
Teil V	
Teil VI	
Teil VII	

Die Schwerpunktthemen des Deutschen Vereins im Jahr 2013
Der Eigenverlag des Deutschen Vereins
Die Mitglieder des Deutschen Vereins
Die Geschäftsstelle des Deutschen Vereins
Der Deutsche Verein im Dialog
Finanzierung des Deutschen Vereins
Stiftung und Förderverein des Deutschen Vereins

Die Positionen des Deutschen Vereins 2013
(Download unter www.deutscher-verein.de)
	

	

	

	

	

	

	
	

	

	

	

Weiterer Reformbedarf bei den Leistungen für Bildung und Teilhabe. Stellungnahme des
Deutschen Vereins anlässlich eines Gesetzentwurfs des Bundesrats vom 28. Februar 2013,
NDV 2013, S. 145 ff.
Diskussionspapier des Deutschen Vereins zur Zuwanderung von Unionsbürger/innen aus
Südosteuropa vom 11. September, NDV 2013, S. 439 ff.
Empfehlungen des Deutschen Vereins zur Prävention von Wohnungslosigkeit durch Kooperation
von kommunalen und freien Trägern vom 11. September 2013, NDV 2013, S. 490 ff.
Eckpunkte des Deutschen Vereins zur Weiterentwicklung des Leistungsrechts im SGB II vom
11. Juni 2013, NDV 2013, S. 486 ff.
Stellungnahme des Deutschen Vereins zum Entwurf eines Gesetzes zur Änderung des Zweiten
Buches Sozialgesetzbuch – Weiterfinanzierung von Schulsozialarbeit und Mittagessen in
Horteinrichtungen (BR-Drs. 319/13) vom 11. Juni 2013, NDV 2013, S. 346 ff.
Eckpunkte zur Weiterentwicklung der Eingliederungsleistungen im SGB II vom
11. Dezember 2013, NDV 2014, S. 2 ff.
Empfehlungen zur Reform der Sanktionen im SGB II vom 11. Juni 2013, NDV 2013, S. 289 ff.
Empfehlungen des Deutschen Vereins zur Erwerbsintegration von Menschen ohne deutschen
Pass vom 20. März 2013, NDV 2013, S. 207 ff.
Stellungnahme der Geschäftsstelle des DV zum Referentenentwurf eines Dritten Gesetzes zur
Änderung des Asylbewerberleistungsgesetzes vom 20.12.2012, NDV 2013, S. 97 ff.
Stellungnahme der Geschäftsstelle des Deutschen Vereins zum Regierungsentwurf eines Geset­
zes zur Verkürzung des Restschuldbefreiungsverfahrens und zur Stärkung der Gläubigerrechte
vom 20.12.2012
Stellungnahme der Geschäftsstelle des Deutschen Vereins zum Entwurf eines Gesetzes zur Er­
gänzung des Betreuungsgeldgesetzes anlässlich der Anhörung im Ausschuss für Familie, Senio­
ren, Frauen und Jugend zum Entwurf eines Betreuungsgeldergänzungsgesetzes am 13. Mai 2013

Die Veranstaltungen 2013
	
	

	

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Aktuelle Fragen des Sozialhilferechts
Aktuelle Fragen und Entwicklungen der Hilfen zur Überwindung besonderer sozialer
Schwierigkeiten
Fachliche und sozialpolitische Entwicklungen in der Schuldnerberatung –
Forum Schuldnerberatung 2013

Grundsatzfragen des Sozialrechts – Expertisen und Gutachten des Deutschen Vereins

	
	
	
	
	
	

Aktuelle Fragen der Grundsicherung für Arbeitsuchende (SGB II)
Erwerbsintegration von Menschen mit Migrationshintergrund
Aktuelle fachliche, fachpolitische und rechtliche Entwicklungen in der Sozialhilfe
Heranziehung Unterhaltspflichtiger in der Sozialhilfe, speziell zum Elternunterhalt
Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung (außerhalb von Einrichtungen)
Einsatz von Einkommen und Vermögen in der Sozialhilfe – HLU, Grundsicherung und
Hilfe zur Pflege

6. Grundsatzfragen des Sozialrechts –
Expertisen und Gutachten des Deutschen Vereins
Die Gutachtenerstattung umfasste auch im Jahr 2013 eine Vielfalt sozialrechtlicher Themen insbe­
sondere aus dem Recht der Sozialhilfe (SGB XII) und der Kinder- und Jugendhilfe (SGB VIII).
So wurde u. a. begutachtet die Frage der nachträglichen Rückerstattung von Aufwendungen, die ein
Sozialhilfeträger einer Krankenkasse für Leistungen nach § 264 SGB V an nicht versicherte Personen
erstattet hat, bevor bekannt wurde, dass rückwirkend ein Versicherungsverhältnis mit der Person
begründet wurde. Dem zugrunde lag die Rechtsfrage, wann die Frist zur Geltendmachung von Rück­
erstattungsansprüchen von Aufwendungserstattungen nach § 264 SGB V aufgrund eines rück­wirkend begründeten Versicherungsverhältnisses endet. Da für die Rückerstattung von irrtüm­lich nach
§ 264 SGB V erstatteten Aufwendungen § 112 SGB X gilt, unterliegt der Rückerstattungs­anspruch
nicht der einjährigen Ausschlussfrist des § 111 SGB X, jedoch der vierjährigen Verjährungsfrist des
§ 113 Abs. 1 S. 2 SGB X. Darüber hinaus kann nach Wegfall eines Auftragsverhältnisses zwischen
Sozialhilfeträger und einer Krankenkasse nach § 264 SGB V aufgrund rückwirkender Begründung
eines Versicherungsverhältnisses zwischen der leistungsberechtigten Person und einer anderweitigen
Krankenkasse die beauftragte Krankenkasse ihre in der Zwischenzeit im Rahmen des Auftragsverhält­
nisses erbrachten Leistungen unmittelbar gegenüber der nunmehr auch rückwirkend zuständigen
gesetzlichen Krankenversicherung gemäß §§ 102 ff. SGB X geltend machen.
Die Frage, ob es durch die Gewährung des Mehrbedarfes in Einrichtungen im Verhältnis zum Bar­
betrag zu einer doppelten Gewährung komme, wurde in einem weiteren Gutachten unter Berück­
sichtigung des Verhältnisses der Mehrbedarfsregelung des § 30 SGB XII zur Vergütungsvereinbarung

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Teil I	
Teil II	
Teil III	
Teil IV	
Teil V	
Teil VI	
Teil VII	

Die Schwerpunktthemen des Deutschen Vereins im Jahr 2013
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Der Deutsche Verein im Dialog
Finanzierung des Deutschen Vereins
Stiftung und Förderverein des Deutschen Vereins

gem. §§ 75 ff. SGB XII und zur Bedarfsermittlung gem. § 27b SGB XII verneint. Die Leistung an den
Bewohner/die Bewohnerin der Einrichtung richtet sich nach der Vergütungsvereinbarung. Bei der
Bedarfsermittlung bildet der Mehrbedarf lediglich eine fiktive Rechengröße. In dem an den Bewoh­
ner/die Bewohnerin ausbezahlten Barbetrag ist der Mehrbedarf nicht enthalten.
Der Wechsel der örtlichen Zuständigkeit nach § 86 Abs. 6 SGB VIII und damit im Zusammenhang
stehende Rechtsfragen haben in der Vergangenheit bereits mehrfach Anlass zu Gutachten des Deut­
schen Vereins gegeben. 2013 ging es konkret um die Frage, ob die Verantwortlichen eines sogenann­
ten Kinderhauses Pflegeperson i. S. d. § 86 Abs. 6 SGB VIII sein können mit der Folge des Wechsels
der örtlichen Zuständigkeit. Entsprechend der Legaldefinition des § 44 Abs. 1 Satz 1 SGB VIII ist
Pflegeperson i.S.d. § 86 Abs. 6 SGB VIII, wer ein Kind oder einen Jugendlichen über Tag und Nacht
in seinen Haushalt aufnimmt. Maßgeblich dafür ist, dass das Kind oder der Jugendliche längere Zeit
in einer familienähnlich strukturierten Gemeinschaft mit der Pflegeperson zusammenlebt, also in
deren privaten Haushalt aufgenommen ist. Ein privater Haushalt wiederum liegt vor, wenn die Pfle­
geperson und das Pflegekind ein gemeinsames Zuhause haben und die Pflegeperson den Haushalt
selbst führt oder zumindest mitführt. Entscheidend hierfür sind allein die tatsächlichen Verhältnisse
und nicht die rechtliche Einordnung einer Hilfe nach §§ 33 ff. SGB VIII.
In einem weiteren Gutachten ging es um die Frage der Zulässigkeit von einschränkenden Verein­
barungen in der Kindertagespflege. Hintergrund sind Tagespflegevereinbarungen, nach denen nicht
mehr als drei Kinder unter drei Jahren (einschließlich der eigenen) zeitgleich betreut werden dürfen.
Obwohl die Pflegeerlaubnis zur Kindertagespflege zur Betreuung von bis zu fünf Kindern befugt,
wird mit den Tagespflegepersonen eine zusätzliche, einschränkende Vereinbarung geschlossen, um
eine besonders hohe Qualität der Betreuung bei weniger Kindern zu gewährleisten. Die Einschrän­
kung soll ein Qualitätsmerkmal der vermittelten Tagespflegepersonen sein. Eine solche Praxis ist mit
der derzeitigen Rechtslage jedoch nicht vereinbar. Ist eine Person im Sinne des § 43 Abs. 2 Satz 2
SGB VIII für die Kindertagespflege geeignet, dann hat sie einen Rechtsanspruch auf Erteilung der
Erlaubnis zur Betreuung von fünf Kindern. Dieser Anspruch gemäß § 43 Abs. 2 Satz 1 SGB VIII ist
nicht in das Ermessen der zuständigen Behörde gestellt und darf daher auch nicht über eine zu­
sätzliche Tagespflegevereinbarung pauschal eingeschränkt werden. Lediglich im Einzelfall ist gemäß
§ 43 Abs. 3 Satz 2 SGB VIII die Erlaubniserteilung für eine geringere Zahl von Kindern zulässig. Eine
solche Beschränkung muss aber einem sachlichen Grund geschuldet sowie verhältnismäßig sein,
weil sie einen Eingriff in die grundgesetzlich geschützte Berufsfreiheit der Tagespflegeperson dar­
stellt. Dessen ungeachtet bleibt es der Tagespflegeperson selbst unbenommen, die Erlaubnis hin­
sichtlich der Anzahl der Kinder auszuschöpfen oder nur weniger Kinder aufzunehmen.

28

Grundsatzfragen des Sozialrechts – Expertisen und Gutachten des Deutschen Vereins

Bereits in den vorangegangenen Jahren befassten sich mehrere Gutachten mit der Schnittstelle
zwischen der Kinder- und Jugendhilfe und der Eingliederungshilfe nach dem SGB XII sowie mögli­
chen Erstattungsansprüchen in diesem Verhältnis. In 2013 ging es in einem Gutachten konkret um
Erstattungsansprüche eines nachrangigen Eingliederungshilfeträgers gegenüber einem vorrangig
verpflichteten Jugendhilfeträger, wofür § 104 SGB X die Anspruchsgrundlage bietet. Problematisch
war dies insbesondere aufgrund der inzwischen verstrichenen Zeit von mehreren Jahren, so dass
sich die Frage nach einem Ausschluss nach § 111 SGB X stellte. Kompliziert war dabei insbesondere
die Frage nach dem Beginn der Ausschlussfrist. Im Ergebnis ist bei der Bestimmung des Beginns der
Ausschlussfrist nach § 111 SGB X im Verhältnis zwischen Sozialhilfe- und Jugendhilfeträger grund­
sätzlich auch § 111 Satz 2 SGB X zu beachten. Wichtig ist aber, dass eine Entscheidung im Sinne
der Norm nur eine Entscheidung im Vorhinein sein kann und nicht diejenige im Rahmen des Kosten­
erstattungsverlangens, weil es ansonsten zu einer systemwidrigen Hinauszögerung des Erstattungs­
verlangens kommen könnte, wenn die Ausschlussfrist für die Geltendmachung des Kostenerstat­
tungsanspruchs auch erst nach dessen Geltendmachung zu laufen begänne.
In einem weiteren Gutachten ging es anknüpfend an Gutachten aus den Vorjahren um die Bedeu­
tung und einzelne Rechtsfragen von § 54 Abs. 3 SGB XII und § 10 Abs. 4 SGB VIII. Dabei ist zunächst
hervorzuheben, dass auf der Basis des offenen Leistungskatalogs der §§ 53, 54 SGB XII auch vor
Inkrafttreten von § 54 Abs. 3 SGB XII bei entsprechendem Bedarf ein Anspruch auf Leistungen in
Form der Pflegefamilie bestand. Zum Verhältnis der Leistungen wurde erneut bekräftigt, dass es für
einen Anspruch auf eine Hilfeleistung nach § 54 Abs. 3 SGB XII ausreichend ist, dass dadurch auch
ein behinderungsbedingter Bedarf gedeckt wird. Ist dies der Fall, so stehen der vorrangigen Zustän­
digkeit des Sozialhilfeträgers gem. § 10 Abs. 4 S. 2 SGB VIII auch ggf. vorliegende weitere Umstände,
wie ein zusätzliches Erziehungsdefizit der Eltern oder das Alter des Kindes bei der Trennung von den
leiblichen Eltern, nicht entgegen. Darüber hinaus ist die Erbringung weitergehender Leistungen des
Jugendhilfeträgers etwa im Rahmen der Hilfe zur Erziehung nicht ausgeschlossen. Zur Geeignetheit
der Pflegeperson i.S.d. § 54 Abs. 3 S. 1 SGB XII wurde erläutert, dass diese dann vorliegt, wenn die
Personen neben den erzieherischen Bedarfen auch die behinderungsbedingten Bedarfe des zu be­
treuenden Kindes oder Jugendlichen erfüllen kann. Als Pflegepersonen kommen insbesondere solche
Personen in Betracht, die im Hinblick auf ihre persönliche Eignung und ihre fachlichen Kenntnisse
aber auch die räumlichen Verhältnisse den spezifischen Bedürfnissen körperlich bzw. geistig behin­
derter junger Menschen gerecht werden. Schließlich gilt, sofern gem. § 10 Abs. 4 S. 2 SGB VIII die
vorrangige Leistungsverpflichtung des Sozialhilfeträgers besteht, dies unabhängig von § 54 Abs. 3
SGB XII auch für die Zeit vor dessen Inkrafttreten, weil § 54 Abs. 3 SGB XII im Wesentlichen nur
klarstellenden Charakter hat. Für die Vergangenheit kommen ggf. mögliche Erstattungsansprüche
in Betracht. Seitens des nachrangig zuständigen Jugendhilfeträgers erfolgte Leistungen können im

29

Teil I	
Teil II	
Teil III	
Teil IV	
Teil V	
Teil VI	
Teil VII	

Die Schwerpunktthemen des Deutschen Vereins im Jahr 2013
Der Eigenverlag des Deutschen Vereins
Die Mitglieder des Deutschen Vereins
Die Geschäftsstelle des Deutschen Vereins
Der Deutsche Verein im Dialog
Finanzierung des Deutschen Vereins
Stiftung und Förderverein des Deutschen Vereins

Wege der Erstattung nach § 104 SGB X gegenüber dem Sozialhilfe­träger geltend gemacht werden,
sofern weder die Ausschlussfrist nach § 111 SGB X abgelaufen noch die Erstattungsansprüche nach
§ 113 SGB X verjährt sind. Der Kostenerstattungsanspruch nach § 104 SGB XII umfasst dabei neben
den Kosten der Erziehung auch die Kosten für den notwendigen Unterhalt des Pflegekindes.
Schließlich wurde in einem weiteren Gutachten die Betreuung von Kindern mit Behinderung in
Pflegefamilien betreffend insbesondere zur örtlichen Zuständigkeit bei Erteilung der Pflege­
erlaubnis nach § 54 Abs. 3 SGB XII i.V.m. § 44 SGB VIII sowie zur örtlichen Zuständigkeit und
Kostenträgerschaft für die Beratung und Unterstützung der Pflegepersonen Stellung genommen.
Für die Erteilung der Pflegeerlaubnis gem. § 54 Abs. 3 S. 2 SGB XII i.V.m. § 44 SGB VIII ist gem. § 87a
Abs. 1 SGB VIII dasjenige Jugendamt örtlich zuständig, in dessen Bereich die Pflegeperson ihren ge­
wöhnlichen Aufenthalt hat. Die Eingliederungshilfe nach § 54 Abs. 3 SGB XII umfasst als vollum­
fänglicher Leistungsanspruch auch die Beratung und Unterstützung der Pflegepersonen. Darüber
hinaus gewährt § 37 Abs. 2 S. 1 SGB VIII der Pflegeperson einen eigenständigen, einklagbaren Be­
ratungs- und Unterstützungsanspruch. Die örtliche Zuständigkeit des Jugendamtes für die Beratung
und Unterstützung einer Pflegeperson gem. § 37 Abs. 2 S. 1 SGB VIII richtet sich bei Dauerpflege
nach § 86 Abs. 6 SGB VIII. Greift die Sonderzuständigkeit nach § 86 Abs. 6 SGB VIII, besteht für
die Beratung und Unterstützung der Pflegeperson gem. § 37 Abs. 2 S. 1 SGB VIII ein Kostenerstat­
tungsanspruch nach § 89a SGB VIII gegen denjenigen örtlichen Träger, der zuvor zuständig gewe­
sen ist oder zuständig gewesen wäre.

Die Gutachten 2013 Die Gutachten sind eingestellt unter www.deutscher-verein.de.

30

	

Gutachten vom 17.01.2013, Nr. 1/10
Zur nachträglichen Rückerstattung von Aufwendungen, die ein Sozialhilfeträger einer Kranken­
kasse für Leistungen nach § 264 SGB V an nicht versicherte Personen erstattet hat, bevor be­
kannt wurde, dass rückwirkend ein Versicherungsverhältnis mit der Person begründet wurde

	

Gutachten vom 15. Februar 2013, Nr. 05/09
Gewährung des Mehrbedarfes in Einrichtungen

	

Gutachten vom 4. Juni 2013, Nr. 08/12
Zur Frage, ob die Verantwortlichen eines sogenannten Kinderhauses Pflegeperson i. S. d.
§ 86 Abs. 6 SGB VIII sein können mit der Folge des Wechsels der örtlichen Zuständigkeit

Planung, Steuerung, Finanzierung und Qualifizierung der sozialen Arbeit und der sozialen Dienste

	

Gutachten vom 19. August 2013, G 6/13
Zur Frage der rückwirkenden Geltendmachung von Kostenerstattungsansprüchen eines
Eingliederungshilfeträgers gegenüber einem Jugendhilfeträger

	

Gutachten vom 20. September 2013, Nr. 13/11
Zur Frage der Zulässigkeit von einschränkenden Vereinbarungen in der Kindertagespflege

	

Gutachten vom 2. Oktober 2013, Nr. 05/12 und 07/12
Betreuung von Kindern mit Behinderung in Pflegefamilien: Zur Bedeutung und zu einzelnen
Rechtsfragen von § 54 Abs. 3 SGB XII und § 10 Abs. 4 SGB VIII

	

Gutachten vom 18. Dezember 2013, Nr. 2/13
Betreuung von Kindern mit Behinderung in Pflegefamilien: Zur örtlichen Zuständigkeit bei
Erteilung der Pflegeerlaubnis nach § 54 Abs. 3 SGB XII i.V.m. § 44 SGB VIII sowie zur örtlichen
Zuständigkeit und Kostenträgerschaft für die Beratung und Unterstützung der Pflegepersonen

7. Planung, Steuerung, Finanzierung und Qualifizierung
der sozialen Arbeit und der sozialen Dienste
Im Mittelpunkt der Mensch? ASD-Bundeskongress 2013
ASD-Bundeskongress 2013

Im Mittelpunkt der Mensch? Professionalität – Strukturen – Werte

Anmeldung

Ziele
Tagungsort

Anmeldung für den ASD-Kongress F 4125/13, 04. – 06.09.2013, München
Deutscher Verein; Fax-Nr.: 030 62980-650 Onlineanmeldungen sind
erwünscht unter www.veranstaltungen-deutscher-verein.de

Katholische Stiftungsfachhochschule München
Preysingstraße 83, 81667 München

Meine persönlichen Daten

Teilnahmekosten: 120,- EURO

Name / Vorname

Sonderpreis: 80,- EURO

Jahrgang

Für Mitglieder des Deutschen Vereins, Studierende, Auszubildende,
Schwerbehinderte oder von Arbeitslosigkeit Betroffene. Den Berechtigungsausweis für die Ermäßigung bitte mit der Eintrittskarte
vorzeigen. Wir bitten um Verständnis, dass wir ohne Nachweis den
Differenzbetrag an der Kasse erheben.

Kosten

„Im Mittelpunkt der Mensch“ lautete das Motto des diesjährigen ASD-Bundes­
kongresses, den der Deutsche Verein in Kooperation mit der Katholischen Stif­
tungsfachhochschule München, dem Sozialreferat der Stadt München, dem
Deutschen Berufsverband für Soziale Arbeit, dem Institut für Sozialarbeit und
Sozialpädagogik, der Bundesarbeitsgemeinschaft ASD/KSD und dem Land­
schaftsverband Rheinland durchführte. Über 400 Fachleute der Sozial- und
Jugendhilfe und der Allgemeinen Sozialen Dienste aus ganz Deutschland dis­
kutierten über die Anfor­derungen an den ASD durch neue gesetzliche Regelun­
gen, die Entwicklung von Fachlichkeitsprofilen, die Standards des ASD und die
Beruf / Funktion

1. Privatanschrift
Straße

PLZ / Ort

2. Dienststelle
Dienststelle
Straße

PLZ / Ort

Telefon / Fax
E-Mail

Mitglied im DV
Institut
Einzelmitglied
Kein Mitglied
Bitte kostenlosen Newsletter zusenden
ja
nein
Rechnung an Anschrift unter 1.
2.
Workshops/Vorträge für die Teilnahme am Vormittag und
am Nachmittag des 05.09.2013 bitte Workshopnummer eintragen
Vormittag: | V

„Im Mittelpunkt der Mensch?“
Professionalität – Strukturen – Werte

Anmeldung bitte bis 10.07.2013
Deutscher Verein für öffentliche und private Fürsorge e.V.
Veranstaltungsmanagement
Michaelkirchstr. 17/18
10179 Berlin

04. — 06. September 2013

Telefon 030 629 80 424
Telefax 030 629 80 650
E-Mail: veranstaltungen@deutscher-verein.de
www.veranstaltungen.deutscher-verein.de

Veranstalter

Katholische Stiftungsfachhochschule München

Qualitätsmanagement im Jugendamt
Ein Prozessmodell für den ASD unter
besonderer Berücksichtigung des
Datenschutzes
Von Christine Dukek und Jürgen Burmeister
2012, 272 Seiten, kart., 25,90 €, für Mitglieder
des Deutschen Vereins 19,80 € (inkl. MwSt.)
ISBN 978-3-7841-2087-4
Jetzt versandkostenfrei bestellen:
www.verlag.deutscher-verein.de

Nachmittag: | N

Workshops/Vorträge für den Vormittag und Nachmittag, falls die erste
Wahl nicht erfüllt werden kann.

ASD-Bundeskongress 2013

Teilnahme am Abend der Begegnung: 10,- EURO

Telefon / Fax
E-Mail

Kongressprogramm

In Kooperation mit:

Deutscher Verein
für öffentliche und private Fürsorge e.V.
Michaelkirchstraße 17/18, 10179 Berlin
Tel. 030 629 80-0, Fax 030 629 80-150

Vormittag: | V

Nachmittag: | N

Anmeldung für den Abend der Begegnung
Am Abend der Begegnung nehme ich teil. Beitrag 10,00 EURO
Ja
Nein

Ort, Datum

Zimmerreservierung

München Tourismus
Sendlinger Straße 1
80331 München
Tel. 089 233 30242
www.muenchen-tourist.de

.

Unterschrift

Ich willige ein, dass die Anmeldedaten für Zwecke der Teilnehmenden- und Adressverwaltung
verwendet werden.
Eine Weitergabe des Namens erfolgt an das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und
Jugend im Rahmen der Zuwendungsbedingungen. Zum Packen der Tagungsmappen erhält das
Dienstleistungsunternehmen den Namen.
Die Bearbeitung der Anmeldedaten erfolgt nach Maßgabe des Bundesdatenschutzgesetzes.
Während der Veranstaltung erstellte Fotos oder Filme dürfen für Publikationen des Deutschen
Vereins genutzt werden.
Ich bin damit einverstanden, dass der Deutsche Verein mich über Veranstaltungsankündigungen zum Thema dieser Veranstaltung informiert.

Veranstalter:
Deutscher Verein für öffentliche und private Fürsorge e. V. · Michaelkirchstr. 17/18
10179 Berlin · Tel.: 030/629 80 424 · Fax 030/629 80-650
E-Mail: veranstaltungen@deutscher-verein.de

Michaelkirchstr. 17/18 | D-10179 Berlin-Mitte
Telefon +49(0) 30/62980-0 | Telefax +49(0) 30/62980-150
kontakt@deutscher-verein.de | www.deutscher-verein.de

Druck: LVR-Druckerei, Ottoplatz 2, 50679 Köln, Tel 0221 809-2418

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Teil II	
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Teil IV	
Teil V	
Teil VI	
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Die Schwerpunktthemen des Deutschen Vereins im Jahr 2013
Der Eigenverlag des Deutschen Vereins
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Die Geschäftsstelle des Deutschen Vereins
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Vorstand Michael  Löher im Gespräch

Verbesserung des Managements und der Organisations­
veränderungen. Einen Schwerpunkt bildeten die Heraus­
forderungen des demografischen Wandels für den ASD.
Zudem wurde die zunehmende Arbeitverdich­tung, insbe­
sondere durch immer neue Dokumentationsvorschriften,
thematisiert. Der ASD-Bundes­kon­gresses 2013 wurde do­
kumentiert und ist auf der Website des Deutschen Vereins
unter http://www.deutscher-verein.de/03-events/2010/
gruppe1/f-114-10/ nachlesbar. Den nächsten ASD-Bun­
deskongress wird der Deutschen Verein 2016 durchführen.

DV thematisiert Herausforderungen und Handlungsbedarfe altersgerechten
Wohnens
Für die Erarbeitung neuer Handlungskonzepte zum Thema Wohnen und demographischer Wandel
bedarf es des Dia­logs zwischen den Akteuren der Wohnungswirtschaft, Sozialwirtschaft und Kom­
munen, um gemeinsame Posi­tionen und Erfahrungen auszutauschen. Im Rahmen der Experten­
gruppe HELPS „Wohn- und Pflegeansätze für ältere Menschen im Quartier“ des Deutschen Verbands
für Wohnungswesen, Städtebau und Raumordnung e. V. und in einem Artikel im NDV (NDV 2013,
S. 271 ff.) hat der Deutsche Verein seine Überlegungen zum altersgerechten Wohnen dargelegt. Der
Deutsche Verein hatte zudem Gelegenheit, seine Anforderungen an Quartierskonzepte und Sozial­
raumplanung im Rahmen der PFLEGE + HOMECARE LEIPZIG vorzustellen. Die Ansätze und Instru­
mente einer integrierten und nachhaltigen kommunalen Wohnungspolitik werden den Deutschen
Verein auch 2014 beschäftigen.

DV veröffentlicht Studie zum Ausbaustand
und den Perspektiven von Controlling in kom­
mu­nalen Sozial- und Jugendhilfeverwaltungen
Um den Ausbaustand von Controlling in öffentlichen So­
zial- und Jugendhilfeverwaltungen auszuleuchten, hat der
Deutsche Verein in Kooperation mit dem RheinAhrCampus
und der Contec GmbH 484 Landkreise und freie Städte
Quelle: Controlling in kommunalen Jugend- und
Sozialhilfev­erwaltungen, S. 17, Abb. 8
32

Planung, Steuerung, Finanzierung und Qualifizierung der sozialen Arbeit und der sozialen Dienste

zum Verständnis und zur Institutionalisierung von Cont­
rolling befragt. Die Studie wurde im Mai 2013 im Eigen­
verlag des Deutschen Vereins unter dem Titel „Controlling
in kommunalen Sozial- und Jugendhilfe­verwaltungen –
Ausbaustand und Perspektiven“ veröffentlicht.
Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass sich Wirkungscon­
trolling im Aufbau befindet. 4% der teilnehmenden Ver­
waltungen geben an, dass Wirkungsziele umfassend vor­
handen sind. 17% der Verwaltungen sehen Wirkungsziele
im Wesentlichen formuliert.
Den Diskussionsprozess zur konzeptionellen Entwicklung
von Controlling wird der Deutsche Verein auch weiterhin
mit seinen Fachtagungen flankieren.

Quelle: Controlling in kommunalen Jugend- und
Sozialhilfeverwaltungen, S. 14, Abb. 5

DV unterstützt die Strategie lebenslanges Lernen
Im Jahr 2013 ist der Deutsche Qualifikationsrahmen für lebenslanges Lernen in Kraft getreten, der
den Europäischen Qualifikationsrahmen für lebenslanges Lernen, der 2008 vom Europäischen Par­
lament beschlossen wurde, auf das Bildungs- und Berufssystem Deutschlands anwendet und die
lifelong-learning Strategie der Europäischen Union konkretisiert. Seinen Kern bildet eine kompe­
tenzorientierte Matrix, in die komplette Bildungsgänge, aber auch einzelne Kompetenzmodelle ein­
geordnet werden können. Er will eine höhere Durchlässigkeit des Bildungssystems bewirken und
unterstellt die Gleichwertigkeit von Ergebnissen beruflicher, allgemeiner und hochschulischer Bil­
dung unter dem Aspekt ihrer Verwendbarkeit auf dem Arbeitsmarkt. Seine acht Referenzniveaus
decken sämtliche Qualifikationen und Bildungsbereiche ab, von Basisqualifikationen bis zur aka­
demischen und beruflichen Aus- und Weiterbildung. Die Europäische Union hat Ende 2012 eine
Richtlinie für die Einbeziehung der Ergebnisse non-formalen und informellen Lernens und ihre Ein­
beziehung in die jeweiligen nationalen Qualifikationsrahmen beschlossen, die bis 2018 von den
Mitgliedstaaten realisiert werden soll. In ihrem Mittelpunkt steht die Absicht, insbesondere Jugend­
lichen aus dem sogenannten Übergangssystem neue Berufs- und Bildungschancen einzuräumen,
indem Kompetenzen auch anerkannt werden können, wenn entsprechende Zeugnisse nicht vorhan­
den sind. Der Deutsche Verein hat sich an zahlreichen Veranstaltungen und Publikationen auf na­
tionaler sowie internationaler Ebene zu dem Thema beteiligt und die Diskussionen zu diesem noch

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Teil I	
Teil II	
Teil III	
Teil IV	
Teil V	
Teil VI	
Teil VII	

Die Schwerpunktthemen des Deutschen Vereins im Jahr 2013
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Der Deutsche Verein im Dialog
Finanzierung des Deutschen Vereins
Stiftung und Förderverein des Deutschen Vereins

jungen Ansatz befördert. Er sieht die Chance, neue Zugänge zum Bildungs- und Berufs­system
hierüber zu ermöglichen. Gleichzeitig besteht die Herausforderung, die Professio­nalität und Fach­
lichkeit der Fachkräfte zu sichern, und hier einen Ausgleich zu finden.

Die Veranstaltungen 2013
	Netzwerktagung für Controllerinnen und Controller sowie Führungskräfte aus den Bereichen
der SGB II, VIII, XII
	ASD-Bundeskongress
	 Forum Sozialplanung
	 Aktuelle Fragen des Gemeinnützigkeitsrechts

8. Bürgerschaftliches Engagement
Koordinierungsstelle des Nationalen Forums für Engagement und
Partizipation fördert auch 2013 den fachlichen Austausch im
Bereich bürgerschaftliches Engagement
Im Herbst 2010 hat die Bundesregierung die Nationale Engagementstrategie als Grundlage für eine
gemeinsame und aufeinander abgestimmte Engagementförderung aller Ressorts beschlossen. Ziel
der Strategie ist es, Rahmenbedingungen zur Förderung des bürgerschaftlichen Engagements in
seiner Vielfalt zu schaffen.
Zur kompetenten und unabhängigen Beratung dieses Prozesses wurde 2009 das Nationale Forum
für Engagement und Partizipation (NFEP) gegründet. Die Koordinierungsstelle des NFEP, welche sich
vom 1. März 2011 bis zum 31. August 2013 in Trägerschaft des Deutschen Vereins für öffentliche
und private Fürsorge e. V. befand, unterstützte das Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen
und Jugend (BMFSFJ) bei der Umsetzung und Weiterentwicklung der Nationalen Engagement­
strategie.
Auch im Jahr 2013 ist es dem NFEP gelungen, wichtige Themen der Engagementpolitik zu platzieren
und zu diskutieren. Dabei hat sich gezeigt, dass Dialogformate einen guten Weg darstellen, um
Themen teilnehmerorientiert aufzuarbeiten und einen inhaltlichen Mehrwert für alle beteiligten
34

Bürgerschaftliches Engagement

Akteure zu schaffen. Die in 2011/2012 begonnenen Dialogprozesse zu den Themenbereichen
„Engagementlernen“ und „Bürgerschaftliches Engagement und Pflege“ wurden daher erfolgreich
weitergeführt.

Bürgerschaftlich Engagierte im Bereich Pflege
In den Bereichen der Betreuung, sozialer und pflegerischer Versorgung sowie der Begleitung von
Angehörigen mit pflegebedürftigen Menschen nimmt der Bedarf an Unterstützungsleistungen
durch Ehrenamtliche kontinuierlich zu. Im sogenannten Hilfe- oder Pflegemix aus professionellen
Angeboten, Hilfstätigkeiten, bürgerschaftlichen Engagement und Selbsthilfe wird die Lebensqua­
lität von Pflegebedürftigen und ihrer Angehörigen erhöht.
Das NFEP hat 2013 den Austausch zur Weiterentwicklung des bürgerschaftlichen Engagements in
der Pflege fortgesetzt und Konzepte zur Umsetzung des Hilfe- und Pflegemix diskutiert.
Demgemäß lud die Koordinierungsstelle im Januar 2013
zum Fachworkshop „Bürgerschaftliches Engagement und
Pflege in den Bundesländern“ nach Berlin ein. Zentrale
Themen der Veranstaltung waren die Abgrenzung von
Aufgaben der professionellen Pflege zum Ehrenamt, die
Strukturförderung nach § 45 SGB XI, die Sensibilisierung
der Gebietskörperschaften für die Förderung von bürger­
schaftlichem Engagement sowie die Thematik der Auf­
wandsentschädigung und Monetarisierung.
Fachworkshop „Bürgerschaftliches Engagement und Pflege“

Anknüpfend an diese Veranstaltung fand im April 2013
die Fachtagung „Begleiten, unterstützen, stärken – Das
Potenzial des bürgerschaftlichen Engagements für Pflege­
bedürftige in einer Sorgenden Gemeinschaft“ statt. Über 160 Akteure aus (Pflege)Praxis, Kom­
munen, Wohlfahrt, Wissenschaft und Wirtschaft erörterten im direkten Austausch die Idee des
Pflege-Mixes in einer sorgenden Gemeinschaft und prüften innovative praktische Umsetzungsmög­
lichkeiten. Die Ergebnisse der Fachtagung flossen maßgeblich in die Publikation „Bürgerschaftliches
Engagement in einer Sorgenden Gemeinschaft – Perspektiven zur Unterstützung Pflegebedürftiger
und pflegender Angehöriger“ ein.

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Teil I	
Teil II	
Teil III	
Teil IV	
Teil V	
Teil VI	
Teil VII	

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Engagementlernen ist wichtiger Bestandteil lokaler Bildungslandschaften
Ein modernes Bildungsverständnis beinhaltet neben der Vermittlung von Wissen auch die Fähigkeit
zur gesellschaftlichen Teilhabe und zum Mitentscheiden. Bildung ist eine gesamtgesellschaftliche
Aufgabe, die von verschiedenen Akteuren vor Ort getragen werden sollte. Bei sogenannten lokalen
Bildungslandschaften arbeiten Schulen, Vertreter der Jugendhilfe, Kommunen, zivilgesellschaftliche
Organisationen und regionale Unternehmen zusammen, um neue Lernräume zu schaffen. Bürger­
schaftliches Engagement ist als Ort des informellen Lernens ein wichtiger Baustein in diesem
Gefüge.
Die Koordinierungsstelle des NFEP befasste sich im April
2013 im Rahmen des Fachworkshops „Engagementlernen
als Teil der lokalen Bildungslandschaften“ mit dieser The­
matik, insbesondere mit der Rolle von Organisationen des
Dritten Sektors. Vertreterinnen und Vertretern aus Bil­
dungseinrichtungen, zivilgesellschaftlichen Organisationen
und kommunalen Verwaltungen diskutierten unter anderen
die Fragen, wie Kooperationen zustande kommen und wie
eine dauerhafte, verbindliche Zusammenarbeit in lokalen
Bildungslandschaften funktioniert.
Fachworkshop „Engagementlernen als Teil der lokalen
Bildungslandschaften“

Hierbei fiel auf, dass die Diskurse zum Thema „Bildungs­
landschaften und bürgerschaftliches Engagement“ im
schulischen Umfeld weitestgehend getrennt voneinander
behandelt werden, es jedoch eine langsame Annäherung dieser beiden Bereiche gibt. Zudem kam
der Teilnehmerkreis zu dem Ergebnis, dass Engagement in schulischen Kontexten Zugangsmöglich­
keiten zu Kindern und Jugendlichen unabhängig der sozialen Herkunft schaffen.

Gemeinsam erarbeiteten die Tagungsteilnehmerinnen und -teilnehmer Möglichkeiten, wie das
Engagementlernen in lokalen Bildungslandschaften erfolgreich umgesetzt werden kann.
Weitere Informationen zur Arbeit der Koordinierungsstelle des NFEP sowie Publikationen zu
Fachveranstaltungen stehen unter www.forum-engagement-partizipation.de zur Verfügung.

36

Bürgerschaftliches Engagement

Veranstaltungen 2013
	

	

	
	

„Bürgerschaftliches Engagement und Pflege in den Bundesländern“,
Fachworkshop im Januar 2013
„Begleiten, unterstützen, stärken – Das Potenzial des bürgerschaftlichen Engagements für
Pflegebedürftige in einer Sorgenden Gemeinschaft“, Fachtagung im April 2013
„Engagementlernen als Teil der lokalen Bildungslandschaften“, Fachworkshop im April 2013
Aktuelle Fragen der Engagementpolitik

DV übernimmt Trägerschaft für das Projekt „Bürgerschaftliches
Engagement im Umfeld von Pflege“
Der demografische Wandel lässt die Zahl der älteren Menschen und damit
auch der künftigen Pflegebedürftigen steigen. Der Bedarf an Unterstützungs­
leistungen durch bürgerschaftlich Engagierte im Pflegebereich nimmt konti­
nuierlich zu. Inhalt des freiwilligen Engagements ist nicht die Übernahme von
professionellen Pflegeaufgaben, sondern den Betroffenen und ihren Angehöri­
gen Zeit zu schenken, sie über Hilfsangebote zu informieren und beim Aufbau
zwischenmenschlicher Beziehungen zu unterstützen. Durch diesen niedrig­
schwelligen Ansatz können die Integration in Pflegeeinrichtungen, ambulante
Pflegedienste oder in den Familien- und Freundeskreis gefördert werden.
Der Deutsche Verein nimmt sich diesem pflegebegleitenden Engagementbereich
verstärkt an und hat zum 1. September 2013 die Trägerschaft für das Projekt
„Bürgerschaftliches Engagement im Umfeld von Pflege“ übernommen. Gefördert
wird dieses Vorhaben vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen
und Jugend.

© JPC-PROD / Fotolia.de

Bürgerschaftliches Engagement
im Umfeld von Pflege
Freiwillig Engagierte leisten einen unverzichtbaren Beitrag bei der Betreuung und Begleitung unterstützungs- und pflegebedürftiger
Menschen.
Das Projekt „Bürgerschaftliches Engagement
im Umfeld von Pflege“ untersucht und analysiert dieses pflegebegleitende Engagement.
Ziel
Erarbeitet werden konzeptionelle Ansätze, die
das bürgerschaftliche Engagement für Pflegebedürftige und pflegende Angehörige weiterentwickeln und fördern.
Fokus
Pflegebegleitendes Engagement in
den Bundesländern
Status quo in den Kommunen
Entwicklungen im ländlichen Raum
Rolle des Dritten Sektors

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Teil I	
Teil II	
Teil III	
Teil IV	
Teil V	
Teil VI	
Teil VII	

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9. Grenzüberschreitende Sozialarbeit –
Internationaler Sozialdienst (ISD)
Das Ziel: Der Schutz von Kindern, die Wahrung ihrer
Rechte und Interessen.
Die Themen: Umgangsrecht, Sorgerecht, Kindesentfüh­
rung, Mediation, Kinderschutz und Familienzusammen­
führung, unbegleitete Minderjährige
Die Zahlen: 1.363 Beratungsgespräche, 923 bearbeitete
Fälle
Arbeitsfelder des ISD

Das Arbeitsgebiet: 115 Staaten der Erde
Die Kooperationspartner (ein Auszug):
Jugendämter, Ausländerbehörden, Familiengerichte, Orga­
nisationen in vielen Staaten der Erde, Haager Konferenz
für Internationales Privatrecht, Bundesarbeitsgemeinschaft
der Landesjugendämter, Verband binationaler Familien und
Partnerschaften, Bundeskonferenz Erziehungsberatung,
Deutsches Rotes Kreuz, Sozialdienst Katholischer Frauen,
AWO IntegrationsgGmbH, Stiftung für Internationale
Rechtliche Zusammenarbeit, Bundesamt für Justiz, Auf­
bruch Neukölln e. V., Mein Papa kommt e. V., Erlanger
Zentrum für Islam und Recht…

Anzahl der Anrufe beim ISD pro Land

38

Grenzüberschreitende Sozialarbeit – Internationaler Sozialdienst (ISD)

Einer für alle – Der ISD als bundeszentraler Ansprechpartner bei Fragen mit
Auslandsbezug
Jugendämter, Ausländerbehörden, Familienrichter/innen, Verwaltungsrichter/innen, Erziehungsbe­
ratungsstellen, Rechtsanwält/innen, Beratungsstellen – und nicht zu vergessen die Privatpersonen.
Immer mehr Menschen wenden sich mit ihren Fragen und ihren Aufträgen an den ISD.

Zentrale Anlaufstelle für grenzüberschreitende Kindschaftskonflikte
Fallbeispiel: Eine slowakische Mutter lebt mit ihrem australischen Partner in Portugal. Sie ha­
ben ein gemeinsames Kind. Obwohl sie zunächst gemeinsam nach Deutschland ziehen wollen,
ziehen Mutter und Kind dann alleine um. Das Verhältnis zwischen den Eltern verschlechtert sich
zusehends. Nachdem Mutter und Kind schon fast ein Jahr in Deutschland leben, stellt der Vater
einen Antrag auf Rückführung des Kindes. Die Mutter weiß nicht, wie sie sich verhalten soll.
Die Aufgabe der Zentralen Anlaufstelle für grenzüberschreitende Familienkonflikte ist es, allen als
Ansprechpartner zur Verfügung zu stehen, die Fragen zu Sorgerecht, Umgangsrecht und Kindesent­
führung haben. Neben Information und Beratung ist es eine vordringliche Aufgabe, den Anrufen­
den zuzuhören und sie weder für das zu verurteilen, was sie getan haben, noch einseitig Partei für
einen Elternteil zu ergreifen. Nur so können Eltern ermutigt werden, sich aufeinander zuzubewegen
und Lösungen im besten Interesse ihrer Kinder zu finden.

Was wir konkret getan haben:
	
	

	

	

	
	

Den Ablauf des HKÜ-Verfahrens erläutert
Mehrere erfahrene Anwälte genannt, bei denen sich
die Mutter informiert hat
Die Möglichkeit der Rückkehr nach Portugal erörtert
und portugiesische Anwälte empfohlen
Mit der Mutter in mehreren Gesprächen erörtert, ob
es Möglichkeiten einer außergerichtlichen Einigung/
Mediation gibt
Das Mediationsverfahren erklärt
Darauf hingewirkt, dass Vater und Kind weiterhin
regelmäßig Kontakt haben

Nachfrageentwicklung

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Teil III	
Teil IV	
Teil V	
Teil VI	
Teil VII	

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Zentrale Anlaufstelle für Mediation (mit Nicht-HKÜ-Staaten)
Fallbeispiel: Eine Deutscher, palästinensischer Herkunft heiratet eine Marokkanerin. Sie haben vier
Kinder. Während einer Reise nach Tunesien nimmt der Vater die Pässe seiner Familie an sich und
teilt ihr mit, dass sie nicht nach Deutschland zurückkehren würden. Nach einer Weile zieht die Fa­
milie nach Marokko um. Wenn der Vater tagsüber arbeiten geht, schließt er die Familie ein. Dennoch
gelingt es der ältesten Tochter über einen Bekannten in Deutschland Kontakt zum ISD aufzunehmen.
An den ISD als Zentrale Anlaufstelle für Mediation haben sich Menschen gewandt, deren Familien­
konflikt Bezug zu einem sog. Nicht-HKÜ-Staat, d.h. zu Staaten hatte, in denen das Haager Kindes­
entführungsübereinkommen nicht gilt. Häufig sind dies Staaten, die ein anderes Rechts- und Fami­
liensystem und andere Wertvorstellungen haben. Tunesien und Ägypten gehören ebenso dazu, wie
der Libanon und Marokko. Auch als Zentrale Anlaufstelle für Mediation soll der ISD Menschen in­
formieren und beraten. Der ISD ist hierfür auch auf der Webseite der Haager Konferenz für Inter­
nationales Privatrecht als Ansprechpartner benannt.

Was wir konkret getan haben:
	
	

	
	

40

Regelmäßig Kontakt zum Kind gehalten
Kontakte aufgenommen zum Jugendamt, der Ausländerbehörde, dem Familiengericht,
der deutschen Botschaft und unseren Ansprechpartnern vor Ort
Mit vereinten Kräften die Rückkehr der Familie nach Deutschland erreicht
Der Familie finanzielle Hilfe durch den „Verein der Freunde und Förderer des International
Social Service“ vermittelt

Grenzüberschreitende Sozialarbeit – Internationaler Sozialdienst (ISD)

ISD-Flyer in russischer und arabischer Sprache erschienen
Manch ein Familienkonflikt würde vielleicht einen anderen Verlauf nehmen,
wenn die Beteiligten ausreichend informiert wären und wüßten, an wen sie sich
wenden können. Dies gilt auch für Menschen mit Zuwanderungsgeschichte.
Der ISD hat seinen Flyer deshalb nunmehr auch in arabischer und russischer
Sprache erstellt und hofft so, mehr Menschen frühzeitig zu erreichen.

oder: Ein Dialog auf
Augenhöhe
Ohne Vertrauen und Verständnis für den jeweils anderen funktionieren weder
private noch zwischenstaatliche Beziehungen. Dies gilt vor allem dann, wenn
Rechts- und Sozialsystem, Kultur und Religion stark voneinander abweichen.
Vertrauen und Verständnis lassen sich nur durch einen Dia­log auf Augenhöhe
schaffen, bei dem man auf Gemeinsamkeiten schaut. Solche Dialoge hat der
ISD unter dem Titel „Familienkonflikte und Schutz des Kindeswohls im inter­
nationalen Kontext“ geführt: Konzipiert mit der Stiftung für Internationale
rechtliche Zusammenarbeit (IRZ) fand in Kairo und Tunis jeweils eine Tagung
für Richter und Rechtsanwälte des jeweiligen Landes statt.

Die Veranstaltungen 2013
	

Ausländerbehörden und Jugendhilfe – Kindeswohl als Kooperationsgrundlage

41

Teil I	
Teil II	
Teil III	
Teil IV	
Teil V	
Teil VI	
Teil VII	

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10. Europäische und internationale Sozialpolitik
EU-Fonds für die am stärksten von Armut betroffenen Personen sinnvoll umsetzen
Bereits im Oktober 2012 hatte die Europäische Kommission einen neuen Fonds mit europäischen
Geldern zur Hilfe für die am stärksten von Armut betroffenen Personen angeregt. Er soll bis 2020
insgesamt 2,5 Mrd. Euro EU-weit ausschütten und in Form von Sachmitteln an die bedürftigen Per­
sonen gebracht werden. Gemeint sind hier Lebensmittel sowie für besonders gefährdete Gruppen
wie Kinder und Obdachlose einfache Gebrauchsgegenstände, wie Schuhe oder Seife. Der Deutsche
Verein hat sich im April 2013 mit Blick auf das in Deutschland bestehende System mit existenz­
sichernden Leistungen und Hilfeangeboten zunächst kritisch zu diesem Vorschlag positioniert und
gefordert, die Option aufzunehmen, dass jedes Land selbst festlegen kann, in welcher Form die
Fondsmittel im Kontext des eigenen Sozialsystems an die Bedürftigen gegeben werden, NDV 2013,
254 ff.
Im Laufe der Verhandlungen in Brüssel wurde diesen Bedenken Rechnung getragen, indem die Pa­
lette der Förderziele ausgeweitet wurde. Insbesondere arbeitsmarktferne Personen, Eltern und ihre
Kinder, die durch verschiedene Ausgrenzungsmerkmale, individuelle Problemlagen und soziale Be­
nachteiligungen belastet sind und bisher kaum eine Förderung durch die Strukturfonds erhalten
haben, können davon profitieren. Der Deutsche Verein hat die Neuerung gleich kommentiert (NDV
2014, 1 f.) und wird die Umsetzung des EU-Hilfsfonds in Deutschland 2014 in diesem Sinne be­
gleiten.

Soziale Investitionen stärken
Im Frühjahr hatte die EU-Kommission ein Paket mit neun verschiedenen Empfehlungen und Be­
richten vorgelegt, verbunden mit der Aufforderung an alle Regierungen in Europa „Sozialinves­
titionen prioritär zu behandeln und ihre Systeme der sozialen Sicherheit zu modernisieren“. Das
Paket liefert eine umfangreiche Bestandsaufnahme zur Lage von benachteiligten Kindern, von Ob­
dachlosen, zu demografischen Trends, Auswirkungen auf die Langzeitpflege, den Gesundheitssek­
tor und Rahmenbedingungen für soziale Dienste in Europa. Ziel der Veröffentlichung ist, in Zeiten
der Krise die Ausweitung von Armut und sozialer Ungleichheit zu verhindern bzw. langfristig die
Wettbewerbsfähig­keit der EU zu stützen. Der Deutsche Verein erkannte darin einen Paradigmen­
wechsel weg vom „Kostenfaktor Sozialstaat“ hin zum Verständnis, dass der Einsatz staatlicher

42

Europäische und internationale Sozialpolitik

Mittel eine sinnvolle Investition in Bürger/innen in ihren verschiedenen Lebensphasen ist. Allerdings
betont die Kommission sehr stark den Bedarf, die sozialen Systeme noch viel effizienter und wirksa­
mer zu machen. Der Deutsche Verein hat sich klar positioniert: Sozialpolitik ist niemals primär eine
Frage von Inves­tition und Rendite, sondern das Mittel, um soziale Rechte und Grundrechte wirksam
zu machen, vgl. NDV 2013, 298 ff.

DV fordert für die Umsetzung der Strategie „Europa 2020“ die engagierte
Verfolgung sozialer Ziele
Kontinuierlich bringt der Deutsche Verein seine Expertise in die Prozesse zur Umsetzung der zehn­
jährigen Wachstumsstrategie „Europa 2020“ auf EU-Ebene und in Deutschland ein. Sein Haupt­
augenmerk liegt dabei auf den Bereichen Beschäftigung, Bildung, soziale Eingliederung und Armutsbekämpfung. Sein Ziel sind ambitioniertere und differenziertere nationale Ziele bei der sozialen
Eingliederung in Deutschland. Die Beschäftigungsförderung bedarf einer Ausrichtung auf nachhal­
tige Integration in den Arbeitsmarkt. Angestrebt werden soll der Bildungserfolg aller Menschen
unabhängig von sozialer Situation und Herkunft. Unerlässlich ist die dabei frühzeitige und umfas­
sende Einbindung der Länder, der Kommunen und der Freien Wohlfahrtspflege in die Erarbeitung
und Umsetzung der Nationalen Reformprogramme. Mit diesen Forderungen nahm der Deutsche
Verein in einem Fachgespräch im Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) teil sowie an­
schließend bei der Konsultation zum Entwurf des Nationalen Reformprogramms für Deutschland
Stellung. Auf europäischer Ebene brachte der Deutsche Verein die Positionen u. a. im Rahmen der
Jahrestagung der „Europäischen Plattform gegen Armut und soziale Ausgrenzung“ in Brüssel ein.
2014 ist die Zeit für eine „Halbzeitbilanz“ zur Strategie „Europa 2020“ gekommen – der Deutsche
Verein wird sich für die weitere Stärkung der sozialen Ziele engagieren.

DV richtet vor dem Wahljahr seine sozial­politischen Erwartungen an die EU
Ebenfalls 2014 wird das Europäische Parlament neu gewählt, im Herbst eine neue Europäische
Kommission eingesetzt. Der Deutsche Verein hat ein umfassendes Papier vorgelegt, in dem er die
Stärkung sozialer Rechte in der EU und eine verbesserte Koordinierung der Sozialpolitiken in der EU
anmahnt und seine sozialpolitischen Prioritäten in der EU-Politik für die nächsten Jahre benennt.
Die EU-Politik soll vor allem noch mehr Impulse für Sozialinvesti­tionen setzen und den Kampf ge­
gen Jugendarbeitslosig­keit verstärken. Generell muss sie mehr darauf hinwirken, dass die sozialen
Ziele und (Grund-)Rechte in den europäischen Verträgen mehr Bedeutung erhalten, insbesondere

43

Teil I	
Teil II	
Teil III	
Teil IV	
Teil V	
Teil VI	
Teil VII	

Die Schwerpunktthemen des Deutschen Vereins im Jahr 2013
Der Eigenverlag des Deutschen Vereins
Die Mitglieder des Deutschen Vereins
Die Geschäftsstelle des Deutschen Vereins
Der Deutsche Verein im Dialog
Finanzierung des Deutschen Vereins
Stiftung und Förderverein des Deutschen Vereins

in Relation zu den (wirtschaftlichen) Grundfreiheiten. Statt Kompetenzerweiterung im sozialen Be­
reich/Sozialschutz befürwortet der Deutsche Verein nach wie vor politische Koordinierungsverfah­
ren, also den Austausch und die Zusammenarbeit der Regierungen in Europa – allerdings unter
stärkerer Einbindung der parlamentarischen Kräfte. Und er mahnt die angemessene Beachtung der
kommunalen Ebene an, in deren Verantwortung die praktische Umsetzung auch von EU-Recht liegt.
Die EU sollte ihre sozialpolitischen Prioritäten ab 2014 nach Ansicht des DV verstärkt auf die Be­
rücksichtigung sozialer Folgen von Mobilität innerhalb der EU sowie von Reformen des Rechtsrah­
mens für die soziale Daseinsvorsorge lenken und auf eine deutlichere Ausrichtung der Ziele der EUFörderpolitik auf Armutsbekämpfung und soziale Eingliederung. Eine Zusammenfassung des Papiers
ist im NDV 2014, 1 veröffentlicht und ausführlich unter http://www.deutscher-verein.de/05-emp­
fehlungen/empfehlungen_archiv/2013/DV-28-13-Sozialpolitische-Erwartungen-EU zu finden.

Lösungen für den demografischen Wandel suchen – ein europäisches Anliegen
Am 16. September 2013 lud die Beobachtungsstelle für gesellschaftspolitische Entwicklungen in
Europa zu einem internationalen Expertentreffen zur haushaltnahen Dienstleistungen für ältere
Menschen nach Berlin ein. 47 Expert/innen aus 20 EU-Mitgliedstaaten kamen zusammen und be­
rieten über Stand der Markttransparenz, Professionalisierung bzw. Formalisierung, Arbeitsbedin­
gungen, öffentliche Förderung und Image des Sektors. Die Diskussion zeigte, ohne Definition und
Investitionen und die Formalisierung dieser Dienste werden sich die von der EU-Kommission avi­
sierten Ziele der Betreuung älterer Menschen, Vereinbarkeit von Pflege und Beruf, Bekämpfung von
Schwarzarbeit sowie der Entfaltung ihres Jobpotentials nicht erreichen lassen. Zur Tagung wurde
ein Bericht erstellt, der den Entwicklungsstand in den teilnehmenden Ländern wiedergibt. Er ist auf
der Projekthomepage verfügbar www.beobachtungsstelle-gesellschaftspolitik.de.
Ein weiterer Schwerpunkt der Beobachtungsstelle für gesellschaftspolitische Entwicklungen in
Europa liegt auf dem Monitoring der Seniorenpolitik in unseren Nachbarländern. Mit dem Monitor
werden aktuelle Trends in der Seniorenpolitik in Frankreich, Niederlande, Österreich, Schweden,
Spanien und Großbritannien zu den Themen Wohnen im Alter, Prävention und Qualität in der Pflege,
Isolation und Einsamkeit, Demenz aufgedeckt. Die Ergebnisse dienen der Bundesregierung als Poli­
tikberatung zur Gestaltung der eigenen Politikansätze.

44

Europäische und internationale Sozialpolitik

Blick „über den Tellerrand“
Der Deutsche Verein hat in diesem Jahr seine Aktivitäten im Europäischen Netzwerk der Sozialamts­
leiter/innen ausgeweitet. Zunächst pflegte er auf der 21. Europäischen Konferenz des Sozialwesens
von 17.-19. Juni 2013 in Dublin den Austausch mit internationalen Entscheidungsträgern und Fach­
leuten aus der kommunalen und sozialen Praxis. Die Einbindung der dort gewonnenen Erkenntnisse
zu aktuellen sozialpolitischen Trends bei unseren Nachbarn ist eine unerlässliche Voraussetzung
für umfassende und innovative Facharbeit im Deutschen Verein geworden. Allerorts treten soziale
Zielstellungen angesichts der Bemühungen um Haushaltskonsolidierung und Wirtschaftsförderung
in den Hintergrund. Über 350 Teilnehmende kamen aus ca. 30 Ländern zusammen. Dabei zeigte
sich, dass unverändert die mangelnde Kommunikation zwischen Professionen und Ressorts auf al­
len Ebenen ein Hindernis ist, optimale soziale Arbeit für Familien, Kinder, Jugendliche, Ältere oder
Menschen mit Behinderungen zu organisieren – nicht nur in Deutschland. In Workshops und Vor­
trägen wurden Praxisprojekte zur Überwindung dieser Hürde vorgestellt, ebenso wie zur Stärkung
der örtlichen Gemeinschaft gegenüber der Ökonomisierung des sozialen Dienstleistungssektors und
zum Einsatz von IT bei der Betreuung von Klienten. ESN hat eine Datenbank eingerichtet, in der –
sortiert nach Themenbereichen – Informationen über Praxisprojekte und politische Programme eu­
ropaweit nachzuschlagen sind, http://www.esn-eu.org/practice-library/index.html.
Im Oktober konnte die Zusammenarbeit bei zwei weiteren ESN-Tagungen fortgesetzt werden. Der
Deutsche Verein war zum einem Kooperationspartner bei einem internationalen Seminar in Stutt­
gart über Selbstbestimmung im Alter und förderliche kommunale Strukturen dafür. Bei einem zwei­
ten Treffen in Brighton ging es um die strategischen Prioritäten für die zukünftige ESN-Arbeit im
Bereich Altern und Pflege. Weitere Kooperationen für 2014 sind in Planung. Dann wird es um inno­
vative Sozialplanung im Ländervergleich gehen.

Die Positionen des Deutschen Vereins 2013
(Download unter www.deutscher-verein.de)
	

	

	

Stellungnahme des Deutschen Vereins zum Vorschlag für eine Verordnung des Europäischen
Parlaments und des Rates zum Europäischen Hilfsfonds für die am stärksten von Armut betrof­
fenen Personen vom 8. April 2013, NDV 2013, S. 254 ff.	
Stellungnahme des Deutschen Vereins zur Mitteilung der Europäischen Kommission „Sozial­
investitionen für Wachstum und sozialen Zusammenhalt“ vom 11. Juni 2013, NDV 2013,
S. 298 ff.
Sozialpolitische Erwartungen des Deutschen Vereins an die Europäische Union vom
11. Dezember 2013, NDV 2014, S. 1
45

Teil I	
Teil II	
Teil III	
Teil IV	
Teil V	
Teil VI	
Teil VII	

Die Schwerpunktthemen des Deutschen Vereins im Jahr 2013
Der Eigenverlag des Deutschen Vereins
Die Mitglieder des Deutschen Vereins
Die Geschäftsstelle des Deutschen Vereins
Der Deutsche Verein im Dialog
Finanzierung des Deutschen Vereins
Stiftung und Förderverein des Deutschen Vereins

Die Veranstaltungen 2013
	
	
	
	
	

46

Aktuelle Entwicklungen der europäischen Sozialpolitik
Kinderarmut – Die Empfehlungen der Europäischen Union
Das neue EU-Vergabe-und Beihilferecht nach der Reform
Soziale Schwerpunkte in der EU-Förderperiode 2014-2010
Eldercare Services in Europa – Personen- und haushaltsbezogene
Dienstleistungen für ältere Menschen

Europäische und internationale Sozialpolitik

47

Teil II	Der Eigenverlag
des Deutschen Vereins

48

Der Eigenverlag des Deutschen Vereins

Der Verlag des DV informiert die Fachöffentlichkeit und die Mitglieder des Deutschen Vereins regel­
mäßig und aktuell über Entwicklungen in der sozialen Arbeit, der Sozialpolitik und des Sozialrechts,
über bundesweite gesetzliche Neuerungen, innovative methodische Ansätze und die Umsetzung vor
Ort. In den Publikationen des Verlags wird zum einen die fachliche Arbeit des Deutschen Vereins
durch Veröffentlichungen von Empfehlungen, Gutachten, Stellungnahmen sowie Projekt-, Tagungsund Forschungsberichten dokumentiert. Zum anderen wird die Diskussion innerhalb und außerhalb
der Gremien des Deutschen Vereins durch geeignete Formate angeregt; Beiträge von Expertinnen
und Experten werden publiziert, die Orientierungshilfen und Unterstützung in allen Bereichen der
sozialen Arbeit bieten. Das Publikationsprogramm enthält aktuell ca. 100 lieferbare Buchtitel in
Schriftenreihen sowie drei Fachzeitschriften und einen Newsletter.

Nachrichtendienst des Deutschen Vereins (NDV)
Der Nachrichtendienst ist zugleich Fachzeitschrift und Informationsorgan für die
Mitglieder des Deutschen Vereins. In Beiträgen, Abhandlungen, Berichten aus der
Praxis, Informationen und Buchbesprechungen findet sich das ganze Spektrum ak­
tueller Entwicklungen und Diskussionen in der sozialen Arbeit. Auch die fachliche
und fachpolitische Bandbreite der Gremienarbeit des Deutschen Vereins wird hier
dokumentiert.

Rechtsprechungsdienst des Deutschen Vereins (NDV-RD)
Der NDV-RD erscheint zweimonatlich als Beilage zum Nachrichtendienst und bie­
tet durch Veröffentlichung wichtiger Entscheidungen der Gerichte Orientierungs­
hilfen für die Verwaltungspraxis. Im Jahre 2013 lag der Schwerpunkt auf der
Rechtsprechung der Sozialgerichtsbarkeit zur Grundsicherung für Arbeitsuchende
(SGB II) – insbesondere zu Fragen der Unterkunftskosten, des Mehrbedarfs und der
Bedarfsgemeinschaften – und zum Sozialhilferecht. Entscheidungen des Bundes­
verwaltungsgerichts zum Jugendhilfe-, Unterhalts- und zum Leistungsrecht für
behinderte Menschen wurden ebenfalls dokumentiert.

49

Teil I	
Teil II	
Teil III	
Teil IV	
Teil V	
Teil VI	
Teil VII	

Die Schwerpunktthemen des Deutschen Vereins im Jahr 2011
Der Eigenverlag des Deutschen Vereins
Die Mitglieder des Deutschen Vereins
Die Geschäftsstelle des Deutschen Vereins
Der Deutsche Verein im Dialog
Finanzierung des Deutschen Vereins
Stiftung und Förderverein des Deutschen Vereins

Archiv für Wissenschaft und Praxis der sozialen Arbeit
Die Ausgaben des Archivs erscheinen vierteljährlich als in sich geschlossene The­
menhefte. Aktuelle Fragen des Sozialrechts, der Sozialpolitik und der sozialen Ar­
beit werden gleichermaßen von ausgewiesenen Fachleuten aus der Wissenschaft
wie von Akteuren und Akteurinnen aus Politik und Praxis abgehandelt. Damit bietet
die Fachzeitschrift ein Forum, um Probleme, Aufgaben und Lösungen aus unter­
schiedlicher Sicht kritisch zu erörtern und zukunftsweisende Konzepte zu entwi­
ckeln. Das „Archiv“ hat zu Beginn des Jahres 2013 ein neues Layout bekommen
und präsentiert sich nun übersichtlicher und lesefreundlicher.
Im Jahre 2013 waren die Themen der Hefte:
	 Wohnungslosenhilfe vor neuen Herausforderungen
	 Die Zukunft der freien Wohlfahrtspflege
	 Inklusion in der Diskussion
	 Häusliche Gewalt gegen Frauen: Lücken im Hilfesystem

Schriftenreihen
Die Schriftenreihen umfassen Hand- und Arbeitsbücher für die Praxis, für die
Aus- und Fortbildung, ferner Monografien, Dokumentationen und Sammelbände.
Im Jahre 2013 sind erschienen:
	 Wörterbuch der Sozialen Arbeit
	 Beteiligung des sozialen Umfelds im Täter-Opfer-Ausgleich. Leitfaden für
die Mediation
	 Controlling in kommunalen Jugend- und Sozialhilfeverwaltungen
	 Bejahen, Verneinen, Versöhnen. Gurdjieff und das Enneagramm

50

Der Eigenverlag des Deutschen Vereins

Inklusion vor Ort. Der kommunale Index für Inklusion –
ein Praxishandbuch
Im Oktober 2011 hat der Deutsche Verein gemeinsam mit der Montag Stiftung
Jugend und Gesellschaft, Bonn, ein Praxishandbuch veröffentlicht, das die Umset­
zung des Inklusionsgedankens auf kommunaler Ebene fördern soll.
Sehr schnell waren die erste und die zweite Auflage vergriffen; ein Nachdruck liegt
mittlerweile vor. Die Kooperation mit der Montag Stiftung soll auch im Jahre 2014
fortgesetzt werden: Gemeinsam soll ein Prozesshandbuch Inklusion veröffentlicht
werden.

Neu:
Textausgaben zum Sozialrecht
Die bewährten Kleineren Schriften des Deutschen
Vereins werden seit Ende 2012 durch die moderner
gestalteten Textausgaben zum Sozialrecht ersetzt.
Um Synergien zu nutzen, werden in dieser Reihe
alle für die Praxis der sozialen Arbeit relevanten
Gesetzestexte gemeinsam mit dem Lambertus-Verlag, Freiburg, herausgegeben und ständig aktualisiert.
Sie enthalten immer auch die wichtigsten Vorschriften
benachbarter Rechtsgebiete sowie die entsprechenden
Ausführungsbestimmungen. Im Jahre 2013 sind
erschienen:
	 Recht der Existenzsicherung (SGB II und XII)
	 Recht der Kinder- und Jugendhilfe (SGB VIII
	 Recht der Arbeitsförderung (SGB II und III)
	 Recht der Rehabilitation und Teilhabe behinderter Menschen (SGB IX)
	 Recht der Pflege (SGB XI)

51

Teil I	
Teil II	
Teil III	
Teil IV	
Teil V	
Teil VI	
Teil VII	

Die Schwerpunktthemen des Deutschen Vereins im Jahr 2011
Der Eigenverlag des Deutschen Vereins
Die Mitglieder des Deutschen Vereins
Die Geschäftsstelle des Deutschen Vereins
Der Deutsche Verein im Dialog
Finanzierung des Deutschen Vereins
Stiftung und Förderverein des Deutschen Vereins

Neu:
Soziale Arbeit kontrovers
Ebenfalls in Kooperation mit dem Lambertus-Verlag erscheint eine neue
Schriftenreihe im kompakten Format. Sie soll ein breites Publikum für ak­
tuelle Themen, die die Soziale Arbeit betreffen, interessieren. Unter jeweils
provokanten Titeln werden Vorurteile, populistische Gemeinplätze oder
Halbwahrheiten aufgegriffen, Hintergründe und Zusammenhänge darge­
stellt und in eine fachlich angemessene Richtung geführt Im Jahre 2013
sind erschienen:
	Alternde Gesellschaft – eine Bedrohung? Ein Gegenentwurf von
Andreas Kruse
	Was sollen Männer in Kitas? Eine Erörterung von Michael Cremers
und Jens Krabel
	Sozialraumorientierung – Fachkonzept oder Sparprogramm?
Ein Beitrag von Oliver Fehren und Wolfgang Hinte
	 Ist Integration nötig? Eine Streitschrift von María do Mar Castro Varela
	 Wie neu sind die „neuen Väter“? Eine Klärung von Johanna Possinger
	 Was hilft gegen Armut? Ein Essay von Georg Cremer
	 Hartz IV: Jobwunder oder Armut per Gesetz? Eine Bilanz von Helmut
Hartmann

Digitale Medien
Der Verlag hat zusammen mit seinem Kooperationspartner, dem Lambertus Verlag, Freiburg, eine
„Digitale Bibliothek“ erarbeitet, die es ermöglicht, soziale Fachbücher in digitaler Form zugänglich
zu machen, und bietet mittlerweile alle seine Buchveröffentlichungen auch als E-Books an. Aus
rund 250 E-Books aus allen Bereichen der Sozialen Arbeit können sich beispielsweise Bibliotheken,
Verbände und Behörden ein individuelles Paket als Weiterbildungsquelle für Führungskräfte und
Mitarbeiter/innen zusammenstellen. Mit einem Update-Service bleibt die digitale Bibliothek immer
auf dem neusten Stand. Alle Inhalte sind flexibel nutzbar, ob online am Rechner oder mobil auf
dem Smartphone und Tablet.

52

Der Eigenverlag des Deutschen Vereins

Der Verlag bundesweit unterwegs
Der Verlag des Deutschen Vereins ist bei vielen Veranstal­
tungen und Kongressen vor Ort dabei und präsentiert seine
Bücher und Zeitschriften der interessierten Öffentlichkeit.
Im Jahre 2013 waren die größten Anlässe der Kongress der
Sozialwirtschaft in Magdeburg, der ASD-Kongress Soziale
Arbeit in München und die ConSozial in Nürnberg. Dane­
ben boten diverse Tagungen Gelegenheit, die Verlagspro­
dukte dem Fachpublikum bekannt zu machen.

Der Online-Buchshop
Im Buchshop des Verlags des Deutschen Vereins können
sich die Kundinnen und Kunden unter www.verlag.deut­
scher-verein.de einen Überblick über alle Publikationen
und Zeitschriften verschaffen, nähere Informationen zu
den Schriften finden, Literatur bestellen und Zeitschrif­ten abonnieren. Die Auslieferung erfolgt über unseren
Vertriebspartner, den Lambertus Verlag.

53

Teil III	Die Mitglieder
des Deutschen Vereins

54

Mitgliederstand in 2013

1. Mitgliederstand in 2013
	
	
Gebietskörperschaften
Bundesländer	
Landkreise	
Kreisfreie Städte	
Kreisangehörige
Städte	
	

in Zahlen	
2012	2013

in %

16	16
265	264
105	
107
290	
281
_____	
_____

	676	
668	32
Sonstige Behörden
Bundesbehörden und -anstalten,
Länderverwaltungen u. Ä.	
Überörtliche
Träger der Sozial- und Jugendhilfe	
	

62	
13	
_____	

63
13
_____

	75	
76	4
Organisationen und Einrichtungen
Organisationen, Verbände, Vereine	
Einrichtungen des Gesundheits- und Pflegedienstes	
Ausbildungsstätten	
	

713	
693
92	
93
66	68
_____	
_____

	871	
854	40
Einzelpersonen	411	
386	18
Sonstige Mitglieder
Gemeinnützige GmbHs	
72	
71
Kommunale Unternehmen oder 		
Unternehmen der freien Wohlfahrtspflege	
8	
8	
privatgewerbliche Unternehmen	
16	
14	
sonstige Träger und Organisationen 	
25	
27	
Fördermitglieder gemäß § 3 Abs. 4 c	
12	
14	
	133	
134	6
	
_____	
_____	
_____
	2166	
2118	100
55

Teil I	
Teil II	
Teil III	
Teil IV	
Teil V	
Teil VI	
Teil VII	

Die Schwerpunktthemen des Deutschen Vereins im Jahr 2011
Der Eigenverlag des Deutschen Vereins
Die Mitglieder des Deutschen Vereins
Die Geschäftsstelle des Deutschen Vereins
Der Deutsche Verein im Dialog
Finanzierung des Deutschen Vereins
Stiftung und Förderverein des Deutschen Vereins

Mitglieder des Deutschen Vereins
Sonstige Mitglieder, Unternehmen 6%

Einzelpersonen
18%

Gebietskörperschaften
32%

Organisationen und
Einrichtungen 40%

Sonstige Behörden 4%

56

Präsidialausschuss und Präsidium – entscheidende Organe des Deutschen Vereins

2. Präsidialausschuss und Präsidium –
entscheidende Organe des Deutschen Vereins
Der Präsidialausschuss bestand 2013 aus dem Präsidenten des Deutschen Vereins, den vier Vizeprä­
sidenten sowie sechs weiteren stimmberechtigten Mitgliedern des Präsidiums, deren Amtszeit zwei
Jahre beträgt. Aufgaben des Präsidialausschusses sind u. a. die Vorbereitung von Stellungnahmen
und Empfehlungen sowie der Sitzungen des Präsidiums des Deutschen Vereins. Der Präsidialaus­
schuss trat 2013 vier Mal zusammen.

Die Mitglieder des Präsidialausschusses 2013:
Präsident	

	 Wilhelm Schmidt

Vizepräsidenten	
	
	
	

	
	
	
	

Wilhelm Schmidt

Prof. Dr. Georg Cremer
Werner Hesse
Burkhard Jung
Clemens Lindemann

Prof. Dr. Georg
Cremer

Werner Hesse

Burkhard Jung

Clemens Lindemann

57

Teil I	
Teil II	
Teil III	
Teil IV	
Teil V	
Teil VI	
Teil VII	

Die Schwerpunktthemen des Deutschen Vereins im Jahr 2011
Der Eigenverlag des Deutschen Vereins
Die Mitglieder des Deutschen Vereins
Die Geschäftsstelle des Deutschen Vereins
Der Deutsche Verein im Dialog
Finanzierung des Deutschen Vereins
Stiftung und Förderverein des Deutschen Vereins

Weitere Mitglieder	
	
	
	
	
	

Verena Göppert

58

	
	
	
	
	
	

Verena Göppert	
Maria Loheide
Uwe Lübking
Wolfgang Stadler
Clemens Graf von Waldburg-Zeil
Dr. Irene Vorholz

Maria Loheide

Uwe Lübking

Wolfgang Stadler

Clemens Graf von
Waldburg-Zeil

Präsidialausschuss und Präsidium – entscheidende Organe des Deutschen Vereins

Das Präsidium bestand 2013 aus dem Präsidenten, den vier Vizepräsidenten sowie 30 weiteren Mit­
gliedern, die laut Satzung des Deutschen Vereins für die Dauer von vier Jahren vom Hauptausschuss
gewählt werden. Die Hälfte der Präsidiumsmitglieder wird alle zwei Jahre neu gewählt. Das Gremium
kam 2013 vier Mal zusammen.

Die Mitglieder des Präsidiums 2013:
	 Heike Baehrens (bis 09/13)
	 stellvertretende Vorstandsvorsitzende
	 Diakonisches Werk der evangelischen
Kirche in Württemberg e. V.

	 Prof. Dr. Peter Buttner
	 Hochschule München
	 Fakultät für angewandte Sozial­
wissenschaften

	 Michael Bartels (seit 09/2013)
	Vorsteher
	 Pommerscher Diakonieverein e. V.

	 Prof. Dr. Georg Cremer
	Generalsekretär
	 Deutscher Caritasverband e. V.

	 Lothar A. Böhler, Senator e.h.
(mit Gaststatus)
	Stiftungsdirektor
	 Stiftungsverwaltung Freiburg	

	 Brigitte Döcker
	 Mitglied des Vorstands
	 Arbeiterwohlfahrt Bundesverband e. V.

	 Prof. Dr. Maria Böhmer, MdB
(mit Gaststatus)
	Staatsministerin
	 Beauftragte der Bundesregierung für
Migration, Flüchtlinge und Integration
	 Beate Bröcker (bis 09/2013)
	Staatssekretärin
	 Ministerium für Arbeit und Soziales
	 des Landes Sachsen-Anhalt
	 Uwe Brückmann
	Landesdirektor
	 Landeswohlfahrtsverband Hessen
	 Hauptverwaltung Kassel

	 Heinz Eschbach
	 Erster Beigeordneter
	 Dezernat IV – Jugend und Schule
	 Stadt Troisdorf
	 Johannes Fuchs
	Landrat
	 Landratsamt Rems-Murr-Kreis
	 Horst-Heinrich Gerbrand
	 Beigeordneter – Dezernat Gesundheit,
Jugend und Soziales
	 Städte- und Gemeindebund NordrheinWestfalen

59

Teil I	
Teil II	
Teil III	
Teil IV	
Teil V	
Teil VI	
Teil VII	

Die Schwerpunktthemen des Deutschen Vereins im Jahr 2011
Der Eigenverlag des Deutschen Vereins
Die Mitglieder des Deutschen Vereins
Die Geschäftsstelle des Deutschen Vereins
Der Deutsche Verein im Dialog
Finanzierung des Deutschen Vereins
Stiftung und Förderverein des Deutschen Vereins

	 Verena Göppert
	 Beigeordnete – Dezernat Arbeit, Jugend,
Gleichstellung und Soziales
	 Deutscher Städtetag

	 Dr. Agnes Klein
	Beigeordnete
	 Dezernat Bildung, Jugend und Sport
	 Stadt Köln

	 Werner Hesse
	Geschäftsführer
	 Der PARITÄTische Wohlfahrtsverband –
Gesamtverband e. V.

	 Clemens Lindemann
	Landrat
	 Kreisverwaltung Saarpfalz-Kreis

	 Burkhard Hintzsche
	Beigeordneter
	 Dezernat Soziales, Jugend, Schule und
Wohnen
	 Landeshauptstadt Düsseldorf
	 Hubert Hüppe, MdB (mit Gaststatus)
	 Beauftragter der Bundesregierung für
die Belange Behinderter Menschen
	 Karl Janssen (bis 09/2013)
	Beigeordneter
	 Dezernat für Familie, Bildung und Kultur
	 Stadt Duisburg
	 Karl Janssen, Beigeordneter a. D.
(mit Gaststatus ab 09/2013)
	 Vorstandsvorsitzender Stiftung Deutscher
Verein für öffentliche und private Fürsorge
	 Burkhard Jung
	 Oberbürgermeister der Stadt Leipzig
	 Mario Junglas
	Direktor
	 Deutscher Caritasverband e. V.

60

	 Maria Loheide
	 Vorstand Sozialpolitik
	 Diakonie Deutschland – Evangelischer
Bundesverband, Evangelisches Werk für
Diakonie und Entwicklung e. V.
	 Uwe Lübking
	Beigeordneter
	 Deutscher Städte- und Gemeindebund
	 Hans-Christoph Maurer (bis 09/2013)
	Vorstand
	Nieder-Ramstädter-Diakonie
	 Bernd Meurer (seit 09/2013, vorher
kooptiertes Mitglied)
	Präsident
	 Bundesverband privater Anbieter sozialer
Dienste e. V.
	 Burkhard Müller (ab 09/2013)
	 Geschäftsführender Direktor
	 Landkreistag Rheinland-Pfalz
	 Elona Müller-Preinesberger (seit 12/2013
kooptiert)
	Beigeordnete
	 Geschäftsbereich 3 – Soziales, Jugend,
Gesundheit, Ordnung und Umweltschutz
	 Landeshauptstadt Potsdam

Präsidialausschuss und Präsidium – entscheidende Organe des Deutschen Vereins

	 Matthias Münning
	Sozialdezernent
	 Landschaftsverband Westfalen-Lippe

	 Wolfgang Stadler
	Vorstandsvorsitzender
	 Arbeiterwohlfahrt Bundesverband e. V.

	 Prof. Dr. Jeanne Nicklas-Faust
	Bundesgeschäftsführerin
	 Bundesvereinigung Lebenshilfe e. V.

	 Dr. Barbara Syrbe
	Landrätin
	 Landkreis Vorpommern-Greifswald

	 Tobias Nowoczyn
	 Deutsches Rotes Kreuz
	Generalsekretariat

	 Dr. Irene Vorholz
	Beigeordnete
	 Deutscher Landkreistag

	 Heiner Pott (bis 03/2013)
	Staatssekretär
	 Niedersächsisches Ministerium für Soziales,
Frauen, Familie, Gesundheit und Integration

	 Clemens Graf von Waldburg-Zeil
	Generalsekretär
	 Deutsches Rotes Kreuz – Generalsekretariat

	 Prof. Dr. Rolf Rosenbrock
	 1. Vorsitzender
	 Der PARITÄTische Wohlfahrtsverband –
Gesamtverband e. V.
	 Gabi Schäfer (seit 06/2013 kooptiert)
	Staatssekretärin
	 Ministerium für Soziales, Gesundheit,
	 Frauen und Familie des Saarlandes
	 Donata Freifrau Schenck zu Schweinsberg
	Vizepräsidentin
	 Deutsches Rotes Kreuz – Generalsekretariat
	 Claus Schick (bis 09/2013)
	Landrat
	 Landkreis Mainz-Bingen

	 Thomas Walter
	Stadtrat
	 Dezernat Jugend und Soziales
	 Landeshauptstadt Hannover
	 Paulette Weber
	 Leiterin Sozialreferat
	 Zentrale Wohlfahrtsstelle der Juden in
Deutschland e. V.
	 Theresia Wunderlich
	 Leiterin Abteilung Soziales und Gesundheit
	 Deutscher Caritasverband e. V.
	 Prof. Dr. Jens Wurtzbacher
(seit 12/2013 kooptiert)
	 Katholische Hochschule für Sozialwesen
Berlin (KHSB)

	 Wilhelm Schmidt
	Präsident
	 Arbeiterwohlfahrt Bundesverband e. V.
61

Teil I	
Teil II	
Teil III	
Teil IV	
Teil V	
Teil VI	
Teil VII	

Die Schwerpunktthemen des Deutschen Vereins im Jahr 2011
Der Eigenverlag des Deutschen Vereins
Die Mitglieder des Deutschen Vereins
Die Geschäftsstelle des Deutschen Vereins
Der Deutsche Verein im Dialog
Finanzierung des Deutschen Vereins
Stiftung und Förderverein des Deutschen Vereins

3. Fachausschüsse und Arbeitskreise –
Gremien der fachlichen Willensbildung
Die sieben Fachausschüsse und fünf Arbeitskreise bildeten 2013 die ständigen Gremien
der fachlichen Willensbildung im Deutschen Verein.

AF I
Grenzüberschreitende
Sozialarbeit – Inter­na­tionaler Sozialdienst

AF II
Kindheit, Jugend,
Familie, Soziale Berufe

AF III
Grundlagen sozialer
Sicherung, Sozialhilfe
und soziale Leistungssysteme

Ständiger Ausschuss
„Internationaler Sozialdienst, Deutscher Zweig
(ISD)“ (Board für ISS)

Fachausschuss
Jugend und Familie

Fachausschuss
Sozialpolitik, soziale
Sicherung, Sozialhilfe

Vors.: Tobias Nowoczyn
stv. Vors.: Dr. Herbert
Wiedermann

Vors.: Burkhard Hintzsche
stv. Vors.: Theresia
Wunderlich

Arbeitskreis
Familienpolitik
Vors.: Hans-Gerhard
Rötters
stv. Vors.: Maria Loheide

62

Vors.: Wilhelm Schmidt
stv. Vors.: Dr. Irene Vorholz

Arbeitskreis
Grundsicherung
und Sozialhilfe
Vors.: Werner Hesse
stv. Vors.: Dietmar Grajcar

Fachausschuss
Soziale Berufe

Arbeitskreis
Hilfen für Gefährdete

Vors.: Prof. Dr. Peter
Buttner
stv. Vors.: Martin Kraft

Vors.: Tobias Nowoczyn
stv. Vors.: N. N.

Fachausschüsse und Arbeitskreise – wichtige Gremien der fachlichen Willensbildung

AF IV
Alter, Pflege, Reha­
bilitation, Gesundheit,
Steuerung sozialer
Dienste

Stabsstelle
Internationales

Stabsstelle
Bürgerschaftliches
Engagement

Fachausschuss
Rehabilitation und
Teilhabe

Fachausschuss
Internationale
Zusammenarbeit und
europäische Integration

Arbeitskreis Bürgerschaftliches Engagement, Selbsthilfe und
Soziales Engagement

Vors.: Prof. Dr. Georg
Cremer
stv. Vors.: T homas Walter

Vors.: Dr. Agnes Klein
stv. Vors.: Michael
Bergmann

Vors.: Prof. Dr. Jeanne
Nicklas-Faust
stv. Vors.: Martina
Hoffmann-Badache
Fachausschuss
Alter und Pflege
Vors.: Brigitte Döcker
stv. Vors.: Dr. Barbara
Syrbe

Arbeitskreis Sozial­
planung, Organisation,
Qualitätssicherung
Vors.: Wolfgang Stadler
stv. Vors.: Norbert Tessmer
Stand Dezember 2013

63

Teil I	
Teil II	
Teil III	
Teil IV	
Teil V	
Teil VI	
Teil VII	

Die Schwerpunktthemen des Deutschen Vereins im Jahr 2011
Der Eigenverlag des Deutschen Vereins
Die Mitglieder des Deutschen Vereins
Die Geschäftsstelle des Deutschen Vereins
Der Deutsche Verein im Dialog
Finanzierung des Deutschen Vereins
Stiftung und Förderverein des Deutschen Vereins

4. Mitgliederversammlung 2013 „Schuldenbremse 2020
– zwischen Haushaltskonsolidierung, Investitionsstau
und Generationengerechtigkeit“
Am 12. Juni 2013 lud der Deutsche Verein zu seiner alle zwei Jahre stattfinden­
den satzungsmäßigen Mitgliederversammlung in die Französische Friedrich­
stadtkirche Berlin ein. Rund 150 Gäste folgten der Einladung, um sich neben
den Vereinsregularien dem Thema „Schuldenbremse 2020 – zwischen Haushalts­
konsolidierung, Investitionsstau und Generationengerechtigkeit“ zu widmen.

Mario Czaja, Senator für Gesundheit und
Soziales des Landes Berlin

Mit der Themenwahl wollte der Deutsche Verein den Blick auf die möglichen
Auswirkungen des im Jahre 2009 verabschiedeten Neuverschuldungsverbots
auf das Soziale lenken. Ziel der Veranstaltung war es, die Schuldenbremse
nicht nur unter fiskalischen, sondern auch unter sozialpolitischen Gesichts­
punkten zu diskutieren.
In seinem Grußwort betonte der Berliner Senator für Gesundheit und Soziales
Mario Czaja, dass die starke finanzielle Belastung von Ländern und Kommunen
auch durch Leistungsverpflichtungen entstünden, die der Bund nicht vollstän­
dig erstatte. Eine zentrale Herausforderung für die Sozialpolitik sei die Verbes­
serung der Bildung, um Menschen „fit für den Arbeitsmarkt“ zu machen. Kom­
munen müssten Doppelangebote abschaffen und Schnittstellen überwinden.

Hoher Schuldenstand bedeutet weniger Leistungen
„Die Folgen der bundesstaatlichen Schuldenbremse für die kommunalen Haus­
halte“ lautete der Titel des Impulsvortrags von Frau Prof. Dr. Gisela Färber.
Die renommierte Professorin für wirtschaftliche Staatswissenschaften an der
Deutschen Universität für Verwaltungswissenschaften Speyer argumentierte,
dass eine Schuldenbremse zwar notwendig sei. Der sehr unterschiedliche Sa­
nierungsbedarf bei Ländern und Gemeinden sei jedoch ein Problem, dem durch
die praktisch fehlende Steuerautonomie der Gebietskörperschaften nicht auf
Prof. Dr. Gisela Färber, Universität für
Verwaltungswissenschaften Speyer
64

Mitgliederversammlung 2013 „Schuldenbremse 2020 – zwischen Haushaltskonsolidierung, Investitionsstau und Generationengerechtigkeit“

der Einnahmeseite begegnet werden könne. Für einzelne Gebietskörperschaften ergäben sich be­
sondere haushaltswirtschaftliche Risiken. Bei gleicher Einnahmestruktur könnten jene mit hohem
Schuldenstand deutlich weniger Leistungen für ihre Bürgerinnen und Bürger anbieten.

Föderalismusreform III ist unabdingbar
Dr. Gerd Landsberg, geschäftsführendes Präsidialmitglied des Deutschen
Städte- und Gemeindebundes, formulierte in seinem Impulsvortrag „Die Schul­
denbremse aus kommunaler Sicht“ drei große Herausforderungen für die Kom­
munen bis zum Jahr 2020: den demografischen Wandel, die Energiewende so­
wie den Schuldenberg von 2 Billionen Euro, der tägliche Kosten von 170 Mio.
Euro verursache. Schulden seien nach seiner Auffassung ein unterschätztes
Problem. Er forderte eine Föderalismusreform III unter Einbindung der Kom­
munen. Diese solle zur Stärkung ihrer Finanzkraft und zur Lösung der Altschul­
denfrage beitragen. Außerdem brauche es eine tragfähige Aufgabenverteilung
zwischen Bund, Ländern und Kommunen und die Aufhebung des Kooperations­
verbots. Zudem benötige man eine Reform der sozialen Leistungssysteme, um
diese stärker an der Bedürftigkeit zu orientieren, zu entbürokratisieren und
mehr Transparenz zu schaffen.

Dr. Gerd Landsberg, geschäftsführendes
Präsidialmitglied des Deutschen
Städte- und Gemeindebundes

Mehr Transparenz zwischen Bund, Länder
und Kommunen
Die abschließende Podiumsdiskussion unter der Modera­
tion von Prof. Dr. Georg Cremer, Vizepräsident des Deut­
schen Vereins und Generalsekretär des Deutschen Caritas­
verbands, fokussierte die Frage „Sozialstaat – Was sind
uns unsere Werte wert?“. Neben den beiden Vortragenden,
Prof. Dr. Färber und Dr. Landsberg, waren Jörg Röhmann,
Staatssekretär im Niedersächsischen Ministerium für So­
ziales, Frauen, Familie, Gesundheit und Integration und
Prof. Dr. Ralf Rosen­brock, Vizepräsident der Bundesarbeits­
gemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege in der Runde
vertreten. Im Zentrum der lebhaften Diskussion standen

v. l. n. r.: Dr. Landsberg, Prof. Dr. Färber, Prof. Dr. Cremer,
Jörg Röhrmann und Prof. Dr. Rosenbrock

65

Teil I	
Teil II	
Teil III	
Teil IV	
Teil V	
Teil VI	
Teil VII	

Die Schwerpunktthemen des Deutschen Vereins im Jahr 2011
Der Eigenverlag des Deutschen Vereins
Die Mitglieder des Deutschen Vereins
Die Geschäftsstelle des Deutschen Vereins
Der Deutsche Verein im Dialog
Finanzierung des Deutschen Vereins
Stiftung und Förderverein des Deutschen Vereins

die Auswirkungen der asymmetrischen Verteilung von Vermögen und Einkommen, der Segmentie­
rung am Arbeitsmarkt, sowie geringer Löhne und prekärer Beschäftigungsverhältnisse auf die Ein­
nahmen von Staat und Sozialversicherung. Steigende Erwerbstätigenzahlen und auskömmliche
Löhne würden durch höhere Steuereinnahmen, steigende Beitragszahlungen und geringere Trans­
ferleistungen sowohl die öffentlichen Haushalte als auch die Sozialkassen entlasten. Grundsätzlich
sei das Finanzverhältnis zwischen Bund, Ländern und Kommunen neu zu regeln und transparenter
zu gestalten.

Vereinsregularien
In der Mitgliederversammlung 2013 wurden 98 Haupt­
ausschussmitglieder gewählt (NDV, 12/2013; S. 529 ff).
Zudem wurde die Satzung hinsichtlich der Anzahl der
Präsidiumsmitglieder geändert. Statt wie bisher 35 kön­
nen nun bis zu 37 Mitglieder in das Präsidium des Deut­
schen Vereins gewählt werden.

Plenum

Verleihung des Cäcilia-Schwarz-Förderpreises

66

Cäcilia-Schwarz-Förderpreis für Innovation in
der Altenhilfe verliehen
Im Rahmen der Mitgliederversammlung hat der Deutsche
Verein zum dritten Mal seinen „Cäcilia-Schwarz-Förder­
preis für Innovation in der Altenhilfe“ verliehen. Auf
Grund der hohen wissenschaftlichen Qualität wurde der
Preis in diesem Jahr geteilt – er ging zu gleichen Teilen
an die Autorinnen zweier Dissertationen: Frau Dr. Daniela
Holle und Frau Dr. Margareta Halek für die Arbeit „Verste­
hende Diagnostik“ in der Versorgung von Menschen mit
Demenz und herausforderndem Verhalten in Einrichtun­
gen der stationären Altenhilfe sowie an Frau Dr. Katrin
Claßen für die Arbeit „Zur Psychologie von Technikakzep­
tanz im höheren Lebensalter“. Schirmherrin des Preises
war die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen
und Jugend, Dr. Kristina Schröder.

Mitgliederversammlung 2013 „Schuldenbremse 2020 – zwischen Haushaltskonsolidierung, Investitionsstau und Generationengerechtigkeit“

Prof. Dr. Michael Ewers vom Institut für Medizin-, Pflegepädagogik und Pflegewissenschaften der
Charité-Universitätsmedizin Berlin, und Vorsitzender des Kuratoriums hielt die Laudatio, in der er
zunächst auf die Unterschiedlichkeit der beiden ausgezeichneten Arbeiten hinsichtlich ihrer The­
matik, ihrer Fragestellung und der Präsentation ihrer Ergebnisse einging. Die eine Arbeit befasse
sich aus psychologischer und gerontologischer Perspektive mit weitgehend selbständig lebenden
älteren Menschen in ihrem privaten häuslichen Lebensumfeld, die andere aus pflegewissenschaft­
licher Sicht mit demenziell erkrankten älteren Menschen, die in Einrichtungen der stationären
Langzeitversorgung leben. Die eine Arbeit wolle dazu beitragen, dass in der Altenarbeit innovative
Maßnahmen zur Unterstützung der Selbständigkeit oder zur Anregung der Lebensqualität ergriffen
werden, die andere liefere Erkenntnisse, die zur Verbesserung der Pflegediagnostik beitragen und
der Forderung nach mehr Patientenorientierung in der Langzeitversorgung von Schwerbelasteten
und in ihrer Kommunikations- und Interaktionsfähigkeit eingeschränkten Menschen Nachdruck
verleihen.
Beide Arbeiten würden aber den spezifischen Perspektiven älterer Menschen in den wissenschaft­
lichen Diskursen besonderes Gewicht verleihen. Ein solcher patientenorientierter Zugang sei beson­
ders zu würdigen, denn noch immer sei es in wissenschaftlichen und praktischen Kontexten Usus,
über die Köpfe älterer kranker oder pflegebedürftiger Menschen hinweg zu argumentieren und zu
handeln. Die ausgewählten Nachwuchswissenschaftlerinnen hätten versucht, älteren Menschen mit
ihren spezifischen Perspektiven in der Forschung und in der Praxis angemessene Geltung zu ver­
schaffen.

Der Deutsche Verein hat 2005 erstmals den Cäcilia-Schwarz-Förderpreis für Innovation in der Altenhilfe aus­
gelobt. Diese Möglichkeit entstand durch einen Nachlass der Namensgeberin, deren Anliegen es war, damit
zur Verbesserung der Lebenssituation älterer Menschen beizutragen. Der Preis wendet sich an jüngere Wissen­
schaftlerinnen und Wissenschaftler bis zum 40. Lebensjahr, die in ihrer Dissertation, Habilitation oder einer an­
deren bedeutenden wissenschaftlichen Arbeit innovative Entwicklungen, neue Wege, Methoden und Erkennt­
nisse in der Altenhilfe aufzeigen, mit denen älteren Menschen für lange Zeit ein hohes Maß an selbstständiger
Lebensweise ermöglicht werden kann. Ausgezeichnet werden hervorragende Forschungsarbeiten, die auch kon­
krete Vorschläge zur Einführung und Anwendung dieser Methoden im Alltag unterbreiten; besonderer Wert
wird auf Popularität und Originalität sowie Praktikabilität und ökonomischen Nutzen gelegt. Die Arbeit kann
aus den Gebieten Geriatrie, Gerontologie, Pflegewissenschaft und verwandten Disziplinen stammen und muss
dem wissenschaftlichen Anspruch und der Zielsetzung des Förderpreises entsprechen.

67

Teil I	
Teil II	
Teil III	
Teil IV	
Teil V	
Teil VI	
Teil VII	

Die Schwerpunktthemen des Deutschen Vereins im Jahr 2011
Der Eigenverlag des Deutschen Vereins
Die Mitglieder des Deutschen Vereins
Die Geschäftsstelle des Deutschen Vereins
Der Deutsche Verein im Dialog
Finanzierung des Deutschen Vereins
Stiftung und Förderverein des Deutschen Vereins

5. Hauptausschuss 2013 „Anforderungen an eine
vorausschauende Integrationspolitik“
Ein weiterer wichtiger Vereinstermin war der jährlich stattfindende Hauptausschuss. Bereits zu Be­
ginn des Jahres hatte die Geschäftsleitung des Deutschen Vereins eine Grundsatzentscheidung ge­
fällt: die Themen Migration und Integration nicht mehr als isolierte Handlungsfelder zu betrachten,
sondern als Querschnittsthemen in die fachlichen Arbeit zu implementieren. Vor diesem Hinter­
grund lud der Deutsche Verein am 12. September 2013 die Mitglieder des Hauptausschusses sowie
die interessierte Fachöffentlichkeit in das Raue Haus nach Hamburg ein, um gemeinsam über die
Anforderungen einer vorausschauenden Integrationspolitik zu debattieren.

Detlef Scheele, Senator der Behörde für Arbeit, Soziales, Familie
und Integration der Freien und Hansestadt Hamburg

Prof. Dr. Ludger Pries, stellv. Vorsitzender des Sachverständigenrates deutscher Stiftungen für Integration und Migration
68

Mit einem Input „Willkommen in Hamburg! Integrations­
politik aus Sicht eines Stadtstaates“ eröffnete Detlef
Scheele, Senator der Behörde für Arbeit, Soziales, Familie
und Integration der Freien und Hansestadt Hamburg, die
Sitzung. In einer exklusiven Preview wurde zunächst der
Film „Hamburg. Mein Hafen. – Deutschland. Mein Zu­
hause“ als Bestandteil der von der Sozialbehörde initiier­
ten Einbürgerungskampagne vorgestellt. Der Titel des Fil­
mes stehe für die Einbürgerungsbemühungen des Senats,
die man in Hamburg zur Chefsache erklärt habe. Senator
Scheele machte deutlich, dass Teilhabe, Vielfalt, Zusam­
menhalt und eine Willkommenskultur die zentralen As­
pekte einer gelingenden Integrationspolitik seien.
Anschließend referierte Prof. Dr. Ludger Pries, stellvertre­
tender Vorsitzender des Sachverständigenrates deutsche
Stiftungen für Migration und Integration, in einem span­
nenden Vortrag über die Entwicklung von einer nachho­
lenden Integration hin zu einer vorausschauenden Eröff­
nung von Teilhabechancen. Dabei spannte er den Bogen
von der Migration und Armenhilfe im 19. Jahrhundert bis
hin zum 21. Jahrhundert. Hieran anknüpfend skizzierte
Prof. Pries das vom Sachverständigenrat entwickelte Teil­
habekonzept, das Integration als eine Eröffnung von Teil­
habechancen verstehe. Dabei sei mit Teilhabechancen

Hauptausschuss 2013 „Anforderungen an eine vorausschauende Integrationspolitik“

sowohl Teilhabe an den kulturellen Identitäten und Cha­
rakteristika der Herkunftsländer oder Elterngenerationen
gemeint als auch die Teilhabe an anderen kulturellen
Gruppen und an der Mehrheitsgesellschaft. Er machte
deutlich, dass in Abgrenzung zum Entweder-oder-Assimi­
lationskonzept mit der Eröffnung von Teilhabechancen ein
Sowohl-als-auch-Integrationskonzept verfolgt werde, das
aus seiner Sicht wesentlich zielführender sei. Schließlich
mahnte er eine Neuausrichtung der Flüchtlingspolitik an,
die den Betroffenen frühzeitig Teilhabechancen und eine
eigenständige Lebensführung ermöglichen müsse.
Der Vortrag wurde aus Sicht der kommunalen Spitzenver­
bände, Verena Göppert, Beigeordnete für Arbeit, Jugend,
Gesundheit und Soziales des Deutschen Städtetages, und
durch Wolfgang Stadler, Präsident der BAGFW, aus der
Perspektive der Freien Wohlfahrtspflege kommentiert.
Beide stellten die Notwendigkeit abgestimmten Handelns
der verschiedenen Ebenen und Akteure heraus und be­
nannten die Migrations- und Integrationspolitik als zen­
trale Zukunftsaufgabe.
Der fachliche Teil wurde mit einem Podiumsgespräch un­
ter der Aufschrift „Anforderungen an eine vorausschau­
ende Integrationspolitik“ unter der Moderation vom Vor­
stand des Deutschen Vereins, Michael Löher, abgerundet.
An dem Gespräch nahmen neben Christina Ramb, Leiterin
der Abteilung Arbeitsmarkt der Bundesvereinigung der
Deutschen Arbeitgeberverbände, Wolfgang Barth, AWO
Bundesverband, Dr. Michael Lübbersmann, Landrat des
Landkreises Osnabrück auch Dr. Martin Schmidt Präsident
des Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, und Dr.
Gualtiero Zambonini, Integrationsbeauftragter des WDR
teil. Die Teilnehmenden unterstrichen die Notwendigkeit
einer gelebten Willkommenskultur und den offenen Zu­
gang für Zuwander/innen zu Bildung, Arbeit und Teilhabe
am gesellschaftlichen Leben. Herausgearbeitet wurde

Verena Göppert, Beigeordnete des Deutschen Städtetages

Wolfgang Stadler, Präsident der BAGFW

v. l. n. r.: Lübbersmann, Zambonini, Barth, Löher,
Ramb, Dr. Schmidt
69

Teil I	
Teil II	
Teil III	
Teil IV	
Teil V	
Teil VI	
Teil VII	

Die Schwerpunktthemen des Deutschen Vereins im Jahr 2011
Der Eigenverlag des Deutschen Vereins
Die Mitglieder des Deutschen Vereins
Die Geschäftsstelle des Deutschen Vereins
Der Deutsche Verein im Dialog
Finanzierung des Deutschen Vereins
Stiftung und Förderverein des Deutschen Vereins

auch, dass Integration nicht nur ein Rosenweg, sondern auch ein Konfliktweg sei. Neben einer An­
erkennungskultur sei ebenfalls eine offene und sachliche Streitkultur über Konflikte und Hürden des
Zusammenlebens nötig.

Verleihung der Ehrenplakette 2013

Soscha Gräfin zu Eulenburg und Prof. Klaus Schäfer,
Ehrenplakettenträger 2013.

Die Ehrenplakette, höchste Auszeichnung des Deutschen
Vereins für Persönlichkeiten, die sich in herausragender
Weise um die soziale Arbeit und den Deutschen Verein
verdient gemacht haben, wurde 2013 Soscha Gräfin zu
Eulenburg, Vizepräsidentin a. D. des Deutschen Roten
Kreuzes, und Prof. Klaus Schäfer, Staatssekretär a. D. im
Ministerium für Familie, Kinder und Jugend des Landes
Nordrhein-Westfalen, verliehen.

Vereinsregularien
Satzungsgemäß haben die Mitglieder des Hauptausschusses die Jahresrechnung für 2012 abge­
nommen und das Präsidium entlastet. In den Ergänzungswahlen zum Präsidium wurden folgende
Personen neu in das Präsidium gewählt: Michael Bartels, Vorsteher Pommerscher Diakonieverein
e. V., Bernd Meurer, Präsident des Bundesverbandes privater Anbieter sozialer Dienste e. V. sowie
Burkhard Müller, Geschäftsführender Direktor des Landkreistages Rheinland-Pfalz.

70

Hauptausschuss 2013 „Anforderungen an eine vorausschauende Integrationspolitik“

71

Teil IV	Die Geschäftsstelle
des Deutschen Vereins

72

DV intern

1. DV intern
Die Geschäftsstelle des Deutschen Vereins beschäftigte zum 31. Dezember 2013 insgesamt 86 Mit­
arbeiter/innen in Voll- oder Teilzeit, davon fünf in Projekten. In den Arbeitsfeldern arbeiteten ins­
gesamt 58 Mitarbeiter/innen, von denen 39 als wissenschaftliche Referentinnen und Referenten
beschäftigt waren (vgl. Organigramm auf S. 80/81).
Der Deutsche Verein war 2013 Projektträger der Beobachtungsstelle für gesellschaftspolitische Ent­
wicklungen in Europa (www.beobachtungsstelle-gesellschaftspolitik.de) sowie der Koordinierungs­
stelle für das Nationale Forum für Engagement und Partizipation (www.forum-engagement-parti­
zipation.de), dessen Laufzeit im August endete. Zum 1. September 2013 übernahm der Deutsche
Verein die Trägerschaft für das Projekt „Bürgerschaftliches Engagement im Umfeld von Pflege“.

Nora Schmidt ist seit dem 1. Januar 2013 stellvertretende Geschäftsführerin
Das Präsidium des Deutschen Vereins hat Nora Schmidt mit Wirkung zum 1. Januar 2013 zur stell­
vertretenden Geschäftsführerin berufen. Zuvor war die 39-jährige Volljuristin Hauptreferentin der
Geschäftsleitung. Ihre Tätigkeit im Deutschen Verein begann sie 2004 als wissenschaftliche Referen­
tin und stellvertretende Arbeitsfeldleiterin im Arbeitsfeld II Kindheit, Jugend, Familie und Gleichstel­
lung. Zu ihren Schwerpunkten gehörten vor allem die monetäre Familienförderung, (kommunale)
Familienpolitik und Familienbildung.
Von 2008 bis 2011 leitete sie die Geschäftsstelle des Berliner Beirats für Familienfragen in Berlin
und beriet den Senat von Berlin in allen familienrelevanten Fragestellungen. Im November 2011
wechselte sie wieder zum Deutschen Verein.
Heike Hoffer, wissenschaftliche Referentin im AF IV ist seit dem 1. Oktober 2011 bis zum 31. Mai
2014 auf Wunsch des Bundesministeriums für Gesundheit abgeordnet und im Referat 614 Grund­
satzfragen der Pflegeversicherung tätig.

73

Teil I	
Teil II	
Teil III	
Teil IV	
Teil V	
Teil VI	
Teil VII	

Die Schwerpunktthemen des Deutschen Vereins im Jahr 2011
Der Eigenverlag des Deutschen Vereins
Die Mitglieder des Deutschen Vereins
Die Geschäftsstelle des Deutschen Vereins
Der Deutsche Verein im Dialog
Finanzierung des Deutschen Vereins
Stiftung und Förderverein des Deutschen Vereins

Mission Spatzenhaus – Mitarbeiter/innen der
Geschäftsstelle des Deutschen Vereins und der
Deutschen Post AG gemeinsam engagiert beim
Freiwilligentag
Es ist mittlerweile zur Tradition geworden, dass die Mit­
arbeiter/innen der Geschäftsstelle des Deutschen Vereins
sich nicht nur fachlich mit dem Thema Bürgerschaftliches
Engagement beschäftigen, sondern sich auch mit einem
Freiwilligentag aktiv daran beteiligen. Im Jahr 2013 ging
es im September nach Lichtenberg, genauer nach AltHohenschönhausen, in die Kita Spatzenhaus und das Fa­
milienzentrum „Hedwig“, Einrichtungen der Sozialdiakoni­schen Jugendarbeit Lichtenberg-Oberspree. Als Koope­
rationspartner konnte die Deutsche Post AG gewonnen
werden. Die Mission bestand darin, das Außengelände
der Kita Spatzenhaus wieder in Stand zu setzen und für
die Kinder zum Erlebnis- und Erfahrungsbereich umzuge­
stalten. Dank der Engagierten aus der Geschäftsstelle des
Deutschen Vereins und durch die Unterstützung mit fi­
nanziellen Mitteln und Tatkraft der Deutschen Post AG ist
ein schönes und „bespielbares“ Gelände entstanden. Die
Kinder können jetzt wieder sicher und nach Herzenslust
schaukeln, rutschen und buddeln. Unser Fazit: Bürger­
schaftliches Engagement bringt allen etwas!

Alle Bilder: Freiwilligentag

74

DV intern

Studierendengruppen und ausländische
Delegationen zu Gast im Deutschen Verein
Der Deutsche Verein bietet mit seiner über 130jährigen
Geschichte und einem breiten sozialpolitischen Themen­
spektrum seit vielen Jahren Studierenden-, Besuchergrup­
pen und Delegationen die Möglichkeit sich zu informieren
und fachlich auszutauschen. 2013 nutzten dies die Stu­
dierenden der Katholischen Hochschule für Sozialwesen
Berlin mit einer Seminarveranstaltung im Deutschen Ver­
Studierendenggruppe der Hochschule für
ein. Unter dem Titel „Aktuelle Baustellen der Teilhabepoli­
Wirtschaft und Recht, Berlin
tik aus Sicht eines sozialpolitischen Akteurs – Stand und
Herausforderungen der inklusiven Bildungspolitik und teilhabeorientierter Arbeitsmarktpolitik aus
der Perspektive des Deutschen Vereins für öffentliche und private Fürsorge e. V.“ diskutierten die
Studierenden mit Referentinnen aus dem Haus. Eine Studiengruppe des Studiengangs „Öffentliche
Verwaltungswirtschaft (B.A.)“ der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin informierte sich in
einem Expert/innengespräch zum Thema Bildungsgerechtigkeit. Die daraus gewonnenen Erkennt­
nisse flossen in die Abschlussarbeiten der Studierenden ein. Zudem besuchten den Deutschen Ver­
ein, wie in den vergangenen Jahren, Studierende der Alice-Salomon Hochschule Berlin, um sich
über die Entwicklung und aktuelle Themen des Deutschen Vereins zu informieren.

Von Nachbarn lernen: der Deutsch Verein im
internationalen Austausch
Die Funktionsweise des Deutschen Vereins als Plattform
intersektoraler Zusammenarbeit auf dem Gebiet sozialer
Dienstleistungen und sozialer Arbeit stand bei dem Be­
such einer polnischen Delegation im Fokus. Im Rahmen
des Projektes „Modellhaftes System für gesellschaftliche
Integration“ informierten sich die Vertreter/innen des
Ministeriums für Arbeit und Gesellschaftspolitik, des
Institutes der Entwicklung Sozialer Dienste der Arbeits­
gemeinschaft der Verbände Sozialer Organisationen

Polnische Delegation zu Gast im DV

75

Teil I	
Teil II	
Teil III	
Teil IV	
Teil V	
Teil VI	
Teil VII	

Die Schwerpunktthemen des Deutschen Vereins im Jahr 2011
Der Eigenverlag des Deutschen Vereins
Die Mitglieder des Deutschen Vereins
Die Geschäftsstelle des Deutschen Vereins
Der Deutsche Verein im Dialog
Finanzierung des Deutschen Vereins
Stiftung und Förderverein des Deutschen Vereins

WRZOS, der regionalen und kommunalen Sozialbehörden und der mit ihnen kooperierenden sozia­
len Nichtregierungsorganisationen aus Polen über die Gründung, Organisation, Struktur und die
Erfahrungen des Deutschen Vereins. Sie holten sich Anregung für die Gründung einer gesamtpol­
nischen Verständigungs- und Konsultationsplattform, bestehend aus Vertreter/innen lokaler und
regionaler Arbeits- und Sozialbehörden, des Ministeriums für Arbeit und Gesellschaftspolitik so­
wie Verbänden sozialer Nichtregierungsorganisationen mit dem Ziel, rechtliche und administrative
Rahmenbedingungen der Erbringung sozialer Dienste durch NROs in Kooperation mit kommunalen
Stellen kontinuierlich zu analysieren und zu verbessern.
Im Zentrum eines Gesprächs mit einer Delegation des Gesundheitsministeriums der Niederlande
stand die Rolle der Gemeinden und Kommunen im Bereich der Pflege. Anlass war die in den Nieder­
landen geplante umfassende Pflegereform, bei der Gemeinden eine zentrale Rolle in der Steuerung
von Pflegefragen bekommen sollen.

Deutschland und Indien im Dialog
Das Expertenwissen des Deutschen Vereins war auch im Rahmen eines Besuchs von 15 Expert/innen
aus der indischen National- und Regionalpolitik, Wissenschaft und Vertreter/innen der GIZ gefragt.
In Kooperation mit dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales lernten die Delegationsmitglie­
der in einem Vortrag die Grundzüge des deutschen Sozialsystems im föderalen Staat und aktuelle
Trends in Deutschland und Europa kennen. Ein weiterer Schwerpunkt des Austausches lag auf der
praktischen Koordinierung von Sozialberatungsangeboten vor Ort, insbesondere für kommunale
Eingliederungsleistungen, Fallmanagement und beim Zusammenwirken von Jugendhilfe und der
Bundesagentur für Arbeit.

76

Mitarbeit der Geschäftsstelle in externen Gremien und Projekten

2. Mitarbeit der Geschäftsstelle
in externen Gremien und
Projekten

	 Europaausschuss der Bundesarbeitsgemeinschaft
der Freien Wohlfahrtspflege
	 Mitgliederversammlung und AGen des Bundesnetz­
werks Bürgerschaftliches Engagement
	 Plenum der Höheren Kommunalverbände
	 Sozialausschuss Deutscher Städte- und Gemeindebund
	 Sozialausschuss Deutscher Städtetag
	 AG „Erfahrungsaustausch zum Asylbewerberleistungsgesetz“, Deutscher Städtetag
	 Mitgliederversammlung Fachstelle für Internationale Jugendarbeit der Bundesrepublik
Deutschland e. V.
	 Nationale Expertengruppe „transitions. Gelingende Übergänge in Ausbildung und Arbeit“,
Fachstelle für Internationale Jugendarbeit der Bundesrepublik Deutschland e. V.
	 Konferenz der Obersten Landessozialbehörden
	 Konferenz der Bundesarbeitsgemeinschaft der Landesjugendämter
	 Konferenz der Großstadtjugendämter
	 Mitgliederversammlung und Hauptausschuss der Bundesarbeitsgemeinschaft der überörtlichen
Sozialhilfeträger
	 Mitgliederversammlung und Fachkommission „Aktuelle Fragen der Seniorenpolitik“ der
Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen
	 Arbeitskreis „Altern im ländlichen Raum“ im Bundesministerium für Verkehr, Bau und
Stadtentwicklung
	 Fachausschüsse der Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe
	 Koordinierungsgruppe zur Weiterentwicklung und Steuerung der Hilfen zur Erziehung der
Bundesländer
	 Fachbeirat Bundesverband für Erziehungshilfe e. V.
	 Wissenschaftlicher Beirat des Projekts „Wirkungen des Bundeskinderschutzes – Wissen­
schaftliche Grundlagen“
	 Ständiger Ausschuss der AG Schuldnerberatung der Verbände
	 Mitglied des Ständigen Beirats des Bundesforum Familie

77

Teil I	
Teil II	
Teil III	
Teil IV	
Teil V	
Teil VI	
Teil VII	

Die Schwerpunktthemen des Deutschen Vereins im Jahr 2011
Der Eigenverlag des Deutschen Vereins
Die Mitglieder des Deutschen Vereins
Die Geschäftsstelle des Deutschen Vereins
Der Deutsche Verein im Dialog
Finanzierung des Deutschen Vereins
Stiftung und Förderverein des Deutschen Vereins

	 Beraterkreis des Bürgerdialogs „Demografischer Wandel. Wie bleibt unser Land ideenreich
und innovativ?“ des BMBF
	 Arbeitsgruppe „Allianz für Menschen mit Demenz“ innerhalb der Demografiestrategie der
Bundesregierung „Jedes Alter zählt“
	 Arbeitsgruppe „Familie als Gemeinschaft stärken“ innerhalb der Demografiestrategie der
Bundesregierung „Jedes Alter zählt“
	 Arbeitsgruppe „Fachkräftegewinnung für die Kindertagesbetreuung“ des BMFSFJ
	 Steuerungskreis MGH des BMFSFJ
	 Beirat des Bundes zur Umsetzung der EU-Jugendstrategie
	 Projektbeirat zur „Erprobung des Entwurfs eines Qualifikationsrahmens für den Beschäftigungs­
bereich der Pflege, Unterstützung und Betreuung älterer Menschen“ beim BMFSFJ
	 Beirat zum Aufbau einer Allianz für Jugend
	 Beraterkreis für die Armuts- und Reichtumsberichterstattung des BMAS
	 Arbeitsgruppe Bildung und Teilhabe des Bund-Länder-Ausschusses des BMAS
	 AK „Deutscher Qualifikationsrahmen (DQR)“ beim BMBF
	 Expertenbeirat zur Umsetzung des neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs beim BMG
	 Fachausschuss „Gesundheit, Pflege, Prävention, Rehabilitation“ beim Beauftragten der
Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen
	 Beirat des Hochschulverbunds BASA-online
	 Beirat der BHP Berufs- und Fachverbands GmbH
	 Beirat Demografiekongress Zukunftsforum Langes Leben
	 Beirat „Arbeitsbündnis Jugend und Beruf“ der Bundesagentur für Arbeit
	 Mitgliederversammlung Deutsches Jugendinstitut
	 Bundesarbeitsgemeinschaft Qualitätssicherung in ambulant betreuten Wohngemeinschaften
	 Projekt Kompetenzzentrum für gehörlose Menschen im Alter, insbesondere Menschen mit
Demenz
	 Ausschuss Pflege und Rehabilitation der Deutschen Vereinigung für Rehabilitation
	 Familienrechtskommission des Europarats
	 Exekutivkomitee International Social Service
	 Vorstand des International Council on Social Welfare – European Region
	 National Coalition
	 European Social Network
	 Social Platform
	 Stakeholder-Komitee zum EU-Projekt Local Dimensions of Integrated Social and Employment
Policies (LOCALISE)
	 Special Commission meeting der Haager Konferenz für Internationales Privatrecht

78

Mitarbeit der Geschäftsstelle in externen Gremien und Projekten

	
	
	
	
	
	
	
	
	
	
	
	
	
	
	
	
	
	

Beirat „Aktion Schutzbengel“
Kuratorium ConSozial
Netzwerk zentraler Institutionen für Jugend- und Sozialarbeit
Projekt „Aufstieg durch Bildung: offene Hochschulen“
Fachpolitischer Beirat der Weiterbildungsinitiative Frühpädagogischer Fachkräfte
Expertengruppe Kompetenzprofil für Fort- und Weiterbildner/innen der Weiterbildungsinitiative
Frühpädagogischer Fachkräfte
Expertengruppe Anschlussfähige Bildungswege der Weiterbildungsinitiative Frühpädagogischer
Fachkräfte
Vorstand Deutscher Sozialgerichtstag
Vorstand Deutschen Sozialrechtsverbandes
WDR-Gesprächsrunde zum Thema Gemeinwohl
Leitungskreis zum Kongress der Sozialwirtschaft
Beirat des Fachkräfteprogramms im Rahmen von „LISA – Lokale Initiativen zur Integration
junger Migranten in Ausbildung und Beruf“ der Robert-Bosch-Stiftung
Qualitätsbeirat des Bundesverbandes der Berufsbetreuer/innen e. V.
KGSt Berichtsprojekt „Steuerung nachhaltiger kommunaler Sozialpolitik“
Arbeitskreis Alter und Gesundheit von Gesundheit Berlin-Brandenburg e. V.
Ausschuss gesundheitsziele.de der Gesellschaft für Versicherungswissenschaft und
-gestaltung e. V.
Projektbeirat des Bundesministerium für Arbeit und Soziales zur Evaluation der bundesweiten
Inanspruchnahme und Umsetzung der Leistungen für Bildung und Teilhabe
Bund-Länder-Arbeitsgruppe des Arbeits- und Sozialministerkonferenz zur Rechtsvereinfachung
im SGB II

79

Teil I	
Teil II	
Teil III	
Teil IV	
Teil V	
Teil VI	
Teil VII	

Die Schwerpunktthemen des Deutschen Vereins im Jahr 2011
Der Eigenverlag des Deutschen Vereins
Die Mitglieder des Deutschen Vereins
Die Geschäftsstelle des Deutschen Vereins
Der Deutsche Verein im Dialog
Finanzierung des Deutschen Vereins
Stiftung und Förderverein des Deutschen Vereins

3. Organisationsplan der Geschäftsstelle
des Deutschen Vereins für öffentliche
und private Fürsorge e. V.
Tel.: +49 (0) 30 / 6 29 80-0
Fax: +49 (0) 30 / 6 29 08-150

Verwaltung
Verwaltungsleitung, Controlling, Beauftragter für den Haushalt
Ulrich Schwanecke-500
Zentrale Dienste
Z1	Facility Management, Zentral­
einkauf, Bibliothek, Archiv
Sabine Schulze*-501
Z2	Zentralsekretariat
Maxi-Loreen Holland* -504
Z3	Mitglieder-/Abonnementverwaltung
Sabine Rosenlöcher-502
Z4	Informations- und
Kommuni­kationstechnik
Klaus Hurych*-505
Z5	 Zentrales Adress­management
Sibylle Otten*-617
Personalwesen

Arbeitsfeld I

Grenzüberschreitende
Sozialarbeit, Internationaler
Sozialdienst (ISD)
Arbeitsfeldleitung
Gabriele Scholz -416
Referent/-innen
Ursula Rölke* -408
Ulrike Schwarz* -407
Sachbearbeitende
Referent/-innen
Marc Bauer*-412
Martina Döcker-404
Verena Lingg*-409
Sebastian Regitz-414
Ingo Stamm*	-421
Sachbearbeitung
Änne Machalz*-403
Ulrike Regner* 0581/97382760
Claudia Voellmann	-410

Arbeitsfeld II

Arbeitsfeld III

Kindheit, Jugend, Familie,
Soziale Berufe
Arbeitsfeldleitung
Ulrike Peifer -216
Referent/-innen
Dr. Romy Ahner-206
Réka Fazekas*-220
Dr. Eberhard Funk*-210
Sabine Gallep*-212
Dr. Alexandra Krause-321
Larissa Meinunger*-320
Dr. Petra Mund-215
Maria-Theresia Münch-219
Dorette Nickel*	-211
Sachbearbeitung
Anke Baldzer-214
Astrid Witt*	-207

Grundlagen sozialer
Sicherung, Sozialhilfe,
soziale Leistungssysteme
Arbeitsfeldleitung
Reiner Höft-Dzemski -301
Referent/-innen
Anika Cieslik*-322
Gottfried Eichhoff*-307
Andreas Krampe*-302
Dr. Andreas Kuhn*-202
Nicola Leiska-Stephan*-323
Bojana Markovic´-312
Constanze Rogge-327
Sachbearbeitung
Doreen Prengemann*-305
Astrid Witt*	-209

P1	Personalangelegenheiten,
Personalkosten
Renate Lorenz-503
P2	Arbeitszeit, Urlaub
Maxi-Loreen Holland*-504
Finanz- u. Rechnungswesen
F1	Haushalt, Steuern, Kosten­rechnung
Kerstin Beiersdorf*-512
F2	 Kreditoren-/Debitoren­­buch­haltung, Honorare,
Reisekosten, Kasse
Monique Barduhn-510
F3 Projekthaushalte
Angela Lehmann*-509
Auszubildende
Zahra Samadian-508
Akademie des Deutschen Vereins
Veranstaltungsmanagement
Mark Ernstberger-606
Petra Prums*-419
Sabine Schulze*
Bärbel Winter*-605 

80

Stand: 31. Dezember 2013
* Teilzeit

Organigramm

Vereins- und Mitglieder­wesen,
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Leitung
Beate Maria Hagen-614

Vorstand
Michael Löher-600
Sekretariat
Andrea Sievert-602

Referentin
Diana Pech*-627
Sachbearbeitung
Jenny Kautza-615
Linda Meier*-616

Geschäftsführerin

Koordinatorin der Arbeitsfelder
Bärbel Habermann-601
Referentin bei der
Koordinatorin
Miranda Chrestin*-604

Sachbearbeitung
Beatrice Hass-603

stellv. Geschäftsführerin

stellv. Koordinatorin der
Arbeitsfelder
Nora Schmidt*-628

Arbeitsfeld IV

Alter, Pflege, Rehabilitation,
Gesundheit, Steuerung
sozialer Dienste
Arbeitsfeldleitung
Dr. Edna Rasch-317
Referent/-innen
Réka Fazekas*-220
Daniel Heinisch-309
Uwe Hellwig-204
Jana Henneberger*-303
Barbara Kahler-314
Susann Kroworsch*-311
Dorette Nickel*-211
Dr. Irina Pfützenreuter*-218
Klaus-Jürgen Titz*-201
Sachbearbeitung
Marlis Haertel-208
Marlies Schiedel*-306

Arbeitsfeld V

Bundeszentrale
Fachpublikationen
Arbeitsfeldleitung
Ralf Mulot -313
Redakteurin
Dr. Sabine Schmitt -319
Mediengestalterin
Barbara Schmeißner-315
Sachbearbeitung
Claudia Gloede*-316

Stabsstelle
Internationales
Leitung
Cornelia Markowski -134
Referenten/-innen
Britta Spilker-132
Anke Böckenhoff-133

Stabsstelle
Bürgerschaft­liches
Engagement

Bürgerschaftliches
Engagement im
Umfeld von Pflege

Leitung
Petra Fuchs -618

Projektleitung
Mariana Rieck Moncayo-515

Sachbearbeitung
Stephanie Schrödter* -136

Projektassistenz
Jessica Schon*-625

Sachbearbeitung
Sabrina Koplin* -131
Stephanie Schrödter* -136
Beobachtungsstelle für
gesellschaftspolitische
Entwicklungen in Europa
Referentinnen
Sören Hoyer-135

81

Teil V	Der Deutsche Verein
im Dialog

82

Der Deutsche Verein im Dialog

Parlamentarischer Abend 2013
„Baustelle Sozialstaat – Sozialpolitik in der Konsolidierungsfalle!“
Gut sechs Monate vor der Bundestagswahl haben der
Deutsche Verein für öffentliche und private Fürsorge e. V.
und die Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohl­
fahrtspflege e. V. zu ihrem mittlerweile fünften gemein­
samen Parlamentarischen Abend geladen. Über 200 Gäste
folgten der Einladung am 19. März 2013 in das Atrium
der Deutschen Bank Unter den Linden – darunter zahl­
reiche Bundestagsabgeordnete, Staatssekretärinnen und
-sekretäre des Bundes und der Länder sowie Repräsen­
tantinnen und Repräsentanten der Mitglieder des Deut­
schen Vereins. Das Programm, das unter der Überschrift
„Baustelle Sozialstaat – Sozialstaat in der Konsolidie­
rungsfalle!“ standfand, sowie die Gespräche am Rande
des Parlamentarischen Abends boten gute Gelegenheit,
der Politik wichtige Impulse für die anstehenden Wahl­
programme und Koalitionsverhandlungen mit auf den
Weg zu geben.
In seinem Impulsvortrag richtete der Präsident des Bun­
dessozialgerichts, Peter Masuch, „den Blick auf das zu­
künftige Haus unseres Sozialstaats“. Auf die Frage, was
das Recht im Sozialstaat leisten kann und muss, formu­
lierte er, dass es speziell im Sozialrecht notwendig sei,
sich an gesellschaftlich-ökomische Entwicklungen und
veränderte Bedarfe anzupassen und auf neue Herausfor­
derungen zu reagieren. Auch die Sozialhilfe sei nur zu­
kunftsfähig, wenn sie anpassungsfähig bleibe.

v. l. n. r.: Dr. Gerhard Timm, Wolfgang Stadler, Franz Müntefering,
Wilhelm Schmidt und Caren Marks

Peter Masuch, Präsident des Bundessozialgerichts

Die anschließende Diskussion zwischen Dr. Stephan Articus, Hauptgeschäftsführer des Deutschen
Städte­-tages, Maria Loheide, Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege, Peter Masuch
sowie Wilhelm Schmidt, Präsident des Deutschen Vereins für öffentliche und private Fürsorge e. V.,
konnte in der Kürze der Zeit die zahlreichen Aspekte nur anreißen. Die übereinstimmende Botschaft
an die Politik lautete: Die Weiterentwicklung des hochkomplexen Sozialstaats ist notwendig und
sie muss stärker durch fachliche, auch wissenschaftliche Expertise im Gesetzgebungsprozess legiti­
miert werden.
83

Teil I	
Teil II	
Teil III	
Teil IV	
Teil V	
Teil VI	
Teil VII	

Die Schwerpunktthemen des Deutschen Vereins im Jahr 2011
Der Eigenverlag des Deutschen Vereins
Die Mitglieder des Deutschen Vereins
Die Geschäftsstelle des Deutschen Vereins
Der Deutsche Verein im Dialog
Finanzierung des Deutschen Vereins
Stiftung und Förderverein des Deutschen Vereins

DV als Ort bundeszentraler Arbeitstreffen
Der Deutsche Verein bietet seit 16 Jahren mit seinen
Arbeitstreffen der Vorsitzenden und Geschäftsstellen­
leiterinnen und Geschäftsstellenleitern der Schiedsstel­
len nach SGB XII und SGB XI ein bundeszentrales Forum
zur Diskussion und zum Austausch über die Arbeit in den
Schiedsstellen an. An den Beratungen der Vorsitzenden
nehmen regelmäßig Vertreter/innen des BMAS, des BMG
und des Bundessozialgerichts teil.
Abschlussgespräch

Die Arbeitsgruppe der örtlichen Betreuungsbehörden
trifft sich seit 2009 zweimal jährlich unter dem Dach des
Deutschen Vereins. 2013 widmete sich die Arbeitsgruppe
im Wesentlichen den Ände­rungen durch das im Juli 2014
in Kraft tretende Gesetz zur Stärkung der Funktionen der
Betreuungsbehörde und den Voraussetzungen zur Verein­
heitlichung der Behördenstatistik.

Peter Masuch im Gespräch mit den Bundestagsabgeordneten
Kerstin Griese, Franz Müntefering und Ulrike Gottschalck

Unter dem Dach des Deutschen Vereins finden zudem re­
gelmäßig die Tagung für Sozialdezernentinnen und So­
zialdezernenten, die Arbeitstagung der Sozialamtsleiter/
innen der großen Großstädte sowie die Arbeitstreffen
für die Sozialgerichtsbarkeit und die Kommentatoren
zum SGB II und XII statt.

Abend der Begegnung
Seit 2007 zählt der Abend der Begegnung in der Geschäftsstelle des Deutschen Vereins zu den fes­
ten Terminen der Sommerfestivitäten in der „Berliner Republik“. Auch im Jahr 2013 folgten unserer
Einladung weit über 150 Gäste aus Politik, Zivilgesellschaft und Wirtschaft.

84

Der Deutsche Verein im Dialog

85

Teil VI	Finanzierung
des Deutschen Vereins

86

Finanzierung des Deutschen Vereins

Die Förderung des Deutschen Vereins erfolgt seit dem Jahr 2002 auf der Grundlage einer Förderver­
einbarung mit dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Der Förderbetrag
ist auf 4.455.000,00 Euro gedeckelt.
Der Deutsche Verein erhält für die in den Arbeitsfeldern beschäftigten Mitarbeiter/innen Personal­
kosten-, Personalgemeinkosten- und Sachkostenpauschalen entsprechend den vom Bundesministe­
rium der Finanzen festgelegten Sätzen. Diese Pauschalsätze werden jährlich anhand der aktuellen
Personalkosten der nachgeordneten Bundesbehörden ermittelt.
Mit dem Förderbeitrag sind außerdem die an ehemalige Mitarbeiter/innen (mit einem beamten­
rechtsähnlichen Status) zu zahlenden Versorgungsleistungen und die dazugehörigen Beihilfeauf­
wendungen abgedeckt.
Für jede der im Bundesinteresse liegenden bundeszentralen Fachveranstaltungen erhält der Deut­
sche Verein eine pauschale Förderung in Höhe von 36,00 Euro pro Teilnehmer/in und Tag sowie eine
pauschale Förderung in Höhe von 256,00 Euro für externe Referentinnen und Referenten.
Sonstige im Bundesinteresse liegende Einzelmaßnahmen stellen ein weiteres Förderinstrument dar.
Das Haushaltsergebnis 2013 gliedert sich, ohne Projekte, wie folgt:

Einnahmen
Bundeszuwendung	
Länderzuschüsse und Mitgliederbeiträge, Spenden	
Eigene Einnahmen	

4.349.678,00 Euro
566.909,87 Euro
967.232,07 Euro

Ausgaben
Personalausgaben	
Sachkosten	
Investitionen	
Beiträge	

3.836.273,19 Euro
1.725.332,09 Euro
64.724,68 Euro
99.138,65 Euro

Das Finanzvolumen der laufend zu bewirtschaftenden Projekte betrug 2013 491.682,49 Euro.

87

Teil VII	Stiftung und Förderverein
des Deutschen Vereins

88

Stiftung Deutscher Verein für öffentliche und private Fürsorge

1. Stiftung Deutscher Verein für öffentliche und
private Fürsorge
Mit Urkunde vom 29. Dezember 2010 hat das Regierungspräsidium Darmstadt (Hessen) die Stiftung
Deutscher Verein für öffentliche und private Fürsorge als rechtsfähige gemeinnützige Stiftung bür­
gerlichen Rechts anerkannt. Satzungsmäßig verfolgt die Stiftung das Ziel, das Wohlfahrtswesen
durch die Förderung der sozialen Arbeit zu unterstützen. Die Stiftung hat ihren Sitz in Frankfurt
am Main.
Der Vorstand der Stiftung wird von Karl Janssen (Vorsitzender), Beigeordneter a. D., und Werner
Hesse (stellvertretender Vorsitzender), Geschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbandes e. V.,
geführt.
Der Stiftungsrat besteht aus zehn Personen. Den Vorsitz des Stiftungsrates hat Wilhelm Schmidt,
Vorsitzender des Präsidiums Arbeiterwohlfahrt Bundesverband e. V., inne. Das Amt des stellvertre­
tenden Vorsitzenden des Stiftungsrates hat Lothar A. Böhler, Senator e. H., Direktor der Stiftungs­
verwaltung Freiburg i. Br., übernommen.
  

Weitere Informationen finden Sie unter: http://www.stiftung-deutscher-verein.de/

89

Teil I	
Teil II	
Teil III	
Teil IV	
Teil V	
Teil VI	
Teil VII	

Die Schwerpunktthemen des Deutschen Vereins im Jahr 2011
Der Eigenverlag des Deutschen Vereins
Die Mitglieder des Deutschen Vereins
Die Geschäftsstelle des Deutschen Vereins
Der Deutsche Verein im Dialog
Finanzierung des Deutschen Vereins
Stiftung und Förderverein des Deutschen Vereins

2. Förderverein des Deutschen Vereins
Der Verein zur Förderung der öffentlichen und privaten Fürsorge e. V. (Förderverein) hat nach seiner
Satzung den Zweck, die öffentliche und private Fürsorge in der Bundesrepublik Deutschland im Be­
reich der Sozial-, Jugend- und Gesundheitshilfe zu fördern, indem Aktivitäten des Deutschen Vereins
für öffentliche und private Fürsorge e. V. unterstützt werden. Aus besonderen Anlässen kann er die
Förderung von Einzelprojekten, wie die Herausgabe und Finanzierung von Schriften, die Durchfüh­
rung von Tagungen und Forschungsvorhaben, die Studienförderung sowie die Unterstützung der
Öffentlichkeitsarbeit auf diesen Gebieten, übernehmen.
Den Vorsitz des Fördervereins führt Lothar A. Böhler, Senator e. H., Direktor der Stiftungsverwaltung
Freiburg i. Br.
Im Jahre 2013 hat der Förderverein den Deutschen Verein im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit geför­
dert. Die Mittel wurden dazu verwendet, den Internet-Auftritt des Deutschen Vereins zu überarbei­
ten. Mit dieser Unterstützung kann 2014 eine neue, moderne und benutzerfreundliche Internetseite
präsentiert werden.
Der Deutsche Verein dankt dem Verein zur Förderung der öffentlichen und privaten Fürsorge e. V.
für seine Unterstützung im Jahre 2013.

Weitere Informationen finden Sie unter: http://www.foerderverein-dv.de/

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