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Full text: Jahresbericht Issue 2011/2012

Jahresbericht 2011/2012

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Inhalt
Vorwort des Vorstandes ................................................................................................. 4
Die Kinderschutz(bund)-Themen des Jahres
• Zwei Jahre „Berliner Gesetz zum Schutz und Wohl des Kindes“ –
eine Auswertung .......................................................................................................... 8
• Keine Entwarnung – Kinderarmut in Berlin nach wie vor hoch ..................................... 10
• Reinfall Bildungspaket – Kinderschutzbund fordert: Bildung statt Bürokratie .............. 11
Neues vom Kinderschutzbund Landesverband Berlin
• Was sich der Berliner Kinderschutzbund von der neuen Landesregierung erhofft ........ 20
• Ist erfolgreiche Arbeit für Kinder und mit Kindern messbar? ........................................ 20
• Kinderschutzbund gibt Kurse zu Gewaltprävention an Hellersdorfer Schule ................ 22
• „Hand in Hand gegen Gewalt“ – Kinderschutzbund in der Moschee ............................ 23
• Kinderschutzbund schult BVG-Mitarbeiter/innen ......................................................... 26
• Neue Räume für unsere Beratungsstelle ...................................................................... 26
• Lange Nacht der Familie ............................................................................................... 27
• Weltspieltag 2011 ......................................................................................................... 29
• Statistik Elternkurse ..................................................................................................... 30
Aktivitäten der Kinderschutzbund-Projekte
• Kinderrechte-Weltreise für Weddinger Grundschule .................................................... 34
• Anti-Gewalt-Schulung von Fünftklässlern ..................................................................... 36
• Elternarbeit mit Sinti- und Roma-Familien .................................................................... 36
• Soziales Lernen in der Jungengruppe ........................................................................... 37
• Neues Betreuungs-Konzept für die Ein- bis Dreijährigen in unserer Kita ...................... 38
• Kinderschutzbund-Kita bietet jetzt Vollzeitbetreuung .................................................. 40
• Tolle Angebote für „unsere“ Grundschulkinder ............................................................ 40
• Von „A“ wie Apfel bis „Z“ wie Zitrone – gesunde Ernährung
beim Kinderschutzbund ............................................................................................... 40
• Abenteuerreisen für Kinderschutzbund-Kinder ............................................................. 42
• Kurz vorgestellt – fünf Kolleg/innen mit türkischen Wurzeln ........................................ 45
Beispielhafte Hilfe
• Lohnverzicht für einen guten Zweck – die Belegschaft des BMW-Werkes
in Spandau engagiert sich für den Kinderschutzbund .................................................. 48
• Kinderschutzbund in der Gemäldegalerie ..................................................................... 49

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• Die Alfa Metalcraft Corporation (AMC) unterstützt das Projekt „Was im Magen,
was im Kopf“ des Berliner Kinderschutzbundes ........................................................... 50
• Der Kiwanis-Club Berlin-Frohnau e.V spendiert Schulranzen ........................................ 52
• Die Bundesarchitektenkammer unterstützt Projekt „Die tapferen Schneiderlein“ ........ 53
• Bundesweiter Lesetag – Schaupielerin Julia Althoff begeistert Kinder ......................... 55
• „Die Großen für die Kleinen“ – Hildebrandt & Bartsch feiert 90jähriges Jubiläum
und beschenkt den Kinderschutzbund ......................................................................... 56
• Weihnachtsgeschenke-Berg von der Deutschen Bank .................................................. 57
• Weitere Highlights: Ausflüge zu Hertha BSC und Alba Berlin ....................................... 57
Dank an alle Spender/innen und Unterstützer/innen ................................................... 58
Pressemitteilungen ........................................................................................................ 61
Organigramm .................................................................................................................. 70
Beitrittserklärung .......................................................................................................... 71

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Vorwort zum Jahresbericht 2011/2012
des Deutschen Kinderschutzbundes Landesverband Berlin e.V.
Liebe Mitglieder, liebe Freundinnen und Freunde, Förderer und Sponsoren des Berliner
Kinderschutzbundes,
das Jahr 2011 war wieder ein bewegtes und bewegendes – auch für den Kinderschutzbund.
Politisch waren die vergangenen zwölf Monate in Berlin geprägt von Wahlkampf und Wahlversprechen. Das haben wir zum Anlass genommen, uns die Wahlprogramme der „größeren“ Parteien einmal genauer anzusehen. Egal ob schwarz, grün, gelb oder rot – alle hatten auf ihre Art und Weise die Themen Kinderrechte, Kinderarmut und Familienpolitik auf
der Agenda. Zu Recht, wie wir finden.
Denn immer noch ist Berlin trauriger Spitzenreiter, wenn es um Kinderarmut in Deutschland
geht. Und auch bei der „Chancengleichheit in der Bildung“ gibt es aus Sicht des Kinderschutzbundes noch viel zu tun. Jeden Tag aufs Neue erleben wir in unseren Kinderprojekten, dass schon die ganz Kleinen mit großem Hunger in die Kita oder die Schule kommen.
Viele sind hungrig, weil es morgens kein anständiges Frühstück gab, andere sind vor allem
hungrig nach Wissen, weil sie zu Hause kaum Förderung erfahren – auf manche Kinder trifft
beides zu.
Aus diesen und vielen anderen Gründen freut es uns, wenn wir in der Koalitionsvereinbarung der neuen Berliner Landesregierung Sätze lesen wie: „Das Kindeswohl steht für uns
im Mittelpunkt des Handelns. Alle Kinder und Jugendlichen müssen die Chance auf eigenständige Entwicklung ihrer Persönlichkeit haben, die später eine gleichberechtigte und
selbstständige Teilhabe an der Gesellschaft ermöglicht. Die Stärkung und Unterstützung
insbesondere junger Familien ist dabei eine zentrale Aufgabe.“ Auch die Pläne, „das Netzwerk Kinderschutz weiter(zu)entwickeln und eine ressortübergreifende Strategie gegen
Kinderarmut (zu) erarbeiten“ begrüßt der Kinderschutzbund sehr. Wir werden genau verfolgen, ob der Koalitionsvertrag tatsächlich im Sinne der Kinder und Jugendlichen sowie ihrer
Familien umgesetzt wird.
Aber natürlich haben wir im vergangenen Jahr nicht nur auf die anderen geschaut, sondern
auch selbst wieder einiges bewegt. Die Kolleginnen aus der Beratungsstelle waren viel
unterwegs, um Fachkräfte in Sachen „Kinderschutz“ fortzubilden. Sie erarbeiteten mit
Schülerinnen und Schülern, wie man sich vor Gewalt schützen und Gewalt vermeiden kann,
und sie saßen sogar in der Moschee und diskutierten über gewaltfreie Erziehung. Darüber
hinaus berieten sie Eltern und alle anderen, die sich Sorgen um Kinder machten. Ganz
„nebenbei“ zogen sie noch in neue Beratungsstellenräume um. Alle Achtung!

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Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der anderen Kinderschutzbund-Standorte waren
natürlich ebenfalls aktiv. Am Schulstandort Müllerstraße wurde in diesem Jahr wieder
geräumt und renoviert, damit die Kinder gut betreut und gefördert werden können – in
Räumen, in denen sie sich wohl fühlen. In unserem Kinder-Kiez-Zentrum an der Erika-MannGrundschule gab es 2011 wieder viele tolle Projekte von „Early-English“ über eine ZirkusAG bis hin zu einer Nähwerkstatt. Es war für jeden Geschmack etwas dabei. Kein Wunder
also, dass die Anmeldungen stetig steigen. Das Kinder-Kiez-Zentrum rechnet im kommenden Schuljahr mit 349, der Schulstandort Müllerstraße mit 270 Kindern. Sehr gefreut hat
uns, dass es 2011 erneut für zwei Kindergruppen hieß: „Ab in den Urlaub!“ Die Unterstützung der ARD-Fernsehlotterie und der ALPHONS-VELISCH-Stiftung machte dies möglich. Dafür ein ganz großes Dankeschön!
Unsere Schulstation – ebenfalls an der Erika-Mann-Grundschule – kümmerte sich intensiv
um Kinder, die es mit Klassenkameraden, Lehrern, und/oder Eltern nicht leicht hatten.
Dabei legten sie ein besonderes Augenmerk auf eine Gruppe verhaltensauffälliger Jungen
sowie auf Kinder aus südosteuropäischen Familien. Im Schülerladen „A13“ gründete sich
ein engagiertes Kinderparlament, was regelmäßig tagte. Ein weiteres Highlight, über das
wir uns sehr freuen: Unsere Kita ist seit dem 01. September 2011 eine „Vollzeit-Kita“. Das
heißt, die Kolleginnen und Kollegen sind von Montag bis Freitag von 7.30 bis 16.30 Uhr für
die ganz Kleinen da. Sehr viel Spaß hatten Kleine und Große auch bei unserem alljährlichen
Weltspieltagsfest und bei der „Langen Nacht der Familie“. Was es hierzu und darüber hinaus an Neuem und Berichtenswertem gibt, können Sie auf den nachfolgenden Seiten lesen.
Vieles an Angeboten für „unsere“ Kinder wäre ohne die Unterstützung zahlreicher Förderer
nicht möglich. So kochte beispielsweise das Unternehmen AMC für und mit Kinderschutzbund-Kindern und überreichte am Ende des Tages einen großzügigen Scheck; die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des BMW-Werkes in Spandau spendetet den Lohn eines gesamten Arbeitstages an den Kinderschutzbund; die Firma Hildebrandt & Bartsch feierte ein
rundes Jubiläum und sammelte aus diesem Anlass für das Projekt „Was im Magen, was im
Kopf“ des Kinderschutzbundes; der Kiwanis-Club Berlin-Frohnau e.V spendierte unseren
Vorschulkindern nigel-nagel-neue Schulranzen und die Deutsche Bank brachte kurz vor
Weihnachten einen Kleintransporter voller Geschenke beim Kinderschutzbund vorbei.
Dies sind nur einige Beispiele für das wirklich großartige Engagement vieler Menschen für
den Berliner Kinderschutzbund. Dafür bedanken wir uns an dieser Stelle ganz, ganz herzlich. Und natürlich planen wir für 2012/2013 weitere spannende Projekte und Angebote, für
die wir dringend Unterstützung benötigen. Daher freuen wir uns über jede noch so kleine
Spende! Ausführliche Berichte über all diese und andere tollen Aktionen und Ideen finden
Sie unter der Rubrik „Beispielhafte Hilfe“.

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Selbstverständlich möchte ich es nicht versäumen, mich bei allen Mitarbeiterinnen und
Mitarbeitern, den ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, allen Ratgebern sowie unseren
Mitgliedern und meinen Vorstandskolleginnen und -kollegen sehr herzlich zu bedanken.
Ihre und Eure Mithilfe ist ein wichtiger Bestandteil der Arbeit des Kinderschutzbundes und
ohne Ihr und Euer Engagement wäre diese Arbeit nicht möglich!
Ich grüße Sie herzlich und bitte Sie, den Kinderschutzbund auch weiterhin zu unterstützen!

Ulrike Leyh
1. Vorsitzende DKSB LV Berlin e.V.

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„Unsere“ Kita-Kinder

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Die Kinderschutz(bund)-Themen des Jahres
Zwei Jahre „Berliner Gesetz zum Schutz und Wohl des Kindes“ –
eine Auswertung
Seit dem 01.01.2010 ist das „Berliner Gesetz zum Schutz und Wohl des Kindes“ in Kraft. Mit
diesem Gesetz hat der Berliner Senat bereits im Vorfeld des geplanten Bundeskinderschutzgesetzes die Strukturen der Prävention und des aktiven Kinderschutzes in Berlin
geregelt. Eingeführt wurde damit ein verbindliches Einladewesen und Rückmeldeverfahren
für die Früherkennungsuntersuchungen ab der U4 bis zur Vollendung des sechsten Lebensjahres. Darüber hinaus macht das Gesetz klare Handlungsvorgaben, wie in einem möglichen Verdacht auf Kindeswohlgefährdung vorgegangen werden soll. Weiterhin sollten Prävention und so genannte „frühen Hilfen“ für Familien ausgebaut werden.
Als berlinweit arbeitende Beratungsstelle bieten wir zum einen Fachberatungen bei einem
möglichen Verdacht auf Kindeswohlgefährdung an. Hier geht es zuerst um eine Risikoeinschätzung, um dann die weitere Intervention zu planen. Zum anderen bieten wir Fortbildungen zum Thema Kinderschutz für Fachkräfte und Ehrenamtliche an, die mit Kindern und
Familien arbeiten. Das heißt, wir sind tagtäglich in der einen oder anderen Form mit Kinderschutzfragen konfrontiert.
Nach den bekannt gewordenen Fällen von Kindesmisshandlung in den vergangenen
Monaten ist es aus unserer Sicht zunehmend wichtig, eine Zwischenbilanz zur Umsetzung
des „Berliner Gesetzes zum Schutz und Wohl des Kindes“ zu ziehen. Mit dem Berliner
Gesetz wurde grundsätzlich bestätigt, was bereits im Paragraphen 8a des SGB VIII (Sozialgesetzbuch) unter „Schutzauftrag bei Kindeswohlgefährdung“ festgeschrieben ist. Dort
wird definiert, wer in welchem Zusammenhang wofür verantwortlich ist. Darüber hinaus
wurden Handlungsempfehlungen für die Zusammenarbeit zwischen Kita, Gesundheitsamt
und Jugendamt, sowie für die Kooperation zwischen Schule und Jugendamt erarbeitet. Hier
sind die gesetzlichen Vorgaben in klaren Handlungsschritten dargelegt.
Nach den Erfahrungen aus unseren Fachberatungen sowie den Fortbildungen kommt der
Berliner Kinderschutzbund zu dem Schluss, dass unter den Fachleuten weiterhin eine große Unsicherheit darin besteht, wann etwas von wem gemeldet werden muss. Die Kooperationswege sind zwar klar beschrieben, werden aber häufig nicht umgesetzt. Dies lässt sich
am besten an einem Beispiel verdeutlichen. Besteht in einer Kita der Verdacht auf eine Kindeswohlgefährdung, ist die Einrichtung verpflichtet, sich Unterstützung durch eine Fachberatung zu holen. Im Anschluss sollte ein Gespräch mit den Eltern folgen, soweit der Schutz
des Kindes nicht gefährdet ist. Darin sollten die Fachkräfte darauf hinwirken, dass die Familie sich Hilfe sucht bzw. Hilfe annimmt. Falls dies nicht geschieht, müsste die Familie dar-

die kinderschutz(bund)-themen des jahres

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über informiert werden, dass das Jugendamt eingeschaltet wird. Nach der Meldung an das
Jugendamt muss es darum gehen, die weitere Zusammenarbeit von Jugendamt, Kita und
Familie sowie ggf. weitere Hilfen zu klären. Das wäre laut Gesetz das wünschenswerte Verfahren. In der Realität fällt es allerdings auch Fachkräften nach wie vor schwer, den Eltern
gegenüber eine klare Position zu beziehen und Probleme direkt anzusprechen.
Hinzu kommt, dass der Schwerpunkt des Gesetzes vor allem auf der Kontrolle von Familien
und der Meldung von möglicher Kindeswohlgefährdung liegt. Dadurch wird die Kooperation der einzelnen Fachdienste und der Kindereinrichtungen belastet. Daraus kann sich bei
einer möglichen Kindeswohlgefährdung eine Verschiebung der Verantwortlichkeiten ergeben, die eine wirksame Kooperation der Fachdienste im Sinne des Kindeswohles verhindert. Und so wie sich unter den Fachleuten Unsicherheit zeigt, stellen wir auch bei den
Familien eine größer werdende Angst davor fest, dass ihnen die Kinder „weggenommen“
werden. Die Folge ist: Sie versuchen ihre Überforderungen alleine zu meistern. Durch die in
den Medien öffentlich gemachten Kinderschutzfälle – meist unter der Überschrift: „Wer hat
versagt?“ – werden diese Befürchtungen auf beiden Seiten verstärkt.
Aus Sicht des Kinderschutzbundes liegt eine große Aufgabe für alle Beteiligten darin, eine
klare Haltung gegenüber Eltern zu entwickeln, gesundheitsgefährdende Fakten anzusprechen und gemeinsam mit den Familien etwas zu verändern. Dies können Auflagen wie der
Besuch einer Kita oder einer Hortbetreuung sein, die dazu dienen, eine Kindeswohlgefährdung abzuwenden. Wichtig ist, Eltern als Verantwortliche aktiv mit einzubeziehen und ihre
eigenen Ideen in das Hilfekonzept aufzunehmen. Dazu ist es notwendig, die Vorteile einer
gelungen Kooperation in den Vordergrund zu stellen. Wir wünschen uns dabei, dass die
Hilfeplanung gemeinsam von allen, an der Hilfe beteiligten Akteure, abgesprochen wird,
damit die Familien um den genauen Ablauf der Hilfe wissen. Des Weiteren würden wir uns
eine wohlwollendere Haltung der Fachleute gegenüber den Eltern als „Experten“ für ihre
Kinder wünschen.
Der Berliner Senat hat parallel zum „Gesetz zum Schutz und Wohl des Kindes“ den Bereich
der Prävention ausgebaut. So sind die elternaufsuchenden Projekte in der Modellfinanzierung verlängert und erweitert worden. Wir würden uns an dieser Stelle wünschen, dass
dieser Bereich noch stärker in den Fokus rückt, um Eltern von Anfang an in der Verantwortung gegenüber ihren Kindern zu stärken und zu unterstützen. Dies würde aus unserer
Sicht auch der Haltung des SGB VIII entsprechen. Eine wohlwollende, aber klare Haltung
gegenüber Eltern in Not, führt in der Regel zu einem offeneren Umgang mit den Familien.
Prävention und Kinderschutz gibt es jedoch nicht zum Nulltarif. Daher fordert der Berliner
Kinderschutzbund eine angemessene finanzielle und personelle Ausstattung der Jugendämter sowie der freien Jugendhilfe.

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Aus Sicht des Berliner Kinderschutzbundes, sind die Strukturen für einen aktiven Kinderschutz in Berlin gelegt. Jetzt geht es darum, diese mit Leben zu füllen. Die vergangenen
zwei Jahre haben uns gezeigt, dass ein Kinderschutzgesetz, das seinen Schwerpunkt auf
die Kontrolle und Meldung legt, Kinder nicht ausreichend schützen konnte. Daher ist es
wichtig, die Kinderschutzfälle der vergangenen 24 Monate zu analysieren und auszuwerten. Denn nur so ist es möglich, zu verstehen, worin mögliche Stolpersteine in der Zusammenarbeit lagen und liegen und wie diese ausgeräumt werden können. Die Konzentration
auf die Frage, wer woran Schuld war, führt unserer Meinung nach nicht weiter, sondern verstärkt die Unsicherheiten im eigenen Handeln. Dies stellen wir auch in unseren Fortbildungen immer wieder fest. Hier fordern wir, die Umsetzung des Gesetzes noch einmal zu überdenken. In diesem Zusammenhang warten wir gespannt auf die angekündigten Evaluationsberichte der zuständigen Senatsverwaltung.

Keine Entwarnung – Kinderarmut in Berlin nach wie vor hoch
Mit großem Erstaunen haben wir im Mai 2011 die Schlagzeilen vieler Zeitungen zur Kenntnis
genommen. Dort hieß es: „Kinderarmut in Deutschland halbiert!“ Angeblich hatten „neueste“ Zahlen der internationalen Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) dies ergeben. Die Zahlen der OECD wiederum beruhten auf Berechnungen
des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW). Auf der Homepage des DIW konnte
man allerdings ganz anderes lesen: „Kinder und junge Erwachsene waren auch im Jahr
2009 die am stärksten von Armut betroffene Gruppe in Deutschland. Das zeigen neueste
Berechnungen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung. Dass der jüngste OECDBericht für 2009 auf Grundlage der von uns bereitgestellten Zahlen zu anderen Ergebnissen
kommt (…), liegt an den unterschiedlichen Berechnungsmethoden.“
Anfang des Jahres 2012 legte dann die Bundesagentur für Arbeit nach und vermeldete:
„Immer weniger Kinder leben in Hartz IV Familien“. Daraus wurde dann ganz schnell: „Es
gibt immer weniger arme Kinder in Deutschland“. Aber die Realität sieht leider anders aus.
Sowohl in unseren Kinderprojekten als auch in der Beratungsstelle beobachten wir keinen
Rückgang der (Kinder-) Armut.
Als Deutscher Kinderschutzbund LV Berlin e.V. sind wir über diese „Zahlenspiele“ mehr als
verärgert. Denn es hat uns jahrelange Überzeugungsarbeit gekostet, um die breite Öffentlichkeit auf das Thema „Kinderarmut“ aufmerksam zu machen. Schlagzeilen wie die der
OECD oder der Bundesagentur für Arbeit führen lediglich dazu, dass Kinder, die Unterstützung und Förderung dringend benötigen, wieder hilflos an den Rand der Gesellschaft
gedrängt werden.

die kinderschutz(bund)-themen des jahres

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Darüber hinaus sind die zuletzt von der Bundesagentur für Arbeit präsentierten Zahlen
nicht aussagekräftig. Denn zum einen fehlen in der Statistik die Jugendlichen bis zum 18.
Lebensjahr, deren Familien finanzielle Hilfe benötigen. Zum anderen tauchen in den Zahlen
die Familien nicht auf, die Sozialhilfe oder Hilfen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz
beziehen. Auch die so genannten „Aufstocker“ fehlen. Also die Familien, in denen die Eltern
zwar arbeiten, aber deren Lohn nicht zum Leben reicht. Hinzu kommt, dass in manchen Bezirken dieser Stadt nicht die Rede davon sein kann, dass jedes dritte Kind in einer armen
Familie aufwächst. In unseren fünf Kinderprojekten im Wedding sind 80 bis 90 Prozent der
Kinder von der Lernmittelbeteiligung befreit, d. h. ihre Eltern können den Lebensunterhalt
nicht alleine bestreiten und sind auf Unterstützung angewiesen. Kurz 80 bis 90 Prozent
„unserer“ Kinder werden in armen Familien groß.
Fakt ist: Berlin ist nach wie vor trauriger Spitzenreiter, wenn es um Kinderarmut in Deutschland geht. Und den Kindern helfen keine Zahlenspiele oder schön gerechnete Statistiken.
Arme Kinder brauchen dringend Hilfe und Unterstützung, die bei ihnen ankommt – kurz:
Chancengleichheit. Daher fordert der Berliner Kinderschutzbund z. B. eine sofortige Umsteuerung beim sogenannten „Bildungspaket“. Aber auch der kostenfreie Besuch von Kita
und Schule für alle Kinder sowie der Ausbau von Kitas zu Familienzentren in Problemkiezen
wären Schritte in die richtige Richtung. Darüber hinaus ist uns die besondere Berücksichtigung der Erfordernisse für Kinder mit Migrationshintergrund und von Risikogruppen
wie Alleinerziehenden oder kinderreichen Familien sehr wichtig.
Denn was Armut mit Kindern und Familien macht, erleben wir Tag für Tag in unseren
Kinderprojekten sowie in unserer Beratungsstelle. Daher werden wir uns als Berliner
Kinderschutzbund auch weiterhin für die Chancengleichheit aller Kinder einsetzen.

Reinfall Bildungspaket – Kinderschutzbund fordert:
Bildung statt Bürokratie
Das von der Bundesregierung beschlossene Bildungspaket für Kinder aus armen Familien
ist aus Sicht des Berliner Kinderschutzbundes ein riesiger Flop. Verantwortlich für das
Scheitern des sogenannten Bildungspaketes sind jedoch nicht, wie oft behauptet, die unfähigen oder unwilligen Eltern. Vielmehr sorgt das bürokratische Antragsverfahren dafür,
dass die Nachfrage so gering ist. Der Fehler liegt also im System. Das wiederum bedeutet,
dass von den versprochenen Leistungen nur wenig dort ankommt, wo Bildung dringend
gebraucht wird – bei den Kindern. Den Eltern dafür die Schuld zu geben, finden wir ehrlich
gesagt eine Frechheit.

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Die meisten Eltern sind schlicht verzweifelt angesichts des bürokratischen Irrsinns. In
Berlin müssen Eltern beispielsweise erst einmal einen „Berlin Pass“ beantragen. Erst dann
können sie Anträge auf Erstattung von z. B. Ausflugskosten, Mittagessen oder Lernförderung bei Schulen, Kitas und freien Trägern der Jugendhilfe stellen. In den Anträgen muss
dann jeder Ausflug, jeder Fahrschein, jede Nachhilfestunde akribisch belegt und abgerechnet werden. An diesem „bürokratischen Monster“ verzweifeln sowohl die Eltern, aber auch
Schulen, Kitas und freie Träger. Daher fordert der Berliner Kinderschutzbund ein sofortiges
Umsteuern. Die Hilfe für benachteiligte Kinder muss endlich unbürokratisch und direkt
organisiert werden. Damit das Recht der Kinder auf Bildung erfüllt werden kann, wünschen
wir uns, dass Kitas, Schulen und freie Träger der Jugendhilfe endlich gut ausgestattet werden bzw. entsprechende Gelder zur Verfügung bekommen.
Doch das Recht auf Bildung ist nach Meinung des Kinderschutzbundes „nur“ ein wichtiges
Recht, was von der derzeitigen Bundesregierung missachtet wird. Denn darüber hinaus
gibt es auch noch das Recht der Kinder auf soziale Sicherheit. Durch das Ignorieren dieser
beiden existentiellen Rechte, bestraft die Bundesregierung Kinder aus armen Familien doppelt. Zum einen, in dem sie die Hürden zum Erreichen von Bildung immer höher setzt, statt
Bildungsinstitutionen gut auszustatten. Und zum anderen, weil sie Familien die ihnen
zustehende Grundsicherung nach wie vor verweigert.

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taz, 30.06.2011

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taz, 24.10.2011

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taz, 24.10.2011

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Berliner Morgenpost, 27.01.2012

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taz, 16.09.2011

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Berlins Noch-Sozialsenatorin
Carola Bluhm (Linkspartei)
Bild: dpa

taz, 24.10.2011

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Neues vom Kinderschutzbund Landesverband Berlin
Was sich der Berliner Kinderschutzbund von der neuen
Landesregierung erhofft
Seit November 2011 wird Berlin von einer rot-schwarzen Koalition regiert. Als Berliner
Kinderschutzbund erhoffen wir uns natürlich von der neuen Regierung eine engagierte
Politik im Sinne der Kinder. Dazu gehört unter anderem:
• Den Kinderschutz ressortübergreifend weiter voranzutreiben
• Eine angemessene personelle Ausstattung der Jugendhilfe, auch der Jugendämter
• Weiterarbeit am Konzept des sogenannten „Musterjugendamtes“
• Die Betreuungslücke zwischen Grund- und weiterführender Schule zu schließen, d. h. Hortplätze für alle Fünft- und Sechstklässler ohne Neuanträge
• Besondere Berücksichtigung der Erfordernisse für Migrantenkinder und von Risikogruppen
wie Alleinerziehenden oder kinderreichen Familien
• Hilfe und Unterstützung der Eltern in Alltags- und Erziehungsfragen schon während der
Schwangerschaft („Hilfe von Anfang an“)
• Kostenfreier Besuch von Krippe, Kita und Ganztagsschule für alle Kinder ohne Bedarfsprüfung der Eltern
• Lehr- und Lernmittelfreiheit für alle Kinder
• Kostenfreies, gesundes Essen in Krippe, Kita und Schule für alle Kinder
• Schaffung von Eltern-Kind-Zentren in Brennpunktbezirken
• Sensibilisierung und Qualifizierung pädagogischer Fachkräfte (z.B. Fortbildung zum Thema
„Armutskompetenz“ und „Kinderschutz“)
Wir wünschen der neuen Regierung alles Gute und viel Kraft. Aber selbstverständlich werden wir ihre Arbeit kritisch verfolgen, Anregungen geben und Missstände aufzeigen.

Ist erfolgreiche Arbeit für Kinder und mit Kindern messbar?
Immer wieder werden wir gefragt: „Woran können Sie eigentlich den Erfolg Ihrer Arbeit
messen?“ Leider gibt es auf diese Frage keine einfache Antwort. Denn manchmal ist es
ziemlich kompliziert und am Ende wird trotzdem vieles gut!
So wie bei dem achtjährigen Dennis (Name geändert). Angefangen hatte alles mit einer
Fachberatung vor zwei Jahren. Kollegen aus dem Kinder-Kiez-Zentrum schilderten uns den
„Fall“ eines Jungen, der augenscheinlich vernachlässigt wurde. Er hatte keine witterungsgemäße Kleidung, war schmal. Eigentlich verwunderlich, dass dieses Kind bislang noch

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nicht erfroren war. Dennis war immer voller Energie und schien kaum zu bremsen, aber er
war auch oft traurig. Der Achtjährige kam regelmäßig zu spät zur Schule oder gar nicht, hatte meistens unvollständige Schulmaterialien und wollte nach Schulschluss nicht nach
Hause gehen. Seine Eltern versuchten, den Kontakt zur Schule zu meiden. Aber ihr aufgeweckter Sohn hatte viele Ideen. Ideen, die in der Schule oft auf Verwunderung stießen und
über die Erzieher/innen und Lehrer/innen gerne mit den Eltern sprechen wollten.
Durch den Kontakt mit den Hort-Erzieherinnen wurde deutlich, dass er gerne ein Hort-Kind
werden würde – ja, und da gab es noch ein paar andere Sachen, über die er gerne reden
würde. Er war sehr vorsichtig im Umgang und verriet nie viel. Eigentlich könnte man denken, die Frage des Hortbesuches müsste sich doch schnell klären lassen. Doch manchmal
ist das ganz schön schwierig. Denn dazu braucht man den Kontakt zu den Eltern und der
will erst einmal hergestellt sein. Das nahmen schließlich die Kolleginnen unserer Schulstation in die Hand. Der erste Schritt war, den Eltern die Bedürfnisse ihres Sohnes nahe zu
bringen. Damit die Eltern diese verstehen konnten, brauchten sie jedoch zu allererst selbst
das Gefühl, ernst genommen und respektiert zu werden. Wichtig war dabei, von Grund auf
ehrlich zu sein. In diesem Fall benötigten die Eltern darüber hinaus Hilfe bei einigen
Behördengängen, damit sie sich auf die Beantragung des Hortplatzes einlassen konnten.
Inzwischen ist Dennis seit zwei Jahren im Hort und noch heute schafft er es, einen mit seiner Energie an Grenzen zu bringen. Denn nach wie vor hat er viele Ideen und eigentlich
immer den Wunsch, hundert Sachen auf einmal zu machen. Und möglicherweise würden
Außenstehende kaum etwas Positives zu dem Jungen sagen. Aber unser Fazit ist: Dennis
hat in den vergangenen zwei Jahren enorme Fortschritte gemacht! Er ist in seiner Persönlichkeit gewachsen, hat an Selbstbewusstsein gewonnen, geht regelmäßig in die Schule,
kann sich dort besser den Herausforderungen stellen und hat seine Position in der (Hort-)
Gruppe gefestigt. Er hat es geschafft, sich für seinen Wunsch stark zu machen und ihn zu
verwirklichen – indem er unseren Erzieherinnen erzählt hat, dass er gerne in den Hort
gehen würde. Hier wird er in den Dingen gefördert, die Zuhause vielleicht nicht den gleichen Stellenwert haben und hier hat er für sich eine Heimat gefunden.

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Kinderschutzbund gibt Kurse zu
Gewaltprävention an Hellersdorfer Schule
Über den Präventionsbeauftragten der Polizei erreichte unsere Beratungsstelle die Anfrage, ob es möglich wäre, an einer Schule Kurse zum Thema „Gewalt“ durchzuführen. Obwohl täglich mit diesem Thema befasst, hatten die Kolleginnen der Beratungsstelle etwas
in der Art noch nicht gemacht. Entsprechend gut vorbereitet standen sie dann vor zwei 8.
und 9. Klassen einer Sonderschule in Hellersdorf. Für den Workshop waren zwei Tage angesetzt – und wie sich zeigte, war das viel zu wenig. Denn der Gesprächsbedarf war groß. Die
Gruppen der jeweils 20 Mädchen und Jungen waren sehr unterschiedlich und somit auch
ihre jeweiligen Probleme. Bei beiden Gruppen herrschte anfangs großes Misstrauen. Doch
darauf hatten sich die Kolleginnen eingestellt. Um die Situation aufzulockern und das Misstrauen abzubauen, stiegen sie schnell in die „praktische Arbeit“ ein. Los ging es mit Fragen
wie: „Was für Gewaltformen kennt ihr?“, „Woran merkt ihr, dass ihr wütend werdet?“, „Was
macht ihr, wenn ihr richtig sauer seid?“
Trotz langjähriger Erfahrung in der Beratungsarbeit war es für beide Kolleginnen erschrekkend, über wie viel Gewalterfahrung die Dreizehn- bis Vierzehnjährigen bereits verfügen.
Noch erschreckender war jedoch, wie wenig „Lösungsalternativen“ ihnen in Gewaltsituationen einfallen. Bei fast allen gilt: „Wenn Du mich provozierst, schlage ich zu!“. Daher
übten die Jugendlichen in Rollenspielen ganz praktisch, wie sie sich in bestimmten Situationen verhalten können. Zum Beispiel: Ich begegne auf der Straße drei Jugendlichen, die
nach „Stunk“ aussehen – was kann ich tun, um mich zu schützen? Diese Situation wurde
dann in verschiedenen „Eskalationsstufen“ durchgespielt. Nach der anfänglichen Zurückhaltung tauten die Mädchen und Jungen immer mehr auf und entwickelten für sich gute
Strategien, wie und wo sie sich Hilfe holen oder wie sie Auseinandersetzungen aus dem
Weg gehen können. Ganz deutlich wurde an beiden Tagen, dass die Jugendlichen das
Thema „Gewalt“ extrem beschäftigt. Beeindruckend war, dass alle Gruppen mit großer
Konzentration bei der Sache waren. Das ist keine Selbstverständlichkeit und verdient ein
riesiges Lob. Auf die Frage an einen Jugendlichen, was er nach zwei Tagen für sich aus dem
Kurs mitnehme, antwortete er: „Wer schlägt, ist selbst ein Opfer!“ Da können wir nur
sagen: Super. Setzen. Eins!

„Hand in Hand gegen Gewalt“ – Kinderschutzbund in der Moschee
Vom 9. bis 15. September 2011 fand in Berlin die Aktionswoche „Hand in Hand gegen Gewalt“ statt. Organisiert wurde sie von den Berliner Moscheen und der Alevitischen Gemeinde zu Berlin. Unter der Schirmherrschaft des Innensenators, Dr. Erhardt Körting, gab es 28

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regionale Veranstaltungen
in nahezu allen Bezirken.
Auch der Berliner Kinderschutzbund wurde gefragt,
ob er zwei Abende zum
Thema „Gewaltfreie Erziehung“ gestalten würde. Über
diese Anfrage haben wir
uns sehr gefreut und natürlich sofort zugesagt. So
kam es, dass sich eine Kinderschutzbund-Kollegin am 10. September in der Bilal Moschee
(Wedding) und vier Tage darauf eine andere im Bölge Salonu (Neukölln) einfand. Beide
Veranstaltungen waren ausgesprochen spannend, hätten aber unterschiedlicher nicht sein
können. In die Bilal Moschee kamen rund 150 Menschen. Es wurde gemeinsam gebetet,
geredet, informiert und sich gegenseitig ausgetauscht. Alle Anwesenden haben dieses
„Gemeinsame“ sichtlich genossen und hatten keine Scheu, ihre Fragen oder Zweifel zum
Thema „Gewaltfreie Erziehung“ zu äußern. Für die Beteiligten war es eine große Entlastung, mitzubekommen, dass alle Eltern sich hin und wieder überfordert, genervt und unverstanden fühlen – und dass dies ganz normal ist. In solchen Momenten helfen manchmal
Ideen und Anregungen „von außen“, um das eigene Kind und vor allem sich selbst wieder
verstehen zu können. Daher ist es immer gut, sich Hilfe und Rat zu holen, wenn man mal
nicht mehr weiter weiß. Mit dieser Anregung gingen die Teilnehmer/ innen sichtlich erleichtert und ermutigt in den Abend.
Die zweite Veranstaltung fand in einem überschaubareren Rahmen statt. Etwa 20 Frauen
sprachen mit unserer Kollegin darüber, was unter „Gewalt gegen Kinder“ zu verstehen ist,
wo man sich hinwenden kann, wenn man Hilfe braucht sowie darüber, wer in Sachen
„Kinderschutz“ welche Aufgabe hat. Dabei kamen Fragen auf wie: Was macht der Regionale
Sozialpädagogische Dienst (Jugendamt) oder eine Beratungsstelle? Was wird unter „Hilfen
zur Erziehung“ verstanden und kann das Jugendamt sofort die Kinder wegnehmen?
An diesem Abend kamen über das Thema „Fremdenfeindlichkeit“ viele eigene Gewalterfahrungen zur Sprache und wie hilflos sie einen machen. Es war wichtig, Worte für „Gewalt“
zu finden und sich darüber auszutauschen. Ein Ergebnis des Abends war die Erkenntnis:
„Wir müssen uns gegenseitig aufmerksam zuhören, um uns zu verstehen.“ Das löst sicherlich nicht alle Probleme, ist aber ein erster wichtiger Schritt auf dem Weg zur Lösung. Wir
sind gespannt, was sich an weiterführender Kooperation aus diesen Veranstaltungen entwickelt und freuen uns darauf.

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Berliner Morgenpost, 23.11.2011

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Kinderschutzbund schult BVG-Mitarbeiter/innen
Seit einiger Zeit bietet die BVG ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern „Elternfortbildungen“ an. In diesem Zusammenhang ist die BVG auf die Schulungen des Berliner Kinderschutzbundes aufmerksam geworden. So kam es, dass eine Kollegin vom Kinderschutzbund dort einen Tag zum Thema: „Der kleine Wüterich – vom Umgang mit der Wut und anderen Gefühlen“ gestaltete. Eine Gruppe von 25 jungen Eltern mit kleinen Kindern beschäftigte sich in diesem Rahmen mit Fragen wie: Was macht uns als Eltern wütend? Wie schaffen die Kinder es immer wieder, uns an unsere Grenzen zu bringen? Wie gehen wir damit
um? Und wie gelingt es uns, auch in der Auseinandersetzung mit unseren Kindern gewaltfrei und respektvoll zu reagieren? Neben theoretischem Wissen gab es natürlich auch jede
Menge praktische Übungen und einen regen Austausch. Am Ende des Kurses stand für
viele die Erkenntnis, dass hinter Wut meist große Hilflosigkeit steckt. Daraus konnten die
Eltern für sich ableiten, was sie zukünftig anders machen wollen, wenn sich die Dreijährige
morgens bei Minusgraden standhaft weigert ihre Mütze aufzusetzen oder der Vierjährige
abends weder Zähneputzen will, noch ins Bett möchte. Der Kurs wurde von den Eltern sehr
gut angenommen. Ein weiteres Angebot ist bereits in Planung. Als nächstes wird der Kinderschutzbund den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der BVG hilfreiche „Wege durch den
Mediendschungel“ zeigen. Dabei geht es darum, Eltern und Erziehende in ihrem Wissen
und damit auch in ihrem Selbstvertrauen in Bezug auf eine verantwortungsbewusste
Medienerziehung zu stärken. Die Kurse werden berlinweit sowohl für Eltern und Kinder,
aber auch für Pädagogen angeboten. Mehr dazu finden Sie auch auf unserer Internetseite
unter: http://www.kinderschutzbund-berlin.de/elternkurs/medienkurse.html

Neue Räume für unsere Beratungsstelle
Bereits Ende 2008 hieß es für unser Beratungsstellen-Team: Schreibtische ausräumen,
Sachen packen und in neue Räume ziehen. Denn die Beratungs- und Fortbildungsanfragen
nahmen ständig zu und unsere Beratungsstelle platzte aus allen Nähten. Verständlich,
dass die Kolleginnen sich freuten, als endlich jede einen Raum für sich „beanspruchen“
konnte. Doch schon drei Jahre später wurde es wieder eng. Die Anfragen rund um das
Thema „Kinderschutz“ stiegen weiterhin. Eine neue Mitarbeiterin wurde eingestellt und wir
machten uns erneut auf die Suche nach passenden Räumlichkeiten. Am 15. Februar 2012
war es dann endlich soweit. Ein großer Umzugswagen brachte Schränke und Tische, Stühle
und Regale in die neue Beratungsstelle des Berliner Kinderschutzbundes. Seitdem sitzt das
Beratungsteam in der Prinz-Eugen-Straße 11, nur fünf Gehminuten von der Geschäftsstelle
entfernt. Alle fühlen sich dort sehr wohl und freuen sich über die schönen, neuen Räume
und darüber, dass ausreichend Platz für alle vorhanden ist.

neues vom kinderschutzbund landesverband

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Die „A13“ verwandelt sich in ein „Spaß- und Spielcasino“

Lange Nacht der Familie
Am 14. Mai 2011 fand in Berlin erstmals die „Lange Nacht der Familie“ statt. 101 spannende
Angebote warteten in dieser Nacht auf die Familien. Da durfte der Berliner Kinderschutzbund natürlich nicht fehlen. Mit viel Liebe zum Detail und einem Augenzwinkern verwandelten vier Kolleg/innen und drei ehrenamtliche Helfer/innen den Schülerladen „A13“ in ein
Spaß- und Spielcasino für Klein und Groß. Ab 19 Uhr gingen dort selbst gebastelte Pferde
aus Pappe an den Start. Bunt bemalte Eierkartons und Tischtennisbälle dienten zum Bingospielen und statt am einarmigen Banditen zu zocken, mussten Bälle treffsicher geworfen
werden, um zu punkten. In einem anderen Raum hieß es bei Schummerlicht „rien ne va
plus“ und beim Kartenspielen galt es aufzupassen und gut zusammenzurechnen. Am Ende
des Abends konnte dann jedes Kind entscheiden, ob es die „Schoko-Jetons“ lieber auffuttern oder gegen kleine Preise eintauschen wollte. Alle Beteiligten hatten viel Spaß – und
wir sind sicher, dass in der einen oder anderen Familie jetzt wieder öfter das gute, alte
„Mensch-ärgere-dich-nicht“ hervorgeholt wird. Wir haben uns sehr gefreut, dass so viele
Weddinger Familien in unserem Spaß- und Spielcasino vorbei geschaut haben.
Schade nur, dass sich – trotz berlinweiter Werbung – nur zwei Familien
aus dem Prenzlauer Berg und aus Schöneberg in den „wilden
Wedding“ getraut haben.

„Auf die Plätze fertig los“
Pferderennen à la Kinderschutzbund

Spiel, Spaß und Spannung
beim Weltspieltags-Fest
vom Kinderschutzbund

neues vom kinderschutzbund landesverband

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Weltspieltag 2011
Erneut nutzte der Berliner Kinderschutzbund im vergangenen Jahr den Weltspieltag, um
daran zu erinnern, dass auch Stadtkinder ein „Recht auf Spielen im öffentlichen Raum“
haben. Getreu dem Motto: „Spielorte neu entdecken!“ verwandelten wir am 27. Mai 2011
die Amsterdamer Straße in einen großen „Spielplatz“. Zum dritten Mal boten der Deutsche
Kinderschutzbund LV Berlin und das Kinder- und Jugendbüro Mitte am Weltspieltag im
Wedding auf einem Straßenfest Spiel und Spaß für kleine (und große) Menschen. Einen
ganzen Nachmittag hieß es hier: „Spielen und Toben erlaubt – Autos müssen leider draußen bleiben.“ Mit diesem bunten Straßenfest wirbt der Kinderschutzbund alljährlich für
mehr Platz und Plätze, an denen Kinder sicher spielen können.
Denn laut Artikel 31 der Kinderrechtskonvention haben Kinder das Recht auf Freizeit, Spiel
und Erholung. Aber immer wieder bekommen Kinder Ärger, wenn sie draußen spielen, weil
sie angeblich zu laut sind. Nach wie vor fehlen in Berlin ausreichend Spielstraßen und Freiflächen zum Toben vor der Haustür. Autos rasen durch verkehrsberuhigte Straßen, so dass
an sicheres Spielen auch hier nicht zu denken ist. Daher fordert der Berliner Kinderschutzbund, endlich autofreie Straßen zu schaffen, in denen Kinder gefahrlos kicken, Roller fahren, Verstecken oder Fangen spielen können, so dass in dieser Stadt endlich gilt: Vorfahrt
für die Kinder!

Buntes Treiben beim Weltspieltags-Fest

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Elternkurse – Statistik 2011

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FluxFM, 14.09.2011

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Der Tagesspiegel, 26.01.2012

An einem Vormittag durch die ganze Welt der Kinderrechte

Aktivitäten der Kinderschutzbund-Projekte
Kinderrechte-Weltreise für Weddinger Grundschule
Für den 12. März 2012 hatte sich prominenter Besuch bei unserem Kooperationspartner der
Grundschule am Schulstandort Müllerstraße angesagt. Die Schauspielerin Annette Frier –
besser bekannt als engagierte Anwältin „Danni Lowinski“ in der gleichnamigen SAT 1-Serie
– war extra angereist, um sich mit 200 Grundschülerinnen und Grundschülern auf eine
Kinderrechte-Weltreise zu begeben. Gespannt und aufgeregt warteten die Fünf- bis Zehnjährigen in der großen Turnhalle. Mucksmäuschenstill lauschten sie dann, was Anette Frier
über die Kinder in Somalia, Vietnam, Bolivien und in Deutschland zu erzählen hatte. Zum
Beispiel, von der neunjährigen Waris aus Afrika, die nur ein winziges Säckchen Reis am Tag
zu essen bekommt. Oder von der achtjährigen Biam, die nicht zur Schule gehen kann, weil
sie stattdessen arbeiten und Geld verdienen muss. Auch von Paco ist die Rede. Er lebt in
einem kleinen Dorf in Südamerika und möchte endlich lesen und schreiben lernen. Doch es
gibt weit und breit keine Schule. Aber Anette Frier redet auch darüber, dass alle Kinder das
Recht haben „Nein“ zu sagen, wenn ihnen jemand zu nahe kommt und sie das nicht möchten. So erzählt sie zum Abschluss dieses aufregenden Vormittages noch, wie sie sich
gefühlt hat, als ein größerer Junge ihr die neue Lieblingsjacke weggenommen hatte. Da gab

aktivitäten der kinderschutzbund-projekte

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es bohrende Fragen der Eltern, ihre Angst vor dem größeren Jungen, aber auch davor, ihn
zu verpetzen. Erst nach einer Woche fasste sie sich ein Herz und erzählte ihren Eltern, was
passiert war. Die ganze Zeit davor sei sie mit einem dicken, schweren Stein im Bauch herumgelaufen. Das, so Anette Frier, solle doch bitte kein Kind (nach-) machen. Ihr abschließender Rat war daher: „Wenn es euch nicht gut geht, euch jemand etwas Böses will oder
bedrängt, ärgert oder sogar schlägt – holt euch Hilfe! Bei Eltern, Verwandten, Freunden,
Lehrern oder dem Kinderschutzbund.“ Mit diesen Worten, einem ganz persönlichen Kinderrechte-Weltreise-Pass (in dem alle Kinderrechte noch einmal genau beschrieben sind)
und einem Autogramm gingen die Kinder gut gelaunt in den Tag. Und auch Anette Frier
hatte sichtlich Spaß bei der Kinderrechte-Weltreise im Wedding: „Es ist schön zu sehen,
wie sehr die Kinder sich für das Thema Kinderrechte interessieren. Sie stellen viele Fragen
und erzählen auch viel von ihren eigenen Erlebnissen. Alle Kinder müssen wissen, welche
Rechte sie haben und was sie tun müssen, wenn jemand diese Rechte verletzt.“
Organisiert und finanziert wurde diese Veranstaltung vom Deutschen Kinderschutzbund
Bundesverband gemeinsam mit der Roland Rechtsschutzversicherung. Die KinderrechteWeltreise fand in fünf deutschen Großstädten statt. Auf diesem Weg konnte der Kinderschutzbund mehr als 1.000 Kinder in Sachen „Kinderrechte“ fit machen. Zu den Rechten
nach der Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen von 1989 gehören unter anderem
eine gewaltfreie Erziehung ebenso wie das Recht auf Essen und Gesundheit, Fürsorge,
Ausbildung und Freizeit. In Deutschland wurde die UN-Kinderrechtskonvention im Jahr
1992 ratifiziert.
Schauspielerin Anette Frier mit Kindern der Grundschule Müllerstraße 158

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Anti-Gewalt-Schulung von Fünftklässlern
Unser Kooperationspartner, die Erika-Mann-Grundschule, setzt sich jedes Jahr mit „Gewalt“
und ihren unterschiedlichen Formen auseinander. Knapp 14 Tage lang werden in allen fünften Klassen die „Anti-Gewalt-Wochen“ durchgeführt. Erstmals war 2011 auch die Schulstation des Kinderschutzbundes mit einem Angebot dabei. In drei Klassen gestalteten die beiden Sozialarbeiterinnen der Schulstation jeweils einen ganzen Schultag zu den Themen
„Kinderrechte“ und „gewaltfreie Erziehung“. Zum Einstieg gab es als erstes ein kleines
Spiel. Die Kinder sollten sich vorstellen, sie säßen in einem Schiff und ein Sturm kommt auf.
Der spült sie auf eine verlassene Insel. Mit im Boot hatten sie diverse Karten, auf denen
Dinge standen wie: ein eigenes Zimmer, Eltern, Schutz vor Diskriminierung, gesundes
Essen, Recht auf Bildung, Süßigkeiten, Handy, Medizin u.v.m. Nun sollten sie gemeinsam
entscheiden, welche Karten sie über Bord werfen und welche sie unbedingt für das neue
Leben auf der Insel behalten wollten. Es gab spannende und hitzige Diskussionen, z. B. ob
Bildung wichtiger sei als Süßigkeiten. Dabei fragten sich die Kinder auch, warum Bildung
im „echten“ Leben so teuer sei – wenn sie doch ein Recht darauf hätten. Interessant war
übrigens auch, dass bei fast allen Kindern die Eltern zuerst „über Bord“ gingen. Anknüpfend an das Spiel erklärten die Kolleginnen, dass die Kinderrechte ja eigentlich auf
den Bedürfnissen der Kinder beruhen (sollten). Sie fragten nach, was Kinder denn brauchen, um gut leben zu können und wer für die Umsetzung der Kinderrechte verantwortlich
sei? Es gab in allen Gruppen angeregte Debatten. Viele der Kinder waren sehr überrascht,
dass sie überhaupt Rechte haben und dass sie sich Hilfe holen können, wenn diese Rechte
verletzt werden. In diesem Zusammenhang ging es verstärkt um das Recht auf gewaltfreien
Umgang untereinander, aber auch mit Erwachsenen. Dabei betonten die Kolleginnen nachdrücklich, dass es nicht erlaubt ist, Kinder zu schlagen – dass aber auch Eltern manchmal
Hilfe brauchen. Zum Abschluss gab es für Kinder und Eltern hilfreiche Adressen. Wir hoffen
sehr, dass diese Hilfsangebote in Krisensituationen angenommen werden.

Elternarbeit mit Sinti- und Roma-Familien
In allen unseren fünf Kinderprojekten haben wir einen großen Zulauf an Kindern aus Bulgarien, Bosnien und Serbien. Viele der Familien gehören zur Gruppe der Roma und Sinti und
ihre Kinder haben oftmals besondere Schwierigkeiten im Schulalltag zu bewältigen. Um die
Eltern für die Schule zu erreichen, organisierten die Kolleginnen der Schulstation im vergangenen Jahr zunächst ein serbisch-bosnisches Elterncafé. Im weiteren Verlauf wurde dieses Angebot auch auf die Zielgruppe der bulgarisch sprechenden Eltern erweitert. Das
Elterncafé sollte den Eltern ein Forum geben, miteinander in Kontakt zu kommen, über
Schwierigkeiten in der Schule zu sprechen und gemeinsam nach Lösungen zu suchen.

aktivitäten der kinderschutzbund-projekte

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Unterstützung holte die Schulstation sich hierbei von der Südost Europa Kultur e.V., deren
Mitarbeiter/-innen aufgrund ihrer eigenen Herkunft und Muttersprache über interkulturelle
Kompetenzen verfügen, die in der Zusammenarbeit mit den Familien und Kindern sehr unterstützend wirken. Der Verein bietet zugewanderten Familien aus Südosteuropa Beratung
und Begleitung in sozialen, gesundheitlichen und rechtlichen Belangen an. Die Mitarbeiter/-innen stehen den Eltern bei Bedarf auch bei der Kommunikation mit den Lehrkräften
zu Verfügung. Das Elterncafé war ein voller Erfolg. Die Kolleginnen von der Schulstation
sind nach wie vor mit den Eltern im Gespräch und denken über weitere Projekte nach.

Soziales Lernen in der Jungengruppe
Im vergangenen Jahr gab es in der Schulstation des Kinderschutzbundes an der ErikaMann-Grundschule einmal wöchentlich ein Angebot für verhaltensauffällige Jungen. Anlass
waren die wiederholten Streitigkeiten zwischen mehreren Kindern aus verschiedenen Klassen. Beteiligt waren immer dieselben Jungen, die sich gegenseitig aufgrund ihrer ethnischen Herkunft beleidigten und beschimpften. Sie waren nicht in der Lage, ihre Wut zu kontrollieren. Es entstanden große Konflikte, die zeitweilig sogar den Ausschluss von der Hofpause nach sich zogen.
In Gesprächen mit den Kindern wurde jedoch deutlich, dass sie eigentlich miteinander
befreundet sein wollten. Es gelang ihnen aber nicht, geeignete Strategien anzuwenden, um
gemeinsam zu spielen. Im Laufe der Pausen eskalierten Konflikte stets in handgreiflichen
Übergriffen und unkontrollierten Wutattacken, so dass den Schülern eine entspannte Rückkehr in den Unterricht kaum noch möglich war.
Aus diesem Grund beschlossen wir, den Jungen Zeit und Raum zu geben, sich besser kennenzulernen und auszuprobieren. In der Kleingruppe sollten sie Unterstützung erfahren,
um konstruktive Konfliktlösungsstrategien zu entwickeln und sich mit dem Thema Freundschaft auseinanderzusetzen. Das gegenseitige Kennenlernen unter Berücksichtigung der
kulturellen Vielfalt war ebenfalls ein zentrales Thema der Gruppe.
Ein Grundsatz lautete: Wir treffen uns, um miteinander etwas zu unternehmen. Jedes
Treffen begann mit einem gemeinsamen Essen und einer Kindersitzung, in der zunächst
jeder die Möglichkeit hatte, eine kurze Aussage zum momentanen Befinden zu machen.
Anfangs wurden Ziele für die Gruppe besprochen und Regeln für den Umgang miteinander
verabredet. Diese wurden von allen Teilnehmern unterschrieben. Die Kinder machten Vorschläge für zukünftige Aktionen und verabredeten deren Umsetzung. Im Anschluss gab es
dann Spiel-, Sport- und kreative Angebote. Am Ende jedes Treffens fand eine gemeinsame

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Auswertungsrunde statt. Hier waren die Jungen gefordert, Stellung zu nehmen, ob sie die
geplanten Aktionen umsetzen konnten und inwiefern es ihnen gelungen war, sich an die
vereinbarten Regeln zu halten. Zum Abschluss richtete sich der Fokus immer auf das, was
ihnen beim jeweiligen Treffen gut gefallen hatte.
Die Anfangs- und Abschlussrunde stellte oftmals eine große Herausforderung für die
Jungen dar, die sie jedoch zu nutzen lernten. Erst gelang es den Jungen häufig nicht,
geplante Aktionen in die Tat umzusetzen, da aufgrund zahlreicher Konflikte zunächst die
Störungen bearbeitet werden mussten. So konnten anfangs Ausflüge nicht stattfinden, da
die verbleibende Zeit nicht mehr ausreichte. In der Auswertung ging es wesentlich darum,
ihnen ihre eigenen Anteile für die Folgen aufzuzeigen und sie somit in die Verantwortung
für ihr Handeln zu nehmen. Dies waren wesentliche Voraussetzungen, um Handlungsalternativen zu entwickeln. Im Verlauf gelang es ihnen immer häufiger, eigene Emotionen
besser zu regulieren, aufeinander einzugehen und Lösungsstrategien in Konfliktsituationen anzuwenden. So erlebten sie sich zunehmend erfolgreicher im Handeln und konnten die Gruppe für sich gewinnbringend nutzen. Die Situation in den Pausenzeiten entspannte sich zunehmend. Nun bleibt abzuwarten, wie die Kinder das, was sie in der kleinen, geschützten Gruppe gelernt haben, in ihrem Schulalltag umsetzen.

Neues Betreuungs-Konzept für die Ein- bis Dreijährigen in unserer Kita
Seit Februar 2011 betreuen wir in unserem neu konzipierten und gestalteten Krippenbereich fünf bis sieben Kinder unter drei Jahren. Dabei haben wir uns folgende Ziele
gesetzt:
Das Kind fühlt sich wohl und geborgen in der Kita. Es schafft die erste, längere Trennung
von seinen Eltern und findet in der pädagogischen Fachkraft eine neue Bezugsperson für
die Zeit in der Kita. Das Kind findet neue Freunde und fügt sich in die Kindergruppe ein.
Wir betreuen und fördern „unsere“ Kleinsten in der Kita in Anlehnung an das Berliner
Bildungsprogramm. Das heißt, wir holen die Kinder stets bei ihren aktuellen Bedürfnissen
und Interessen ab, um sie beim Entdecken und Lernen neuer Dinge zu begleiten und zu
unterstützen. In unserem Tagesablauf geht es um die Ausgewogenheit zwischen Bewegtheit und Entspannung in jedem Sinne. Wir versuchen den Kindern eine „Insel der Erfahrungen“ zu schaffen, auf der sie sich mit all ihren Fähigkeiten ausprobieren und entwickeln
können. Hierfür steht den Kindern ein „eigener“ geschützter Raum zur Verfügung, in dem
sie – in einer altersgemischten Gruppe von Kindern zwischen einem und drei Jahren – spielen und lernen können.

aktivitäten der kinderschutzbund-projekte

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Wir setzen uns zum Ziel den Kindern ein möglichst breites Spektrum an Erfahrungen und
neuen Lerninhalten zu bieten, ohne sie damit zu überfordern. Hier widmen wir uns den folgenden Bildungsbereichen:
• Körper, Bewegung und Gesundheit
• Soziale und kulturelle Umwelt
• Kommunikation: Sprache, Schriftkultur und Medien
• Bildnerisches Gestalten
• Musik
• Mathematische Grunderfahrungen
• Naturwissenschaftliche und technische Grunderfahrungen
Unserer Erfahrung nach sind Kinder, die bereits vor ihrem dritten Geburtstag die Kita besuchen, wesentlich weiter in ihrer Entwicklung als Kinder, die erst später zu uns in die Kita
kommen. Sehr deutlich wird das vor allem in der sprachlichen und sozial-emotionalen Entwicklung. Daher freuen wir uns, jetzt auch schon den ganz Kleinen eine gute Betreuung und
Förderung anbieten zu können.

Selbst mal ein „Kinderschutzbund-Kind“ – Praktikant Berk mit Kita-Kindern

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Kinderschutzbund-Kita bietet jetzt Vollzeitbetreuung
Aber nicht nur für die Krippenkinder hat sich in unserer Kita so einiges getan. Denn seit dem
01. September 2011 ist die Kinderschutzbund-Kita länger geöffnet. Auch im Wedding steigt
der Bedarf an Vollzeit-Betreuung der Kinder. Daher ist unsere Kita nun von Montag bis
Freitag von 7.30 bis 16.30 Uhr geöffnet. Die neuen Öffnungszeiten werden von den Eltern
gerne und gut angenommen. Das freut uns natürlich. Denn so haben wir noch ein bisschen
mehr Zeit, mit den Kindern zu lesen, zu spielen, Musik zu machen oder tolle Ausflüge zu
unternehmen.

Tolle Angebote für „unsere“ Grundschulkinder
Natürlich liegen uns auch die Grundschulkinder sehr am Herzen. Daher denken sich die
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Kinderschutzbundes gemeinsam mit den Kindern
gerne neue, spannende Angebote aus – und das nicht nur für die Ferien. So starteten beispielsweise nach den letzten Sommerferien im Kinder-Kiez-Zentrum des Kinderschutzbundes am Kooperations-Standort Erika-Mann-Grundschule mehrere neue AGs. Viel Spaß
macht den Kindern seitdem zum Beispiel das „Early Englisch“ – spielerisches Erlernen der
Sprache für Erst-und Zweitklässler. Oder die Zirkus-AG – hier wird neben Geschicklichkeit
und Bewegungssinn auch das soziale Miteinander geübt. Sehr gut kommt auch die neue
Filz-AG bei den Kindern an. Mal sehen, was sich die Kolleginnen und Kollegen in diesem
Jahr alles einfallen lassen …

Von „A“ wie Apfel bis „Z“ wie Zitrone –
gesunde Ernährung beim Kinderschutzbund
Ganz vielen Berliner Kindern geht es gut und sie werden fabelhaft umsorgt. Aber leider gibt
es zunehmend Kinder, die gemeinsame Mahlzeiten nur noch aus dem Fernsehen und Tomatensoße nur aus der Tüte kennen. Für diese Kinder müssen wir etwas tun. Denn Bildung
beginnt im „Bauch“. Daher spielt gesunde Ernährung in unseren Kinderprojekten eine
große Rolle – ob gesundes Essen vom Bio-Caterer, die Teilnahme unser Kita an dem Programm „Kitas bewegen – für eine gute gesunde Kita“, kleine Workshops zum Thema
„schmecken, fühlen, riechen“ oder die Koch-AG, bei der die Kinder lernen, mit wenigen
Mitteln ein gesundes und leckeres Essen zuzubereiten. Gemeinsames Kochen und Essen ist
nicht nur wichtig für das gesunde Aufwachsen der Kinder, sondern fördert auch wie kaum
etwas anderes das soziale Miteinander. Aus all diesen Gründen haben wir das Projekt 'Was
im Magen, was im Kopf' ins Leben gerufen. Wir freuen uns sehr, dass wir im vergangenen

aktivitäten der kinderschutzbund-projekte

41

Jahr gleich zweimal namhafte Unterstützung dafür bekommen haben. Denn nun können wir
uns endlich einen Herzenswunsch erfüllen, für den uns bislang das Geld fehlte. Gemeinsam
mit einer Köchin oder einem Koch werden unsere Kita-Kinder zukünftig täglich ein gesundes Mittagessen zaubern und nach Herzenslust mitschnibbeln, rühren, kneten und verkosten können. Mehr über die großartigen Spender finden Sie unter der Rubrik „Beispielhafte
Hilfe“.

„Was im Magen, was im Kopf“
Gute, gesunde Ernährung ist uns wichtig –
von klein auf!

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„Abenteuerreisen“ für Kinderschutzbund-Kinder
Zum Beginn der letzten Sommerferien war die Aufregung in unserem „Kinder-Kiez-Zentrum“ groß. Eine Gruppe von 16 Kindern bereitete sich auf ihre erste gemeinsame Reise vor.
Für viele Kinder die erste Reise überhaupt. Voller Vorfreude kamen die 8- bis 12jährigen im
Forsthof Schwarz in der Nähe der Mecklenburger Seeplatte an. Und ihre Erwartungen sollten nicht enttäuscht werden. Untergebracht in riesengroßen Zelten, gab es nicht nur ein tolles Gelände zum Spielen und Toben sowie einen See direkt vor der Nase, sondern auch
noch ein super Programm.
Neben Kanu- und Mountainbike-Ausflügen stand auch eine Waldwanderung mit einem
geschulten Guide an. Anfangs waren „unsere“ Weddinger Kinder von der Vorstellung, durch
den Wald zu spazieren, gar nicht begeistert. Bereits nach 500 Metern maulten die Ersten.
Doch dann entdeckten sie einen riesigen, alten Baum im Wasser, auf dem man prima klettern konnte. Und das war erst der Anfang einer spannenden Tour. Schließlich waren die
Kinder so mit Feuereifer dabei, dass ihnen ein „kleiner Umweg“ von 1,5 Stunden gar nicht
mehr auffiel. Der Guide hatte schlicht einen Abzweig verpasst … Das wirkliche Highlight
waren aber die „Highland-Games“. Unter entsprechenden Sicherheitsvorkehrungen und
fachkundiger Anleitung durften die Kinder sich beim Baumstammweitwurf, Hufeisen-Ziel-

Schnell noch ein Gruppenfoto vor der großen Fahrt

aktivitäten der kinderschutzbund-projekte

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wurf, Axtwerfen (die Klingen waren natürlich stumpf ), Speerwerfen und Bogenschießen
ausprobieren. An diesem Nachmittag sind die Kinder buchstäblich über sich hinausgewachsen und waren zu recht mächtig stolz auf sich. Abends wurde dann immer zusammen
im großen Gemeinschaftszelt gekocht und gegessen. Auch ein Erlebnis! Am letzten Abend
gab es dann sogar ein großes Lagerfeuer. Alle – sowohl Kinder wie auch Erzieherinnen und
Erzieher – waren total begeistert und hätten nichts dagegen, im kommenden Jahr wieder
auf Reisen zu gehen. An dieser Stelle ein ganz, ganz großes Dankeschön an die ALPHONSVELISCH-Stiftung, die durch ihre Unterstützung diese Reise überhaupt erst möglich
gemacht hat.
Dank der ARD-Fernsehlotterie „Ein Platz an der Sonne“ konnte 2011 sogar eine zweite
Kindergruppe verreisen. Für sechs Tage fuhr eine kleine Hort-Kinder-Gruppe vom Schulstandort Müllerstraße nach Mötzow am See. Begleitet von einer KinderschutzbundErzieherin hatten zehn Kinder unvergessliche Herbstferien bei dem Abenteuercamp in der
„Perspektivfabrik“. Da wurde geschnitzt, geklettert, im Wald gepicknickt und so manche
spannende Situation gemeinsam gemeistert. Doch auch Ent-Spannung stand auf dem
Programm – Meditieren, Yoga und Wellness. So kamen alle gesund, munter, entspannt und
voller neuer Eindrücke nach Hause. Herzlichen Dank an alle, die an dieser Reise- (Planung)
mitgewirkt haben.

Volle Fahrt voraus! Mit viel Spaß und vereinten
Kräften ging es über den See

Madlen, Daniel, Ute, Simone, Tina – ein starkes
Kinderschutzbund-Team

Raus aus der Stadt, rein
in die Natur. Für viele
„Kinderschutzbund-Kinder“
der erste Urlaub, für alle
ein unvergessliches Erlebnis.

aktivitäten der kinderschutzbund-projekte

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Kurz vorgestellt – fünf Kolleg/innen mit türkischen Wurzeln
Berkay, Gökhan, Ilayda – so heißen viele Kinder im Brennpunkt-Bezirk Wedding. Hier hat
auch der Berliner Kinderschutzbund seinen Sitz. Etwa 90 Prozent der Kinder, die in die
Einrichtungen des Kinderschutzbundes kommen, sprechen zu Hause arabisch, türkisch,
kurdisch, russisch oder serbokroatisch. Die meisten haben jedoch türkische Vorfahren,
genauso wie viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Berliner Kinderschutzbundes. Und
so wie die Kinder mit türkischen Wurzeln heute ganz unterschiedlich aufwachsen, war es
auch bei ihnen.
Belgin beispielsweise ist als türkischstämmiges Mädchen sehr liberal aufgewachsen. Ihr Vater kam Anfang der 70er Jahre aus Istanbul
nach Berlin, um hier Arbeit zu finden. Wie so viele wollte er eigentlich
wieder in die Türkei zurück. Doch seine Söhne hatten beide eine
Sehbehinderung, und die Förderung für behinderte Kinder war zu der
Zeit in der Türkei nicht besonders gut. Daher holte er seine Familie
nach Berlin. Im beschaulichen Berlin-Wilmersdorf war die Familie in
ihrer Straße die erste mit türkischen Wurzeln. Da die wenigen anderen türkischen Kinder ihrer Klasse sie nicht einzuordnen wussten,
spielte Belgin lieber mit den deutschen Klassenkameraden. Ihre
Eltern vermittelten – wenn nötig – auch zwischen den anderen türkischen Eltern und der Schule. So erklärten sie zum Beispiel, dass es
nicht in Ordnung sei, Schulbücher wegzuschmeißen, nur weil dort etwas abgebildet war,
was nicht in das türkische oder moslemische Weltbild passte. Religion spielte in ihrer alevitischen Familie sowieso kaum eine Rolle. Die Kinder mussten weder den Koran lernen
noch in die Moschee gehen. Dafür „predigte“ der Vater immer wieder: „Ich bin zu alt, um
noch richtig Deutsch sprechen zu lernen. Aber ihr müsst das. Denn wenn ihr kein Deutsch
könnt, findet ihr keine Freunde, könnt eure Rechte nicht wahrnehmen und seid nur dazu da,
Pflichten zu erfüllen. Vergesst eure Wurzeln nicht – aber lernt Deutsch!“ Und das machte
Belgin. So sehr hatte sie die Worte ihres Vaters verinnerlicht, dass sie schon mit zehn
Jahren wusste, was sie werden wollte: Nachrichtensprecherin bei der Tagesschau. Doch es
kam anders. Sie passte gerne und viel auf die Nachbarskinder auf, tobte mit ihnen über den
Spielplatz, bastelte und machte mit ihnen Hausaufgaben. Diese Erfahrungen spielten eine
wesentliche Rolle bei ihrer Berufswahl. Sie wurde Erzieherin. Dass sie die Sprache ihrer
Eltern beherrscht, ist hier durchaus hilfreich. So manche türkischstämmige Mutter kommt
ins Erzählen, wenn sie nicht ständig nach (deutschen) Worten suchen muss. Aber erst einmal spricht Belgin mit allen Eltern deutsch. Denn sie möchte gerne weitergeben, was ihr
Vater ihr vermittelt hat.

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Zehra ist ebenfalls Erzieherin und ganz anders aufgewachsen. Sie
und ihre drei Geschwister wurden streng gläubig und sehr traditionell
erzogen. Die Mutter trug ganz selbstverständlich ein Kopftuch. Die
ältesten der vier Kinder mussten jeden Freitag in die Moschee, um
aus dem Koran zu lernen. „Wenn sie von dort zurückkamen, sahen sie
nicht glücklich aus“, erinnert sich Zehra. Auch sie musste mit sieben
Jahren die ersten Suren auswendig lernen. Und obwohl sie es damals
nicht gerne machte und bis heute nicht sagen kann, an was oder wen
sie glaubt, spricht sie die Verse manchmal, wenn ihr danach zumute
ist. Erst als sich die Eltern trennten, hatte sie mehr Freiraum. Die
Mutter arbeitete viel und Zehra musste nach der Schule oft allein
klarkommen. Diese Erfahrungen helfen ihr in der täglichen Arbeit mit
den Familien. Sie kann sich gut in die Situation der Kinder versetzen, kennt aber auch die
Sorgen der Eltern. Wenn beispielsweise ein türkischer Vater nicht möchte, dass seine
Tochter am Schwimmunterricht teilnimmt, kann sie ihm glaubhaft vermitteln, wie wichtig es
für das Kind ist. Sie legt großen Wert darauf, dass nicht der Glaube im Vordergrund stehen
darf, sondern das Wohlbefinden der Kinder.
Das ist auch Visal wichtig. Sie ist nicht durch ihre Eltern nach
Deutschland gekommen. Ihr jetziger Mann ging zum Studieren nach
Berlin. Schon einige Zeit später folgte sie ihm. Aufgewachsen ist Visal
in einer großen Familie ganz im Süden der Türkei nahe der syrischen
Grenze. Die Mutter sprach arabisch, der Vater türkisch und französisch. Denn er hatte an einem französischen Gymnasium gelernt. Sie
half der Mutter oft im Haushalt und kümmerte sich um die Geschwister. Schon früh hatte sie den Wunsch, später mit Kindern zu arbeiten.
Ursprünglich wollte sie jedoch Hebamme werden. Glücklicherweise
entschied sie sich anders und ist heute eine der langjährigsten Mitarbeiterinnen des Berliner Kinderschutzbundes.
Cennet ist ebenfalls in einer großen Familie aufgewachsen. Außer
ihren Eltern und den vier Geschwistern lebten anfangs auch die
Großeltern mit unter einem Dach. Cennets Eltern arbeiteten in der
Gastronomie, so dass die fünf Kinder sich oft gegenseitig „erzogen“.
Es wurde gemeinsam gekocht, bei den Schularbeiten geholfen und
die Aufgaben im Haushalt verteilt. „Das ging nicht immer ohne
Reibereien, war aber eine tolle Zeit“, schwärmt Cennet. Daher wohl
der Wunsch, beruflich etwas mit Kindern zu machen. Aber auch der
künstlerische Bereich interessierte sie. Der Tipp einer jetzigen

aktivitäten der kinderschutzbund-projekte

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Kollegin kam daher genau richtig: Sie solle sich doch beim Berliner Kinderschutzbund
bewerben, der kooperiere mit einer theaterbetonten Grundschule. Bei ihrer Arbeit mit
Kindern spielt die Herkunft ihrer Eltern keine Rolle. Allerdings muss sie sich des öfteren mit
dem Thema „Religion“ auseinandersetzen. Für sie gehört der Glaube durchaus zum Leben
dazu, aber er sollte nicht im Mittelpunkt stehen. Daher ärgert es sie sehr, wenn manche
Kinder mit der Angst vor Gott oder Allah aufwachsen. Ihrer Meinung nach sollten Kinder viel
mehr hinterfragen (dürfen), warum sie bestimmte Dinge tun oder eben nicht tun (dürfen).
Warum wird z. B. manchen Kindern verboten, am Fasching teilzunehmen? Das versteht sie
nach wie vor nicht.
Diese Gespräche mit Eltern kennt auch Savas. Als jüngstes von vier
Kindern ist er in Reinickendorf zwischen Hochhäusern groß geworden. Sein Vater war Schneidermeister, seine Mutter – ebenfalls
Schneiderin – hatten ein kleines Geschäft. Beide mussten viel
arbeiten, wollten aber, dass die Kinder gut betreut sind und die
deutsche Sprache lernen. Daher gingen die Kinder schon früh in
eine Kita. Seine Eltern sprachen kaum ein Wort Deutsch. Savas
dafür umso mehr, denn in der Nachbarschaft lebten fast nur deutsche Kinder. Nach dem Schulabschluss wusste Savas nicht so
recht, was er machen sollte. Zu dieser Zeit ging er oft in ein Jugendfreizeitheim. Dort verstand er sich gut mit den Erziehern und fühlte
sich aufgehoben. Daher kam er auf die Idee, selbst Erzieher zu
werden. Weil er fließend Deutsch und Türkisch spricht, ist er für Eltern wie Kollegen oft ein
Segen. So hilft er gerne bei Elterngesprächen, wenn beide Seiten einander buchstäblich
nicht verstehen. Und er freut sich, wenn viele türkischstämmige Eltern zum Elternabend
kommen, weil er sie vorher genau informiert, worum es geht und dass ihr Kommen wichtig
ist. Außerdem schätzt er ihr Vertrauen und sie schätzen ihn. Schon manches Mal konnte er
Eltern überzeugen, ihre Kindern im Hort anzumelden oder ihnen die Ängste nehmen, wenn
es z. B. darum ging, dass beim Mittagessen auch wirklich kein Schweinefleisch auf den
Teller kommt.
Bei allen Ähnlichkeiten und Verschiedenheiten der türkischstämmigen Mitarbeiterinnen
und Mitarbeitern beim Berliner Kinderschutzbund – eins haben alle gemeinsam: Ihre Liebe
zu Kindern. Und das ist sicherlich ein Grund, warum Berkay, Gökhan, Ilayda sie nicht missen möchten und Paul, Jule und Simon auch nicht.

H. Bohrer (BMW-Werksleiter), V. Schmidt (BMW-Betriebsratsvorsitzender), U. Leyh (Berl. Kinderschutzbund)

Als Dankeschön gibt es ein selbstentworfenes BMWFamilienmobil von „Kinderschutzbund-Kindern“

Beispielhafte Hilfe
Lohnverzicht für einen guten Zweck – die Belegschaft des BMWWerkes in Spandau engagiert sich für den Kinderschutzbund
Mitte August 2011 erreichte uns ein Anruf des BMW-Werks in Berlin-Spandau. BMW plante
ein großes Mitarbeiter- und Familienfest und lud uns dazu ein. Das Besondere dabei war:
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verzichteten an diesem Tag auf ihren Lohn, um ihn für
einen gemeinnützigen Zweck zu spenden. So kam es, dass wir knapp einen Monat später
an einem großartigen Fest teilnehmen durften. Wir bekamen einen tollen Stand gestellt, an
dem wir beim Kinderschminken und Fledermäuse basteln mit vielen netten Menschen ins
Gespräch kamen. Darüber hinaus unterstützte die gesamte Belegschaft des BMW-Werkes
mit ihrer Spende unser Projekt „Mit dabei, statt außen vor“. Mit diesem Projekt fördert der
Kinderschutzbund Kinder, die ansonsten nur wenig Hilfe erfahren und ermöglicht ihnen,
was für andere selbstverständlich ist: Regelmäßige Bewegung bei Fußball, Leichtathletik
oder Kinderturnen, an tollen Ausflügen teilnehmen, Schwimmen lernen, sich ausprobieren
beim Tanzunterricht, der musikalischen Früherziehung oder in Kreativkursen. Dadurch
haben sie größere Bildungschancen und die Aussicht auf eine bessere Zukunft. Daher gab
es von „unseren“ Kindern als „Dankeschön“ auch ein selbst gemaltes Bild mit einem
eigens erdachten BMW-Familienmobil.
Im Namen des gesamten Kinderschutzbundes und „unserer“ Kinder bedanken wir uns
ganz, ganz herzlich bei allen, die zur Förderung des Projektes beigetragen haben – namentlich Romy Ertl, die maßgeblich für die wunderbare Organisation des Festes verantwortlich
war. Dieses Engagement ist wirklich etwas ganz Besonderes. „Hut ab“ vor so viel Einsatzbereitschaft!

Ein tolles Familienfest bei BMW in Spandau

Reges Interesse an der Arbeit des Berliner Kinderschutzbundes

Kinderschutzbund
in der Gemäldegalerie
Der Kaiser-Friedrich-Museums-Verein feierte auch 2011 wieder sein alljährliches wunderschönes Kinderfest. Dieses Mal lautete der Titel: „In der Werkstatt des Malers“ und der
Berliner Kinderschutzbund durfte erneut dabei sein. Der Förderverein stellte uns kostenlos
einen tollen Stand zur Verfügung. So konnten wir den Tag nutzen, um mit vielen Familien
und ihren Kindern ins Gespräch zu kommen und über die Arbeit des Kinderschutzbundes
zu informieren. An dieser Stelle bedanken wir uns ganz herzlich beim Kaiser-FriedrichMuseums-Verein.

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Die Alfa Metalcraft Corporation (AMC) unterstützt das Projekt
„Was im Magen, was im Kopf“ des Berliner Kinderschutzbundes
Die Alfa Metalcraft Corporation (AMC) stellt hochwertige Edelstahl-Kochsysteme her und
setzt sich für eine gesunde Ernährung von Kindern ein. Passend zu diesem Leitgedanken
bereitete das Unternehmen dem Berliner Kinderschutzbund in der Vorweihnachtszeit eine
ganz besondere Überraschung. Neben einer Auswahl an Produkten ihres tollen Kochsystems überreichten Lothar Klein, Geschäftsführer von AMC Deutschland, sowie Eugen M.
Thalmann, Head of International Communication von AMC International, dem Kinderschutzbund einen überdimensionalen Scheck von 10.000 Euro. Damit unterstützt AMC das Projekt „Was im Magen, was im Kopf“ des Berliner Kinderschutzbundes. Prominente Hilfe gab
es bei der Aktion von Spitzen-Köchin Sonja Frühsammer sowie von dem Schauspieler
Thomas Darchinger und dem Moderator Jochen Bendel. Alle kochten einen Vormittag
gemeinsam für und mit Kinderschutzbund-Kita-Kindern.
Wir bedanken uns an dieser Stelle ganz,
ganz herzlich bei der AMC für die großartige
Spende. Mit diesem Projekt sorgt der
Kinderschutzbund dafür, dass zahlreiche
Kinder ein gesundes Frühstück und ein ausgewogenes, warmes Mittagessen bekommen, selbst kochen lernen und sich mit
dem Thema „gesunde Ernährung“ auseinandersetzen.

Spitzenköchin Sonja Frühsammer kocht
gemeinsam mit „unseren“ Kita-Kindern

Kinderschutzbund-Kinder überreichen ein Dankeschön-Bild
v.l.n.r.: S. Frühsammer, S. Walther, T. Darchinger, L. Klein, J. Bendel,
A. Sommer und Kita-Kinder

Früh übt sich, wer ein
Meister (-koch) werden wird

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Der Nord Berliner, 02.12.2011

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Strahlende Vorschulkindern mit ihren neuen Ranzen,
übergeben von Margot Böhm und Volker Wieczorek vom Kiwanis-Club

Der Kiwanis-Club Berlin-Frohnau e.V spendiert Schulranzen
Immer kurz vor den Sommerferien wimmelt es in Kaufhäusern und Schreibwarenläden wieder nur so von aufgeregten Eltern und Kindern. Alleine oder gemeinsam versuchen sie die
langen Listen der Lehrinnen und Lehrer zum Schulanfang abzuarbeiten – neue Stifte, Hefte,
Tuschkästen, Sportzeug und für die Schulanfänger auch noch einen Ranzen. Laut Berechnungen des Berliner Kinderschutzbundes kommen pro Kind zur Einschulung gut und gerne
300,– Euro zusammen. Viel Geld, das kaum eine „unserer“ Familien aufbringen kann. Umso
mehr haben wir uns über einen Anruf des Kiwanis-Club Berlin-Frohnau e.V gefreut. Über
einen Sponsor im Norden Deutschlands konnte der Kiwanis-Club Schulranzen besorgen
und wollte diese gerne an sozial benachteiligte Kinder weitergeben.
Das passte wunderbar. Denn in unserer Kita hieß es natürlich auch im Sommer 2011 wieder
für zahlreiche Vorschulkinder Abschied nehmen. Und so konnten im Rahmen einer sehr
schönen Abschiedsfeier die Schulranzen offiziell übergeben werden. Natürlich wussten die
Kinder vorher nichts von der Überraschung. Sie hatten im Vorfeld lediglich erfahren, dass
sie von Gästen ein Geschenk erhalten würden. Als die Clubmitglieder, Margot Böhm und
Volker Wieczorek, ihnen am Ende des Festes dann die pinkfarbenen und hellblauen Schulranzen überreichten, war die Freude groß. Voller Besitzerstolz nahmen sie ihre Ranzen in
Empfang. Und bis heute ist nicht klar, wer danach mehr gestrahlt hat – die Kinder oder die
großzügigen Spender. Wir danken dem Kiwanis-Club Berlin-Frohnau e.V – namentlich
Margot Böhm und Volker Wieczorek – ganz, ganz herzlich. Mit dieser tollen Aktion haben
sie den Kindern eine große Freude bereitet und ihnen den Schulstart um einiges erleichtert.

beispielhafte hilfe

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Die Bundesarchitektenkammer unterstützt Projekt
„Die tapferen Schneiderlein“
In den Herbstferien des vergangenen Jahres veranstaltete eine Gruppe von Kolleginnen
einen tollen Näh-Workshop mit den Ferienkindern. Der Kurs kam so gut an, dass wir schnell
überlegten, daraus ein eigenständiges, regelmäßiges Angebot zu machen. Einen passenden Raum, motivierte Mitarbeiterinnen und Kinder, die Feuer und Flamme waren, hatten wir
schon. Allerdings fehlte das nötige Start-Equipment, sprich: eine oder mehrere vernünftige
Nähmaschinen. In den Herbstferien hatten zwei Kolleginnen ihre privaten Nähmaschinen
mitgebracht. Das Projekt lag und liegt uns sehr am Herzen, denn es passt wunderbar zu
dem Motto des Kinderschutzbundes „Hilfe zur Selbsthilfe“. Der überwiegende Teil „unserer“ Kinder kommt aus armen Familien. Statt sich in der Armut einzurichten, möchten wir
ihnen helfen, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen. Ein tolles selbstgenähtes Kleid sieht
nicht nur schicker aus als ein abgelegtes „Teil“ aus der Kleiderkammer, sondern fördert
darüber hinaus das Selbstbewusstsein. Außerdem erfordert Nähen Ruhe und Konzentration. Beides kommt im lauten und turbulenten Alltag „unserer“ Kinder oft zu kurz. Nähen
ist gut für die Entwicklung der Feinmotorik, fördert aber auch das Gemeinschaftsgefühl und
die Sprachentwicklung. Denn natürlich geht es hier auch um das gegenseitige Sich-Helfen
und Austauschen. Nähen begünstigt das räumliche Denken und das Verständnis für Formen und Farben. (So waren die Kinder in unserem Herbst-Workshop beispielsweise ganz
überrascht, dass man aus zwei Kreisen keinen Ball nähen kann.) Viele gute Gründe also, die
dafür sprechen, eine regelmäßige Gruppe für die „Tapferen kleinen Schneiderlein“ einzurichten. Daher haben wir uns riesig gefreut, dass die Bundesarchitektenkammer uns mit
einer Spende von 500,– Euro die „Anschubfinanzierung“ für das Projekt ermöglicht hat. An
dieser Stelle: Vielen, vielen Dank dafür! Selbstverständlich nehmen wir gerne weitere
Spenden für das Projekt entgegen – wir freuen uns über jeden Euro!

Stolz präsentieren die „tapferen Schneiderlein“ ihre ersten, eigenen Kunstwerke

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Der Nord Berliner, 19.11.2011

beispielhafte hilfe

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Gespannt lauschen die Kinder den Geschichten
von Schauspielerin Julia Althoff

Bundesweiter Lesetag –
Schauspielerin Julia Althoff
begeistert Kinder
Am 18. November 2011 fand der achte bundesweite Vorlesetag statt. In diesem Jahr auch beim
Berliner Kinderschutzbund. Eine Gruppe von 17 Kindern
an unserem Kooperations-Schulstandort Müllerstraße 158
freute sich schon sehr auf die sympathische Schauspielerin Julia Althoff. Pünktlich und mit
einem Buch voller lustiger und spannender Kurzgeschichten unter dem Arm, mischte sie
sich unter die Kinder – und die waren von der mitreißenden Art Julia Althoffs sofort begeistert. Nach zwei Stunden voller toller Geschichten verabschiedeten sich alle ganz traurig.
Denn der Besuch einer echten Schauspielerin war natürlich etwas ganz Besonderes. Wir
danken Julia Althoff ganz herzlich für einen wunderbaren Nachmittag.

Zur Begrüßung
bekommen alle erst
einmal ein Namensschild

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„Die Großen für die Kleinen“ – Hildebrandt & Bartsch feiert
90jähriges Jubiläum und beschenkt den Kinderschutzbund
Ein weiterer Höhepunkt im vergangenen Jahr war das 90-jährige Firmen-Jubiläum des
erfolgreichen Fachgroßhändlers für Reinigung und Hygiene in der Region Berlin/Brandenburg – des Unternehmens Hildebrandt & Bartsch. Anlässlich seines großen Ehrentages
hatte das Unternehmen – namentlich die Familie Kruse – beschlossen, anderen etwas zu
geben, statt selbst Geschenke entgegenzunehmen. Getreu dem Motto: „Die Großen für die
Kleinen“ spendete das Unternehmen Hildebrandt & Bartsch für jeden seiner Jubiläumsfeier-Gäste 9,– Euro an den Kinderschutzbund. Und bereits im Vorfeld hatte Hildebrandt &
Bartsch seine Kooperationspartner anlässlich des Jubiläums um Spenden für den Kinderschutzbund gebeten. Den riesigen Spendenscheck nahm an diesem Abend die bekannte
rbb-Moderatorin Catarina Zanner entgegen.
Darüber haben wir uns sehr gefreut.
An dieser Stelle bedanken wir uns von ganzem
Herzen – auch im Namen „unserer“ Kinder –
für das tolle Engagement von Hildebrandt &
Bartsch und der Familie Kruse. Die Spende
kommt dem Projekt „Was im Magen, was im
Kopf“ zugute.

Das Unternehmen Hildebrandt & Bartsch setzt sich
für den Kinderschutzbund ein (v.l.: C. Twietmeyer
und K. Kruse)
v. l.: C. Zanner (rbb-Moderatorin), K. Kruse (geschäftsf.
Gesellschafter des Kruse Firmenverbunds und
Vorstandsv. igefa), C. Twietmeyer (Vertriebsleiter bei
Hildebrandt & Bartsch)

beispielhafte hilfe

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Die Deutsche Bank spendiert einen Weihnachtsgeschenke-Berg
Mitte Dezember war unser Besprechungsraum einer der bestgehüteten Räume des Kinderschutzbundes. Kein Wunder, denn der Raum war bis oben hin voller Geschenke – hübsch
verpackt, wahlweise mit Schokoladenweihnachtsmann, Lebkuchenherzen oder anderen
Leckereien verziert. Zu verdanken hatten wir diesen riesengroßen Geschenkeberg der
Deutschen Bank. Dort hatte man sich überlegt, dass es doch toll wäre, wenn Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Deutschen Bank Kinder aus armen Familien mit einem schönen Weihnachtsgeschenk überraschen würden. Doch in der Umsetzung war das gar nicht
so einfach – denn natürlich sollte es gerecht zugehen. Und wir wollten weder, dass einige
Kinder leer ausgehen, noch dass das Spielzeug eventuell zu Hause von den größeren
Geschwistern „eingezogen“ wurde. Daher war der Vorschlag des Kinderschutzbundes,
dass die Kinder sich im Vorfeld gemeinsam überlegen sollten, welche Spiele, Sportgeräte
oder Bastelmaterialen sie sich für ihre (Hort-) Gruppe wünschen würden. So hatten alle
etwas davon. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Deutschen Bank fanden diese Idee
gut. So kam es, dass am 14. Dezember
Herr Hemmers und Herr Hannich von
der Deutschen Bank unter riesengroßem „Hallo“ bei unseren Hortkindern
am Schulstandort Müllerstraße 158
knapp 100 Weihnachtspäckchen verteilten. Die Freude war unbeschreiblich. Ein riesengroßes Dankeschön an
alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
der Deutschen Bank und ganz besonders an Herrn Hannich, der alles so
wunderbar organisiert, vorbereitet und
zum Teil sogar selbst eingepackt hat!
Was da wohl Tolles drin sein mag?

Ausflüge zu Hertha BSC und Alba Berlin
Weitere Highlights im vergangenen Jahr waren definitiv die Ausflüge unserer Fußball-AGKinder ins Olympiastadion zu Hertha BSC. Und auch über die Karten für den Weihnachtszirkus spendiert von Hertha BSC, den Berliner Freunden und Rinow Communication, haben
sich alle sehr gefreut. Dafür danken wir allen Beteiligten und drücken der Hertha natürlich
feste die Daumen für den Klassenerhalt. Ebenfalls begeistert waren wir von den Karten für
das Basketball-Bundesliga Spiel Alba Berlin gegen die Fraport Skyliners. Dafür geht ein
großes Dankeschön an die TOTAL Deutschland GmbH.

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Dank an alle Spender/innen und Unterstützer/innen
Auf diesem Weg möchten wir uns noch einmal bei allen ehrenamtlichen Helferinnen und
Helfern, den Spenderinnen und Spendern, bei allen Firmen und Institutionen und bei unseren Kooperationspartnern ganz herzlich bedanken. Ohne Ihre wunderbare Unterstützung,
Ihre Zeit, Ihr Engagement oder Ihre Spenden wären viele unserer Projekte nicht möglich
gewesen.
Sehr beeindruckt hat uns auch das private Engagement einiger Menschen. So hatte beispielsweise Rolf Stender (Inhaber einer Maßschneiderei) den tollen Einfall, Anzüge zugunsten des Kinderschutzbundes auf dem Kunst- und Flohmarkt auf der Straße des 17. Juni zu
verkaufen. Wirklich gerührt hat uns auch die Idee des Ehepaares Wolf. Sie verzichteten auf
ihre Hochzeitsgeschenke und riefen ihre Gäste stattdessen zu Spenden für den Berliner
Kinderschutzbund auf. Riesig fanden wir auch, dass Thomas Wiener (Inhaber des ZenTaekwondo Center im Prenzlauer Berg) das fünfjährige Bestehen mit einem Benefizabend
zugunsten des Kinderschutzbundes feierte. Ihnen und den vielen anderen hier nicht
genannten unermüdlichen Unterstützerinnen und Unterstützern des Kinderschutzbundes
gilt unser aufrichtiger Dank.
Wichtig ist uns, Ihnen zu versichern, dass alle Spenden für den Berliner Kinderschutzbund
dort ankommen, wo sie am dringendsten benötigt werden – bei hilfebedürftigen Kindern
und Jugendlichen. In unseren Kinderprojekten, der Beratungsstelle sowie in unseren Elternkursen und Fortbildungen kümmern wir uns in der tagtäglichen Arbeit um die Bedürfnisse
von Kindern, um ihren Schutz, ihre Rechte und darum, ihren Alltag fröhlicher und lebenswerter zu machen. Denn ALLE Kinder und Jugendlichen haben das Recht, gewaltfrei und
sozial abgesichert aufzuwachsen und dafür setzen wir uns ein.
Dass der Berliner Kinderschutzbund mit Mitgliedsbeiträgen und Spendengeldern verantwortungsvoll umgeht, haben wir sogar schriftlich. Ein unabhängiger Wirtschaftsprüfer
bescheinigte dem Berliner Kinderschutzbund, dass der Verein vorbildlich arbeitet, alles
ordnungsgemäß verläuft und es keinerlei Beanstandungen gibt. Oder – wie es im Amtsdeutsch heißt: „Wir bestätigen dem Deutschen Kinderschutzbund LV Berlin e.V. die ordnungsgemäße Behandlung der Zuwendungsströme“.
Der Berliner Kinderschutzbund ist nach wie vor auf die Unterstützung von ehrenamtlichen
Helferinnen und Helfern, Spenderinnen und Spendern, Firmen, Institutionen und Kooperationspartnern angewiesen. Und wir werden auch in der Zukunft Sorge tragen, dass wir das
in uns und unsere Arbeit gesetzte Vertrauen nicht enttäuschen.

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Wenn Sie unsere Arbeit unterstützen möchten, richten Sie Ihre Spende doch bitte an:
Deutscher Kinderschutzbund Berlin
Bank für Sozialwirtschaft
Kontonummer: 3 182 100
Bankleitzahl: 100 205 00
Selbstverständlich erhalten Sie für jede Spende über 200,– Euro eine Spendenquittung.
Auch Spenden unter 200,– Euro sind steuerlich absetzbar. Hierfür reicht der Kontoauszug.

Danke …
für einen dringend benötigten Satz Winter-

für eine unvergessliche Kinderreise

reifen für unser Kinderschutzbund-Auto

der ARD-Fernsehlotterie

der Continental Reifen Deutschland GmbH

„Ein Platz an der Sonne“
der ALPHONS-VELISCH-Stiftung

für die Ausstattung und Verschönerung
unserer Kinderprojekte

für einen wunderbaren Lesenachmittag

der ALPHONS-VELISCH-Stiftung

Julia Althoff

für die Unterstützung unseres

für ihr ganz privates Engagement

Weltspieltages

und tolle Sachspenden

der BSR

Vera Starker

dem Ehapa Verlag

Rolf Stender

der rbb media GmbH
der Staples GmbH

für einen regelmäßigen Platz zum
Fußballspielen

für die Förderung „unserer“ Kinder durch

dem BSC Rehberge

tolle Sachmittel und Veranstaltungen
dem Förderverein der Gemäldegalerie und

für ihren Einsatz als Botschafterin für

Skulpturensammlung SMB e.V.

den Berliner Kinderschutzbund

der BMW AG Werk Berlin

Tita von Hardenberg

der Wewerka Märkte GmbH
der Deutschen Bank Privat- und
Geschäftskunden AG
dem Kiwanis-Club Berlin-Frohnau e.V
der TOTAL GmbH
Rinow Communication
Hertha BSC

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für Ihre Spende anlässlich des

an alle Sponsoren und Spender/innen

90-jährigen Jubiläums von

der Alfa Metalcraft Corporation AG

Hildebrandt & Bartsch

der BMW AG Werk Berlin

der Buzil-Werk Wagner GmbH

der Bundesarchitektenkammer e.V.

der Ecolab Deutschland GmbH

der Capgemini Deutschland Holding GmbH

der Emil Deiss KG GmbH & Co.

dem Cisoc Center

der Evonik Industries AG

der Colorpack GmbH

der Hegro Eichler GmbH

der Cornelsen Verlag GmbH

der Knittler Medien GmbH

donare.de

der Seitz GmbH

der GBAV Gesellschaft für Boden- und

dem Solution Gloeckner Vertrieb

Abfallverwertung mbH

der Stockmeier Chemie GmbH

der Heidenhain-Microprint GmbH

der Firma Tana

der Hildebrandt & Bartsch GmbH & Co. KG

der Vermob Salmon GmbH

der Milupa GmbH

dem WBV Westdeutscher Bindegarn-Vertrieb

der Staples GmbH

der Wittrock Holding

der xgsm.com GmbH
dem Zen-Taekwondo Center

für Ihre Spende anlässlich der Hochzeit

Dr. Thomas Beckmann

des Ehepaares Wolf

Christine Binder

Eveline Bernert

Monika Bresche

Caroline Borges

Peter Bresche

Georg Bürger

Dr. Onno Burfeind

Hans-Jürgen Hillert

Dr. Wiebke Frenzel

Joachim Jäckel

Stefan Konrad Hanke

der Koch Universal Music GmbH

Hans Jürgen Iltzsche

Stefanie Mädel

Etha Jimenez

Dr. Christof Mannschreck

Wilfried Lange

Katharina Mosbruck

Monika und Jörg Lindemeier

der MSW GmbH Wirtschaftsprüfung

Mike Ludwig, L.M.W.Microprint

Ulrich Reding

Johann Christoph Maass

Helmut Reifschneider

Dr. med. Bernd Muzzolini

Babett Salomon

Rita Schmidt

Franz Selb

Sabine Spatzker-Sänger

der Semmelconcerts GmbH

Brigitte Stargardt

Dieter Stein

Westphal & Partner

Alexa von Specht

Hans-Martin Welker

Ulrich Stein

Daniel A. Witt

Thomas Wannmacher

dem Ehepaar Melanie und Peter Wolf

Werner Weber
Allen anderen, hier nicht Genannten, gilt ebenfalls unser herzlicher Dank für die
Unterstützung unserer Arbeit.

Pressemitteilung vom 28. April 2011

Berliner Kinderschutzbund: Alarmierende Umfrage-Ergebnisse
Immer noch glauben viele Kinder, dass ihre Eltern sie schlagen dürfen
Anlässlich des „Tages der gewaltfreien Erziehung“ am 30. April 2011 hat der
Berliner Kinderschutzbund eine Umfrage unter Kindern und Jugendlichen
durchgeführt. Teilgenommen haben 348 Kinder im Alter von fünf bis vierzehn
Jahren. „Die Ergebnisse sind alarmierend“, sagte die Geschäftsführerin Sabine
Walther. Denn auch 11 Jahre nach Einführung des Rechtes der Kinder auf eine
gewaltfreie Erziehung glauben noch viele von ihnen, dass ihre Eltern sie
schlagen dürfen.
• 29,4 Prozent der Mädchen und 26,3 Prozent der Jungen sind überzeugt,
dass Eltern ihre Kinder schlagen dürfen.
• 24,5 Prozent der Mädchen und 22,75 Prozent der Jungen glauben, dass sie
ihre Meinung gegenüber Erwachsenen nicht sagen dürfen.
„Leider ist die Auffassung, dass ein Klaps noch keinem geschadet hat, bei
Erwachsenen nach wie vor weit verbreitet. Doch Gewalt gegen Kinder hat
viele Gesichter – auch beschimpfen und ignorieren gehören dazu“, so Sabine
Walther weiter. Daher fordert der Berliner Kinderschutzbund ein Umdenken in
der Gesellschaft. „Kinder müssen endlich ernst genommen und mit Respekt
behandelt werden. Eltern in schwierigen Situationen raten wir dringend, sich
Hilfe zu holen, damit aus alltäglichen Problemen keine ernsthaften Konflikte
werden“.

Pressemitteilung vom 29. Juni 2011

Bildung statt Bürokratie: Der Berliner Kinderschutzbund fordert
sofortiges Umsteuern beim Bildungspaket
Der Berliner Kinderschutzbund gibt dem bürokratischen Antragsverfahren die
Schuld am Scheitern des so genannten Bildungspaketes. „Das Bildungspaket
ist ein riesiger Flop. Aus unserer Sicht liegt der Fehler aber im System.
Jetzt den Eltern dafür die Schuld zu geben, finden wir ehrlich gesagt eine
Frechheit. Die meisten Eltern sind schlicht verzweifelt angesichts des bürokratischen Irrsinns“, so die Geschäftsführerin des Deutschen Kinderschutzbundes
Landesverband Berlin e.V., Sabine Walther.
In Berlin müssen die Eltern beispielsweise erst einmal einen „Berlin Pass“
beantragen. Erst dann können sie Anträge auf Erstattung von z. B. Ausflugskosten, Mittagessen oder Lernförderung bei Schulen, Kitas und freien Trägern
der Jugendhilfe stellen. Darin muss dann beispielsweise jeder Ausflug belegt
und abgerechnet werden. „An diesem bürokratischen Monster verzweifeln
sowohl die Eltern, aber auch Schulen, Kitas und freie Träger.“
Daher fordert der Berliner Kinderschutzbund, ein sofortiges Umsteuern. Die
Hilfe für benachteiligte Kinder müsse endlich unbürokratisch und direkt organisiert werden. „Es kann doch nicht sein, dass jetzt auch noch für viel Geld
Sozialarbeiter/innen in die Familien geschickt werden sollen, damit Frau von
der Leyen Werbung für ihr Bildungspaket machen kann. Auch das Geld für die
wissenschaftliche Auswertung, warum das Bildungspaket Familien nicht
erreicht, ließe sich wesentlich sinnvoller ausgeben“, sagte Sabine Walther
abschließend.

Pressemitteilung vom 13. September 2011

Kinderschutzbund warnt: Kinderschutz in Berlin stößt an seine Grenzen
Anlässlich der steigenden Zahl von Inobhutnahmen warnt der Berliner Kinderschutzbund davor, den Kinderschutz in der Hauptstadt weiter so zu „betreiben“ wie in den vergangenen Jahren. „Der Kinderschutz stößt bereits jetzt an
seine Grenzen. Die Jugendämter kommen bei der Betreuung von Familien in
Krisen kaum noch hinterher“, sagte die Geschäftsführerin des Deutschen
Kinderschutzbundes Landesverband Berlin e.V., Sabine Walther.
Daher fordert der Berliner Kinderschutzbund dringend ein Umsteuern. Wichtig
sei, endlich in einen vernünftigen präventiven Kinderschutz zu investieren.
Das heißt z. B.
• Wertschätzender Besuch aller Familien von Neugeborenen. Hier ist Zeit für
einen ersten Austausch und die Eltern bekommen ein Willkommenspaket
mit wichtigen Informationen zu Kindergesundheit und Erziehung, aber auch
zu Spiel- und Freizeitangeboten in der näheren Umgebung.
• Einrichtung von Kinder- und Familienbüros (in Anlehnung an die Bürgerämter). In jedem Bezirk erhalten Eltern alles, was sie rund ums Kind wissen
müssen aus einer Hand – vom Kindergeldantrag über den Kitaplatz bis zu
Adressen von Familienhebammen oder Erziehungsberatungsstellen.
• Eltern so fordern und fördern, dass Hilfe angenommen werden kann. Hilfe
für Familien muss schnell, unkompliziert und wertschätzend angeboten
werden.
• Flächendeckend in jedem Bezirk Familienzentren. Eltern brauchen Anlaufstellen, wo sie sich austauschen, beraten oder einfach treffen können.
Abschließend sagte Sabine Walther: „Die einzige Chance den Teufelskreis aus
Armut, Verzweiflung, Vernachlässigung und Misshandlung zu durchbrechen,
ist eine gute Prävention. Und als Berliner Kinderschutzbund werden wir nach
dem 18. September sehr genau darauf schauen, welche Wahlversprechen in
Sachen Kinderschutz eingehalten werden.“ Die Zahl der Inobhutnahmen war
im ersten Halbjahr 2011 um 17 Prozent gegenüber 2010 angestiegen.

Pressemitteilung vom 17. Oktober 2011

„Wege durch den Mediendschungel“ –
Kinderschutzbund startet ersten Elternkurs in Berlin
Ab dem 26. Oktober 2011 bietet der Berliner Kinderschutzbund erstmals
einen Elternkurs rund um das Thema „Internet, Computerspiele und Handys“
an. Der Kurs ist angelehnt an die erfolgreichen Kurse „Starke Eltern – Starke
Kinder®“ des Kinderschutzbundes und heißt „Wege durch den Mediendschungel“.
„Wir freuen uns sehr, dass wir diesen Elternkurs nun auch in Berlin anbieten
können. Denn erfahrungsgemäß sind viele Kinder und Jugendliche allein im
Netz unterwegs'. Inzwischen können die wenigsten Eltern noch nachvollziehen, was und mit wem ihre Kinder online kommunizieren. Aber genauso
wenig, wie man seine Kinder zu einem Fremden ins Auto einsteigen lässt,
sollte man sie alleine durch die virtuelle Welt spazieren lassen“, sagte Alex
Jakob, Pressesprecherin des Berliner Kinderschutzbundes. Der Kurs vermittelt
leicht verständlich Wissen rund um das Thema ‚neue' und ‚alte' Medien sowie
den verantwortungsbewussten Umgang mit ihnen.
Anmeldungen unter (030 ) 538 10 443

Pressemitteilung vom 09. November 2011

Schauspielerin Julia Althoff liest für Kinder
beim Berliner Kinderschutzbund
Anlässlich des 8. bundesweiten Vorlesetages freut sich der Berliner Kinderschutzbund auf den Besuch der Schauspielerin Julia Althoff. Am 18. November
2011 möchte die engagierte Schauspielerin und Moderatorin eine Gruppe von
6 – 9jährigen Mädchen und Jungen für die bunte Bücherwelt begeistern. Ob Sie
einen Kinderbuch-Klassiker mitbringt oder doch lieber etwas ganz Aktuelles
hat sie im Vorfeld noch nicht verraten.
„Leider erleben Kinder es immer seltener, wie wunderbar es ist, eingekuschelt
auf dem Sofa oder abends vor dem Einschlafen einer schönen Geschichte zu
lauschen. Daher freuen sich ‚unsere' Kinder schon riesig und sind sehr
gespannt. Denn der Besuch einer echten Schauspielerin, die ihnen dann auch
noch etwas Tolles vorliest, ist schon etwas ganz Besonderes", sagte Alex
Jakob, Sprecherin des Berliner Kinderschutzbundes.

Pressemitteilung vom 01. Dezember 2011

AMC unterstützt das Projekt „Was im Magen, was im Kopf“
des Berliner Kinderschutzbundes
Passend zur beginnenden Vorweihnachtszeit hat der Entwickler innovativer
Kochsysteme, das Unternehmen AMC, dem Berliner Kinderschutzbund eine ganz
besondere Weihnachtsüberraschung bereitet. Neben einer großen Auswahl von
Produkten des AMC-Premium-Kochsystems überreichte Lothar Klein, Geschäftsführer von AMC Deutschland, dem Kinderschutzbund einen überdimensionalen
Scheck von 10.000 Euro.
Damit unterstützt AMC das Projekt „Was im Magen, was im Kopf“ des Berliner
Kinderschutzbundes. Die AMC ist Weltmarktführer im Bereich von hochwertigen
Edelstahl-Kochsystemen und setzt sich für eine gesunde und genussvolle
Ernährung von Kindern ein.
Näheres zu den Projekten des Berliner Kinderschutzbundes finden Sie unter
www.kinderschutzbund-berlin.de.

Pressemitteilung vom 01. Dezember 2011

„Was im Magen, was im Kopf“
ein Projekt des Berliner Kinderschutzbundes
Zu Beginn der Weihnachtszeit machte der Berliner Kinderschutzbund heute
erneut darauf aufmerksam, wie wichtig gesunde Ernährung und das gemeinsame Kochen und Essen ist. Hierfür konnte er die Spitzen-Köchin Sonja
Frühsammer gewinnen, einen Vormittag gemeinsam mit den Kindern der
Kinderschutzbund-Kita zu kochen. Tatkräftig unterstützt wurde die Aktion von
dem Schauspieler Thomas Darchinger und dem Moderator Jochen Bendel.
„Ganz vielen Kindern geht es gut und sie werden gut umsorgt. Aber leider
gibt es zunehmend Kinder, die gemeinsame Mahlzeiten nur noch aus dem
Fernsehen und Tomatensoße nur aus der Tüte kennen“, sagte die Geschäftsführerin des Berliner Kinderschutzbundes, Sabine Walther. „Für diese Kinder
müssen wir etwas tun. Denn Bildung beginnt im Bauch. Daher haben wir das
Projekt 'Was im Magen, was im Kopf' ins Leben gerufen. Ob in unserem regelmäßigen 'Kindercafé' (Kinder kochen gemeinsam mit ihren Erzieher/innen für
sich und andere Kinder im Kiez), einer wöchentlichen Koch-AG oder kleinen
Workshops zum Thema 'schmecken, fühlen, riechen' – in all unseren Kinderprojekten wird gesunde Ernährung großgeschrieben“, so Sabine Walther weiter.
In diesem Zusammenhang dankte die Geschäftsführerin auch dem Unternehmen AMC ganz herzlich. Die AMC fördert das Projekt „Was im Magen, was
im Kopf“ durch eine große Auswahl von Produkten des AMC-Premium-Kochsystems sowie mit einer Spende in Höhe von 10.000 Euro.
Der Berliner Kinderschutzbund betreut in seinen Kinderprojekten schwerpunktmäßig im Bezirk Wedding rund 1.500 Kinder. Mit dem Projekt „Was im
Magen, was im Kopf“ werden vor allem Kinder gefördert, die ansonsten nur
wenig Unterstützung erhalten. Das Projekt wird zu 100 Prozent durch
Spenden finanziert.

Pressemitteilung vom 06. Februar 2012

Safer Internet Day 2012 – Berliner Kinderschutzbund fordert mehr
Jugendschutz in sozialen Netzwerken
Anlässlich des „Safer Internet Days“ am 07. Februar 2012 fordert der Berliner
Kinderschutzbund von den Betreibern sozialer Netzwerke endlich weitergehende Maßnahmen zum Schutz von minderjährigen Nutzern.
So sollte beispielsweise bei neu angelegten Profilen eine altersgerechte Aufklärung über Chancen und Risiken der Veröffentlichung privater Inhalte verpflichtend sein, fordert der Medienexperte des Berliner Kinderschutzbundes,
Christoph Thiel. „Darüber hinaus wäre es sinnvoll, einmalig einen Warnhinweis
beim Teilen von Inhalten mit einem größeren Benutzerkreis als dem der eigenen
Freunde auszugegeben und Kinder und Jugendliche nicht mehr zur Herausgabe
ihres Mail-Passwortes aufzufordern“, sagte Christoph Thiel weiter.
Der Kinderschutzbund befürchtet, dass Kinder und Jugendliche zunehmend in
eine virtuelle Lebenswelt hineinwachsen, in der ihnen eine engmaschigere
Vernetzung mit sogenannten „Freunden“ vorgegaukelt wird, als sie in der Realität tatsächlich stattfindet. „Außerdem sollen sie bei Facebook und Co. sukzessive an die Normalität gewöhnt werden, ständig und überall preiszugeben, wo
sie gerade mit wem unterwegs sind und was sie denken oder tun.
Das ist definitiv nicht im Sinne eines nachhaltigen und weitsichtigen Kinderund Jugendmedienschutzes“, so Christoph Thiel.
Der Kinderschutzbund kritisiert, dass die meisten Betreiber sozialer Netzwerke
bislang den Forderungen zur Nachbesserung nicht nachgekommen sind. „Umso
wichtiger ist es, dass inzwischen die EU und der Bundesrat auf das Problem
aufmerksam geworden sind. Denn in unseren Medienkursen erlebe ich es
immer wieder, dass Kinder und Jugendliche Dinge von sich preisgeben, ohne
sich über die möglichen Folgen im Klaren zu sein“, sagte Christoph Thiel
abschließend. Mit seinen Kursen „Wege durch den Mediendschungel“ hilft der
Kinderschutzbund Kindern, Eltern und Erziehenden die Wahrnehmung für die
Risiken bei der Benutzung sozialer Netzwerke zu schärfen und die Kompetenz
im Umgang mit „social media“ zu erhöhen.

Pressemitteilung vom 14. März 2012

Wir müssen leider draußen bleiben – keine Ferienbetreuung
für 9-13Jährige Kinderschutzbund kritisiert Pläne des neuen Senats
Der Berliner Kinderschutzbund übt massive Kritik an der geplanten Ferienregelung des neuen Senats für Fünft- und Sechstklässler. „Kein normaler
Arbeitnehmer hat ausreichend Urlaubstage, um seine Kinder in den Ferien zu
betreuen“, sagte Alex Jakob, Sprecherin des Berliner Kinderschutzbundes.
„Und wer möchte verantworten, seine Kinder sechs bis acht Stunden oder
sogar noch länger allein zu lassen? Und das über mehrere Tage. So ein
Beschluss widerspricht völlig der Vereinbarkeit von Familie und Beruf und ist
schon gar nicht im Sinne der Kinder.“
Darüber hinaus sollten Eltern selbst entscheiden können, ob ihre Kinder in
den Ferien Angebote der freien Jugendhilfe, von Sportvereinen oder anderen
Institutionen wahrnehmen. „Die Eltern wissen, dass ihre Kinder im Hort bei
den entsprechenden Erzieher/innen gut aufgehoben sind. Das weiß man bei
anderen Einrichtungen manchmal nicht“, so Alex Jakob weiter. Auch sei es
nicht immer gegeben, dass die Großeltern in der Nähe wohnen und „fit“
genug seien, um die Kinder entsprechend zu betreuen.
Daher fordert der Berliner Kinderschutzbund eine verlässliche Ferienbetreuung der Fünft- und Sechstklässler. „Hierfür ist sicherlich ein Umdenken in der
ergänzenden Förderung und Betreuung nötig. Denn Neun bis Dreizehnjährige
brauchen sicherlich mehr Freiräume und andere Angebote als Fünf- bis
Siebenjährige. Da sind die jeweiligen Einrichtungen gefragt, entsprechende
Konzepte zu entwickeln “, sagte die Sprecherin des Berliner Kinderschutzbundes abschließend.

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Organigramm des DKSB LV Berlin

Mitgliederversammlung

Vorstand

Qualitätsmanagementbeauftragte

Geschäftsführung

GESCHÄFTS- UND
BERATUNGSSTELLE

A 13

KOOPERATION MIT
DER ERIKA-MANNGRUNDSCHULE

KOOPERATION MIT
DER GRUNDSCHULE
MÜLLERSTRASSE 158

Beratungsstelle:
Beratung/Intervention
Prävention/
Starke Eltern –
Starke Kinder®

Kita
Leitung
MitarbeiterInnen

Hortbetreuung
Koordinierende
ErzieherInnen
MitarbeiterInnen

Hortbetreuung
Koordinierende
ErzieherInnen
MitarbeiterInnen

Presse- und
Öffentlichkeitsarbeit
Assistenz der
Geschäftsführung
Verwaltung

Offener Kinder- und
Jugendbereich/
Schulbezogene Kinderund Jugendsozialarbeit
Leitung
MitarbeiterInnen

Schulstation
Leitung
MitarbeiterIn

Beitrittserklärung
Hiermit erkläre ich meinen Beitritt zum
DEUTSCHEN KINDERSCHUTZBUND
Landesverband Berlin e. V.
Malplaquetstraße 38
13347 Berlin
Telefon (030) 45 80 29 31
Fax (030) 45 80 29 32
Jährlicher Beitrag (bitte ankreuzen):
verminderter Beitrag: 30,00 1
üblicher Beitrag: 50,00 1
freiwilliger Beitrag in Höhe von: .......................... 1
Bank für Sozialwirtschaft Berlin, BLZ 100 205 00, Konto-Nr. 3 182 100
Name: ...................................................... Vorname: ...........................................................
Straße: ................................................................................................................................
PLZ, Ort: ..............................................................................................................................
geb. am: ...................... in: .................................... Tel./Fax: ...............................................
Beruf: ..................................................................................................................................
Datum: ......................... Unterschrift: ..................................................................................
Hinweis: der Mitgliedsbeitrag ist lt. Satzung § 6 bis zum 31. März des laufenden
Jahres zu bezahlen!
Um Verwaltungskosten zu sparen, bitten wir Sie möglichst um Erteilung einer

Einzugsermächtigung
Mein Beitrag soll bis auf Widerruf von meinem Konto
Nr. ................................................................ BLZ ................................................................
bei ( Bank ) ............................................................... in: .....................................................
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