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Periodical volume

Full text: Jahresbericht Issue 2009/2010

Jahresbericht 2009/2010
1.) Vorwort des Vorstandes
2.) Die Kinderschutz(bund)-Themen des Jahres
a. Hartz IV, „Herdprämie“ und Co.
b. Kinderschutzbund bei Anhörung zu „Berliner Kinderschutzgesetz“
c. Bundesweites Kinderschutzgesetz vertagt
3.) Wichtiges vom Kinderschutzbund Landesverband
a. Was ist Kinderarmut? Der Kinderschutzbund bietet erste Fortbildung an
b. Hohe Nachfrage nach Zertifikatskursen zur so genannten Kinderschutzfachkraft nach §8a
c. Zusatzfortbildungen zu "Starke Eltern - Starke Kinder® - ganz praktisch“
sowie zu "Starke Eltern - Starke Kinder® -Pubertät“
d. Erste „Gesunde Eltern – Gesunde Kinder®“ Schulung für Berlin/Brandenburg
e. Berliner Kinderschutzbund ist Gründungsmitglied der Landesarmutskonferenz Berlin
f. Umfrage zum Thema „Kinderrechte“: Immer noch glauben viele Kinder,
dass ihre Eltern sie schlagen dürfen
g. Zu Besuch im Bundeskanzleramt
h. Plakatkampagne „Gewalt hinterlässt Spuren“
i. Pressearbeit beim Berliner Kinderschutzbund - Darf’s ein bisschen mehr
sein?
j. Presseanfragen im Jahr 2009
k. Neue Schriftführerin beim Berliner Kinderschutzbund
4.) Neues aus den Kinderschutzbund-Projekten
a. Weddinger Kinder gehen „in die Politik“
b. Streetdance-Projekt im Kinder-Kiez-Zentrum
c. „Kitas bewegen für eine gute gesunde Kita“ – jetzt auch beim Kinderschutzbund
d. Musikalische Früherziehung für unsere Kleinsten
e. Weltspieltag 2009
5.) Beispielhafte Hilfe
a. Märchenhafte Woche für „unsere Kinder“ spendiert von der BSR und
Märchenland e.V. – Deutsches Zentrum für Märchenkultur
b. Großartige Unterstützung durch die ALPHONS-VELISCH-STIFTUNG
c. Erstmals gemeinsame Schultüten- und Nikolaus-Stiefel-Füllaktion mit
der Firma „Staples“
d. Lesung zugunsten des Berliner Kinderschutzbundes
6.) Dank an alle Spender/innen und Unterstützer/innen
7.) Pressemitteilungen
8.) Organigramm

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9.) Beitrittserklärung

Vorwort zum Jahresbericht 2009/2010
des Deutschen Kinderschutzbundes Landesverband Berlin e.V.
Liebe Mitglieder, liebe Freundinnen und Freunde, Förderer und Sponsoren des Berliner
Kinderschutzbundes,
Sie halten den Bericht über die Arbeit des Berliner Kinderschutzbundes im
Geschäftsjahr 2009/2010 in den Händen.
„Man kann in Kinder nichts hineinprügeln, aber vieles herausstreicheln“ – diesen Text
bekamen in den vergangenen Monaten nicht nur alle, die den Berliner
Kinderschutzbund per SMS-Spende unterstützt haben. Dieser Satz von Astrid Lindgren
passt auch wunderbar zum Leitbild des Kinderschutzbundes. Denn auch im Jahr 2009
haben wir uns für Kinder stark gemacht, die in ihrem Umfeld Gewalt erfahren und ihr
hilflos ausgeliefert sind. „Gewalt gegen Kinder hinterlässt Spuren“ war der Titel unserer
großen Plakatkampagne Ende des Jahres. Mit 500 Plakaten in ganz Berlin haben wir das
Thema verstärkt in die Öffentlichkeit gebracht und sind darüber mit vielen Menschen
ins Gespräch gekommen. Wichtig war uns deutlich zu machen, dass Gewalt viele
Gesichter hat und bereits bei dem so genannten „Klaps“ beginnt.
Selbstverständlich wissen wir, dass mit einem Plakat noch nicht alles gesagt und getan
ist. Auch im Jahr 2009 prägten viele negative Schlagzeilen die Berichterstattung über
die Lebensbedingungen von Kindern. Nicht zuletzt deshalb sahen sich wahrscheinlich
Politikerinnen und Politiker in der Hauptstadt zum Handeln gezwungen. So beschloss
der Berliner Senat beispielsweise nach vielen Diskussionen ein Kinderschutzgesetz und
entschied sich für die Aufnahme der Kinderrechte in die Landesverfassung. Doch nicht
alles, was auf den ersten Blick vielsprechend wirkt, ist tatsächlich hilfreich im Sinne der
Kinder. Mehr dazu erfahren Sie ausführlich auf den nächsten Seiten.
Durch unsere direkte Arbeit mit Kindern in sozialen Brennpunkten wissen wir, wie
schwierig die Lebensbedingungen von vielen Kindern und deren Familien sind. Doch
auch in unseren Kinderprojekten wäre vieles ohne Spenden nicht möglich. Beispielsweise ein gesundes Frühstück oder ein warmes Essen, die Teilnahme am Schwimmunterricht, die Förderung im Erlernen einer Fremdsprache, Museumsbesuche oder die musikalische Frühförderung wären ohne Geldspenden und dem Einsatz von ehrenamtlichen
Helferinnen und Helfern in unseren Einrichtungen nicht realisierbar. Der Jahresbericht
zeigt ihnen etliche Beispiele auf.
Der Berliner Kinderschutzbund beschäftigt mittlerweile mehr als 40 sozialversicherungspflichtige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Sie alle arbeiten professionell, engagiert und beleben das Miteinander im Kinderschutzbund mit Humor und Tatkraft – und
das trotz oder gerade wegen der oft großen Herausforderungen. Auch davon können
Sie sich in diesem Jahresbericht ein Bild machen.

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Die Wirtschaftskrise ist am Kinderschutzbund leider nicht unbemerkt vorübergegangen.
Das Spendenaufkommen ist merklich gesunken. Umso dankbarer sind wir allen, die den
Berliner Kinderschutzbund im vergangenen Jahr so wunderbar unterstützt haben. Da es
leider auch in der „Sozialbranche“ immer wieder schwarze Schafe gibt, versichern wir an
dieser Stelle, dass alle Spenden zugunsten des Berliner Kinderschutzbundes – egal ob
Sachmittel oder Geldzuwendungen – verantwortungsvoll eingesetzt werden und genau
da ankommen, wo sie benötigt werden: bei den Kindern.
Auch den Menschen aus den politischen Gremien, die Wert auf unsere - oft unbequeme - Meinung legen, sagen wir ein „großes Dankeschön“. Und den vielen Pressevertreterinnen und -vertretern sei herzlich gedankt, dass sie über die Arbeit des Berliner Kinderschutzbundes berichten und so wichtige Themen in die Öffentlichkeit tragen.
Allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, den ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern,
Ratgebern und Sponsoren sowie den Mitgliedern und meinen Vorstandskolleginnen
und -kollegen bin ich zu tiefem Dank verpflichtet.
Ich grüße Sie herzlich und bitte Sie, den Kinderschutzbund auch weiterhin zu unterstützen.
Ulrike Leyh

1.) Die Kinderschutz(bund)-Themen des Jahres
Hartz IV, „Herdprämie“ und Co.
Derzeit wird an den unterschiedlichsten Stellen darüber nachgedacht, was Kinder zum
Leben brauchen, um gut aufzuwachsen. Das freut uns als Kinderschutzbund natürlich
sehr - auch wenn aus unserer Sicht die Überlegungen nicht immer in die richtige Richtung gehen.
So verkündete am 09. Februar 2010 das Bundesverfassungsgericht beispielsweise, dass
die Hartz IV Regelsätze in ihrer jetzigen Form nicht der Verfassung entsprechen und
forderte den Gesetzgeber auf, ein neues Berechnungsverfahren zu entwickeln. Unmittelbar danach meldeten sich die ersten Politiker und verlangten, die Hartz IV Regelsätze nicht aufzustocken, sondern abzusenken. Die schwarz-gelbe Koalition erhöhte Anfang 2010 das Kindergeld sowie den Kinderfreibetrag, denkt aber weiterhin laut über
die so genannte „Herdprämie“ nach.
Allerorten wird derweil hitzig debattiert:
Sollen Eltern, die ihre Kinder die ersten drei Jahre zu Hause erziehen, eine so genannte
„Herdprämie“ bekommen? Müssen die Hartz IV Sätze jetzt erhöht oder eventuell sogar
gesenkt werden – wie es einige Politiker fordern? Kann man Eltern überhaupt (mehr)
Geld in die Hand geben? Oder wird das nur „versoffen“ und im nächsten Elektronikmarkt verpulvert, statt für gesundes Essen und warme Kleidung ausgegeben? Wir als
Kinderschutzbund sind der Meinung, dass die Mehrzahl der Eltern sich liebevoll um ihre

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Kinder kümmern möchte. Aber der Anspruch an Eltern ist in den vergangenen Jahren
enorm gestiegen. Sie sollen ihre Kinder mit Liebe erziehen, sie als eigenständige Menschen achten und anerkennen, ihnen aber trotzdem klare Grenzen setzen und das
möglichst geduldig und in jedem Fall gewaltfrei. Sie sollen ihre Kinder gesund ernähren, für ausreichend Bewegung sorgen und ihnen soziale Kompetenzen vermitteln. Darüber hinaus sollen sie ihnen die besten Startmöglichkeiten geben, damit sie sich in
einem immer härter umkämpften Arbeitsmarkt später einmal durchsetzen. Für Eltern,
die selbst seit Jahren arbeitslos und ohne Perspektiven sind, bei denen es finanziell hinten und vorne nicht reicht, die nicht gelernt haben, sich durch seitenlange Anträge zu
kämpfen, ist das nahezu unmöglich. Aber auch Alleinerziehende oder Familien, in denen viele Kinder leben, stehen zunehmend vor unlösbaren Aufgaben.
Daher fordern wir als Berliner Kinderschutzbund dringend umfassende Hilfe: Eine gute
finanzielle Ausstattung durch eine Kindergrundsicherung, frühe Hilfen für Eltern und
Kinder am besten schon ab der Schwangerschaft, sowie qualitativ gute Betreuungsund Bildungsangebote für Kinder in Krippen, Kitas und an Schulen. Prävention, Elternbildung, gute Kinderbetreuung und, und, und - all das sind Maßnahmen, die wir nicht
nur fordern, sondern in unseren Kinderprojekten selbst anbieten. Daher wissen wir, wovon wir reden und auch, dass es neben viel Engagement einer gesicherten finanziellen
Ausstattung bedarf. Sowohl bei den Familien selbst, aber auch bei denen, die für Kinder
und Familien da sind. Als Berliner Kinderschutzbund erhoffen wir uns, dass die Bundesregierung schnell geeignete Maßnahmen entwickelt und der unsachlichen Diskussion
ein Ende setzt. Denn die Kinder können nicht länger warten. Jedes verlorene Jahr in
einem Kinderleben ist ein Jahr zu viel.
Kinderschutzbund bei Anhörung zu „Berliner Kinderschutzgesetz“
Im August 2008 haben wir das erste Mal Kenntnis vom Referentenentwurf zum sogenannten „Berliner Kinderschutzgesetz“ bekommen. Dazu haben wir als Berliner Kinderschutzbund in einer kritischen Stellungnahme eindeutig Position bezogen. Ende April
2009 erreichte uns dann eine Einladung zu der entsprechenden Anhörung im Berliner
Abgeordnetenhaus. Vor dem Ausschuss für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz hatten wir die Möglichkeit, unsere Kritikpunkte noch einmal näher auszuführen.
Nach dreistündigem Austausch von Argumenten wurde aus unserer Sicht einmal mehr
deutlich, dass das geplante Kinderschutzgesetz auf sehr wackeligen Füßen steht.
Selbst das nunmehr seit 01.01.2010 gültige Gesetz trägt nach Meinung des Berliner
Kinderschutzbundes nicht zu einem wirkungsvollen Kinderschutz bei. Denn die Kernaussage des Gesetzes bezieht sich in der Hauptsache auf Kontrolle, Meldung sowie
Stigmatisierung sogenannter Risikogruppen. Aufgrund unserer jahrelangen, praktischen
Erfahrung als Fachkräfte für Kinderschutz haben wir sehr deutlich daraufhin hingewiesen, dass zunehmende Kontrollen Familien noch weiter in die Isolation bringen. Es besteht die Gefahr, dass sie sich aus Angst, dass ihnen die Kinder weggenommen werden,
jeglichen Hilfsangeboten verschließen. Prävention von und Intervention bei Gewalt gegen Kinder erreicht man nicht durch ein verbindliches Einladewesen und Rückmeldeverfahren für die Früherkennungsuntersuchungen.
Um es noch einmal deutlich zu sagen: Der Deutsche Kinderschutzbund, LV Berlin e.V.
begrüßt und unterstützt grundsätzlich die Teilnahme aller Kinder an allen Früherkennungsuntersuchungen. Diese sind wichtig und geeignet, das gesundheitliche Wohler-

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gehen des Kindes zu fördern. Allerdings halten wir die Früherkennungsuntersuchungen
für KEIN geeignetes Mittel, um Gewalt gegen Kinder generell vorzubeugen. Unserer
Meinung nach wird das Einlade- und Meldesystem Gewalt gegen und Missbrauch von
Kindern nicht oder nur punktuell verhindern helfen. Es entstehen jedoch enorme Kosten
an der falschen Stelle, um die Öffentlichkeit vermeintlich in Sicherheit zu wiegen. Selbst
Kinderärzte weisen darauf hin, dass Früherkennungsuntersuchungen (noch) nicht als
Kinderschutzinstrument verstanden werden können. Daher fordert der Berliner Kinderschutzbund, das Gesetz zurückzunehmen und statt eines kostspieligen Einlade- und
Meldewesens den Ausbau von Präventionsangeboten und früher Förderung zu unterstützen. Die ausführliche Stellungnahme können Sie auf unserer Internetseite
www.kinderschutzbund-berlin.de nachlesen.

Bundesweites Kinderschutzgesetz vertagt
Im Gegensatz zu Berlin, wurde das geplante Kinderschutzgesetz auf Bundesebene erst
einmal verschoben. Das Gesetz scheiterte nach langem Hin- und Her im Sommer 2009
daran, dass sich Familienpolitiker von Union und SPD nicht auf eine gemeinsame Linie
einigen konnten. Aus Sicht des Deutschen Kinderschutzbundes ist das aber eher eine
Chance als ein Dilemma. Denn die Interessen der Kinder sollten nicht dem Wahlkampf
geopfert werden, indem ein Gesetz im Hauruckverfahren durchgedrückt wird.
Ursprünglich war vorgesehen, dass Jugendämter bei jedem Verdacht auf Kindeswohlgefährdung die entsprechende Familie möglichst umgehend in ihrer Wohnung aufsuchen sollten. Dieses Vorhaben war bei einer Anhörung von Verbänden - an der auch
der Präsident des Deutsche Kinderschutzbundes teilgenommen hat - als kontraproduktiv kritisiert worden. Die damalige Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen hatte
sich daraufhin zu einem Kompromiss bereiterklärt. Danach sollten Hausbesuche stattfinden, wenn sie dem Amt fachlich geboten erschienen. Umgehend kam die Kritik der
SPD, dass dies nach der aktuellen Rechtslage bereits jetzt möglich sei. Zudem forderten
die Sozialdemokraten, dass Angebote zur Prävention und frühe Hilfen für Familien in
dem Gesetz enthalten sein müssten. Eine Forderung, die der Deutsche Kinderschutzbund unterstützt.
Aus Sicht des Deutschen Kindschutzbundes müsste ein neues Kinderschutzgesetz
die Rahmenbedingungen für eine gelingende Kinderschutzarbeit in Bund, Ländern und
Kommunen verändern, die Qualität der fachlichen Leistungen steigern, eine qualifizierte
Zusammenarbeit der verschiedenen öffentlichen und freien Träger unter einheitlichen
Zielsetzungen ermöglichen, die Beteiligung der betroffenen jungen Menschen und ihrer
Erziehungsberechtigten zum zentralen Inhalt der Kinderschutzarbeit machen.
Darüber hinaus gilt es, die bisher gewonnenen Erfahrungen aus der Kinderschutzarbeit
zu nutzen und sie zur Grundlage des Handelns und - wo nötig - auch neuer gesetzlicher Regelungen zu machen, d.h.:
- die Einführung breit gefächerter vernetzter früher präventiver Hilfeangebote und Stärkung der Eltern nicht wie bisher modellhaft und nur punktuell sondern flächendeckend,
- die Hervorhebung eines Grundkonsenses über eine wertschätzende
und unterstützungsorientierte Haltung und die entsprechende Qualifizierung des Fachpersonals in den verschiedenen Handlungsfeldern,

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- eine bessere fachliche Abstimmung der Hilfen auf den verschiedenen Leistungsebenen,
- eine verlässliche finanzielle Absicherung der flächendeckenden Unterstützungsangebote insbesondere im Bereich der Frühen Hilfen und
- als Grundlage die Verankerung der Kinderrechte im Grundgesetz.
Das ursprünglich geplante Gesetz hatte zu diesen zentralen Erfordernissen keine Impulse geliefert, sondern sich in Regularien für die Zusammenarbeit auf fachlicher Ebene
erschöpft. Daher konnte das Gesetz nicht die Erwartungen erfüllen, die es geweckt hat.
Der Deutsche Kinderschutzbund bleibt aber weiterhin mit dem Bundesfamilienministerium sowie der neuen zuständigen Ministerin im Gespräch.

2.) Wichtiges vom Kinderschutzbund Landesverband
Was ist Kinderarmut? Der Kinderschutzbund bietet erste Fortbildung an
Wie wird (Kinder-) Armut definiert? Was hat Armut für Auswirkungen auf ein Kind bzw.
dessen Lebenslage? Wie gehe ich damit um? Wie begegne ich den Eltern? Was bedeutet das für die Arbeit in einer Kindergruppe? Welche Risiken birgt Armut für Kinder hinsichtlich innerfamiliärer Gewalterfahrungen? Mit all diesen und anderen Fragen beschäftigten sich zwölf Erzieherinnen bei der ersten Fortbildung des Berliner Kinderschutzbundes zum Thema „Kinderarmut und Vernachlässigung“ im Sozialpädagogischen Fortbildungsinstitut Berlin-Brandenburg.
Die Teilnehmerinnen kamen aus Berlin und Brandenburg und betreuen in ihren Einrichtungen Kinder im Krippen-, Vorschul- und Hortalter. Danach gefragt, was ihre Erfahrungen mit „Kinderarmut “ sind, wurde schnell klar, dass Kinderarmut sehr unterschiedliche
Gesichter und auch unterschiedliche Auswirkungen haben kann. Laut Berichten von
Teilnehmerinnen aus Brandenburg sind arme Kinder in Kindereinrichtungen eher vereinzelt zu finden, werden jedoch spürbarer ausgegrenzt. In Berlin ist die Kinderarmut
auffälliger und arme Kinder sind keine Einzelfälle mehr. Die Erzieherinnen aus Berlin
schildern beispielsweise, dass immer weniger Eltern das Frühstücksgeld bezahlen können oder dass immer wieder dieselben Kinder bei Ausflügen fehlen, dass der tägliche
Umgang mit Kinderarmut sie oft hilflos, ohnmächtig, aber auch wütend macht. Für sie
ist es darüber hinaus schwer, die Balance zu finden zwischen den Eltern, die mehr zusätzliche Angebote für ihre Kinder einfordern (Ausflüge, Frühenglisch etc.) und den Eltern, die sich das nicht leisten können.
Neben der Theorie näherten sich die Teilnehmerinnen dem Thema „Kinderarmut“ aber
auch ganz praktisch. Gemeinsam überlegten sie, was ein 4jähriges Kind im Monat
braucht und wie viel bzw. wie wenig Eltern mit 211 Euro monatlich tatsächlich davon
abdecken können. Die Fortbildung endete ressourcenorientiert mit einem kleinen „Ausflug“ in die Resilienzforschung. Darunter versteht man die Widerstandsfähigkeit, d.h. die
gesunde Entwicklung von Kindern trotz starker Belastungen oder traumatischer Erlebnisse. Dies war den Teilnehmerinnen ein bislang unbekanntes, neues Thema. Laut Studien wächst immerhin ein Viertel aller armen Kinder ohne nennenswerte Benachteiligungen im Bildungs-, gesundheitlichen oder sozialen Bereich auf. Dabei zeigte sich, je

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früher die Kinder in einer Kindereinrichtung betreut wurden, desto weniger auffällig
waren sie in ihrer weiteren Entwicklung. Das heißt: Arme Kinder müssen rechtzeitig und
adäquat gefördert werden. Hierfür bedarf es einer enormen Sensibilität und der nötigen Kompetenzen im Umgang mit Armut. Während der zweitägigen Fortbildung hatten
allen Teilnehmerinnen – egal mit welcher Berufserfahrung – ihren ganz eigenen AhaEffekt und erklärten abschließend, dass sie für ihre alltägliche Arbeit mit den Kindern
und Eltern „sensibler und nachdenklicher geworden“ seien. Aus diesem Grund und weil
wir vom Kinderschutzbund von der Wichtigkeit überzeugt sind, dass Fachkräfte über
Armutskompetenz verfügen sollten, wird es auch im Jahr 2010 eine weitere Fortbildung
zum Thema „Kinderarmut“ geben. Der Kurs wurde auf drei Tage ausgeweitet, um den
Themen „Resilienz“ und „Vernachlässigung“ mehr Raum zu geben. Gern bieten wir diese Fortbildung auch interessierten Teams als Inhouse-Schulung an.
Hohe Nachfrage nach Zertifikatskursen zur so genannten Kinderschutzfachkraft
nach §8a
Um Kinder noch besser vor Missbrauch und Vernachlässigung zu schützen, wurde vor
fünf Jahren der Paragraph 8a in das Kinder- und Jugendhilfegesetz eingeführt. Dieser
legt fest, was bei einem Verdacht auf Kindeswohlgefährdung zu tun ist. Ein wichtiger
Bestandteil des Gesetzes ist, dass in jedem Fall eine „insofern erfahrene Kinderschutzfachkraft“ hinzugezogen werden muss.
Als Experten im Bereich Kindeswohlgefährdung haben zwei Mitarbeiterinnen des Berliner Kinderschutzbundes gemeinsam mit der Paritätischen Akademie eine ZertifikatsFortbildung zur „insofern erfahrenen Fachkraft“ entwickelt und im vergangenen Jahr
zum zweiten Mal durchgeführt.
In dem Kurs geht es vor allem darum, sich in Theorie und Praxis darauf vorzubereiten,
als Kinderschutzfachkraft andere Fachkräfte bei einem Verdacht auf Kindeswohlgefährdung zu beraten, Gefährdungseinschätzungen vorzunehmen und Perspektiven für weitere Handlungsschritte zu erarbeiten. Dazu bearbeiten die Teilnehmer/innen Fälle nach
unterschiedlichen Gesichtspunkten, stärken in Gruppenarbeit und Rollenspielen eigene
Kompetenzen und tauschen selbstverständlich auch Erfahrungen aus. Gastdozenten u.a. ein Kinder- und Jugendarzt, ein Jurist sowie eine Kriminalhauptkommissarin– berichten ebenfalls über ihre Erkenntnisse. Um Themen wie schwierige Elterngespräche,
Dynamiken im Helfersystem oder Beteiligung von Kindern in Kinderschutzfällen stärker
zu vertiefen, haben wir den Kurs von elf auf zwölf Tage erweitert.
Die Zertifikatskurse wurden bislang von allen Beteiligten sehr gut an- und aufgenommen. Wir hoffen, dass wir als Berliner Kinderschutzbund auf diesem Weg auch unser
Wissen, unsere Haltung sowie unsere Erfahrungen rund um das Thema Kindeswohlgefährdung erfolgreich weitergeben können und so einen weiteren Beitrag im Sinne des
Kinderschutzes leisten. Aufgrund der hohen Nachfrage freuen wir uns, im Jahr 2010
sogar zwei Zertifikatskurse anbieten zu können.

Zusatzfortbildungen zu "Starke Eltern - Starke Kinder® - ganz praktisch“ sowie
zu
"Starke Eltern - Starke Kinder® -Pubertät“

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Auch im Jahr 2009 waren die "Starke Eltern - Starke Kinder® " Kurse des Kinderschutzbundes wieder sehr gefragt. Besonders gefreut hat es uns, dass sich die Elternkurse
immer stärker in den Bezirken Marzahn-Hellersdorf, Lichtenberg und Hohenschönhausen etablieren und die Nachfrage wächst. Eine weitere positive Entwicklung ist, dass die
Kurse inzwischen in ganz unterschiedlichen Einrichtungen angeboten werden: Von sozialpädiatrischen Zentren über zunehmend mehr Schulen bis hin zu Einrichtungen für
Eltern mit behinderten Kindern.
Über die Jahre ist aber nicht nur das Kursangebot größer geworden, sondern auch die
Erfahrung mit den Kursen. Dabei wurde zunehmend deutlich, dass die Kurse noch gezielter auf die unterschiedlichen Zielgruppen mit ihren jeweiligen Bedürfnissen zugeschnitten sein müssten. Der Kinderschutzbund reagierte und entwickelte im vergangenen Jahr beispielsweise das Zusatzmodul "Starke Eltern - Starke Kinder® - ganz praktisch". Dieser Kurs ist für Eltern gedacht, die nicht so gut lesen und schreiben können
und Unterstützung ganz praktisch und „zum Anfassen“ benötigen. Kursleiter/innen, die
diese Kurse anbieten, sind nicht nur besonders geschult, was die Bedürfnisse der „ganz
praktischen Eltern“ angeht. Sie haben sich auch intensiv mit den Themen „Existenz und
Armut“ auseinandergesetzt.
Ein weiteres Zusatzmodul ist der Kurs "Starke Eltern - Starke Kinder® - Pubertät". Immer wieder hörten wir von Eltern mit „größeren“ Kindern, dass es auch ihnen an Unterstützung fehle. Früher hätten sie sich in Krabbelgruppen oder in der Kita über die Entwicklung ihrer Kinder ausgetauscht – diese Gespräche gebe es aber ab einem bestimmten Alter nicht mehr. Daher greift dieser Kurs ganz speziell die Ängste und Fragen von
Eltern pubertierender Kinder auf.
Aber auch frischgebackene Eltern haben ihre ganz eigenen Bedürfnisse. Auf diese geht
der Kurs "Starke Eltern - Starke Kinder® - 0 bis 3 Jahre" ein. Dieser Kurs wurde erstmals
im November 2009 vorgestellt. Im Rahmen von „frühen Hilfen“ geht es bei diesem Modul darum, schon bei Eltern mit ganz kleinen Kindern die Erziehungskompetenz zu stärken und eine sichere Bindung zu ihren Kindern zu fördern. Darüber hinaus ermutigt der
Kurs die Eltern, sich frühzeitig Hilfe zu holen, wenn Probleme auftreten, damit es nicht
zu ernsthaften Krisen und Überforderung kommt.
Wir hoffen, dass im Laufe des Jahres 2010 in Berlin die ersten "Starke Eltern - Starke
Kinder®“- Kurse auf russisch anlaufen. Das entsprechende Material wurde hierfür komplett überarbeitet.
Übrigens: Die neuen Kurse kommen nicht nur bei den Eltern gut an. Auch die Kursleiter/innen freuen sich, auf diesem Weg neue Ideen zu bekommen und sich in diesem
Bereich weiter fortbilden zu können. Der Berliner Kinderschutzbund bietet seit 2009 zu
den Modulen „Ganz Praktisch“ und „Pubertät“ für die Elternkursleiter/innen ergänzende
Fortbildung an, um die Kursleiter/innen noch besser zu qualifizieren.
Erste „Gesunde Eltern – Gesunde Kinder®“ Schulung für Berlin/Brandenburg
Seit Jahren mehren sich die Anzeichen, dass Kinder sich heutzutage zu wenig bewegen,
zu ungesund essen und nicht mehr richtig entspannen. Gewichtsprobleme und gesundheitliche Beeinträchtigungen (z.B. Kopfschmerzen, Rückenbeschwerden), Konzent-

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rationsschwierigkeiten beim Lernen, motorische Einschränkungen und ähnliches sind
die Folge.
Eltern, die diesen Problemen bei ihren Kindern vorbeugen wollen, haben es häufig
schwer. Oft wissen sie auch nicht, wie sie das Thema „gesunde Ernährung“ ganz praktisch im Familienalltag umsetzen sollen oder wie man „einfach mal die Seele baumeln
lässt“. Daher hat der Deutsche Kinderschutzbund LV NRW den Kurs „Gesunde Eltern –
Gesunde Kinder©“ entwickelt. Der Kurs will insbesondere Familien ansprechen und unterstützen, die aufgrund von finanziellen oder zeitlichen Engpässen die familiäre
Gesundheitsförderung als große Herausforderung erleben. Der Elternkurs hat zum Ziel,
Mütter und Väter in der ganzheitlichen Förderung der Kindergesundheit zu unterstützen.
D. h. gesunde Ernährung, Bewegung und Entspannung werden gleichermaßen als Themen aufgegriffen und mit den Eltern bearbeitet. Grundlageninformationen über Ernährung, Bewegung und Entspannung, insbesondere aber vielfältige Anregungen und alltagstaugliche Anleitungen sollen Eltern hierbei Hilfestellung geben. Dabei geht es darum, gemeinsam mit den Kindern gesundheitsförderliche Lebensgewohnheiten in den
familiären Alltag zu integrieren und das Wohlbefinden aller Familienmitglieder zu fördern.
Die erste erfolgreiche Schulung für Berliner und Brandenburger Elternkursleiter hat im
Oktober 2009 stattgefunden. Insgesamt 18 Elternkursleiter/innen ließen sich von unserer Kollegin Katrin Hentze fortbilden. Die zweite Elternkursleiter-Schulung wird 2010 in
Berlin gemeinsam mit dem Sozialpädagogischen Fortbildungsinstitut stattfinden. Wir
freuen uns sehr, dass der erste Elternkurs „Gesunde Eltern – Gesunde Kinder©“ Anfang
März 2010 in Berlin gestartet ist.
Berliner Kinderschutzbund ist Gründungsmitglied der Landesarmutskonferenz
Berlin
Am 16. Dezember 2009 gründeten 35 Verbände und Träger der Freien Wohlfahrtspflege sowie Kirchenvertreter die erste „Landesarmutskonferenz Berlin“ (LAK). Ausschlaggebend hierfür war das für 2010 von der Europäischen Kommission ausgerufene „Jahr
gegen Armut und soziale Ausgrenzung“. Ziel der Landesarmutskonferenz ist es, sowohl
in der Politik als auch in der Öffentlichkeit deutlich zu machen, dass das Thema „Armut“
uns alle angeht. Denn Armut sollte in Deutschland endlich als Querschnittsaufgabe begriffen werden, die ressortübergreifend angegangen werden muss – von sozialpolitischen Fragen, über Bildung bis hin zum Städtebau. Hierfür ist es hilfreich, dass in der
Armutskonferenz viele unterschiedliche Gruppierungen aus der Wohlfahrtspflege an
einem Tisch sitzen, wie beispielsweise die Obdachlosenhilfe, das Frauenzentrum, die
Behindertenhilfe oder der Kinderschutzbund. In der Anfangsphase geht es der Landesarmutskonferenz vor allem darum, Themenschwerpunkte und Forderungen zusammenzutragen. Hierfür haben sich kleinere Arbeitsgruppen gebildet. Der Berliner Kinderschutzbund beteiligt sich an der AG „Kinderarmut und Familie“. Im Weiteren wird es
darum gehen, eine Form von „Leitbild“ zu formulieren. Fragen hierzu sind: „Wie verstehen wir Armut? Wie muss ich Armut begegnen?“ Mit diesem Leitbild möchten die Teilnehmer/innen der LAK der aktuellen – oft unsachlichen – Debatte um Hartz IV Empfänger/innen etwas entgegensetzen. Auch dem traurigen Trend, dass in bestimmten Bezirken eine Suppenküche nach der nächsten öffnet, soll begegnet werden. Denn Hilfebe-

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dürftige nur zu versorgen, kann nicht das Ziel einer erfolgreichen Armutsbekämpfung
sein. Im Juni 2010 wird es eine Aktionswoche mit ersten Ergebnissen geben.

Umfrage zum Thema „Kinderrechte“: Immer noch glauben viele Kinder, dass
ihre Eltern sie schlagen dürfen
Anlässlich des 20. Jahrestages der UN-Kinderrechtskonvention am 20.11.2009 hat der
Berliner Kinderschutzbund eine Umfrage zum Thema „Kinderrechte“ durchgeführt. Teilgenommen haben 246 Kinder im Alter von fünf bis elf Jahren. Die Antworten der Kinder
waren mitunter erschreckend:
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Knapp 30% der befragten Mädchen und über 20 % der Jungen wissen nicht,
dass die Kinderrechte für alle Kinder gelten.
Fast 30% der befragten Kinder sind überzeugt, dass ihre Eltern sie schlagen dürfen.
25 % der Kinder glauben, dass sie ihre Meinung gegenüber Erwachsenen nicht
sagen dürfen.
18% der Jungen sowie 14 % der Mädchen wissen nicht, dass sie ein Recht haben, zu spielen.

20 Jahre nach Verabschiedung der UN-Kinderrechtskonvention und 17 Jahre nach ihrem Inkrafttreten in Deutschland sind diese Ergebnisse ein Armutszeugnis. Daher hat es
uns sehr gefreut, dass die Kinderrechte endlich in die Berliner Verfassung aufgenommen werden sollen. Zukünftig müssen die Interessen der Kinder quer durch alle Ressorts berücksichtigt werden - vom Städtebau bis hin zur besseren Förderung der Kinder
in Kitas und Schulen. Als Kinderschutzbund hätten wir uns jedoch gewünscht, dass das
Berliner Abgeordnetenhaus auch das Recht auf Bildung, die altersgemäße Beteiligung
sowie die Vorrangstellung des Kindeswohls mit in die Berliner Verfassung aufgenommen hätte. Aber dennoch ist der Antrag ein Schritt in die richtige Richtung. Wir hoffen
nun, dass sich die Bundesregierung ein Beispiel an Berlin nimmt und die Kinderrechte
endlich auch im Grundgesetz ihren Platz bekommen.
Am 20. November 1989 verabschiedete die UN-Generalversammlung das Übereinkommen über die Rechte des Kindes. Deutschland unterzeichnete das Papier 1992 unter Vorbehalt. Seitdem kämpft der Deutsche Kinderschutzbund für die Aufnahme der
Kinderrechte ins Grundgesetz. Festgeschrieben werden soll dort: (1) der Vorrang des
Kindeswohls bei allen Kinder betreffenden Entscheidungen; (2) das Recht des Kindes
auf Anerkennung als eigenständige Persönlichkeit; (3) das Recht des Kindes auf Entwicklung und Entfaltung; (4) das Recht des Kindes auf Schutz, Förderung und einen
angemessenen Lebensstandard; (5) das Recht des Kindes auf Beteiligung, insbesondere
die Berücksichtigung seiner Meinung entsprechend Alter und Reifegrad; (6) die Verpflichtung des Staates, für kindgerechte Lebensbedingungen Sorge zu tragen.
Zu Besuch im Bundeskanzleramt
Ende April hatte Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel 200 Sozialarbeiter/innen aus den
verschiedensten Bereichen ins Kanzleramt geladen. Auch unsere Kollegin Katrin Hentze
durfte auf den bequemen Kissen auf der Treppe des Bundeskanzleramtes Platz nehmen. Gleich zu Beginn erklärte Angela Merkel, dass Sie sehr wohl wisse, dass die Fachkräfte aus den sozialen Bereichen sehr viel für das gesellschaftliche Gleichgewicht tun.
Daher wolle sie mit dieser Veranstaltung deren Engagement gebührend würdigen und

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sich über die Sorgen und Nöte in der Sozialarbeit informieren. Die Fachkräfte schilderten dann auch anhand von zahlreichen Beispielen sehr eindrücklich, wo ihnen der
Schuh drückt. Angefangen von drastischen Einsparmaßnahmen bis hin zu mangelnder
Anerkennung in der Öffentlichkeit. Am Ende der Veranstaltung bekräftigte die Bundeskanzlerin, dass ihr sehr wohl bewusst sei, dass die meisten Fachkräfte nicht die Ressourcen zur Verfügung hätten, die sie dringend bräuchten. Dies können wir als Berliner Kinderschutzbund durchaus bestätigen und würden uns wünschen, dass diesem Treffen
auch Taten folgen. Ansonsten wäre es leider nur eine „gut gemeinte“ Wahlveranstaltung gewesen.

Plakatkampagne „Gewalt hinterlässt Spuren“
Seit 1998 hat sich in Deutschland die Zahl der misshandelten Kinder fast verdoppelt.
Allein in Berlin mussten im vergangenen Jahr täglich mehr als drei Kinder wegen akuter
Gefährdung aus ihren Familien genommen werden - und dabei handelt es sich „nur“
um die polizeibekannten Fälle. Der Berliner Kinderschutzbund schätzt, dass die Dunkelziffer wesentlich höher liegt. Denn Gewalt hat viele Gesichter. Sie fängt schon bei dem
oft verharmlosten ‚Klaps’ an. Und viele Eltern sind aus den unterschiedlichsten Gründen
überfordert und brauchen dringend Hilfe.
Daher und um in der Öffentlichkeit verstärkt auf das Thema „Gewalt gegen Kinder“
aufmerksam zu machen, gab es beim Berliner Kinderschutzbund schon seit längerem
die Überlegung, eine breit angelegte Plakatkampagne durchzuführen. Leider fehlte uns
bislang das Geld. Umso mehr hat es uns gefreut, dass sich im vergangenen Jahr die
Firma Wall AG bereit erklärte, uns kostenfrei 500 Citylightposter-Freiflächen zur Verfügung zu stellen. Daraufhin machten wir uns auf die Suche nach einer Werbeagentur. Es
war gar nicht einfach, eine gute Agentur zu finden, die auch noch Zeit und Lust hatte,
mit uns gemeinsam und ebenfalls möglichst kostenfrei eine Kampagnenidee zu entwickeln. Im Vorfeld hatten wir einen ausgezeichneten Berater: Sebastian Turner, Mitbegründer der bekannten und erfolgreichen Agentur „Scholz & Friends“. Und schließlich
stießen wir auf die junge und kreative Werbeagentur „Torius“, die für uns das wirklich
gelungene Plakatmotiv
„Gewalt hinterlässt Spuren“ erdachte.
Am 15. Dezember 2009 kam dann sogar der bekannte Meteorologe und Schirmherr der
Kampagne, Jörg Kachelmann, aus der Schweiz angereist. Gemeinsam mit der Firma Wall
AG und dem Berliner Kinderschutzbund enthüllte er das erste Plakat im Beisein von
zahlreichen Medienvertretern feierlich. Ab dem 20. Dezember war das Motiv dann für
eine Woche überall in der Stadt sehen. Ziel der Kampagne war es, den Menschen bewusster zu machen, was es für ein Kind heißt, angebrüllt, geschlagen oder missachtet
zu werden. Außerdem sollten Familien und Angehörige ermutigt werden, sich im Falle
von Überforderung und/oder Gewaltproblematiken Hilfe zu holen. All dies lässt sich
sicherlich nicht auf nur einem Plakat transportieren. Aber wir hoffen sehr, dass viele
Menschen darüber ins Gespräch gekommen sind.
Für Jörg Kachelmann war es „selbstverständlich, den Kinderschutzbund bei seinem Anliegen zu unterstützen. Denn jedes Kind, das geschlagen oder misshandelt wird, ist ein
Kind zuviel.“ Er betonte: „Es ist grotesk, dass in Deutschland und anderswo das Schlagen von Kindern immer noch gesellschaftlich toleriert wird.“ Der Vorstandsvorsitzende

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der WALL AG Daniel Wall begründete sein Engagement für die Kampagne mit den
Worten: „Jeder weiß es: Kinder sind unsere Zukunft, und dennoch ist in unserem Land
die Zukunft gefährdet – zum Beispiel durch häusliche Gewalt. Als Außenwerbeunternehmer sehe ich mich in der Verantwortung, das Problem öffentlich zu machen und
Menschen hierfür zu sensibilisieren. Denn diese Kinder in Gefahr brauchen unsere Hilfe
und unseren Schutz.“ Der Berliner Kinderschutzbund dankt der WALL AG, der Werbeagentur TORIUS, der Druckerei Klingenberg, dem Unternehmen spendino sowie Jörg
Kachelmann für die Unterstützung der Kampagne.

Pressearbeit beim Berliner Kinderschutzbund - Darf’s ein bisschen mehr sein?
Bereits im Jahr 2008 war der Umzug unseres Bundesverbandes nach Berlin deutlich an
der Zahl der Presseanfragen ablesbar. Dieser Trend hat sich auch im vergangenen Jahr
fortgesetzt. Während die Anfragen von Print-Medien und Radiosendern konstant blieben bzw. sogar leicht anstiegen, waren die Anfragen der Fernsehsender rückläufig. Dies
ist vor allem darauf zurückzuführen, dass die überwiegende Zahl der in Berlin ansässigen Fernsehsender bundesweit sendet und viele kinderschutzbund-relevanten Themen
auch von bundesweitem Interesse sind. Insgesamt ist es jedoch in der tagtäglichen
Pressearbeit nur von Vorteil, in Berlin mit „doppelter Kraft“ auftreten zu können.
Besonders erfreulich war, dass es uns als Landesverband Berlin in diesem Jahr gelungen
ist, zunehmend aktive Pressearbeit zu machen und eigene Themen zu setzen. Ob Aussagen zu Kürzungen in der Jugendhilfe, Stellungnahmen zu Hartz IV Regelsätzen für
Kinder oder die Forderung Kinderrechte in die Landesverfassung aufzunehmen – unsere
Anliegen kamen bei den Medien gut an. Erstmals hat unsere Pressearbeit sogar dazu
geführt, dass eine Umfrage des Berliner Kinderschutzbundes im Berliner Abgeordnetenhaus diskutiert wurde. Ein weiterer Hinweis für die erfolgreiche Pressearbeit des Vereins ist, dass Journalisten uns zunehmend für Hintergrundgespräche anfragen. Vor
allem als Experten in Sachen Kinderarmut und Gewalt gegen Kinder war und ist der
Berliner Kinderschutzbund sehr gefragt. Wir freuen uns über diese Entwicklung und
werden im Jahr 2010 daran anknüpfen.

Presseanfragen im Jahr 2009
Regionale Zeitungen 25
Radiosender

19

Fernsehen

24

Themen der Presseanfragen
Familienpolitik

2

Erziehung

15

Gesundheit

3

12

Kinderarmut

15

Vernachlässigung

8

Gewalt in der Familie 12
Migration

2

Kinderrechte

11

Neue Schriftführerin beim Berliner Kinderschutzbund
Nach vielen Jahren engagierter Tätigkeit für den Berliner Kinderschutzbund hat Ester
Giró aus privaten Gründen ihr Amt als Schriftführerin zur Verfügung gestellt. Daher kam
es auf der Mitgliederversammlung am 06. Mai 2009 zu einer Nachwahl. Neue Schriftführerin ist Harriet Roth. Sie engagiert sich seit Juni 2008 ehrenamtlich im Schülerladen
„A13“ und ist dort nicht mehr wegzudenken. Harriet Roth wurde einstimmig und ohne
Enthaltungen zur Schriftführerin gewählt.

3.) Neues aus den Kinderschutzbund-Projekten
Weddinger Kinder gehen „in die Politik“
Am 27. September 2009 war Bundestagswahl. Eine gute Woche vorher - am 18. September - konnten Kinder und Jugendliche bei der U18-Wahl ihre Stimme abgeben.
Auch in unserem Schülerladen „A13“ stand wieder eine Wahlurne. Und weil für viele
Kinder Politik eine völlig abstrakte Sache ist, begaben sich unsere Kinderprojekte vorher
auf die Spuren der Demokratie. Gemeinsam lasen sie das Buch „ABC der Demokratie“
und versuchten durch die Geschichte „Politibongo“ herauszufinden, wie ein demokratischer Staat funktioniert. Im Rahmen von Kindersitzungen und anhand von (Rollen)spielen nahmen die Kinder Parteiprogramme unter die kritische Lupe, machten sich
durch Plakate und Fotos ihr ganz eigenes Bild von Frau Merkel und Co. und schauten
bei einem Besuch im Reichstag mal, was die Politikerinnen und Politiker den lieben
langen Tag machen. So vorbereitet ging es dann an die Wahlurne. Wir waren sehr gespannt, welche Partei bei „unseren“ Kindern die Nase vorn haben würde. Und hier nun
die Ergebnisse:
Bündnis 90/Grüne
33,33 %
SPD
30,56 %
Die LINKE
13,89 %
CDU/CSU
11,11 %
FDP
5,56 %
Piratenpartei
2,78 %
Sonstige
2,78 %
Streetdance-Projekt im Kinder-Kiez-Zentrum
In den Herbstferien hieß es für die Kinder vom Kinder-Kiez-Zentrum zum zweiten Mal:
Turnhalle frei für’s Streetdance-Projekt. Knapp 30 Kinder hatten sich zu dem einwöchigen Workshop angemeldet. Mit vollem Eifer probten die 5- 10 Jährigen Drehungen,
Sprünge und Schritte. Besonders gefreut haben sich die Erzieherinnen, dass selbst ein

13

paar ausgemachte „Bewegungsmuffel“ bis zum Schluss durchhielten und sichtlich begeistert waren. So wurde der Song „I like to move it” zum Programm.
Aber bei allem Spaß ging es in dem Kurs vor allem darum, die Koordination, das
Rhythmusgefühl, das Selbstbewusstsein und das soziale Miteinander der Kinder zu fördern. Denn „Streetdance“ funktioniert nur, wenn alle mitmachen und sich aufeinander
verlassen können. Dabei war es sehr schön zu sehen, mit wie viel Enthusiasmus die größeren Kinder den kleineren Übungen erklärten und Tipps und Tricks weitergaben.
Höhepunkt des Projektes war natürlich die Abschluss-Aufführung vor den Eltern. Nachdem in den Herbstferien schon entsprechende T-Shirts gemacht wurden, entstanden
bei diesem Projekt die passenden Kappen. Der Kommentar des 7-jährigen Nazim: „Wir
haben erst die richtige Kraft, wenn wir die T-Shirts und die Kappen anhaben!“ Vor dem
Auftritt waren alle Kinder fürchterlich aufgeregt, aber selbst die Schüchternsten waren
mit von der Partie. Wie schon beim letzten Mal, war auch diese Aufführung wieder ein
voller Erfolg! Wer sich selbst davon überzeugen möchte, kann dies auf unserer Internetseite:
http://www.kinderschutzbund- berlin.de /kinder-kiez-zentrum.html

„Kitas bewegen für eine gute gesunde Kita“ – jetzt auch beim Kinderschutzbund
Seit September vergangenen Jahres nimmt die Kita des Berliner Kinderschutzbundes an
dem Programm „Kitas bewegen für eine gute und gesunde Kita“ teil. Wir freuen uns
sehr, dass wir zu den 40 Kitas gehören, die für dieses Projekt ausgewählt wurden.
„Kitas bewegen“ ist auf drei Jahre angelegt und wird von der Bertelsmann-Stiftung, der
AOK Berlin, dem Bezirksamt Mitte sowie der Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaften und Forschung unterstützt. Im Mittelpunkt stehen die Begriffe „Bewegung,
Gesundheit und Bildung“. Denn, wer gesund ist, hat auch mehr Lust sich zu bewegen.
Wer gesund ist und sich viel bewegt, lernt und erfährt seine Umwelt nachweislich besser. Und wer sich und seine Umwelt bewusst wahrnimmt, weiß, wie wichtig gesunde
Ernährung und Bewegung sind.
Schon jetzt bieten wir in unserer Kita viel zu diesem Thema an: Die Kinder turnen regelmäßig, gehen täglich raus, nutzen ausgiebig den Tobe- und Bewegungsraum und
entspannen in den Hängematten. Einmal pro Woche bieten wir musikalische Früherziehung an und es gibt regelmäßige Lesestunden. Ein gesundes Frühstück und ein leckeres Mittagessen gehören ganz selbstverständlich zum Kita-Alltag und zwischendurch
gibt es reichlich frisches Obst und Gemüse. Dennoch heißt es jetzt für die Erzieherinnen,
sich noch intensiver mit dem Thema auseinanderzusetzen und vor allem auch die Eltern
„mit ins Boot zu holen“. Dazu wird es sowohl eine Mitarbeiter- als auch eine Elternbefragung geben. Im nächsten Schritt schauen wir gemeinsam mit der
Bertelsmannstiftung, was wir in der Kita noch verändern können, um das Thema weiter
positiv voranzubringen. Ein erster Schritt ist beispielweise unsere neue Kita-Küche - die
übrigens ohne die großzügige Unterstützung der Velisch-Stiftung nicht möglich gewesen wäre. An dieser Stelle ein großes Dankeschön an die Stiftung.
Musikalische Früherziehung für unsere Kleinsten

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Eigentlich wollte Andreas Göbel nur zum Laternenumzug kommen und die Kinder der
Kinderschutzbund-Kita beim Singen auf der Gitarre begleiten. Doch dann kam alles
ganz anders. Der Musikstudent war so angetan von „unseren“ Kleinsten und sie von
ihm, dass er seitdem regelmäßig zum Musizieren kommt. Jeden Mittwoch schlägt er mit
den Zwei- bis Dreijährigen in der einen Gruppe und mit den Vier- bis Fünfjährigen in
einer zweiten Gruppe neue Töne an. Je nach Alter und Entwicklung der Kinder wird gesungen, getanzt, gehüpft, im Rhythmus geklatscht und an Instrumenten ausprobiert,
welche Geräusche man ihnen entlocken kann. Nachdem wir im Rahmen des Projektes
„Mit dabei, statt außen vor“ lange vergeblich nach jemand Passendem gesucht haben,
freuen wir uns nun sehr, dass wir in Andreas Göbel einen sympathischen, kompetenten
und engagierten Musiklehrer gefunden haben. Und auch darüber, dass wir die Frühförderung „unserer“ Kleinsten mit einem weiteren Angebot ausbauen konnten.
Weltspieltag 2009
Am 28. Mai 2009 feierte der Berliner Kinderschutzbund zum ersten Mal ganz offiziell
den „Weltspieltag“. Das Motto lautete: „Spielen an ungewöhnlichen Orten!“. Das nahmen wir zum Anlass und veranstalteten gemeinsam mit dem Kinder- und Jugendbüro
Mitte und dem Quartiersmanagement Pankstraße ein großes Kinderfest an einem ungewöhnlichen Ort – nämlich auf der Straße. War es früher ganz selbstverständlich, dass
die Bürgersteige voller Kreidezeichnungen waren und Kinder auf Straßen und Gehwegen gekickt, gehüpft und gespielt haben, ist das „Spielen im öffentlichen Raum“ heute
kaum noch möglich. Daher haben wir gemeinsam mit vielen engagierten Helfer/innen
dafür gesorgt, dass die Amsterdamer Straße (zwischen Turiner- und Malplaquetstraße)
am Weltspieltag ausschließlich den Kindern und ihren Familien gehörte. Natürlich haben wir uns in Sachen Spiel, Spaß und Spannung auch jede Menge einfallen lassen. So
gab es beispielsweise eine Straßenmalaktion, ein Bobbycar-Rennen, einen Wasserlaufparcours und vieles mehr. Darüber hinaus forderte der Berliner Kinderschutzbund in
einer Pressemitteilung das Recht für Kinder auf ‚Spielen im öffentlichen Raum’. Über die
zahlreichen Berichte im Radio, im Fernsehen und in diversen Zeitungen haben wir uns
sehr gefreut.

4. Beispielhafte Hilfe
Märchenhafte Woche für „unsere Kinder“ spendiert von der BSR und Märchenland e.V. –
Deutsches Zentrum für Märchenkultur
„Mit dem Zauberlehrling auf Märchenreise - Neue Besen kehren gut. Besser kehren
Zauberbesen“! Das war das Motto einer märchenhaften Woche, die die Berliner Stadtreinigung und Märchenland e.V. – Deutsches Zentrum für Märchenkultur einer Kindergruppe des Berliner Kinderschutzbundes spendierte. Im Juli 2009 kamen die erfahrenen Schauspieler/innen für fünf Märchenstunden ins Kinder-Kiez-Zentrum. Dort verzauberten sie die begeisterten Kinder und reisten mit ihnen einmal um die ganze Märchenwelt! Zum Auftakt brachte eine Schauspielgruppe den „Zauberlehrling“ kindgerecht und modern auf die Bühne. In den folgenden Tagen reiste der Zauberlehrling mit
allen Kindern, die Fernweh verspürten, in fremde Länder. Vom undurchdringlichen
Dschungel Afrikas über die Höhen des asiatischen Himalajas und die Tiefen australischer Korallenriffe bis zu den unendlichen Prärien Amerikas – auf die Kinder warteten
jede Menge Abenteuer mit Menschen, Tieren und Fabelwesen! Mit viel Spaß, Einfüh-

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lungsvermögen und bunten Kostümen eröffneten sie den Kindern so die Welt der Sprache und der Fantasie. Ziel der Veranstaltungen war es über Literatur und Märchen Horizonte zu erweitern, Sprache und Konzentrationsfähigkeiten zu fördern und aufzuzeigen,
dass Unterhaltung nicht nur aus Fernsehen, Videospielen und Internet besteht. Denn
Märchenerzählungen schaffen Interesse am Lesen, allein oder gemeinsam mit den Eltern, und fördern dadurch ein harmonischeres Miteinander in den Familien. Gleichzeitig
werden universelle, gesellschaftliche Werte wie Ehrlichkeit, Hilfsbereitschaft, Mut und
Klugheit vermittelt. Mit Projekten wie diesen leisten BSR und Märchenland e.V. wertvolle Bildungsarbeit für sozial benachteiligte Kinder. Wir danken beiden im Namen der
Kinder ganz herzlich für die tollen Stunden.

Großartige Unterstützung durch die ALPHONS-VELISCH-STIFTUNG
An dieser Stelle möchten wir uns ganz, ganz herzlich bei der ALPHONS-VELISCHSTIFTUNG bedanken. Ohne ihre Unterstützung wären viele Angebote in unseren Kinderprojekten schlicht nicht möglich. Nur durch die Hilfe der ALPHONS-VELISCHSTIFTUNG können wir beispielsweise „unseren“ Kita-Kindern montags bis freitags ein
gesundes und ausgewogenes Frühstück anbieten, ohne dass die Eltern dafür zusätzlich
etwas bezahlen müssen. Auch der dringend notwendige Umbau der Kita-Küche war nur
durch den großzügigen Beitrag der Stiftung machbar. Des weiteren verdanken wir einen Großteil der Einrichtung und Ausstattung des Kinder-Kiez-Zentrums sowie zahlreiche Spiel- und Sportgeräte in unseren Kinderprojekten der Großzügigkeit der
ALPHONS-VELISCH-STIFTUNG. Zugesagt ist darüber hinaus im Jahr 2010 eine Kinderreise für Kinder, deren Familien sich einen Urlaub nicht leisten können. Gerade nach
dem massiven Einbruch von Spenden im vergangenen Jahr, sind wir überglücklich über
die nachhaltige Hilfe der Stiftung und sagen – auch im Namen der Kinder: Vielen, vielen
Dank!

Erstmals gemeinsame Schultüten- und Nikolaus-Stiefel-Füllaktion mit der Firma
„Staples“
Im Juni vergangenen Jahres erreichte uns die Anfrage der Firma Staples, ob wir
als Landesverband des Kinderschutzbundes in Berlin an einer „Schultüten-Füllaktion“
teilnehmen wollen. Wir wollten, denn die Idee gefiel uns außerordentlich gut: Zum Ende
der Sommerferien konnten sich die angehenden Schulkinder bei Staples ihre Schultüten
mit Straßenmalkreide, Heften, Stiften, Kinderscheren, Klebestiften und dem Bastelbogen "Der sichere Schulweg" füllen lassen. Zusätzlich spendete Staples für jede gefüllte
Schultüte 0,50€ an den Deutschen Kinderschutzbund. Gefüllt wurden alle Schultüten,
ob selbstgebastelt oder gekauft. So kam es, dass eine Gruppe aufgeregter Vorschüler
im September 2009 gemeinsam mit ihren zukünftigen Erzieherinnen aus dem KinderKiez-Zentrum (KiKiZet) in die Friedrichstraße reiste. Mit im Gepäck blaue, grüne, rote
oder ganz bunte Schultüten. Und während die Kinder im Schreibwarenladen noch ganz
zurückhaltend auf die tolle Füllung ihrer jeweiligen Schultüte warteten, gab es später
vor dem Laden kein Halten mehr. Da wurde ausgepackt, ausprobiert, verglichen und
sich gefreut. Das Schulstarter-Paket war nicht nur eine schöne Überraschung für die
Kinder, sondern auch eine wunderbare Unterstützung für die Familien. Denn Schulsachen sind bekanntlich teuer. So müssen laut Berechnungen des Kinderschutzbundes
Eltern für die Einschulung ihrer Kinder etwa 300,- Euro ausgeben. Eine Menge Geld, das
viele Familien nicht haben. Daher danken wir der Staples GmbH ganz herzlich für die

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Unterstützung. Und weil es so schön war, füllten die Staples- Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Dezember auch gleich noch die Nikolaus-Stiefel unserer KiKiZet-Kinder.
Auch dafür vielen Dank!
Lesung zugunsten des Berliner Kinderschutzbundes
Im Herbst vergangenen Jahres bekamen wir einen ungewöhnlichen Anruf. Am Telefon
war die Künstlerin Lilian Klawitter. Sie sei jetzt seit über 50 Jahren Mitglied des Deutschen Kinderschutzbundes und würde gerne eine Lesung zugunsten des Kinderschutzbundes auf die Beine stellen, erklärte sie entschlossen. Gesagt, getan. Im April war es
dann soweit: Vor einem kleinen Publikum las Frau Klawitter aus ihrem ebenso amüsanten wie unterhaltsamen Buch „Ich bin nicht ganz normal“. Dazu gab sie selbst verfasste
Lieder zum Besten, begleitet auf der Gitarre. Wir danken Frau Klawitter für ihr Engagement und ihre Treue zum Berliner Kinderschutzbund!

5.) Dank an alle Spender/innen und Unterstützer/innen
Auf diesem Weg möchten wir uns noch einmal bei allen ehrenamtlichen Helferinnen
und Helfern, den Spenderinnen und Spendern, bei allen Firmen und Institutionen und
bei unseren Kooperationspartnern ganz herzlich bedanken. Ohne ihre wunderbare Unterstützung, ihre Zeit, ihr Engagement, aber auch durch ihre Spenden wären viele unserer Projekte nicht möglich gewesen.
Wichtig ist uns, Ihnen zu versichern, dass alle Spenden für den Berliner Kinderschutzbund dort ankommen, wo sie am dringendsten benötigt werden – bei hilfebedürftigen
Kindern und Jugendlichen. In unseren zahlreichen Kinderprojekten, aber auch in unserer Beratungsstelle, in unseren Elternkursen und Fortbildungen kümmern wir uns in der
tagtäglichen Arbeit um die Bedürfnisse von Kindern, um ihren Schutz, ihre Rechte und
darum, ihren Alltag fröhlicher und lebenswerter zu machen. Denn ALLE Kinder und Jugendlichen haben das Recht, gewaltfrei und sozial abgesichert aufzuwachsen und dafür
setzen wir uns ein.
Dass der Berliner Kinderschutzbund mit Mitgliedsbeiträgen und Spendengeldern verantwortungsvoll umgeht, haben wir sogar schriftlich. Ein unabhängiger Wirtschaftsprüfer bescheinigte dem Berliner Kinderschutzbund, dass der Verein vorbildlich arbeitet,
alles ordnungsgemäß verläuft und es keinerlei Beanstandungen gibt. Oder – wie es im
Amtsdeutsch heißt: „Wir bestätigen dem Deutschen Kinderschutzbund LV Berlin e.V. die
ordnungsgemäße Behandlung der Zuwendungsströme“.
Der Berliner Kinderschutzbund ist nach wie vor auf die Unterstützung von ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, Spenderinnen und Spendern, Firmen, Institutionen und
Kooperationspartnern angewiesen. Und wir werden auch in der Zukunft Sorge tragen,
dass wir das in uns und unsere Arbeit gesetzte Vertrauen nicht enttäuschen.

Danke…
für die tatkräftige Unterstützung unserer Kampagne „Gewalt hinterlässt Spuren“

17

der Werbeagentur „Torius“
der Wall AG
der Druckerei Klingenberg
Spendino
Jörg Kachelmann
Sebastian Turner
dem Admiralspalast

für die Ausstattung unserer Kinderprojekte
der ALPHONS-VELISCH-Stiftung
der Lego GmbH
Hertha BSC
den Berliner Freunden

für die Förderung „unserer“ Kinder durch tolle Sachmittel und Veranstaltungen
der BSR
dem Ehapa Verlag
der Märchenland e.V.
dem „Ohrenbär“ (rbb)
der Staples GmbH

an alle Sponsoren und Spender/innen
dem Cisoc Center
donare.de
der GBAV Gesellschaft für Boden- und Abfallverwertung mbH
der George P. Johnson GmbH

18

Eberhard Benzing
Christine Binder
Wilhelm Bremeyer
Monika Bresche
Peter Bresche
Heike Dahme
Werner Gerke
Stefan Konrad Hanke
Hans Jürgen Iltzsche
Wolfgang Joerss
Anita Lange
Wilfried Lange
Monika Lindemeier
Jörg Lindemeier
Manuela Massier
Dr. med. Bernd Muzzulini
Bernd Neumann
Michael Neuwirth
Gisela Nicklisch
Bärbel Stahl
Kornelia Wegener
Allen anderen, hier nicht genannten, gilt ebenfalls unser herzlicher Dank für die Unterstützung unserer Arbeit.

19

7. Pressemitteilungen

8. Organigramm

9. Beitrittserklärung

20
        
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