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Heere zu verdanken haben. Eben so sollte sie auch stets
in Umlaus bleiben in jeder Korporalschaft jedes Regimentes/
damit der einzelne Soldat vertraut würde mit
dem großen Ganzen, wovon er ein Theil ist').
Ja! cs mögen die Mütter dieses Buch benutzen,
ihren Kindern zu erzählen von Preußens Helden und
Kriegern, denen das Vaterland seine Schuld nur dadurch
abtragen kann, daß, unter dem Einflüsse der Bewunderung
und Nacheiferung, der Geist der Ordnung
und Thätigkeit, der Ausdauer und der Unterwerfung
sich fortpflanzt von Geschlecht zu Geschlecht. ES mögen
in diese Stimmung eingreifen die Schulen, wo der
Künstler, der Kaufmann, der Gelehrte sich bilden sollen.'
Bei den Vortragen zur Kunde des Vaterlandes
werde nicht aus der Acht gelassen, eine richtige Kenntniß
der Preuß. Armee, dessen, was sie war, und was
sie ist, und wie sie «s ward, mitzutheilen, damit den
Porurtheilen vorgebeugt werde, welche, gerade bei den
gebildeten Ständen, der richtigen Würdigung des Militairstandes
im Wege stehen.
Insonderheit aber sollte die Stammliste den
Schulmeistern auf den Dörfern, so wie den Lehrern
in den Regiments-, Garnison- und Bürgerschulen in
die Hand gegeben") werden, damit sie namentlich die
Kantonpflichtigen mit der Geschichte desjenigen
Regiments, welchem diese angehören, genau bekannt
machten, auf daß der Rekrut, wenn er Vater und
Mutter und Geschwister verläßt, dennoch nicht anszuscheldrn
glaubt aus seiner Familie, sondern nur einzutreten
glaubt in die größere, ihm schon rühmlich bekannte,
Familie, die ihm vom Vaterlande angewiesen
ist. Wenn dann planmäßig auch die Feldprcdiger Gelegenheit
suchten, den Gemeinen des Regiments, bei welchem
sie stehen, die Geschichte der gesammten Preußischen
Armee auf eine zweckmäßige Weise von Zeit zu
Zeit vorzutragen, so wi-rde in dem einzelnen Soldaten
der Sinn geweckt und genährt werden, sich zu
betrachten und zu schätzen als Mitglied eines achtungswerthen
Standes; e« würd« ein Ehrgefühl sich erzeugen,
das zum Gehorsam gegen die Kriegsartikel, auch aus
•) sich doch ei» Volksrichter, der eine Sammlung
von Soldatenliedern verfertigte, wo,» er den Stoff nur
«uS der Geschichte »er Preußischen Armee enilcbnte, und sie
krästl,en Melodiken anpaßte! Wie anftandi» würde dies den
Besang aus Wachtstubl» und auf dein Marsche machen!
") tut Anventariendücher. -Viel« dieser Männer
würde» nichr im Stande seyn, das Vxck, sich an,uschaffen. Ader
ti dürfe doch «ohi mck! schwer werden, den Ankauf aus eint
andere weise auSzummei».
andern Triebfedern, als aus Furcht vor der Strafe e»-munterte;
cS würde ein Gemeingeift und eine Vaterlandsliebe
in die Gemüther dringen, für die eS über
Eigenthum und Leben hinaus noch etwas Edleres und
Höheres zu beschützen giebt, —Nationalruhm.
Friedrich der Zweite sagt in einem Schreiben au
den Feldmarschall v. Schwerin nach der Schlacht bei
Lowositz (d. 1.Oct.1756.): „Nie haben meineTriippen
„solche Wunder der Tapferkeit gethan, seitdem ich
„die Ehre habe, sie zu kommandiren." Seitdem
ich die Ehre habe; welch' elnWort! Wie gehaltvoll
für den König und sein Heer! Aber warlich! bei einer
zweckmäßigen Erweckung des NationalgcisteS dürste eS
nickt schwer werden, dem Gemüthe Derer, die zum
Waffendienste verpflichtet sind, oder dazu freiwillig sich
bestimmen, ein« Richtung zu geben, daß ein Jeder,
wenn er hinzuträte zur Fahne, den Eid der Treue zu
leisten, auch einen Schwur des Herzens ablegte; daß
er, schwörend den Eid der Treue, zu sich, wenn auch
nicht sagte, doch bei sich fühlte und dächte, oder zu
denken und zu fühlen wenigstens fähig wäre: „Ich
„habe di« Ehre, in ein Regiment und dadurch in
„eine Armee einzutreten, die, länger als ein halbes
„Jahrhundert die Bewunderung von Europa, grau
„geworden ist in Mühseligkeit und Arbeit, und ihr
„Brot gegessen hat nicht bloß im Schweiße des Ange«
„sichtS, sondern auch im Blute der Wunden."
AuS solchen Gesinnungen erzeugt sich ein Kriegesgeisi
ächter und edler Art. Entsprungen aus Achtung
gegen die Dorwelt, sich nährend an der Liebe für
die Mitwelt, und angestammt durch Begierde nach
Ruhm bei der Nachwelt, stattet dieser Kriegcsgeisi
auS mit einem edlen Selbstgefühl«, während die Waffen
ruhen, mir freudigem Eifer, sie zu ergreifen, sobald
der König bestehlt, und mit unerschrockenem Muthe,
ircnn Treffen und Schlachten nahe sind. Für
eine in Haupt und Gliedern so gestimmte Armee giebt
es nur einen e,pm d« corp«, einen Gemeingeift, den,
eine Zierde des Vaterlandes zu seyn in Zelten de«
Friedens, so wie sein Schutz und Schirm in Zeiten
des Krieges.
Beides muß Hand in Hand gehen. Eins hat keinen
Werth und Halt ohne das andre; Eins ohne das
Andere sicht im Widerspruche mir sich selbst. Wer die
Würde fühlt, die darin liegt, daß er im Dienste der
Waffen, selbst mit Gefährdung des Lebens, feinem Varerlanvt
dav Theuerste aufrecht .erhalten soll, Ord-