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Die Ausgaben des Symmachus. Von Fr. C. Herrmann

Full text: Festschrift zu dem funfzigjährigen Jubiläum der Königstädtischen Realschule zu Berlin (Public Domain)

DIE AUSGABEN DES SYMMACHUS. 
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folgen bei Juretus VII. 76., IX. 19, IX. 21., IX. 63., X. 8., X. 9., 
X. 10., X. 11., X. 16., IX. 29., IX. 66., IX. 101., IX. io3. 
Wer soll sich nun nicht wundern, dass Juretus weder in seiner 
ersten, noch in seiner zweiten Ausgabe an irgfend einer Stelle, wo 
diese Briefe von Scioppius eingeschoben und von Lectius theilweise 
aufgenommen wurden, bemerkt, dass in seinem Manuscript, welches 
doch unbestreitbar in 10 Bücher eingetheilt war, irgend eine Lücke 
sich gefunden habe! Wer soll sich nicht ebenfalls wundern, dass 
Rittershusius, welcher dem Lectius jene neun bis dahin ungedruckten 
Briefe zusandte, nicht bemerkt, aus welchem Buche jene Briefe ent 
nommen waren, wenn der codex des ßessario überhaupt in Bücher 
eingeteilt war. — Nur durch die umfassendsten Forschungen aus 
allen noch vorhandenen Manuscripten des Symmachus wird es viel 
leicht möglich sein, diese Fragen zu beantworten. Vielleicht wird 
Herr Professor Seeck in Greifswald, der, wie bekannt, eine neue 
Ausgabe des Symmachus vorbereitet, im Stande sein, dies zu thun. 
Wenn ich aber mich mehrmals misstrauisch über Scioppius aus 
gesprochen habe, so will ich zu meiner Rechtfertigung noch zwei 
Urtheile, welche über denselben ausgesprochen sind, hier beifügen. 
Das erste ist von dem grossen Scaliger, welcher in den „Primis 
Scaligeranis” (Groningae MDCLXIX) unter dem Artikel: „Scioppius” 
p.222sagt: „Scioppius scripsit adversus Jesuitas: il veut monter trop haut, 
et est ridicule comme le singe, qui tant plus monte-t-il haut, tant plus 
montre-t-il le derriere. — Edidit Varronem Augustae Vindelicorum; 
invenit bonum exemplar, et exagitat me, quem olim tantopere lau- 
davit; vexat me in Varronem, quem juvenis olim scripsi. Est 
Apostata; ita Pontifex utitur Romae Apostatis Germanis, ut agno- 
scant, quos accusent, et quos honoritice habeant. In carcere semper- 
mittunt, qui cogant recantare, quod si non recantes intra triennium, 
tune submergeris vel strangularis occulte. (Die Worte sind genau 
wiedergegeben, wie sie in der angeführten Ausgabe stehen.) 
Dazu füge ich als zweites Unheil das, welches Joh. Adam Weber 
in seiner Einleitung in die Historie der lateinischen Sprache, Chem 
nitz, p. 65o, ausspricht, wo er, nachdem er sein Leben kurz dar 
gestellt, sagt: „Bis er endlich a. 1649 d. 19. Juli zu Padua gestorben 
und den unrühmlichen Charakter erhalten, dass er aus einem 
Schmeichler Josephi Scaligeri sein Verleumbder worden; den Ruhm 
eines grossen Critici, aber auch den Nahmen eines recht cynischen 
Calumnianten hinterlassen, und ein grosser Plagiarius gewesen” — 
wobei er sich in Bezug auf die letzte Beschuldigung auf die Schrift 
des Jac. Thomasius „De plagio literario” beruft. 
Schliesslich kann ich nicht umhin, mich dahin auszusprechen
	        
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