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Ein Beitrag zur Untersuchung der Quellenbenutzung bei Diodor. Von E. Evers

Full text: Festschrift zu dem funfzigjährigen Jubiläum der Königstädtischen Realschule zu Berlin (Public Domain)

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E£N BEITRAG ZUR UNTERSUCHUNG 
Ueber die von diesem ange 
brachten Schleuse heisst es zovzo 
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Es ist hieraus ganz klar ersichtlich, dass Diodor dieselbe Vorlage 
hatte wie Strabo und zwar, wie ich annehmen möchte, den Artemidor, 
den er, wie mir scheint, bei der Beschreibung Aegyptens verwendet 
hat. Aber andrerseits weicht Diodor von der Reihenfolge Sesostris, 
Darius, Ptolemäer ab, indem er Necho, Dafius, Ptolemäus II. giebt. 
Aus der Lektüre des Herodot war ihm sicher bekannt, dass dieser, 
den er ja xul noXXrjg lazoQiug (/.mfiQog nennt, den Necho mit aller Be 
stimmtheit als den ersten Unternehmer hinstellte, er setzte also selb 
ständig im Anschlüsse an Herodot denselben an die Stelle des Sesostris. 
Ich glaube daher aus dieser zweiten Stelle eher entnehmen zu 
können, dass er Herodot kannte, als das Gegenteil. Doch um mir 
nicht den Vorwurf zuzuziehen, ich schriebe hier Diodor eine Art der 
Arbeit zu, die ihm ja längst nach anderen Untersuchungen abge 
sprochen worden sei, will ich noch auf die Betrachtung eingehen, 
ob wir nicht auch andere Stellen in Diodor’s Bibliothek finden können, 
an welchen selbständige Arbeit zu beobachten ist. Ich bin mir dessen 
bewusst, dass es zu der Lösung dieser Frage einer Arbeit von viel 
leicht der zwanzigfachen Ausdehnung bedürfte, allein ich glaube, dass 
die folgenden Betrachtungen doch auch bereits ein weniges zu der 
selben beitragen können. 
Seit Volquardsen 40 ) und Collmann 41 ) hat sich die Ansicht heraus 
gebildet, Diodor folge in grossen Abschnitten nur immer einer 
Quelle, die er gedankenlos abzuschreiben pflege, eine Ansicht, die 
von denen, welche Qellenuntersuchungen über den Schriftsteller unter 
nehmen, stets als bewiesen vorausgesetzt zu werden pflegt. Wenn 
sich daher bei Diodor auch an verschiedenen Stellen die Werke 
Herodots, Thucydides, Ktesias u. a. m. als Grundlage nachweisen 
lassen, so habe Diodor dieselben nicht selbst eingesehen, sondern 
durch eine Mittelquelle ihre Berichte überkommen. 
Seit einiger Zeit erst hat sich eine Gegenströmung gegen diese 
Meinung geltend gemacht und von einigen Seiten sind mehr oder 
minder gewichtige Gründe gegen dieselbe vorgebracht worden. 
Unger 42 ) suchte den für die Diadochengeschichte als alleinige Quelle 
40 ) Untersuchungen u. s. w. 
41 ) De Diodori Siculi Fontibus Leipzig 1869. 
42 ) Sitzungsberichte der k. Bair. Ak. d. Wiss. zu München. 1878, 5. 368 ff'. 
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