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Periodical volume I. Allgemeines

Full text: Verwaltungsbericht des Vorstandes der Jüdischen Gemeinde zu Berlin Issue 1937

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I. ALLGEMEINES 
1. Zahl der Gemeindemitglieder. — Gemeindekataster 
Die Zahl der Gemeindemitglieder betrug am Ende des Jahres 1937 
schätzungsweise 140 000 Seelen. Wenn man die Gesamtzahl der Juden 
in Deutschland für diesen Zeitpunkt auf etwa 380 000 beziffert, machte 
die jüdische Bevölkerung Berlins also nicht viel weniger als 40°/o dieser 
Gesamtzahl aus. Die Abwanderung, die aus Berlin stattgefunden hat, ist 
auch im Jahre 1937 — allerdings bei weitem nicht im gleichen Maße wie 
in den vorangegangenen Jahren — zu einem Teil durch den Zuzug aus 
anderen Gegenden des Reiches ausgeglichen worden. Die im Kataster 
büro der Gemeinde bearbeiteten Fortzüge von Berlin beliefen 
sich im Berichtsjahr auf über 500 0. Der Meldestelle für Binnen- und 
Auswanderung beim Preußischen Landesverband jüdischer Gemeinden 
wurden insgesamt 5110 Fortzüge gemeldet. 
Die Umzugsbewegung innerhalb Berlins war außer 
ordentlich stark: Das Katasterbüro der Gemeinde, das sämtliche Berliner 
Juden karteimäßig erfaßt, hat im Jahre 1937 nicht weniger als rund 
22 000 Adressenänderungen registriert. 
In etwa 3800 Fällen haben Gemeindemitglieder Bescheini 
gungen über ihre Zugehörigkeit zur Gemeinde erhalten, 
die sie — hauptsächlich zur Vorlage bei jüdischen Organisationen oder 
anderen Stellen — vom Katasterbüro erbeten hatten. 
Die Zahl der Austritte belief sich auf 502 aus dem Judentum 
und 40 aus der Gemeinde. 
An Wiedereintritten wurden 109 und an Aufnahmen bzw. 
Wiederaufnahmen durch Rabbiner weitere 107 registriert. 
Bei den Austritten handelte es sich in großer Zahl um Austritte von 
Mischlingen oder Personen arischer Abstammung, insbesondere Ehe 
frauen, die bei der Eheschließung mit jüdischen Männern zum jüdischen 
Glauben übergetreten waren. 
2. Verwaltungskommissionen 
Die Verwaltungskommissionen, die gemäß dem Gemeindestatut zur 
Verwaltung oder Beaufsichtigung einzelner Geschäftszweige durch Be 
schluß des Gemeindevorstandes und der Repräsentantenversammlung ge 
bildet werden und aus Mitgliedern des Vorstandes, Repräsentanten und 
sonstigen Gemeindemitgliedern bestehen, wurden im Berichtsjahr 
sämtlich neu gewählt. Dabei wurde die Zahl der Mitglieder, die in 
einigen Kommissionen übermäßig angeschwollen war, so daß die laufende
        
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