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Periodical volume XIV. Zentrale jüdische Organisationen

Full text: Verwaltungsbericht des Vorstandes der Jüdischen Gemeinde zu Berlin Issue 1937

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stellend. Der Beitrag, den die Gemeinde für den Landesverband im Jahre 
1937 geleistet hat, betrug RM 280 000. 
Dagegen waren die Beziehungen zu der Reichsvertretung der Juden 
in Deutschland leider zeitweilig nicht ungetrübt. Der Gemeindevorstand 
ist der Ansicht, wie auch in diesem Bericht nochmals ausdrücklich fest 
gestellt sei, daß die Existenz der Reichsvertretung eine dringende Not 
wendigkeit darstellt. Als Vertreter der größten Jüdischen Gemeinde 
Deutschlands hält er es aber nicht nur für sein Recht, sondern sogar für 
seine Pflicht, auf Mängel, die er feststellen zu können glaubt, aufmerksam 
zu machen. In der Erkenntnis, daß die materielle Basis der Juden in 
Deutschland sich ständig verringert, und von der Sorge getrieben, daß 
infolge dieser Entwicklung große Schwierigkeiten zu erwarten seien, falls 
nicht bei den jüdischen Institutionen größte Sparsamkeit be 
obachtet werde, hat der Gemeindevorstand im abgelaufenen Jahr An 
regungen für einen zweckmäßigeren Aufbau und eine rationellere Ver 
teilung der Arbeitsgebiete bei der Reichsvertretung gegeben. Diese 
Anregungen fanden bei der Reichsvertretung zunächst nur wenig A-Jdang. 
Die Folge war, daß es zu Differenzen zwischen ihr und der Gemeinde kam, 
die aber inzwi^Then durch die bekannten organisatorischen Veränderungen 
erfreulicherweise behoben worden sind. 
Der Beitrag der Gemeinde für die Reichsvertretung im Jahre 1937 
betrug RM 385 000. 
XV. Die Arbeit der Gemeinde hätte nicht bewältigt werden können 
ohne die tätige Hilfe ihrer zahlreichen Mitarbeiter. So mancher von ihnen 
ist im Berichtsjahr durch den Tod abberufen w r orden, viele andere haben 
den Wanderstab ergriffen und sind in andere Länder übergesiedelt. Die 
Gemeinde wird ihnen und ihrer hingebenden Tätigkeit dankbare Er 
innerung bewahren. 
Worte des Dankes richtet der Gemeindevorstand zum Schluß dieses 
Berichts auch an die vielen Ehrenbeamten und die übrigen Beamten und 
Angestellten, die bei der Betreuung des großen Arbeitsgebietes der Ge 
meinde mitgewirkt haben. Mit diesem Danke verbindet der 
Gemeindevorstand die Bitte an alle Mitglieder 
der Gemeinde — und diese Bitte gilt auch denen, 
die schon ausgewandert sind oder auswandern 
werden —, auch in Zukunft ihrer Gemeinde Treue 
und Opferbereitschaft zu bewahren, damit ihre segens 
reichen Einrichtungen zum Wohle der jüdischen Allgemeinheit erhalten 
werden können. 
» 
ß e r 1 i n , im Februar 1938.
        
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