Path:
Periodical volume X. Sonstige Gemeindeanstalten

Full text: Verwaltungsbericht des Vorstandes der Jüdischen Gemeinde zu Berlin Issue 1937

4. Das unter der Verwaltung des Israelitischen Gemeindebundes 
stehende „Jüdische Jugendwohnheim und Lehrlings 
heim Pankow“ hat sich im Jahre 1937 weiterhin gut entwickelt. Es 
ist das einzige für das Sondergebiet der Fürsorgeerziehung zur Aufnahme 
schwer erziehbarer jüdischer schulentlassener Zöglinge aus dem ganzen 
Reichsgebiet zugelassene Institut. Das Heim verfügt im ganzen über 
60 Plätze, von denen zu Beginn des Jahres 55 belegt waren. Diese Zahl 
erhöhte sich dann zeitweilig auf über 60. 
Auch im Jahre 1937 ließ sich bei diesem Institut ein weiteres An 
steigen des Unterbringungsbedürfnisses feststellen. Die Gemeinde 
verwaltung hält eine rechtzeitige und vollständige Erfassung gerade der 
gefährdeten Jugendlichen für besonders wichtig, um sie positiv der 
jüdischen Gemeinschaft einzugliedern, sie nicht nach außen zu einer Be 
lastung der Gemeinde werden zu lassen, und schließlich, um sie auch 
möglichst rechtzeitig zur Auswanderung fähig zu machen. 
Auf die beiden Heime verteilten sich die Zöglinge im Jahre 1937 
etwa so, daß 
18—20 Zöglinge auf das Lehrlingsheim 
und 40—42 Zöglinge auf das Jugendwohnheim 
entfielen. Hiervon waren 26 Zöglinge von dem Jugendamt der Gemeinde 
selbst eingewiesen, das ganz oder teilweise die Kosten für die Unter 
bringung trug. 20 Zöglinge befanden sich in Außenarbeit; die 
übrigen konnten aus erzieherischen Gründen noch nicht für eine Arbeit 
Orchester des 2. Waisenhauses, Pankow
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.