Path:
Periodical volume III. Schul- und Bibliothekswesen. Sonstige Kulturarbeit

Full text: Verwaltungsbericht des Vorstandes der Jüdischen Gemeinde zu Berlin Issue 1937

8 
messung des Staatszuschusses schweben noch. Eine günstigere Lösung 
steht in Aussicht. Eine Erweiterung des Volksschulwesens mit dem Ziele 
der Aufnahme eines erheblichen Teils der noch öffentliche Volksschulen 
besuchenden Kinder, wie sie vielfach gewünscht wird, würde zur Voraus* 
aussetzung haben, daß weitere beträchtliche Mittel aus öffentlichen 
Quellen der Gemeinde zur Verfügung gestellt würden, insbesondere auch 
Schulgebäude. Auch in dieser Richtung schweben Bemühungen. 
b) Höhere Schule 
Wenn aus den genannten Gründen der Rahmen des Schulwesens der 
Gemeinde sich im Jahre 1937 nicht wesentlich verändert hat, so bildet 
eine Ausnahme hiervon die Errichtung einer höheren Schule 
nach dem Lehrplan der öffentlichen Oberschule. 
Sie ist in einem ehemals einer höheren Privatschule dienenden Gebäude 
im Hause Wilsnaeker Straße 3 angemessen untergebracht und wird zur 
Zeit von 258 Schülern und Schülerinnen besucht. Das Lehrerkollegium be 
steht aus 23 Lehrern. Die Schule wird Ostern 1938 voll ausgebaut sein, 
so daß die ersten Absolventen der Anstalt 1939 die Reifeprüfung ablegen 
können. Der Eindruck, den die Entwicklung der Schule erweckt, muß als 
überaus erfreulich bezeichnet werden. Es wird an ihr von Lehrern und 
Schülern mit offensichtlicher Freude und größtem Eifer gearbeitet. Es 
hat sich an der Anstalt in überaus kurzer Zeit ein Gemeinschaftsgeist ent 
wickelt, der zu den besten Hoffnungen Anlaß gibt. Den in der jüdischen 
Oeffentlichkeit gegenüber einer allzu großen Ausdehnung des jüdischen 
höheren Schulwesens geäußerten Befürchtungen hat die Schule von vorn 
herein durch eine sehr sorgfältige Schülerauswahl Rechnung getragen. 
Daß der gesamte Unterricht, wie allgemein im Unterrichtswesen der Ge 
meinde, jüdisch betont ist, bedarf ebenso wenig einer Hervorhebung, wie 
daß den besonderen praktischen, insbesondere sprachlichen Bedürfnissen 
der für die Auswanderung bestimmten Jugendlichen nachdrücklich 
Rechnung getragen wird. 
c) V. Volksschule 
In gewissem Sinne neu gegründet wurde ferner die V. Volks 
schule in Berlin-Pankow, Berliner Straße 120/21, die aus der seit 
langer Zeit bestehenden Anstaltsschule des II. Waisenhauses in Pankow 
entstanden ist und jetzt außer den Schülern des Waisenhauses auch 
Außenstehende aufnimmt. Die Schule umfaßt zur Zeit etwa 130 Schüler. 
Sie steht unter Leitung des Waisenhausdirektors und beschäftigt insge 
samt 7 Lehrer, von denen ein Teil gleichzeitig als Erzieher am Waisen 
haus wirkt. Durch die erweiterte Zweckbestimmung dieser Schule ist
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.