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Volume Erster Abschnitt. Die gesetzliche Stellung der Gemeinde seit 1848

Full text: Bericht über die Verwaltung der Jüdischen Gemeinde von Berlin (Public Domain) Issue1849/1853 (Public Domain)

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vember 1853 gegen diesen Anschluß, da die quast. Juden dadurch keine 
größeren religiösen Vortheile oder eine weitere Berücksichtigung erhalten 
könnten, als sie schon ohne denselben genießen, während sie alsdann zu 
Gemeindebeiträgen herangezogen werden mußten, die sie jetzt nicht zu 
leisten hätten. In Betreff der Kranken- und Armenpflege verhalte es 
sich anders. 
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enn diese auch von der jüdischen Religion geboten, so 
sei sie doch keine unmittelbare religiöse Veranstaltung; eben so wenig 
sei für die jüdische Gemeinde, als eine religiöse Körperschaft eine lan 
desgesetzliche Verpflichtung dazu vorhanden, da es Sache jeder Kom 
mune sei, ihre Armen und Kranken zu unterstützen. Bei dem Unver 
mögen der meisten der in den gedachten Kreisen zerstreut lebenden Juden 
sei die Befürchtung gerechtfertigt, daß durch deren Anschluß an die Ge 
meinde den Armen- und Kranken-Jnstituten derselben Lasten aufgebür 
det würden, zu denen die Leistungen jener Individuen in keinem Ver- 
hältniffe ständen, u. s. w.*) 
Im Uebrigen fand die Altsführung des Gesetzes vom 1847, soweit 
cs die Wahl der Repräsentanten betrifft, in den durch dieses Gesetz und 
durch ein von dem Polizei-Präsidium erlassenes Reglement, die Wahl 
* # 
der Repräsentanten am 23. Februar 1854, die Einführung derselben 
durch den Regierungs-Commissarius am 26. Mai 1854 statt. 
*) Eö sind indeß laut einer am 3. Juli 1854 ergangeucn Regierungs-Bekannt 
machung circa 60 im Teltow'schen und Niederbarnim'schen Kreise belegene Ortschaften 
mit den dazu gehörigen Feldmarken zur Berliner Synagagengemeinde geschlagen und 
mit dieser zn einem Synagogenbezirk vereinigt morden. 
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