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Volume Erster Abschnitt. Die gesetzliche Stellung der Gemeinde seit 1848

Full text: Bericht über die Verwaltung der Jüdischen Gemeinde von Berlin (Public Domain) Issue1849/1853 (Public Domain)

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nlpnahme von dem in gehöriger Form kundgegebenen Willen der 
Gesammtheit willkührlich in die Befugnisse der hiesigen jüdischen 
Gemeinde einzugreisen. Wir können Sie vielmehr nur veranlassen, 
durch Einleitung der den gesetzlichen Vorschriften entsprechenden 
Wahl die Bildung eines Vorstandes herbeizuführen, welchem durch 
Ausstellung des Legitimations - Attestes die Möglichkeit eröffnet 
wird, die eingetretene Verwirrung der Gemeinde-Angelegenheiten 
mit voller Befugniß zu lösen. 
Der Minister des Innern. 
Im Auftrage 
(gez.) Jacobi. 
Berlin, den 7. März 1851. 
Der Minister der geistlichen :c. 
Angelegenheiten 
(gez.) v. Raumer. 
An die Herren 
Banquier A. H. Hey mann rc. rc. 
Wohlgeboren 
hier. 
Der Vorstand zeigte nunmehr am 3. April 1851 dem Polizei-Präsidium an, 
dast die Vorbereitungen zur Wahl nach dem Gesetze von 1750 soweit 
vorgeschritten seien, daß diese in der nächsten Woche stattstnden könne. 
Somit war der Rechtszustand der jüdischen Gemeinde, zunächst 
was die Wahl ihres Vorstandes betrifft, auf den Punkt zurückgeführt, 
aus dem er sich vier Jahre vorher, vor Erlaß des Gesetzes vom 23. 
Juli 1847, um dessen Einführung in hiesiger Gemeinde von dem frühe 
ren Vorstande vergebens gebeten worden, befunden hatte. Sonderbarer 
weise hatte sich in der Gemeinde selbst die Ansicht verbreitet, alö habe 
der Vorstand von 1649 auf die Wiedereinführung des General-Juden - 
Privilegiums von 1750 hingearbeitet. Die obige actenmäßige Darstel 
lung widerlegt nicht nur diese in sich kritisch unhaltbare Ansicht, son 
dern es würde sich, wenn das, was nicht in Acten niedergelegt ist, zur 
Evidenz gebracht werden könnte, ergeben, daß dieser Akt der Restanra- 
tion voll einer Seile her mit Genugthuung begrüßt worden, welche 
die Wirksamkeit des gedachten Vorstandes nicht eben zu unterstützen ge 
sonnen war. Genug, der Vorstand wurde gezwungen, dasjenige selbst 
zur Ausführung zu bringen, wogegen er auf das Heftigste protestirt 
hatte. — Wer eben die Wahl nach dem General-Juden-Privilegium 
von 1750 zur Ausführung brachte, erschien ziemlich gleichgültig, und
	        
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