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Full text: Gründen in Berlin

Gründen in Berlin
Das kleine 1x1 der Gründung

Inhalt
WAS KANN ICH?
Wichtige persönliche Eigenschaften	
Wichtige fachliche Qualifikationen	
WAS WILL ICH?
Franchising als Alternative	
Unternehmensnachfolge als Alternative	

6
7

10
11

WAS BIN ICH?
Selbstständiger	12
Freiberufler	12
Gewerbetreibender	13
Gründungen im Nebenerwerb	
13
Erlaubnis- bzw. genehmigungspflichtige Gewerbe	
14
Ausländische Existenzgründer	
14
Die Gewerbeanmeldung	
15
Handwerker	16
Zulassungspflichtige Handwerke	
17
Zulassungsfreie Handwerke und handwerksähnliche Gewerbe	
17
Mischbetrieb und handwerklicher Nebenbetrieb	
18
WELCHE RECHTSFORM WÄHLE ICH?
Kaufmännischer Betrieb oder Kleingewerbe?	
Eintragung im Handelsregister?	
Ausgewählte Rechtsformen und ihre Besonderheiten	

20
21
22

WIE NENNE ICH MICH?
Einzelunternehmen und GbR	
Firmen und Firmierung	
Schlüsselkriterien zur Bildung einer Firma	
Was es noch zu beachten gilt	

28
28
29
30

WELCHE STEUERN MUSS ICH ZAHLEN?
Umsatzsteuer	32
Kleinunternehmerregelung	33
Einkommensteuer	34
Lohnsteuer	34
Gewerbesteuer	34
Körperschaftsteuer	35
4

AN WEN MUSS ICH DENKEN?
Die Handwerkskammer 	
36
Die Industrie- und Handelskammer (IHK) 	
37
Berufsständische Vertretungen	
38
Rundfunkbeitrag von ARD, ZDF und Deutschlandradio 	
38
GEMA	39
WELCHE VERSICHERUNGEN BRAUCHE ICH?
Persönliche Versicherungen	
Betrieblicher Versicherungsschutz	
Sozialversicherungen für die Arbeitnehmer 	

40
43
44

WIE PLANE ICH?
Vom Geschäftsmodell zum Businessplan	
Wesentliche Elemente eines Geschäftsmodells	
Wie beginne ich meinen Businessplan?	
Was gehört in meinen Businessplan?	

46
47
48
49

WOMIT MUSS ICH RECHNEN?
Kapitalbedarfs- und Investitionsplanung	
Die Rentabilitätsvorschau	
Die Liquiditätsplanung	

52
54
58

WIE WIRD FINANZIERT UND WOHER KOMMT DAS GELD?
Die Finanzierung aus eigenen Mitteln und ersten Einnahmen	
60
Beteiligungskapital	62
Kreditfinanzierung durch Geldinstitute	
65
Mit öffentlicher Förderung zum Bankkredit	
66
Weitere Fördermöglichkeiten 	
68
Crowdfunding	70
WER HILFT MIR WEITER?
Ansprechpartner für Gründer bei der IHK Berlin	
Ansprechpartner bei der Handwerkskammer Berlin	
Ansprechpartner in den Berliner Bezirken	
Ausgewählte Internetadressen	

72
73
74
77

Impressum	78

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WAS KANN ICH?
Gründer- und
Unternehmertest unter
www.existenzgruender.de
Stichwort: geborener
Unternehmer

Ob Ihre Existenzgründung dauerhaft erfolgreich ist oder misslingt, hängt ganz von Ihnen ab. Letztlich beruhen alle „Pleiteursachen“ auf Fehleinschätzungen des Gründers* hinsichtlich seiner
Person oder seiner Leistungsfähigkeit. Dabei ist es nicht erforderlich, dass Sie bereits alle Eigenschaften und jegliches Wissen zur
erfolgreichen Unternehmensgründung von Anfang an mitbringen.
Doch sollten Sie sich zum Start Ihrer Selbstständigkeit eine realistische Selbsteinschätzung und auch Maßnahmen zum Umgang
mit Ihren Schwächen erarbeitet haben!

Wichtige persönliche Eigenschaften
Es gibt einige typische Eigenschaften erfolgreicher Unternehmer. Sie verfügen beispielsweise über Selbstdisziplin, Zielstrebigkeit, Ideenreichtum, Gestaltungsfähigkeit und Risikobewusstsein. Außerdem können „Erfolgstypen“
sich in der Regel mündlich und schriftlich anderen Menschen gut mitteilen.
Ein belastbares soziales Umfeld spielt ebenfalls eine wichtige Rolle.
Beispiele für Erfolgsfaktoren
Selbstdisziplin
Zielstrebigkeit
Originalität
Ideenreichtum
Gestaltungsfähigkeit
Risikobewusstsein
Kommunikationsfähigkeit
Ehrgeiz
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Realistische Selbsteinschätzung
Einsatzbereitschaft
Belastbarkeit
Gesundheit
Kreativität
Verantwortungsbewusstsein
Familiäre Unterstützung
Freundschaftliche Unterstützung

Wichtige fachliche Qualifikationen
Kaufmännisches und fachliches Know-how sind die Grundvoraussetzungen
für jedes erfolgreiche unternehmerische Handeln. Dies gilt im Übrigen für
jede Selbstständigkeit und jede Unternehmung! Häufig hören Gründungsberater: „Ich mache etwas Künstlerisches, das Kaufmännische gilt für mich
nicht“ oder „das lasse ich andere machen“. Damit ist das Scheitern vorprogrammiert. In den Anfängen muss ein Gründer das kleine kaufmännische
1x1 nicht nur kennen, sondern auch anwenden. Mit etwas gutem Willen ist
dafür der gesunde Menschenverstand ausreichend. Sich in speziellen Fragen
Rat zu holen ist in Ordnung, aber den wirtschaftlichen Überblick müssen
Sie als Unternehmer haben, nicht Ihr Steuerberater. Darüber hinaus müssen
Unternehmer ihren Markt kennen und wissen, wie sie Kunden finden und
mit diesen umgehen. Oftmals können noch fehlende Qualifikationen durch
Seminare und Lehrgänge ausgeglichen werden.

Seminare
und Lehrgänge
www.wdb-berlin.de

Erfolgsfaktoren im fachlichen Gründerprofil
Kaufmännische Allgemeinbildung
Berufliche Qualifikationen (Ausbildung, Studium, Schulungen, Seminare)
Berufliche Erfahrung (in unterschiedlichen Positionen und Firmen)
Branchenspezifisches Fachwissen
Kenntnisse der Verwaltung (sowohl der betrieblichen als auch der politischen)
Vernetzung mit Akteuren im Markt

* Aus Gründen der besseren Lesbarkeit und zur Vermeidung komplizierter Formulierungen
wird in der Broschüre nur die männliche Anredeform verwendet.

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WAS WILL ICH?
Sie wollen sich selbstständig machen oder spielen zumindest
ernst­haft mit dem Gedanken. Zur realistischen Selbsteinschätzung gehört auch, dass Sie sich über Ihre Motive zur Selbstständigkeit im Klaren sind.
Weg in die
Selbstständigkeit
www.existenz­gruender.de
Stichwort: persönliche
Qualifikation

Sollten Sie aus der Arbeitslosigkeit gründen wollen, darf ein erfolgloser
Bewerbungsmarathon nicht der entscheidende oder einzige Antrieb zur
Selbstständigkeit bleiben. Schon gar nicht sollten Sie Ihren Entschluss zur
Selbstständigkeit damit begründen, dass Sie als Angestellter keine Stelle
mehr finden. Gründungen „aus Alternativlosigkeit“ haben fast überall einen
schlechten Leumund. Auch eine Zielansage wie „ich will möglichst viel Geld
verdienen“ ist bei genauer Betrachtung ein schwaches Motiv. Betriebswirtschaftlich betrachtet ist Geld nämlich ein Mittel und kein Ziel. So zeigt sich
in der Praxis immer wieder, dass Geld nur sehr kurzfristig motivieren kann,
insbesondere vor dem Hintergrund der enormen physischen und psychischen Anforderungen einer Selbstständigkeit. Gehen Sie darum im Zweifel
noch einmal in sich und erforschen Sie Ihre Motive. Ein Ziel Ihres unternehmerischen Handelns sollte aber immer sein: Dem Kunden Nutzen zu stiften!

Zur ersten Überprüfung Ihrer Geschäftsidee sollten Sie gründlich recherchieren und sich auch nicht scheuen, mit Freunden und Verwandten darüber zu sprechen.

Geschäftsidee entwickeln
www.existenz­gruender.de
Stichwort: Geschäftsidee

Um die Sinne für das Hervorbringen eines geschäftlichen Einfalls zu schärfen, ist es nützlich, die eigene Aufmerksamkeit auf drei Aspekte zu lenken.
Übersicht Ideenprüfung
Was fehlt? Hier geht es darum festzuhalten, welche Produkte oder Dienstleistungen Sie oder Menschen im Umfeld schon gesucht und nicht gefunden haben.
Was ist der Trend? Merken Sie sich neuartige Geschäftsmodelle, die sich halten
und Nachahmer finden.
Was ist technisch heute möglich? Kleine technische Fortschritte können, in neue
Zusammenhänge gebracht, große neue Geschäftsfelder eröffnen.

Beispiele für Gründungsmotive
Durchsetzung eigener Ideen
Selbstbestimmung
Freiheit
Ansehen

8

Leistungsgerechte Vergütung
Macht
Perspektive
Abenteuerlust

9

Deutscher FranchiseVerband e. V.
www.franchiseverband.com

Franchising als Alternative

Unternehmensnachfolge als Alternative

Als eine Existenzgründung ohne den „gefürchteten“ Sprung ins kalte Wasser
kann das „Franchising“ gesehen werden. Namen wie „Der Teeladen“, „Blume
2000“ oder „essanelle“ sind bekannt und dürften nach derzeitigen Beobachtungen für den Erfolg dieser Absatzmethode stehen.

Es muss nicht immer eine Neugründung sein. Bei einer Unternehmensnachfolge übernehmen Sie ein bereits bestehendes und am Markt etabliertes
Unternehmen und führen es weiter. Während Sie bei einer Neugründung
Schritt für Schritt mit Ihren unternehmerischen Aufgaben wachsen, erzielen
Sie bei der Übernahme eines Unternehmens von Anfang an Umsätze, denn
Beziehungen zu Kunden und Lieferanten sind aufgebaut, die Dienstleistungen bzw. Produkte des Unternehmens sind eingeführt, zweckentsprechende
Räume und Betriebsinventar sind vorhanden, die Mitarbeiter bilden ein eingespieltes Team und Sie als Nachfolger können auf den Erfahrungen Ihres
Vorgängers aufbauen. Dabei sollten Sie aber die besonderen persönlichen,
unternehmerischen und fachlichen Anforderungen an eine Unternehmensnachfolge erfüllen.

Unter Franchising ist eine enge geschäftliche Kooperation beim Vertrieb
von Waren oder bei Dienstleistungen zu verstehen, die auf freiwilliger Basis
beruht. Franchisegeber und Franchisenehmer regeln vertraglich die Zusammenarbeit rechtlich und wirtschaftlich selbstständiger Unternehmer. So
nutzen Franchisenehmer das gesamte Know-how des Franchisegebers und
profitieren vom Bekanntheitsgrad einer namhaften Marke. Der Franchisenehmer erhält die Vorteile einer erfolgreich praktizierten Unternehmensidee
ebenso wie die professionellen Dienstleistungen einer großen Zentrale. Damit - so die Grundidee des Franchisings - werden Vorteile des Großbetriebes
mit denjenigen des durch den Inhaber geführten kleineren Unternehmens
verbunden.
Bevor Sie in ein Franchisesystem einsteigen und sich vertraglich binden,
sollten Sie die Qualität des Konzeptes und die Ausgewogenheit des Franchisevertrages überprüfen.
Dazu einige Fragebeispiele:
yy Seit wann besteht der Franchisegeber?
yy Welcher Wettbewerbsvorteil ist effektiv vorhanden?
yy Besteht die Eintragung von gewerblichen Schutzrechten?
yy Sind Pilotgeschäfte vorhanden?
yy Wie viele Franchisenehmer sind dem Franchisegeber angeschlossen?
yy Wie erfolgreich (Kennziffern) arbeiten diese?
yy Wie ist die Stellung der Franchisenehmer im System
(Beiräte, Erfahrungsaustauschgruppen)?
yy Wie umfassend sind die Leistungspakete?
yy Ist der Franchisegeber Mitglied des Deutschen Franchise-Verbandes e. V.?
Ansprechpartner für Franchisenehmer und interessierte Existenzgründer
ist unter anderem der Deutsche Franchise-Verband e. V., Luisenstraße 41,
10117 Berlin, Tel: +49 30 27 89 02-0.

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Unternehmensbörse
www.nexxt-change.org
Nachfolge im Handwerk
www.hwk-berlin.de
Stichwort: Nachfolgebörse
Herausforderung
Unternehmens­nachfolge
www.ihk-berlin.de/
nachfolge

Allerdings müssen Sie von Anfang Ihr Können auf allen Schauplätzen des
bereits gewachsenen Unternehmens gleichzeitig unter Beweis stellen. Dabei
sollten Sie vor allem im Umgang mit Mitarbeitern, Kunden, Lieferanten, Geschäftspartner Fingerspitzengefühl beweisen. Vor allem klein- und mittelständische Unternehmen sind stark durch die Persönlichkeit des Übergebers
geprägt. Langjährige Mitarbeiter, Kunden und Lieferanten haben sich auf
diese Persönlichkeit eingestellt. Sie müssen sich erst an einen neuen Inhaber gewöhnen. Für Sie bedeutet es daher, dass Sie neben einer unternehmerischen Eignung auch Feingefühl und Kontaktfreude mitbringen sollten. Ein
neuer Chef muss sich sein Vertrauen erst erarbeiten.
Wie bei einer Neugründung auch, sollten Sie über ein fundiertes betriebswirtschaftliches Know-how verfügen sowie Führungserfahrung und Branchenkenntnisse mitbringen.

www.ihk-berlin.de/
notfall-handbuch

Sollten Sie die Übernahme eines bestehenden Unternehmens in Betracht
ziehen, bieten Ihnen die Nachfolgebörsen von IHK und Handwerkskammer
einen speziellen Service an. Diese führen kleine und mittlere Unternehmen
aller Branchen, die zum Verkauf stehen. Bei der Handwerkskammer Berlin
finden Sie eine speziell auf das Handwerk bezogene Nachfolgebörse, auf die
über die Betriebsberatung der Handwerkskammer zugegriffen werden kann.

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WAS BIN ICH?
Selbstständiger
Statusfeststellung
der Deutschen Rentenversicherung Bund
www.deutscherentenversicherung.de
Stichwort:
Status­feststellung

Scheinselbstständigkeit / 
Arbeitnehmer­ähnliche
Selbstständige
www.ihk-berlin.de/
gewerbeanzeige

Von Selbstständigkeit im beruflichen Sinne wird gesprochen, wenn
auf eigenes finanzielles und soziales Risiko ein Einkommen erwirtschaftet wird. Es darf dabei kein abhängiges Arbeits- bzw. Beschäftigungsverhältnis zum Auftraggeber bestehen, d. h., der Selbstständige ist fremden Weisungen nicht unterworfen und nicht in die
Arbeitsorganisation des Auftraggebers eingegliedert. Die letztgenannten Aspekte sind vor allem bedeutsam, wenn eventuelle Verdachtsmomente einer Scheinselbstständigkeit auszuräumen sind.
Ein Beispiel: Sie werden in der Anfangsphase Ihrer Selbstständigkeit über
längere Zeit vornehmlich für einen Auftraggeber tätig, was nicht selten der
Fall ist. Dennoch könnte hierdurch bei den Sozialversicherungsträgern der
Verdacht der Scheinselbstständigkeit aufkommen, den Sie zu entkräften
haben. Informieren Sie sich darum frühzeitig und ausführlich bei der Clea­
ringstelle der Deutschen Rentenversicherung Bund, sonst kann es für Sie und
Ihren regelmäßigen Auftraggeber teuer werden!

Freiberufler

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Zu den Freiberuflern gehören in der Regel Selbstständige, die wissenschaftliche, künstlerische, schriftstellerische, unterrichtende oder erzieherische Tätigkeiten ausüben. Typische freie Berufe sind der Arzt, Rechtsanwalt, Steuerberater, Unternehmensberater, Journalist, Künstler oder Wissenschaftler.
Es gilt, dass der Freiberufliche in seiner Tätigkeit nicht der Gewerbeordnung
unterliegt, also keine Gewerbeanmeldung vornehmen muss. Das bedeutet
auch, dass Freiberufler weder bei der Industrie- und Handelskammer noch

bei der Handwerkskammer Mitglied werden. Die Beantragung einer Steuernummer bei dem zuständigen Finanzamt ist somit der formale Beginn
der Selbstständigkeit eines Freiberuflers. In Zweifelsfällen entscheidet das
zuständige Finanzamt auch, ob die angestrebte Tätigkeit freiberuflich oder
gewerblich auszuüben ist.

Abgrenzung Gewerbe
und Freier Beruf
www.ihk-berlin.de/
abgrenzungfreiberufler

Gewerbetreibender
Grundsätzlich gilt in Deutschland die Gewerbefreiheit, d. h., der Betrieb
eines Gewerbes ist jedermann gestattet, soweit nicht durch Gesetz Ausnahmen oder Beschränkungen vorgeschrieben oder zugelassen sind.

Gewerbe
www.existenz­gruender.de
Stichwort: Gründungs­
arten – Gewerbe

Was kennzeichnet einen Gewerbetreibenden?
Gewerbetreibender sind Sie, wenn Sie eine Tätigkeit:
selbstständig
dauerhaft, d. h. mit Wiederholungs- und Fortsetzungsabsicht, und
mit Gewinnerzielungsabsicht ausüben

Wer ist
Gewerbetreibender?
www.ihk-berlin.de/
gewerbeanzeige

und diese Tätigkeit weder ein freier Beruf noch Urproduktion (Land- und Forstwirtschaft, Fischerei etc.) und auch nicht sozial missbilligt oder verboten ist
(z. B. Organhandel).

Gründungen im Nebenerwerb
Während sich viele Existenzgründer in Vollzeit mit ihrer eigenen Idee selbstständig machen, spielen auch Nebenerwerbsgründungen eine große Rolle.
Hiervon spricht man, wenn neben einer zeitlich oft überwiegenden Erwerbstätigkeit, z. B. im Angestelltenverhältnis, als Hausmann, Studierender

Selbstständigkeit neben
Job, Studium oder
Arbeitslosigkeit
www.ihk-berlin.de/
nebenerwerb

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oder während der Arbeitslosigkeit, eine nicht hauptberufliche selbstständige Tätigkeit ausgeübt wird. Die nebenberufliche Selbstständigkeit unterliegt
den gleichen gesetzlichen Spielregeln wie die einer Vollerwerbsgründung.
So ist die Anmeldung eines Gewerbes beim Ordnungsamt in dem Bezirk,
in dem der Betriebssitz liegt, erforderlich. Gleiches gilt für die Aufnahme
einer freiberuflichen Tätigkeit, die beim zuständigen Finanzamt anzuzeigen
ist. Unterschiede zur Gründung im Vollerwerb bestehen aber bspw. bei den
Fördermöglichkeiten und den Sozialversicherungen.

Erlaubnis- bzw. genehmigungspflichtige Gewerbe
Erlaubnispflichtige
Tätigkeiten, welche
Zulassung wird
benötigt?
www.ihk-berlin.de/
gewerbeanzeige

Einschränkungen der Gewerbefreiheit finden vorwiegend in Bereichen statt,
in denen das Allgemeinwohl, die Gesundheit oder Sicherheit der Menschen
gefährdet sein könnte. Um ein solches Gewerbe zu betreiben, ist in der Regel über die bloße Gewerbeanzeige hinaus eine besondere Erlaubnis der
Behörde notwendig. Dazu fordert die Behörde regelmäßig einen Nachweis
der persönlichen Zuverlässigkeit und geordneter Vermögensverhältnisse.
Für einige Berufe ist darüber hinaus ein Sach- und Fachkundenachweis gefordert. In Einzelfällen müssen zudem besondere Voraussetzungen an die
Betriebsstätte erfüllt werden.
Auswahl genehmigungspflichtiger Gewerbe
Arbeitnehmerüberlassung, Automatenaufstellung, Baubetreuung, Bauträger,
Bewachung, Darlehensvermittlung, Fahrschule, Finanzanlagenvermittlung,
Finanzdienstleistungen, Gaststättenbetrieb mit Alkoholausschank, Gewinnspielveranstaltung, Güterkraftverkehr, Handel mit Pflanzenschutzmitteln, Handel
mit Wirbeltieren, Handel mit Waffen, Großhandel mit Arzneimitteln, Honorarfinanzanlagenberatung, Immobilienmakler, Inkassobüro, Krankentransporte,
Marktverkehr, Mietwagenverkehr, Omnibusverkehr, Pfandleiher, Podologen,
Post, Rechtsberatung, Schädlingsbekämpfung, Schuldnerberatung, Spielhallenbetrieb, Taxenverkehr, Versicherungsberatung, Versicherungsvermittlung,
Zahlungsdienstleistungen

Ausländische Existenzgründer
Das Recht auf unbeschränkte Gewerbefreiheit gilt prinzipiell nur für deutsche Staatsangehörige. Angehörige eines Mitgliedstaates der EU oder des
Europäischen Wirtschaftsraums, EWR (Island, Liechtenstein, Norwegen)
sind deutschen Staatsangehörigen gleichgestellt, genießen also ebenso
Niederlassungsfreiheit und können unter den gleichen Voraussetzungen
wie Deutsche ein Unternehmen gründen bzw. ein Gewerbe ausüben. Sie
benötigen daher auch keinen besonderen Aufenthaltstitel.
14

Staatsangehörige von allen Staaten außerhalb der EU können eine gewerbliche Tätigkeit hingegen nur dann ausüben, wenn sie über einen Aufenthaltstitel verfügen, der ihnen die selbstständige Tätigkeit in Deutschland erlaubt.
Gründer und Unternehmer, die noch nicht im Besitz eines entsprechenden
Aufenthaltstitels sind, müssen diesen vor der Aufnahme ihrer Tätigkeit erfolgreich beantragt haben. Der Antrag ist grundsätzlich bei der zuständigen
deutschen Auslandsvertretung (Botschaft, Konsulat) in dem Land zu stellen,
in dem der Antragsteller seinen gewöhnlichen Aufenthalt hat. Sofern der
Antragsteller schon einen (anderen) Aufenthaltstitel hat (Achtung: Touristen- oder Geschäftsvisa reichen dafür nicht!) muss der Antrag bei der
zuständigen Ausländerbehörde in Deutschland gestellt werden. Auch die
Staatsangehörigen von sogenannten „bevorrechtigten Staaten“ (Australien, Israel, Japan, Kanada, Republik Korea, Neuseeland, USA) können direkt
in Deutschland einen Antrag auf Erteilung eines Aufenthaltstitels zur Ausübung einer selbstständigen Tätigkeit nach § 21 AufenthG stellen.

Visa Check (Englisch)

Mit dem Antrag muss ein aussagekräftiges Unternehmenskonzept (Businessplan inkl. Finanzplan etc.) bei der zuständigen Behörde (Ausländerbehörde oder deutschen Auslandsvertretung) eingereicht werden. Anhand
dieser Unterlagen wird u. a. geprüft, ob:

Aufenthaltsrechtliche

yy ein wirtschaftliches Interesse oder ein regionales Bedürfnis besteht,
yy die Tätigkeit positive Auswirkungen auf die Wirtschaft erwarten lässt
und
yy die Finanzierung der Umsetzung durch Eigenkapital oder durch eine
Kreditzusage gesichert ist.

www.ihk-berlin.de/visa

Beratung der IHK Berlin
für Existenzgründer
und Unternehmer aus
Drittstaaten
www.ihk-berlin.de/
auslaendischegruender

Erst wenn dies gegeben ist, kann die zuständige Behörde bei Vorliegen aller
übrigen formalen Voraussetzungen einen entsprechenden Aufenthaltstitel
erteilen.

Die Gewerbeanmeldung
Vor Beginn Ihrer gewerblichen Tätigkeit müssen Sie Ihr Gewerbe beim Ordnungsamt im Bezirk des künftigen Unternehmenssitzes anzeigen. Sie müssen
Ihren Personalausweis oder Reisepass und ggf. notwendige Genehmigungen
vorzeigen können. Mehrere Personen (d. h. Personengesellschaften), die gemeinsam ein Gewerbe ausüben wollen, müssen dieses gemeinsam anzeigen.
Bei der Anzeige von Kapitalgesellschaften (GmbH, UG, AG) ist zusätzlich noch
der Handelsregisterauszug vorzulegen. Über die Gewerbeanzeige werden unter anderem das Finanzamt, die Berufsgenossenschaften, die IHK und/oder die
Handwerkskammer informiert. Zwar erhält die Berufsgenossenschaft im Regelfall automatisch durch die Gewerbeanzeige Kenntnis vom Beginn des Unternehmens, dennoch entbindet dies nicht von der gesetzlichen Meldepflicht

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gemäß § 192 SGB VII. Danach sind Unternehmer – unabhängig davon, ob sie
Arbeitnehmer beschäftigen – verpflichtet, sich binnen einer Woche bei der
zuständigen Berufsgenossenschaft zu melden und Angaben zu machen über
Art und Gegenstand des Unternehmens, Zahl der Versicherten sowie Beginn
des Unternehmens. Um die Registrierung beim Finanzamt zu beschleunigen,
können Sie auch direkt beim Finanzamt die Eröffnung des Gewerbebetriebes
anzeigen. Aber nicht nur der Beginn der Gewerbeausübung, sondern auch
etwaige Veränderungen sind gegenüber dem Ordnungsamt anzeigepflichtig.
Was ist beim Ordnungsamt meldepflichtig?
Die erstmalige Aufnahme einer gewerblichen Tätigkeit
Achtung: Als Zeitpunkt der Gewerbeaufnahme gilt das Datum, an dem Sie tatsäch­
lich mit Ihrem Vorhaben beginnen, z. B. Ihr Geschäft anmieten, mit Akquisitionen in
den Markt treten oder Arbeitnehmer einstellen.
Die Gründung einer weiteren Betriebsstätte (auch im gleichen Bezirk), insbeson­
dere der Betrieb einer Zweigniederlassung oder einer unselbstständigen Zweigstelle
Die Verlegung der Betriebsstätte (auch innerhalb des Bezirkes)
Der Wechsel der Tätigkeit
Die Ausdehnung der Tätigkeit auf nicht geschäftsübliche Bereiche
(z. B. der Buchhändler, der Wein verkauft)
Die Aufstellung von Automaten
Die Aufgabe des Betriebes
Alles für die Gründung:
Information, Beratung,
Anmeldung
www.startercenterberlin.de

Hilfe: Das StarterCenter Berlin bietet Ihnen die Möglichkeit, eine Vielzahl von
Anmeldungen (Gewerbeanzeige, Finanzamt, Berufsgenossenschaft etc.) on­
line zeitsparend vorzubereiten! Machen Sie sich in einem Handwerk selbst­
ständig, führt Ihr Weg zum StarterCenter der Handwerkskammer Berlin
(Blücherstraße 68, Kreuzberg). Hier nehmen Sie die Eintragung in die Hand­
werksrolle bzw. in das Verzeichnis der handwerksähnlichen Gewerbe vor.

Handwerker

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Das Handwerk zählt zu den gewerblichen Tätigkeiten und ist daher
beim Ordnungsamt anzuzeigen. Als Handwerker werden gemeinhin
diejenigen Mitglieder eines Berufsstandes bezeichnet, die auf Nachfrage bestimmte Dienstleistungen erbringen und/oder auf Bestellung
handwerkliche Produkte fertigen. Das handwerkliche Gewerbe wird in
Deutschland verbindlich durch die Handwerksordnung (HWO) geregelt.
Vor der Ausübung einer handwerklichen oder handwerksähnlichen Tätigkeit
steht die Eintragung in die Handwerksrolle bzw. in das Verzeichnis der zulassungsfreien Handwerke oder in das Verzeichnis der handwerksähnlichen
Gewerbe bei der Handwerkskammer. Sämtliche handwerklichen Tätigkeiten

sind im Gesetz zur Ordnung des Handwerks (HWO) in den Anlagen A und
B erfasst.

Zulassungspflichtige Handwerke
Die Anlage A enthält die insgesamt 41 zulassungspflichtigen Handwerke,
d. h., hierfür ist grundsätzlich der Meisterbrief Voraussetzung zur Eintragung in die Handwerksrolle und damit für die Genehmigung zur Gründung
oder Übernahme eines Handwerksbetriebs. Die Notwendigkeit des Meisterbriefes ist unter anderem mit der besonderen Gefahrengeneigtheit und
den entsprechend hohen Anforderungen an den Verbraucherschutz sowie
der dafür nötigen fundierten Berufsausbildung zu begründen. Beispiele für
solche zulassungspflichtigen Handwerke sind: Maurer, Zimmerer, Kraftfahrzeugtechniker, Elektrotechniker, Bäcker, Fleischer und Friseure.

Der schnelle Draht zur
Handwerkskammer
Abt. Handwerksrolle:
+49 30 25903-107
rolle@hwk-berlin.de

Sie können jedoch auch als Geselle oder Facharbeiter ohne Meisterbrief
unter bestimmten Bedingungen ein ansonsten zulassungspflichtiges Handwerk selbstständig ausüben. Hierzu müssen Sie mindestens sechs Jahre
Berufserfahrung in dem erlernten Handwerksberuf nachweisen, davon vier
Jahre in leitender Stellung, die mit eigenverantwortlicher Entscheidungsbefugnis verbunden gewesen sein muss. Von dieser ,,Gesellenregelung“
ausgenommen sind Hörgeräteakustiker, Augenoptiker, Orthopädietechniker, Orthopädieschuhmacher, Zahntechniker und Schornsteinfeger. Ebenso
können Betriebe ein zulassungspflichtiges Handwerk ausüben, wenn vom
jeweiligen Einzelunternehmer, der Personengesellschaft oder z. B. der GmbH
ein Meister als Betriebsleiter beschäftigt wird. Ingenieure, Hochschulabsolventen und staatlich geprüfte Techniker können mit dem zulassungspflichtigen Handwerk in die Handwerksrolle eingetragen werden, das dem
Studien- oder dem Schulschwerpunkt ihrer Prüfung entspricht.
Darüber hinaus ist die selbstständige Ausführung einfacher handwerklicher Tätigkeiten aus ansonsten zulassungspflichtigen Handwerken möglich.
Das heißt, dass für eine Tätigkeit, die innerhalb von zwei bis drei Monaten erlernt werden kann, keine Meisterprüfung notwendig ist. Wegen der
Komplexität der Eintragungsmöglichkeiten erkundigen Sie sich bitte bei
Unklarheiten bei der Handwerkskammer, Abt. Handwerksrolle, nach Ihren
speziellen Möglichkeiten.

Zulassungsfreie Handwerke
und handwerksähnliche Gewerbe
Die Anlage B gliedert sich in zwei Abschnitte. Der Abschnitt 1 listet die 53
zulassungsfreien Handwerke auf. Gründer in diesen Gewerken benötigen

17

Anlagen A und B der
Handwerksordnung
www.existenzgruender.de
Stichwort:
Anlagen A und B

keine Formalqualifikation zur Ausführung der handwerklichen Tätigkeit.
Beispielhaft sind hier Fliesenleger, Uhrmacher, Gold- und Silberschmiede, Fotografen, Geigenbauer oder Schilder- und Lichtreklamehersteller zu
nennen. Das Gleiche gilt für die 57 handwerksähnlichen Gewerbe des Abschnitts 2. Bodenleger, Rohr- und Kanalreiniger, Änderungsschneider, Kosmetiker, das Bestattungsgewerbe und andere gehören zu dieser Gruppe. Für
die zulassungsfreien und handwerksähnlichen Gewerbe ist lediglich eine
Eintragung in das entsprechende Verzeichnis bei der Handwerkskammer
vornehmen zu lassen, um das entsprechende Gewerbe auszuüben.

Abgrenzung
zum Handwerk
www.ihk-berlin.de/
abgrenzunghandwerk

Unternehmen, die sowohl IHK-zugehörige als auch handwerkliche Tätigkeiten ausüben, werden als Mischbetriebe bezeichnet. Sie gehören mit ihrem
jeweiligen Betriebsteil der IHK und der Handwerkskammer an, müssen also
bei der Industrie- und Handelskammer und der Handwerkskammer angemeldet werden. Die Beitragsveranlagung erfolgt anteilig. Einen Sonderfall
des Mischbetriebes bildet der sog. handwerkliche Nebenbetrieb. Hierbei
handelt es sich um einen schwerpunktmäßig gewerblichen Betrieb, der
auch zulassungspflichtige handwerkliche bzw. handwerksähnliche Tätigkeiten für Dritte ausüben will. Der Nebenbetrieb muss eine untergeordnete
Bedeutung haben und mit dem Hauptunternehmen in einem wirtschaftlich-fachlichen Zusammenhang stehen. Ein Beispiel ist der Kfz-Händler, der
auch Kfz-Reparaturen für Dritte ausführt. Grundsätzlich gelten auch hierfür
die bereits dargestellten Vorgaben zur Eintragung in die Handwerksrolle.
Eine Ausnahme davon stellt der sogenannte unerhebliche handwerkliche
Nebenbetrieb dar. Die Meisterpflicht entfällt demnach, wenn die Tätigkeit
lediglich in einem unerheblichen Umfang ausgeübt wird. Eine weitere Sonderform ist der sogenannte Hilfsbetrieb. Auch dieser ist mit dem Hauptunternehmen, bei dem der Schwerpunkt der Tätigkeit liegt, verbunden. Er
erbringt seine Leistungen jedoch regelmäßig nicht für Dritte, sondern für
das Hauptunternehmen, dem er wirtschaftlich dient. Auch hier kann die
Handwerksrolleneintragung entfallen. Ein Beispiel hierfür ist der Kfz-Händler, der Fahrzeuge zum Zwecke des Wiederverkaufs repariert. Die Meisterpflicht entfällt in diesem Fall, wenn der Handel mit den nicht reparierten
Fahrzeugen überwiegt und dem Betrieb sein Gepräge gibt.

Bildquelle: © Igor Mojzes – Fotolia.com

Mischbetrieb und handwerklicher Nebenbetrieb

Werden Sie Gesicht
der Kampagne!
Sie sind überzeugt und begeistert von Ihrem Schritt in die
Selbstständigkeit und möchten dies SchülerInnen und
Studierenden vermitteln?
Dann werden Sie Gesicht unserer Kampagne
„Ich mach mich selbstständig!“ auf
www.ichmachmichselbststaendig.de

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WELCHE RECHTSFORM
WÄHLE ICH?
An diesem Thema kommen Sie nicht vorbei. Selbst wenn Sie einfach ein
Gewerbe anmelden, haben Sie sich für eine Rechtsform entschieden! Sollten Sie allein gründen, ist Ihr Unternehmen fortan ein Einzelunternehmen.
Eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) oder eine offene Handelsgesellschaft (OHG) – falls Ihre Unternehmung einen in kaufmännischer Weise eingerichteten Betrieb erfordert – gründen Sie im Team. Da es von der
Rechtsform abhängt, welche gesetzlichen Bestimmungen für Ihren Betrieb
gelten, leuchtet sofort ein, dass die Wahl der Rechtsform von besonderer
Bedeutung ist.

Kaufmännischer Betrieb oder Kleingewerbe?
Der kaufmännische
Geschäftsbetrieb
www.ihk-berlin.de/
kaufmann

Diese Unterscheidung ist eine Besonderheit des deutschen Unternehmensrechts mit weitreichenden Folgen. Gerne wird sie verwechselt mit der sogenannten Kleinunternehmerregelung des Steuerrechts (siehe Kapitel „Welche
Steuern muss ich zahlen?“ ab Seite 31).
Kleingewerbetreibende sind Einzelunternehmen und Gesellschaften bürgerlichen Rechts (GbR), die nach Art und Umfang des Unternehmens einen
in kaufmännischer Weise eingerichteten Geschäftsbetrieb nicht erfordern.
Anhaltspunkte für einen kaufmännisch eingerichteten Betrieb
Der Jahresumsatz (z. B. mehr als 175.000 Euro bei einem Dienstleister)
Die Zahl der Beschäftigten (mehr als fünf)
Das Betriebsvermögen (ab 100.000 Euro)
Das Kreditvolumen (größer 50.000 Euro)
Mehr als eine Niederlassung

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Eintragung im Handelsregister?
Kaufmännische Unternehmen müssen in das Handelsregister eingetragen
werden, Kleingewerbetreibende können sich eintragen lassen. Eintragungspflichtig sind außerdem die Rechtsformen: e. K. (eingetragener Kaufmann),
OHG (offene Handelsgesellschaft), KG (Kommanditgesellschaft), GmbH (Gesellschaft mit beschränkter Haftung), UG (haftungsbeschränkt) (Unternehmergesellschaft haftungsbeschränkt) und AG (Aktiengesellschaft). Bei der
Eintragung in das Handelsregister sind besondere Formalien zu beachten.

Rechtsformfinder
www.ihk-berlin.de/
rechtsformfinder

Gewerbetreibende, die im Handelsregister eingetragen sind, haben eine Firma. Die Firma bezeichnet den Namen eines kaufmännischen Betriebs. Im
Handelsregister eingetragene Unternehmen können eine Personen-, Sachoder Fantasiefirma wählen. So würde aus Ihrem Einzelunternehmen durch
Handelsregistereintragung eine Einzelfirma, zu deren Bezeichnung Sie dann
einen Zusatz wie e. K., e. Kffr. oder e. Kfm. hinzufügen müssen. Beispiele:
Bruckers Buchhandel e. K., Hotel Himmelbett e. Kffr., Putzblitz e. Kfm. (siehe
Kapitel „Wie nenne ich mich?“ ab Seite 26).
Vorteile der Handelsregistereintragung können sein, dass z. B. der Gewerbetreibende seinen Mitarbeitern Prokura erteilen kann, er ohne Nennung des
eigenen Familiennamens unter seinem Firmennamen auftreten darf und ggf.
ein Seriositäts- bzw. Imagegewinn der Unternehmung entsteht. Darüber hinaus kann nur die in das Handelsregister eingetragene Firma verkauft, vererbt
oder verpachtet werden und selbstständige Zweigniederlassungen eröffnen.
Einige Banken, Unternehmen und Fachverbände machen die Aufnahme einer
Geschäftsbeziehung auch von einer Handelsregistereintragung abhängig.
Nachteilig, weil aufwendiger als die Einnahmen-Überschuss-Rechnung, ist

21

Handelsregister-­
eintragung in Berlin
www.ihk-berlin.de/
handelsregistereintragung

die mit der Handelsregistereintragung einhergehende Verpflichtung zur doppelten Buchführung und Bilanzierung nach dem Handelsgesetzbuch (HGB).
Darüber hinaus müssen Kaufleute sich den strengeren Anforderungen des
HGB unterwerfen und z. B. mangelhafte Warenlieferungen umgehend reklamieren, damit Gewährleistungsansprüche erhalten bleiben.

Ausgewählte Rechtsformen und ihre Besonderheiten
Das Einzelunternehmen
Dieses ist die mit Abstand häufigste Rechtsform in Deutschland. Die Gründung ist sehr einfach. Das Einzelunternehmen entsteht mit der Aufnahme
der Tätigkeit, wenn Sie keine andere Rechtsform gewählt haben und allein
gründen. Das Einzelunternehmen wird von seinem Inhaber allein und unabhängig geführt, aber selbstverständlich können Sie Mitarbeiter einstellen.
Das Einzelunternehmen im Profil
E-Training zur
Rechtsformwahl
www.existenz­gruender.de
Stichwort: E-Training
„Rechtsformen“

Für einen einzelnen Gewerbetreibenden geeignet
Es ist kein Mindestkapital erforderlich
Keine Handelsregistereintragung notwendig
Unbeschränkte Haftung des Inhabers (d. h. auch mit dem Privatvermögen)
ggü. Gläubigern des Unternehmens
Kein Firmenname im rechtlichen Sinne (der Vor- und Zuname des Inhabers muss
in der Unternehmensbezeichnung genannt werden)
Gewerbeanzeige und ggf. Genehmigung sind erforderlich

Der eingetragene Kaufmann (e.K.)
Der eingetragene Kaufmann (bzw. die eingetragene Kauffrau) ist ein Einzelunternehmen, das zusätzlich im Handelsregister eingetragen ist. Die Firma des Kaufmanns ist in notariell beglaubigter Form zum Handelsregister
anzumelden (s.o. unter Eintragung im Handelsregister). Der eingetragene
Kaufmann führt das Unternehmen allein und unabhängig, aber selbstverständlich können auch hier Mitarbeiter eingestellt werden.
Der eingetragene Kaufmann im Profil
Für einen einzelnen Gewerbetreibenden geeignet
Es ist kein Mindestkapital erforderlich
Eine Handelsregistereintragung ist notwendig
Unbeschränkte Haftung des Inhabers (d. h. auch mit dem Privatvermögen)
ggü. Gläubigern des Unternehmens

Die Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR)
Die GbR ist die einfachste Form der Teamgründung. Sie entsteht automatisch, wenn mehrere Personen gemeinsam ein wirtschaftliches Ziel verfolgen, z. B. einen Businessplan aufstellen, um gemeinsam unternehmerisch
tätig zu werden. Obwohl kein schriftlicher Vertrag vorgeschrieben ist, sollten Sie mit Ihren Partnern einen solchen verfassen. Andernfalls gelten automatisch die Vorschriften des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB), weshalb
diese Rechtsform auch BGB-Gesellschaft genannt wird. Hinsichtlich der Geschäftsführung der GbR sieht das BGB vor, dass alle Gesellschafter gemeinsam entscheiden und auch gemeinsam das Unternehmen nach außen vertreten. Das bedeutet, dass zum Abschluss eines jeden Rechtsgeschäfts alle
Gesellschafter gemeinsam handeln müssen. Da dies in der Praxis unkomfortabel sein kann, können die Gesellschafter durch einen Gesellschaftsvertrag im Innenverhältnis etwas anderes vereinbaren (z. B. Einzelgeschäftsführungsbefugnis, Einzelvertretungsmacht). Wächst Ihre GbR derart, dass
ein kaufmännischer Betrieb entsteht, wandelt sich Ihre Unternehmensform
kraft Gesetzes in eine OHG. Sie sind in diesem Fall verpflichtet, die OHG in
das Handelsregister eintragen zu lassen.

Rechtsformen
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rechtsformen

Die GbR im Profil
Für mindestens zwei Gewerbetreibende geeignet
Es ist kein Mindestkapital erforderlich
Keine Handelsregistereintragung notwendig
Unbeschränkte Haftung aller Gesellschafter (d. h. auch mit dem Privatvermögen)
ggü. Gläubigern des Unternehmens (gesamtschuldnerische Haftung)
Kein Firmenname im rechtlichen Sinne (die Vor- und Zunamen aller Gesellschafter müssen in der Unternehmensbezeichnung genannt werden, ebenso wie der
Rechtsformzusatz GbR)
Gewerbeanzeige und ggf. Genehmigung ist für jeden Gesellschafter erforderlich

Die offene Handelsgesellschaft (OHG)
Für die Gründung einer OHG braucht es mindestens zwei Gewerbetreibende. Hinsichtlich Geschäftsführung und Vertretung gelten bei der OHG Einzelgeschäftsführungsbefugnis und Einzelvertretungsmacht. Das heißt, alle
Handlungen des „üblichen“ Geschäftsverkehres sind den Gesellschaftern
einzeln erlaubt, den anderen Gesellschaftern steht nur ein späteres Widerspruchsrecht zu. Rechtsgeschäfte können durch die Gesellschafter einzeln
geschlossen werden. Im Gesellschaftsvertrag können hiervon abweichende
Vereinbarungen getroffen werden.

Ein Firmenname im rechtlichen Sinne kann geführt werden
Gewerbeanzeige und ggf. Genehmigung sind erforderlich
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Die OHG im Profil
Für mindestens zwei Gewerbetreibende geeignet
Es ist kein Mindestkapital erforderlich
Eine Handelsregistereintragung ist notwendig
Unbeschränkte Haftung aller Gesellschafter (d. h. auch mit dem Privatvermögen)
ggü. Gläubigern des Unternehmens
Ein Firmenname im rechtlichen Sinne kann geführt werden
Gewerbeanzeige und ggf. Genehmigung ist für jeden Gesellschafter erforderlich

Die Kommanditgesellschaft (KG)
Diese Rechtsform unterscheidet sich von der OHG im Wesentlichen dadurch, dass bei einem oder mehreren Gesellschaftern die Haftung auf einen
bestimmten Geldbetrag beschränkt ist. Diese Gesellschafter werden Kommanditisten genannt. Der voll haftende Gesellschafter heißt Komplementär.
Bei dieser Rechtsform besteht recht einfach die Möglichkeit, die Eigenkapitalbasis durch Aufnahme neuer Kommanditisten zu verstärken, ohne dass
diese Gesellschafter in der üblichen Geschäftstätigkeit mitentscheiden dürfen. Auch hier ist kein schriftlicher Vertrag vorgeschrieben, aber dringend
zu empfehlen.
Die KG im Profil
Für mindestens einen Gewerbetreibenden plus einen weiteren Gesellschafter
geeignet
Es ist kein Mindestkapital erforderlich
Eine Handelsregistereintragung ist notwendig
Unbeschränkte Haftung (d. h. auch mit dem Privatvermögen) ggü. Gläubigern des
Unternehmens durch mindestens einen Komplementär (Vollhafter)
Haftung durch mindestens einen Kommanditisten bis zu seinem Einlagebetrag
Geschäftsführung durch den Komplementär
Ein Firmenname im rechtlichen Sinne kann geführt werden
Gewerbeanzeige und ggf. Genehmigung ist für jeden Komplementär erforderlich

Die Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH)
Nicht zufällig ist die GmbH nach dem Einzelunternehmen die beliebteste
Rechtsform in Deutschland. Grund ist die Haftungsbeschränkung auf das
Gesellschaftsvermögen. Im Falle einer Firmeninsolvenz können die Gläubiger in der Regel nicht auf das Privatvermögen der Gesellschafter, sondern
nur auf das gesamte betriebliche Vermögen, wenigstens also das Stammkapital, zugreifen. Das Mindeststammkapital beträgt 25.000 Euro, wovon bei
Gründung mindestens die Hälfte einzuzahlen ist. Anstelle von Barkapital
können auch Sachwerte eingelegt werden.
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Die GmbH im Profil
Für einen oder mehrere Gewerbetreibende geeignet
Es ist ein Mindestkapital von 25.000 Euro erforderlich
Eine Handelsregistereintragung ist notwendig
Die Firma hat eigene Rechtspersönlichkeit (ist juristische Person)
Keine persönliche Haftung der Gesellschafter (im Regelfall)
Geschäftsführung durch einen Angestellten möglich
Ein Firmenname im rechtlichen Sinne kann geführt werden
Gewerbeanzeige und ggf. Genehmigung ist für die GmbH erforderlich und durch
den Geschäftsführer vorzunehmen

Hinweis: Der Gesetzgeber stellt zum einen ein „Musterprotokoll für die Grün­
dung einer Einpersonengesellschaft“ und zum anderen ein „Musterprotokoll
für die Gründung einer Mehrpersonengesellschaft mit bis zu drei Gesell­
schaftern“ zur Verfügung. Die Gesellschafter können die Gesellschaft auch
durch einen individuell erstellten notariellen Gesellschaftsvertrag gründen.
Wir empfehlen bei einer Gründung einer Mehrpersonengesellschaft einen
auf Ihre individuellen Bedürfnisse zugeschnittenen GmbH-Vertrag. In die­
sem Vertrag können Sie zusätzliche, über den gesetzlich vorgeschriebenen
Mindestinhalt einer GmbH-Satzung hinausgehende Regelungen treffen und
damit potenziellen Meinungsverschiedenheiten zwischen den Gesellschaf­
tern vorbeugen.
Die Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt)
Diese Rechtsform bildet einen Spezialfall der GmbH. Im Wesentlichen gelten auch hier die strengen Vorschriften der GmbH, jedoch beträgt das Mindestkapital bei Gründung nur 1 Euro und es kann ein „Musterprotokoll“ zur
vereinfachten Gründung verwandt werden. Auch hier sollte bei mehr als
einem Gesellschafter die Verwendung des Musterprotokolls gut überlegt
sein.
Das GmbH-Gesetz legt fest, dass in der Bilanz einer UG (haftungsbeschränkt) eine gesetzliche Rücklage gebildet werden muss. In diese muss ein
Viertel des um einen Verlustvortrag aus dem Vorjahr geminderten Jahresüberschusses eingestellt werden. Diese Rücklage ist so lange zu bilden, bis
25.000 Euro erreicht sind und eine GmbH zum Handelsregister angemeldet
werden kann.

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Die UG (haftungsbeschränkt) im Profil
Für einen oder mehrere Gewerbetreibende geeignet
Es ist ein Mindestkapital von 1 Euro erforderlich
Eine Handelsregistereintragung ist notwendig
Die Firma hat eigene Rechtspersönlichkeit (ist juristische Person)
Keine persönliche Haftung der Gesellschafter (im Regelfall)
Geschäftsführung durch einen Angestellten möglich
Ein Firmenname im rechtlichen Sinne kann geführt werden

ALLES FÜR GRÜNDER

Information, Beratung und Anmeldung

Gewerbeanzeige und ggf. Genehmigung ist für die UG (haftungsbeschränkt)
erforderlich und durch den Geschäftsführer vorzunehmen

Die eingetragene Genossenschaft (eG)
Die Gründung einer Genossenschaft setzt drei Gründungsmitglieder voraus.
Es wird wenig oder kein Startkapital benötigt, die Gründung ist relativ einfach und wegen der regelmäßigen Prüfung der Genossenschaften durch den
Prüfungsverband genießt diese Rechtsform den Ruf als „sichere Sache“. Zur
Gründung muss eine schriftliche Satzung ausgearbeitet werden. Eine notarielle Beurkundung ist nicht erforderlich, allerdings prüft der regionale Genossenschaftsverband, ob die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Gründung gegeben sind. Geht diese Prüfung positiv aus, hat das Gründerteam
beste Chancen, z. B. einen Kreditantrag mit positivem Ausgang zu stellen.
Wenn Ihr Team also verbindliche Strukturen wünscht, das Insolvenzrisiko
gering halten möchte und die Begleitung und Prüfung durch einen Verband
eher schätzt, dann ist diese Rechtsform für Sie interessant.
Die eG im Profil
Für mindestens drei Gewerbetreibende geeignet
Es ist kein Mindestkapital erforderlich, allerdings prüft der
Genossenschaftsverband, ob die Eigenkapitalausstattung ausreicht
Eine Eintragung in das Genossenschaftsregister ist notwendig
Die Firma hat eigene Rechtspersönlichkeit (ist juristische Person)
Keine persönliche Haftung der Gesellschafter (im Regelfall)
Geschäftsführung durch einen Vorstand
(bei bis zu 20 Mitgliedern genügt hier eine Person)
Ein Firmenname im rechtlichen Sinne kann geführt werden

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WIE NENNE ICH MICH?
Die Wahl der Unternehmensbezeichnung ist eine Entscheidung
von nicht zu unterschätzender Bedeutung. Eine spätere Änderung des Namens, etwa aufgrund wettbewerbsrechtlicher Unterlassungsansprüche, kann Sie nicht nur teuer zu stehen kommen,
sondern irritiert auch Ihre Kundschaft. Daher sollten Sie alle
rechtlichen Vorgaben beachten, aber auch werbliche Gesichtspunkte nicht vernachlässigen.

Einzelunternehmen und GbR
Als Einzelunternehmer müssen Sie im geschäftlichen Verkehr mit einem
ausgeschriebenen Vornamen und Ihrem Familiennamen auftreten. Branchenbezeichnungen und Tätigkeitsangaben können beigefügt werden, z. B.
„Klara Kunze, Kunsthandel“. Gesellschaften bürgerlichen Rechts müssen alle
Gesellschafternamen (Vor- und Zunamen) aufführen. Darüber hinaus dürfen
Einzelunternehmen und BGB-Gesellschaften sogenannte Etablissementbzw. Geschäftsbezeichnungen benutzen, z. B. „S-Kultur“ für eine Gastronomie oder „Agentur für liebe Briefe“ für einen Schreibservice.
Diese Bezeichnungen sind jedoch nicht Bestandteil des offiziellen Namens
Ihres Unternehmens. Das bedeutet, solche Geschäftsbezeichnungen können,
obwohl zulässig, nicht bei offiziellen Stellen (z. B. Ordnungsamt) eingetragen und auch nicht ausschließlich in Geschäftsbriefen verwandt werden.

Firmen und Firmierung
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Viele Gründer sprechen von ihrer Firma, obwohl ihr Unternehmen genau
genommen gar keine Firma bildet, da es nicht im Handelsregister eingetra-

gen ist. Die Firma ist der Name eines Unternehmens im rechtlichen Sinne,
unter dem ein Unternehmen in das Handelsregister eingetragen ist, im Geschäftsverkehr auftritt sowie Verträge schließt.

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Handelsregister
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Ein Vorteil der Handelsregistereintragung ist, dass die Firma dadurch
zumindest einen regional begrenzten Schutz gegen gleiche oder ähnliche
Firmierungen genießt. Wie eine Firma gebildet wird, regelt das Handelsgesetzbuch (HGB) für alle Rechtsformen nach gleichen Prinzipien.

Schlüsselkriterien zur Bildung einer Firma
Nicht ohne Rechtsformzusatz
Jede Firmierung muss den ihr entsprechenden Rechtsformzusatz enthalten, damit die Haftungsverhältnisse des Unternehmens nach außen sichtbar
sind. Zu diesem Zwecke sind allgemein verständliche Abkürzungen erlaubt.
Etwa e. K. für den eingetragenen Kaufmann oder GmbH für Gesellschaft mit
beschränkter Haftung.
Zur Kennzeichnung geeignet
Firmenbezeichnungen wie etwa „Lederwaren OHG“ oder „Reise KG“ wären
viel zu allgemein. Zulässig wären „Gisbert und Ludwig Gerber Lederwaren
OHG“ oder „Santa Nirgendwo Reise KG“.
Deutlich unterscheidbar
Im Rahmen des Eintragungsverfahrens prüft das Registergericht, ob der
gewählte Firmenname gleich oder ähnlich der Firma eines anderen Unternehmens innerhalb derselben politischen Gemeinde (des Landes Berlin) ist.
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Klar und wahr
Jede Firmierung unterliegt dem Irreführungsverbot. So darf die Firmenbezeichnung keine Angaben enthalten, welche geeignet sein können, die potenziellen Kunden über die wahren geschäftlichen Verhältnisse zu täuschen,
etwa „Deutsche Sicherheit e. K.“ für eine kleine und nur regional tätige
Einzelfirma im Bewachungsgewerbe oder „Hundeglück GmbH“ für einen
Autohandel.
Als Personenfirma
Die Firmenbezeichnung eines Unternehmens kann natürlich auch mit dem
Familiennamen des Inhabers oder den Namen der Gesellschafter gebildet
werden, z. B. „Dahlke & Diez OHG“. Die Hinzunahme von Vornamen kann,
muss hier aber nicht geschehen.
Als Fantasiefirma
Diese kann durch aussprechbare Worte (z. B. „Rollriesen Spedition e. K.“)
oder artikulierbare Buchstaben- und/oder Zahlenkombinationen gebildet
werden (z. B. „BHM24 GmbH“).

ERFOLGREICH
GRÜNDEN IN BERLIN
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Als Sachfirma
Hier wird der Tätigkeitsbereich oder die Branche des Unternehmens durch
Gattungsbegriffe wiedergegeben, z. B. „Handelsgesellschaft mbH“. Einer solchen Firmierung fehlt es jedoch an Kennzeichnung: Sie braucht daher einen
individualisierenden Zusatz, entweder durch eine Buchstaben- oder Zahlenkombination, z. B. „4U Handelsgesellschaft mbH“, oder durch ein Fantasiewort
z. B. „Halligalli Handelsgesellschaft mbH“. Es dürfen also auch Kombinationen aus Sachfirma, Fantasiefirma und Personenfirma gebildet werden.

Was es noch zu beachten gilt
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Über die Regelungen des HGB hinaus entfalten auch wettbewerbs- bzw.
markenrechtliche Vorschriften ihren Schutz. Um rechtzeitig eine Verwechslungsgefahr auszuschließen, sollten Sie vor der Handelsregisteranmeldung
Ihrer Firma durch den Notar selbst ausgiebig recherchieren (z. B. mittels
Suchmaschinen im Internet) und sich mit der für Sie zuständigen IHK in
Verbindung setzen. Falls Sie vorhaben, überregional oder international tätig
zu werden, sollten Sie z. B. einen Markenrechtsanwalt mit einer entsprechenden Recherche beauftragen.

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WELCHE STEUERN
MUSS ICH ZAHLEN?
Steuerlicher Wegweiser
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steuerlicherwegweiser

Keine Bange, es sind nur vier bis fünf Steuerarten, mit denen
Sie sich zumindest grob auskennen müssen. Auch wenn Sie von
Anfang an von einem Steuerberater unterstützt werden, heißt es
„müssen“. Ohne Grundkenntnisse der Besteuerung wird es für Sie
nämlich schwierig, Ihre Leistungen zu kalkulieren und Ihre Geschäftsprozesse zu organisieren.
Diese Steuern muss ich kennen
Umsatz- bzw. Vorsteuer
Einkommensteuer
Lohnsteuer

Gewerbesteuer
Körperschaftsteuer

Im Normalfall gilt bei der Umsatzsteuer die sogenannte Sollbesteuerung:
Sie müssen die Umsatzsteuer abführen, sobald Sie die Rechnung an den
Kunden geschickt haben und nicht erst dann, wenn er sie bezahlt hat. Angehörige der freien Berufe sowie Kleingewerbetreibende können beantragen,
die Umsatzsteuer erst dann anzumelden und abzuführen, wenn die Zahlung
des Kunden eingegangen ist (Istbesteuerung). Diese Regelung gilt auch für
buchführungspflichtige Unternehmen (Kaufleute), wenn deren Gesamtumsatz im vorangegangenen Kalenderjahr 500.000 Euro nicht überschritten
hat. Sollten Sie eine Umstellung von der Soll- auf die Istbesteuerung wünschen, müssen Sie diese bei Ihrem Finanzamt beantragen.

Umsatzsteuer
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umsatzsteuer

Kleinunternehmerregelung
Umsatzsteuer

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Bei fast allen Ein- oder Verkäufen von Dienstleistungen oder Produkten
wird Umsatzsteuer (Mehrwertsteuer) fällig. Ausgenommen sind nur die typischen Umsätze bestimmter Berufsgruppen (z. B. Ärzte, Physiotherapeuten,
Versicherungsmakler) und die Kleinunternehmer, auf deren Umsätze keine
Umsatzsteuer erhoben wird. Als Unternehmer müssen Sie die Umsatzsteuer
Ihren Kunden in Rechnung stellen und im Rahmen der Umsatzsteuervoranmeldung an das Finanzamt abführen. Wenn Sie für Ihr Unternehmen etwas
einkaufen, so wird die von Ihnen bezahlte Umsatzsteuer zur sog. Vorsteuer.
Diese von Ihnen bezahlte Vorsteuer können Sie mit der von Ihnen vereinnahmten Umsatzsteuer verrechnen. Unternehmensgründer sind verpflichtet,
im Jahr der Gründung und dem folgenden Kalenderjahr monatlich eine Umsatzsteuererklärung abzugeben und zwar bis zum zehnten Tag des darauffolgenden Kalendermonats.

Haben Ihre Umsätze im vorangegangenen Kalenderjahr 17.500 Euro nicht
überstiegen und werden sie im laufenden Kalenderjahr voraussichtlich
50.000 Euro nicht übersteigen, fallen Sie unter die sog. Kleinunternehmerregelung. Beginnen Sie Ihren Betrieb während des Jahres, muss der
voraussichtliche Umsatz auf einen Jahresgesamtumsatz hochgerechnet
werden. Da in diesem Fall kein Vorjahresumsatz vorhanden ist, gilt als Umsatzschwelle 17.500 Euro für das Jahr des Geschäftsbeginns, damit Sie als
Kleinunternehmer eingestuft werden. Sie müssen dann keine Umsatzsteuervoranmeldungen abgeben und keine Umsatzsteuer an das Finanzamt abführen. Als Kleinunternehmer dürfen Sie dann aber auf Ihren Rechnungen
auch keine Umsatzsteuer ausweisen. Außerdem können Sie die Vorsteuer
eingehender Rechnungen bei Ihrem Finanzamt nicht geltend machen. Wenn
aufgrund von Investitionsaufwendungen hohe Vorsteuerbeträge anfallen,
sollten Sie daher noch einmal nachrechnen, ob Sie nicht besser auf die Inanspruchnahme der Kleinunternehmerregelung verzichten, auch wenn Sie

Kleinunter­nehmer­
regelung
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umsatzsteuer

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die Umsatzgrenzen einhalten. Für den Verzicht müssen Sie einen Antrag
beim Finanzamt stellen. Dieser Verzicht ist allerdings für fünf Jahre bindend!

Einkommensteuer
Einkommensteuer
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einkommensteuer

Einzelunternehmer und Gesellschafter von Personengesellschaften (GbR,
OHG, KG) zahlen Einkommensteuer. Grundlage für deren Ermittlung sind
die Einkünfte aus unternehmerischer Tätigkeit, i. d. R. der Unternehmensgewinn. Die Einkommensteuer wird grundsätzlich für das Kalenderjahr ermittelt. Bei der Berechnung werden persönliche Freibeträge berücksichtigt
sowie Versicherungsbeiträge für Alter, Krankheit und Unfall als Vorsorgeaufwendungen angerechnet. Verluste werden steuerlich mit Gewinnen
aus anderen Einkunftsarten oder aus anderen Jahren verrechnet. Liegt das
zu versteuernde Einkommen unterhalb des Grundfreibetrages, muss keine
Einkommensteuer gezahlt werden.
Hinweis: Das Finanzamt legt jährlich eine bestimmte Summe fest, die Sie
als Vorauszahlung vierteljährlich überweisen müssen. Wenn Ihr Einkommen
in einem Jahr höher als zunächst erwartet ist, müssen Sie im Folgejahr mit
einer Steuernachzahlung rechnen. Die Steuernachzahlung plus die (neue,
höhere) Einkommensteuervorauszahlung haben schon manchen jungen Un­
ternehmer vor große finanzielle Probleme gestellt. Rechnen Sie daher mit der
Möglichkeit einer Steuernachzahlung und legen Sie das Geld dafür beizeiten
zurück.

rigierte Gewinn eines Unternehmens. Diese Steuer wird vierteljährlich über
eine Gewerbesteuervorauszahlung eingefordert. Von daher gilt für Gründer
auch hier der Hinweis, bei steigenden Gewinnen entsprechende Rücklagen
zu bilden. Natürliche Personen und Personengesellschaften können einen
Freibetrag von 24.500 Euro pro Jahr geltend machen. Außerdem erfolgt eine
pauschalierte Anrechnung der Gewerbesteuer auf die persönliche Einkommensteuer. Kapitalgesellschaften haben keine Anrechnungsmöglichkeit und
keinen Freibetrag. In beiden Fällen aber gilt, dass die Gewerbesteuer keine
Betriebsausgabe ist.

Gewerbesteuer
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gewerbesteuer

Körperschaftsteuer
Für alle Kapitalgesellschaften (z. B. AG, GmbH, UG) gilt die Körperschaftsteuerpflicht. Diese Steuer muss vierteljährlich als Körperschaftsteuervorauszahlung an das Finanzamt abgeführt werden. Besteuert wird auch hier
der Gewinn des Unternehmens. Einbehaltene und ausgeschüttete Gewinne
werden mit dem einheitlichen Körperschaftsteuersatz von 15 Prozent besteuert. Hinzu kommt der Solidaritätszuschlag von 5,5 Prozent der Körperschaftsteuer.

Das Finanzamt
www.existenzgruender.de
Stichwort: Finanzamt

Lohnsteuer
Lohnsteuer
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Die Lohnsteuer ist eine Sonderform der Einkommensteuer. Schuldner der
Lohnsteuer ist zwar der Arbeitnehmer, aber Sie als Arbeitgeber sind verpflichtet, diese bei jeder Lohnzahlung einzubehalten und an das Finanzamt abzuführen. Lohnsteuerzahlungen müssen beim Finanzamt in elektronischer Form vorangemeldet werden. Neben der Lohnsteuer müssen u. a.
auch Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer einbehalten und an das
Finanzamt abgeführt werden.

Gewerbesteuer

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Jeder Gewerbetreibende im Inland unterliegt dieser Steuer. Sie ist die
wichtigste Einnahmequelle der Kommunen zur Finanzierung ihrer öffentlichen Aufgaben und ist in Berlin für alle Bezirke über einen einheitlichen
Gewerbesteuerhebesatz festgeschrieben. Grundlage der Besteuerung ist
der Gewerbeertrag eines Betriebes, d. h. der nach speziellen Vorgaben kor-

35

AN WEN
MUSS ICH DENKEN?
Mit Aufnahme der Selbstständigkeit beginnt für gewerbliche
Gründer ihre Mitgliedschaft in der Handwerks- bzw. der Industrie- und Handelskammer. Für die Erfüllung hoheitlicher Aufgaben, der politischen Gesamtinteressenvertretung und für die
Bereitstellung eines umfassenden Serviceangebots hat der deutsche Gesetzgeber hier eine gesetzliche Mitgliedschaft festgelegt.
Im Rahmen der Urheberrechtssicherung für musikalische Werke
und für die Finanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks
sind für Gründer außerdem die GEMA und der Rundfunkbeitrag
im Blick zu behalten.

Die Handwerkskammer
Betriebsberatung
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Stichwort: Beratung

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Die Handwerkskammer Berlin hält für die Berliner Handwerksbetriebe und
ihre Beschäftigten ein umfangreiches Beratungs-, Bildungs- und Serviceangebot bereit. In zwei Bildungszentren werden vielfältige Kurse zur Weiterbildung und Qualifizierung angeboten. Die Handwerkskammer Berlin repräsentiert die Interessen der Handwerksbetriebe sowie ihrer Beschäftigten
und Lehrlinge. Sie vertritt das gesamte Handwerk in Politik und Öffentlichkeit und setzt sich für positive wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen
für die kleinen und mittleren Unternehmen ein. Die Handwerkskammer
führt die Handwerks- und Lehrlingsrolle, die Verzeichnisse der zulassungsfreien Handwerke sowie der handwerksähnlichen Gewerbe. Sie regelt und
überwacht die berufliche Bildung, vereidigt Sachverständige und ist für die
Zuerkennung der Ausbildungseignung zuständig.
Im Mittelpunkt der kammereigenen Beratung steht die betriebswirtschaftliche Beratung, die sowohl von Existenzgründern als auch von bestehen-

den Betrieben in Anspruch genommen wird. Nach dem Prinzip der Hilfe
zur Selbsthilfe werden im Rahmen von Existenzgründungsberatungen u. a.
Unternehmenskonzepte erstellt, Kapitalbedarfs- und Finanzierungspläne
angefertigt und Tragfähigkeitsprüfungen durchgeführt. Weitere wichtige Inhalte der Existenzgründungsberatung sind die Wahl des geeigneten
Standortes, die Rechtsformentscheidung, die Entwicklung von Markteinführungstechniken, die zu erledigenden Formalitäten sowie Fragen zum
Rechnungswesen und zur Kalkulation.

Mitgliedschaft in der
Handwerkskammer
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Stichwort: Handwerks­
kammerbeitrag

Die Mitgliedschaft in der Handwerkskammer ist mit einer Beitragspflicht
verbunden, die sich neben dem Grundbeitrag an dem erzielten Gewerbeertrag orientiert. Allerdings ist bei der Gründung von Einzelunternehmen
das erste Jahr beitragsfrei und für die Jahre zwei bis vier sind die Beiträge
reduziert, sofern der ermittelte Gewinn aus Gewerbebetrieb 25.000 Euro
nicht übersteigt.

Die Industrie- und Handelskammer (IHK)
Die Arbeit der IHK Berlin ist darauf ausgerichtet, den Wirtschaftsstandort
Berlin im Interesse der ansässigen Unternehmen zu stärken. Dies wird dadurch sichergestellt, dass Unternehmer aus allen Branchen sich ehrenamtlich aktiv in die Arbeit der Kammer einbringen und so die Ausrichtung der
IHK mitbestimmen.

Serviceangebote
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service

Dort, wo staatliche Regelung unvermeidbar ist, übernimmt die IHK hoheitliche Aufgaben. Dies wird am deutlichsten in der beruflichen Ausbildung, wo
die Wirtschaft staatliches Handeln durch Selbermachen ersetzt.
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IHK-Beitrag
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beitrag

Die IHK bietet allen Mitgliedern – auch den zukünftigen – umfassende
Dienstleistungen an. Dabei haben Existenzgründer insbesondere die Möglichkeit, sich frühzeitig im Rahmen einer Einstiegsberatung informieren zu
lassen, welche Schritte beim Beginn der Selbstständigkeit bedacht werden
müssen. Auch bei der Suche nach geeigneten Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten wird Hilfe angeboten. Für den Geschäftsplan kann ein Feedback eingeholt werden, der Bereich Recht und Steuern hilft bei Rechtsfragen weiter.
Für die Erfüllung ihrer Aufgaben erhebt die IHK einen an der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit des Unternehmens orientierten Mitgliedsbeitrag. Sie bleibt so unabhängig vom Staat und dem Wohlwollen einzelner
finanzstarker Unternehmen. Existenzgründer sind in den ersten zwei Jahren beitragsbefreit, wenn ihr Gewinn 25.000 Euro/Jahr nicht übersteigt, sie
Einzelunternehmer und nicht in das Handels- oder Genossenschaftsregister
eingetragen sind.

GEMA
Die Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte (GEMA) ist eine Verwertungsgesellschaft, die in Deutschland
die Aufführungs- und Vervielfältigungsrechte von denjenigen Komponisten, Textdichtern und Verlegern von Musikwerken vertritt, die bei ihr Mitglied sind. Für die öffentliche Aufführung von urheberrechtlich geschützten
musikalischen Werken müssen Lizenzvergütungen an die GEMA abgeführt
werden. Vielerorts ist kleinen Unternehmen unbekannt, dass z. B. bereits die
Einspielung von GEMA-pflichtiger Musik in Telefonanlagen oder zur Untermalung von Telefonansagen in Anrufbeantwortern anmeldepflichtig ist.
Zunehmend an Bedeutung gewinnt auch die Aufwertung von Internetauftritten durch entsprechende akustische Markenführung (Audio-Branding)
unter Einbeziehung von Musik. Auch hier ist die Anmeldepflicht von Musik
zu beachten.

GEMA-Gebühren
www.gema.de/
musiknutzer

Berufsständische Vertretungen
Innungen des
Handwerks
www.hwk-berlin.de
Stichwort: Innungen
Branchen
www.verbaende.com

Vernünftige Rahmenbedingungen für unternehmerisches Handeln, Verbesserung der Wettbewerbsbedingungen, Hilfe für Neueinsteiger auf dem Weg
in die Selbstständigkeit und Unterstützung für Firmen in Engpässen gehören zu den typischen Aufgaben berufsständischer Organisationen. Fast
jede Branche hat heutzutage ihre eigene Vertretung, um extern gegenüber
Politik, Behörden, Gewerkschaften, Medien und Bevölkerung die eigenen
Interessen vertreten zu können.
Teilnahme und Mitgliedschaft sind in der Regel freiwillig und meistens
beitragspflichtig. Im Bereich des Handwerks sind es die Innungen, die im
Namen der unterschiedlichen Gewerke tätig sind. In allen übrigen gewerblichen und freiberuflichen Bereichen sind es die Verbände, welche diese
Funktionen für die Branchen übernehmen.

Rundfunkbeitrag von ARD, ZDF und Deutschlandradio
Berechnung der
Beitragshöhe für Ihr
Unternehmen
www.rundfunkbeitrag.de

38

In Deutschland gibt es eine gesetzliche Rundfunkgebührenpflicht, denn das
Erste, das Zweite, die Dritten Programme und die öffentlich-rechtlichen
Radiosender finanzieren sich größtenteils über die Rundfunkgebühren. Pro
Haushalt gibt es einen pauschalen Beitragssatz für alle Rundfunkgeräte. Der
Beitrag von Unternehmen und Institutionen richtet sich nach der Zahl der
Betriebsstätten, Beschäftigten und Kraftfahrzeuge.
39

WELCHE
VERSICHERUNGEN
BRAUCHE ICH?
Mit der Aufnahme der selbstständigen Tätigkeit verlassen Sie
das bisherige soziale Netz der Arbeitnehmer. Aus diesem Grund
müssen Sie rechtzeitig Vorsorge für Ihren privaten und sozialen
Schutz treffen. Aber auch Ihr Unternehmen ist nicht vor unvorhersehbaren Ereignissen sicher.
Daher ist es ratsam, sich auch gegen betriebliche Schadensfälle abzusichern. Welche Versicherungen Sie in welcher Form und Höhe abschließen
sollten, hängt von Ihren privaten und betrieblichen Bedürfnissen ab. Ermitteln Sie kritisch Ihren tatsächlichen Versicherungsbedarf und vermeiden
Sie Unterversicherungen, denn dann zahlt die Versicherung im Schadensfall
möglicherweise gar nicht. Wichtig ist, dass Sie die größten Risiken zuerst
abdecken und Doppelversicherungen vermeiden.
Hinweis: Verlassen Sie die gesetzliche Krankenversicherung nicht voreilig,
denn eine Rückkehr könnte unmöglich sein. Bedenken Sie, dass Sie als Pri­
vatversicherter z. B. Arztrechnungen vorfinanzieren müssen.

Persönliche Versicherungen
Versicherungen
für Selbstständige –
was ist sinnvoll?
www.ihk-berlin.de/
versicherungen

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Krankenversicherung
In Deutschland ist für alle Bürger eine Krankenversicherung gesetzlich vorgeschrieben. Während Sie als Arbeitnehmer automatisch Mitglied einer
gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) waren, haben Sie als Gründer die
Wahl: Entweder Sie nutzen die Möglichkeit der freiwilligen Weiterversicherung in der GKV oder Sie schließen eine private Krankenversicherung (PKV)
ab. Eine Kombination beider Möglichkeiten kann hinsichtlich des Krankentagegeldes sinnvoll sein. Für die Höhe des Versicherungsbeitrages bei einer

PKV sind Eintrittsalter, Gesundheitszustand und der gewünschte Versicherungsumfang maßgebend. Eine kostenlose Mitversicherung der Familienangehörigen, wie in der GKV, ist hier nicht möglich.
Voraussetzungen zur freiwilligen Versicherung in der GKV
Sie waren vor Beginn der Selbstständigkeit mindestens 12 Monate in der GKV
oder in den vergangenen 5 Jahren mindestens 24 Monate pflichtversichert.
Der Beginn Ihrer Selbstständigkeit liegt maximal drei Monate zurück.

Pflegeversicherung
Es besteht ebenfalls Versicherungspflicht. Freiwillig krankenversicherte Existenzgründer können zwischen einer privaten und gesetzlichen Pflegeversicherung wählen. Achtung: Wer die gesetzliche Pflegeversicherung verlässt, kann als
Selbstständiger dort nicht wieder Mitglied werden!
Rentenversicherung
Die Altersversorgung obliegt grundsätzlich dem Unternehmer selbst. Sie
können in der gesetzlichen Deutschen Rentenversicherung bleiben oder Sie
schließen ersatzweise z. B. eine Lebensversicherung ab. Für Selbstständige
mit nur einem Auftraggeber ist die gesetzliche Rentenversicherung jedoch
Pflicht. Für einige selbstständig Tätige besteht Versicherungspflicht in der
gesetzlichen Rentenversicherung. Dazu zählen beispielsweise Handwerker,
Hebammen, Lehrer, Künstler und Publizisten. Eine Auflistung versicherungspflichtiger Selbstständiger finden Sie im § 2 Sozialgesetzbuch VI. Informationen bietet auch die Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV).

www.deutscherentenversicherung.de
Stichwort:
Existenzgründer

41

Hinweis: Haben Sie in der Vergangenheit schon Jahre in die gesetzliche Ren­
tenversicherung eingezahlt, lohnt sich ein Verbleib zum Mindestbeitragssatz
häufig zur Sicherung Ihrer Ansprüche auf Erwerbsminderungsrente. Spre­
chen Sie darüber mit Ihrem Rentenberater der DRV.
www.deutscherentenversicherung.de
Stichwort:
Versicherungspflicht
Handwerker

www.dguv.de
Infoline:
0800 6050404

www.arbeitsagentur.de
Stichwort: freiwillige
Arbeitslosen­
versicherung

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Handwerkerpflichtversicherung
Wer in einem zulassungspflichtigen Handwerk tätig ist, unterliegt der Rentenversicherungspflicht. Dies betrifft bei Einzelunternehmen alle in der
Handwerksrolle eingetragenen Betriebsinhaber, die eine handwerksrechtliche Qualifikation besitzen. Bei Personengesellschaften gilt dies ebenfalls für
diejenigen Gesellschafter, die über eine handwerksrechtliche Qualifikation
verfügen. Von der Rentenversicherungspflicht können Sie auf Antrag befreit
werden, sofern für 18 Jahre (216 Monate) Beitragszahlungen nachgewiesen
werden können. Junghandwerkern (bis 3 Jahre nach Gründung) kann auf
Antrag eine Halbierung des Regelbeitrages eingeräumt werden (aktuelle
Beitragssätze können bei der Deutschen Rentenversicherung Berlin erfragt
werden). Die Rentenversicherungspflicht gilt nicht für die in die Handwerksrolle nach Anlage B1 der Handwerksordnung (zulassungsfreie Handwerke)
eingetragenen Handwerker und das handwerksähnliche Gewerbe.
Unfallversicherung / Berufsgenossenschaften
In bestimmten Branchen gibt es für Unternehmer eine Pflicht zur Mitgliedschaft in der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV). Träger
dieser Unfallversicherung sind die Berufsgenossenschaften. Ob Sie als Unternehmer Pflichtmitglied sind, ist in der jeweiligen Satzung der Berufsgenossenschaft festgelegt. Diese gesetzliche Versicherung hilft nur nach
einem Unfall im Beruf. Eine private Unfallversicherung kann als Alternative
oder zur Ergänzung der DGUV sinnvoll sein, insbesondere wenn keine Berufsunfähigkeitsversicherung besteht.
Freiwillige Arbeitslosenversicherung
Unternehmer sind nicht verpflichtet, sich für den Fall der Arbeitslosigkeit
zu versichern. Selbstständige können jedoch bei der Bundesagentur für
Arbeit eine freiwillige Weiterversicherung in der Arbeitslosenversicherung
beantragen. Folgende Voraussetzungen sind erforderlich: Die Tätigkeit muss
mindestens 15 Stunden wöchentlich ausmachen und innerhalb der letzten
24 Monate vor Aufnahme der Tätigkeit muss der Antragsteller mindestens
12 Monate sozialversicherungspflichtig beschäftigt gewesen sein. Der Antrag muss innerhalb von drei Monaten nach Aufnahme der selbstständigen
Tätigkeit gestellt werden.

Versorgungswerk des Handwerks
Sofern Sie eine lückenlose Versorgung für sich und Ihre Familie im Alter anstreben, ist es wichtig, frühzeitig mit einer bedarfsgerechten Ergänzung Ihres
Versicherungsschutzes zu beginnen. Als selbstständiger Handwerker haben
Sie die Möglichkeit, sich und Ihre Familie über das Versorgungswerk zu besonders günstigen Bedingungen abzusichern.

www.hwk-berlin.de
Stichwort:
Versorgungswerk

Betrieblicher Versicherungsschutz
Für die meisten Gewerbe besteht keine Pflicht zu einem betrieblichen Versicherungsschutz. Es gibt jedoch Ausnahmen, da für einige Gewerbearten
Versicherungen gesetzlich vorgeschrieben sind. Fragen dazu beantworten
die IHK Berlin oder die HWK Berlin. Die folgende Liste ist nicht abschließend. Je nach individueller Situation des Betriebes sind ggf. weitere Versicherungen ratsam, die hier nicht aufgeführt sind. Generell sollten Sie vor
jedem Versicherungsabschluss mehrere Angebote eingeholt und verglichen
haben.
Betriebshaftpflichtversicherung
Die Betriebshaftpflichtversicherung deckt Personen- und Sachschäden sowie auf ihnen beruhende Vermögensschäden, die von der Betriebsstätte,
dem Unternehmer oder seinen Betriebsangehörigen bei der betrieblichen
Tätigkeit verursacht werden. Die erweiterte Produkthaftpflichtversicherung
ist eine Zusatzdeckung innerhalb der Betriebshaftpflichtversicherung. Diese
Erweiterung ist insbesondere für Hersteller bzw. Quasihersteller von Rohoder Zwischenprodukten erforderlich (Quasihersteller ist ein Verkäufer, der
durch das Anbringen seines Namens oder seines Warenzeichens den Eindruck vermittelt, er sei selber Hersteller).
Gebäudeschutz- und Sachversicherung
Mit der Feuer-, Wasser-, Sturm- und Glasbruch- sowie Einbruchdiebstahlversicherung versichern Sie das Anlage- und Umlaufvermögen Ihres Betriebes gegen Schäden aus Verlust oder Beschädigung.
Betriebliche Rechtsschutzversicherung
Die betriebliche Rechtsschutzversicherung deckt Kosten aus rechtlichen
Auseinandersetzungen mit Dritten. Zu denken wäre hier z. B. an den Verkehrs-, Schadenersatz-, Straf-, Arbeits- und Sozialgerichtsrechtsschutz. Der
Umfang der für Sie passenden Police hängt stark von Ihren unternehmerischen Risiken ab. Prüfen Sie Ihren Bedarf entsprechend.

43

Betriebsnummern­
service der Bundesagentur für Arbeit
www.arbeitsagentur.de

Einstellung eines
Mitarbeiters – Hinweise
für Arbeitgeber
www.ihk-berlin.de/
mitarbeitereinstellen

Minijob-Zentrale
www.minijob-zentrale.de

44

Betriebsunterbrechungsversicherung
Sollte Ihr Betrieb aufgrund besonderer Ereignisse oder Schadensfälle
zwangsweise stillgelegt werden (Wasserschaden, Feuer), übernimmt die Betriebsunterbrechungsversicherung in bestimmtem Rahmen die Kosten bis
zur Weiterführung des Betriebes und den Gewinnausfall.

Notfall-Handbuch für Unternehmen

Sozialversicherungen für die Arbeitnehmer

Das „Notfall-Handbuch für Unternehmen“ schafft hier Abhilfe. Es lotst den Inhaber Schritt für Schritt durch die Notfallplanung und stellt sicher, dass nichts wichtiges in Vergessenheit gerät.

Die Sozialversicherungen für die Arbeitnehmer bestehen aus der Arbeitslosenversicherung, Krankenversicherung, Unfallversicherung, Rentenversicherung und Pflegeversicherung. Sobald ein Arbeitgeber eine Person einstellt,
benötigt er unabhängig von der Höhe des Arbeitsentgeltes eine Betriebsnummer. Unabhängig von der Beschäftigtenzahl wird nur eine Betriebsnummer je Unternehmen erteilt. Die Betriebsnummer kann auf der Internetseite der Bundesagentur für Arbeit online beantragt werden.
Unter dieser Betriebsnummer sind alle Meldungen an die Krankenkasse
(z. B. Anmeldung, Abmeldung, Meldung bei Unterbrechung der Beschäftigung, Jahresmeldung zum 31.12., Meldung geringfügig Beschäftigter, etc.)
vorzunehmen. Als Arbeitgeber sind Sie verpflichtet,der Krankenkasse des
Arbeitnehmers mitzuteilen, dass dieser mit Ihnen in einem Beschäftigungsverhältnis steht. Durch die Unfallversicherung wird der Arbeitnehmer gegen
Arbeitsunfälle, Wegeunfälle usw. finanziell abgesichert. Träger der Unfallversicherung ist die zuständige Berufsgenossenschaft. Die Beiträge dazu
zahlt ausschließlich der Arbeitgeber, der die Arbeitnehmer innerhalb einer
Woche nach Einstellung bei der Berufsgenossenschaft anzumelden hat.
Geringfügig oder kurzfristig Beschäftigte müssen bei der Minijob-Zentrale
angemeldet werden.

Wenn der Chef ausfällt, ist der Betrieb oft führungslos, wichtige Informationen sind nicht auffindbar, Verantwortlichkeiten und Entscheidungsbefugnisse sind nicht mehr klar - im
schlimmsten Fall, ist das Unternehmen handlungsunfähig.

www.ihk-berlin.de/notfall-handbuch

WIE PLANE ICH?
Sie haben sich mit Ihrer Person kritisch auseinandergesetzt und
für sich erste Antworten gefunden (z. B.: „Ich gründe besser im
Team“). Sich selbst und Ihre Geschäftsidee haben Sie auch formal
eingeordnet (z. B.: „Ich werde geschäftsführender Gesellschafter
einer GmbH“). Sie wissen nun ebenfalls um den unvermeidlichen
bürokratischen und finanziellen Aufwand eines Geschäftsbetriebs
(z. B.: durch Genehmigungen, Steuern, Abgaben und Versicherungen). Nun gilt es, die Einzelteile Ihres Gründungsvorhabens so in
Form und Verhältnis zueinander zu bringen, dass ein tragfähiges
„Geschäftsgebäude“ entsteht.

Vom Geschäftsmodell zum Businessplan
Mit Ihrem Geschäftsmodell erklären Sie in stark vereinfachter Form,
welche Ressourcen (Finanzen, Sachmittel, Personen) in Ihre Unternehmung
eingebracht werden und wie diese durch den innerbetrieblichen Leistungserstellungsprozess in marktfähige Produkte und Dienstleistungen überführt
werden. Formulieren Sie bitte „kurz und knackig“ Ihr Geschäftsmodell und
tragen Sie dieses bei möglichst vielen Gelegenheiten anderen Menschen
vor.

46

Inhaltlich sollten folgende „Eckpunkte Ihres Geschäftsgebäudes“ beschrieben sein:
Wesentliche Elemente eines Geschäftsmodells
Ziele:
Welchen Nutzen stiftet die Geschäftstätigkeit?
Was ist die Idee? Wer sind die zahlungsbereiten Nutznießer?
Welcher Erfolg (z. B. Umsatz, Gewinn, Marktanteil) wird kurzfristig und langfristig
aus welchen Quellen (Produkten, Dienstleistungen) angestrebt?
Instrumente:
Mit welchen konkreten Maßnahmen wollen Sie Ihre Ziele erreichen?
Welche Ressourcen stehen zur Verfügung oder werden noch benötigt?
Welche besonderen Erfolgsfaktoren (Innovationen, Spezialwissen etc.)
kennzeichnen Ihre Unternehmung?
Daten:

Businessplan

Welche Restriktionen (Einschränkungen) bestimmen Ihr Aktionsfeld und wie
gehen Sie damit um? (Wichtige Einflussgrößen, die Sie nicht direkt ändern
können, z. B. Gesetze, Kundengewohnheiten, Wettbewerber.)

online erstellen
www.gruendungs
werkstatt-berlin.de

Während das Geschäftsmodell die wichtigsten Eckpunkte Ihres gedanklichen „Geschäftsgebäudes“ darstellt, muss Ihr Businessplan diese Punkte
nun konstruktiv miteinander verbinden, also gewissermaßen „Fundamente,
Decken und Wände“ einziehen. Ebenso sorgfältig, wie Sie es sich bei dem
Bau Ihres Hauses wünschen würden, sollten Sie bei der Erstellung Ihres
Businessplanes vorgehen. Nur ein gelungenes Unternehmenskonzept überzeugt seine Leser von der Tragfähigkeit Ihrer Gründungsidee.
47

Funktionen eines Businessplanes
Planungshilfe für den Gründer
Überzeugungshilfe für mögliche Partner, Kapitalgeber, Berater
Kontrollhilfe für den Gründer und andere am Gründungsprozess Beteiligte

Hinweis: Finger weg vom vorgefertigten Businessplan! Es gibt ihn als Down­
load im Internet oder als Dreingabe beim Gründerseminar und er ist in der
Regel untauglich. Weder ist es Ihre Gründung, die dort beschrieben wird,
noch trägt dieser Plan Ihre Handschrift. Damit ist er für Sie wertlos und für
Außenstehende erst recht. Ihr Unternehmenskonzept braucht wenigstens
zwei bis drei 40-Stunden-Wochen Ihrer Arbeitszeit!
Wenn Sie unsicher sind, welche Form Ihr Businessplan haben soll, überlegen Sie, wer den Businessplan lesen wird (z. B. eine Bank, ein Investor,
die Agentur für Arbeit oder die Jury eines Wettbewerbs). Je nach Adressat
sollten Sie den Businessplan anpassen. Neben dem klassischen Businessplan
mit Textteil und Finanzplanung sind oftmals auch andere Formen möglich:
Häufig werden beispielsweise das Business Model Canvas oder ein Elevator
Pitch als Grundlage für die Darstellung eines Geschäftskonzeptes gewählt.
Wenn Sie sich nicht sicher sind, können Sie häufig Ihren Adressaten direkt
fragen, welche Form der Businessplan haben sollte.

Wie beginne ich meinen Businessplan?
Versetzen Sie sich in den Leser Ihres Unternehmenskonzepts: Er hat wahrscheinlich wenig Zeit, darum wird er sich zunächst in aller Kürze einen Eindruck von Ihrem Papier verschaffen wollen. Oft bedeutet das: Er überfliegt
Inhaltsangabe und Zusammenfassung, schaut auf Ihren Lebenslauf, kurz in
Ihr Zahlenwerk und schon hat Ihr potenzieller Leser sich eine Meinung gebildet. Das bedeutet: Sorgen Sie für einen optimalen ersten Eindruck!
Formulieren Sie den Businessplan in Ihren eigenen Worten. Schreiben Sie
kurze, einfache Sätze. Wichtiger als ein toller Text ist eine gute Recherche.
So, wie auch die fundierte Herleitung Ihrer Planzahlen die Voraussetzung
für ein brauchbares Zahlenwerk ist und damit wichtiger als „schöne Zahlen“.
Zeigen Sie, dass Sie Ihre Idee sorgfältig durchdacht und an der Realität
geprüft haben!

48

So macht Ihr Businessplan einen guten ersten Eindruck
Ermitteln Sie den richtigen Ansprechpartner und adressieren Sie die Unterlage
entsprechend.
Geben Sie nur vollständige Unterlagen ab. Falls die Bank, die Behörde, der Berater
oder wer auch immer Vorgaben gemacht hat, erfüllen Sie diese.
Erstellen Sie eine attraktive Unterlage: sauber, sortiert und angemessen gestaltet.
Schreiben Sie eine bestmögliche Zusammenfassung (Executive Summary).

Was gehört in meinen Businessplan?
Detaillierte Vorschläge zu inhaltlichen Gliederungspunkten eines Unternehmenskonzepts finden Sie in den angehängten Linktipps und in der
einschlägigen Literatur. Hier soll stattdessen auf die wichtigsten Aspekte
und häufigsten Versäumnisse innerhalb der groben Gliederung hingewiesen
werden. Ganz allgemein gilt, dass nicht jeder Gliederungspunkt für jedes
Gründungsvorhaben gleich wichtig ist. Ähnliches trifft auch für den Umfang
Ihrer Unterlage zu: Es gibt kein Standardmaß. Allerdings sind weniger als
zehn Seiten Textteil (Zeilenabstand 1, Schriftgröße 11) schon sehr schlank,
weniger als sechs Seiten mager. Hinzukommen selbstverständlich noch der
Zahlenteil und ggf. ein Anhang.

Was gehört in
Ihren Businessplan?
www.existenzgruender.de
Stichwort: Businessplan

Die Zusammenfassung / Executive Summary
Hier müssen Sie Ihre Glanzlichter setzen. In der Zusammenfassung Ihres
Gründungsvorhabens sollten Sie die vorteilhaften Besonderheiten Ihrer
Unternehmung hervorheben. Wenn Sie mögen, formulieren Sie werbliche
Behauptungen, aber belegen Sie diese dann auch in den folgenden Gliederungspunkten. Die wichtigsten Informationen in der Zusammenfassung
sind: die Geschäftsidee, die Kompetenz des Gründungsteams, der Kundennutzen, die verkaufsfördernden Alleinstellungsmerkmale (USP, engl., unique
selling proposition), das Umsatz- und Renditepotenzial, die Rechtsform und
der Kapitalbedarf. Die Grundidee ist: Allein auf der Grundlage der Zusammenfassung sollte der Leser sich schon für oder gegen ein Engagement entscheiden können.
Die Gründerperson / -en
Machen Sie dem Leser deutlich, was Sie oder das Team für die anstehenden
Aufgaben besonders qualifiziert. Ganz entscheidend sind kaufmännische
und branchenspezifische Kenntnisse, die Sie durch Lebenslauf und Zeugnisse belegen.

49

Die Geschäftsidee
Stellen Sie überzeugend dar, was an Ihrer Leistung neu, besser, nützlich
und vor allem auch längerfristig nachgefragt ist. Bedenken Sie: Billiger bei gleicher Qualität - ist zwar auch besser, genügt aber langfristig häufig
nicht. Sie müssen mit Ihrer Leistung einen sehr deutlichen Abstand zum
Wettbewerb schaffen können, damit Sie eine gute Überlebenschance haben.
Die Marktübersicht
Demonstrieren Sie Ihre Marktkenntnis. Stellen Sie z. B. Ihre mögliche Kundschaft plastisch dar, nicht nur nach Alter, Geschlecht und Einkommen, sondern auch nach ihren Typen („Student“, „Manager“, „Rentner“) und Verhalten („angepasst“, „extravagant“). Zeigen Sie entsprechend, dass Sie auch
Ihre Konkurrenz kennen und ernst nehmen.
Das Marketing
Formulieren Sie Ihre Leistungen als kalkulierte Produkte (auch wenn es
Dienstleistungen sind, schnüren Sie z. B. mit Preisen versehene „Servicepakete“). Beschreiben Sie Ihre Kosten, Preise und Absatzmengen verteilt auf
Ihre Leistungen. So weiß der Leser, auf welchen Erwägungen Ihr Zahlenwerk aufbaut. Schildern Sie Ihre Vertriebswege. Zählen Sie für Ihre Werbung
nicht nur Werbemittel (Flyer, Website etc.) auf, sondern beschreiben Sie
Werbeideen und Inhalte. Schätzen Sie Ihre Werbekosten und die Auswirkung der Werbung auf Ihren Umsatz.

Unterlage. Vergessen Sie die Aufstellung Ihrer Lebenshaltungskosten nicht.
Erläutern Sie Ihre Zahlen, sofern Sie das nicht schon im Textteil getan haben. Recherchieren Sie für Vergleichszahlen bei Verbänden, Beratungsunternehmen und Kreditinstituten. Falls Sie dort nicht fündig werden, machen
Sie einfache Schätzungen auf eigene Faust.
Die Anlagen
Falls Sie Ihren Lebenslauf nicht schon in dem Punkt „Gründungsperson“
dargestellt haben, fügen Sie diesen als Anlage ein. Vergessen Sie nicht
die wichtigsten Zeugnisse. Hierhin gehören ebenfalls schon bestehende
Verträge bzw. Vertragsentwürfe (Mietvertrag, Kooperationsvereinbarungen,
Gesellschaftsverträge etc.) sowie Marktanalysen, Schutzrechte usw.
Was ist ein „Elevator Pitch“?
Die Idee kam in den 1980er-Jahren in Vertriebsschulungen in Amerika
auf und gehört heute zum festen Repertoire eines guten Verkäufers. Es
geht darum, in maximal 60 Sekunden (einer längeren Aufzugfahrt) sein
Gegenüber für ein Produkt oder Projekt zu interessieren. Zu diesem Zweck
sollten Sie trainieren, Ihr Anliegen kurz, verständlich und einnehmend
vorzutragen. Sehr nützlich für das Bankgespräch, die Kundenwerbung,
Vorstellungsrunden und viele andere Situationen!

Die Organisation der Unternehmung
Was häufig vernachlässigt wird: Auch und gerade ein „Einzelkämpfer“ muss
sich organisieren. Stellen Sie dar, wie viel Zeit für welche Tätigkeit geplant
ist. Ansonsten: Sind Kenntnisse und Qualifikationen im Team richtig verteilt? Wer ist in einem Team für was verantwortlich und hat wem was zu
sagen?
Die Chancen und Risiken
An diesem Punkt kann der erfahrene Leser von Businessplänen besonders
gut sehen, wie fundiert Sie sich mit der Materie befasst haben. Beantworten Sie daher möglichst genau folgende Fragen: Welche Stärken passen zu
welchen Chancen? Welchen Gefahren kann mit welchen Stärken begegnet
werden? Wie können Schwächen zu Stärken entwickelt werden? Wie können wir uns vor Schäden durch Schwächen schützen?

50

Die Finanzierung
Arbeiten Sie hier so detailliert wie möglich und belegen Sie Ihre Zahlen so
weit wie möglich. Holen Sie z. B. für geplante Anschaffungen, Umbauten
oder externe Dienste Angebote ein und packen Sie diese in den Anhang der

51

WOMIT MUSS ICH
RECHNEN?
Wer sich mit seiner eigenen Geschäftsidee selbstständig macht,
ist in der Regel an einem dauerhaften Bestehen seiner Unternehmung interessiert. Um dieses Ziel auch tatsächlich zu erreichen,
sollten Sie im Vorfeld der Existenzgründung sorgfältige wirtschaftliche Planungen anstellen.
Achtung, falls Sie einen Kreditantrag stellen wollen: Unterschreiben Sie im
Zusammenhang mit Ihrer Firmengründung keine verbindlichen Verträge und
gehen Sie auch keine sonstigen finanziellen Verpflichtungen ein (z. B. Mietvertrag, Warenbestellungen), bevor Sie Ihre Finanzierungszusage haben!
Fragen der Kalkulation, der Rentabilität, der Finanzierung des Kapitalbedarfs und der Liquiditätssicherung sollten vorab geklärt werden. Welche
Investitionen sind zu tätigen? Wie hoch ist der zu erwartende Umsatz und
Gewinn in den ersten Jahren nach der Gründung? Ist zu jedem Zeitpunkt die
Zahlungsfähigkeit, die Liquidität des Unternehmens gewährleistet?
Businessplan
online erstellen
www.gruendungs
werkstatt-berlin.de

Hinweis: Die hier dargestellten Rechnungen dienen nur der Erläuterung der
notwendigen Elemente des Zahlenwerkes eines Businessplans. Für Ihren
Zahlenteil erstellen Sie bitte ausführlichere und detailliertere Tabellen. Pla­
nungshilfen hierzu finden Sie u. a. in der Gründungswerkstatt, bei Banken
und Sparkassen und im Internet.

Kapitalbedarfs- und Investitionsplanung

52

Die Gründung eines Unternehmens ist in aller Regel mit Kosten und Ausgaben verbunden. Das vorhandene Eigenkapital ist für die Finanzierung
häufig nicht ausreichend, zusätzliche Finanzierungsmöglichkeiten sind

zu erschließen. Um eine solide Finanzierung zu ermöglichen, benötigen
Sie eine detaillierte Kapitalbedarfs- und Investitionsplanung, aus welcher
der kurzfristige und langfristige Kapitalbedarf ersichtlich wird. Die Trennung in kurzfristig und langfristig ist erforderlich, da ggf. unterschiedliche Finanzierungsinstrumente in Betracht kommen. Der langfristige
Kapitalbedarf ergibt sich aus der Investitionsplanung, in der Sie sämtliche
für die Betriebsaufnahme erforderlichen Investitionen mit den entsprechenden Anschaffungspreisen oder Kosten auflisten. Nach Möglichkeit sollten
Kostenvoranschläge, Preislisten oder auch Wertgutachten zugrunde gelegt
werden. Ist dies nicht möglich, behelfen Sie sich vorerst mit Schätzungen:

Was gehört in
Ihren Businessplan?
www.existenzgruender.de
Stichwort: Businessplan

Investitionsplan
Grundstück
Gebäude
Baumaßnahmen
Baunebenkosten
Werkstattgrundausstattung
Maschinen, Geräte etc.
Fahrzeuge
Büroausstattung
Materialerstausstattung
Warenerstausstattung
Sonstiges

€
€
€
€
€
€
€
€
€
€
€

= langfristiger Kapitalbedarf

€

+
+
+
+
+
+
+
+
+
+

53

Die ersten Wochen und Monate nach der Betriebsaufnahme sind in aller
Regel dadurch gekennzeichnet, dass den anfallenden Betriebskosten und
Ausgaben zunächst keine entsprechenden Einnahmen gegenüberstehen,
da zwischen ersten Auftragseingängen, der Auftragsabwicklung sowie den
ersten Zahlungseingängen meist eine erhebliche Zeitspanne verstreicht. Der
Betriebsmittelbedarf für diese Anlaufzeit (also z. B. Löhne, Gehälter, Mieten, Versicherungen, Werbung, Zinsen, Kredittilgung, aber auch die privaten
Aufwendungen) stellt Ihren kurzfristigen Kapitalbedarf dar. Dieser ist entweder über Eigenkapitalreserven, über einen Kontokorrentkredit (Überziehungskredit) der Hausbank oder über eine Betriebsmittelfinanzierung mit
fester Laufzeit zu bestreiten. (Zur Ermittlung des kurzfristigen Kapitalbedarfs siehe „Liquiditätsplanung“ Seite 54.)
langfristiger Kapitalbedarf
+ kurzfristiger Kapitalbedarf

€
€

= Gesamtkapitalbedarf

€

Nachdem Sie Ihren Gesamtkapitalbedarf festgestellt haben, müssen Sie diesen optimal finanzieren. Häufig stehen öffentlich geförderte Kredite oder
Programme für Existenzgründer zur Verfügung. Um sicherzustellen, dass die
aus der Fremdfinanzierung erwachsenden Zins- und Tilgungsbelastungen
nicht die wirtschaftliche Tragfähigkeit Ihres Betriebes übersteigen, ist die
Kapitaldienstgrenze zu ermitteln.

Die Rentabilitätsvorschau
Dies ist eine Gewinn- und Verlustrechnung auf Prognosebasis. Sie dient
der Klärung, ob sich mit dem zu erwartenden Jahresumsatz ein nach Abzug sämtlicher betrieblicher Kosten ausreichender Gewinn erwirtschaften
lässt oder umgekehrt: Wie hoch muss der jährliche Umsatz sein, damit der
Betrieb wirtschaftlich tragfähig ist und Sie von dem erzielten Gewinn auch
leben können.

So ermitteln Sie Ihre jährlichen privaten Ausgaben:
allgemeiner Lebensunterhalt
(Essen, Kleidung, Freizeit)

€

private Miete, sonstige Belastungen
+ für Wohnung oder Haus (inkl. Nebenkosten)

€

+ Kfz / Bus und Bahn

€

+ Telefon, Rundfunk, TV

€

+ Urlaub

€

+ Rentenversicherung
+ Krankenversicherung
+ Lebensversicherung

€
€
€

Aufwendungen für Privatdarlehen
+ oder sonstige Verpflichtungen

€

voraussichtl. Einkommen-, Kirchensteuer
+ und Solidaritätszuschlag

€

+ Sonstiges (z. B. Unterhaltszahlungen)
= jährliche private Ausgaben

€

Die privaten Ausgaben stellen Ihren unbedingt zu erzielenden Mindestgewinn dar. Als Einzelunternehmer leben Sie vom Gewinn, also dem, „was
unterm Strich bleibt“. Falls Sie eine GmbH gründen, bedenken Sie, dass Sie
als angestellter Gesellschafter-Geschäftsführer ein Gehalt und vielleicht
zusätzlich einen Gewinn- oder Umsatzanteil von der GmbH beziehen.. Sie
bestreiten Ihre privaten Aufwendungen dann nicht aus dem Unternehmensgewinn, sondern von dem Ihnen von der GmbH gezahlten Gehalt, das Ihre
privaten Aufwendungen abdecken sollte.

Bedenken Sie, dass bei gleichem Lebensstandard der Gewinn als Einkommen
des Selbstständigen deutlich über dem Einkommen eines Arbeitnehmers
liegen muss: Sämtliche Kosten Ihrer sozialen Sicherung, also der Altersversorgung, der Krankenversicherung, der Unfallversicherung etc. tragen
Sie als Selbstständiger allein. Prüfen Sie im Falle der Gründung aus der
Arbeitslosigkeit, ob eine Förderung über Ihre Arbeitsagentur oder JobCenter
möglich ist.

54

55

Ausgangspunkt für die Erstellung der Rentabilitätsvorschau ist eine Schätzung des zu erwartenden Jahresumsatzes.
Rentabilitätsvorschau
(Jahresrechnung; Netto, also ohne Umsatz- und Vorsteuer)
Umsatz
aus Dienstleistungen
+ aus Handel
+

aus Lizenzen, Provisionen, ...

= Gesamtumsatz
Kosten
- Materialeinsatz
- Handelswareneinsatz
=
-

Rohgewinn I
Bruttolöhne und -gehälter
GmbH-Geschäftsführergehalt
Personalnebenkosten (Sozialabgaben)

= Rohgewinn II
Sonstige Kosten
- Miete/Pacht
- Heizung/Energie

56

€
€
€
€
€
€
€
€
€
€
€
€
€

-

Kfz-Kosten

-

Postkosten
Versicherung, Gebühren, Beiträge
Steuer- u. Rechtsberatung
Werbung
Fremdkapitalzinsen
sonstige Kosten

-

geringwertige Wirtschaftsgüter, Reparaturen
und Instandhaltung

€

-

AfA (Abschreibungen) für Kfz, Maschinen,
Ausrüstung, Gebäude

€

=

Reingewinn

€

€
€
€
€
€
€
€

Der ermittelte Reingewinn drückt die voraussichtliche Rentabilität Ihres
Betriebes aus. Da aber neben der Rentabilität ebenfalls die Liquidität des
Betriebes (also die Höhe der tatsächlich erwirtschafteten Finanzmittel in
einer Periode) von Bedeutung ist, werden die kalkulatorischen Abschreibungen (AfA), die zwar als Kosten zu erfassen sind, aber keine unmittelbaren
Ausgaben verursachen, dem Reingewinn hinzugerechnet:
Reingewinn
+ Abschreibungen

€
€

= Cashflow

€

Von diesem sogenannten Cashflow, der vor allem von Banken als wichtiges
Beurteilungskriterium bei der Kreditvergabe herangezogen wird, müssen Sie
Ihren Lebensunterhalt, Ausgaben für Investitionen und die Kredittilgung bestreiten. Bei einer GmbH ist die Lebenshaltung allerdings bereits von Ihrem
Geschäftsführergehalt gedeckt, muss also nicht aus dem Cashflow finanziert werden.
Gleichzeitig können Sie mithilfe des Cashflows Ihre individuelle Kapitaldienstgrenze als maximal wirtschaftlich tragbare Belastung aus Zinsen und
Tilgung und damit die Höchstgrenze für die Fremdfinanzierung ermitteln:
Reingewinn
+ Abschreibungen
+ Fremdkapitalzinsen
+ Lebensversicherung

€
€
€
€

=
+
=

€
€
€
€
€

erweiterter Cashflow
sonstige Einnahmen
private Aufwendungen
Einkommen-, Gewerbe- und Kirchensteuer
Kapitaldienstgrenze

57

Die Liquiditätsplanung
Der Cashflow beschreibt ausschließlich die durch den Betrieb erwirtschafteten flüssigen Finanzmittel. Die Liquidität kann aber ebenfalls durch andere Mittel, wie Darlehen, Privateinlagen, Zinserträge oder Sonstiges, erhöht
oder gesichert werden. Da die tatsächlich vorhandene betriebliche Liquidität über die jederzeitige Zahlungsfähigkeit und die Erfüllung von Zahlungsverpflichtungen Ihres Betriebes entscheidet, muss sie sorgfältig geplant sein. Kurzfristige Zahlungsunfähigkeit kann zu erheblichen Problemen
mit Gläubigern bei der Auftragsvorfinanzierung usw. führen. Längerfristige
Zahlungsunfähigkeit führt zur Insolvenz!
Finanzierungs­tabellen
für Ihren Businessplan
www.gruendungs
werkstatt-berlin.de
Menüpunkt: Planung

Gerade bei der Existenzgründungsplanung wird diesem Aspekt häufig zu
wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Um den Finanzierungsbedarf für die Anlaufphase zu ermitteln (also den kurzfristigen Kapitalbedarf), erstellen Sie
einen Liquiditätsplan, der die verfügbaren liquiden Mittel den Ausgaben
gegenüberstellt, und zwar einschließlich der für die private Lebensführung
erforderlichen Beträge.

www.b-p-w.de
Menüpunkt: Downloads

In den meisten Fällen werden in der Anlaufphase die verfügbaren Mittel die Ausgaben nicht abdecken können, sodass sich eine Unterdeckung
ergibt. Diese sollte über einen Kontokorrent- oder Betriebsmittelkredit der
Hausbank ausgeglichen werden, den Sie entsprechend dem Liquiditätsplan
beantragen. Warten Sie mit der Beantragung nicht, bis der Bedarf tatsächlich eintritt. Aus der Liquiditätsnot heraus lässt es sich nur schlecht mit der
Bank verhandeln!

LIQUIDITÄTSPLAN (in Euro)
A | Liquide Mittel
Kassenbestand
Bankguthaben
Überdeckung Vormonat
B | Einnahmen
Umsatzerlöse
Darlehen/sonst. Einnahmen
Privateinzahlungen

1. Monat 2. Monat 3. Monat 4. Monat 5. Monat 6. Monat

A + B = verfügbare Mittel
C | Ausgaben
Materialeinsatz
Wareneinsatz
Fremdleistungen
Bruttolöhne / -gehälter
Personalnebenkosten
Miete/Energie
Instandhalt. / Reparat. / GWG*
Kfz-Kosten
Versich. / Beiträge / Gebühren
Rechts- / Steuerberatung
Werbung/Reisekosten
sonstige Kosten
Fremdkapitalzinsen
Tilgung
Steuern
Zwischensumme
Unterdeckung Vormonat
Investitionen
Privatentnahmen
Gesamtausgaben
A + B - C = Über- / Unterdeckung
Ausgleich Kontokorrent
Liquidität

58

* Geringwertige Wirtschaftsgüter (können im Anschaffungsjahr vollständig abgeschrieben werden)

59

WIE WIRD FINANZIERT
UND WOHER KOMMT
DAS GELD?
Wenn der Businessplan und die Rentabilitätsvorschau stehen,
geht es im nächsten Schritt um die Kapitalbeschaffung. Durch
die Ermittlung des Kapitalbedarfs und die Erstellung der Liquiditätsplanung können Sie einschätzen, wie viel Geld Sie für die
Gründung benötigen. Dabei stehen Ihnen verschiedene Finanzierungsarten offen, die Sie für Ihre Gründung prüfen sollten.
Finanzierungsfinder
www.ihk-berlin.de/finfin

Nach der Ermittlung des Kapitalbedarfs stellen sich Ihnen zwei Fragen: Wie
wird finanziert und woher kommt das Geld? Die Antwortmöglichkeiten sind
dann sehr vielfältig: aus Ihrer eigenen Tasche, möglicherweise leihweise
von Familie und Freunden oder über erste Umsätze. Auch ein Kredit Ihrer
Geschäftsbank, einer öffentlichen Förderbank des Landes (Investitionsbank
Berlin) oder des Bundes (KfW Bankengruppe) ist für Sie vielleicht eine Option. Für digitale Geschäftsmodelle, schnell wachsende Technologie- oder
IT-Unternehmen ist außerdem die Finanzierung über einen Business Angel,
einen Investor oder im Rahmen einer Crowdfunding-Kampagne möglich. In
der Regel ist ein Mix aus verschiedenen Finanzierungsarten sinnvoll. Bei der
Suche nach der passenden Finanzierungsart für Ihr Vorhaben hilft im ersten
Schritt der IHK-Finanzierungsfinder.

Eigenkapital – die Finanzierung aus eigenen Mitteln
Sollten Sie über Ersparnisse verfügen, die Sie bei der Unternehmensgründung einsetzen, so übernehmen diese als Eigenkapital in Ihrem Unternehmen eine wichtige Funktion. Zum einen sind Sie mit ausreichendem Eigenkapital flexibel aufgestellt, somit gut gegen Liquiditätsengpässe gewappnet
und können beispielsweise unvorhergesehene Schwankungen ausgleichen,
Aufträge vorfinanzieren oder auf veränderte Marktanforderungen reagieren. Zum anderen verschafft Ihnen Eigenkapital eine bessere Verhandlungsposition gegenüber Banken und Sparkassen und verbessert Ihr Rating, was
niedrigere Zinsen bedeuten kann. Üblicherweise sollten Sie 15 bis 20 Prozent des Kapitalbedarfs mit Eigenkapital decken können.
Sie können Eigenkapital in Form von Ersparnissen und/oder als Sacheinlagen einbringen. Sacheinlagen sind neben Gegenständen des Anlagevermögens (Maschinen, Einrichtungen, Fuhrpark usw.) auch immaterielle Güter
(Patente oder andere Rechte). Die Bewertung der Sacheinlagen jedoch stellt
insbesondere bei einer GmbH-Gründung oftmals ein größeres Problem dar.
Gegebenenfalls müssen Sie einen Sachverständigen hinzuzuziehen, der ein
Gutachten erstellt.

Betriebsbewertung
www.hwk-berlin.de

Die Finanzierung aus eigenen Mitteln und ersten
Einnahmen

60

Bei der Suche nach dem ersten Geld sollten Sie zunächst prüfen, ob eine von
externem Kapital unabhängige Finanzierungsart für Sie möglich ist. Dies
ist entweder dann sinnvoll, wenn Sie über genügend Eigenkapital verfügen oder wenn schon in der Startphase erste Einnahmen die Kosten decken
können.

Die Handwerkskammer bietet für ihre Mitgliedsbetriebe und Existenzgründer im Handwerk Bewertungen kostenfrei an.

Stichwort: Betriebsbe­
wertung unentgeltlich

61

Bootstrapping – die Finanzierung aus ersten Einnahmen
Das Bootstrapping ist für Sie die passende Art der Finanzierung, wenn sich
die Realisierung Ihres Gründungsvorhabens und die Strategie Ihres Unternehmens an ein sehr enges Budget und knappe Ressourcen anpassen lassen. Durch die Vermeidung von Ausgaben und der gleichzeitigen Steigerung
der Einnahmen hält sich Ihre Gründung beim Bootstrapping nur durch den
Cash-Flow über Wasser. Ratsam ist das Bootstrapping vor allem bei einer
Gründung, die wenig Startkapital benötigt, auch Low-Budget-Modell genannt. Dennoch müssen Sie für das Bootstrapping über ein gewisses Eigenkapital oder über Geld von Familien und Freunden verfügen. Zu einem
späteren Zeitpunkt kommen als weitere Finanzierungsarten Crowdfunding,
Bankkredite, Lieferantenkredite, Leasing oder öffentliche Förderungen in
Frage.

Sofern Ihr Eigenkapital nicht ausreicht, sollten Sie daher prüfen, ob sich
möglicherweise andere Personen – wie Business Angels, Venture-CapitalGesellschaften (VC) oder Inkubatoren/Acceleratoren – am künftigen Unternehmen mit haftendem Kapital beteiligen bzw. ob bestehende Teilhaber
weiteres Kapital zur Verfügung stellen können.

Der Weg zum Bootstrapping

Ein anderer wichtiger Faktor ist, ob die privaten Investoren oder Kapitalbeteiligungsgesellschaften ein originäres Eigeninteresse am Unternehmenserfolg haben und Ihnen – neben dem Kapital – regelmäßig auch mit Rat und
Tat zur Seite stehen können. Sollte dies der Fall sein, handelt es sich um
strategische Investoren oder sogenanntes „Smart Money“.

Schlankes
Fokus auf ein
Verkauf von Beim UnterKontakt
aber effizifrühzeitiges
höherwertinehmenszu Banken
entes Team
Erreichen der Ge- gen Produkten wachstum pflegen, auch
aufbauen und winnschwelle legen oder Services
begrenzte
wenn diese
schnellstmögund notwendige
mit starkem
vorhandene
erst später
lich mit dem
Investitionen aus
Vertrieb
Ressourcen
zum Zug
operativen
laufend verfügbarer
kontrollieren
kommen
Geschäft
Liquidität (Cashbeginnen
Flow) tätigen

Mindestvoraussetzungen für Bootstrapping
Schlanke und effiziente Gründungsidee nach Low-Budget-Modell
Eigenkapital muss ausreichen bis erste Einnahmen erwirtschaftet werden
Verständnis für Bootstrapping sowie Durchhaltevermögen und
Leidenschaft

Derartige private Investoren oder Kapitalbeteiligungsgesellschaften stellen
z. B. Start-ups Eigenmittel zur Verfügung. Sie beteiligen sich jedoch nur für
eine bestimmte Zeit – in der Regel zehn Jahre – an einem Unternehmen.
Während dieser Laufzeit ist das eingebrachte Kapital entweder nach einem
festen Satz zu verzinsen oder es wird ein Beteiligungsentgelt bzw. eine Beteiligung der Gesellschaft am Gewinn vereinbart. Die jeweiligen Bedingungen müssen Sie vorher jedoch genau prüfen.

Venture Capital zur Früh- und Wachstumsfinanzierung
Die Beteiligungsfinanzierung in der Früh- und Wachstumsphasenfinanzierung von Start-ups wird häufig als „Venture Capital“ bezeichnet. Um ein rasantes Wachstum in kürzester Zeit mit hohem Risiko und ohne wesentliche
Sicherheiten zu finanzieren, greifen Start-up-Gründer in unterschiedlichen
Phasen der Unternehmung auf verschiedene Investoren und Finanzierungsarten zurück.
Je nach Investitionsphase und -vorhaben sowie Profil der Unternehmung
kommen verschiedene Beteiligungsinstrumente in Frage. Die Konditionen
und Ausgestaltung der Beteiligungsform werden individuell vertraglich
festgehalten.

Fixkosten durch Umwandlung in variable Kosten vermeiden

In der Praxis treten insbesondere folgende Beteiligungsvarianten auf:

Beteiligungskapital

62

Für innovative Geschäftsideen, technologische Entwicklungen oder Startups ist Beteiligungskapital die passende Finanzierungsart. Hier lässt sich das
Ausfallrisiko häufig nur schwer abschätzen oder es liegt bereits absehbar
besonders hoch und die Zeit bis zur Markteinführung dauert sehr lang. Daher scheitert eine Kreditfinanzierung durch Geldinstitute oft bereits an den
Vorgaben der Risikovorsorge.

yy direkte (offene) Beteiligung
Hier beteiligt sich der Eigenkapitalgeber am Stammkapital (GmbH)
oder Grundkapital (AG) der Gesellschaft. Die Rendite des Kapitalgebers
ergibt sich in der Regel am Ende der Investitionsphase (nach 3 -7 Jahren) durch die Veräußerung der Beteiligung (Exit). Mit den Anteilen an
der Gesellschaft werden auch Mitspracherechte durch die Investoren
erworben.
63

yy stille Beteiligung und Nachrangdarlehen (Mezzanine-Investment)
Mezzanine Finanzierung zeichnet sich durch ihre Nachrangigkeit
und hohe Verzinsung aus. Im Gegensatz zum Eigenkapitalinvestment
braucht die Gesellschaft keine Informations- und Kontrollrechte
abzugeben. Bei grundsätzlich jeder Rechtsform kann der Kapitalgeber
als stiller Gesellschafter durch seine Kapitaleinlage beteiligt werden.
Er wird durch seine Gewinnbeteiligung Gläubiger der Gesellschaft und
tritt nicht nach außen in Erscheinung. Bei einem Nachrangdarlehen
gibt der Kapitalgeber ein verzinstes Darlehen an die Gesellschaft, das
nicht besichert werden muss und mit einer Rangrücktrittserklärung
versehen ist. Dadurch erhält das Darlehen Eigenkapitalcharakter ohne,
dass dafür Anteile abgegeben werden.
In der Vorgründungsphase (auch „Pre-Seed-Phase“ genannt) werden häufig
mezzanine Instrumente wie stille Beteiligungen oder Nachrangdarlehen von
Familie und Freunden, Mitarbeitern oder der Crowd genutzt.

Weitere Infos zum Be-

In der Gründungs- und der Frühphase (auch „Seed-Phase“, „Early Stage“
oder „Series A“ genannt) werden zunehmend direkte Beteiligungen durch
Business Angels, Inkubatoren/Acceleratoren und Frühphasen-Venture-Capital-Gesellschaften (VCs) eingegangen.

teiligungskapital unter
www.ihk-berlin.de/
beteiligungskapital

Ab der Wachstumsphase (auch „Expansion Stage“, „Later Stage“ oder „Series
B/C/D“) finden überwiegend direkte Beteiligungen von VCs statt.
Der Weg zum Beteiligungskapital

Kontaktaufnahme und
Vorprüfung

Gespräche und
Abgabe einer
Absichtserklärung (Letter of
Intent)

Sorgfältige
Prüfung,
Analyse und
Bewertung
des Unternehmens (Due
Diligence)

Entscheidung
des Investors
sowie Erarbeitung und Abstimmung der
Vertragsdetails
(Term Sheet)

Vertragsabschluss und
Realisierung
der Finanzierung

Mindestvoraussetzungen für Beteiligungskapitalinvestment
Innovative Geschäftsidee mit positiven Wachstumsaussichten (Skalierbarkeit)
Überzeugendes Management- bzw. Gründerteam
Professioneller Businessplan (als Pitch in Form einer Präsentation)
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Realistische Einschätzung des Markt- und Wettbewerbsumfeldes sowie der
Umsatz- und Ertragssteigerung

Bundesverband Deut-

Schlüssiger Finanzplan inkl. Liquiditätsplanung und Break Even-Berechnung

gungsgesellschaften

Rechtsform einer Kapitalgesellschaft - GmbH oder UG (haftungsbeschränkt)

www.bvkap.de

Alternative: Förderorientierte Beteiligungsgesellschaften
Eine Alternative zu privaten Beteiligungsgebern sind öffentlich geförderte
Beteiligungen – wie sie beispielsweise von der IBB Beteiligungsgesellschaft
(IBB Bet), dem High-Tech Gründerfonds (HTGF) und der KfW vergeben werden – oder Beteiligungen von der Mittelständischen Beteiligungsgesellschaft zu Berlin-Brandenburg (MBG), bei der u.a. Kammern, Verbände und
Banken Gesellschafter sind.

scher Kapitalbeteili-

High-Tech Gründerfonds
www.high-tech-gruen-

Bei dem HTGF werden Technologieunternehmen in der Frühphase (bis ein
Jahr nach Gründung) mit einer Kombination aus offener Beteiligung und
Nachrangdarlehen unterstützt. Private Beteiligungsgeber können, müssen
aber nicht einbezogen werden. Anders ist es bei den Beteiligungsfonds von
IBB Bet und KfW, bei denen offene Beteiligungen für die Entwicklung und
Markteinführung vergeben werden. Zusätzlich ist stets ein privater Beteiligungsgeber erforderlich, der sich zu gleichen Konditionen und mindestens
mit der Hälfte der Summe beteiligt. Die Beteiligungsfonds richten sich an
innovative Start-ups mit Technologieorientierung oder aus der Kreativbranche. Sie stehen Start-ups bis zu zehn Jahre nach Gründung offen.

derfonds.de

Von der MBG werden stille Beteiligungen vergeben, also ohne Stimm- bzw.
Einflussnahme auf die Geschäftsführung und ohne Teilnahme am Wertzuwachs des Unternehmens. Für Gründer beispielsweise aus der Arbeitslosigkeit oder mit Migrationshintergrund hat die MBG ein besonderes Beteiligungsprogramm bis 50.000 Euro.

Mittelständische

IBB Beteiligungsgesellschaft mbh
www.ibb-bet.de
KfW Bankengruppe
www.kfw.de
Stichwort: ERP-Start­
fonds

Beteiligungsgesellschaft
Berlin-Brandenburg
GmbH
www.mbg-bb.de

Kreditfinanzierung durch Geldinstitute
Da die eigenen Mittel nur selten ausreichen und eine Beteiligungsfinanzierung nicht für jedes Vorhaben geeignet ist, müssen Sie den Kapitalbedarf
ggf. mittels Bankkredit (auch Darlehen genannt) aufstocken. Banken und
Sparkassen bieten, je nachdem, was finanziert werden soll, verschiedene
Kredite an.
Investitionskredite können für die Finanzierung des Anlagevermögens, für
Neu-, Ersatz- oder Erweiterungsinvestitionen verwendet werden. Sie werden mittel- bis langfristig gewährt. Mit Betriebsmittelkrediten können Sie
den kurzfristigen Finanzierungsbedarf wie Personalkosten oder Marketing-

65

aufwendungen decken und Aufträge vorfinanzieren. Der Kontokorrentkredit
(quasi der Dispokredit für ein Unternehmenskonto) stellt für Unternehmen
eine Liquiditätsreserve dar. Er kann als Betriebsmittelkredit oder Saisonkredit eingesetzt werden. Avalkredite sind geeignet, wenn Ihr Unternehmen
eine Bürgschaft oder Garantie für die Hinterlegung von Geld (beispielsweise
für eine Mietkaution) benötigt.
Entscheidend für die Gewährung eines Kredites ist für die Banken und Sparkassen neben einem erfolgversprechenden Konzept die Absicherung des Risikos. Dafür verlangen sie in der Regel bankübliche Sicherheiten, auf die sie
im Falle eines Kreditausfalls zurückgreifen können. Als Sicherheiten können
beispielsweise Hypotheken, Sicherungsübereignungen von Maschinen und
Fahrzeugen oder Festgelder dienen. Wenn Sie nicht über ausreichende Sicherheiten (in Höhe des Kreditbetrages) verfügen, können Sie die Übernahme einer Bürgschaft bei der BBB Bürgschaftsbank zu Berlin-Brandenburg
GmbH beantragen (nähere Informationen unter Bürgschaften).
Der Weg zur Bankfinanzierung

Businessplan mit
erforderlichen
Unterlagen
bei einer Bank
einreichen

Bank prüft
Unterlagen
und bewertet
Bonität und
Sicherheiten

Bank
entscheidet

Antragsteller
und Bank
schließen
Kreditvertrag

Geld wird
ausgezahlt

Mindestvoraussetzungen für eine Bankfinanzierung
Erfolgsversprechendes Konzept
Kapitaldienstfähigkeit
Bankübliche Sicherheiten
Persönliche Haftungsübernahme

Mit öffentlicher Förderung zum Bankkredit
Die Förderfibel
www.ibb.de
Stichwort: Förderfibel

66

Bei der Gründungsfinanzierung können auch öffentliche Fördermittel eingebunden werden. In der Regel handelt es sich um eine personenbezogene
Förderung in Form von Krediten mit besonderen Konditionen, Bürgschaften
oder auch Zuschüssen. Wichtig ist dabei immer, dass die Anträge gestellt
werden, bevor mit dem Vorhaben begonnen wird. Erst nach Antragstellung
sollten finanzielle und vertragliche Verpflichtungen durch Warenbestellung,
Vertragsunterzeichnung o. ä. eingegangen und das Gewerbe angemeldet
werden.

Achtung: Ein Rechtsanspruch auf die Gewährung öffentlicher Finanzierungshilfen besteht nicht.
Mindestvoraussetzungen für eine öffentliche Förderung
Grundvoraussetzung ist ein erfolgsversprechendes Konzept mit einer schlüssigen
Finanzplanung

Fördermöglichkeiten

Fachliche und kaufmännische Qualifikation
(Berufsausbildung und praktische Berufserfahrungen)

gruendungsfinanzierung

www.ihk-berlin.de/

Eigenmittel in angemessenem Umfang als Teil der Gesamtfinanzierung
(in der Regel 15-20 Prozent)
Gesicherte Gesamtfinanzierung des Projektes
Angestrebte tragfähige Vollexistenz

Förderkredite
Förderkredite sind die häufigste Form von öffentlicher Förderung für Unternehmensgründungen. Für Berliner Unternehmen bietet die Investitionsbank Berlin (IBB) sowie die KfW Bankengruppe verschiedene Kredite an. Der
Vorteil liegt meist in günstigen Zinsen, weniger geforderten Sicherheiten,
langen Laufzeiten und einer rückzahlungsfreien Anlaufzeit in den ersten
Monaten, in der mit der Tilgung noch nicht begonnen werden muss. Beantragt werden die Förderkredite in der Regel über die Banken und Sparkassen
(Geschäftsbanken), bei der Sie auch Ihr Geschäftskonto einrichten – auch
Hausbankprinzip genannt. Nur wenn die Geschäftsbank von dem Vorhaben
überzeugt ist und Ihnen kein Angebot ohne Fördermittel machen möchte,
leitet sie den Antrag auf Förderung an die Förderbank weiter. Diese prüft
ebenfalls und stellt bei positiver Entscheidung das Geld zur Verfügung. Eine
Ausnahme bildet der Mikrokredit der IBB, der für den kleinen Kapitalbedarf
bis maximal 25.000 Euro angeboten wird und ohne Geschäftsbank direkt
bei der IBB in einem vereinfachten Verfahren beantragt werden kann. Die
Förderung erfolgt zweckgebunden, daher müssen im Nachhinein für die
getätigten Investitionen entsprechende Nachweise (z. B. in Form von Rechnungen) an die Bank geschickt werden
Der Weg zum Förderkredit

Business­plan
Bank prüft
Förderbank
Antragsteller
mit erforder­
Unterlagen mit
prüft und und Bank schlielichen Unterpersönlichem
entscheidet ßen Kreditverlagen bei einer
Gespräch und
trag, Geld wird
Bank einreichen stellt ggf. Antrag
in Tranchen
bei Förderbank
ausgezahlt

Getätigte
Investitionen
gegenüber
der Bank
nachweisen
67

Bürgschaften
Öffentliche Kredite sind im Regelfall ebenso wie Bankkredite banküblich
abzusichern. Soweit eigene Sicherheiten nicht im erforderlichen Umfang
vorhanden sind, kann bei Gründungen in Berlin die Übernahme einer Bürgschaft bei der Bürgschaftsbank zu Berlin-Brandenburg GmbH (BBB) beantragt werden.
Der Weg zur Bürgschaft

Fällen vergeben. Beispielsweise können technologieorientierte Gründer für
innovative Projekte über das Programm Pro FIT (angeboten von der IBB) eine
Kombination aus Zuschüssen und Krediten erhalten. Da externe Gutachter
zwischengeschaltet sind, ist das Antragsverfahren recht komplex, so dass
genügend Zeit eingeplant werden sollte. Studenten und Absolventen von
Hochschulen können bei ihren Hochschulen für technologieorientierte und
wissensbasierte Existenzgründungen Zuschüsse aus dem Förderprogramm
EXIST beantragen.

Pro FIT
www.ibb.de/gruenden/
Pro-FIT.aspx
EXIST
www.exist.de
Gründungszuschuss
www.ihk-berlin.de/

Für Gründer, die sich aus der Arbeitslosigkeit heraus selbstständig machen,
gibt es die Möglichkeit, mit dem Gründungszuschuss bei der Finanzierung
des Lebensunterhalts und der sozialen Sicherung unterstützt zu werden.
Eine Grundvoraussetzung ist, dass noch ein Anspruch auf Arbeitslosengeld
(ALG I) für mindestens 150 Tagen besteht.

gruendungszuschuss

Einstellung von

Wenn Sie noch keine Bank haben, können Sie vor der ersten Kontaktaufnahme mit einer Geschäftsbank den Antrag auf eine Bürgschaft auch direkt bei
der BBB Bürgschaftsbank Berlin-Brandenburg beantragen. Mit einer Zusage
der Bürgschaftsbank verbessert sich anschließend Ihre Verhandlungsposition bei der Suche nach einer Bankfinanzierung.

Meistergründungsprämie
Eine spezielle Förderung von Handwerksmeistern, die in Berlin einen Betrieb gründen, ermöglicht die Meistergründungsprämie. Diese beträgt einmalig 7.000 Euro bei Gründung (Basisförderung). Es handelt sich um einen
bedingt rückzahlbaren Zuschuss. Zusätzlich besteht nach Ablauf von drei
Jahren die Möglichkeit, 5.000 Euro Arbeitsplatzförderung zu beantragen,
sofern Sie einen Arbeits- oder Ausbildungsplatz geschaffen haben.

Der Weg zur Bürgschaft ohne Bank

Mindestvoraussetzungen zur Beantragung der Meistergründungsprämie

Meistergründungs-

Geschäftsbank
zur
Finanzierung
der Gründung
finden
Bürgschaften
www.buergschaftsbank-berlin.de

Antrag bei der
BBB stellen

mit Geschäftsbank Antrag
bei der BBB
stellen

GeschäftsBBB prüft (ggf.
bank leitet
mit persönliUnterlagen
chem Gespräch)
inkl. eigener
und entscheidet
Stellungnahme (in einem Förweiter
derausschuss)

BBB prüft (ggf. mit
persönlichem Gespräch)
und entscheidet

Bank und
Gründer
schließen
Kreditvertrag

mit der Ausfallbürgschaft der BBB
eine Geschäftbank zur Finanzierung
der Gründung finden

Weitere Fördermöglichkeiten
Neben den öffentlichen Finanzierungsmöglichkeiten gibt es weitere Förderprogramme, die Gründern und bestehenden Unternehmen helfen. Beispielsweise können für Beratungsleistungen, die Erschließung neuer Märkte
oder die Einstellung von Mitarbeitern unter bestimmten Voraussetzungen
Zuschüsse beantragt werden.

Beratungsförderung
www.ihk-berlin.de/
gruendercoaching

Mitarbeitern
www.ihk-berlin.de/
lohnkostenzuschuss

Als Meister oder Meisterin müssen Sie sich innerhalb von drei Jahren nach
Ablegung der deutschen Meisterprüfung in dem von Ihnen ausgeübten Handwerk
erstmalig selbstständig machen

prämie

Der Antrag muss vor der Gründung bei der Handwerkskammer Berlin gestellt
werden

gründungsprämie

www.hwk-berlin.de
Stichwort: Meister-

Sie dürfen in den ersten drei Jahren nach Gründung keine weiteren Einkünfte aus
unselbstständiger oder anderer selbstständiger Arbeit haben

Das Antragsformular für die Meistergründungsprämie erhalten Sie bei der
Handwerkskammer Berlin unter Tel.: +49 30 25903-467 oder online.
EU-Förderung
Auch auf EU-Ebene gibt es Förderprogramme, die i.d.R. direkt beantragt
werden und mit größerem Aufwand verbunden sind. Informationen und Hilfestellung bietet das Enterprise Europe Network Berlin-Brandenburg (EEN).

EU-Förderung
www.eu-service-bb.de

Zuschüsse
Die beliebteste Form der Förderung stellen Zuschüsse dar, denn diese müssen
nicht zurückgezahlt werden. Allerdings werden Zuschüsse nur in speziellen
68

69

Crowdfunding
Sie sollten prüfen, inwiefern sich neue Finanzierungsformen für Ihre Gründung eignen. Mit der „Schwarmfinanzierung“ (engl. „Crowdfunding“) können Sie Kapital zur Finanzierung Ihrer Geschäftsidee bei einer interessierten
Online-Community erhalten und zudem die Crowd als Absatzkanal oder
Multiplikator nutzen. Crowdfunding wird als Oberbegriff für die vier Finanzierungsformen verwendet:
Crowdinvesting (Equity-Based Crowdfunding)
ermöglicht eine stille Beteiligung der Crowd an Ihrer Firma. Dabei werden
Anteile Ihres Unternehmens gegen Geld verkauft. Die Unterstützer profitieren von einer Gewinnbeteiligung oder einem gewinnbringenden Verkauf der
Anteile in der Zukunft. Diese Form des Crowdfundings erreicht die höchsten Summen und stellt für Start-ups in der Frühphase eine gern genutzte
Finanzierungsform dar. Die Maximalsumme beträgt 1 Millionen Euro, der
einzelne Anleger darf sich jeweils mit maximal 10.000 Euro beteiligen.
Crowdlending (Lending-Based Crowdfunding)
ermöglicht Ihnen einen Kredit, der durch die Crowd finanziert wird. Der
Vorteil ist, dass das Crowdlending oft geringere Hürden als ein normaler
Bankkredit aufweist. Wie bei einem gewöhnlichen Kredit müssen Sie das
Geld am Ende der festgelegten Laufzeit zurückzahlen. Zinsen und Raten
sind hier unterschiedlich und hängen mit dem Ausfallrisiko zusammen. Die
Maximalsummen betragen meistens 25.000 bis 50.000 Euro.

Der Weg zum Crowdfunding

Prüfung, ob
Geschäftsidee für
Crowd­
funding
geeignet ist

CrowdfundingKampagne planen,
Crowd-Finanzierungsform und
Plattform wählen
sowie Zielsumme und
Deadline definieren

Notwendige
Unterlagen
vorbereiten
(Story, Pitch,
Videos und
ggf. Perks)

Kampagne
und Marketingaktivitäten starten

Ziel
erreichen
und Kapital
erhalten

Mindestvoraussetzungen für eine Crowdfunding-Kampagne
Bereitschaft, sein Businessmodell öffentlich vorzustellen
Großes engagiertes Netzwerk und Interesse an Austausch mit der Crowd
Detaillierte Projektplanung inkl. Meilensteinen
Innovative Geschäftsidee mit positiven Wachstumsaussichten
Überzeugendes Management- bzw. Gründerteam

Orientierung über
Crowdfunding-Portale
und erfolgreiche Kampagnen aus Berlin unter
www.crowdfundingberlin.com

Professioneller Businessplan (als Pitch in Form einer Präsentation)

Crowdsupporting (Reward-Based Crowdfunding)
ermöglicht das Einsammeln einer Summe für Ihren Unternehmenszweck
mit Gegenleistung für die Crowd. Diese Gegenleistung ist nicht finanziell,
sondern eher ideell. Es kann die Kopie eines Filmes sein, der mit der Hilfe
des Geldes erstellt wurde oder die Vorablieferung eines Produktes, welches
mit der Hilfe des Geldes produziert werden konnte. Diese Gegenleistungen
werden auch „Perks“ genannt.
Crowddonating (Donation-Based Crowdfunding)
ermöglicht das Einsammeln von Spenden aus der Crowd. Hier wird keine
Gegenleistung verlangt, diese Form eignet sich jedoch meist nur für gemeinnützige Unternehmen.

70

71

WER HILFT MIR WEITER?
Ansprechpartner für Gründer bei der IHK Berlin
Wir helfen Ihnen im Rahmen unserer Einstiegsberatung bei den ersten
Schritten in die Selbstständigkeit. Ausgehend von Ihrer Person und Ihrer
Geschäftsidee geben wir Ihnen Hinweise und Anregungen zur Planung Ihres
Unternehmens:
IHK Einstiegsberatung
Lars Mölbitz, Annett Hornung, Juliane Schiersch
Telefon:	+49 30 31510 - 600
E-Mail: 	starter-center@berlin.ihk.de
Finanzierung und Fördermittel
Angelika Bauer
Telefon:	+49 30 31510-284
E-Mail:	angelika.bauer@berlin.ihk.de
Sonstige Finanzierungsformen (z. B. Risikokapital und Crowdfunding)
Maria Konew, Stephan-Nicolas Kirschner
Telefon:	+49 30 31510-527
E-Mail: 	maria.konew@berlin.ihk.de
	stephan-nicolas.kirschner@berlin.ihk.de
Gründungskonzepte
Juliane Schiersch
Telefon:	+49 30 31510-588
E-Mail:	juliane.schiersch@berlin.ihk.de

Ansprechpartner bei der Handwerkskammer Berlin
Betriebsberatung der Handwerkskammer Berlin
Sechs kompetente betriebswirtschaftliche Berater beantworten umfassend
Ihre Fragen zur Existenzgründung, zu Finanzierungsmitteln, Fördermöglichkeiten, Betriebsübernahmen etc.  Nutzen Sie diese kostenlose Dienstleistung:
Sekretariat
Susanne Heth, Sylvia Köckeritz
Telefon: +49 30 25903 - 467
E-Mail: betriebsberatung@hwk-berlin.de
Rechtsberatung
Petra Heimhold
Telefon: +49 30 25903 - 391
E-Mail: recht@hwk-berlin.de
Steffi Reich
Telefon: +49 30 25903 - 350
E-Mail: recht@hwk-berlin.de
Handwerksrechtliche Fragen
Ines Wiesmann
Telefon: +49 30 25903 - 107
E-Mail: rolle@hwk-berlin.de
Clemens Fritzsche
Telefon: +49 30 25903 - 104
E-Mail: rolle@hwk-berlin.de

Unternehmensnachfolge
Jana Pintz
Telefon:	+49 30 31510-582
E-Mail:	jana.pintz@berlin.ihk.de

72

73

Ansprechpartner in den Berliner Bezirken
Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf von Berlin –
Wirtschaftsförderung
Otto-Suhr-Allee 100, 10585 Berlin
Telefon: +49 30 9029 - 13105
www.berlin.de/ba-charlottenburg-wilmersdorf
Ordnungsamt / Gewerbeanmeldung
Hohenzollerndamm 174 – 177
10713 Berlin
Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg von Berlin –
Wirtschaftsförderung
Frankfurter Allee 35-37, 10247 Berlin
Telefon: +49 30 90298 - 2273, -4014, -2490
www.berlin.de/ba-friedrichshain-kreuzberg
Gewerbeservice / Gewerbeanmeldung
Petersburger Straße 86 – 90
10247 Berlin
Bezirksamt Lichtenberg von Berlin – Wirtschaftsförderung
Möllendorfstraße 6, 10367 Berlin
Telefon: +49 30 90296 - 4338
www.berlin.de/ba-lichtenberg
Ordnungsamt / Gewerbeanmeldung
Große-Leege-Str. 103
13055 Berlin
Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf von Berlin – Wirtschaftsförderung
Alice-Salomon-Platz 3, 12627 Berlin
Telefon: +49 30 90293 - 2611
www.berlin.de/ba-marzahn-hellersdorf
Ordnungsamt/Gewerbeanmeldung
Premnitzer Str. 11
12681 Berlin
Bezirksamt Mitte von Berlin – Wirtschaftsförderung
Mathilde-Jacob-Platz 1, 10551 Berlin
Telefon: +49 30 9018 - 34372, - 34374
www.berlin.de/ba-mitte

74

Gewerbeamt/Gewerbeanmeldung
Karl-Marx-Allee 31
10178 Berlin

Bezirksamt Neukölln von Berlin – Wirtschaftsförderung
Karl-Marx-Straße 83, 12043 Berlin
Teefon: +49 30 90239 - 2390
www.berlin.de/ba-neukoelln
Ordnungsamt / Gewerbeanmeldung
Juliusstraße 67
12051 Berlin
Bezirksamt Pankow von Berlin – Wirtschaftsförderung
Fröbelstraße 17, 10405 Berlin
Telefon: +49 30 90295 - 5665
www.berlin.de/ba-pankow
Ordnungsamt / Gewerbeanmeldung
Fröbelstraße 17
10405 Berlin 
Bezirksamt Reinickendorf von Berlin – Wirtschaftsförderung
Eichborndamm 215 – 239, 13437 Berlin
Telefon: +49 30 90294 - 2282, -5670
www.berlin.de/ba-reinickendorf
Ordnungsamt / Gewerbeanmeldung
Lübener Weg 26
13407 Berlin
Bezirksamt Spandau von Berlin – Wirtschaftsförderung
Carl-Schurz-Straße 2 / 6, 13597 Berlin
Telefon: +49 30 90279 - 2272, - 3101,
www.berlin.de/ba-spandau
Ordnungsamt / Gewerbeanmeldung
Galenstraße 14
13597 Berlin
Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf von Berlin – Wirtschaftsförderung
Martin-Buber-Straße 2, 14163 Berlin
Telefon: +49 30 90299 - 4660
www.berlin.de/ba-steglitz-zehlendorf
Gewerbeamt / Gewerbeanmeldung
Unter den Eichen 1
12203 Berlin

75

Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg von Berlin – Wirtschaftsförderung
Rathaus Schöneberg, John-F.-Kennedy-Platz, 10825 Berlin
Telefon: +49 30 90277 - 4251
www.berlin.de/ba-tempelhof-schoeneberg
Gewerbeangelegenheiten / Gewerbeanmeldung
Tempelhofer Damm 165
12099 Berlin
Bezirksamt Treptow-Köpenick von Berlin – Wirtschaftsförderung
Alt-Köpenick 21, 12555 Berlin
Telefon: +49 30 90297 - 2500
www.berlin.de/ba-treptow-koepenick
Ordnungsamt/Gewerbeanmeldung
Salvador-Allende-Straße 80A
12559 Berlin

Ausgewählte Internetadressen
www.gruenden-in-berlin.de
Informationsportal für Existenzgründungen
www.startercenter-berlin.de
Eine Vielzahl von Anmeldungen online geführt vorbereiten
www.ihk-berlin.de
Tipps, Beratung, Infomaterial und Seminarangebote für Existenzgründer
www.hwk-berlin.de
Tipps, Beratung, Infomaterial und Seminarangebote für Existenzgründer
www.bmwi.de
Veröffentlichungen des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie
www.existenzgruender.de
Existenzgründungsportal des BMWi
www.berlin.de
Offizielles Stadtportal zur Behördensuche und mehr
www.kfw.de
Förderprogramme Existenzgründung, Unternehmensfinanzierung
www.ibb.de
Förderfibel: Förderprogramme auf einen Blick
www.buergschaftsbank-berlin.de
Bürgschaften und Beteiligungen
www.nexxt.org
Initiative Unternehmensnachfolge
www.adt-online.de
Übersicht und Anschriften der Technologie- und Gründerzentren
www.gruenderstadt.de
Marktplatz für Existenzgründer
www.gruendungswerkstatt-berlin.de
Nutzen Sie das kostenlose Angebot und erstellen Sie online Ihren
Businessplan gemeinsam mit einem Tutor aus Ihrer IHK
www.talent-berlin.de
Informationen zum Arbeiten und Leben in Berlin für Neu-Berliner
www.franchiseverband.com
Seite des Deutschen Franchise-Verband e. V.

76

77

Impressum

Herausgeber
IHK Berlin
Fasanenstraße 85
10623 Berlin
Telefon +49 30 31510-0
www.ihk-berlin.de
Handwerkskammer Berlin
Blücherstraße 68
10961 Berlin
Telefon +49 30 25903-01
www.hwk-berlin.de
7. neu bearbeitete und erweiterte Auflage, Dezember 2015
Bildnachweise
Titel: © SeanPrior | clipdealer
Grafiken im Innenteil: © Jesus Conde | istockphoto

78

Druck
Ruksaldruck GmbH + Co. KG
Lankwitzer Straße 35
12107 Berlin
        
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