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Full text: Digitalisierung der Berliner Wirtschaft

Digitalisierung der Berliner Wirtschaft

EDITORIAL

Digitalisierung der Berliner Wirtschaft
Berlin hat sich verändert. Von der Kulturmetropole mit Prädikat „arm, aber sexy“
hat sich die Stadt in den letzten 15–20 Jahren weltweit zu einem der wichtigsten
Start-up Zentren und zu einem echten Wirtschaftsstandort mit internationaler
Strahlkraft entwickelt. Mit zwei Milliarden Dollar Wagniskapital, die allein im Jahr 2014
nach Berlin gingen, hat die Stadt selbst die Finanzmetropole London überrundet. Aber
längst kommt nicht nur Geld in die Stadt, sondern auch Unternehmen siedeln sich
vermehrt an. Sie kommen her, um von Berlins dynamischen und ergiebigen Ökosystem
für Innovationen und alles Digitale zu profitieren. Erfolgreich, denn die Unternehmen
loben Berlins hohe Wissenschaftsdichte, einen vergleichsweise moderaten Fachkräftemangel sowie das innovationsfreundliche und internationale Umfeld. Ganz klar, Berlin
steht für Innovation, Berlin steht für Digital.
Aber was ist mit den vielen traditionellen Unternehmen Berlins, die mit soliden und
bewährten Geschäftsmodellen, bereits seit Jahren hier erfolgreich sind? Werden diese
Berliner Unternehmen gleichermaßen von der Digitalisierungswelle mitgenommen
oder einfach nur von ihr überrollt? Weltweit spüren Unternehmen die oft disruptiven
Auswirkungen der Digitalisierung auf ihre Geschäftsmodelle und Wettbewerbsfähigkeit, was bedeutet: Märkte verändern sich, Produkte, Dienstleistungen werden von
Innovationen verdrängt. Auch für die wirtschaftliche Entwicklung Berlins wird es ein
zentraler Faktor sein, wie gut die hiesigen Unternehmen die Chancen der Digitalisierung für sich nutzen können. Und das gilt nicht nur für die vielen Berliner Technologie
Start-ups, sondern auch und besonders für eher etablierte Wirtschaftszweige und
Unternehmen.

Die vorliegende Studie soll der Auftakt einer jährlichen Bestandsaufnahme sein, wie
weit die Berliner Wirtschaft in den unterschiedlichen Branchen für die Herausforderungen der Digitalisierung vorbereitet ist und welche Handlungsempfehlungen sich
daraus für die Unternehmen und die Politik ableiten.
Wir danken allen Berliner Unternehmen, die sich an der Umfrage beteiligt haben
sowie dem IHK-Ausschuss Digitale Wirtschaft für die fachliche Unterstützung bei der
Umsetzung der Studie.

Jan Pörksen
IHK Berlin
Geschäftsführer Existenzgründung
und Unternehmensförderung

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ZENTRALE ERGEBNISSE

Berlin ist digital
41 Prozent der Berliner Unternehmen schätzen den Stand ihrer Digitalisierung als weit oder voll entwickelt ein –
das sind deutlich mehr als im Bundesdurchschnitt (27 Prozent). Kleine Unternehmen sind dabei häufig Vorreiter.

Berlin vertreibt und vermarktet digital
25 Prozent der Berliner Unternehmen erwirtschaften mehr als die Hälfte ihres Umsatzes über digitale Kanäle.
Und über 40 Prozent nutzen heute in großem Umfang oder fast ausschliesslich Internet, Social Media und
Mobile für ihre PR- und Marketing-Aktvitäten. Vor allem für kleine Unternehmen sind dies wichtige Vertriebs- und
Marketing-Kanäle.

Berlin kommuniziert digital
Fast jedes zweite Berliner Unternehmen nutzt heute auch in großem Umfang oder fast ausschließlich digitale
Kanäle für die Kommunikation mit ihren Kunden. Und die überwiegende Mehrheit rechnet damit, dass die Interaktion
über Internet, Social Media und vor allem über mobile Apps und Websites weiter deutlich zunehmen wird.

4 | 48

ZENTRALE ERGEBNISSE

Berlin verändert sich
Durch die Digitalisierung hat sich in den letzten Jahren für viele Berliner Unternehmen das Geschäftsmodell stark
verändert. Fast die Hälfte erzielt heute zumindest einen Teil ihrer Umsätze mit digitalen Produkten oder Diensten,
wie Vermittlungs- und Content-Dienste oder digitale Werbung. 45 Prozent rechnen damit, dass sich ihr Geschäftsmodell durch die Digitalisierung auch künftig weiter stark verändern wird.

Berlin ist gut gerüstet
Die Mehrheit der Berliner Unternehmen fühlt sich gut gerüstet für die Herausforderungen der Digitalisierung, wie zum
Beispiel den technischen Fortschritt oder den zunehmende Wettbewerb. 40–45 Prozent fühlen sich gut oder sehr
gut vorbereitet, um von den Chancen der Digitalisierung zu profitieren.

Berlin ist flexibel und innovativ
In der Mehrheit der Berliner Unternehmen herrscht eine flexible, eigenverantwortliche und innovationsfördernde
Arbeitskultur vor.

Berlin ist geteilt
Neben den vielen digitalen Vorreitern gibt es in Berlin aber auch viele Unternehmen, für die die Digitalisierug
eher Bedrohungen als Chancen mit sich bringt. Etwa ein Viertel der Berliner Unternehmen nutzt digitale Kanäle
überhaupt nicht, weder für Vertriebs- und Marketingaktivitäten noch für die Kommunikation mit Kunden.
Und 20–25 Prozent der Berliner Unternehmen fühlen sich schlecht oder sogar sehr schlecht darauf vorbereitet,
die Chancen der Digitalisierung für sich zu nutzen.

EINFÜHRUNG UND METHODIK

Wie digital ist die Berliner Wirtschaft?
Auswirkungen der Digitalisierung
Weltweit spüren Unternehmen derzeit die oft disruptiven Auswirkungen der Digitalisierung auf ihre Geschäftsmodelle
und Wettbewerbsfähigkeit. Auch für die wirtschaftliche Entwicklung Berlins wird es zentral sein, wie gut die hiesigen
Unternehmen die Chancen der Digitalisierung für sich nutzen können. Und das gilt nicht nur für die vielen Berliner
Technologie Start-ups, sondern auch und besonders für eher etablierte Wirtschaftszweige und Unternehmen.
Die vorliegenden Studie untersucht, wie Berliner Firmen unterschiedlicher Branchen digitale Technologien einsetzen
und wie gut sie für die Herausforderungen des digitalen Zeitalters gerüstet sind.

Die Studie gibt Antworten auf die folgenden Fragen:
 Wie schätzen Berliner Unternehmen den Stand ihrer Digitalisierung ein?
 Wie verändern sich ihre Geschäftsmodelle durch die Digitalisierung?
 Wie stark vertreiben sie Produkte und Dienstleistungen über digitale Kanäle und
welche Rolle spielen dabei Vertriebsplattformen und Marktplätze?
 Welchen Umsatzanteil erzielt die Berliner Wirtschaft mit digitalen Diensten?
 Welche Rolle spielen Internet, Mobile und Social Media für PR- und Marketing-Aktivitäten
und für die Interaktion mit Kunden? Welche Veränderungen werden erwartet?
 Wie stark nutzen Berliner Unternehmen Analytics-Lösungen und Cloud-Anwendungen?
 Wie gut ist die Berliner Wirtschaft für die Chancen und Herausforderungen der Digitalisierung gerüstet?
 Welche Kultur und Arbeitsweise herrscht in den Unternehmen vor?

6 | 48

EINFÜHRUNG UND METHODIK

An der Befragung haben 280 Berliner Unternehmen teilgenommen.
Anzahl der Befragten nach Wirtschaftszweig *
Gesundheitswirtschaft

Anzahl der Befragungten nach Unternehmensgröße
30
43

Industrie

31

Baugewerbe/Immobilien

32

Gastgewerbe/Tourismus

33

Handel

47

1 bis 19 Mitarbeiter
20 bis 49 Mitarbeiter
mehr als 50 Mitarbeiter

280 Unternehmen

36

Finanz- und Allgemeine Dienstleistungen

190

48

Digitale Dienstleistungen/Kreativwirtschaft

64

* Einige Teilnehmer haben keinen Wirtschaftszweig angegeben

Befragungsteilnehmer:
 Unternehmen mit Hauptsitz oder Deutschland-Hauptsitz in Berlin.
 Verantwortliche aus Geschäftsführung, Marketing und Kommunikation.

	

7 | 48

STAND DER DIGITALISIERUNG

8 | 48

STAND DER DIGITALISIERUNG

Berliner Unternehmen liegen bundesweit an der Spitze.
41 Prozent der Berliner Unternehmen schätzen ihren
Digitalisierungsgrad oder den Stand ihrer Digitalisierung als
weit oder voll entwickelt ein.

Im Bundesdurchschnitt gilt das nur für
27 Prozent der deutschen Unternehmen.*

* Quelle: Wirtschaft 4.0: IHK-Unternehmensbarometer Digitalisierung, 2014

9 | 48

STAND DER DIGITALISIERUNG

Berlin ist digital
Wie schätzen Sie den Stand der Digitalisierung in Ihrem Unternehmen insgesamt ein?
„digital weit oder digital voll entwickelt“
Industrie

26 %

Durchschnitt DIHK

27%

Bau/Immobilien

29%

Gastgewerbe/Tourismus

30%

Gesundheitswirtschaft
Handel
Durchschnitt Berliner Wirtschaft
(Finanz-)Dienstleistungen
Digital-/Kreativwirtschaft

	

Kleine Unternehmen sind Vorreiter.
43 Prozent der kleinen, aber nur 30 Prozent der
größeren Unternehmen schätzen sich als digital
weit oder voll entwickelt ein.

33%
36 %
41 %
43 %
69 %

10 | 48

STAND DER DIGITALISIERUNG

Knapp die Hälfte der Berliner Unternehmen erwartet, dass sich
ihr Geschäftsmodell durch Digitalisierung weiter verändern wird.
Wie stark wird sich Ihr Geschäftsmodell in den kommenden Jahren durch die Digitalisierung verändern?
„stark oder sehr stark“
Gesundheitswirtschaft
Gastgewerbe/Tourismus

36 %

Industrie

36 %

Bau/Immobilien
Durchschnitt Berliner Wirtschaft
(Finanz-)Dienstleistungen
Digital-/Kreativwirtschaft
Handel

	

Die Digitalisierung hat deutliche Auswirkungen auf die Geschäftsmodelle
Berliner Unternehmen:

30 %

 In 43 Prozent der befragten
Firmen hat sich das Geschäftsmodell
durch die Digitalisierung in den vergangenen Jahren stark oder sehr stark
verändert.

40 %
45 %
47 %
53 %
63 %

 Am stärksten von Veränderungen in
der Vergangenheit betroffen waren
die Geschäftsmodelle in der Digital- und Kreativwirtschaft sowie im
Handel.

Auch künftig wird die Digitalisierung
die Geschäfsmodelle weiter verändern:
 Besonders die größeren Unternehmen
erwarten eine deutliche Veränderung
in den kommenden Jahren
(57 Prozent).
 Am stärksten wirkt sich die Digitalisierung auf die Geschäftsmodelle im
Handel, in der Digital- und Kreativwirtschaft sowie bei den sonstigen
(Finanz-)Dienstleistungen aus.

11 | 48

DIGITALER VERTRIEB

12 | 48

DIGITALER VERTRIEB

Fast ein Viertel der Berliner Unternehmen
erwirtschaftet heute schon mehr als 50 Prozent
ihrer Umsätze über digitale Kanäle.
Aber: 25 Prozent der Berliner Unternehmen
nutzen bisher überhaupt keine digitalen
Vertriebskanäle wie Websites oder mobile Apps.

13 | 48

DIGITALER VERTRIEB

Wie hoch ist der Umsatzanteil über digitale Kanäle?

Wie wird sich der Umsatzanteil über digitale Kanäle
in den kommenden Jahren entwickeln?

14 %
25 %
10 %

0%
1 % bis 24 %
25 % bis 49 %
50 % bis 74 %
75 % bis 100 %

10 %
41 %

steigen
55 %

etwa gleichbleiben
44 %

Insbesondere im Handel und der
Gesundheitswirtschaft - beides
Branchen in denen bisher nur ein
vergleichsweise geringer Umsatzanteil über digitale Kanäle erwirtschaftet wurde – erwarten viele
Unternehmen einen Anstieg ihrer
Umsätze über digitale Kanäle.

Für größere Unternehmen sind digitale Kanäle häufig ein zusätzlicher
Vertriebskanal, für viele kleine Unternehmen sind sie absolut zentral:

29 Prozent der kleinen Unternehmen erzielen über 50 Prozent ihrer



Umsätze über digitale Vertriebskanäle.
 Gleiches gilt aber für nur 9

	

Prozent der größeren Firmen.

14 | 48

DIGITALER VERTRIEB

Digitale Vertriebs-Plattformen werden nach Einschätzung
von 52 Prozent der Befragten deutlich an Bedeutung gewinnen.
Wie wird sich die Bedeutung von Plattformen in den
kommenden Jahren entwickeln?

Erfolgt der digitale Vertrieb überwiegend oder ausschließlich
über Vertriebsplattformen oder Marktplätze Dritter?
„überwiegend oder ausschließlich“

steigen
52 %

etwa gleichbleiben
46 %

Vor allem im Handel sowie in der
Digital- und Kreativ-Wirtschaft
rechnen viele Unternehmen mit
einer zunehmenden Bedeutung
von Plattformen

3%

Industrie

(Finanz-)Dienstleistungen 5 %
Gesundheitswirtschaft

8%

Digital-/Kreativwirtschaft

13 %

Durchschnitt Berliner Wirtschaft

14 %
16 %

Gastgewerbe/Tourismus

20 %

Handel

72 Prozent der Berliner Unternehmen nutzen heute überwiegend oder aus-



schliesslich eigene digital Kanäle, wie die Unternehmens-Website oder eine eigene
mobile App für den digitalen Vertrieb.

38 %

Bau/Immobilien
0

 Fast 15 Prozent – darunter vor allem kleine Unternehmen – nutzen überwiegend Plattformen und Marktplätze Dritter wie Amazon oder ImmobilienScout.
 Die stärkste Bedeutung haben Plattformen in der Immobilienwirtschaft – fast
40 Prozent der Berliner Unternehmen dieser Branche vertreiben vorwiegend
über Plattformen.
	

15 | 48

ANGEBOT DIGITALER
PRODUKTE UND SERVICES

16 | 48

ANGEBOT DIGITALER PRODUKTE UND SERVICES

Fast die Hälfte aller Berliner Unternehmen
erzielt einen Teil ihrer Umsätze mit digitalen
Produkten oder Diensten.

15 Prozent der Berliner Unternehmen
planen, ihr Angebot an kostenfreien
Online-Services künftig auszubauen.
Das gilt vor allem für Firmen aus
der Immobilienwirtschaft und den

allgemeinen (Finanz-)Dienstleistungen.
17 | 48

ANGEBOT DIGITALER PRODUKTE UND SERVICES

Wie hoch ist der Umsatzanteil mit digitalen Produkten und Diensten?

6%

6%

5%

52 %
31 %

0%
1 % bis 24 %
25 % bis 49 %
50 % bis 74 %
75 % bis 100 %

12 Prozent der Berliner Unternehmen
erzielen einen Großteil ihrer Umsätze mit
digitalen Produkten und Dienste wie zum
Beispiel Content-Angeboten, Vermittlungsdiensten oder Werbung.

18 | 48

ANGEBOT DIGITALER PRODUKTE UND SERVICES

Wie wird sich der Umsatzanteil mit digitalen Angeboten in den
kommenden Jahren entwickeln?

steigen
39 %

	

etwa gleichbleiben
60 %

In fast allen Branchen wird eine
Zunahme der Umsätze mit
digitalen Angeboten erwartet.
Allen voran die Digital- und
Kreativwirtschaft, aber auch
im Bereich allgemeiner
(Finanz-)Dienstleistungen und
im Handel werden künftig
verstärkt digitale Angebote den
Umsatz stärken.

Über 40 Prozent der Berliner Unternehmen bieten kostenfreie
digitale Zusatzleistungen wie Online-Reservierung, -Sendungsverfolgung oder Produkt-konfigurationen an.
 Hier sind aber vor allem die größeren Unternehmen aktiv:
60 Prozent der größeren aber nur 40 Prozent der kleinen
Unternehmen bieten kostenfreie digitale Zusatzleistungen an.
 Vor allem Unternehmen im Gastgewerbe/Tourismus (64 Prozent)
und im Handel (56 Prozent) verbessern das Kundenerlebnis
durch kostenlose Online-Services.

19 | 48

DIGITALES MARKETING UND PR

20 | 48

DIGITALES MARKETING UND PR

Über 40 Prozent der Berliner Unternehmen nutzen
digitale Kanäle für ihre PR- und Marketing-Aktivitäten.
Aber: 26 Prozent der Berliner Unternehmen nutzen digitale
Kanäle wie das Internet, Mobil oder Social Media kaum oder
überhaupt nicht für ihre PR- und Marketing-Aktivitäten.

21 | 48

DIGITALES MARKETING UND PR

Inwieweit nutzen Sie digitale Kannäle heute für ihre PR- und Marketing-Aktivitäten?
Gesundheitswirtschaft 7 % 7 %
Industrie

23 %

3%

Bau/Immobilien

30 %

(Finanz-)Dienstleistungen

30 %

Handel
Durchschnitt Berliner Wirtschaft
Gastgewerbe/Tourismus
Digital-/Kreativwirtschaft
in großem Umfang

Von denjenigen Unternehmen, die PR
und Marketing fast ausschließlich digital
betreiben, sind 79 Prozent kleine Unternehmen mit weniger als 10 Mitarbeitern.

3%
6%

34 %
28 %

6%

13 %
39 %

32 %

15 %
35 %

fast ausschließlich

22 | 48

DIGITALES MARKETING UND PR

Wie wird sich die Nutzung digitaler Kanäle für PR- und Marketingaktivitäten voraussichtlich entwickeln?
Mit einer Steigerung der PR- und
Marketingaktivitäten über
digitale Kanäle rechnen:

steigen
64 %

etwa gleichbleiben
36 %

80 Prozent der Unternehmen
mit mehr als 50 Mitarbeitern.

77 Prozent der Unternehmen
im Handel.

67 Prozent der Unternehmen
aus der Industrie und der
Immobilienwirtschaft.

Dass die Nutzung digitaler Kanäle für
PR- und Marketingaktivitäten weiter
steigen wird, erwarten fast zwei
Drittel der Unternehmen.

23 | 48

KUNDENKOMMUNIKATION
UND MOBILITY

24 | 48

KUNDENKOMMUNIKATION UND MOBILITY

Jedes zweite Berliner Unternehmen kommuniziert
mit seinen Kunden vorwiegend über digitale Kanäle.

70 Prozent rechnen mit einer Zunahme
der Kundeninteraktion über mobile Kanäle.

25 | 48

KUNDENKOMMUNIKATION UND MOBILITY

Inwieweit nutzen Sie digitale Kanäle für die Kommunikation
mit ihren Kunden?

Wie wird sich die Nutzung digitaler Kanäle für die Kundenkommunikation
in den kommenden Jahren entwickeln?

4% 4%
13 %

43 %
36 %

überhaupt nicht
wenig
teilweise
in großen Umfang
fast ausschließlich

steigen
66 %

etwa gleichbleiben
34 %

Zwei Drittel der Unternehmen
erwarten, künftig noch stärker
das Internet, mobile Anwendungen oder Social Media für die
Kundenkommunikation zu
nutzen.

Eine deutliche Ausnahme stellt die Gesundheitswirtschaft dar: hier wird deutlich
seltener als in anderen Branchen umfangreich über digitale Kanäle mit Kunden
kommuniziert (17 Prozent) und auch weniger mit einer Steigerung gerechnet
(41 Prozent).

26 | 48

KUNDENKOMMUNIKATION UND MOBILITY

Wie hoch schätzen Sie den Anteil der Kundeninteraktionen
über mobile Kanäle?
7%

Wie wird sich die Bedeutung mobiler Kanäle in den kommenden Jahren
entwickeln?
Vor allem im Handel und der
Digitalwirtschaft gehen viele
Unternehmen von einer zunehmenden Bedeutung aus.

12 %

16 %

18 %

48 %

0%
1 % bis 24 %
25 % bis 49 %
50 % bis 74 %
75 % bis 100 %

steigen
70 %

etwa gleichbleiben
30 %

Für kleine Unternehmen sind mobile Websites oder Apps besonders wichtig: in
fast 30 Prozent der kleinen Berliner Unternehmen erfolgt mehr als die Hälfte
der Kundeninteraktionen mobil.
Spitzenreiter bei den Branchen ist die Immobilienwirtschaft: hier läuft in
45 Prozent der Firmen mehr als die Hälfte der Kundeninteraktionen über
mobile Kanäle ab.

	

27 | 48

DATENANALYSE UND CLOUD

28 | 48

DATENANALYSE UND CLOUD

Jedes fünfte Berliner Unternehmen plant, verstärkt
im Bereich Analytics aktiv zu werden.

Mehr als die Hälfte der Berliner Unternehmen
nutzen Cloud-basierte Dienste für die Zusammenarbeit.

29 | 48

DATENANALYSE UND CLOUD

Erheben und analysieren Sie Kunden- und Nutzungsdaten zu folgenden Zwecken?
Customer Experience Management

Predictive Analytics

Customization

Optimierung und Personalisierung
der Kundenerfahrung

Vorhersage von Nutzungs- oder
Kundenverhalten bzw. Wartungsbedarf

Angebot individualisierter Produkte
und Dienstleistungen

9%

12 %

14 %
31 %

33 %

23 %

47 %
33 %

35 %
20 %

21 %

22 %

Ja, umfangreich

Ja, vereinzelt

nein, aber geplant

nein und nicht geplant

30 | 48

DATENANALYSE UND CLOUD

Mehr als die Hälfte der Berliner Unternehmen nutzen Web-basierte
Dienste für die Zusammenarbeit.
Wie stark werden die folgenden Prozesse mithilfe von CloudTechnologien (zum Beispiel SaaS) über das Internet abgewickelt?
Produktion
Personal

13 % 8 %
15 %

13 %

Einkauf/Beschaffung

21 %

Finanzen, Rechnungswesen

20 %

Zusammenarbeit

23 %

teilweise

stark

Cloud-Collaboration-Tools werden vor
allem von kleinen Unternehmen intensiv
genutzt:

7%
4%

13 % 9 %
17 % 8 %
21 % 10 %
sehr stark

Fast 40 Prozent der kleinen, aber nur
20 Prozent der größeren Unternehmen
nutzen diese Tools stark oder sehr stark
für die Zusammenarbeit.

31 | 48

CHANCEN

32 | 48

CHANCEN

Ein Großteil der befragten Unternehmen fühlt sich gut
gerüstet, die Chancen der Digitalisierung für sich zu nutzen.

Aber: 20–25 Prozent der Berliner Unternehmen sind
eher schlecht oder sogar sehr schlecht darauf vorbereitet,
die Chancen der Digitalisierung für sich zu nutzen.

33 | 48

CHANCEN

Wie gut ist Ihr Unternehmen für die folgenden Chancen
der Digitalisierung gerüstet?
Stärkere Individualisierung von Angeboten

6%

Entwicklung
neuer Geschäftsmodelle

4%

Neue Kundengruppen
& Umsatzquellen erschließen
Bessere Möglichkeiten
der Interaktion mit Kunden
Effizienz steigern
durch digitalisierte Prozesse

gut

	

sehr gut

19 %

31 % 9 %

21 %

3%
4%
5%

29 % 8 %

17 %
12 %
17 %
eher schlecht

35 % 9 %
34 % 12 %
38 % 8 %
sehr schlecht

35–40 Prozent fühlen sich nur teilweise
gut vorbereitet, um von den Chancen
der Digitalisierung zu profitieren (nicht
dargestellt).
Kleinere Unternehmen fühlen sich in fast
allen Bereichen besser gerüstet als die
größeren.

34 | 48

CHANCEN

Die Chancen durch Digitalisierung schätzen die Unternehmen je nach
Branche sehr unterschiedlich ein.
Bessere Möglichkeiten der Kundeninteraktion

Stärkere Individualisierung der Angebote

Entwicklung neuer Geschäftsmodelle

„sehr gut oder gut gerüstet“

„sehr gut oder gut gerüstet“

„sehr gut oder gut gerüstet“

Gesundheitswirtschaft
Industrie
Bau/Immobilien

21 %
28 %

Gesundheitswirtschaft

21 %

Gastgewerbe/Tourismus

22 %

Bau/Immobilien

21%

Bau/Immobilien

23 %

Industrie

37 %

Gesundheitswirtschaft

28 %

32 %

(Finanz-)Dienstleistungen

44 %

Handel

35 %

Industrie

38 %

Durchschnitt Berliner Wirtschaft

46 %

Durchschnitt Berliner Wirtschaft

36 %

(Finanz-)Dienstleistungen

38 %

Gastgewerbe/Tourismus

36 %

Durchschnitt Berliner Wirtschaft

40 %

Gastgewerbe/Tourismus
Handel
Digital-/Kreativwirtschaft

50 %
56 %
67 %

(Finanz-)Dienstleistungen
Digital-/Kreativwirtschaft

Handel

40 %
56 %

Digital-/Kreativwirtschaft

49 %
62 %

35 | 48

HERAUSFORDERUNGEN

36 | 48

HERAUSFORDERUNGEN

60 Prozent der Berliner Unternehmen fühlen sich gut
gerüstet, mit dem technischen Fortschritt mitzuhalten.

Aber: 15–20 Prozent der Berliner Unternehmen fühlen
sich eher schlecht oder sehr schlecht für die Herausforderungen der Digitalisierung vorbereitet.

37 | 48

HERAUSFORDERUNGEN

Wie gut ist Ihr Unternehmen für die folgenden Herausforderungen der Digitalisierung gerüstet?
Wachsende Marktmacht 4 %
von Plattformen
Immer schnellere Marktveränderungen
Bedrohung bisheriger Geschäftsmodelle
Zunehmender Wettbewerb
Gewährleistung von
Sicherheit & Datenschutz
Mit technischem Fortschritt mithalten

gut

sehr gut

27 % 7 %

19 %
3 % 12 %

4%

12 %

2 % 10 %
3 % 15 %
3%

8%

eher schlecht

34 % 8 %
36 % 9 %
43 % 9 %
43 % 12 %
47 % 13 %
sehr schlecht

Die Gewährleistung von Sicherheit und
Datenschutz ist vor allem für kleine
Unternehmen eine Herausforderung:
21 Prozent der kleinen fühlen sich nur
schlecht dafür gerüstet. Gleiches gilt
für nur 10 Prozent der größeren Unternehmen.

Eine Herausforderung der Digitalisierung, auf die sich viele Berliner nur unzureichend
vorbereitet fühlen, ist die wachsende Marktmacht einzelner Vertriebs- und Vermarktungsplattformen wie Google oder Amazon.

38 | 48

HERAUSFORDERUNGEN

Nicht alle Branchen sind gleich gut auf die Herausforderungen
der Digitalisierung vorbereitet.
Zunehmender Wettbewerb

Bedrohung bisheriger Geschäftsmodelle

Gewährleistung von Sicherheit & Datenschutz

„sehr gut oder gut gerüstet“

„sehr gut oder gut gerüstet“

„sehr gut oder gut gerüstet“

Gesundheitswirtschaft 19 %
Industrie
(Finanz-)Dienstleistungen
Durchschnitt Berliner Wirtschaft
Handel
Bau/Immobilien

Gesundheitswirtschaft
45 %
49 %
52 %
56 %
59 %

Industrie

31 %

38 %

Industrie

38 %

Bau/Immobilien

48 %

Handel

38 %

Gastgewerbe/Tourismus

49 %

(Finanz-)Dienstleistungen

40 %

Durchschnitt Berliner Wirtschaft

55 %

Durchschnitt Berliner Wirtschaft

45 %

(Finanz-)Dienstleistungen

56 %

Gastgewerbe/Tourismus

47 %

Digital-/Kreativwirtschaft

58 %

Gesundheitswirtschaft

59 %

Gastgewerbe/Tourismus

64 %

Bau/Immobilien

Digital-/Kreativwirtschaft

66 %

Digital-/Kreativwirtschaft

52 %
61 %

Handel

71 %

39 | 48

KULTUR UND ARBEITSWEISE

40 | 48

KULTUR UND ARBEITSWEISE

In der Mehrheit der Berliner Unternehmen herrscht
eine flexible, eigenverantwortliche und innovationsfördernde
Arbeitskultur vor.

41 | 48

KULTUR UND ARBEITSWEISE

In der Mehrheit der Berliner Unternehmen herrscht eine flexible,
eigenverantwortliche und innovationsfördernde Arbeitskultur vor.
starr

flexibel

hierarisch

7%

76 %

innovationshemmend

11 %

eigenverantwortlich

In drei Vierteln der Berliner Unternehmen sind
Arbeitsweise und Unternehmenskultur eher flexibel
als starr.

66 %

innovationsfördernd

personen- und
abteilungsorientiert

11 %

62 %

vernetzt und
kollaborativ

29 %

48 %

In der Hälfte der Berliner Unternehmen wird vernetzt und
kollaborativ zusammengearbeitet, in fast 30 Prozent
herrscht dagegen eine eher personen- und abteilungsorientierte Arbeitsweise vor.

Etwa zwei Drittel bezeichnen ihre Arbeitsweise als
eigenverantwortlich und ihre Unternehmenskultur
als innovationsfördernd.
42 | 48

KULTUR UND ARBEITSWEISE

Wie würden Sie die Arbeitsweise in ihrem Unternehmen einordnen?
54 %
52 %

eigenverantwortlich

73 %
61 %
69 %

flexibel

82 %
49 %
53 %

innovationsfördernd

68 %
vernetzt und
kollaborativ
> 50 Mitarbeiter

39 %
37 %
53 %
20 bis 49 Mitarbeiter

1 bis 19 Mitarbeiter

Während zwei Drittel der kleinen Unternehmen
ihre Firmenkultur als innovationsfördernd
beschreiben, gilt dies nur für jedes zweite größere
Unternehmen.
Fast jedes fünfte größere Berliner
Unternehmen bezeichnet seine Unternehmenskultur sogar als eher oder deutlich innovationshemmend.

Deutliche Unterschiede zeigen sich aber auch in Kultur
und Arbeitsweise in verschiedenen Branchen:
So sind Digitalwirtschaft, Handel und (Finanz-)Dienstleister Vorreiter
im Hinblick auf eine vernetzte, eigenverantwortliche und flexible Arbeitsweise,
die Innovationen befördert.
Dagegen herrscht im Gesundheitswesen, im Tourismus und Gastgewerbe sowie
teilweise auch in Bau- und Immobilienwirtschaft häufig noch eine hierarchische,
starre und abteilungsorientierte Unternehmenskultur vor.

43 | 48

SCHLUSSFOLGERUNGEN
UND EMPFEHLUNGEN

44 | 48

SCHLUSSFOLGERUNGEN UND EMPFEHLUNGEN

Unternehmen brauchen leistungsfähige

digitale Infrastrukturen.

Nicht nur Technologien und Geschäftsmodelle, auch Kultur und Arbeitsweise
müssen sich verändern.

Kleine Unternehmen sind oft
die Vorreiter der Digitalisierung.

45 | 48

SCHLUSSFOLGERUNGEN UND EMPFEHLUNGEN

Unternehmen brauchen leistungsfähige
digitale Infrastrukturen
Digitale Angebote und Vertriebskanäle sind wichtiger Umsatztreiber für Berliner Unternehmen.
Leistungsfähige digitale Infrastrukturen sind damit eine zentrale Grundvoraussetzung für den wirtschaftlichen
Erfolg der Berliner Wirtschaft.

Flexibilität und Veränderungsfähigkeit stärken
Die Digitalisierung verändert Geschäftsmodelle und –strategien in bisher unbekannter Geschwindigkeit.
Für viele Berliner Unternehmen stellen die immer schnelleren Marktveränderungen aber eine erhebliche Herausforderung dar.
Flexibilität und Veränderungsfähigkeit müssen als zentrale Erfolgsfaktoren auf die unternehmerische Agenda gesetzt werden.

Nicht nur Technologien und Geschäftsmodelle,
auch Kultur und Arbeitsweise müssen sich verändern
Neben Anpassungen von Geschäftsmodellen und Technologien erfordert die Digitalisierung auch erhebliche Veränderungen
der Arbeitsweise und Unternehmenskultur. Denn starre Strukturen und hierarchische Führungsansätze wirken wie Gift auf Agilität
und Innovationfähigkeit. Ein Blick auf die jungen und innovativen Berliner Unternehmen bietet hier viele Anregungen für
zukunftsfähige Ansätze.

	

46 | 48

SCHLUSSFOLGERUNGEN UND EMPFEHLUNGEN

Auch traditionelle Unternehmen können
von der Digitalisierung profitieren
Neben den digitalen Vorreitern gibt es in Berlin auch viele Unternehmen, die die Digitalisierung bisher eher als
Bedrohung wahrnehmen. Dabei können auch eher traditionelle Unternehmen und Wirtschaftszweige erheblich von der
Digitalisierung profitieren. Der intensive Austausch – auch über Branchengrenzen hinweg – hilft, neue Perspektiven und
digitale Möglichkeiten für das eigene Geschäft zu erkennen.

Kleine Unternehmen sind Vorreiter der Digitalisierung
Während viele kleine Unternehmen bereits kräftig von der Digitalisierung profitieren, muss vor allem der Mittelstand
noch deutlich darin gestärkt werden, digitale Technologien und neue digitale Umsatzquellen für sich zu nutzen.

Wachsende Bedeutung von Internet-Plattformen
Digitale Plattformen nehmen eine immer größere Rolle im Vertrieb vieler Unternehmen ein. Vor allem kleine Unternehmen
profitieren von der Reichweite dieser Plattformen. Gleichzeitig verfolgen viele die wachsenden Marktmacht internationaler Plattformen
mit Unbehagen. Hier gilt es (lokale) Plattformen und Netzwerke zu stärken, von denen Berlins Wirtschaft profitieren kann.

	

47 | 48

IMPRESSUM

Konzept und Analyse
Nicole Dufft
Analysis & Consulting

Danksagung
Wir danken den Mitgliedern des Ausschusses
Digitale Wirtschaft der IHK Berlin.

Stand
Oktober 2015

Herausgeber
IHK Berlin
Fasanenstraße 85
10623 Berlin
Telefon: +49 30 31510-0
Telefax: +49 30 31510-166
E-mail: service@berlin.ihk.de
www.ihk-berlin.de

Bildquellen
Titel:
Seite 3:
Seite 4:
Seite 8:
Seite 12:
Seite 16:
Seite 20:
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