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Full text: Verwaltungsbericht des Magistrats der Stadt Berlin-Schöneberg (Public Domain) Issue3.1903/1908 (Public Domain)

Nr. 30. Bestimmungen für das Baden der Schüler vom 10. Juni 1903. 
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§ 10. 
Den Schülern der Vorschulklassen und den Schülerinnen der 8., 9. und 10. Klasse der 
höheren Mädchenschulen werden Freistellen überhaupt nicht gewährt. 
§ n- 
Schülern und Schülerinnen, die neu in eine Anstalt eintreten, können Freistellen nicht 
vor Ablauf eines halben Jahres nach ihrem Eintritt gewährt werden. 
Diese Beschränkung fällt fort: 
1. bei Schülern und Schülerinnen die von anderen städtischen höheren Schulen Schöne 
bergs kommen, 
2. bei den Schülern und Schülerinnen der hiesigen Volksschulen, die mindestens die 4 
unteren Klassen einer Volksschule besucht haben, wenn sie bei gutem Betragen, regel 
mäßigem Fleiße und ausgezeichnetem Erfolge von ihrem Rektor als besonders befähigt 
für den Besuch einer höheren Schule empfohlen werden. 
. § 12. 
Freistellen werden in der Regel nur für je 1 Kind einer Familie gewährt. Ausnahmen 
hiervon sind nur im Falle eines besonders dringenden Bedürfnisses zulässig. 
§ rZ- 
Freistellen werden in der Regel vom Beginne des Sommer- oder Winterhalbjahres ab 
gewährt. Treten die Voraussetzungen für die Gewährung einer Freistelle unerwartet ein, so kann 
sie ausnahmsweise auch im Laufe eines Halbjahres gewährt werden. 
Die Gewährung gilt nur bis zum Schlüsse des laufenden Rechnungsjahres (1. April bis 
31. März). Sie muß daher alljährlich von neuem beantragt werden. Fallen die Voraussetzungen 
für die Gewährung einer Stelle fort, so kann sie auch im Laufe des Rechnungsjahres wieder 
entzogen werden. § I4 
Die Freistellengesuche sind auf dem vorgeschriebenen Formular, das vom Schulleiter 
verabfolgt wird, spätestens bis Ende Februar (für das Rechnungsjahr) oder bis Ende August 
(für das Winterhalbjahr) unmittelbar an den Schulleiter zu richten. Anträge, die sich auf mehrere 
Kinder einer Familie erstrecken, müssen auf einem Formular gestellt und beim Schulleiter des 
ältesten Kindes eingereicht werden. 
Schöneberg, den 17. Dezember 1909. 
Der Magistrat. 
Nr. 30. 
estimmungen für das Baden der Schüler (Schülerinnen) der Gemeinde 
schulen von Schöneberg in den Schulbrausebädern vom 10. Juni 1903. 
1. Gebadet wird sowohl im Winter wie im Sommer und zwar während der Unter 
richtszeit vormittags mit Ausnahme der ersten und letzten Unterrichtsstunde. Das 
Baden ist durch den Schuldiener bezw. die Schuldienerfrau zu beaufsichtigen. In die 
W 
Badezeit ist eine Lese-, Schreibe-, Zeichen-, Handarbeits- oder Turnstunde zu legen. 
Die Klassen VI und VII baden nicht. 
2. Von der Teilnahme am Baden sind nur diejenigen Kinder befreit, bei welchen 
nach ärztlichem Gutachten durch das Baden gesundheitliche Schädigungen zu befürchten 
sind oder deren Eltern ausdrücklich Einspruch erheben. 
3. Kinder, welche an Erkältungen, Geschwüren, Skropheln oder erheblichen 
äußeren Verletzungen leiden, sowie kürzlich eine Infektionskrankheit wie Masern, 
Scharlach usw. oder eine andere schwere Erkrankung durchgemacht haben, ferner auch 
Mädchen in den Tagen ihrer Periode (worauf die Lehrerin in geeigneter Weise aufmerk- 
D 
sam machen muß) sind vom Baden auszuschließen.
	        
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