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Volume XXI. Feuerwehr

Full text: Verwaltungsbericht des Magistrats der Stadt Berlin-Schöneberg (Public Domain) Issue2.1899/1903 (Public Domain)

C. Hilfeleistungen. 
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Beim Eintreffen der Feuerwehr wurde ein Arbeiter bereits tot vor 
gefunden, ein zweiter war nach der Unfallstation geschafft, zwei Schwer 
verletzte wurden von Feuerwehrsamaritern verbunden und hierauf ebenfalls 
nach der Unfallstation mittels Krankentrage gebracht. 
8. Am Nachmittage des 13. Juni 1902 brannte Gleditschstraße 18 der 
Dachstuhl des Vorderhauses. Der Angriff war für die Feuerwehr äußerst 
schwierig; die Treppen sowie der Hof mit seinen Zugängen waren derartig- 
verqualmt, daß es nur mit Hilfe der Rauchschutzapparate möglich war, bis zu 
dem Brandherd vorzudringen. Die Löschung erfolgte mit 4 Schlauchleitungen, 
die an die Dampfspritze angeschlossen waren, unter Benutzung der mecha 
nischen Leiter. Die Angriffstrupps hatten derart durch den beißenden 
Qualm des Teerpappdaches gelitten, daß eine Behandlung mit Sauerstoff 
erfolgen mußte. 
9. Am 16. Oktober 1902, nachmittags 3 27 Uhr, brannten Ebersstraße 65 
in dem Korridor einer im II. Stockwerk belegenen Wohnung Kleidungsstücke, 
Betten, Gerümpel, Schaldecke und Türen. Durch Offenlassen der Korridor 
tür wurde das Feuer in das Treppenhaus gezogen und setzte dort die 
Korridortüren und weitere Holzteile in Brand. Durch die entstandene Yer- 
qualmung waren die in den oberen beiden Stockwerken befindlichen Per 
sonen in hohem Maße gefährdet. Ihr besonnenes Verhalten, sowie die 
schnelle energische Ablöschung des Feuers verhütete eine Katastrophe. 
Der Brand wurde mit 1 Rohr unter Benutzung eines Rauchhelmes und eines 
Hakenleiterganges gelöscht. 
10. Am 19. Januar 1903, nachmittags 5 20 Uhr, brannte auf dem Vorder 
hause Luitpoldstraße 21 der Dachstuhl nebst Bodenverschlägen mit Inhalt. 
Das Feuer wurde mit 6 Schlauchleitungen, von denen 5 von der Dampf 
spritze und i vom Hydranten gespeist wurden, unter Benutzung der 
mechanischen Leiter gelöscht. 
11. Am 12. Februar 1903, nachmittags 3 40 Uhr, brannte der Dachstuhl 
des Eckhauses Wartburgstraße 9 — Eisenacherstraße 49 mit Verschlügen und 
Hauseerät. Der starke Südwestwind wirkte sehr erschwerend auf die 
o 
Löschung ein. Der Angriff über die mechanische Leiter wie auch der 
Steckleitergang von einem Balkon des 4. Stockwerkes nach dem Dache 
waren zeitweise gefährlich. Die Angriffstrupps der Nordseite hatten unter 
starkem Qualm zu leiden. Nach hartem Kampfe gelang es, das Feuer mit 
6 Schlauchleitungen, von denen 4 von der Dampfspritze, 2 vom Hydranten 
gespeist wurden, auf den Herd zu beschränken. 
Oberfeuermann Rohr erlitt schwere Rauchvergiftung und mußte, nach 
dem er auf der Brandstelle mit Sauerstoff behandelt war, mittels Kranken 
wagens nach dem Elisabeth-Krankenhaus gebracht werden.
	        
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