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Volume I. Aus der Geschichte Schönebergs

Full text: Verwaltungsbericht des Magistrats der Stadt Berlin-Schöneberg (Public Domain) Issue2.1899/1903 (Public Domain)

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I. Aus der Geschichte Schönebergs. 
fiel unter dem Donner der vom Akazienwäldchen herüberschallenden Kanonen 
schüsse die Hülle des Denkmals. 1 ) Schöneberg konnte sich rühmen, eine 
der ersten Gemeinden Deutschlands zu sein, die Wilhelm dem Siegreichen 
ein Standbild errichteten. 
Die Verkehrsverhältnisse hatten inzwischen manche wesentliche Ver 
besserung erfahren. Schon 1878 war auf Kosten des Kreises der Knüppel 
damm der heutigen Grunewaldstraße, der, vom Berliner Magistrat angelegt, 
nicht gerade Propaganda für die Eingemeindung machte, durch eine neue 
Chaussee über Wilmersdorf nach Charlottenburg ersetzt werden. Die 
Schöneberger Gemeindevertretung beschloß im Mai 1891, diese Chaussee 
bis zur Wilmersdorfer Grenze in Unterhaltung und Eigentum der Gemeinde 
zu nehmen. -) Auch zum Ausbau der Chaussee Schöneberg—Friedenau 
steuerte der Kreis bei. Die Unterhaltung und Verwaltung der im Schöne 
berger Gemeindebezirk belegenen Strecke dieser Chaussee von der Weich 
bildgrenze Berlins bis zur Grenze mit Friedenau wurde vom 1. April 1892 
ab ebenfalls von der Gemeinde übernommen. 3 ) Seitdem die Dorfaue 1894 
vom Domänenfiskus für 5000 M. an die Gemeinde veräußert 4 ) und damit 
das letzte Band zwischen dem früheren Amtsdorf Schöneberg und der 
preußischen Domänen Verwaltung zerschnitten war, hatten die Schöneberger 
völlig freie Verfügung über ihre Hauptverkehrsader gewonnen. 
Eine weitere Förderung des Verkehrs bedeutete die 1888 eröffnete 
Dampfstraßenbahn zwischen Wilmersdorf und dem Kollendorfplatz. Sehr 
beliebt war freilich das neue Unternehmen beim Publikum nicht. Die Klagen 
über das störende Geräusch und die unerträgliche Dampf- und Kuß 
entwickelung wollten nicht aufhören; die vielfach gewünschte Umwandelung 
in elektrischen Betrieb wurde aber von dem Dampfstraßenbahn-Konsortium 
im Februar 189z mit der Begründung abgelehnt, daß das in die Bahnanlage 
gesteckte Kapital von 5 Millionen Mark noch gar keine Zinsen abwürfe. 
Auch auf dem Gebiete des Eisenbahnwesens erfolgten zu dieser Zeit 
durchgreifende Veränderungen. Nachdem der Staat 1877 die Dresdener 
] ) ln Vertretung- des durch Krankheit verhinderten Kaisers erschien der Kommandant 
von Berlin. Graf Schliessen. Der Amtsvorsteher und die Schöffen Heyl und Müller hielten 
Ansprachen. Die Gesamtausgaben für das nach dem Görlingschen Entwurf bei Gladenbeck 
gegossene Denkmal beliefen sich auf 17291.85 M. 
-) Die vom Kreis gewährte Entschädigung von <xx>o M. wurde in der Sitzung der 
Gemeindevertretung vorn 20. 5. 1891 akzeptiert. Vgl. Protokollbuch Band IV. 
3 ) Die Gemeinde erhielt dafür i. eine Rente von 2500 M., die sich von 1908 ab um 
den Betrag vermindert, der von da ab seitens des Dampfstraßenbahn-Konsortiums für Be 
nutzung des Chausseegebietes zu gewähren ist, 2. eine einmalige Entschädigung von 7500 M. 
seitens des Provinzialverbandes; — Sitzung vom 17. 2. 1892. — ln der Sitzung vom 2.5. 1892 
wurde Mitteilung von der Übergabe der Hauptstraße seitens der Provinzialverwaltung an die 
Gemeinde gemacht. Vgl. Protokollbuch Band IV. 
4 ) Schon am 25. 2. 1892 beschloß die Gemeindevertretung, die Regierung zu be 
nachrichtigen, daß die Gemeinde bereit sei, die Dorfaue und fiskalische Dorfstraße gegen 
entsprechende Entschädigung zu übernehmen; am 11. 7. 1892 erklärte sie auch, sämtliche 
Kosten des Kaufgeschäftes tragen zu wollen. Vgl. Protokollbuch Band IV.
	        
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