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Volume XIII. Tiefbau

Full text: Verwaltungsbericht des Magistrats der Stadt Berlin-Schöneberg (Public Domain) Issue2.1899/1903 (Public Domain)

B. Ausbau der Straßen. 
481 
Städteordnung für Schöneberg. So ist denn auch die Polizeiverordnung vom 
12. August 1892 und ihr Nachtrag durch eine neuere — vom 30. März 1900 — 
ersetzt worden. 
Schon nach einigen Jahren drängten die bei der Anwendung der be 
stehenden Polizeiverordnung gewonnenen Erfahrungen, sowie andererseits 
die bedeutende Entwickelung der Berliner Pflasterverhältnisse zu weiteren 
Verbesserungen. Schon die frühere Verwaltung sah sich veranlaßt, über 
die von der damaligen Polizeiverordnung gestellten Mindestforderungen 
gelegentlich hinauszugehen und besseres Granitpflaster (sogenanntes Pflaster 
III. Klasse) oder Stampfasphalt mit Betonunterlage zu verwenden. So waren 
bereits im ersten Verwaltungsbericht einige mit dem besseren Granitreihen 
steinpflaster oder Asphalt befestigte Straßen aufgeführt. Wenn damals 
insbesondere das Reihensteinpflaster III. Klasse gegenüber dem Reihenstein 
pflaster IV. Klasse noch sehr zurücktrat und auch die mit Stampfasphalt 
befestigten Straßenflächen verhältnismäßig unbedeutend waren, so haben 
sich die Verhältnisse seit dem Jahre 1898 zugunsten einer Befestigung der 
Fahrdämme der Straßen mit besseren Pflasterungsarten sehr geändert. 
Kopfsteinpflaster kommt für definitive Pflasterungen überhaupt nicht mehr 
in Frage. Es wird in der Hauptsache nur noch da verwendet, wo die 
sofortige definitive Regulierung einer Straße wegen zu geringer Bebauung 
oder aus technischen Gründen sich nicht empfiehlt — wie bei frisch auf 
geschütteten Straßendämmen — oder wo es sich um solche Straßen handelt, 
deren zukünftige Lage nicht genügend feststeht, die aber aus Verkehrs 
rücksichten einer Befestigung bedürfen. Die definitiv regulierten Straßen 
in den älteren Stadtteilen, die bei Abfassung des ersten Verwaltungsberichts 
mit Kopfsteinpflaster versehen waren, sind — von einigen Ausnahmen ab 
gesehen — inzwischen mit Reihenstein- oder Asphaltpflaster befestigt worden. 
Dagegen weist der Friedenauer Ortsteil von Schöneberg noch eine nicht 
unbeträchtliche Anzahl von Straßen mit Kopfsteinpflaster auf. In den 
nächsten Jahren aber dürften auch diese Straßen besseres Pflaster erhalten, 
• • 
Kopfsteine aber werden dann wohl ausschließlich nur für Ubergangszustände 
in Anwendung kommen. 
Die Straßen, welche Ende 1902 noch Kopfsteinbefestigung aufweisen, 
sind aus der Nachweisung über die Befestigungsarten der Straßen etc. 
S. 484 fr. zu entnehmen. Danach sind am Schluß der Berichtszeit noch ungefähr 
13Z 500 qm Kopfsteinpflasterflächen vorhanden, von denen allerdings ein Teil 
auf die provisorisch hergestellten Straßen entfällt. Wie das Kopfsteinpflaster 
stetig, ungeachtet der Zunahme der Straßenflächen abgenommen, zeigt die 
graphische Darstellung (Abbildung 8). Die Abnahme vom Jahre 1894 bis 
zum Jahre 1902 betrug rd. 43000 qm. Erst am Ende des Jahres 1901 und 
im folgenden Jahre steigt die Kurve wieder plötzlich an, nachdem sie den 
größten Tiefstand etwa im Herbst 1901 erreicht hatte. Diese Erscheinung 
ist darauf zurückzuführen, daß seit Ende 1901 eine Reihe von Straßen im 
Westgelände neu angelegt und zunächst provisorisch mit Kopfsteinen be 
festigt worden ist.
	        
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