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Volume XII. Hochbau

Full text: Verwaltungsbericht des Magistrats der Stadt Berlin-Schöneberg (Public Domain) Issue2.1899/1903 (Public Domain)

13. Gemeindebauten. 
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die anliegenden Straßen mit Vorgärten ausgestattet, so daß die an das Bau 
gelände des Krankenhauses angrenzenden Vorgärten durch Hineinziehung in 
das Grundstück für dasselbe verwertbar gemacht werden konnten. Hier 
durch wurde innerhalb der Vorgartenfluchten gemessen bei einer gesamten 
Tiefe von rd. 450 m und einer Frontlänge an der Canovastraße von 206 m 
ein für die Anstalt verfügbarer Flächenraum von rd. 67 000 qm gewonnen. 
Demgemäß entfallen auf ein Krankenbett rd. 112 qm Grundfläche. 
Der Baugrund des hochgelegenen Terrains ist vom hygienischen und 
bautechnischen Standpunkte aus als ein sehr guter zu bezeichnen. Auch 
die Grund- und Trinkwasserverhältnisse haben sich als günstig erwiesen. 
Für die Einteilung des Krankenhauses und die Verteilung der Betten 
war der Mangel einer anderen Anstalt in hiesiger Stadt bestimmend. Dem 
zufolge mußten außer der medizinischen und chirurgischen Abteilung die für 
die Behandlung sämtlicher ansteckenden und übertragbaren Krankheiten er 
forderlichen Baulichkeiten geschaffen werden. Es wurde auch die Not 
wendigkeit erkannt, eine besondere Abteilung für nicht infektiöse Kranke I. 
und II. Klasse im Bauplan vorzusehen, so daß die neue Krankenhausanlage 
alle Teile der modernen Krankenpflege umfaßt. 
Als Bausystem ist nach eingehenden Beratungen das Pavillonsystem 
gewählt worden, ein System, welches in der neuesten Zeit als das bewährteste 
und vollkommenste anerkannt ist. 
Hinsichtlich der allgemeinen Gliederung der Anlage ist zu bemerken, daß 
das eigentliche Krankenhaus mit der inneren und chirurgischen Abteilung und 
den zur ärztlichen Behandlung nötigen Gebäuden auf dem nördlichen Gelände 
an der Canovastraße errichtet wird, während die Isolierabteilung in wirksamer 
Weise gegen diesen Teil der Anstalt durch Verlegung auf den südöstlichen 
an der Straße 11 sich hinziehenden Streifen abgesondert ist. Eine gleichfalls 
strenge Scheidung von dem inneren Betriebe der Krankenabteilungen hat 
die auf den südwestlichen Teil des Grundstücks verwiesene Wirtschafts- 
* X. 
abteilung erfahren, indem der gesamte äußere Verkehr zu derselben sich nur 
auf die Zufahrt von der Thorwaldsenstraße beschränkt. Das Gleiche gilt 
von dem auf dem südlichsten Punkt des Geländes projektierten Leichenhause, 
dessen Außenverkehr durch eine besondere Zufahrt von allen anderen Ab 
teilungen vollständig abgeschlossen ist. 
Der Hauptzugang zur eigentlichen Krankenhausanlage erfolgt von der 
Canovastraße in der Mittelachse der in dieselbe einmündenden Straße 10. 
Dort ist 24 m hinter der Vorgartenflucht das Verwaltungsgebäude — mit 
seinen drei Geschossen der höchste Bau der Anlage — geplant, welchem 
sich eingeschossige Anbauten zu beiden Seiten angliedern. Keine mittlere 
Durchfahrt stört den Verwaltungsbetrieb, breite Zufahrtswege führen um 
das Gebäude herum und erschließen das Grundstück in seiner ganzen Tiefe. 
Durch sanft ansteigende, von den Hauptwegen abzweigende Rampen ge 
langen die Neuaufzunehmenden in die im östlichen Anbau des Verwaltungs 
gebäudes gelegene Aufnahmeabteilung mit Untersuchungszimmern und den 
sich anschließenden Aufnahmebureaus und andererseits die den Anstaltsleiter
	        
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