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Volume XI. Handel, Gewerbe und Verkehr

Full text: Verwaltungsbericht des Magistrats der Stadt Berlin-Schöneberg (Public Domain) Issue2.1899/1903 (Public Domain)

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Xl. Handel, Gewerbe und Verkehr. 
F. Verkehr. 
i. Personenverkehr, 
a. Eisenbahnen. 
• • . 
Errichtet wurde eine Ubergangsstation zwischen der Vorortbahn Berlin— 
Lichterseide Ost und der Ringbahn. Die Station führt den Namen „Pape 
straße“ und ist für den Verkehr auf der Ringbahn am i. Januar 1901, 
auf der Vorortbahn am 1. Dezember 1901 eröffnet worden. Wie bereits im 
I. Verwaltungsbericht erwähnt, hat dieser Bahnhof nur für einen kleinen Teil 
der Einwohner unserer Stadt Bedeutung. Trotz vieler Bemühungen der 
städtischen Körperschaften und der Kommunalvereine ist es bisher nicht 
gelungen, die Eisenbahn Verwaltung zur Anlegung der so notwendigen Halte 
stelle im Herzen von Schöneberg für die Fern- und Vorortzüge der Strecke 
Berlin—Potsdam und für die Wannseebahn zu bewegen. 
Ein diesen Gegenstand betreffender, eingehend begründeter Antrag ist 
vom Magistrat nochmals unterm 12. Dezember 1901 dem Herrn Präsidenten 
der Königlichen Eisenbahndirektion Berlin vorgelegt worden. 
Der Antrag lautet im wesentlichen wie folgt: 
Infolge der außerordentlich schnellen Entwickelung der Stadt Schöneberg ist hier eine 
erhebliche Steigerung des Verkehrs eingetreten. 
Während zwischen Schöneberg und Berlin dem gesteigerten Verkehr entsprechend eine 
Vermehrung der Verkehrsmittel stattgefunden hat, ist für die Verbindung nach dem Süden 
bisher nichts geschehen. 
Schöneberg mit seinen mehr als 100000 Einwohnern stellt, besonders während der 
Sommermonate, sehr zahlreiche Besucher der an der Wannsee- und Potsdamer Bahn belegenen 
bezw. der mit diesen Bahnen zu erreichenden Ausflugsorte. 
Das Fehlen einer Haltestelle für die Wannsee- und Potsdamer Bahn im Zentrum von 
Schöneberg wird immer schwerer empfunden, weil nur im äußersten Norden und Süden der 
Stadt für Schöneberg übrigens wenig in Betracht kommende Haltestellen der Wannseebahn, 
Haltestellen der Potsdamer Bahn aber überhaupt nicht vorhanden sind. 
Den vielfachen Anregungen aus dem Publikum folgend und mit Rücksicht auf ein tat 
sächlich bestehendes Bedürfnis gestatten wir uns, den Ausbau des Ringbahnhofes Ebersstraße 
hierseihst für den Vorortverkehr und wenn irgend möglich zugleich auch für den Fernverkehr 
sehr ergebenst in Vorschlag zu bringen. 
Wenn der Augenschein nicht trügt, ist auf die Erweiterung dieses Bahnhofes in weiser 
Voraussicht seiner jetzigen Bedeutung bereits bei seiner Herstellung Bedacht genommen 
worden, sodaß die Erfüllung der hiermit zum Ausdruck gebrachten Wünsche erhofft werden 
könnte. 
Die Rentabilität dieser Haltestelle scheint uns unbedingt gesichert zu sein. Dafür spricht 
insbesondere der Umstand, daß nicht allein Schöneberg, sondern auch Teile von Berlin, 
Wilmersdorf, Friedenau usw. auf die erbetene Haltestelle angewiesen sind, sowie daß sie mit 
Rücksicht auf die unmittelbare Verbindung mit der Ringbahn eine erhöhte Frequenz verspricht. 
Noch weit mehr wird die Notwendigkeit der Errichtung der erwähnten Haltestelle nach 
Eröffnung des neuen botanischen Gartens bei Dahlem in Erscheinung treten. Erhöhte 
Bedeutung gewinnt die Haltestelle ferner für Potsdam, Werder und die südwestlichen Vororte, 
insoweit es sich um deren Verkehr mit der Peripherie von Berlin handelt. Dieser Verkehr 
wäre durch unmittelbare Fortsetzung der Fahrt auf der Ringbahn erleichtert, beispielsweise 
bei Besuchen des Zentralviehhofes, des Sportparkes Friedenau (Radrennen), der Gemeinden 
Tempelhof, Rixdorf usw.
	        
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