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Volume Anhang

Full text: Verwaltungsbericht des Magistrats der Stadt Berlin-Schöneberg (Public Domain) Issue1.1899 (Public Domain)

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Anhang:. 
§ 11. 
Mitbenutzung: der Anlagen. 
Die Gemeinde ist berechtigt, die Mitbenutzung der Anlagen in den folgenden Strassen: 
Nollendorfplatz, Maassenstrasse, Winterfeldtstrasse, Akazienstrasse, Bahnstrasse 
und Grunewaldstrasse, zwischen der Gleditschstrasse und der verlängerten Kyff- 
häuserstrasse, 
gleichviel, ob sie von dem Konsortium oder von einem anderen Unternehmer hergestellt sind, 
einem dritten Unternehmer oder mehreren unter denjenigen Bedingungen zu gestatten, welche 
die früher Berechtigten mit diesen vereinbaren oder mangels einer Vereinbarung die Gemeinde- 
Behörde vorbehaltlich des Rechtsweges gegen den Dritten festgesetzt.*) 
In gleicher Weise ist das Konsortium verpflichtet, sich die Mitbenutzung seiner sonstigen 
Gleisanlagen oder eines Theiles derselben durch andere Bahnen bis zu 400 m Länge, soweit 
sich dies nach dem Ermessen der Gemeinde-Behörde als nöthig und angängig erweist, gegen 
angemessene Entschädigung seitens der betreffenden Unternehmer gefallen zu lassen. Durch 
die Anwendung des Abs. 1 darf — abgesehen von der Linie Kaiser Wilhelmplatz, Bahn 
strasse, Potsdamer Bahnhof bezw. Änhalter Bahnhof — nicht anderen, anderweiten Verkehrs 
interessen dienenden Unternehmern eine Konkurrenzlinie eingeräumt werden. Ob dies der 
Fall, entscheiden die Kommunal-Aufsichtsbehörden. 
Das Konsortium hat sich ferner Kreuzungen seiner Gleise, welche nach dem Ermessen 
der Gemeinde-Behörde nothwendig sind, und deren Benutzung im Zuge der Kreuzung durch 
andere Eisenbahnen gefallen zu lassen und hat auf keinerlei sonstige Entschädigung Anspruch, 
falls der Unternehmer der kreuzenden Bahn sich verpflichtet, die Kosten der Kreuzungsanlage, 
der Unterhaltung des beiderseitigen Oberbaues, sowie des Gleispflasters der Gesammtkreuzung 
bis je 0,65 m Entfernung ausserhalb der Kreuzungsgleise, der Reinigung in diesem Umfange 
und sobald eine solche behördlicherseits gefordert werden sollte, auch der Bewachung der 
Gesammtkreuzung zu tragen. 
§ I2 - 
Beschaffenheit der Wagen. 
Mit jedem Personenwagen müssen 30 Personen auf 18 Sitz- und 12 Stehplätzen befördert 
werden können. Die Wagen müssen eine solche Länge erhalten, dass jeder Sitzplatz eine 
Sitzbreite von wenigstens 50 cm hat. Für die 12 Stehplätze müssen 8 qm Fläche vorhanden 
und so angeordnet sein, dass die sitzenden Fahrgäste nicht belästigt werden und alle Fahr 
gäste den Ausgang frei haben. 
Die Wagen müssen, sobald es dunkel ist, durch elektrisches Licht gut erleuchtet sein. 
§ T 3- 
Fahrgeschwindigkeit. 
Die Fahrgeschwindigkeit soll in den verkehrsreichen Strassen der geschlossenen Ort 
schaften 12—15 km, auf offener und freier Bahn dagegen mindestens 18 km in der Stunde betragen. 
Eine Geschwindigkeit von mehr als 25 km in der Stunde ist unzulässig. 
Die Wagen erhalten ausser der Umschalt Vorrichtung, durch welche Gegenstrom gegeben 
werden kann, eine Radbremse, mit der Hand zu bedienen. Bezüglich der Wirkung der 
Bremsen gelten die von dem Königlichen Polizei-Präsidium zu Berlin erlassenen Vorschriften. 
§ '4- 
Fahrpreise und Fahrzeiten. 
Das Konsortium verpflichtet sich, Theilstrecken einzurichten, derart, dass jede Theil- 
strecke eine Länge von wenigstens 2 Va bis 3 km hat, und für die Fahrt auf einer Theil- 
strecke einen Fahrpreis von nicht mehr als 10 Pf. von einer Person zu erheben. 
# ) Es ist die Mitbenutzung gestattet worden: 
1. Der Südlichen Berliner Vorortbahn für die Linie vor dem Rathhause (§ 1 e). 
2. Der Grossen Berliner Strassenbahn für die Linie in der Hauptstrassc zwischen Dorfaue und Max 
strasse. 
3. Der Südlichen Berliner Vorortbahn für die Linie in der Hauptstrasse von der Tempelhofer Strasse 
bis zur Dorfaue.
	        
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