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Full text: Verwaltungsbericht des Magistrats der Stadt Berlin-Schöneberg (Public Domain) Issue1.1899 (Public Domain)

Vertrag, betr. den Kanalisat.-Anschluss an Charlottenburg, v. 4./17./13./31. Dezbr. 1888. 631 
4 Pf. zu zahlen. Für die Untervertheilung dieser Vergütigung unter die kontrahirenden Land 
gemeinden ist die bei der jedesmaligen letzten Volkszählung ermittelte Zahl der ortsanwesenden 
Bevölkerung massgebend. Eine jede Landgemeinde haftet nur für ihren Antheil. 
Die vorbezeichneten Zahlungen sind vierteljährlich im Voraus zu leisten. 
§ 6. 
Die Menge des an der Charlottenburg-Wilmersdorfer Grenze durch das Profil der 
Charlottenburger Leitung fliessenden Wassers wird während der Jahre 1. April 1892/93, 1894/95, 
1896/97, 1898/99, 1900/01, 1902/03 durch Messungen mit der Wirkung festgestellt, dass diese 
Feststellungen für die während der nächsten zwei Jahre zu zahlende Vergütigung massgebend 
sind. Für die Messungen gelten folgende Bestimmungen: 
Es werden dicht hinter der in der Nähe der Charlottenburger Weichbildsgrenze liegenden 
sogenannten Desinfektionsanstalt der bereits kanalisirten Strecke des Schwarzen Grabens in 
einer Entfernung von 100 m zwei Einsteigebrunnen auf dem Kanalprofil des Schwarzen 
Grabens angebracht. In den gedachten Einsteigebrunnen wird je eine, mit einer sichtbaren 
Maasseintheilung versehene Pegellatte derart aufgestellt, dass daran die Wasserstände im 
Kanalprofil an den betreffenden Stellen bequem abgelesen werden können. Die Maass 
eintheilung soll so erfolgen, dass noch halbe Centimeter abgelesen werden können, und dass 
die Ablesung den Wasserstand bezogen auf Normal Null ergiebt. Da die Sohlenhöhen des 
Kanalprofils an den beiden gedachten Einsteigebrunnen durch genaues Nivellement vorher 
festgestellt werden sollen, so werden sich aus den Ablesungen unmittelbar auch die jedes 
maligen Wassertiefen im Kanalprofil ergeben. Aus der Wassertiefe ist, da die Ferm des 
Kanalprofils genau bekannt ist, der benetzte Querschnitt und der benetzte Umfang zu be 
rechnen. 
Das relative Wasserspiegelgefälle in der qu. Strecke ergiebt sich aus der Differenz der 
Ablesungen und der auf 100 m festgesetzten Entfernung der Ablesungsstellen. 
Zur Berechnung der Wassermengen soll die Eitelwein’sche Formel dienen: 
worin bedeuten: 
Q = die Wassermenge, 
F == den benetzten Querschnitt, 
p = den benetzten Umfang, 
h == die Differenz der Ablesungen, 
1 = die Entfernung der Ablesungsstellen. 
Die Messungen sollen während eines ganzen Jahres (vom 1. April bis zum 1. April) 
wöchentlich je einmal gleichzeitig von zwei Beamten vorgenommen werden, von denen einer 
von der Stadtgemeinde Charlottenburg, der andere von den Landgemeinden deputirt wird. 
Im Allgemeinen wird für die Messungen als Wochentag der Mittwoch und als Zeit die Stunde 
zwischen 12 und 1 Uhr Mittags bestimmt. Ergiebt eine Messung wegen eines kurz vorher 
niedergegangenen heftigen Regens oder wegen Abflussstörungen im Kanalprofil oder aus 
sonstigen Gründen ein augenfällig nicht dem Durchschnitte entsprechendes Resultat, .so soll 
es den technischen Vertretern der Kontrahenten freistehen, nach Vereinbarung vor dem 
nächsten Mittwoch eine abermalige Messung anzuberaumen, oder aber dies erstgedachte, nicht 
massgebliche Resultat nach sachverständigem Ermessen und mit Zugrundelegung der vorauf 
gegangenen und nachfolgenden Messungen im laufenden Monat zu korrigiren. 
Das aus diesen während eines ganzen Jahres vorgenommenen Messungen für eine Zeit 
einheit ermittelte Durchschnittsquantum ist zu dem im § 5 auf 4 Pf. pro cbm festgesetzten 
Einheitspreise für die jährliche Vergütigung massgebend. 
Es bleibt den mit der Messung beauftragten Sachverständigen (§ 7) überlassen, sich 
über eine andere Messungsmethode zu verständigen und dieselbe vorbehaltlich der Genehmigung 
ihrer beiderseitigen Machtgeber bei ferneren Messungen anzuwenden.
	        
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