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Full text: Verwaltungsbericht des Magistrats der Stadt Berlin-Schöneberg (Public Domain) Issue1.1899 (Public Domain)

Satzungen für die Sparkasse vom io. Februar/24. März 189g. 
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a. alle Unkosten der Verwaltung, der Einrichtung und Organisation, 
b. im Anfang des Betriebes etwa entstandene Fehlbeträge. 
c. Von dem Reste werden drei vom Hundert zur Vertheilung als Spar-Prämien"nach 
Maassgabe des Art. 48 verwendet. 
Der dann verbleibende Ueberschuss dient zunächst zur Bildung eines Reservefonds 
behufs Deckung etwaiger Ausfälle. 
Sobald der Reservefonds, über welchen besondere Rechnung zu führen ist, eine Höhe 
von 77 2 vom Hundert der Passivmasse, also der Spareinlagen und deren Zinsen erreicht hat, 
kann die Hälfte der weiteren Reingewinne auf Beschluss des Magistrats und der 
Stadtverordneten-Versammlung unter Genehmigung des Regierungspräsidenten zu gemeinnützigen 
öffentlichen Zwecken der Stadt Schöneberg verwendet werden, bis der Reservefonds 10 vom 
Hundert der Spareinlagen beträgt. 
Von da ab hat die Stadtgemeinde mit Genehmigung des Regierungspräsidenten in obigem 
Sinne die Verfügung über den gesammten Reingewinn. 
D. Vertheilung von Sparprämien. 
Art. 48. ^ 
Alljährlich nach Abschluss der Jahresrechnungen werden diejenigen Sparer, welche 
a. dem Gesindestande im Sinne der Gesindeordnung vom 8. November 1810 angehören, 
b. nachweislich während der letzten 5 Jahre bei ein und derselben Herrschaft und 
c. während desselben Zeitraumes bei der Sparkasse Spareinlagen gehabt haben, 
durch öffentliche Bekanntmachung aufgefordert, sich innerhalb einer Frist von 4 Wochen zu 
melden. 
Nach erfolgter Prüfung der eingegangenen Meldungen werden die zur Bewilligung der 
Sparprämien verfügbaren Summen auf die betreffenden Sparer nach dem Ermessen des 
Kuratoriums durch Zuschreibung zu ihren bezüglichen Konten in abgerundeten Beträgen ver 
theilt werden. 
Die Zutheilung soll jedoch die Summe von 30 Mark für einen Sparer nicht über 
steigen. 
Titel XI. 
Errichtung von Annahmestellen. 
Art. 49. 
Zur Erleichterung des Verkehrs mit der Sparkasse kann diese „Annahmestellen“ 
errichten, welche durch Amtsschilder kenntlich gemacht werden und zur Annahme von Einlagen 
bis zu 500 Mark nach Massgabe der folgenden Bestimmungen befugt sind. 
Art. 50. 
Die Verwalter der Annahmestellen ertheilen über den Empfang von Einlagen und Spar 
kassenbüchern eine Quittung, welche mit ihrer Unterschrift und dem Stempel der Sparkasse 
versehen ist und für die Dauer von 2 Wochen nach der Ausstellung volle Beweiskraft hat. 
Innerhalb dieser Frist sind die Sparkassenbücher bei der betreffenden Annahmestelle in 
Empfang zu nehmen. 
Nach Ablauf dieser Frist haftet die Sparkasse für die Unregelmässigkeiten der Verwalter 
der Annahmestellen nur insoweit, als sie bereichert ist. 
Etwaige Unregelmässigkeiten sind bei dem Kuratorium der Sparkasse anzumeldcn. 
Art. 51. 
Die Aushändigung der Sparkassenbücher erfolgt gegen Rückgabe der Quittungen an 
den Vorzeiger, dessen Befugniss der Verwalter der Annahmestelle zu prüfen zwar berechtigt, 
aber nicht verpflichtet ist. 
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