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Volume Anhang

Full text: Verwaltungsbericht des Magistrats der Stadt Berlin-Schöneberg (Public Domain) Issue1.1899 (Public Domain)

Bestimmungen über Benutzung und Verwaltung des neuen Gemeinde-Kirchhofs. 
Gitter und sonstigen Gebäude. Das Begiessen der Gräber ist den Angehörigen und deren 
Dienstboten gestattet. Fremde Personen dürfen indessen damit nicht beauftragt werden. Ist 
die Annahme Dritter erforderlich, so haben sich dieselben an den Todtengräber zu wenden, 
welcher diese Arbeiten gegen Zahlung der im Tarif angegebenen Vergütung zu leisten hat. 
§ 34- 
Jedenfalls steht den Angehörigen das Recht der Bepflanzung, der Unterhaltung und 
Pflege der Gräber zu und können solche durch Familienglieder, Dienstboten oder andere von 
ihnen beauftragte Personen ausführen lassen. Doch dürfen Kinder unter 12 Jahren allein, zur 
Ausführung solcher und der in vorhergehenden Paragraphen bezeichneten Arbeiten nicht 
zugelassen werden. 
§ 35- 
Das Belegen und die Unterhaltung der Gräber Ortsarmer hat der Todtengräber 
unentgeltlich zu bewirken. 
§ 36. 
Die Benutzung der Leichenhalle, zur vorläufigen Unterbringung der Leichen, steht, 
sobald eine solche errichtet worden, Jedermann gegen Entrichtung der im Tarif bezeichneten 
Gebühren frei. 
§ 37- 
Der Besuch des Kirchhofs ist während der Tageszeit und zwar im Winter von 9 Uhr 
Morgens, im Sommer von 7 Uhr Morgens bis zum Eintritt der Dunkelheit anständig gekleideten 
Personen, Kindern unter 12 Jahren indessen nur in Begleitung Erwachsener gestattet. Kleine 
Kinder bis zum Alter von 6 Jahren haben, auch wenn sie sich in Begleitung Erwachsener 
befinden, bei Begräbnissfeierlichkeiten keinen Zutritt. Alle Störungen, auch durch lärmende 
Versammlungen, sind verboten. 
§ 38. 
Das Mitbringen von Hunden und das Tabakrauchen auf dem Begräbnissplatz ist unzulässig. 
§ 39- 
Reden am Grabe oder auf dem Kirchhofe zu halten, ist nur den im Dienste der Kirche 
stehenden Geistlichen gestattet. 
§ 4°- 
Das Verabreichen von Genussmitteln auf dem Kirchhofe an Kirchhofsbesucher gegen 
Bezahlung ist verboten. 
§ 4i- 
Für den Todtengräber ist eine besondere Dienst-Instruktion erlassen, zu deren genauesten 
Befolgung er verpflichtet ist. Dieselbe kann jederzeit verändert oder erweitert werden. 
§ 42- 
Beschwerden über den Todtengräber sind bei dem hiesigen Gemeinde-Vorstände anzu 
bringen, welcher über dieselben nach Anhörung der Kirchhofs-Kommission entscheidet. 
§ 43- 
Die nach dem angeschlossenen Tarife zu entrichtenden Stättegelder, Gebühren etc. sind 
an die. hiesige Gemeindekasse zu zahlen. 
Die Aushändigung der zur Errichtung von Grabdenkmälern erforderlichen Genehmigung 
der Friedhofs-Kommission wird von der Zahlung der Gebühr abhängig gemacht. 
Einen Erlass oder eine Ermässigung ist nur der Gemeinde-Vorstand eventuell auf 
Vorschlag der Friedhofs-Kommission zu gewähren berechtigt. 
§ 44- 
Die Kirchhofs-Kommission, welche Seitens der hiesigen Gemeinde-Vertretung gewählt 
wird, besteht aus 3 Mitgliedern und wählt aus ihrer Mitte einen Vorsitzenden. 
Sie ist dem Gemeinde-Vorstände unterstellt, führt nach Massgabe des gegenwärtigen 
Statuts die Verwaltung des Kirchhofs und die Aufsicht über den Todtengräber und dessen
	        
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